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Freitag, 17. Juni 2022

Jurassic World: Dominion - Jurassic World: Ein neues Zeitalter (2022)

https://www.imdb.com/title/tt8041270/

Vier Jahre sind vergangen, seit die paradiesische Insel Isla Nublar zerstört wurde. Die Welt hat sich innerhalb dieses Zeitraums stark verändert und ein neues Zusammenleben zwischen Mensch und Dinosaurier geschaffen. Es ist ein Miteinander als auch ein Gegeneinander, in dem das Recht des Stärkeren zweifellos an der Spitze der natürlichen Ordnung steht. Das empfindliche Gefüge kann sich jedoch nur bedingt als zukunftsweisendes Modell behaupten, denn noch immer machen einige Dinosaurier Jagd auf Menschen. Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) müssen sich gegen die Urzeitechsen behaupten. Auf ihrer Reise rund um den Globus müssen sie auf die dringende Unterstützung und Kenntnisse der Wissenschaftler Dr. Alan Grant (Sam Neill), Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) und Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) vertrauen. Ihr Wissen über die Echsen kann den Planeten vor dem Untergang bewahren. 

4 Jahre sind vergangen und mit "Jurassic World: Dominion" ("Jurassic World: Ein neues Zeitalter") erfüllt sich der bereits 2015 angeteaserte Titel, denn die Dinos bevölkern mittlerweile die ganze Welt. Nach den Ereignissen in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" beginnt der dritte Teil der "Jurassic World"-Trilogie und der sechste Eintrag im gesamten "Jurassic"-Fanchise mit einer expositionslastigen "Now This"-Nachrichtenmontage, die das Publikum darüber informiert, dass die Dinosaurier nun frei in der Welt herumlaufen können, und den Megakonzern BioSyn vorstellt. Obwohl man erwarten würde, dass dies spannend ist und in erster Linie BioSyn vorstellt, dient es eher als Rekapitulation von "Jurassic World: Das gefallene Königreich", als eine auffällige oder notwendige Einführung in den Film. Dieses Segment fühlt sich seltsam an, aber glücklicherweise findet der Film bald eine solidere Grundlage: Von da an wird der Zuschauer nämlich in zwei verschiedene, parallel ablaufende Handlungsstränge eingeführt, die viel mehr gemeinsam haben, als man zunächst glauben machen will.


"Jurassic World: Ein neues Zeitalter" bringt die klassischen "Jurassic Park"-Figuren in großem Stil zurück, angeführt von Ellie Sattler. Ebenso versuchen die Charaktere aus "Jurassic World", ihren Frieden mit einer Welt zu machen, die sie miterschaffen haben, und sich um Maisie Lockwood zu kümmern - das Klon-Mädchen, das sie nach den Ereignissen in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" quasi illegal "adoptiert" haben. Der Film führt den Zuschauer in eine nicht völlig neue Welt, aber mit vielen verschiedenen Schauplätzen und Konzepten, die es in der "Jurassic"-Reihe noch nie gegeben hat. Von den verschneiten Bergen der Sierra Nevada über die bevölkerten Straßen der Insel Malta bis hin zum dichten BioSyn-Tal in den italienischen Dolomiten. Die Dinosaurier sind frei und versuchen zu überleben, und die Menschen passen sich an diese sich ständig verändernden Umstände an. Man wird zeuge des illegalen Handels mit Dinosauriern auf dem Schwarzmarkt und erfahren, was passiert, wenn Dinosaurier in den Straßen der Städte ihr Unwesen treiben. Dies ist eine ganz neue "Jurassic World".


