Posts für Suchanfrage Planet Of The Apes werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Planet Of The Apes werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Conquest Of The Planet Of The Apes - Eroberung vom Planet der Affen (Unrated Director's Cut) (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068408/
https://letterboxd.com/film/conquest-of-the-planet-of-the-apes/

Im Jahr 1991 wächst der Schimpansen Cäsar (Roddy McDowall) bei einem Zirkusdirektor auf, nachdem ihn seine Eltern Cornelius und Zira vor ihrem Tod noch in Sicherheit gebracht haben. Cäsar ist inzwischen zu einem prächtigen Affen herangewachsen, der sich aber verstellen muss, da die übrigen Affen nicht sprechen können und auch nicht so intelligent sind wie er. Wenn jemand außerhalb des Zirkus' von Direktor Armando (Ricardo Montalban) mitbekommen würde, über welche Fähigkeiten Cäsar verfügt, dann müsste er um sein Leben fürchten. Eines Tages kommt es jedoch zu einem schicksalshaften Ereignis, weil Cäsar nicht ertragen kann, wie die Menschen ihre zu Sklaven erzogenen Hausaffen behandeln, die an die Stelle früherer Haustiere getreten sind. Ein Virus hat dafür gesorgt, dass Hunde und Katzen ausgestorben sind. Cäsar spricht voller Wut in der Öffentlichkeit und kann gerade noch von Armando versteckt werden. Während Armando verhört wird, plant Cäsar einen Aufstand der Affen...

"Eroberung vom Planet der Affen" setzt zeitlich nicht lange nach "Flucht vom Planet der Affen" ein, schlägt aber schon wieder einen ganz anderen Ton an. Es ist der düsterste Teil der Reihe. Man könnte ihn überflüssig nennen, schildert er doch nur, was in den anderen Filmen bereits berichtet wurde. Allerdings sticht dieser vierte Streich mit ganz eigenen Schauwerten und einer zuweilen dichten, finsteren Atmosphäre heraus. Vor allem lässt er sich als tatsächlicher Beginn des "Planeten der Affen" sehen, wodurch eine gewisse Magie von ihm ausgeht und sein Dasein wenigstens ein Stück weit gerechtfertigt ist.


In "Rückkehr zum Planet der Affen" war es der Atomkrieg, "Flucht vom Planet der Affen" kommentiert die Medienlandschaft und "Eroberung vom Planet der Affen" funktioniert als Paraphrase der Sklavenhaltung während der Kolonialisierung Amerikas, die sich bis heute auf US-amerikanisches Gedankengut auswirkt. Als Nachteil gegenüber dem Vorgänger tut sich die eher schwer zugängliche Zukunftsvision des Jahres 1991 aus der Sicht des Produktionsjahres 1972 hervor. Zudem wirkt die Versklavung der Affen etwas weit hergeholt, da zwar ihre Ursache genannt wird, jedoch keine wirklich schlüssige Begründung vorliegt.

Dem gegenüber steht ein verhältnismäßig furioses Finale der bisherigen Reihe. Selbst wenn das Budget ganz offensichtlich schmal ausfiel, ist die Affenrevolution spektakulär anzusehen. Zudem machen die flammenden Reden von Caesar (leidenschaftlich gespielt von Roddy McDowall, der zuvor Cornelius, also quasi seinen eigenen Vater verkörperte und damit als einziger Schauspieler in allen Teilen der Reihe zu sehen ist) wirklich etwas her.

Vergleicht man mit dem 2011er Prequel "Planet der Affen: Prevolution", das ebenfalls den Aufstand der Affen gegen die Menschen herbeiführt, allerdings nicht als Remake von "Eroberung vom Planet der Affen" gesehen werden will, verfolgt nur der neuere der beiden Filme einen durchweg schlüssigen Handlungsverlauf vom Haustier-Affen bis zum Revoluzzer-Affen. Dennoch punktet "Eroberung vom Planet der Affen" mit Atmosphäre und Härte und bleibt als solider Teil der originalen Reihe zurück.

6/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
APJAC Productions/20th Century Fox

Dienstag, 12. August 2014

Dawn Of The Planet Of The Apes - Planet der Affen: Revolution (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2103281/

10 Jahre später: Nachdem durch die randalierenden und genetisch veränderten Affen und den ausgebrochenen Virus die Weltbevölkerung drastisch reduziert wurde, versuchen einige wenige Überlebende (unter ihnen Jason Clarke) ihr Dasein in San Francisco zu fristen. Aber auch bei den Affen in den Muir Woods ergeben sich Probleme. Der Anführer Caesar (Andy Serkis) muss seine Machtposition in den eigenen Rängen behaupten. Mittlerweile hat er selbst eine Frau (Judy Greer) und ein Baby. Seinen Artgenossen hat er mittlerweile beigebracht, sich mithilfe einer Zeichensprache untereinander zu verständigen. Alles deutet darauf hin, dass der Waffenstillstand zwischen Affen und den überlebenden Menschen nicht von Dauer sein wird. Bald schon wird sich entscheiden, welche der beiden Spezies die Erde in Zukunft dominieren wird.

