Posts für Suchanfrage Jurassic Park 1993 werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Jurassic Park 1993 werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Jurassic Park (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0107290/

Der Milliardär Richard Hammond lädt eine Gruppe von Spezialisten zu einer Testbesichtigung des Jurassic Park ein, in dem Wissenschaftler Dinosaurier aller Art zu neuem Leben erweckt haben. Die Unachtsamkeit eines Mitarbeiters, der geheime DNS-Formeln stehlen will, legt den Strom lahm, während sich die Gruppe gerade auf Tour durch den Park befindet. Gefährliche Bestien wie der Tyrannosaurus Rex und die im Rudel auftretenden Velociraptoren machen Jagd auf die hilflosen Menschen.

Jaja, 1993 und ich glaube das war einer der Filme, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben mehrfach den Kinosaal geentert habe. "Jurassic Park" ist aber auch eines der Phänomene, die einfach eine gute, wenn auch unlogische Geschichte erzählen und somit den Zuschauer auf knapp 2 Stunden Laufzeit fesseln können. Der Film hat von allem etwas - Action, Romantik, Drama, Abenteuer - und das ist vermutlich auch das Erfolgsrezept von Regisseur Steven Spielberg, der einmal mehr bewies, dass er es einfach drauf hat mit Bildern eine Geschichte zu umrahmen.

Die Story von "Jurassic Park" ist ein alter Hut und dürfte so ziemlich jedem - außer meiner Freundin - bekannt sein. Schon 1993 war es ein solch großer Erfolg, dass noch zwei weitere Teile folgten und ein vierter Teil soll sogar schon 2015 ins Kino kommen.

Aber was macht "Jurassic Park" so gut? Vielleicht ist es einfach die Fiction, die Mensch und Saurier ohne Zeitreise aufeinander prallen lassen? Die Figuren? Die Logik ist es jedenfalls nicht. Und auch nicht die sehr an den Haaren herbeigezogenen Actionszenen, die fernab jeglicher Physik rangieren und nur noch verdeutlichen sollen,dass die Gefahr ja jederzeit da und vor allem echt ist. Aber mit Echtheit ist es eben so eine Sache - und gerade wenn ein Auto kerzengerade den Baum herunter stürzt oder ein Perimterzaun nur vom Bunker am anderen Ende des Geländes wieder aktiviert werden kann setze ich gern den fragenden Blick auf. Die Schauspieler sind aber klasse und wissen auch mit diesen blödsinnigen Situationen gut umzugehen, allen voran Sam Neill, dicht gefolgt von Jeff Goldblum und Laura Dern und natürlich Richard Attenborough als John Hammond, dessen Bruder (David Attenborough) man heutzutage aus Dokumentationen kennt. Sie sind aber allesamt nur die Nebendarsteller, denn die heimlichen Stars des Parks, die Saurier, sind die größere Attraktion. Diese sind geschickt mit Animatronik und damlas neuster Computertechnologie entstanden und lassen kaum Zweifel an deren Echtheit - im Rahmen eines Films. Man muss ehrlich sagen: sie sind schon klasse gemacht. Auch das Setting auf der Insel weiß zu gefallen und der eingehende Score von John Williams trägt sein übriges dazu bei.

Nun, 2013, ist es endlich soweit und auch "Jurassic Park" hat seine 3D-Konvertierung erhalten. Und die ist recht gut geworden und hat eine schöne Tiefe, wenn auch einige wenige aber auffällige Unschärfen. Richtig fetzig wird das 3D aber natürlich erst dann, wenn Dinos auf dem Bildschirm zu sehen sind - und vor allem der erste Auftritt des Tyrannosaurus Rex im Regen sieht einfach nur phantastisch aus. Auch diverse Actionszenen - wie etwa die Verfolgung durch die Horde der Gallimimus-Saurier oder die jagenden Raptoren - machen so ein klein wenig mehr Spaß. Besser oder schlechter wird der Film dadurch aber nicht - er wird nur ein wenig "erlebbarer". Aber alles in allem ein schönes Ding. Auch in 3D.

9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Samstag, 16. Juni 2018

Jurassic World: Fallen Kingdom - Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4881806/

Drei Jahre, nachdem der Themenpark Jurassic World vor marodierenden Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitechsen die Isla Nublar komplett für sich zurückerobert. Dort leben sie ungestört von den Menschen, sehen jedoch bald einer ganz neuen Bedrohung ins Auge: Auf der Insel befindet sich ein aktiver Vulkan, der auszubrechen und die gesamte Gegend unter Feuer und Asche zu begraben droht. Dinosaurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) möchten das erneute Aussterben der Dinos um jeden Preis verhindern und kehren zur Rettung der Tiere auf die Insel zurück. Vor allem um seinen Saurier-Schützling Blue ist Owen besorgt. Der Raptor ist scheinbar unauffindbar in der Wildnis verschollen. Während Owen sich auf die Suche begibt, kommen die anderen Mitglieder seiner Expedition einer Verschwörung auf die Spur...

In dem gleichnamigen Neustart des Franchise war der Ort namens "Jurassic World" nur eine "Welt" im Sinne von Disney World: ein größerer Park mit immer größer werdenden Attraktionen und zahllosen Möglichkeiten für Familien, um ihr Geld auszugeben. Und natürlich folgte man auch 2015 dem altbekannten Schema und lies, nachdem der Park ausführlich mit allen Attraktionen vorgestellt worden war, sehr bald einen besonders bösen (und noch dazu selbsterdachten) Dino auf die Parkbesucher los. Im Prinzip war dies nur eine weitere Abwandlung vom ursprünglichen "Jurassic Park", der 1993 so gut funktionierte. Warum auch Konzepte ändern, die doch das Publikum in die Lichtspielhäuser ziehen? Mit "Jurassic World: Das gefallene Königreich" bricht aber letztlich der spanische Regisseur J.A. Bayonas mit dieser Tradition, verabschiedet sich endgültig vom Park und bringt nicht nur die Dinos von der Insel, sondern befreit sich von den Genre-Insignien der vorherigen vier Filme.

