Montag, 3. Dezember 2018
Annabelle: Creation - Annabelle 2 (2017)
Die siebenjährige Tochter von Puppenmacher Sam (Anthony LaPaglia) und Ehefrau Esther Mullins (Miranda Otto) stirbt bei einem tragischen Unfall. Zwölf Jahre später nehmen Sam und Esther, immer noch traurig wegen ihres Verlusts, die Nonne Charlotte (Stephanie Sigman) und sechs Waisenmädchen in ihrem kalifornischen Farmhaus auf. Die älteren Mädels schlafen in einem großen Gemeinschaftsraum, während die jüngeren – die Polio-kranke Janice (Talitha Bateman) und ihre beste Freundin Linda (Lulu Wilson) – in einem Etagenbett im ehemaligen Nähzimmer unterkommen, wo Puppenkostüme gemacht wurden. Sam Mullins hat zwei wichtige Regeln: Das Schlafzimmer, in dem sich Esther von der Welt zurückgezogen hat, darf nie betreten werden – und der verschlossene Raum oben auch nicht. Bald beginnt es für die Neuankömmlinge, sehr unheimlich zu werden…
Das Gruselgenre wird sich wohl nie neu erfinden. Warum diese Tatsache absolut kein Problem darstellen muss und dass ein zweiter Teil in dem Genre bei weitem besser sein kann, als sein Vorgänger, das zeigt "Annabelle 2", auch "Annabelle: Creation", dem unvermeidlichen Prequel zur fürchterlich grinsenden Horror-Puppe. Eine nachgereichte Origin-Story, die ein kleines Wunder vollbringt. Der sehr blasse Vorgänger "Annabelle" wird nicht nur getoppt, seine Existenz wird gerechtfertigt, indem sein vielleicht bester Schockmoment überhaupt die Brücke zwischen den beiden Geschichte bildet.
Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "2-Film Collection" mit dem ersten Teil, "Annabelle" im Steelbook, amazon.de-exklusiv.
Sonntag, 23. August 2015
Annabelle (2014)
Ein glückliches Ehepaar Mia und John Form (Annabelle Wallis und Ward Horton) erwartet sein erstes Kind. Damit es dem Baby an nichts mangelt, richtet die werdende Mutter das Kinderzimmer liebevoll ein und besorgt für ihren Spross eine Puppe nach der anderen. Eines Tages hat ihr Mann ein ganz besonderes Exemplar im Gepäck, nach dem sie schon sehr lange gesucht hat: Annabelle. Dem jungen Familienglück scheint damit nichts mehr im Weg zu stehen – bis zu dem Tag, als Mitglieder eines Satanskultes in ihr Haus eindringen und das arglose Pärchen überfallen. Zwar entgehen die werdenden Eltern knapp dem Schlimmsten, doch die Okkultisten haben etwas beschworen, das die Bösartigkeit ihrer Sekte bei weitem übertrifft. Dieses Etwas besitzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten und steckt in der Puppe Annabelle, die beginnt, die junge Familie unbarmherzig zu terrorisieren...
"The Conjuring" ist wirklich ein ordentlicher Grusel-Film gewesen, der zwar einige Schwächen hatte, aber im Großen und Ganzen eine tolle Inszenierung und einen schönen Grusel vorweisen konnte. Nun wurde schon dort die Puppe "Annabelle" vorgestellt und nun hat sie ihren eigenen Film bekommen. Aber warum eigentlich? Schon in "The Conjuring" war die Puppe nur minder interessant und auch lediglich schmückendes Beiwerk für eine ansonsten recht mit Urängsten spielenden Geschichte. "Annabelle" ist auch genau das geworden, was man erwartet: eine weitere Horrorfilm-Katastrophe, die den Namen Horrorfilm nicht verdient und für einen Gruselfilm schlicht und einfach zu wenig gruselig ist.
Zugegeben, ein paar nette Momente und Elemente gibt es, aber der Streifen hat dieselben Probleme wie so viele andere Horror/Gruselfilme der letzten Zeit: es will und will einfach kein frischer Wind aufkommen und so nutzt auch "Annabelle" Althergebrachtes und geht nach Schema F vor. Aber nicht nur
das macht "Annabelle" zu einem schlechten Film, denn im Vergleich zu "The Conjuring" hat er nur eine sehr marginale Atmosphäre, dümpelt in althergebrachten Schemen vor sich hin und endet in einem sehr schwachen Finale. Man wartet die ganze Zeit auf einen Knalleffekt. Der kommt aber einfach nicht.Am schlimmsten jedoch sind die Charaktere, die so unglaublich einfältig und platt geschrieben worden sind, dass man eine authentische Persönlichkeit (praktisch die ganze Familie in "The Conjuring" war authentisch) hier vergebens sucht, selbst sämtliche Nebendarsteller wurden jeweils nur für einen Zweck besetzt. Das ist an sich nicht verwerflich, doch wenn man schon von Beginn an weiß, wohin die "Reise" der einzelnen Charaktere geht, trägt dies kaum zu einer spannenden Inszenierung bei. Schauspielerisch ist die ganze Geschichte leider auch sehr mittelmäßig, insbesondere eine gescheite Ausarbeitung der Hauptcharaktere wäre wünschenswert gewesen. Kaum gruselig, wenig spannend oder aufregend und nur selten richtig schaurig. Nein, das war nichts.
5/10
Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "2-Film Collection" mit dem zweiten Teil, "Annabelle 2" / "Annabelle: Creation" im Steelbook, amazon.de-exklusiv.
Donnerstag, 4. Juni 2020
Annabelle Comes Home - Annabelle 3 (2019)
Die Dämonologen Lorraine (Vera Farmiga) und Ed Warren (Patrick Wilson) wissen um die unheilvolle Macht der besessenen Puppe Annabelle und sind fest entschlossen, ihrem Treiben endgültig ein Ende zu bereiten. Mit dem Bannen dämonischer Kräfte kennen sich die Warrens gut aus und so wissen sie, dass Annabelle am besten in einer Vitrine aus heiligem, von einem Priester geweihten Glas aufbewahrt werden sollte. Kurzerhand schließen sie die Puppe in einer solchen Vitrine in ihrem hauseigenen Artefakte-Raum ein. Damit begehen sie jedoch einen schrecklichen Fehler: Die Macht von Annabelle ist so groß, dass sie trotz des heiligen Glases die bösen Geister erwecken kann, die in den anderen Artefakten schlummern. Und die haben es auf die kleine Tochter der Warrens, Judy (Mckenna Grace), abgesehen...
Mit "Annabelle 3", der im englischen Original als "Annabelle Comes Home" bekannt ist, geht das "Conjuring"-Horror-Filmuniversum mit einem weiteren Spin Off-Film in die nächste Runde und baut auch gleich die Story rund um die von einem Dämon besessene Puppe aus. Nachdem Teil 2 ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum ersten Film darstellte, macht der Film von Regisseur Gary Dauberman nun aber einen Schritt zurück und spendiert dem Publikum einen ziemlich herkömmlichen und auch vorhersehbaren Gruselfilm. Dieser fängt zwar sehr vielversprechend an, aber das liegt hauptsächlich an der Präsenz von Ed und Lorraine Warren, erneut von Patrick Wilson und Vera Farmiga gespielt, die jedoch nur am Anfang und zum Ende hin einen kurzen Auftritt hinlegen und den Film, zumindest kurzzeitig, dann doch ein bisschen aufwerten können.
Schade also, dass man sonst auf genreüblichen Teenie-Horror setzt und
man es versäumt, die Mythologie rund um die Dämonenpuppe etwas
spezifischer auszubauen. Vielmehr nutzt man Annabelle als Trittbrett um
ein paar andere okkulte Horror-Gestalten in den Film einzubauen. Das funktioniert mehr schlecht als recht und fühlt sich etwas
zusammengewürfelt an, auch wenn man zugeben muss, dass die ein oder
andere Sequenz, wie z.B. das erste Zusammentreffen der Babysitterin mit
dem Fährmann, durchaus für Gänsehaut sorgt - und zwar richtige
Gänsehaut! Ansonsten hat der Film aber nur wenige effektive
Schreckmomente zu bieten und wenn, dann setzt man auf die üblichen
Horror-Klischees. Dass der Film stellenweise sogar fast ein bisschen
Gefahr läuft, unfreiwillig komisch zu sein, ist ein weiteres Indiz
dafür, dass der Film bzw. das Drehbuch noch ein bisschen mehr Schliff
gebraucht hätten. So bleibt zu guter Letzt nicht viel mehr als ein
netter Aufhänger übrig, denn die Annabelle-Puppe mag zwar die Titelfigur
sein, steht aber weitaus weniger im Mittelpunkt, als was man es
anfänglich noch vermuten würde.6/10
Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch im Steelbook, amazon.de-exklusiv.
Donnerstag, 27. Januar 2022
Archive 81 (2022)
Der Archivar Dan erhält den Auftrag einige durch ein Feuer beschädigte Videobänder zu restaurieren. Dazu muss er jedoch in ein abgelegenes Haus ziehen ohne Kontakt zur Außenwelt und, wie er später herausfindet, unter ständiger Beobachtung seines Auftraggebers. Auf den Bändern ist das 20 Jahre alte Rohmaterial einer Videodokumentation der Dokumentarfilmerin Melody, in der sie die Bewohner eines Mehrfamilienhauses namens „The Visser“ interviewt: Vordergründing für ihre Doktorarbeit, in Wirklichkeit jedoch auf der Suche nach ihrer Mutter, die sie als Baby in einer Kirche abgelegt hat und in diesem Haus gewohnt haben soll. Nach und nach kommt Melody dem dunklen Geheimnis des Hauses auf die Spur. Durch das Restaurieren der Bänder erfährt auch Dan, dass sein Vater Melody als Patientin hatte und in ihr Verschwinden verwickelt zu sein scheint. Dan und Melody interagieren mehr und mehr in realistisch wirkenden Träumen miteinander und die Auswirkungen der Interaktionen findet Dan auch auf den Videobändern.
https://www.imdb.com/title/tt13487884/
1.1 Mystery Signals (Mystery Signals)
Dan ist ein Konservator, der darauf spezialisiert ist, alte Videobänder zu restaurieren. Eines Tages erhält er den Auftrag ein Hi8 Videoband zu restaurieren. Es handelt sich dabei die Einleitung für eine Doktorarbeit von Melody Pendras, die eine Dokumentation über ein Wohnhaus namens „The Visser“ erstellen will. Sein Auftraggeber, Virgil Davenport, macht ihm das Angebot, weitere Filme dieser Dokumentation zur restaurieren. Dan lehnt zunächst ab, da Davenport weiß, dass Dans Familie in einem Feuer tödlich verunglückt ist, nimmt den Auftrag aber schließlich doch an. Bedingung ist jedoch, das Dan in ein abgelegenes Haus zieht, das Davenports Firma „L.M.G.“ gehört. In dem Haus gibt es keine Internet Verbindung und keinen Handyempfang. Er restauriert ein Band, auf dem Melody nach einem Mädchen namens Jess sucht, die ebenfalls in dem Haus wohnt. Als Melody von Wachen festgehalten wird, erscheint Dans Vater, ein Psychiater, und versucht Melody zu beruhigen. Dan ist schockiert, dass sein Vater mit dem Fall verbunden ist. Gleichzeitig wird eröffnet, dass Davenport Dan über ein verstecktes Videoüberwachungssystem beobachtet. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487888/
1.2 Wellspring (Wellspring)
Dan findet im Wald einen Platz mit Handyempfang und ruft seinen Freund Mark an. Diesem teilt er mit, dass er der Meinung ist, dass Davenport ihn wegen der Vebindung zwischen Dans Vater und Melody absichtlich ausgesucht habe. Mark überredet Dan weiter zu machen. Auf den Videobändern stellt Jess Melody weitere Bewohner des Hauses vor: Beatriz ein Medium, Tamara eine Komponistin und Samuel, der Ex-Freund von Tamara. Samuel lädt Melody zu einer Aufführung von Tamara ein und die beiden kommen sich näher. Durch eine Nachricht auf Melodys Anrufbeantworter erfährt Dan, dass Melody eine Patientin von seinem Vater war. Dan entdeckt einen geheimen Gang in dem Haus, wird dort aber von Davenport erwischt. Dieser eröffnet Dan, dass er es für möglich hält, dass Dans Vater das Feuer gelegt haben könnte, durch das Dans Familie gestorben ist. In der Nacht wird Melody durch Gesang geweckt und entdeckt im Keller des Hauses, dass viele Bewohner des Hauses eine Statue anbeten. Mark eröffnet Dan, dass Melody nicht in dem Hausbrand des Vissers gestorben sei, sondern noch am Leben ist. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487896/
1.3 Grauen im Kirchenschiff (Terror In The Aisles)
Als Baby wurde Melody von ihrer Mutter Julia Bennett in einer Kirche zurückgelassen. Sie wurde dann in einem von Nonnen geführten Waisenhaus aufgezogen. Auch sie hatte immer wieder Ohnmachtsanfälle. Dan zapft die Sicherheitskameras an und beginnt zu kartieren, wo diese stattfanden. Jess leidet unter Anfällen und geht zu Dr. Turner. Jess' Mutter glaubt, dass Pater Russo Jess von ihren Anfällen befreien wird. Mark besucht Melody in der Gegenwart. Sie sagt, dass die Bänder alle gefälscht sind, und Mark erkennt, dass sie sich nur als Melody ausgibt: Die echte Melody ist tot. In der Vergangenheit findet Melody Jess an einen Stuhl gefesselt in ihrer Wohnung, während Pater Russo versucht, einen Exorzismus durchzuführen. Samuel stürmt herein, wirft Russo hinaus und verspricht, Jess angemessene Hilfe zu besorgen. Pater Russo warnt Melody, zu gehen, solange sie noch kann. Dan träumt, dass er mit Melody sprechen kann. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487910/
1.4 Spirit Receivers (Spirit Receivers)
Dan beginnt, die Zeit zu verlieren, wenn er Melody sieht. Melody befragt Mrs. Wall und sieht die Statue, die die Gruppe in Mrs. Walls Wohnung verehrt hat. Mrs. Wall bezeichnet sie als Sekte und zeigt Melody ihren Anhänger; Melody sieht darin ein beunruhigendes Bild; Wall gibt Annabelle ein Glas mit schwarzer Farbe, die ihre "Schwester" Eleanor für ihre Arbeit verwendet hat. In der Gegenwart erzählt Dan Melody, wer sein Vater ist; sie wird wütend. Als sie verschwindet, hinterlässt sie ein Tagebuch. Das von T. Bellows geschriebene Tagebuch verrät den Code, um in den verschlossenen Raum neben der Kirche zu gelangen. Dort findet Dan eine Abhandlung, die Dr. Turner über überdimensionale Brücken geschrieben hat. Mark wird von Virgil gebeten, Dan auszuspionieren. Auf Mrs. Walls Party führt Beatriz eine Séance durch, um mit Melodys Mutter Kontakt aufzunehmen, spürt aber eine andere Kraft. Daraufhin friert Dans Computer ein und Melody erscheint. Er erklärt ihr, dass sie vor 25 Jahren gestorben ist. Sie verschwindet und Beatriz wiederholt genau das Gespräch, das Melody und Dan gerade geführt haben. Überwältigt fängt Beatriz an, sich selbst das Gesicht zu zerfetzen. In Melodys Wohnung behauptet Annabelle, dass sich auf den Dutzenden von Bildern, die sie gerade mit Eleanors Farbe gemalt hat, eine Person befindet. - 8,5/10
https://www.imdb.com/title/tt13487918/
1.5 Hinter den Spiegeln (Through The Looking Glass)
Beatriz warnt Melody: "Lassen Sie es nicht raus." Dr. Turner erzählt Melody, dass er versucht hat, sie für eine Studie über empfindsame Menschen namens Baldung anzumelden, aber sie wurde abgelehnt. Melody erfährt, dass Pater Russo gestorben ist, nachdem er am Abend zuvor an einem mysteriösen Treffen teilgenommen hatte. Er hatte gegen den Visser ermittelt, und sie findet heraus, dass Samuel mehrere falsche Identitäten hat. Der Kult nennt sich Baldung Coven und die Statue, die sie anbeten, ist Kaelego, der sowohl Gott als auch Dämon ist. Melody erkennt, dass auf dem Ring ihrer Mutter das Baldung-Siegel zu sehen ist. Bei der Kunstausstellung stellt sie fest, dass Annabelles Werke mit Schimmel bedeckt sind und die Bilder alle dieselbe Frau zeigen. Sie konfrontiert Samuel, als Chris, ein Junkie, tot vom Gebäude fällt. Dan erfährt, dass Virgil Samuel kannte und bei Chris' Tod anwesend war. Virgil erzählt Dan, dass Samuel sein Bruder war und er glaubt, dass Melody Samuel ermordet und möglicherweise das Feuer gelegt hat, bei dem seine Familie ums Leben kam. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487920/
1.6 The Circle (The Circle)
Mark erzählt Dan, dass er Thomas Bellows gefunden hat. Thomas wurde von Virgil angestellt, um VHS-Bänder zu digitalisieren. Er hatte Wahnvorstellungen in der Forschungseinrichtung und starb, nachdem er sie verlassen hatte. Dan zerstört alle Kameras in der Einrichtung. Melody erfährt, dass Annabelle einen psychotischen Ausbruch hatte und zwei Menschen erstochen hat. Sie findet heraus, dass Mrs. Walt Menschen mit Schimmel vergiftet, indem sie ihnen Tee gibt, und wird von Samuel erwischt. Dan findet heraus, dass Thomas auf den Bändern dasselbe Gesicht gesehen hat wie Dan. Samuel nimmt Melody mit in den Ritualraum. Das Lied, das sie gehört hat, ist in Wirklichkeit ein Gebet, und dass sie sich krank fühlt, wenn sie es hört, bedeutet, dass sie die "Richtige" ist. Samuel zeigt Melody den Snuff-Film, bei dem es sich um ein Ritual handelt, das in dem Gebäude, auf dem der Visser gebaut wurde, durchgeführt wurde. Melody erkennt, dass Jess das Opfer ist, das "die neue Welt halten soll". Dr. Turner taucht auf und will Melody in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen. Ein Dämon versucht, durch den Bildschirm zu krabbeln, um Dan zu holen, also zerschlägt er alle Bildschirme und Bänder. Er entdeckt einen Raum, der dem aus dem Snuff-Film ähnelt, und wird bewusstlos geschlagen. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487928/
1.7 Der Fährmann (The Ferryman)
Dan wacht ohne sein Handy in seiner Wohnung auf und ist verwirrt. Dan will LMG zur Rede stellen, wird aber bedroht, die Ermittlungen einzustellen. Dan findet Mark in seiner Wohnung. Mark informiert Dan darüber, was er über die Vos-Gesellschaft und William Crest herausgefunden hat. Dan erkennt, dass die Frau, die Annabel gemalt hat, Iris Vos ist. Im Jahr 1924 bewirbt sich eine Frau namens Rose um eine Stelle als Dienstmädchen im Herrenhaus der Vos. Das Gespräch wird unterbrochen, als Iris' Brüder mit Kaelego eintreffen. Iris erklärt Rose die Bedeutung des Kometen. Nach dem Gebet wird Iris fotografiert, wobei eine Figur, Kaelego , im Hintergrund zu sehen ist. Rose findet Iris blutüberströmt nach einer Fehlgeburt. Der Schimmelpilz erscheint zum ersten Mal in der Villa und Iris sieht darin ein Zeichen ihres Gottes. Rose und Iris wachen auf und finden eine Baldung-Hexe vor, die versucht, das für das Ritual verwendete Buch zu stehlen. Iris' Bruder Jonah erschießt die Hexe, sehr zu Iris' Leidwesen. Iris stellt Roses Engagement in Frage, doch Rose bekräftigt es. Iris konfrontiert ihren Bruder Lukas, der sie verlässt, nachdem er ihr gesagt hat, dass ihre Handlungen unmoralisch und unnatürlich sind. Als die Party weitergeht, führt Iris Rose in den Ritualraum und enthüllt, dass dort der Snuff-Film gedreht wurde. Iris vollendet das Ritual, indem sie Rose die Kehle durchschneidet, und ein geheimnisvolles Licht erscheint und umgibt Iris. Dadurch wird der Film unterbrochen und die Aufnahme beendet. Mark und Dan überlegen, wie sie weiter vorgehen sollen, und beschließen, Annabelle Cho aufzusuchen, die in der psychiatrischen Klinik von Rockland untergebracht ist. Annabelle enthüllt, dass Melody auf Dan gewartet hat, um sie aus der Anderswelt zu retten. - 8/10
https://www.imdb.com/title/tt13487930/
1.8 Was im Verborgenen liegt (What Lies Beneath)
Die Eröffnungssequenz zeigt Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Melody und Jessica in einem Park. Jessica sagt, dass sie ein Vogel sein möchte, wenn sie groß ist, damit sie von hier wegfliegen kann. Jessica stellt Melody dieselbe Frage, und das Bild wird geschnitten, bevor Melody antwortet. Melody ist wieder mit Annabelle in Rockland vereint, aber Steve sagt, dass sie nicht gehen können, da sie dort am sichersten sind. Melody flieht, um Jessica zu retten. Annabelle gibt Dan eine Schachtel mit Kassetten, die Jessica für ihn hinterlassen hat. Die Bänder zeigen Melody, die zurückkehrt, um Jessica zu retten. Melody überredet Jessica zur Flucht, aber Melody wird von John Smith bewusstlos geschlagen. Samuel und die Sektenmitglieder setzen das Ritual fort und benutzen Tamara anstelle von Jessica. Iris erscheint in dem Portal, das Sam und Melody betreten. Jessica kehrt mit ihrer Kamera zurück, rennt aber aus dem Gebäude, als das Ritual in Flammen endet. Dan beschließt, Davenport zu überreden, ihm zu helfen, Melody zu retten. Davenport lehnt ab und wird bei dem folgenden Handgemenge von Mark niedergeschlagen. Mark und Dan beschließen, das Ritual zu versuchen, um Melody zu retten. Bobbi hält sie mit vorgehaltener Waffe auf und gibt sich als Baldung und Melodys leibliche Mutter zu erkennen. Bobbi führt das Ritual durch, und Dan geht in die andere Welt. In der anderen Welt sieht Dan seine verstorbene Familie und setzt sich an den Tisch, während sie zu Abend essen. Dan geht los, um Melody zu suchen. Dan findet Melody und sie machen sich unter der Verfolgung von Kaelego auf den Weg zum Portalausgang. Samuel erscheint am Ausgang und zieht Melody ohne Dan hindurch. Melody und ihre Mutter sind wieder vereint, und Marc ruft verzweifelt nach Dan. Dan wacht in einem Krankenhausbett auf und stellt fest, dass wir das Jahr 1994 haben, Wochen nach dem Visser-Brand. - 8/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix
Freitag, 16. Juni 2017
The Mummy - Die Mumie (2017)
Vor 2.000 Jahren wurde die ägyptische Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella) tief unter der Erde eingesperrt – aus gutem Grund! Denn wie Expertin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) aus Hieroglyphen entziffert, war Ahmanet als Anwärterin auf den Königsthron zu machtgierig und böse. Durch Mumifizierung und eine meterdicke Sandschicht sollte die Welt vor der Macht der Geschassten geschützt werden, doch nun wurde ihr Grab durch eine Bombenexplosion freigelegt und die Mumie ist erwacht. Ahmanet bahnt sich den Weg aus ihrem düsteren Grab hinein in unsere Gegenwart, in der es am Schatzsucher Nick Morton (Tom Cruise) ist, Unheil von der gesamten Menschheit fernzuhalten. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in der Mumie unermessliche Wut und Bosheit angestaut und sie dürstet nach Rache. Nick und Jenny nehmen den Kampf auf, in den sich auch Dr. Henry Jekyll (Russell Crowe) und dessen mysteriöse Geheimorganisation einmischen...
Wer hätte gedacht, dass Tom Cruise es je schafft in einem wirklich schlechten Remake eines Remakes eines Remakes mitzuspielen? Nun, um fair zu sein: ganz so schlecht ist das Remake der klassischen Mumie nicht, denn immerhin versprüht die Neuauflage in Teilen eine gewisse gruselige Atmosphäre und bemüht sich an anderer Stelle um auflockernden Humor. Wobei "bemüht" das richtige Wort ist, denn "bemüht" ist der ganze Film. Er ist bemüht, die Legende der "Mumie" in die Neuzeit zu transportieren, scheitert dabei aber kläglich an der Umsetzung, denn obwohl Grusel und alle Elemente des Klassikers vorhanden sind, ist die Neuverfilmung insgesamt betrachtet eher mau. Der ebenso sehr bemühte Humor zeichnet an anderer Stelle kein gutes Bild, passt er doch nicht so recht zum Gesamtbild. Will sich der Film nun ernst nehmen oder nicht? Das ist die entscheidende Frage, die man sich unweigerlich stellen muss. Und er bemüht sich um Action, die nur in einer einzigen Sequenz wirklich punkten kann und in einer weiteren tatsächlich einen Anflug von Spannung aufkommen lässt. Zudem gibt es über den ganzen Film mehrere verstreute Anspielungen auf "Die Mumie" (1999), den besseren der beiden Filme im direkten Vergleich.
Der Punkt ist, und da kann man sich jedwede Ansicht der ägyptischen Mythologie sparen: der Film kann mit
guten Bildern punkten und generiert aus der Mottenkiste heraus seinen Verlauf. Einiges wirkt dabei doch zu
aufgesetzt und zu fehlplatziert, vor allem die Story rund um Russell Crowes Charakter ist doch arg bedeutungslos und hat hier im Grunde rein gar nichts zu suchen. Zudem ist der Einbau seiner Figur völlig belanglos für den Verlauf des Films, sodass es sich schon nach 'verheizen' anfühlt. Bei den Schauspielern fällt anfänglich insbesondere Jake Johnson
sehr positiv auf, da er wunderbar mit der Figur von Tom Cruise
harmoniert. Annabelle Wallis wirkte als Jenny hingegen blass,
langweilig und austauschbar. Vermutlich wäre es nicht mal aufgefallen,
wenn sie mitten im Film nicht mehr da gewesen wäre. Dafür war Sofia Boutella ein kleines Highlight. Nicht nur ihre
optische Präsenz weiß zu gefallen, auch ihre Art und Weise gibt die Bösartigkeit der Mumie gut wieder. Ebenfalls loben kann man die Kameraführung von Ben Seresin: er weiß ganz genau, wann er
welchen Bildausschnitt zeigen muss, wann eine Großaufnahme angebracht
ist und wann es Zeit ist, den Zuschauer in ein größeres Ganzes
einzuweihen. Kurzum: der erneute Neustart der Mumie ist ein Film im oberen Mittelmaß, der einen für kurze Zeit unterhalten
kann, aber einiges an Potential verschenkt und viel falsch macht, was "Die Mumie" (1999) noch richtig machte. Schade. Echt schade.5,5/10
Mittwoch, 22. Februar 2023
Malignant (2021)
Madison (Annabelle Wallis) wurde einst als traumatisiertes Mächen von einer liebevollen Pflegefamilie adoptiert. Als erwachsene Frau wird sie nun von ihrer tragischen Vergangenheit eingeholt, denn Gabriel, ihr vermeintlich imaginärer bester Freund aus Kindheitstagen, scheint sehr wohl zu existieren. Allerdings verfolgt ihr einstiger Wegbegleiter keineswegs gute Absichten, sondern reißt Madison vielmehr mit in einen dunklen Strudel hinab: Gabriel begeht nämlich eine Reihe brutaler Morde, die Madison aufgrund ihrer besonderen Verbindung zu ihm mitansieht, als wäre sie live selbst mit dabei. Aber geschehen die Taten wirklich oder existieren die blutigen Vorfälle nur in ihren Gedanken? Die Grenze zwischen Wahrheit und Einbildung sind längst verschwommen...
James Wan. Mit "Saw" machte er das Terror-Kino der 70er Jahre wieder populär, mit "Insidious" und "Conjuring" verhalft er dem altmodischen Spuk-Grusel zu einem Comeback. Nebenbei führte er auch mal bei "Fast & Furious 7", sowie bei "Aquaman" Regie, was deutlich zeigen dürfte, dass Wan nicht auf ein Genre festgefahren, sondern vielschichtig ist. Schön ist dabei jedoch, dass er den Finger trotzdem nicht vom Horror-Stoff lassen kann und bei "Malignant" konnte er sich offenbar richtig austoben - was ihm allerdings auch geteilte Kritiken einbrachte. Während einige eine überraschende Meisterleistung in diesem Werk sahen, empfanden andere ihn als albern. Letzteres ist verständlich, denn "Malignant" macht wirklich keinen Spaß, wenn man die Wendungen einmal kennt. Am Anfang wirkt alles noch sehr nach einem normalen Geisterspuk-Filmchen, doch schon bald gesellen sich weitere Elemente der verschiedenen Subgenre hinzu und obwohl man sich irgendwann den finalen Twist denken kann, überrascht Wan mit einem selbst für seine Verhältnisse äußerst blutigem und überbordendem Finale. Dass das alles nicht immer logisch zusammenpasst - drauf gepfiffen. Wan schafft es nämlich, einer recht bekannte Geschichte eine originelle Umsetzung zu verpassen.
Sowieso ist es vor allen Dingen die visuelle Umsetzung, die aus "Malignant" etwas Besonderes macht. Hat man schon viele Filme von Wan gesehen, kennt man seine Stil-Mittel, die man auch hier serviert bekommt. Sehr einprägsam sind da immer diese Kamerafahrten. Trotzdem kopiert sich der Regisseur nicht einfach selbst, sondern bedient seine Markenzeichen gekonnt. So erhält man leichte Haunted-House-Elemente, aber auch Slasher-Motive. Eine verzerrte Stimme ist vorhanden, auch gruseliges Ambiente wird geboten. Das ist zwar niemals so richtig unheimlich, aber darum geht es dem Werk im Endeffekt ja auch gar nicht. In der stilsicheren Art und Weise, wie Wan sein Finale zelebriert, macht es einen reichlich spaßigen Eindruck. Wenn dann plötzlich die Action dominiert und noch reichlich gesplattert wird, wirkt das irgendwie dermaßen unpassend, dass es schon wieder cool ist. Denn obwohl man es bei "Malignant" mit einem Mainstream-Horrorfilm zu tun hat, pfeift der Film auf jegliche Konventionen.Unterm Stich sind die 110 Minuten Laufzeit zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das Geschehen verändert sich stetig und zögert nicht zu lange. Die größte Spannung kommt zwar nicht auf, aber es gibt genügend stark gemachte Szenen, um stetig am Ball bleiben zu wollen. Hinzu gesellen sich solide Darsteller. Annabelle Wallis hat als einzige mehr zu tun, was sie souverän erledigt, aber auch alle anderen gehen völlig in Ordnung. Mit einer ausgeprägten Figurenzeichnung braucht man hier nicht zu rechnen, denn es stehen andere Dinge im Fokus. Doch alleine die optische Gestaltung des Killers gegen Ende ist eigenständig genug, um hier von Originalität sprechen zu können. Abgerundet wird das Ganze von einer gesunden Härte und einem gelungenen, treibenden Score, der stellenweise sofort das Nostalgie-Herz berührt.
7/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.
Donnerstag, 18. Januar 2018
A Haunted House 2 - Ghost Movie 2 (2014)
http://www.imdb.com/title/tt2828996/Malcolm (Marlon Wayans) und sein Cousin Ray Ray (Affion Crockett) sind auf der Suche nach Hilfe für Malcolms besessene Freundin Kisha (Essence Atkins), doch ein Unfall führt dazu, dass das Mädchen stattdessen stirbt. Die beiden fliehen vom Unfallort und lassen Kisha zurück. Malcolms Leben hat sich ein Jahr später grundlegend geändert, als er mit seiner neuen Freundin Megan (Jaime Pressly) und ihren beiden Kindern Becky (Ashley Rickards) und Wyatt (Steele Stebbins) ein Vorstadt-Haus beziehen will. Doch kaum eingezogen, geschieht Seltsames - angefangen mit dem mysteriösen Tod ihres Hundes. Wyatt freundet sich mit einem Unsichtbaren an, eine Box im Haus ergreift Besitz von Becky und Megan findet eine gruselige Puppe. Als Malcolm sich Videos vorheriger Einwohner ansieht, wird ihm klar, dass er sich in ein Spukhaus verirrt hat...
Der Produzent, Autor und Hauptdarsteller von "Ghost Movie" und nun eben auch "Ghost Movie 2" besudelt das ZAZ-Erbe seliger Filmparodien längst auch ohne Unterstützung seiner nicht minder nervtötenden Brüder Shawn und Keenen Ivory Wayans. Ihnen gelang mit "Scary Movie" eine seinerzeit vergleichsweise amüsante Genreparodie, in der Marlon Wayans den dauerbekifften Shorty Meeks spielte. Eine Dekade und eine unüberschaubare Reihe ähnlich betitelter Filme später liegt die Spoof-Komödie in ihren letzten Atemzügen. Während Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die Regisseure hinter Comedy-Totgeburten wie "Date Movie", "Fantastic Movie" oder auch "Disaster Movie", ihre Filme nunmehr gottlob unter Ausschluss der Öffentlichkeit produzieren, scheint Wayans immer noch eine überschaubare Fanbase mobilisieren zu können.
Diese zumindest rannte 2013 wie blöde in "Ghost Movie" und bescherte der für 2,5 Millionen US-Dollar buchstäblich hingefurzten Horrorkomödie ein etwa 25 Mal so hohes Einspiel. Das umgehend beschlossene und nur unwesentlich kostspieligere Sequel gleicher Aufmachung startete dann bereits im April 2014 in den US-Kinos. Zwar blieb die Fortsetzung kommerziell hinter den Erwartungen zurück, dürfte aber dennoch ausreichend eingenommen haben, um nicht vor weiterem Spoof-Blödsinn gefeit zu sein. Schließlich hat "Paranormal Activity", das Referenzvorbild auch diesen zweiten Teils, eindrücklich vorgemacht, wie beharrlich sich mit der Wiederholung des ewig Gleichen Kohle scheffeln lässt.
"Ghost Movie 2" ist keineswegs schlechter als sein Vorgänger, was allein daher schwierig wäre, weil Filme wie dieser auch ganz einfach nicht mehr schlechter sein können. Insofern besitzt Marlon Wayans beinahe so etwas wie Narrenfreiheit. Er gibt eben, was er kann. Und weil das alles in allem so ziemlich genau gar nichts ist, hat er entsprechend wenig zu verlieren. Reputation schon mal gar nicht. Müßig also, dem Humorverständnis eins solchen Films über dessen erbärmliche Pipi- und Kacka-Witzchen auf den Grund zu gehen. Sich wiederholt an selbstunsicheren Sex-Zoten oder der Zielgruppe dienlichen Rassismus-Gags abzuarbeiten. Und erst recht in der Wahl der verballhornten Filme tatsächlich parodistische Ansätze zu erspüren, so sich Wayans einmal mehr darauf beschränkt, diese lediglich nachzustellen, statt komödiantisch freizulegen.
Bemerkenswert ist es dennoch, wie sehr alle Beteiligten, darunter erneut hinlänglich bekannte Schmalspurkomiker wie Affion Crockett oder Cedric the Entertainer, sich dafür ins Zeug legen. Gespielt und gekreischt, das ist hier ohnehin dasselbe, wird stets auf Anschlag. In einer nicht enden wollenden Szene verlustiert sich Wayans mit der Annabelle-Puppe aus "The Conjuring/Annabelle" auf alle nur erdenklichen Arten – ein Musterbeispiel exaltierter Comedy-Verausgabung, die vollkommen ins Leere läuft. Ansonsten fällt dem Film natürlich ebenso wie seinem Vorläufer nichts weiter ein, als die oberflächlichen Erkennungsmerkmale saisonaler Horrorhits wie "Possession" oder "Sinister" in eine Dauerschleife hysterischer Flachwitze zu schnüren. Und die ja nun wirklich allzu angreifbare, leicht zu parodierende Found-Footage-Ästhetik nicht gehörig durch den Kakao zu ziehen, sondern nur langweilig abzumalen.Nichts Neues also aus der Spoof-Hölle und ihres wohl letzten verbliebenen Exponenten Marlon Wayans. Und obwohl es sich wahrlich längst ausparodiert hat, kann und mag man über dessen Egal-Kino eigentlich kaum noch mit dem Kopf schütteln. Das wäre der körperlichen Regung schon viel mehr, als es "Ghost Movie 2" - als es jeder dieser falsch verstandenen Parodieversuche - überhaupt verdient hätte.
2,5/10
Donnerstag, 24. Juni 2021
The Conjuring: The Devil Made Me Do It - Conjuring 3: Im Bann des Teufels (2021)
Die Dämonologen Lorraine (Vera Farmiga) und Ed Warren (Patrick Wilson) gehen übernatürlichen Ereignissen auf den Grund. Häufig werden sie in Geisterhäuser gerufen, um verschreckten Familien zu helfen, das Grauen in ihrem Heim loszuwerden. Doch auch mit anderen Dämonen beschäftigt sich das Ehepaar – und ein solcher Auftrag führt Lorraine und Ed bei einem ihrer spektakulärsten Fälle schließlich sogar bis vors Gericht: 1981 führen die Warrens am kleinen David (Julian Hilliard) einen – zunächst erfolgreichen – Exorzismus durch. Der Dämon verlässt den Körper des Jungen, aber anschließend sucht er sich eine neue menschliche Hülle, in der er seine schaurigen Taten ausführen kann. Fortan ist Arne (Ruairi O'Connor), der Freund von Davids Schwester Judy (Charlene Amoia), von dem paranormalen Wesen besessen. Arne begeht eine folgenschwere Tat, die alle Beteiligten in den Abgrund zieht. Er kommt vor Gericht. Auch die Warrens müssen sich in der Öffentlichkeit für ihr Handeln und die Verwicklung in die Geschehnisse verantworten...
Mit "The Conjuring" schuf James Wan 2013 ein beeindruckendes Tor zu einem völlig neuen Grusel-Universum, der bis dato 7 Filme und Spin-Offs ("Annabelle", "The Nun") auf die Leinwände gezaubert hat. Auf dem Papier sind die "The Conjuring"-Filme ein ziemlich alter Hut, doch unter der Regie von Wan erreichten sie etwas, was andere Gruselfilme vor ihnen lange versuchten und nie erreichten: Eine tatsächlich gruselige Atmosphäre schaffen. Wans charismatischer Look war es auch, der dem Franchise den nötigen Kick gab und mit seinem Händchen für unauffällige Bilder in der Darstellung der Ermittler Ed und Lorraine Warren (gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga) gelang es ihm, ein sympathisches Paar zu etablieren, mit denen der Zuschauer gern mitfiebert. Leider fehlt dem neuesten Teil, "The Conjuring: The Devil Made Me Do It", sowohl Wans Regie als auch der Reichtum, der die ersten beiden "Conjuring"-Filme so unterhaltsam machte. Unter der Regie von Michael Chaves, der zuvor bei dem "The Conjuring"-Spin-off "The Curse Of La Llorona", seinem Spielfilmdebüt, Regie führte, basiert der neue Film auf dem realen Prozess gegen Arne Cheyenne Johnson, einem dokumentierten Mordfall, in dem Johnson zu seiner Verteidigung vehement behauptete "Der Teufel hat mich dazu gebracht". Es war das erste Mal, dass dämonische Besessenheit als rechtliches Argument für die Unschuld eines Angeklagten verwendet wurde - es half aber trotzdem nicht. Wie die anderen "Conjuring"-Filme, die auf den Geschichten der Warrens basieren, geht "The Devil Made Me Do It" davon aus, dass Johnsons tatsächlich besessen war und baut eine Horrorgeschichte um diese Vermutung auf. Dabei ist die Geschichte an sich nicht neu: bereits 1983 wurde der Fall bereits mit Andy Griffith und Beverlee McKinsey in den Hauptrollen als der TV-Film "The Demon Murder Case" verfilmt.
6,5/10
Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "Limiterte Steelbook-Edition" im Steelbook.
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros.
Donnerstag, 1. August 2024
M3GAN - M3gan (2022)
Für eine Spielzeugfirma hat die Robotik-Expertin Gemma (Allison Williams) die mit fortschrittlicher künstlicher Intelligenz ausgestattete Hightech-Puppe M3GAN (kurz für Model 3 Generative Android) entwickelt, die demnächst ihren Siegeszug in Kinderzimmern auf der ganzen Welt antreten soll. Als die Wissenschaftlerin eines Tages ihre Nichte Cady (Violet McGraw) bei sich aufnimmt, die kürzlich ihre Eltern bei einem schrecklichen Unfall verloren hat, hat Gemma eine Idee: Sie nimmt den Prototyp der lebensechten M3GAN (Amie Donald) mit nach Hause, um Cady aufzumuntern und endlich wieder auf andere Gedanken zu bringen. Der Plan geht auf - zumindest zunächst. Doch schon bald entwickelt die Puppe ein eigenes Bewusstsein und einen geradezu mörderischen Beschützerinstinkt für ihre neue Freundin - mit verheerenden Konsequenzen für alle anderen Menschen in ihrem Umfeld...
"M3gan" ist das ultimative Prestigespielzeug: ein präzisionsgefertigter Cyborg-Puppenprototyp mit klaren blauen Augen und der Fähigkeit, von ihrem "Hauptnutzer" zu lernen und sich in ihn hineinzuversetzen. Sie hat einen Preis, für den man einen mittelgroßen Familienwagen kaufen könnte, eine ganze Palette an verurteilenden Augenrollen für Teenager und eine Vorliebe für beiläufiges Töten. Und im Moment ist sie ein Rettungsanker für ihre Schöpferin, die Roboteringenieurin Gemma (Allison Williams). Nach dem Tod ihrer Schwester und ihres Schwagers muss Gemma sich um ihre traumatisierte achtjährige Nichte Cady (Violet McGraw) kümmern. Es ist ein Job, den Gemma nur zu gerne an den 1,20 Meter großen Cyborg auslagert, eine Entscheidung, die sich für sie rächt (und dazu führt, dass sie mit einem Hammer angegriffen wird)."M3gan", die neueste Ergänzung des Killerpuppen-Genres, ist ein tatsächlich unterhaltsamer Horror-Lite-Spaß: wissend, amüsant, aber nicht besonders gruselig, weil man das Schema dahinter leicht erkennt. Aber auch wenn der psychotisch muntere Roboter vielleicht nicht die chaotische Energie von Chucky aus der gleichnamigen Reihe oder die porzellanartige Bösartigkeit von "Annabelle" besitzt, verleiht sie ihren Amokläufen doch einen angenehmen TikTok-freundlichen Pfiff. Da ist zu vermuten, dass man zukünftig noch viel mehr von dem Mordspielzeug zu sehen bekommt.
7/10
Quellen:
Inhaltsangabe:Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures/Blumhouse Productions
Samstag, 13. April 2019
The Curse Of La Llorona - Lloronas Fluch (2019)
Im Los Angeles der 1970er-Jahre untersucht eine Sozialarbeiterin (Linda Cardellini) gerade einen Fall von zwei Kindern, die unter scheinbar mysteriösen Umständen verschwunden sind. Doch je tiefer und intensiver sie sich mit dem Fall auseinandersetzt, desto klarer wird ihr, dass vermutlich auch ihre eigene Familie in großer Gefahr sein könnte. Das hat etwas mit einem mexikanischen Volksmärchen über die weinende Frau La Llorona zu tun, das vielleicht wahrer ist, als manche denken. Denn die grausige Erscheinung scheint gefangen zwischen Himmel und Hölle und ist einem Schicksal ausgeliefert, das sie eigens verschuldet hat. Einst ertränkte sie in einem fürchterlichen Wutanfall ihre Kinder und stürzte sich dann selbst einem reißenden Strom hinunter. Inzwischen streift sie durch die Nacht und macht Jagd auf Kinder, die ihre eigenen ersetzen sollen, dabei wird sie immer unersättlicher und ihre Methoden immer grausamer...
"Llorona Fluch" spielt am Rande des "Conjuring"-Franchise, was ihm durch seine ausgereifte Formel einen gewissen kommerziellen Appell verleiht, für den Zuschauer leider aber auch längst vertrauten Grusel. Man hat einfach schon viele der übernatürlichen Szenarien dieses Films gesehen - lediglich durch gelegentliche Verspieltheit gewinnt der Film den zuschauer und damit das Mitgefühl für seine Protagonisten. Nach einem kurzen, aber effektivem Prolog aus dem Jahr 1673 in Mexiko - wo wir sehen, wie die lateinamerikanischer Folklore um "The Weeping Woman" entstand, indem sie ihre eigenen Kinder in einer eifersüchtigen Wut ertränkte und sich selbst angesichts ihrer Tat verfluchte, sodass sie beständig auf der Suche nach neuen Kindern ist, die sie töten kann - ist der Film in Los Angeles 1973 angekommen, eine Zeit, über die die Fans des "Conjuring"-Universums nicht lange nachdenken müssen - war doch auch "Annabelle" in dieser Epoche angesiedelt. Hier taucht dann auch ein unterstützender Charakter, Pater Perez, auf, um das absolute Minimum an verbindendem Erzählgewebe zwischen den Filmen bereitzustellen.
Linda Cardellini spielt Anna Tate-Garcia, eine kürzlich verwitweten Sozialarbeiterin, deren tragischer, aber gut gemeinter Eingriff in das Wohl der Söhne der scheinbar gestörten Patricia Alvarez (Patricia Velasquez) den titelgebenden Geist entfesselt und auf ihrer eigenen Kinder ansetzt. Es stellte sich heraus, dass Patricia nicht verrückt oder missbräuchlich gegenüber ihren Kindern war - sie beschützte sie vor La Llorona. Cardellini spielt Anna, die vormals eine Polizistin war, überzeugend. Durch ihre Jobs weiß sie, wie mit Angst und Schrecken umzugehen ist, die völlig unabhängig von der okkulten Vielfalt sind. Diese Lebenserfahrung verleiht ihr ein wenig mehr Ecken und Kanten als den normalerweise vorstädtischen oder sonst unerfahrenen Protagonisten des Geisteruniversums. Cardellini besitzt zudem eine gute Chemie mit Roman Christou und Jaynee-Lynne Kinchen, die ihre Kinder Chris und Samantha spielen. Zusammen bilden diese drei Schauspieler eine sympathische und glaubhafte Familieneinheit, kurz gesagt, man sympathisiert mit dieser Familie und kann ihre Tortur nachvollziehen.
Sie bekommen Hilfe von einem Verbündeten - und der Film einen willkommenen Ruck der ironischen Ungeschicklichkeit - in Rafael Olvera (einem aufrichtigen Raymond Cruz), einem Curandero (einem traditionellen Heiler), dessen altes Schularsenal gegen La Llorona ein paar Schmunzler beim Publikum hervorruft. Während der Film Rafael als einen untergeordneten Ersatz für die Warrens behandelt, erfüllt er dennoch seine Funktion als paranormaler Ermittler / Exorzist. Regisseur Michael Chaves stellt in "Lloronas Fluch" einige spannende Versatzstücke zusammen, vor allem wenn es nur die Kinder sind, die gegen La Llorona antreten (vor allem die Szene im Familienauto und eine andere, in der die arme Samantha meint, es wäre ihre Mutter, die ihr die Haare wäscht). Diese Sequenzen verwässern jedoch auch die Logik des Films, in der Sie die Regeln des physischen Kontakts mit einem Geist in Frage stellen. La Llorona selbst kann manchmal so körperlich sein und dann so ätherisch und unfassbar wie ein Geist. Also wie kann man sie bekämpfen? Physisch oder psychisch? Diese Hinterfragung der Filmgesetze zieht einen aus der Geschichte, gerade in Momenten, in denen ein Zuschauer nicht abgelenkt werden sollte.
Ein Großteil der Geschichte und der gesamten Ausführung dieses Films stimmt mit dem "Conjuring"-Universum überein, aber nun hat dieser Ableger - der sechste in der Reihe - die wachsende Abhängigkeit der Serie von der Formel gezeigt. Die kreative Architektur des Films ist die gleiche wie in den vorangegangenen fünf Filmen, das gleiche Tempo und der gleiche Ton, die zum größten Teil die gleichen Angst beim Zuschauer heraufbeschwören wollen. Während man sich damit schnell zurechtfindet, ist es doch frustrierend, dass es kaum Neuerungen gibt und man sich auf Altbewährtes verlässt. Erfahrene Zuschauer bekommen so eine generische Geschichte, die zwar hier und da spannend ist und für einige kurze (aber auch erwartbare) Schreckmomente sorgt, aber letztendlich einen faden Geschmack hinterlässt, weil aus diesem Stück Folklore soviel mehr hätte gemacht werden können.
6/10
Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "Limiterte Steelbook-Edition" im Steelbook.
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros.
Sonntag, 20. Januar 2019
The Nun (2018)
Rumänien Anfang der 50er Jahre: In einem abgeschiedenen Kloster begeht die junge Nonne Victoria (Charlotte Hope) Selbstmord und der Fall schlägt hohe Wellen. Sogar der Vatikan ist daran interessiert, den mysteriös erscheinenden Todesfall zu untersuchen, und entsendet den Priester Burke (Demián Bichir). Begleitet wird Burke, der nach einem traumatischen Erlebnis mit seinem Glauben hadert, von der Novizin Irene (Taissa Farmiga), die als junges Mädchen Visionen von einer unheimlich aussehenden Nonne hatte. Vor Ort erfährt Burke von einem Dämon, den die Bewohner des Klosters seit vielen Jahrhunderten fürchten - und er muss erkennen, dass diese Geschichte auf grauenhafte Weise mit dem Selbstmord der Nonne und den Visionen von Irene zusammenhängt, und sie alle in größter Gefahr sind…
Nach "Annabelle" ist "The Nun" das zweite Spin-off zur Horrorreihe "Conjuring". Wie bei vielen Gruselstreifen ist die Story mit wenigen Worten schnell beschrieben. In einem rumänischen Kloster begeht eine Nonne Suizid. Den Fall sollen ein Priester und eine Novizin untersuchen, also reisen sie dort hin. Schnell müssen die Beiden feststellen, dass in dem Kloster unheimliche Dinge vor sich gehen. Das wars dann eigentlich auch schon. Die dämonische Nonne wurde bereits in "Conjuring 2“ eingeführt und nun bekommt sie hier ihren Solo-Film, was allerdings oftmals nicht ganz so wirkt, weil man das Potenzial dieser Figur kaum ausschöpft. Hier und da gibt es ein paar Verwebungen mit den "Conjuring"-Filmen, was eher beliebig ausgefallen ist und kaum einen Mehrwert besitzt. Dass das Drehbuch sehr dünn ist und kaum etwas zu erzählen hat, ist jedoch nicht wirklich schlimm. Die Handlung ist in solchen Werken selten so wichtig und meistens eher dünn. Viel entscheidender ist doch, was man daraus gemacht hat und hier kann "The Nun" teilweise dann doch punkten.
"The Nun" wurde teilweise an Originalschauplätzen gedreht und die Kulissen passen sehr gut ins Geschehen. Egal ob Außenaufnahmen oder die Szenen im düsteren Kloster - das alles sieht optisch echt top aus und das sorgt für die richtige Stimmung. Die erste Hälfte fällt ungemein atmosphärisch aus, aber leider beginnt "The Nun" dann eher auf Jump-Scares zu setzen und diese Schockeffekte funktionieren einfach nicht mehr. Den anfangs noch leicht subtilen Horror ersetzt man durch die Hau-Drauf-Methode, was schade ist, denn hätte man es beim subtilen Ton belassen, dann wäre der Film ein Stück weit unheimlicher gewesen. So bekommt man Fast-Food-Grusel, der aber eben den Vorteil der tollen Kulissen besitzt. Trotzdem hat Regisseur Corin Hardy das Ganze doch recht stimmungsvoll inszeniert. An der handwerklichen Umsetzung gibt es meistens wenig zu bemängeln, nur kann sich das Geschehen trotzdem selten so richtig entfalten.
Dies wiederum liegt an einer mangelnden Figurenzeichnung. Priester und Novizin haben beide ihre dunkle Vergangenheit, was in wenigen Minuten abgehandelt ist. Die Chemie zwischen den Beiden stimmt zwar, doch ihre Charaktere sind eher langweilig. Die beiden guten Hauptdarsteller können daran nicht viel ändern, machen ihre Sache aber dennoch souverän. Demián Bichir ist ganz klar unterfordert, passt aber irgendwie gut in den Film hinein und es ist schön zu sehen, dass man nun auch Taissa Farmiga ins "Conjuring"-Universum eingebaut hat. Zwar gibt es hier noch keine Andeutungen darauf, dass sie etwas mit ihrer älteren Schwester Vera zu tun hat, (die bei "Conjuring" ja die Rolle der Lorraine Warren spielt) aber das kann man ja in weiteren Filmen noch nutzen. Außerdem spielt Farmiga das ebenfalls ordentlich. Die restlichen Darsteller sind in Ordnung, haben aber sowieso nicht viel zu tun. In der zweiten Hälfte übernehmen dann immer mehr die Effekte die Hauptrolle. Zum Glück sind diese meist von Hand gemacht, aber es wird zu viel von ihnen geboten. Der Grusel kommt abhanden und wird zu actionreich. Wenn nach 96 Minuten Laufzeit dann Schluss ist, muss man feststellen, dass nicht viel davon in Erinnerung bleiben wird. "The Nun" besitzt bedauerlicherweise keinerlei Tiefe, ist völlig belanglos, aber immerhin recht kurzweilig und unterhaltsam gewesen.Dabei ist "The Nun" nicht so schlecht wie sein Ruf, aber ein besonders guter Film ist das hier sicherlich nicht geworden. Dass die Story so dünn ist kann man gerne verzeihen, aber da die Charaktere nebenbei ebenfalls blass bleiben, fehlt einem hier schon etwas die Substanz. Man hätte da auf jeden Fall mehr draus machen können. So kann man im Endeffekt lediglich die tollen Kulissen bewundern und anfangs schwebt auch noch eine unheimliche Atmosphäre in der Luft. Hinterher mutiert das zum Hau-Drauf-Horror, der nicht gruselig ist, aber immerhin gute Effekte serviert. Außerdem wird das Ganze gut gespielt. Hat mich kurzweilig unterhalten, besitzt allerdings kaum einen Mehrwert. Im Endeffekt ist "The Nun“ nicht schlecht, aber insgesamt sehr belanglos.
5,5/10
Mittwoch, 4. November 2020
Яга. Кошмар тёмного леса - Yaga. Koshmar Tyomnogo Lesa - Baba Yaga: Terror Of The Dark Forest - Baba Yaga (2020)
Eine junge Familie ist in eine neue Wohnung an den Stadtrand gezogen. Doch während das Kindermädchen (Svetlana Ustinova), das die Mutter für ihre neugeborene Tochter engagierte, bei den kleinen Kindern schnell an Vertrauen gewann, spricht der ältere Sohn, Egor (Oleg Chugunov), eines Tages das merkwürdige Verhalten der Nanny an. Bei seinen Eltern stößt er damit allerdings auf taube Ohren. Der Vater installiert Videokameras, doch auch die zeigen keine Auffälligkeiten – alles in Ordnung. Als Egor eines Tages von der Schule nach Hause kommt, kann er aber weder seine kleine Schwester noch das Kindermädchen antreffen. Die Eltern befinden sich in einem merkwürdigen Trancezustand und erinnern sich noch nicht einmal daran, dass sie noch eine Tochter hatten. Kurzerhand macht sich Egor mit seinen Freunden auf die Suche nach den Beiden. Und schon bald stellt sich heraus, dass hinter dem geheimnisvollen Kindermädchen ein uralter Dämon steckt...
Der Regisseur Svyatoslas Podgaevskiy ("The Mermaid") bedient sich bei seinem aktuellen Film der bekannten, aus der slawischen Mythologie entsammenden Baba Jaga. Bei oberflächlicher Betrachtung ähnelt die Baba Jaga der westeuropäischen Hexe. Baba Jaga wird deshalb auch oft als Hüterin der Wasser des Lebens und des Todes bezeichnet. Das moderne Sichtbild (nach der Christianisierung der Slawen) bezieht sich mehr auf den europäischen Begriff "Hexe" (Krautfrau, Heilerin mit Zauberkräften). In dieser Sichtweise taucht sie auch in den meisten von den Sammlern im 19. Jahrhundert festgehaltenen Märchen auf, als durchweg bösartige Gestalt.
Aus diesem Ausgangsmaterial hätte man durchaus ein böses Horrormärchen der Moderne machen können, doch leider verlässt sich Podgaevskiy einmal zu oft auf den inflationären Einsatz von Jumpscares, wie man sie aus "Annabelle" oder "The Nun" kennt. Dem FIlmfan kann man mit solchen Tricks schon längst nicht mehr aus der Reserve locken, geschweigen denn gruseln. Zwar ist die Idee, die Moderne mit der Historie zu verweben gut gewählt, dch leider stimmen selten Übergänge, Timing oder gar ein strukturierter Aufbau. "Baba Yaga" bietet zwar eine qualitativ hochwertige Optik und durchaus auch solide
Kameraarbeit, jedoch keine überzeugende inszenatorische Qualität, um den
Film aus dem üblichen Einheitsbrei hervorzuheben. Damit krankt die Verfilmung "Baba Yaga" an vielen Stellen, sei es die inkohärente Inszenierung oder die verschenkten Motive der Mythologie und letztlich zerfällt die Geschichte sogar in zwei Teile. Podgaevskiy und seine Drehbuchautor*innen können die Faszination der Mythologie zu keinem Zeitpunkt glaubhaft auf die Leinwand transportieren. Sei es der düstere Wald abseits der menschlichen Lebenswelt, an den Baba Jaga wie auch in den alten Legenden gebunden ist und den sie nur unter bestimmten Voraussetzungen verlassen kann oder das mit der Hexe verknüpfte Motiv der Vergessenheit, das vollständig in den Hintergrund gedrängt wird, obwohl Schmerz und Trauer mit der todbringenden Hexe durchaus harmonisieren würden. "Baba Yaga" wird dadurch zu einem austauschbaren Dämonen-Verschnitt, ein simples Mittel zum Zweck.
"Baba Yaga" ist unterm Strich der völlig verschenkte Versuch, einer uralten Legende einen würdigen Platz im Horrorfilmgenre einzuräumen. Denn trotz ein paar guter Ideen lassen die losen Handlungsstränge und das schwache Ende nie wirklich Spannung aufkommen. Die Inszenierung ist zu flach für greifbare, kreative Neuerungen und plätschert belanglos vor sich hin.
4,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Capelight Pictures
Textauszüge: Wikipedia


























6,5/10