Der Film ist bei weitem nicht perfekt - die Handlung ist aufgebläht, das Tempo ist furchtbar übereilt, und viele der Charaktere wirken etwas unpassend - aber zumindest ist er viel besser als der diekte Vorgänger. "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" besinnt sich auf die Techno-Thriller-Wurzeln von "Jurassic Park" und taucht in die Macht der Genetik ein, wie man es noch nie zuvor gesehen hat, und einige der Handlungspunkte sind mit Sicherheit etwas, das man leicht in Crichtons Werk hätte sehen können. Natürlich freut man sich sehr, Dr. Alan Grant und Dr. Ellie Sattler wieder zu sehen und im Laufe des Films bei ihren gegenseitigen Neckereien zu beobachten, bei der Interaktion mit anderen Personen und natürlich mit Dinosauriern. Die Chemie zwischen Sam Neill und Laura Dern ist stark wie immer. Und Jeff Goldblum als Dr. Ian Malcolm ist ein weiterer großer Gewinn - dieser Film gehört wirklich zur klassischen "Jurassic Park"-Besetzung. 

Neben den klassischen Charakteren sind auch die Neulinge großartig: Hervorzuheben sind DeWanda Wise als Kayla Watts, Mamoudou Athie als Ramsay, Campbell Scott als Lewis Dodgson und Isabella Sermon als Maisie. Natürlich ist auch BD Wongs Dr. Henry Wu wieder da, und er ist besser als je zuvor. Ja, Dr. Wu bekommt dieses Mal eine größere Rolle und einen stärkeren Bogen - etwas, das schon längst überfällig war. Bryce Dallas Howard kann ihre Muskeln als Claire sowohl körperlich als auch emotional spielen lassen, da man eine gefühlvollere Version der Figur zu sehen bekommt. Chris Pratt hingegen fördert keine neuen Facetten an seiner Figur Owen zutage - er ist so ziemlich derselbe wie in den letzten beiden Filmen, wird aber etwas ernster gespielt und neigt in ernsten Szenen nicht zu deplatzierter Leichtsinnigkeit wie in "Jurassic World: Das gefallene Königreich".

Was die Dinosaurier angeht, so bringt "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" mit dem territorialen Therizinosaurus, dem bedrohlichen Giganotosaurus, den winzigen Moros und den bösartigen Atrociraptoren einige gute Neuzugänge in das Franchise. Natürlich gibt es auch einige alte Bekannte zu sehen, wie den Gift spuckenden Dilophosaurus, der eher an die Filme der 80er Jahre erinnert als an "Jurassic Park". Der Pyroraptor ist ein weiteres Highlight, auch wenn leider fast jeder Moment seiner Szene im Trailer zu sehen ist - er wurde sträflich vernachlässigt und es ist geradezu verrückt, dass Dr. Alan Grant ihm nie begegnet. Damit hätte sich der Kreis zu seiner "Dinos stammen von den Vögeln ab"-Rede in "Jurassic Park" geradezu puzzelteilartig geschlossen. Naja. Dass man diese Vorlage ungenutzt lies, bleibt am Ende unverständlich.

Die Schwächen, die sich in Form von einigen sehr seltsamen kreativen Entscheidungen, dem Fehlen wichtiger Dialoge zur besseren Erklärung einiger Handlungspunkte (der Film fühlt sich oft wie eine Fortsetzung eines Films an, den man nie zu sehen bekommen hat) und dem schlimmsten Übeltäter - den Animatronics - äußern. Es gibt viele (viele!) Animatronics in diesem Film, und sie sahen alle sehr gummiartig und steif aus, eher wie Kreaturen aus "Dark Crystal " oder "Star Wars" als wie die lebendigen, atmenden Tiere, die das Stan Winston Studio geschaffen hat. Vielleicht liegt das zum Teil an der Art und Weise, wie sie gefilmt wurden - aber ausgerechnet hier ist zu wünschen, dass die meisten (wenn nicht sogar alle) mit CGI hätten aufgepeppt werden sollen, vor allem der Microceratus. Der Soundtrack hingegen ist recht unterhaltsam und hat seine Momente, aber Giacchino hätte bedeutend mehr der Originalthemen verwenden können - schließlich ist dieser Film der "epische Abschluss" der gesamten Saga und die Rückkehr der Originalfiguren, was mit gewissen thematischen Erwartungen einhergeht.