Nachdem der erste Teil schon ein gelungener Reboot/Prequel des alten Stoffes um den "Planet der Affen" war und man sich bereits auf einen weiteren Teil freute, ist es nun - 3 Jahre später - endlich so weit: die Revolution der Affen beginnt. Und das sogar in 3D.

Die Story knüpft mit einem kleinen, aber passendem Zeitsprung nahtlos an den grandiosen Vorgänger an. Es wird berichtet, dass die Welt der so genannten Affengrippe ausgesetzt und dass so die Menschheit fast völlig ausgelöscht wurde. Und damit ist man bereits mitten im Film: die Hauptcharaktere sind hier zweifelsohne die Affen, die Menschen werden zu Nebendarstellern degradiert. Und was hier von Weta geleistet wurde ist einfach phänomenal! Die Gestik, die Mimik der Affen, das Fell (besonders im Regen), die Bewegungen, alles wirkt so natürlich und lebensecht, wie nie zuvor. Oft vergisst man einfach, dass die Affen gar nicht real sind. Und so soll es ja auch sein.

Die düstere irgendwie ständig verregnete Optik kann man wirklich nur durchweg loben, abseits davon hat der Film allerdings auch durchaus seine Schwächen. So ist die Handlung zwar nicht schlecht, meistens auch logisch und nachvollziehbar, aber doch arg vorhersehbar und sogar ein wenig klischeehaft. Jede Wendung und jede Entwicklung war in dieser Form eigentlich zu erwarten, Überraschungen gab es kaum. Und man hat diese Form der Storyentwicklung sicher schon hunderte Male gesehen. Zudem ist die Geschichte um den Staudamm, der von einem Menschenteam repariert werden soll, etwas zu banal, um den ganzen Film zu tragen, es passiert einfach zu wenig, was wirklich bedeutsam wäre. In punkto Story hatte also der Vorgänger eindeutig die Nase vorn.

Ein besonderes Merkmal des Films ist es, dass beide Parteien, also sowohl Menschen als auch Affen, ausführlich charakterisiert werden. So lässt sich der Film anfangs Zeit, das Leben und das soziale Zusammenleben der Affen in ihrer selbst geschaffenen Kolonie darzustellen. Da die Affen hauptsächlich die durch Caesar erlernte und weitergegebene Zeichensprache zu kommunizieren, sollte man als Zuschauer darauf gefasst sein, viele Untertitel zu lesen. Dass diese Abschnitte des Filmes dennoch nie langweilig werden, sondern durchgängig interessant bleiben, liegt nicht zuletzt an den sehr guten Motion-Capturing-Performances von Andy Serkis (der den Hauptcharakter und Schimpansen Caesar spielt), welche die Leistungen der menschlichen Teils locker in den Schatten stellt. So bleibt gerade der menschliche Hauptdarsteller Jason Clarke etwas blass, Gary Oldman hingegen hat zu wenig Screentime, um wirklich zeigen zu können, wie gut er manische Charaktere spielen kann.


Aber auch in weiteren Gesichtspunkten kann "Dawn Of The Planet Of The Apes" überzeuigen: die Action ist fulminant und reißerisch - und nimmt einen wesentlich höheren Stellenwert ein als noch im ersten Teil. Als dann eins zum anderen kommt und die unausweichliche erste große Schlacht zwischen Menschen und Affen in Gang gebracht wird, knallt es an allen Ecken und Enden.

Dies wird durch die großartige Filmmusik von Michael Giacchino unterstützt, dessen Score teilweise eindringlich, aber nie aufgesetzt wirkt. Für mich war ein weiteres Manko, dass James Franco nicht mitspielte und - sofern man das glauben mag - der Seuche zum Opfer gefallen ist. Das schmälert für mich den Gesamteindruck, zieht den Film aber keineswegs nach unten. "Planet der Affen: Revolution" ist zweifelsohne einer der Blockbuster des Jahres. Actionreich, unterhaltsam, spannend und wahnsinnig gut gemacht. Selbst das 3D besitzt eine durchgängig schöne und vor allem ruhige Tiefenwirkung und die nicht verwackelten Actionszenen sorgen dafür, dass man irgendwann so sehr "im Film" ist, dass man schon die Brille abnehmen und dies überprüfen muss.

Bleibt nur zu sagen: die Kulissen sind überragend, die Action passt und die Story berührt mit ihrer Antikriegs-Botschaft, ist zwar recht banal und arg vorhersehbar und die menschlichen Charaktere bleiben, verglichen mit den Affen, recht blass. Trotzdem sehr zu empfehlen, spannend, mitreißend, toll gefilmt und vor allem tricktechnisch beeindruckend. Da kann man sich dazu hinreißen lassen, ihn auf eine Stufe mit dem Vorgänger zu stellen.

8/10

Exklusiv im Mediamarkt gibt es ein Steelbook mit Lenticularmagnetcover, welches den Film in 2D und 3D und ein 36-seitges "Art Of The Film"-Hochglanz-Booklet enthält.


Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Dienstag, 28. Juli 2026

Battle For The Planet Of The Apes - Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)

https://www.imdb.com/title/tt0069768/
https://letterboxd.com/film/battle-for-the-planet-of-the-apes/

Nachdem ein Atomkrieg im vorangegangenen Teil der „Planet der Affen“-Reihe die Erde verwüstet hat, führen die überlebenden Affen und Menschen unter der Führung des Schimpansen Caesar (Roddy McDowall) ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf. Caesar, der Sohn der beiden menschenfreundlichen Schimpansen Zira und Cornelius (Bobby Porter) aus den vorangegangenen Teilen, möchte aber mehr über seine Identität und Herkunft wissen. Deswegen macht er sich zusammen mit dem Menschen MacDonald (Austin Stoker) und dem Orang-Utan Virgil (Paul H. Williams) auf den Weg in die „tote Stadt“, einem Relikt der vorangegangenen menschlichen Zivilisation. Dort befinden sich möglicherweise noch Aufzeichnungen über die Vergangenheit, die Caesars Fragen beantworten können. Aber kaum haben sie die "tote Stadt" erreicht, werden sie von mutierten Menschen angegriffen, die dort ein freies Leben jenseits der Affen führen wollen. Das führt dazu, dass auch in Caesars Siedlung die alten Gräben zwischen Affen und Menschen neu aufreißen...

Mit "Die Schlacht um den Planet der Affen" fand die ursprüngliche "Planet der Affen"-Reihe 1973 ihren Abschluss. Nach den überraschend ambitionierten Vorgängern, die immer wieder gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und den Kalten Krieg aufgriffen, wirkt das Finale jedoch deutlich kleiner. Zwar greift der Film weiterhin interessante Ideen über Versöhnung, Gewalt und das Zusammenleben verschiedener Gesellschaften auf, doch die begrenzten Produktionsmittel und ein schwächeres Drehbuch verhindern, dass daraus ein wirklich würdiger Abschluss der Reihe wird. Die Handlung setzt einige Jahre nach "Eroberung vom Planet der Affen" ein. Caesar (Roddy McDowall) versucht, eine friedliche Gemeinschaft aus Affen und Menschen aufzubauen, während sowohl radikale Gorillas als auch mutierte Überlebende eines Atomkriegs diese fragile Ordnung bedrohen. Inhaltlich knüpft der Film damit konsequent an die moralischen Fragestellungen seiner Vorgänger an. Besonders die Frage, ob Frieden dauerhaft möglich ist oder Gewalt zwangsläufig neue Gewalt hervorbringt, verleiht der Geschichte eine nachdenkliche Note. Die zentralen Themen besitzen also durchaus Potenzial, ihre Umsetzung bleibt jedoch meilenweit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Roddy McDowall trägt den Film erneut mit großer Souveränität. Als Caesar verleiht er der Figur eine glaubwürdige Mischung aus Autorität, Mitgefühl und innerem Konflikt. Auch Claude Akins als General Aldo sorgt für einen funktionierenden Gegenpol, wenngleich seine Figur eher eindimensional angelegt ist. Die Maskenarbeit bleibt - wie in der gesamten Reihe - bemerkenswert gelungen und gehört weiterhin zu den größten Stärken der Produktion. Gerade im Vergleich zu den ersten vier Filmen werden die Schwächen allerdings deutlich sichtbar. Wo "Planet der Affen" und "Flucht vom Planet der Affen" mit überraschenden Ideen und bissiger Gesellschaftskritik überzeugten und "Eroberung vom Planet der Affen" eine ungewöhnlich düstere Revolutionsgeschichte erzählte, wirkt "Die Schlacht um den Planet der Affen" wesentlich zahmer. Die Handlung entwickelt sich geradlinig, viele Dialoge sind eher funktional, und die große Titelschlacht bleibt aufgrund des offensichtlich reduzierten Budgets erstaunlich klein. Kulissen, Ausstattung und Action erreichen nicht annähernd die Qualität der früheren Filme. Damit bekommt man das Gefühl, dass die Reihe ihren Zenit des kreativen Höhepunkts bereits längst überschritten hat. Einzig die Grundidee um Caesars pazifistische Vision wirft durchaus interessante Fragen auf - Fragen, die der Film jedoch nur oberflächlich beantwortet.

Dennoch besitzt "Die Schlacht um den Planet der Affen" einen gewissen Reiz. Das melancholische Ende verleiht der ursprünglichen Filmreihe einen versöhnlichen Abschluss und rundet Caesars Entwicklung stimmig ab. Gerade rückblickend lässt sich erkennen, wie viele Ideen später von den modernen "Planet der Affen"-Filmen aufgegriffen und deutlich ausgearbeitet wurden. "Die Schlacht um den Planet der Affen" ist damit kein großes Finale, sondern ein kleiner, nachdenklicher Abschluss einer außergewöhnlichen Science-Fiction-Reihe. Trotz interessanter Themen, eines überzeugenden Roddy McDowall und einiger gelungener Momente verhindern das geringe Budget, die schwache Dramaturgie und die unspektakuläre Inszenierung einen wirklich würdigen Schlusspunkt. Für Fans der Reihe bleibt der Film dennoch sehenswert, weil er Caesars Geschichte zu einem emotional stimmigen Ende führt – auch wenn er qualitativ nicht an die besten Teile des Franchise heranreicht.