Nach einem Drehbuch von Derek Connolly und Colin Trevorrow, die bereits am Vorgänger beteiligt waren, bewegt sich Bayona nicht nur in Gefilden klassischer Monsterfilme und hommagiert Spielbergs Vermächtnis, er bringt auch eigene Ideen ein, behandelt die hiesigen Monster wie Charaktere und hält den Zuschauer so gefangen, wie einst in seinem großartigen Streifen "Das Waisenhaus" von 2007. Zuschauer, die im letzten Film durch einige dumme Charakterisierungen beleidigt waren, haben hier damit sicher weniger zu meckern, während diejenigen, die nur einige spektakuläre Raubtiere und aufregende Verfolgungsjagden benötigen, diesen Ausflug genauso herzlich begrüßen sollten wie beim Vorgänger, denn Action gibt es wieder reichlich. Drei Jahre, nachdem auf der kleinen Insel Isla Nublar die Hölle los war, droht ein neuer aktiver Vulkan, die überlebenden Dinosaurier dort zu verschlingen. In Amerika drängen Aktivisten auf eine Rettungsmission, denn nachdem diese Arten wieder zum Leben erweckt wurden, sind sie der Ansicht, dass die Menschheit ihnen etwas schuldig ist. Ein Ausschuss holt einen Sachverständigen heran, dessen zwar nicht so ausgesprochene aber darauf abzielende Phrasen wie "Der Geist ist aus der Flasche" und "Das Leben findet einen Weg" jedem mittlerweile bekannt vorkommen dürften, denn es handelt sich um niemand geringeren als Jeff Goldblums Dr. Ian Malcolm, dessen Beteiligung am Film sich auf dieses Zeugnis beschränkt, aber beim nächsten Mal vielleicht eine größere Rolle nach sich zieht.

Spätestens auf der Insel stellt sich das nostalgische "Jurassic Park"-Feeling ein, denn wenn einer von Claires Arbeiterinnen "Ich will das sehen!", und dem Jeep klettert und fasziniert einen Brachiosaurus anstarrt, erinnert das schon sehr an "Jurassic Park" und an den Moment, als die beiden Archäologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) und Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) zum ersten Mal einen Dino sahen. Natürlich gibt es auch viele emotionsgeladene Szenen, wenn zum Beispiel Owen (Chris Pratt) benommen aufwacht und von der triefenden Zunge eines Triceratops abgeleckt wird. An einem Punkt ziehen Owen und Claire (Bryce Dallas Howard) Blut von einem eingesperrten und schlafenden T-Rex, als dieser plötzlich erwacht. Und an anderer Stelle wird geradezu mitleiderregend ein augenscheinlich verängstigter Brachiosaurus von einer Wolke aus Asche und Glut verschlungen. Es muss jedoch auch gesagt werden, dass keiner dieser Momente einen Hinweis auf die Ehrfurcht, das gigantische Märchenwunder und die Überraschung, hervorbringt, die das Franchise "Jurassic Park" seit 25 Jahren aufrecht erhält. Spielbergs ursprünglicher "Jurassic Park" hatte eine eher funktionale als inspirierte Handlung, die aber als Rahmen diente, an dem der Regisseur seine brillant vorgestellte, atemlos choreographierte Dino-Magie aufhängen konnte.

Denn alle Filme, die nach "Jurassic Park" kamen, erreichten nie wieder die Klasse des Originals. "Jurassic World" war eine Orgie tödlichen Overkills, alles Prosa und kaum eine Spur von Monster-Fantasy-Poesie - und so ergibt es in gewisser Weise Sinn, dass "Das gefallene Königreich "sich in eine neue Strategie verabschiedet. "Jurassic World: Fallen Kingdom" ist ein liberaler Pulp-Message-Film, der sich selbst mit noch mehr Nüchternheit behandelt. Die Dinosaurier, so stellt sich heraus, wurden von Mills ins Visier genommen, um an den Meistbietenden verkauft zu werden - und zieht damit Parallelen zu heutigen Wilderern, die sich an seltenen Tieren bereichern. Das reicht offenbar als Aufhänger, denn tiefgreifendere Fragen lässt der Film dann fallen. Nichts davon nimmt den Zuschauer wirklich auf eine nachdenkliche Art mit, obwohl die Darsteller das politische / genetische / soziale Futter sicherlich so behandeln, als ob es etwas bedeuten würde. Pratt spielt den kumpelhaften Typ, der immer einen frechen Spruchauf den Lippen hat, wie immer perfekt und strahlt eine schlanke und ehrliche Aufrichtigkeit aus. Bryce Dallas Howard projiziert eine geradezu leuchtende Sorge um Gottes alte wiederbelebte Kreaturen. Justice Smith, ein IT-Freak, der fast schon eine lächerlich-seltsame Angst davor hat, sich im selben Raum wie ein T-Rex zu befinden, kommt wie eine Nerd-Version von Will Smith, ist aber dennoch äußerst ansprechend.

Der Film gipfelt in einer Dinosaurierauktions-Szene, die Anleihen von "King Kong" in sich trägt. An diesem Punkt benutzt dieser "Jurassic Park"-Film seine Dinosaurier sowohl als unschuldige Opfer als auch als Raubtier mit riesigen Zähnen, und es gibt etwas abgedroschenes und opportunistisches über den leichten (wenn nicht sinnlosen) Weg, auf dem "Fallen Kingdom" hin und her hüpft. Während der Film nahtlos durch verschiedene Modi läuft, bleibt es in der Abhandlung der Charaktere altmodisch.

Der Film braucht eine lange Zeit, um sich seinem ultimativen Kampf mit einem (erneut aus verschiedenstem Genmaterial erschaffenen) Indoraptor zu stellen. Dieser ist an sich effektiv, aber es ist nichts, was man nicht schon vorher gesehen hat - und wenn man dann in dieser Szenen angelangt ist, weiß man wieder, worum es bei einem solchen Film geht, nämlich nicht um soziale oder genetische Verantwortung, sondern um große, Viecher mit riesigen Zähnen, die uns essen wollen. Dies soll der zweite Film in einer neuen Trilogie sein. Aber die Schlussszene von "Jurassic World: Fallen Kingdom" scheint auf etwas viel Größeres zu zielen, wie eine "Planet Of The Apes"-artige Saga, die gerade erst begonnen hat. Aber so ist das eben: man melkt die Kuh, bis sie tot von der Weide kippt und das Publikum weiter Kinokarten kauft. War der erste "Jurassic World" einfach nur eine wieder aufgewärmte Brühe des Originalkonzepts, so ist "Fallen Kingdom" in dieser Beziehung und in Anbetracht der Story eine Verbesserung, aber es ist der erste "Jurassic Park" -Film, der beinahe vergisst, wo er eigentlich herkommt und avanciert damit schon beinahe zum schlechtesten Teil der Reihe.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Mittwoch, 17. Juni 2015