Doch im Großen und Ganzen ist zu sagen, dass "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" trotz aller Kritik noch zu gefallen weiß. Man kann seinen Spaß mit dem Film haben und er hat deutlich mehr Wiedersehenspotential als "Jurassic World: Das gefallene Königreich". Er hat zwar die Schwächen der ersten beiden "Jurassic World"-Filme, aber die von BioSyn angetriebene Handlung und die Rückkehr der klassischen Charaktere heben den Spaß wirklich an. Es ist schwer, keine bestimmten Erwartungen zu haben - dies sollte der Abschluss einer Reihe von Geschichten sein, die 1993 begann, aber letztendlich fühlt es sich einfach wie eine weitere Fortsetzung an. Man wünschte sich nach dem Abspann, dass der Film länger gewesen wäre, um die Geschichte und die Charaktere auszubauen, weniger abgehackt zu sein und einen glaubwürdigeren Einsatz zu zeigen. Ebenso hätten einige der Effekte, sowohl praktische als auch CGI-Effekte, mehr Arbeit gebraucht - es ist bedauerlich, dass einige der CG-Effekte schwach sind, wenn man bedenkt, wie lange sie an dem Film arbeiten mussten (Blue und Beta sind hier ein großer Übeltäter). Doch letztendlich hinterlässt der Film den Wunsch nach mehr - sowohl im Guten als auch im Schlechten - aber vor allem im Guten. Und zum Glück ist "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" nicht das Ende, sondern ein brandneuer Anfang. Es wird sicher noch mehr kommen, und der Film macht das deutlich.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Samstag, 16. Juni 2018

Jurassic World: Fallen Kingdom - Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4881806/

Drei Jahre, nachdem der Themenpark Jurassic World vor marodierenden Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitechsen die Isla Nublar komplett für sich zurückerobert. Dort leben sie ungestört von den Menschen, sehen jedoch bald einer ganz neuen Bedrohung ins Auge: Auf der Insel befindet sich ein aktiver Vulkan, der auszubrechen und die gesamte Gegend unter Feuer und Asche zu begraben droht. Dinosaurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) möchten das erneute Aussterben der Dinos um jeden Preis verhindern und kehren zur Rettung der Tiere auf die Insel zurück. Vor allem um seinen Saurier-Schützling Blue ist Owen besorgt. Der Raptor ist scheinbar unauffindbar in der Wildnis verschollen. Während Owen sich auf die Suche begibt, kommen die anderen Mitglieder seiner Expedition einer Verschwörung auf die Spur...

In dem gleichnamigen Neustart des Franchise war der Ort namens "Jurassic World" nur eine "Welt" im Sinne von Disney World: ein größerer Park mit immer größer werdenden Attraktionen und zahllosen Möglichkeiten für Familien, um ihr Geld auszugeben. Und natürlich folgte man auch 2015 dem altbekannten Schema und lies, nachdem der Park ausführlich mit allen Attraktionen vorgestellt worden war, sehr bald einen besonders bösen (und noch dazu selbsterdachten) Dino auf die Parkbesucher los. Im Prinzip war dies nur eine weitere Abwandlung vom ursprünglichen "Jurassic Park", der 1993 so gut funktionierte. Warum auch Konzepte ändern, die doch das Publikum in die Lichtspielhäuser ziehen? Mit "Jurassic World: Das gefallene Königreich" bricht aber letztlich der spanische Regisseur J.A. Bayonas mit dieser Tradition, verabschiedet sich endgültig vom Park und bringt nicht nur die Dinos von der Insel, sondern befreit sich von den Genre-Insignien der vorherigen vier Filme.