5/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
APJAC Productions/20th Century Fox

Montag, 17. April 2017

Beneath The Planet Of The Apes - Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

http://www.imdb.com/title/tt0065462/
https://letterboxd.com/film/beneath-the-planet-of-the-apes/

Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers „Planet der Affen“, in dem sich die beiden Astronauten Brent (James Franciscus) und Skipper (Tod Andrews) auf einer Rettungsmission befinden, um die verschollene Crew des ersten Teils um Astronaut Taylor (Charlton Heston) zu finden. Dabei reisen die beiden Astronauten wie ihrer Vorgängercrew weit in Zukunft und landen ebenfalls auf dem Planet der Affen. Nach dem Tod Skippers trifft Brent auf die stumme Menschenfrau Nova (Linda Harrison), die ihn in die Stadt der Affen führt. Da Menschen dort weiterhin als unterprivilegierte Lebensformen angesehen werden, nehmen die Affen Beide gefangen und stellen sie öffentlich zur Schau. Nur die beiden Schimpansen Zira (Kim Hunter) und Cornelius (David Watson) bemühen sich darum, die Gefangenschaft für Brent und Nova angenehmer zu gestalten, da sie den Menschen wohlgesonnen sind. Aber natürlich denkt Brent über Flucht nach.

Unterhaltsame, ordentliche, aber auch seltsame erste Fortsetzung von Schaffners Weltraumfabel, die auf den ersten Blick nur am Anfang ideenlos wirkt, aber leider auch viel Potential verschenkt. Zwar finden sich auch hier wieder ein paar gesellschaftskritische Anspielungen, sie erreichen aber bei Weitem nicht die philosophische Tiefe des Erstlings. Sowohl Affen als auch Menschen werden in diesem Teil auf gefährliche Art und Weise indoktriniert. Die eher global gehaltenen Reflexionen und Aussagen des Vorgängers verknüpft Regisseur Ted Post hier ebenso explizit wie ungalant mit stark dem damaligen Zeitgeist und -geschehen entlehnten Überzeugungen und Symboliken, kreiert dabei aber immerhin im Mittelteil phasenweise ein reizvolles Potpourri aus apokalyptischer Atmosphäre und Bildern des Verfalls jedweder Zivilisation. Man hat es mit zwei gleichermaßen militarisierten und ideologisch verblendeten Gesellschaften zu tun, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. In beiden Gesellschaften gibt es Hierarchien und soziale Ungerechtigkeiten, und auch die neue Kriegsführung der Menschen ist durchaus interessant (hier tötet man die Feinde nicht mehr selbst, sondern bringt sie per Gehirnmanipulation dazu, sich gegenseitig umzubringen). Im Vergleich zum ersten Teil ist mir die konkrete Ausformulierung der Gesellschaftskritik aber ein wenig zu platt und eindimensional. Sie wirkt teilweise ziemlich erzwungen und das Ende ist mehr als nur plakativ. Die intelligenten Dialoge des Vorgängers wurden hier größtenteils durch blutige Kämpfe und Verfolgungsjagden ersetzt.

Inhaltlich erschließt sein Film - abgesehen vom verunglückten Finale, dessen Herleitung dabei ebenso befremdlich wie albern daherkommt - bei der Ausformulierungen bereits getroffener Feststellungen enttäuschender Weise kein Neuland, sondern bedient sich ideenlos an der Grundmetapher des vertauschten Rollenverhältnisses von Mensch und Affe, ohne wirklich neue Aspekte hinzuzufügen. Was den Film aber trotzdem sehenswert macht, ist die offene Kritik an der Strategie der nuklearen Abschreckung und damit einer der schönsten Dystopie-Einfälle der 70er: telepathisch begabte, mutierte Kellermenschen, die eine Kobaltbombe als ihre Gottheit anbeten. Diese Bombe wird hier von den Menschen als "holy weapon of peace" verehrt. Und die Anbetung dieser "glory bomb" muss man sich tatsächlich mal ansehen und verinnerlichen. In diesem Sinne: "Glory be to the Bomb, and to the holy fallout. As it was in the beginning, is now, and ever shall be. World without end. Amen."

6/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
APJAC Productions/20th Century Fox

Samstag, 28. Dezember 2013

Rise Of The Planet Of The Apes - Planet der Affen: Prevolution (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1318514/

Der junge Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) forscht an einem Heilmittel gegen die tückische Alzheimer-Krankheit. Als eine vielversprechende Testreihe an Affen tragisch endet, werden die Versuchstiere getötet und das Projekt eingestellt. Nur das Schimpansenbaby Caesar überlebt und wird von Will gerettet und aufgezogen. Im Laufe der Jahre entwickelt Caesar eine übermenschliche Intelligenz, die auf seine Umwelt jedoch zunehmend bedrohlich wirkt. Als Will gezwungen wird, ihn in einem Affengehege abzugeben, bricht für Caesar eine Welt zusammen. Doch es gelingt ihm, sich und die anderen Affen zu befreien: Der Aufstand beginnt!

"Planet der Affen" sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Der Klassiker aus dem Jahre 1968 ist schon so oft zitiert, parodiert und hommagiert worden, dass man eigentlich nicht umhin kann sich zu fragen, warum dies geschah. Charlton Heston spielte damals einen Astronauten, der mitsamt seiner Crew durch einen Unfall auf einem Planeten landet der von Affen beherrscht wird und Menschen die Tiere, bzw. Sklaven der Affen sind.

Nun kam 2011 mit "Rise Of The Planet Of The Apes" der Reboot (man muss sagen, dass es eher ein Prequel ist, denn hier entsteht die Geschichte um den Planeten der Affen tatsächlich erst) in die Kinos und schon der erste Trailer machte einen hervorragenden Eindruck. Dank neuster Tricktechnik und Andy Serkis (bekannt als "Gollum" aus "Der Herr der Ringe") einzigartigem und unvergleichlichem Schauspiel gelang es, dem Affen und eigentlichen Protagnoisten Caesar realistisch Leben einzuhauchen. Aber nicht nur Andy Serkis macht seine Sache gut; auch James Franco passt in seine Rolle wie ein maßgeschneiderter Anzug.

Der Film beginnt eher langsam, die Hauptfiguren stehen im Mittelpunkt und es wird auf die Beziehungen zwischen Will seinem Vater, aber auch mit Caesar eingegangen und das gefiel mir schon mal richtig gut. Zum Ende hin ist dann mit dem Aufstand der Affen viel mehr Action im Spiel, aber hier wird nie zu viel übertrieben (von der eigentlichen Situation mal abgesehen) sondern immer eine gute Dosierung gefunden. Nebenbei sehen die Affen wirklich spitze aus (und so muss das auch sein) und selbst seinen kritischen Unterton (Genforschung, übertriebener und unethischer Ehrgeiz, Fortschritt auf Biegen und Brechen, statt gesunder Menschenverstand) behält der Film über die komplette Laufzeit hin bei.

Die Revolte der Affenwelt gegen den Menschen bereitet dieser Film jedenfalls recht ordentlich vor. Und es ist abermals imposant zu beobachten, dass Affen aus dem Rechner durchaus reale Betroffenheit erzeugen können. Denn das Tierheim, in dem Caesar sich wiederfindet, ist nicht weniger als eine Höllen-Anstalt und ein Muster-Beispiel für das Klischee vom bösen Tierpfleger, der eben nicht pflegt, sondern lieber quält. So ist hier die Quintessenz des Films in aller Einfachheit enthalten: es ist ein Film gegen die Unterdrückung, gegen die Versklavung von Seiten des Menschen aus. Die Natur schlägt zurück und das unerbittlich. Ebenfalls wird gezeigt, dass neuere Blockbuster keinen enorm hohen Anteil an Action brauchen, sondern auch eine gute Geschichte erzählen können ohne viel Krawall. Klar gibt es auch solche Szenen hier, aber der Film lebt nicht ausschließlich davon. Und das passt. So kann man ohne Umschweife von einem gelungenen Reboot sprechen, den man auch weiterempfehlen kann.

 8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Escape From The Planet Of The Apes - Flucht vom Planet der Affen (1971)

http://www.imdb.com/title/tt0067065/
https://letterboxd.com/film/escape-from-the-planet-of-the-apes/

Als der amerikanische Astronaut Taylor mit seinem Raumschiff auf dem Planet der Affen landete, geriet sein Raumschiff in Vergessenheit. Aber nun steht der Planet kurz vor seiner Zerstörung und nur durch eine Menge Glück können sich die drei Affen-Wissenschaftler Dr. Cornelius (Roddy McDowall), Dr. Zira (Kim Hunter) und Milo (Sal Mineo) noch rechtzeitig in das interstellare Gefährt retten. Ohne zu wissen, wie sie dieses Gerät steuern, reisen die drei hochintelligenten Primaten durch Raum und Zeit und landen auf einem Planeten, der ihnen vertraut ist, aber doch ganz anders, als sie ihn in Erinnerung haben. Denn sie sind im Jahr 1972 auf der Erde gelandet, aber dort haben nicht die Affen die Kontrolle, sondern die Menschen sind die dominierende Spezies. Die drei werden natürlich voller Sensationsgier gejagt und müssen um ihr Leben fürchten...

Drehbuchautor Paul Dehn, auf dessen Mist bereits die fragwürdige "Rückkehr zum Planet der Affen" gewachsen war, verpasst dem vermeintlich abgeschlossenen Affenmenschenkosmos eine unerwartete Frischzellenkur, indem er den Spieß ganz einfach umdreht. Durch die witzige Idee wird die nunmehr alte Geschichte vom Absturz auf einem unbekannten Planeten in ein neues Gewand gepackt und mit ganz eigenen Reizen versehen. Schauplatz ist diesmal die Erde, wie wir sie kennen. "Flucht vom Planet der Affen" ist das Heimspiel der Reihe. Zum einen fällt die Gesellschaftskritik auf diese Weise expliziter statt nur verallgemeinert aus, zum anderen findet das Publikum leichter einen Draht zur Geschichte, auch weil die 'affigen' Hauptfiguren bereits in den Vorgängerfilmen ins Herz geschlossen wurden.