Jurassic World (2015)

http://www.imdb.com/title/tt0369610/

22 Jahre nach den Ereignissen im "Jurassic Park" lockt das Luxus-Resort "Jurassic World" Besucher aus aller Welt auf eine Insel vor Costa Rica, Dinosaurier von nahem zu erleben. Kinder reiten auf Mini-Triceratopsen, Familien schauen dem riesigen Wasserdinosaurier Mosasaurus beim Verspeisen eines Weißen Haies zu. Der Genetiker Dr. Henry Wu (BD Wong) kreiert die Dinosaurier, er arbeitet im Auftrag des milliardenschweren Stifters Simon Masrani (Irrfan Khan). Doch weil Riesenechsen zwar anfangs aufregend sind, das Publikum aber irgendwann alle von ihnen kennt, wurde Wu dazu gedrängt, ein Raubtier zu züchten, das es in der Natur nie gab: den Indominus Rex. Die riesige Kreatur soll die größte Attraktion von "Jurassic World" werden - und wird zur größten Bedrohung, als sie ausbricht. In dem entstehenden Chaos gelingt vielen Dinosauriern die Flucht aus ihrem Gehege, sodass alle Besucher potentielles Reptilienfutter werden. In Lebensgefahr schweben nun auch die beiden jungen Brüder Zach (Nick Robinson) und Gray (Ty Simpkins). Ihre Tante Claire (Bryce Dallas Howard), deren Aufgabe es ist, den Park zu überwachen, beginnt eine abenteuerliche Suche nach ihren Neffen. Sie wird dabei von Owen (Chris Pratt) unterstützt, einem Militärexperten, der eine Gruppe Velociraptoren abgerichtet hat…

"Jurassic World" hat den besten Kinostart der Filmgeschichte hingelegt. Es ist ein unwiderruflicher Fakt dafür, dass die Welt gespannt auf das neuste Dino-Abenteuer gewartet hat. Aber wie ist das neue Spektakel nun als Film wirklich zu bewerten? 1993 wurde mit "Jurassic Park" ein großes Stück Kinogeschichte geschrieben. Eine großartige (und zu dem Zeitpunkt neue) Geschichte, legendäre und später oft kopierte oder persiflierte Szenen und Animationen der Sonderklasse. Es folgten zwei weitere Teile, die aber in ihrer Qualität nicht an das Original heranreichten und sogar durch immer größer werdende Absurditäten sogar kontinuierlich für Kopfschütteln sorgten. 22 Jahre später (und immerhin 14 Jahre nach Teil 3) wird der Park in "Jurassic World" neu eröffnet. Und "Jurassic World" bietet seinen Zuschauern auch jede Menge Nostalgie. Schon wenn nach einer dankbar kurzen Einführung und der Ankunft auf der Insel Nublar das altbekannte Thema ertönt, hat man als Kinogänger der ersten Stunde (ja, ich habe damals "Jurassic Park" im Kino gesehen!) doch feuchte Augen. Der Film zeigt das Treiben im Park mit einer großen Faszination für die Dinosaurier und lässt das Publikum teilhaben an den Attraktionen des Parks. Es werden immer wieder Referenzen an den ersten "Jurassic Park" geliefert wenn zum Beispiel das große Holztor sich öffnet durch das schon Sam Neil, Jeff Goldblum und Co. im Film gefahren sind. Wenn Hubschrauber die Insel anfliegen, die alte Flagge "When Dinosaurs Ruled The Earth" eine Verwendung findet oder das kleine Zeichentrick-DNA-Männchen ganz beiläufig auftaucht. Über all dem schwebt immer der Traum und der Name von John Hammond dem Schöpfer des "Jurassic Park".  

So sehr einen das als Fan auch begeistern mag, so sehr stört hier die schwache Story. Nach dem Grundsatz "größer ist immer besser" erschaffen die Filmemacher mit dem Indominus Rex einen schrecklichen Dino, der alles vernichtet was ihm vor seine Zähne kommt. Allerdings ist die ganze Geschichte um den Saurier und die an "King Kong" erinnernde Verfolgung ziemlich einfallslos. Am Ende ist auch das "etwas" übertriebene Finale eine Spur zu viel. Und auch die Logik fällt - vor allem beim Gehege des Mosasaurus - schnell unter den Tisch. Die Actionszenen und die Visuals sind allesamt natürlich trotzdem überwiegend ordentlich gemacht und der Film sicher auch niemals langweilig, aber mehr als das der Streifen nur Altbekanntes noch einmal aufwärmt ist es nun einmal auch nicht.

Die halb verfallende Ruine des Ur-Parks mit den alten Gimmicks und Fahrzeugen, oder etwa ein Mitarbeiter, der ein "Jurassic Park"-Retroshirt trägt, wirkt dann schon so als ob der Film einfach nicht auf eigenen Füßen stehen kann. Besonders gilt dies für die wieder (obligatorisch) verschollenen Kinder, die als Antrieb für die Geschichte herhalten müssen wann immer Richtungswechsel oder neue Impulse vonnöten sind. Am Ende will man als Zuschauer doch einen Film sehen, der neue Elemente und Schauwerte bietet und nicht ausschließlich eine Hommage an Vergangenes. Doch dann sind da immerhin Chris Pratt, der mit seiner Art und seinem Humor jede Menge retten kann. Bryce Dallas Howard macht dagegen leider nur Dienst nach Vorschrift und die Kinder-Darsteller nerven einen irgendwann nur noch. Einzig noch Vincent D'Onofrio macht seinen Job als Übertäter sehr ordentlich und am Ende ist "Jurassic World" ein solider Popcorn-Blockbuster, der sicherlich ausgezeichnet über 124 Minuten unterhält, mehr aber auch nicht. "Jurassic World" bringt dem Franchise keine sonderlich nennenswerten neuen Impulse und geht lieber auf Nummer sicher. Es ist zu hoffen dass die (nach dem Einspielergbnis!) mit Sicherheit kommende Fortsetzung dann endlich die Geschichte auf ein neues Level hievt.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Freitag, 17. Juni 2022

Jurassic World: Dominion - Jurassic World: Ein neues Zeitalter (2022)

https://www.imdb.com/title/tt8041270/

Vier Jahre sind vergangen, seit die paradiesische Insel Isla Nublar zerstört wurde. Die Welt hat sich innerhalb dieses Zeitraums stark verändert und ein neues Zusammenleben zwischen Mensch und Dinosaurier geschaffen. Es ist ein Miteinander als auch ein Gegeneinander, in dem das Recht des Stärkeren zweifellos an der Spitze der natürlichen Ordnung steht. Das empfindliche Gefüge kann sich jedoch nur bedingt als zukunftsweisendes Modell behaupten, denn noch immer machen einige Dinosaurier Jagd auf Menschen. Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) müssen sich gegen die Urzeitechsen behaupten. Auf ihrer Reise rund um den Globus müssen sie auf die dringende Unterstützung und Kenntnisse der Wissenschaftler Dr. Alan Grant (Sam Neill), Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) und Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) vertrauen. Ihr Wissen über die Echsen kann den Planeten vor dem Untergang bewahren. 