Nach einem Drehbuch von Derek Connolly und Colin Trevorrow, die bereits am Vorgänger beteiligt waren, bewegt sich Bayona nicht nur in Gefilden klassischer Monsterfilme und hommagiert Spielbergs Vermächtnis, er bringt auch eigene Ideen ein, behandelt die hiesigen Monster wie Charaktere und hält den Zuschauer so gefangen, wie einst in seinem großartigen Streifen "Das Waisenhaus" von 2007. Zuschauer, die im letzten Film durch einige dumme Charakterisierungen beleidigt waren, haben hier damit sicher weniger zu meckern, während diejenigen, die nur einige spektakuläre Raubtiere und aufregende Verfolgungsjagden benötigen, diesen Ausflug genauso herzlich begrüßen sollten wie beim Vorgänger, denn Action gibt es wieder reichlich. Drei Jahre, nachdem auf der kleinen Insel Isla Nublar die Hölle los war, droht ein neuer aktiver Vulkan, die überlebenden Dinosaurier dort zu verschlingen. In Amerika drängen Aktivisten auf eine Rettungsmission, denn nachdem diese Arten wieder zum Leben erweckt wurden, sind sie der Ansicht, dass die Menschheit ihnen etwas schuldig ist. Ein Ausschuss holt einen Sachverständigen heran, dessen zwar nicht so ausgesprochene aber darauf abzielende Phrasen wie "Der Geist ist aus der Flasche" und "Das Leben findet einen Weg" jedem mittlerweile bekannt vorkommen dürften, denn es handelt sich um niemand geringeren als Jeff Goldblums Dr. Ian Malcolm, dessen Beteiligung am Film sich auf dieses Zeugnis beschränkt, aber beim nächsten Mal vielleicht eine größere Rolle nach sich zieht.

Spätestens auf der Insel stellt sich das nostalgische "Jurassic Park"-Feeling ein, denn wenn einer von Claires Arbeiterinnen "Ich will das sehen!", und dem Jeep klettert und fasziniert einen Brachiosaurus anstarrt, erinnert das schon sehr an "Jurassic Park" und an den Moment, als die beiden Archäologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) und Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) zum ersten Mal einen Dino sahen. Natürlich gibt es auch viele emotionsgeladene Szenen, wenn zum Beispiel Owen (Chris Pratt) benommen aufwacht und von der triefenden Zunge eines Triceratops abgeleckt wird. An einem Punkt ziehen Owen und Claire (Bryce Dallas Howard) Blut von einem eingesperrten und schlafenden T-Rex, als dieser plötzlich erwacht. Und an anderer Stelle wird geradezu mitleiderregend ein augenscheinlich verängstigter Brachiosaurus von einer Wolke aus Asche und Glut verschlungen. Es muss jedoch auch gesagt werden, dass keiner dieser Momente einen Hinweis auf die Ehrfurcht, das gigantische Märchenwunder und die Überraschung, hervorbringt, die das Franchise "Jurassic Park" seit 25 Jahren aufrecht erhält. Spielbergs ursprünglicher "Jurassic Park" hatte eine eher funktionale als inspirierte Handlung, die aber als Rahmen diente, an dem der Regisseur seine brillant vorgestellte, atemlos choreographierte Dino-Magie aufhängen konnte.

Denn alle Filme, die nach "Jurassic Park" kamen, erreichten nie wieder die Klasse des Originals. "Jurassic World" war eine Orgie tödlichen Overkills, alles Prosa und kaum eine Spur von Monster-Fantasy-Poesie - und so ergibt es in gewisser Weise Sinn, dass "Das gefallene Königreich "sich in eine neue Strategie verabschiedet. "Jurassic World: Fallen Kingdom" ist ein liberaler Pulp-Message-Film, der sich selbst mit noch mehr Nüchternheit behandelt. Die Dinosaurier, so stellt sich heraus, wurden von Mills ins Visier genommen, um an den Meistbietenden verkauft zu werden - und zieht damit Parallelen zu heutigen Wilderern, die sich an seltenen Tieren bereichern. Das reicht offenbar als Aufhänger, denn tiefgreifendere Fragen lässt der Film dann fallen. Nichts davon nimmt den Zuschauer wirklich auf eine nachdenkliche Art mit, obwohl die Darsteller das politische / genetische / soziale Futter sicherlich so behandeln, als ob es etwas bedeuten würde. Pratt spielt den kumpelhaften Typ, der immer einen frechen Spruchauf den Lippen hat, wie immer perfekt und strahlt eine schlanke und ehrliche Aufrichtigkeit aus. Bryce Dallas Howard projiziert eine geradezu leuchtende Sorge um Gottes alte wiederbelebte Kreaturen. Justice Smith, ein IT-Freak, der fast schon eine lächerlich-seltsame Angst davor hat, sich im selben Raum wie ein T-Rex zu befinden, kommt wie eine Nerd-Version von Will Smith, ist aber dennoch äußerst ansprechend.