 
Nicht nur Jerry Goldsmiths Musikuntermalung ist plötzlich angenehmer geworden; "Flucht vom Planet der Affen" ist im Allgemeinen auf Sympathie ausgelegt, gerät zuweilen gar zur Komödie. Es sind einige Situationen zum Schmunzeln untergebracht, die überdies dazu anregen, verschiedene menschliche Gewohnheiten mal von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Leider treibt die Handlung das Konzept achtlos zu weit, driftet ins Alberne und baut zu Belustigungszwecken zu viel Abwegiges ein. Das fällt glücklicherweise aber nicht sehr ins Gewicht. Denn letztendlich stellt sich "Flucht vom Planet der Affen" als Schlüsselteil der Reihe heraus, da einige wichtige Informationen gegeben werden, die die Entwicklung vom Affen zur in der Zukunft dominierenden Spezies erklären.

Etwas schwer im Magen liegt dann nur noch das erschreckend tragische Ende. Zwar schließt der Film mit einem Aha-Effekt als Happy End, doch die Charaktere zahlen einen hohen Preis dafür. Alles in allem ist dieser Teil der Saga eher seichte und nicht ganz stilsichere Unterhaltung, dafür aber informativ.

6,5/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
APJAC Productions/20th Century Fox

Sonntag, 9. April 2017

Planet Of The Apes - Planet der Affen (1968)

http://www.imdb.com/title/tt0063442/
https://letterboxd.com/film/planet-of-the-apes/

Im Jahr 1972 begibt sich der Astronaut George Taylor (Charlton Heston) mit einem Forschungsteam an Bord eines Raumschiffes, um den Weltraum zu erforschen und andere Welten zu entdecken. Nach 18 Monaten erwacht er aus dem künstlichen Tiefschlaf: Aufgrund der Zeitdilatation schreibt man auf der Erde bereits das Jahr 3978. Das Schiff ist auf einem fremden Planeten über einem See abgestürzt, nur drei von ursprünglich vier Crewmitglieder haben überlebt. Nachdem sich Taylor mit seinem beiden Kollegen Landon (Robert Gunner) und Dodge (Jeff Burton) an Land gerettet hat, beginnen sie das weite Ödland zu durchforsten und stoßen dabei auf eine Gruppe von Menschen, die wie wilde Tiere leben und offenbar nicht sprechen können. Plötzlich werden sie von einer Horde aufrecht gehender, bewaffneter Primaten attackiert. Bei der darauffolgenden Treibjagd werden die drei Männer getrennt und Taylor gefangen genommen. Er muss feststellen, dass die zivilisierten Affen die Vorherrschaft auf dem Planet haben und sich die Menschen als Sklaven halten. Die Tierpsychologin Zira (Kim Hunter ) und ihr Verlobter, der Archäologe Cornelius (Roddy McDowall) bemerken bald, dass sich Taylor von seinen Artgenossen unterscheidet und versuchen ihm zu helfen. Der oberste Verkünder des Glaubens, Dr. Zaius (Maurice Evans), sieht durch ihre Bemühungen jedoch die Vorherrschaft der Affen bedroht und klagt sie der Ketzerei an...

Eine Dystopie mit Kultcharakter. Die Romanvorlage ("La Planète des singes" von Pierre Boulle) wird zwar verdreht, was nicht so schön ist, aber die kultige Darstellung dessen, was die Menschheit sich selber anzutun im Stande ist, verdient einen Extrapunkt. Denn nach wie vor ist dieser sehenswerte und mitreißende Endzeitfilm einer der besten Science-Fiction-Filme der späten 60er Jahre. Die perfekte Mischung aus Satire und grotesker Fiktion bietet nicht nur eine recht intelligente Story und interessante Charaktere, nein, der wohl bemerkenswerteste Aspekt dieses Filmes, welcher ihn zu einem filmhistorisch wertvollen Werk macht, sind die Affenkostüme. Wozu heute diverse digitale Capture-Verfahren benötigt werden, wurde Ende der 60er nur ein Team hervorragender Maskenbildner benötigt. Regisseur Franklin F. Schaffner erwies sich als Meister seines Fachs. Bei einem Budget von etwa 5,8 Millionen Dollar spielte der Film für die damalige Zeit eine recht hohe Summe von über 26 Millionen Dollar ein und wurde zu einem Kassenschlager, der 4 Fortsetzungen und eine TV-Serie nach sich zog.

 
Besonders der Beginn ist etwas verstörend, wenn die Rollen klar verteilt sind: Der Mensch ist das Tier, zu dumm um gezähmt zu werden. Wir wissen: Das ist unfair, das stimmt so nicht, und unweigerlich denkt man in die Geschichte zurück und erkennt: Ähnlich wurde mit diversen Bevölkerungsgruppen auch verfahren. Und wenn am Ende der Wahnsinn des Krieges angeprangert wird, ist der Zuschauer auch kein besserer Mensch, dann vielleicht aber ein wenig sensibilisiert.

"Beware the beast Man, for he is the Devil's pawn. Alone among God's primates, he kills for sport or lust or greed. Yea, he will murder his brother to possess his brother's land. Let him not breed in great numbers, for he will make a desert of his home and yours. Shun him; drive him back into his jungle lair, for he is the harbinger of death."