4 Jahre sind vergangen und mit "Jurassic World: Dominion" ("Jurassic World: Ein neues Zeitalter") erfüllt sich der bereits 2015 angeteaserte Titel, denn die Dinos bevölkern mittlerweile die ganze Welt. Nach den Ereignissen in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" beginnt der dritte Teil der "Jurassic World"-Trilogie und der sechste Eintrag im gesamten "Jurassic"-Fanchise mit einer expositionslastigen "Now This"-Nachrichtenmontage, die das Publikum darüber informiert, dass die Dinosaurier nun frei in der Welt herumlaufen können, und den Megakonzern BioSyn vorstellt. Obwohl man erwarten würde, dass dies spannend ist und in erster Linie BioSyn vorstellt, dient es eher als Rekapitulation von "Jurassic World: Das gefallene Königreich", als eine auffällige oder notwendige Einführung in den Film. Dieses Segment fühlt sich seltsam an, aber glücklicherweise findet der Film bald eine solidere Grundlage: Von da an wird der Zuschauer nämlich in zwei verschiedene, parallel ablaufende Handlungsstränge eingeführt, die viel mehr gemeinsam haben, als man zunächst glauben machen will.


"Jurassic World: Ein neues Zeitalter" bringt die klassischen "Jurassic Park"-Figuren in großem Stil zurück, angeführt von Ellie Sattler. Ebenso versuchen die Charaktere aus "Jurassic World", ihren Frieden mit einer Welt zu machen, die sie miterschaffen haben, und sich um Maisie Lockwood zu kümmern - das Klon-Mädchen, das sie nach den Ereignissen in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" quasi illegal "adoptiert" haben. Der Film führt den Zuschauer in eine nicht völlig neue Welt, aber mit vielen verschiedenen Schauplätzen und Konzepten, die es in der "Jurassic"-Reihe noch nie gegeben hat. Von den verschneiten Bergen der Sierra Nevada über die bevölkerten Straßen der Insel Malta bis hin zum dichten BioSyn-Tal in den italienischen Dolomiten. Die Dinosaurier sind frei und versuchen zu überleben, und die Menschen passen sich an diese sich ständig verändernden Umstände an. Man wird zeuge des illegalen Handels mit Dinosauriern auf dem Schwarzmarkt und erfahren, was passiert, wenn Dinosaurier in den Straßen der Städte ihr Unwesen treiben. Dies ist eine ganz neue "Jurassic World".


Der Film ist bei weitem nicht perfekt - die Handlung ist aufgebläht, das Tempo ist furchtbar übereilt, und viele der Charaktere wirken etwas unpassend - aber zumindest ist er viel besser als der diekte Vorgänger. "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" besinnt sich auf die Techno-Thriller-Wurzeln von "Jurassic Park" und taucht in die Macht der Genetik ein, wie man es noch nie zuvor gesehen hat, und einige der Handlungspunkte sind mit Sicherheit etwas, das man leicht in Crichtons Werk hätte sehen können. Natürlich freut man sich sehr, Dr. Alan Grant und Dr. Ellie Sattler wieder zu sehen und im Laufe des Films bei ihren gegenseitigen Neckereien zu beobachten, bei der Interaktion mit anderen Personen und natürlich mit Dinosauriern. Die Chemie zwischen Sam Neill und Laura Dern ist stark wie immer. Und Jeff Goldblum als Dr. Ian Malcolm ist ein weiterer großer Gewinn - dieser Film gehört wirklich zur klassischen "Jurassic Park"-Besetzung. 

Neben den klassischen Charakteren sind auch die Neulinge großartig: Hervorzuheben sind DeWanda Wise als Kayla Watts, Mamoudou Athie als Ramsay, Campbell Scott als Lewis Dodgson und Isabella Sermon als Maisie. Natürlich ist auch BD Wongs Dr. Henry Wu wieder da, und er ist besser als je zuvor. Ja, Dr. Wu bekommt dieses Mal eine größere Rolle und einen stärkeren Bogen - etwas, das schon längst überfällig war. Bryce Dallas Howard kann ihre Muskeln als Claire sowohl körperlich als auch emotional spielen lassen, da man eine gefühlvollere Version der Figur zu sehen bekommt. Chris Pratt hingegen fördert keine neuen Facetten an seiner Figur Owen zutage - er ist so ziemlich derselbe wie in den letzten beiden Filmen, wird aber etwas ernster gespielt und neigt in ernsten Szenen nicht zu deplatzierter Leichtsinnigkeit wie in "Jurassic World: Das gefallene Königreich".

Was die Dinosaurier angeht, so bringt "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" mit dem territorialen Therizinosaurus, dem bedrohlichen Giganotosaurus, den winzigen Moros und den bösartigen Atrociraptoren einige gute Neuzugänge in das Franchise. Natürlich gibt es auch einige alte Bekannte zu sehen, wie den Gift spuckenden Dilophosaurus, der eher an die Filme der 80er Jahre erinnert als an "Jurassic Park". Der Pyroraptor ist ein weiteres Highlight, auch wenn leider fast jeder Moment seiner Szene im Trailer zu sehen ist - er wurde sträflich vernachlässigt und es ist geradezu verrückt, dass Dr. Alan Grant ihm nie begegnet. Damit hätte sich der Kreis zu seiner "Dinos stammen von den Vögeln ab"-Rede in "Jurassic Park" geradezu puzzelteilartig geschlossen. Naja. Dass man diese Vorlage ungenutzt lies, bleibt am Ende unverständlich.

Die Schwächen, die sich in Form von einigen sehr seltsamen kreativen Entscheidungen, dem Fehlen wichtiger Dialoge zur besseren Erklärung einiger Handlungspunkte (der Film fühlt sich oft wie eine Fortsetzung eines Films an, den man nie zu sehen bekommen hat) und dem schlimmsten Übeltäter - den Animatronics - äußern. Es gibt viele (viele!) Animatronics in diesem Film, und sie sahen alle sehr gummiartig und steif aus, eher wie Kreaturen aus "Dark Crystal " oder "Star Wars" als wie die lebendigen, atmenden Tiere, die das Stan Winston Studio geschaffen hat. Vielleicht liegt das zum Teil an der Art und Weise, wie sie gefilmt wurden - aber ausgerechnet hier ist zu wünschen, dass die meisten (wenn nicht sogar alle) mit CGI hätten aufgepeppt werden sollen, vor allem der Microceratus. Der Soundtrack hingegen ist recht unterhaltsam und hat seine Momente, aber Giacchino hätte bedeutend mehr der Originalthemen verwenden können - schließlich ist dieser Film der "epische Abschluss" der gesamten Saga und die Rückkehr der Originalfiguren, was mit gewissen thematischen Erwartungen einhergeht.

Doch im Großen und Ganzen ist zu sagen, dass "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" trotz aller Kritik noch zu gefallen weiß. Man kann seinen Spaß mit dem Film haben und er hat deutlich mehr Wiedersehenspotential als "Jurassic World: Das gefallene Königreich". Er hat zwar die Schwächen der ersten beiden "Jurassic World"-Filme, aber die von BioSyn angetriebene Handlung und die Rückkehr der klassischen Charaktere heben den Spaß wirklich an. Es ist schwer, keine bestimmten Erwartungen zu haben - dies sollte der Abschluss einer Reihe von Geschichten sein, die 1993 begann, aber letztendlich fühlt es sich einfach wie eine weitere Fortsetzung an. Man wünschte sich nach dem Abspann, dass der Film länger gewesen wäre, um die Geschichte und die Charaktere auszubauen, weniger abgehackt zu sein und einen glaubwürdigeren Einsatz zu zeigen. Ebenso hätten einige der Effekte, sowohl praktische als auch CGI-Effekte, mehr Arbeit gebraucht - es ist bedauerlich, dass einige der CG-Effekte schwach sind, wenn man bedenkt, wie lange sie an dem Film arbeiten mussten (Blue und Beta sind hier ein großer Übeltäter). Doch letztendlich hinterlässt der Film den Wunsch nach mehr - sowohl im Guten als auch im Schlechten - aber vor allem im Guten. Und zum Glück ist "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" nicht das Ende, sondern ein brandneuer Anfang. Es wird sicher noch mehr kommen, und der Film macht das deutlich.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Samstag, 5. Juli 2025

Jurassic World: Rebirth - Jurassic World: Die Wiedergeburt (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt31036941/

Fünf Jahre nach den Ereignissen auf Isla Nublar leben Dinosaurier und Menschen in einer fragilen Koexistenz. Doch die drastischen ökologischen Veränderungen des Planeten zwingen die urzeitlichen Kreaturen zunehmend in isolierte äquatoriale Gebiete zurück. Ein Team aus Experten – darunter Zora Bennett (Scarlett Johansson), Duncan Kincaid (Mahershala Ali), Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey), Martin Krebs (Rupert Friend) und Reuben Delgado (Manuel Garcia-Rulfo) begibt sich in geheimer Mission auf eine abgelegene Insel, um genetisches Material von den größten Dinosauriern zu Land, zu Wasser und in der Luft zu gewinnen – ein entscheidender Schritt zur Entwicklung eines revolutionären Heilmittels. Doch die Mission nimmt eine unerwartete Wendung, als sie auf eine gestrandete Familie treffen, deren Boot von Wassersauriern zerstört wurde. Gemeinsam finden sie sich auf einer verbotenen Insel wieder, die einst als geheime Jurassic-Park-Forschungseinrichtung diente. Hier lauern nicht nur einige der gefährlichsten Dinosaurier, sondern auch ein finsteres Geheimnis, das tief unter der Oberfläche der Insel verborgen liegt. Während sie ums Überleben kämpfen, decken sie eine Wahrheit auf, die die Geschichte der Dinosaurier und ihre Beziehung zur Menschheit für immer verändern könnte.

Wenn ein totgeglaubtes Franchise wie "Jurassic Park" zu neuem Leben erweckt wird, geschieht dies meist mit knirschender Nostalgie, hohem Budget – und niedrigem Anspruch. Doch "Jurassic World: Die Wiedergeburt" widerlegt dieses Klischee auf beinahe elegante Weise. Was Regisseur Gareth Edwards hier abliefert, ist mehr als ein weiterer Aufguss vergangener Dino-Größe. Es ist ein bewusst gesetzter, atmosphärisch dichter Neustart, der die Essenz des Originals aufgreift (ihn an vielen Stellen nicht ganz subtil zitiert) und zugleich mutig eigene Wege beschreitet.

Edwards - ohnehin ein Regisseur, der das große Bild zu inszenieren versteht, ohne das Menschliche aus den Augen zu verlieren - wählt einen Weg, der den Zuschauer nicht sofort mit actiongeladenem Bombast überfordert. Stattdessen erlaubt er der Geschichte, sich zu entfalten. Es ist der klassische Aufbau: Eine abgelegene Insel, geheimnisvolle Ziele einer mächtigen Pharmafirma, eine Crew mit unterschiedlichen Interessen - doch die Art, wie Spannung aufgebaut wird, erinnert deutlich an Spielbergs Original von 1993. Edwards spielt mit Licht, Schatten und Geräuschen. Er lässt die Kamera verweilen, hört dem Wind zu, bevor er den Boden beben lässt. Und wenn das erste Brüllen ertönt, ist es nicht Lärm - es ist ein Ereignis.

Das Drehbuch von David Koepp, der bereits das Original mitverfasst hatte, überrascht dabei mit erzählerischer Stringenz und pointiertem Dialog. Koepp schafft es, eine neue Generation von Figuren glaubwürdig zu zeichnen - ohne die Alten einfach zu kopieren. Zora Bennett, verkörpert von Scarlett Johansson, ist keine unnahbare Superheldin, sondern eine Figur mit Brüchen, klaren Zielen und einem inneren Konflikt, der dem Film emotionale Tiefe gibt. Jonathan Bailey als Paläontologe Dr. Henry Loomis bringt eine Mischung aus Neugier, Ehrfurcht und Wissenschaftsromantik mit, wie sie einst Sam Neill verkörperte - aber ohne in Imitation zu verfallen. Ihr Zusammenspiel trägt den Film über weite Strecken, weil sie nicht nur funktionieren, sondern ein echtes emotionales Zentrum bilden. 

Mahershala Ali als Kapitän Duncan Kincaid ist eine ruhige Kraft inmitten des Chaos - kontrolliert, erfahren, uneitel. Sein Spiel bringt Würde in eine Rolle, die in anderen Händen leicht zur bloßen Funktion hätte verkommen können. Auch Rupert Friend als skrupelloser Unternehmenschef liefert genau die Mischung aus Zynismus und kontrollierter Arroganz, die einen glaubwürdigen Antagonisten ausmacht. Dabei bleibt die Geschichte stets fokussiert - ein klares Ziel: genetisches Material von drei verschiedenen Dinosaurierarten zu sichern, bevor die Insel unwiederbringlich verloren ist. Es ist eine klassische Abenteuermission, doch sie funktioniert, weil sie mit Dringlichkeit, Klarheit und innerer Logik erzählt wird - obwohl sich viele offensichtliche Filmfehler eingeschlichen haben. Visuell ist "Jurassic World: Die Wiedergeburt" ein Meisterstück. Kameramann John Mathieson, der bereits für Ridley Scotts "Gladiator" die Bilder einfing, setzt auf analoge Eleganz. Große Panoramen wechseln sich mit intimen, beinahe dokumentarischen Close-ups ab. Wenn ein Titanosaurus in einem von Grasland bedeckten Tal gemächlich den Kopf hebt, dann geschieht das nicht als visuelle Machtdemonstration, sondern als ehrfürchtiger Moment. Hier lebt die Magie wieder auf, die Spielberg einst mit dem ersten Blick auf den Brachiosaurus erschuf. Die Dinos wirken physisch - teils durch exzellentes Animatronic-Design, teils durch gezielt eingesetzten CGI, das eben nicht alles zeigt, sondern andeutet. Ein Highlight ist eine nächtliche Szene mit Flugsauriern, die ein gestrandetes Forschungsschiff umkreisen - choreografiert wie ein Tanz zwischen Bedrohung und Schönheit.

Der Score von Alexandre Desplat vermeidet das allzu Offensichtliche. Er zitiert John Williams’ ikonische Themen nur spärlich, setzt vielmehr auf eine neue klangliche Identität, die unterschwellig arbeitet - atmosphärisch, emotional, aber nie aufdringlich. Die Musik dient der Geschichte, nicht der Marke. Besonders in den ruhigeren Szenen entfaltet sich Desplats Gespür für musikalische Subtilität.

Was diesen Film wirklich besonders macht, ist seine Balance. Es ist kein naiver Nostalgie-Trip, sondern ein klug gebautes Abenteuer mit Herz, Charakter und Maß. Edwards schafft es, die Gefahr der Dinos wieder spürbar zu machen, ohne in reinen Survival-Horror abzurutschen. Gleichzeitig verankert er das Geschehen fest in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt überraschend stille, nachdenkliche Momente - etwa wenn Dr. Loomis mit einem jungen Mädchen spricht, das seine Eltern verloren hat, und ihr erklärt, warum Dinosaurier nie wirklich ausstarben - ein Monolog, der ebenso poetisch wie wissenschaftlich fundiert ist.

"Jurassic World: Die Wiedergeburt" ist nicht nur die Rückkehr der Dinosaurier, sondern auch die Wiedergeburt einer Erzählweise, die in Hollywood selten geworden ist: Spannung durch Aufbau, Wirkung durch Zurückhaltung, Emotion durch Figuren. Der Film hat Tempo, aber auch Atem. Er respektiert das Publikum, seine Intelligenz und seine Erinnerung an das, was Kino bedeuten kann. Nun kann man durchaus der Ansicht sein, dass der Film lediglich kopiert und neu einfügt, hier und da eine Nuance verändetr und auch übertreibt, dich letztlich: was will man anderes machen? Eine Fahrt einer Familie durch einen Park, auf dem die Zuschauer die Dinos sehen und auf der nichts weiteres passiert? Nee. Es ist ein Film, der nicht nur dem Franchise, sondern auch dem Abenteuerfilm insgesamt neues Leben einhaucht. Und er tut es mit Stil, Herz und einem beeindruckenden Gespür für das, was Kino groß machen kann. Die Dinos sind zurück - und sie waren selten so lebendig.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe:Universal Pictures
Poster/ArtworkUniversal Pictures

Sonntag, 6. Juni 2021

Last Action Hero (1993)

https://www.imdb.com/title/tt0107362/

Der 11-jährige Danny (Austin O'Brien) liebt Actionfilme. Am meisten hat es ihm Jack Slater (Arnold Schwarzenegger) angetan, ein muskulöser und cooler Held aus Los Angeles. Nick (Robert Prosky), der Vorführer in Dannys Stammkino, schenkt diesem eines Tages eine magische Eintrittskarte. Promt findet der Junge sich in der Welt von "Jack Slater IV" wieder, dem neuesten Film seines Idols. Fortan erlebt er Seite an Seite Abenteuer mit Jack. Dannys Versuche, ihn davon zu überzeugen, dass sie sich in einem Film befinden, scheitern - ganz egal, wie unrealistisch die Dinge sind, die ihnen passieren. Brenzlig wird es, als ein Superschurke in die reale Welt entkommt...

"Last Action Hero". Ein Film, der die Gemüter spaltet. Der Film wurde bereits vor der Veröffentlichung von US-amerikanischen Kritikern so einhellig verrissen, dass nur wenige Zuschauer in die US-Kinos gingen und die Medien von einem finanziellen Desaster sprachen. Dabei entging ihnen wohl , dass der "Stirb langsam" und "Predator"-Regisseur gekonnt alle Klischees des Genres und seiner Helden veralbert. Um wirklich alles zu verstehen, was bei "Last Action Hero" ablief, muss man einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen riskieren.

Im März 1991 begannen Zak Penn und Adam Leff das Originaldrehbuch zu schreiben - das damals den Titel "Extremely Violent" trug. Zu Recherchezwecken lasen sie mehrere Drehbücher bekannter Actionfilme durch und die beiden besuchten die örtlichen Videotheken, dort liehen sie sich mehrere Actionfilme aus. Das Originaldrehbuch - welches online verfügbar ist - parodiert das Genre Actionfilm, spielt aber fast ausschließlich in der Filmwelt und konzentriert sich weitgehend auf den sinnlosen Kreislauf der Gewalt. Durch Kontakte ließen sie sich im Herbst 1991 vom Agenten Chris Moore von der Agentur Intertalent vertreten, der das Drehbuch verkaufen sollte. Moore präsentierte das Drehbuch Carolco Pictures, die bis dato mehrere erfolgreiche Actionfilme wie "Terminator 2: Tag der Abrechnung", die ersten drei Filme der "Rambo"-Reihe, "Red Heat" und "Total Recall" produzierte. Carolco Pictures lehnte das Drehbuch ab. Aus Sorge, das Drehbuch könnte nicht mehr verkauft werden, benannte Intertalent das Drehbuch in The "Last Action Hero" um und schickte es im November an fünf Produzenten. Laut der Daily Variety waren es u. a. Joel Silver von Warner Bros., Paul Schiff von Twentieth Century Fox und Sam Raimi von Universal sowie Steve Roth von Columbia Pictures und Columbias Schwesterstudio Tri-Star Pictures, die beide zu Sony Pictures Entertainment gehören. Es entwickelte sich - sehr zum missfallen von Sony - zu einem sechstägigen Bieterkrieg. Am 7. November 1991 erhielt Columbia Pictures für 350.000 US-Dollar den Zuschlag. Ausgerechnet Arnold Schwarzenegger, worauf die Figur Arno Slater angelehnt ist, war an dem Film interessiert. Produzenten von Columbia Pictures, die Schwarzenegger unbedingt als Hauptdarsteller gewinnen wollten, trafen sich mit ihm in seinem Restaurant "Schatzi on Main" in Santa Monica. Schwarzenegger liebte zwar die Idee des Films, aber er hielt das Drehbuch nicht "professionell umgesetzt" und hatte auch Bedenken wegen der extremen Gewalttätigkeit. Schwarzenegger wollte einen neues, familienfreundliches Image prägen. Da Schwarzenegger noch nicht zugesagt hatte, wollte Columbia Pictures auf seine Bedenken eingehen und engagierte – auf Schwarzeneggers Vorschlag hin – den erfolgreichen Drehbuchautor Shane Black ("Lethal Weapon", "Lethal Weapon 2" sowie "Last Boy Scout"), der das Drehbuch überarbeiten sollte. Black, der für den Auftrag 1 Million US-Dollar bekam, engagierte seinen Freund David Arnott als Co-Autor. Die Ironie dabei war, dass Penn und Leff das Drehbuch schrieben, indem sie Blacks Schreibstil parodierten. 2012 äußerte Penn gegenüber den Empire-Magazin, wie irritiert sie von Blacks Engagement waren: "Wir waren große Fans von ihm - er war der Elmore Leonard der Actionfilme. Es war also dieser surreale Moment, in dem wir dachten: Wir parodieren diesen Typen, und jetzt wurde er angeheuert, um uns umzuschreiben. Es war einfach ein merkwürdiges, seltsames Ereignis." Während Black und Arnott am Drehbuch arbeiteten, bot Columbia Pictures das ursprüngliche Originaldrehbuch dem Regisseur John McTiernan an, der es jedoch zuerst ablehnte; im Juli 1992 änderte er seine Meinung und übernahm die Regie des Films. Laut der Daily Variety war auch Robert Zemeckis als Regisseur vorgesehen. Penn und Leff hatten gehofft, dass Robert Zemeckis oder John Landis als Regisseur engagiert werden, denn sie glaubten, "dass es für jemanden von außen leichter ist, sich über die Konventionen von Actionfilmen lustig zu machen als für die Leute, die sie überhaupt erst geschaffen haben". Die Arbeit zwischen den Drehbuchautoren und McTiernan führte zu einigen Problemen, da der Regisseur mit dem letzten Drittel des überarbeiteten Drehbuchs unzufrieden war; die Autoren Black und Arnott wurden gefeuert. Schwarzenegger, der immer noch am Film interessiert war, empfahl den berühmten William Goldman als neuen Drehbuchautor, den er bei den Dreharbeiten von "Twins - Zwillinge" kennengelernt hatte. Nach einer anfänglichen Ablehnung akzeptierte Goldman das Angebot von Columbia Pictures als Script Doctor - auch Carrie Fisher und Larry Ferguson nahmen einige Änderungen am Drehbuch vor: Dabei wurde der Filmvorführer von Dannys Lieblingskino vom "dämonischen Bösewicht" zum freundlichen alten Mann; Benedict wurde zum Hauptantagonisten des Films; Slaters Vorname wurde von Arno zu Jack geändert. Auch Dannys Alter wurde von 15 auf 11 Jahre herabgesetzt, da Schwarzenegger bereits in "Terminator 2: Tag der Abrechnung" mit dem Teenager John Connor (gespielt von Edward Furlong) zusammenspielte. Goldmans Drehbuch sollte von Black und Arnott nochmal leicht modifiziert werden. Laut Black habe er die Bitte vom Regisseur abgelehnt, da er zuvor gefeuert wurde und die Anfrage als "Beleidigung seines Berufsstolzes" empfand. Charles Dance schrieb viele seiner eigenen Zeilen. Die Honorare für die Drehbuchautoren beliefen sich angeblich auf mehr als 2 Millionen US-Dollar.

Im August 1992 sagte Schwarzenegger zu. Am 2. November 1992 begannen die Hauptdreharbeiten und endeten am 1. April 1993 in Los Angeles. Bei den Dreharbeiten einer aufwendigen Actionszene gingen die Fenster mehrerer benachbarter Häuser zu Bruch. Columbia Pictures übernahm die Reparaturkosten. Im Dezember 1992 kam es zu Protesten der Anwohner Nahe dem Mulholland Drive, da die Dreharbeiten bis tief in die Nacht gingen. Die Arbeitszeiten wurden daraufhin so angepasst, dass die Dreharbeiten bis Mitternacht abgeschlossen waren. Während die Stimmung unter den Schauspielern gut war, herrschte beim Filmstab große Anspannung. Denn bis zur Premiere hatte John McTiernan nur neuneinhalb Monate Zeit. Vorproduktion, Produktion und Postproduktion sollten in weniger als zehn Monaten abgeschlossen werden. McTiernan sagte rückblickend gegenüber den Empire-Magazin: "Das war ein Monat zu kurz. Im Nachhinein betrachtet, waren wir auch arrogant." McTiernan war auch nicht davon begeistert, dass das Drehbuch ungenauer wurde, je mehr daran umgeschrieben wurde: "Der Studiochef konnte sich nicht entscheiden, ob dies ein Actionfilm oder ein Kinderfilm sein sollte". Großes Misstrauen hatte McTiernan gegenüber den ehemaligen Drehbuchautoren. Für die Postproduktion plante Columbia Pictures etwa zehn Wochen ein, was für ein Spielfilm in dieser Größenordnung sehr knapp bemessen ist. Um den Plan einzuhalten, musste der Filmstab in den letzten Wochen pro Tag etwa 18 Stunden arbeiten. Nach einer missglückten Testvorführung wurde beschlossen, das Ende neu zu drehen. Panik machte sich breit. Laut McTiernan hatten sie von den letzten Dreharbeiten bis zur Premiere nur etwa drei Wochen Zeit, wodurch ganze Szenen nicht einmal richtig geschnitten wurden. Infolgedessen kursierten Gerüchte, dass der Film nicht rechtzeitig zum Kinostart fertig werden würde und sie die Filmpremiere für einige Wochen verschieben. Columbia Pictures dementierte die Gerüchte und bestand darauf, dass der Film wie geplant im Juni in den Kinos kommen wird. "Last Action Hero" wurde als einer der größten Blockbuster des Sommers angepriesen und baute auf Schwarzeneggers riesigem Erfolg als Actionstar auf. Columbia Pictures investierte daher in teure und groß angelegte Werbekampagnen, die schon vor dem Dreh des Films begannen. 

Der Film gilt als Schwarzeneggers größter Flop, konnte jedoch trotzdem einen beachtlichen Gewinn erwirtschaften. Columbia Pictures räumte ein, dass die niedrigen Zahlen auf den gigantischen Erfolg von "Jurassic Park" zurückzuführen sind, der eine Woche vor "Last Action Hero" in den US-amerikanischen Kinos kam, eine ähnliche Zielgruppe ansprach und schnell zum umsatzstärksten Film aller Zeiten wurde. Der Erfolg von "Jurassic Park" wurde unterschätzt. Auch aus Angst vor negativer Publicity verweigerte Columbia Pictures eine Verschiebung des Kinostarts, obwohl Studio-Angestellte und die Filmemacher darum baten, den eigenen Film zu verschieben. Es hätte zwei Zwecke erfüllt: Erstens wären sie Jurassic Park aus dem Weg gegangen und zweitens hätte es den Filmemachern mehr Zeit gegeben, den Film zu verbessern. Ursprünglich wollte Columbia Pictures für den Sommer 1994 eine Fortsetzung von "Last Action Hero" produzieren, aufgrund des Misserfolgs wurden die Pläne gestrichen. McTiernan geriet in eine tiefe Krise. In einem Interview von 2001 beschrieb McTiernan die persönlichen Folgen von "Last Action Hero": "Ich ging nach Hause und wollte anderthalb Jahre lang mit niemandem reden. Ich bin in Wyoming geblieben und habe das Heu gemacht. Ich musste meine Wunden lecken." Schwarzenegger, der auch als Executive Producer fungierte, soll laut McTiernan über den Misserfolg sehr enttäuscht gewesen sein: "So gründlich abgewiesen zu werden – das hat ihm irgendwie das Herz gebrochen". Zak Penn reagierte bei der Uraufführung entsetzt, als er den Film zum ersten Mal sah. Der Film konnte die hohen Erwartungen an den Kinokassen nicht erfüllen. Weltweit spielte der Film ca. 137,3 Millionen US-Dollar ein – 50 Millionen US-Dollar in den USA und 87,3 Millionen US-Dollar in anderen Ländern. "Last Action Hero" war einer der ersten großen Blockbuster, der im Ausland mehr Geld einspielte als im Inland. Columbia Pictures gab die endgültigen Produktionskosten mit 47,5 Millionen US-Dollar an. Die Fachpresse spekuliert jedoch über Zahlen zwischen 77 und 85 Millionen US-Dollar, die aufgrund hoher Produktions- und Marketingkosten zurückzuführen seien.

Es gibt eben Film, die einst überhaupt nicht gut angekommen sind, für die man aber immer eine gewisse Liebe empfindet. "Last Action Hero" ist genau so ein Film. Das ist teilweise unverständlich, denn "Last Action Hero" ist eine fantastische und selbstironische Liebeserklärung für das Actionkino und besonders Arnold Schwarzenegger beweist hier sehr viel Humor über sich selbst. Die Idee ist köstlich, bei der Umsetzung gibt es viele lustige Anspielungen und Details zu entdecken. Wo Action draufsteht, ist auch ordentliche Action drin. Nur dass das Drehbuch einige Male, von verschiedenen Autoren geändert wurde offenbart sich auch spürbar im Endprodukt. "Last Action Hero" wirkt im Ton etwas unentschlossen, der Showdown des Films-im-Film steht im dramaturgischen Konflikt mit dem Showdown in der 'echten' Welt, und die ganze Geschichte ist ein gutes Stück zu lang. Über die zahlreichen logischen Ungereimtheiten lässt sich hingegen hinwegsehen, denn der Fokus liegt klar auf augenzwinkerndem Spaß. Natürlich werden alle Actionfilm-Klischees bedient, aber das geschieht komplett absichtlich. Einzig die Darstellung der realen Welt ist stets ein wenig zu zynisch und düster. Dadurch funktioniert zwar der Kontrast zwischen der unrealistischen Filmwelt und der trostlosen Realwelt, aber wirklich glaubwürdig wirken beide Welten nicht. Auch die Cameos können sich sehen lassen: Ian McKellen, Sharon Stone, Tina Turner, James Belushi, Chevy Chase, MC Hammer, Little Richard, Robert Patrick, Maria Shriver, Jean-Claude Van Damme, Bill Murray, Dagmar Koller, Damon Wayans, Weird Al Yankovic, Danny DeVito (Stimme von Whiskers, der Zeichentrickkatze) und Angie Everhart haben jeweils einen Auftritt. Schwarzenegger selbst spielt hier fantastisch auf und nimmt sich herrlich selbst aufs Korn. Als Jack Slater spielt er den typischen Actionhelden, der alle Klischees mitbringt, die man sich überhaupt vorstellen kann und das passt einfach grandios in diese filmische Satire. Mit Austin O'Brien ist das so eine Sache. Sein Schauspiel ist schon eher zweitklassig, aber irgendwie verkörpert er so den typischen Filmnerd im Kindesalter, in den man sich letztlich doch hineinversetzen kann. Damit liefert der Film eigentlich nur, was der Zuschauer auch erwarten kann. Und für seine gut 30 Jahre, die er nun auf dem Buckel hat, macht er aber immer noch verdammt viel Spaß.

8/10

Von SONY Pictures kommt der Film in UK in 4K Ultra HD im limitierten Steelbook:

Quellen
Inhaltsangabe: Columbia Pictures / Sony
Poster/Artwork: Columbia Pictures / Sony
Textauszüge: Wikipedia