Der Film gipfelt in einer Dinosaurierauktions-Szene, die Anleihen von "King Kong" in sich trägt. An diesem Punkt benutzt dieser "Jurassic Park"-Film seine Dinosaurier sowohl als unschuldige Opfer als auch als Raubtier mit riesigen Zähnen, und es gibt etwas abgedroschenes und opportunistisches über den leichten (wenn nicht sinnlosen) Weg, auf dem "Fallen Kingdom" hin und her hüpft. Während der Film nahtlos durch verschiedene Modi läuft, bleibt es in der Abhandlung der Charaktere altmodisch.

Der Film braucht eine lange Zeit, um sich seinem ultimativen Kampf mit einem (erneut aus verschiedenstem Genmaterial erschaffenen) Indoraptor zu stellen. Dieser ist an sich effektiv, aber es ist nichts, was man nicht schon vorher gesehen hat - und wenn man dann in dieser Szenen angelangt ist, weiß man wieder, worum es bei einem solchen Film geht, nämlich nicht um soziale oder genetische Verantwortung, sondern um große, Viecher mit riesigen Zähnen, die uns essen wollen. Dies soll der zweite Film in einer neuen Trilogie sein. Aber die Schlussszene von "Jurassic World: Fallen Kingdom" scheint auf etwas viel Größeres zu zielen, wie eine "Planet Of The Apes"-artige Saga, die gerade erst begonnen hat. Aber so ist das eben: man melkt die Kuh, bis sie tot von der Weide kippt und das Publikum weiter Kinokarten kauft. War der erste "Jurassic World" einfach nur eine wieder aufgewärmte Brühe des Originalkonzepts, so ist "Fallen Kingdom" in dieser Beziehung und in Anbetracht der Story eine Verbesserung, aber es ist der erste "Jurassic Park" -Film, der beinahe vergisst, wo er eigentlich herkommt und avanciert damit schon beinahe zum schlechtesten Teil der Reihe.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Mittwoch, 17. Juni 2015

Jurassic World (2015)

http://www.imdb.com/title/tt0369610/

22 Jahre nach den Ereignissen im "Jurassic Park" lockt das Luxus-Resort "Jurassic World" Besucher aus aller Welt auf eine Insel vor Costa Rica, Dinosaurier von nahem zu erleben. Kinder reiten auf Mini-Triceratopsen, Familien schauen dem riesigen Wasserdinosaurier Mosasaurus beim Verspeisen eines Weißen Haies zu. Der Genetiker Dr. Henry Wu (BD Wong) kreiert die Dinosaurier, er arbeitet im Auftrag des milliardenschweren Stifters Simon Masrani (Irrfan Khan). Doch weil Riesenechsen zwar anfangs aufregend sind, das Publikum aber irgendwann alle von ihnen kennt, wurde Wu dazu gedrängt, ein Raubtier zu züchten, das es in der Natur nie gab: den Indominus Rex. Die riesige Kreatur soll die größte Attraktion von "Jurassic World" werden - und wird zur größten Bedrohung, als sie ausbricht. In dem entstehenden Chaos gelingt vielen Dinosauriern die Flucht aus ihrem Gehege, sodass alle Besucher potentielles Reptilienfutter werden. In Lebensgefahr schweben nun auch die beiden jungen Brüder Zach (Nick Robinson) und Gray (Ty Simpkins). Ihre Tante Claire (Bryce Dallas Howard), deren Aufgabe es ist, den Park zu überwachen, beginnt eine abenteuerliche Suche nach ihren Neffen. Sie wird dabei von Owen (Chris Pratt) unterstützt, einem Militärexperten, der eine Gruppe Velociraptoren abgerichtet hat…

"Jurassic World" hat den besten Kinostart der Filmgeschichte hingelegt. Es ist ein unwiderruflicher Fakt dafür, dass die Welt gespannt auf das neuste Dino-Abenteuer gewartet hat. Aber wie ist das neue Spektakel nun als Film wirklich zu bewerten? 1993 wurde mit "Jurassic Park" ein großes Stück Kinogeschichte geschrieben. Eine großartige (und zu dem Zeitpunkt neue) Geschichte, legendäre und später oft kopierte oder persiflierte Szenen und Animationen der Sonderklasse. Es folgten zwei weitere Teile, die aber in ihrer Qualität nicht an das Original heranreichten und sogar durch immer größer werdende Absurditäten sogar kontinuierlich für Kopfschütteln sorgten. 22 Jahre später (und immerhin 14 Jahre nach Teil 3) wird der Park in "Jurassic World" neu eröffnet. Und "Jurassic World" bietet seinen Zuschauern auch jede Menge Nostalgie. Schon wenn nach einer dankbar kurzen Einführung und der Ankunft auf der Insel Nublar das altbekannte Thema ertönt, hat man als Kinogänger der ersten Stunde (ja, ich habe damals "Jurassic Park" im Kino gesehen!) doch feuchte Augen. Der Film zeigt das Treiben im Park mit einer großen Faszination für die Dinosaurier und lässt das Publikum teilhaben an den Attraktionen des Parks. Es werden immer wieder Referenzen an den ersten "Jurassic Park" geliefert wenn zum Beispiel das große Holztor sich öffnet durch das schon Sam Neil, Jeff Goldblum und Co. im Film gefahren sind. Wenn Hubschrauber die Insel anfliegen, die alte Flagge "When Dinosaurs Ruled The Earth" eine Verwendung findet oder das kleine Zeichentrick-DNA-Männchen ganz beiläufig auftaucht. Über all dem schwebt immer der Traum und der Name von John Hammond dem Schöpfer des "Jurassic Park".  

So sehr einen das als Fan auch begeistern mag, so sehr stört hier die schwache Story. Nach dem Grundsatz "größer ist immer besser" erschaffen die Filmemacher mit dem Indominus Rex einen schrecklichen Dino, der alles vernichtet was ihm vor seine Zähne kommt. Allerdings ist die ganze Geschichte um den Saurier und die an "King Kong" erinnernde Verfolgung ziemlich einfallslos. Am Ende ist auch das "etwas" übertriebene Finale eine Spur zu viel. Und auch die Logik fällt - vor allem beim Gehege des Mosasaurus - schnell unter den Tisch. Die Actionszenen und die Visuals sind allesamt natürlich trotzdem überwiegend ordentlich gemacht und der Film sicher auch niemals langweilig, aber mehr als das der Streifen nur Altbekanntes noch einmal aufwärmt ist es nun einmal auch nicht.

Die halb verfallende Ruine des Ur-Parks mit den alten Gimmicks und Fahrzeugen, oder etwa ein Mitarbeiter, der ein "Jurassic Park"-Retroshirt trägt, wirkt dann schon so als ob der Film einfach nicht auf eigenen Füßen stehen kann. Besonders gilt dies für die wieder (obligatorisch) verschollenen Kinder, die als Antrieb für die Geschichte herhalten müssen wann immer Richtungswechsel oder neue Impulse vonnöten sind. Am Ende will man als Zuschauer doch einen Film sehen, der neue Elemente und Schauwerte bietet und nicht ausschließlich eine Hommage an Vergangenes. Doch dann sind da immerhin Chris Pratt, der mit seiner Art und seinem Humor jede Menge retten kann. Bryce Dallas Howard macht dagegen leider nur Dienst nach Vorschrift und die Kinder-Darsteller nerven einen irgendwann nur noch. Einzig noch Vincent D'Onofrio macht seinen Job als Übertäter sehr ordentlich und am Ende ist "Jurassic World" ein solider Popcorn-Blockbuster, der sicherlich ausgezeichnet über 124 Minuten unterhält, mehr aber auch nicht. "Jurassic World" bringt dem Franchise keine sonderlich nennenswerten neuen Impulse und geht lieber auf Nummer sicher. Es ist zu hoffen dass die (nach dem Einspielergbnis!) mit Sicherheit kommende Fortsetzung dann endlich die Geschichte auf ein neues Level hievt.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures

Freitag, 3. Februar 2023

Jurassic World: Dominion - Jurassic World: Ein neues Zeitalter (Extended Cut) (2022)

https://www.imdb.com/title/tt8041270/

Vier Jahre sind vergangen, seit die paradiesische Insel Isla Nublar zerstört wurde. Die Welt hat sich innerhalb dieses Zeitraums stark verändert und ein neues Zusammenleben zwischen Mensch und Dinosaurier geschaffen. Es ist ein Miteinander als auch ein Gegeneinander, in dem das Recht des Stärkeren zweifellos an der Spitze der natürlichen Ordnung steht. Das empfindliche Gefüge kann sich jedoch nur bedingt als zukunftsweisendes Modell behaupten, denn noch immer machen einige Dinosaurier Jagd auf Menschen. Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) müssen sich gegen die Urzeitechsen behaupten. Auf ihrer Reise rund um den Globus müssen sie auf die dringende Unterstützung und Kenntnisse der Wissenschaftler Dr. Alan Grant (Sam Neill), Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) und Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) vertrauen. Ihr Wissen über die Echsen kann den Planeten vor dem Untergang bewahren. 

Mit dem gigantischen finanziellen Erfolg der "Jurassic World"-Trilogie ist das Ende des Franchises wohl noch nicht erreicht, wie auch die Produzenten schon durchblicken ließen. Trotz des eher mauen Kritikergebnisses von "Jurassic Park: Ein neues Zeitalter" scheute man sich nicht, für den Heimkinomark den hier besprochenen "Extended Cut" zu veröffentlichen - irgendwoher muss das Geld ja kommen. 12 Minuten zusätzliches Material machen aber den Film letztlich nicht zum Meisterwerk. Er macht den Film - ganz im Gegenteil - nur länger. Es beginnt mit einem gemächlichen Urzeit-Prolog und bietet im weiteren Verlauf längere, aber größtenteils verzichtbare Handlungs- und Charakterzeichnungsmomente und bleibt damit unterm Strich als letzter Teil der "Jurassic World"-Trilogie immer noch der bislang schlechteste Vertreter des Dino-Fanchise.

Regisseur Colin Trevorrow, der schon "Jurassic World" inszenierte und dort die 2-Stunden-Marke knackte, schien beim dritten Teil auch die Laufzeitgrenzen zu sprengen, die für die Mainstream-Kinoauswertung noch vertretbar sind. Trevorrow sowie die Darstellerinnen Bryce Dallas Howard und DeWanda Wise erklärten gegenüber Collider, dass der Extended Cut die eigentliche Kinofassung ist. Ihrer Meinung nach zeigt sich dort viel mehr verbindendes Material, das wichtig für die gesamte Erzählung sei. Für Dinofans sicher erfreulich sind jene Szenen, in denen diese noch ein bisschen Action zeigen, von Blues Angriff auf die Jäger bis hin zum recht humoristischen Segment beim "Untergrund-Dino-Hahnenkampf" in Malta (übrigens einem in Gänze reichlich absurden Handlungsstrang, der genauso unvermittelt endet wie er begann und erfreulicherweise auch nicht noch mehr Raum im Extended Cut erhält).

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork
Universal Pictures