Dieses Zitat aus den heiligen Schriften der Affen ist das beste Beispiel für die Schärfe der Sozialkritik, die dieser Klassiker des SciFi-Kinos enthält. Da wäre die Warnung vor der atomaren Zerstörung unserer Zivilisation, die der Film vor allem in der ersten und letzten Szene anspricht, aber auch eine Kritik daran, wie wir Menschen intelligente Tiere wie die Affen behandeln (Tierversuche, Zoos) und was der Mensch wohl machen würde, wenn einer von ihnen plötzlich zu sprechen anfangen würde. Zudem auch eine Kritik an wissenschaftsfeindlicher Theokratie und Kreationismus, wie die Affen sie betreiben und auch Rassismus gibt es bei den Affen, den Schimpansen werden allgemein als minderwertiger angesehen als die Orang-Utans.

Diese Kritik an menschlichen Verhaltensweisen und der modernen Gesellschaft mag stellenweise etwas dick aufgetragen sein, ist aber das, was "Planet der Affen" von den meisten anderen Filmen des Genres deutlich abhebt. Die allseits bekannte Pointe am Ende ist sensationell und genau die sorgt dafür, das dieser Film nicht so schnell in Vergessenheit gerät. Es ist eine großartige Parabel über Mensch und Tier, Natur und Kultur, Religion und Wissenschaft, Herrschaft und Unterdrückung, Macht und Ohnmacht. "Planet der Affen" ist eben ein zeitloser Klassiker und Meilenstein, den man gesehen muss, wenn man in diesem Genre mitreden möchte.

8/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork
APJAC Productions/20th Century Fox

Montag, 13. Mai 2024

Kingdom Of The Planet Of The Apes - Planet der Affen: New Kingdom (2024)

https://www.imdb.com/title/tt11389872/

Etwa 300 Jahre nach der blutigen und verlustreichen Schlacht zwischen den von Caesar (Andy Serkis) angeführten Affen und den Menschen unter Kommando des Colonels (Woody Harrelson), haben sich in der Oase, in die Caesar seine Artgenossen einst geführt hat, mehrere Affengesellschaften parallel entwickelt. Die Menschen hingegen sind wieder Wilde geworden. Einige der Affenclans haben noch nie etwas von Caesar gehört. Andere wiederum nutzen dessen Legendenstatus aus, um seine Lehren zugunsten ehrgeiziger Ziele zu verdrehen. Vor diesem Hintergrund versklavt der Affenanführer Proximus Caesar (Kevin Durand) andere Clans, um eine geheime, menschliche Technologie zu finden. Als der Schimpanse Noa (Owen Teague) mit ansehen muss, wie seine Sippe entführt wird, begibt er sich zusammen mit dem menschlichen Mädchen Mae (Freya Allan) auf die Suche, um seine verschleppten Artgenossen zu finden und zu befreien...

Die von den Twentieth Century Studios 2011 neu gestarteten "Planet der Affen"-Filme wurden zu Riesenerfolgen, indem sie Remix-Versionen der klassischen Geschichte mit einigen der erschreckend beeindruckendsten VFX- und Motion-Capture-Arbeiten präsentierten, die Weta bis dato je produziert hat. Es war auch überraschend, dass eine Reihe von Blockbustern so konstant stark blieb, und Wes Balls "Planet der Affen: New Kingdom" nutzt auch solide die fruchtbare erzählerische Grundlage der vorherigen Filme aus. Aber während die Bilder des Films fantastisch sind und sein Engagement für den Aufbau der Welt bewundernswert ist, wird seine vielversprechende Geschichte über die Art und Weise, wie sich Mythen im Laufe der Zeit entwickeln, von nur allzu bekannten Beats übertönt, die von anderen Actionspektakeln auf der großen Leinwand übernommen wurden.


Nach drei Filmen, die das erste Jahrzehnt und die Veränderung des Lebens auf der Erde nach dem Ausbruch eines Virus dokumentieren, der Affen mehr Intelligenz verleiht und infizierte Menschen tötet, springt "Planet der Affen: New Kingdom" 300 Jahre in die Zukunft. Er stellt eine neue Gruppe von Spielern vor, die versuchen, neue Gesellschaften in den ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika zu gründen. Obwohl seit dem Tod von Caesar, dem ersten superintelligenten Affen und Anführer des revolutionären Aufstands, der seine Art befreite, Jahrhunderte vergangen sind, lebt sein Erbe in den Mythen von Affen wie Noa (Owen Teague), Anaya (Travis Jeffery) und Soona immer noch weiter (Lydia Peckham).

Als Mitglieder des Eagle Clans - einer Gruppe waldbewohnender Schimpansen, die eine sehr menschliche Art der Falknerei entwickelt haben - dreht sich bei Noa und seinen Freunden alles um die Gemeinschaft und ihr Verantwortungsgefühl für die Vögel, die sie für die Jagd trainieren. Aber während die Kultur des Eagle Clans eine einzigartige Schöpfung der heutigen Schimpansen ist, gibt es sehr deutliche Anklänge an die Lehren des ursprünglichen Caesar in ihrem Glauben, dass Affen zusammen stärker sind und dass Gewalt zwischen ihrer Art sie alle in Gefahr bringt. Anderen Affen zu schaden, ist das Letzte, woran Noa denkt, als "Planet der Affen: New Kingdom" eröffnet wird und bevor er und seine Freunde die Vögel empfangen sollen, mit denen sie eine lebenslange Bindung eingehen werden ("Avatar" lässt grüßen).

Die visuellen Effekte, mit denen die modernen Menschen im Planet der Affen, die Mocap-Anzüge tragen, in fotorealistische Affen verwandelt wurden, waren schon immer phänomenal. Aber hier verbinden sich Wetas Postproduktionsarbeit und die Darbietungen der Schauspieler auf eine oft noch kompliziertere, unheimlichere Art und Weise, die deutlich macht, wie sehr sich diese Affen im Vergleich zu ihren mythischen Vorfahren weiterentwickelt haben. Während Noa und seine Freunde spielerisch auf Bäume klettern oder durch das Dorf des Eagle-Clans mit all seinen raffiniert gebauten Holzkonstruktionen rennen, kann man die Ausgelassenheit der Affen allein schon an der Art spüren, wie sie zwischen aufgeregtem Gejohle und Schreien nach Luft schnappen. Es gibt eine spürbare Spannung zwischen Noa und seinem Vater, die sich in der Knappheit ihrer verbalen Gespräche ausdrückt, aber diese kleinen Momente der Unbeholfenheit - Dinge wie verstohlene Blicke und zögernder Körperkontakt - vermitteln wirklich die emotionale Distanz zwischen ihnen.

Das alles verdeutlicht, wie Zeit und Freiheit es den sprechenden Tieren des Königreichs des Planet der Affen ermöglicht haben, Kulturen und Ebenen emotionaler Komplexität zu entwickeln, die dazu führen, dass sie die Menschheit als dominierende Spezies der Welt übertreffen. Doch als ein einsames und scheinbar stummes Menschenmädchen (Freya Allan) beginnt, den Eagle-Clan zu bestehlen, stürzt ihre Anwesenheit sie in einen brutalen Konflikt mit dem evolutionsbesessenen Bonobo-König Proximus Caesar (Kevin Durand), der ihr aller Leben in Gefahr bringt. Es fällt daher immer wieder schwer, nicht an James Camerons "Avatar"-Filme zu denken, wenn man "Planet der Affen: New Kingdom" sieht, weil die Filme ihre Welten so effektiv wirken lassen und sich um konfliktscheue Verwalter fliegender Tiere drehen. Es ist nicht Unobtanium, sondern die Kultur und Identität des Eagle-Clans (und sein Leben), die angegriffen werden, während Proximus sie versklavt. Aber wie in "Avatar" geht auch "Planet der Affen: New Kingdom" davon aus, dass die Zusammenarbeit mit einem guten menschlichen Ersatzpublikum für Noa die einzige Möglichkeit ist, sein Volk zu retten.

Die Echos vergangener Blockbuster werden noch lauter, als Noa - mit dem Menschenmädchen im Schlepptau - sich auf die Suche nach Proximus‘ Festung macht und auf einen gelehrten Orang-Utan namens Raka (Peter Macon) trifft, der beschließt, das Mädchen "Nova" zu nennen. Nova und Kingdoms Rudel wilder, geistig zurückgebildeter Menschen bilden eine der deutlichsten Verbindungslinien zwischen der modernen "Planet der Affen"-Reihe und dem Originalfilm von 1968. Ball ist eine Hommage an den Klassiker von Regisseur Franklin J. Schaffner, besonders gut durch eines der ersten Versatzstücke des neuen Films, das wilde Menschen in die Flucht schlägt, während Proximus‘ Soldaten sie auf der Suche nach Nova jagen. Und während der Name des Mädchens zunächst wie ein scherzhafter Rückruf klingt, ist dies auch eine von vielen Möglichkeiten, mit denen der Film die Idee bekräftigt, dass Legenden und die Bedeutung, die sie in sich tragen, sich im Laufe der Zeit verändern können, wenn sie über Generationen hinweg geteilt werden. Diese Verzerrung verleiht Proximus seine Macht und macht seine Beziehung zum versklavten menschlichen Historiker Trevathan (William H. Macy) so faszinierend anzusehen.

So interessant diese Charaktere konzeptionell auch sind, das Königreich des Planet der Affen bringt sie auf eine ziemlich vorhersehbare Art und Weise zusammen, die eher dazu dient, die Möglichkeit für weitere Fortsetzungen in der Zukunft zu schaffen, als sich wirklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Um es klarzustellen: Die Geradlinigkeit des letzten Drittels des Films, in dem Noa versucht, in einen "Fallout"-ähnlichen Tresor einzubrechen, hält den Film nicht davon ab, ein spannender Film zu sein. Doch während "Planet der Affen: New Kingdom" zu Ende geht, kann man sich des Gefühls kaum erwehren, dass die Bühne für das, was als Nächstes kommen könnte, immer noch bereitet wird - selbst nach vier Filmen. 

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox