https://letterboxd.com/film/untitled-resident-evil-reboot/
Für Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) beginnt der Tag mit einem Routineauftrag: Er soll ein biomedizinisches Paket an seinen Bestimmungsort bringen. Doch schon kurz nach der Übernahme der Lieferung gerät der Einsatz außer Kontrolle. Aus der vermeintlich gewöhnlichen Fahrt entwickelt sich innerhalb weniger Stunden ein Albtraum, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Mit jeder Station nehmen die Ereignisse eine bedrohlichere Wendung, während Bryan immer tiefer in eine Situation hineingezogen wird, deren Ausmaß er zunächst nicht begreift. Die geheimnisvolle Fracht löst eine Kette unvorhersehbarer Geschehnisse aus und macht die Nacht zu einem erbitterten Kampf ums Überleben. Je weiter der Transport voranschreitet, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Horror.
Zach Creggers "Resident Evil" ist der bisher überzeugendste Versuch, den Geist der Videospielreihe ins Kino zu übertragen. Statt erneut die Geschichten von Chris Redfield, Jill Valentine oder Leon S. Kennedy nachzuerzählen, erzählt Cregger eine eigenständige Geschichte: Der medizinische Kurier Bryan (Austin Abrams) gerät in Raccoon City mitten in einen Ausbruch und muss eine geheimnisvolle biomedizinische Fracht durch eine Nacht voller Zombies und Mutationen bringen. Der Film nimmt sich dabei vor allem die Videospiele "Resident Evil 2", "Resident Evil 4" und "Resident Evil Village" zum Vorbild. Die größte Stärke dabei ist seine Atmosphäre. Cregger, der mit "Barbarian" und "Weapons" bereits bewiesen hat, dass er Horror effektiv inszenieren kann, setzt hier weniger auf Dauerfeuer als auf Unsicherheit, Enge und Ressourcenknappheit. Genau das entspricht seiner Vorstellung von "Resident Evil" als Survival Horror und nicht als reiner Actionfilm. Munition und Heilmittel sind knapp, jeder Schuss soll Konsequenzen haben - ein ungewöhnlich konsequenter Versuch, eine typische Spielmechanik filmisch umzusetzen. Austin Abrams erweist sich dafür als passende Hauptfigur. Bryan ist kein übermenschlicher Zombiejäger, sondern ein relativ gewöhnlicher Mensch, der zunehmend von den Ereignissen überfordert wird. Dadurch entsteht tatsächlich das Gefühl, dass jede Begegnung mit einem Gegner gefährlich sein könnte. Paul Walter Hauser und Zach Cherry setzen dazu einige angenehm schräge Akzente, während Kali Reis dem Ensemble körperliche Präsenz verleiht. Der Film versucht erfreulicherweise nicht, seine Figuren durch permanente One-Liner künstlich cool erscheinen zu lassen.Auch die Monster funktionieren. Zombies und mutierte Kreaturen sind nicht bloß digitale Zielscheiben, sondern werden als Bedrohung inszeniert. Cregger setzt dabei bewusst auf vertraute Elemente des Spiels - darunter den T-Virus, bekannte Heilgegenstände, Waffen und weitere Easter Eggs. Für Kenner gibt es einiges zu entdecken, ohne dass der Film für Neueinsteiger zu einem reinen Insidergag verkommt. Gerade diese Balance ist bemerkenswert, denn "Resident Evil" geht einen riskanten Weg. Cregger erzählt ausdrücklich keine direkte Adaption eines bestimmten Spiels. Die Handlung ist vielmehr eine neue Geschichte innerhalb des bekannten Universums und spielt zeitgenössisch in einem winterlichen Raccoon City. Das entfernt den Film zwar von der konkreten Ästhetik der ursprünglichen Spiele, gibt ihm gleichzeitig genug Freiheit, eine eigene Identität zu entwickeln.






Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen