Dienstag, 22. Februar 2022

Space Force, Season 02 (2022)

https://www.imdb.com/title/tt9612516/

Airforce-General Mark Nair (Steve Carell) wird zum Anführer der neuen militärischen Einheit Space Force ernannt. Unter seiner Leitung soll das Weltall als Kriegsgebiet erklärt werden, in dem die USA die Oberhand behalten soll. Durch kostspielige Raketentests, ambitionierte Wissenschaftler (u. a. John Malkovich) und waghalsige Missionen, die schon auf dem Papier für Gelächter sorgen, nimmt sich Mark der Aufgabe an. Sein Ziel, die USA als repräsentative Einheit in den Weiten des Universums zu etablieren, stellt sich jedoch als Himmelfahrtskommando heraus. Die Idee hinter der neuen Einheit, die auf Befehl des Präsidenten ins Leben gerufen wurde, entwickelt sich mehr und mehr zur Lachnummer...

https://www.imdb.com/title/tt13463952/
2.1 Die Untersuchung (The Inquiry)
Der neue Verteidigungsminister stellt General Naird im Pentagon vor Gericht. Das Team muss sich zusammenreißen, um für ihn auszusagen und seinen Job zu retten. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636672/
2.2 Budgetkürzungen (Budget Cuts)
Die Space Force sieht sich mit drastischen Budgetkürzungen konfrontiert. Sehr zum Leidwesen von General Naird und Dr. Mallory. Währenddessen versucht Dr. Chan herauszufinden, weshalb Captain Ali so distanziert ist. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636698/
2.3 Die chinesische Delegation (The Chinese Delegation)
Das Team tut sein Bestes, um eine chinesische Besucherdelegation nicht vor den Kopf zu stoßen. Vor allem Dr. Mallory hat Mühe, seinen Missmut gegenüber einem Mondlandungsleugner zu verbergen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636700/
2.4 Das Europa-Projekt (The Europa Project)
Die Space Force steht vor einer wichtigen Entscheidung: Soll sie ihre Zeit damit verbringen, eine PowerPoint-Präsentation über eine außerirdische Invasion zu erstellen - oder sich auf einen Team-Streich-Krieg einlassen? - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636702/
2.5 Zuversicht (Mad (Buff) Confidence)
Erin erhält widersprüchliche Ratschläge für ein Vorstellungsgespräch an der Uni. Währenddessen will Tony eine neue Partnerschaft zwischen der Space Force und einem Energydrink-Hersteller namens Mad Buff aufbaut. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636704/
2.6 Der Arzttermin (The Doctor’s Appointment)
Tony verbreitet im Büro das Gerücht, dass General Naird sich nach einer neuen Stelle umsieht. In der Zwischenzeit gehen Dr. Chan und Dr. Mallory tatsächlich einem Jobangebot nach. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt13636710/
2.7 Der Hack (The Hack)
Da die Zukunft der Space Force in der Schwebe ist, könnten sich große Veränderungen ankündigen. Doch zunächst muss das Team damit fertig werden, dass ihre gesamte Basis gehackt wurde. Wer steckt hinter dem Angriff? - 8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix

Montag, 21. Februar 2022

Space Jam: A New Legacy - Space Jam 2 (2021)

https://www.imdb.com/title/tt3554046/

Eigentlich führt Basketball-Superstar LeBron James (LeBron James) ein glückliches Leben mit seiner Frau Kamiyah (Sonequa Martin-Green) und den gemeinsamen Kindern Darius (Ceyair Wright), Dom (Cedric Joe) und Xosha (Harper Leigh Alexander). Doch sein Verhältnis zu Dom ist etwas angeknackst, da der sich weniger für den Sport seines Vaters, sondern vielmehr für das Programmieren von Videospielen interessiert. Auf seine technischen Fähigkeiten wird eines Tages auch die Künstliche Intelligenz Al-G Rhythm (Don Cheadle) aufmerksam, die zur Verwirklichung ihrer ganz eigenen Ziele Dom und seinen Vater kurzerhand in eine virtuelle Welt entführt. Nur wenn LeBron das mächtige Team von Al-G Rhythm im Basketball bezwingt, werden er und sein Sohn wieder freigelassen. Bloß gut, dass sich in dieser Welt auch die Looney Tunes um Bugs Bunny (Stimme im Original: Jeff Bergman) und Lola Bunny (Zendaya) tummeln. Die haben ja bereits Erfahrung mit ungewöhnlichen und alles entscheidenden Basketball-Matches...

In der Fortsetzung zur Kult-Komödie "Space Jam" aus dem Jahr 1996, trifft nun LeBron James statt Michael Jordan auf die Looney Tunes.

"Space Jam 2" versucht den Spagat, ein altes Konzept neu aufzulegen und etwas zeitgemäßer zu gestalten, und dabei Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu unterhalten. Regelrechten Symbolcharakter hat in dieser Hinsicht der Beginn, als ein Junge mit einem Gameboy spielt. Deutlicher könnte man die Kinder von heute und die der 90er Jahre kaum adressieren. Und so zieht es sich im Grunde durch den gesamten Film. Die Handlung ähnelt der des Originals von 1996 und auch das wechselnde Aussehen der Figuren erscheint als ein einziger Kompromiss. Durchaus sehenswert ist allerdings die regelrechte Parade der Charaktere aus dem Hause Warner Brothers, die während des entscheidenden Matches im Publikum aufgefahren wird, denn die Zuschauerränge erweisen sich als der reinste Hort von Easter Eggs und Elefanten im Raum. Mitunter bietet der Hintergrund sogar spannendere Einblicke als das Spielgeschehen.

Der Cast umfasst mit Darstellern wie LeBron James, Don Cheadle sowie Sonequa Martin-Green und Sprecherin Zendaya einige prominente Namen, die eigentlichen Stars bleiben aber natürlich die Looney Tunes, denen allenfalls Cheadle hier und da die Show stiehlt. Unter dem Strich handelt es sich bei "Space Jam 2" um eine Fortsetzung, auf die (zurecht) vermutlich kaum jemand gewartet hat, die aber zumindest als Fanservice durchaus Sinn ergibt. Für weiterführende Ansprüche ist die Story schlichtweg zu uninspiriert. Im direkten Vergleich schneidet dieses Prequel wegen seiner mangelnden Originalität tendenziell schwächer als der Vorgänger, punkten kann die Inszenierung von Malcolm D. Lee jedoch durch unzählige popkulturelle Referenzen und beiläufige Späße, die die kreative Bankrotterklärung deutlich abmildern und somit für einen soliden Unterhaltungswert sorgen.

6/10

Von WARNER BROS. Home Entertainment gab es den Film exklusiv im limitierten Steelbook.

Quellen:
Inhaltsangabe:
Warner Bros.

Endangered Species - Danger Park: Tödliche Safari (2021)

https://www.imdb.com/title/tt13863334/

Eine wohlhabende amerikanische Familie reist in die weite afrikanische Wildnis Kenias, in der Hoffnung auf einen Traumurlaub voller Aufregung, Zusammenhalt und einer Chance, die wachsenden Risse innerhalb ihrer Familie zu kitten. Doch als ihr Safari-Fahrzeug von einem Nashorn angegriffen wird, das sein Kalb beschützt, strandet die Familie meilenweit von Hilfe entfernt und ihr Traumurlaub verwandelt sich in einen albtraumhaften Kampf ums Überleben in einer Welt, in der sie das Ende der Nahrungskette sind.

Sehr routinierter Survival-Thriller mit halbwegs brauchbaren CGI-Tieren und gerade noch annehmbaren Hauptdarstellern. Das Setting ist okay, die kenianische Savanne bietet eine herrliche Naturkulisse, die von grundsolider Kameraarbeit eingefangen und mit lokalkoloristischen Klängen unterlegt wird. Die gut gefilmten Angriffe bösartiger Hyänen und Leoparden kommen der Spannungskurve zugute, doch die zu vorhersehbare Story und das klischeehafte Konstrukt, sowie der zu deutliche Fingerzeig in Richtung Wilderei lassen einen nur müde gähnen. Auch die familiären Zwistigkeiten sind zu übertrieben, hier hätte es dem Film besser getan, hätte man sich rein auf den Survival-Horror konzentriert. Trotz dieser Schwachpunkte ist Regisseurin M. J. Bassett ein recht kurzweiliger Survivaltrip geglückt, der fast durchweg bei Laune hält, solange man die Ansprüche nicht zu hoch ansiedelt.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe:
Leonine

Sonntag, 20. Februar 2022

Cry Macho (2021)

https://www.imdb.com/title/tt1924245/

Galveston, Texas, Ende der 1970er-Jahre: Mike Milo (Clint Eastwood) war einst ein angesehener Rodeo-Star, muss diesen Job aber nach einem schweren Unfall an den Nagel hängen. Seitdem arbeitet er als Pferdezüchter und kommt damit eher schlecht als recht über die Runden. Als Mikes ehemaliger Boss Howard Polk (Dwight Yoakim) ihm einen lukrativen Auftrag anbietet, lehnt der in die Jahr gekommene Cowboy trotz einiger Bedenken nicht ab. Er soll nach Mexiko reisen und dort Howards 13-jährigen Sohn Rafo (Eduardo Minett) eingefangen. Dieser lebt dort bei seiner alkoholsüchtigen, wohlhabenden Mutter Leta (Fernanda Urrejola) und ist auf die schiefe Bahn geraten. Mit seinem gefiederten Haustier Macho tritt der Teenager in illegalen Hahnenkämpfen an. Howard Polk will indes seinen Sohn entführen, um bei seiner Ex-Frau ein Lösegeld zu erpressen. Doch es läuft nicht alles nach Plan...

"Cry Macho" war ursprünglich ein Projekt Arnold Schwarzeneggers, welches er nach seinem politischen Amt hätte drehen sollen. Wegen familiären Probleme lehnte er ab und entschied sich dazumal für den Neo-Western "The Last Stand". Clint Eastwood übernahm Jahre später das Script, Regie und gleichzeitig die Hauptrolle in diesem Neo-Western. Und das erste Positive an diesem Film ist, dass Clint Eastwood sich seines Alters bewusst ist und er einen Neunzigjährigen spielt, der eben kein überbordernder Superheld sein muss, sondern mit Würde und grimmiger Gelassenheit versucht, Situationen zu klären. Er versucht sich nicht jünger zu geben als er ist - allein dass hätte diesem Film und seiner Aussage enorm geschadet. 

Trotzdem ist "Cry Macho" nicht Eastwoods beste Arbeit. In "Gran Torino" war seine Figur herrlich wechselhaft,  in "The Mule" war seine Figur wiederum etwas zu sehr auf Hollywood Stereotype getrimmt, doch das passte in dieses Konstrukt. In "Cry Macho" gibt die Figur Mike Milo zwar nicht viel her, aber sie ist echt, auch wenn diese teilweise zu sehr nach Eastwood selber riecht. Doch das gehört einfach auch ein bisschen dazu. Die Handlung ist auf dem ersten Blick sehr dünn, was auch typisch für einen Eastwood Film ist. Doch auf dem zweiten Blick steckt viel Tiefe in der Handlung des Films. Vermutlich verstehen Texaner diesen Film besser, weil sie einfach aus dieser Gegend sind und die Sprache von dort sprechen und ihre Kultur einfach besser kennen und ihre Nachbaren die Mexikaner einfach besser verstehen. Als ruhiges Drama funktioniert der Film dank Eastwood Regie eigentlich sehr gut und wenn nicht diese überaus unglaubwürdige Romanze und die Mutter mit Ihren Verführungspielchen gegeben hätte, könnte man dieses Werk durchaus höher bewerten (auch wenn der "Eastwood-Bonus" zum tragen käme). Doch mit letzterem Handlungsstrang hat sich der betagte Mann keinen Gefallen mit getan. 

6,5/10

Von WARNER BROS. Home Entertainment gab es den Film exklusiv im limitierten Steelbook.

Quellen:
Inhaltsangabe:
Warner Bros.

Samstag, 19. Februar 2022

Moonfall (2022)

https://www.imdb.com/title/tt5834426/

Eine mysteriöse Kraft reißt den Mond aus seiner Umlaufbahn und es bleibt nicht viel Zeit, um die Kollision von Erde und Mond zu verhindern. Während NASA-Offizierin Jo Fowler (Halle Berry) verzweifelt nach einem Ausweg sucht, hat ihr in Ungnade gefallener Ex-Kollege Brian Harper (Patrick Wilson) mit Familien-Problemen zu kämpfen. Als der Astro-Experte und Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman (John Bradley) an Harper herantritt, wird dieser aber nicht nur auf die drohende Katastrophe aufmerksam, sondern sieht sich auch mit seiner Erfahrung aus einer früheren Weltraum-Mission bestätigt: Irgendwas stimmt ganz und gar nicht mit dem Mond - und das abgesehen davon, dass der Erdtrabant die Erde zu zerstören droht. Inzwischen regnet es auch schon riesige Mondbrocken auf die Erde und als Jo Fowler mit ihrem NASA-Team nicht mehr weiterkommt, holt sie kurzerhand Brian und K.C. ins Boot. Gemeinsam setzen sie die Puzzle-Stücke rund um das Mond-Mysterium zusammen und brechen zu einer waghalsigen Mission ins All auf, um den Untergang der Welt zu verhindern...

Was passiert, wenn der Mond seine gewohnte Umlaufbahn verlässt? Eine ganze Menge! Der "Master Of Desaster" Roland Emmerich liefert mit seinem neuesten Weltuntergangsszenario fast genau das ab, was man von ihm erwartet. Der Mix aus Weltuntergang und Drama ist altbekannt, doch immer, wenn hier Emmerichs Fokus ins All geht, kommt ein wenig Frische ins Haus und man erlebt bildgewaltiges Kino, über das allerdings auch nicht allzu viel nachgedacht werden sollte. "Moonfall" kombiniert einen überbordernden klassischen Katastrophenfilm mit einer absolut bizarren Geschichte und 08/15 Familiendrama. Die Geschichte drumherum ist ganz in Ordnung, aber beileibe keine Ausgeburt an Innovation. Das zu erwartende, übliche "Retten wir die Erde/Welt/Familie"-Konstrukt. Das Ergebnis ist ein Film, der viel zeigt, beim Erzählerischen aber keine klare Linie fahren will. Und nur wer bereit ist seinen Verstand an der Kinokasse abzugeben, wird hier seinen Spaß haben, auch wenn vielleicht die Filmmusik etwas dominanter, einprägsamer sein, und die CGI-Effekte (vor allem auf der Erde) etwas realer hätten aussehen können. Aber wo Roland Emmerich drauf steht, ist halt eben auch Roland Emmerich drin.

"Das ist eine neue Dimension des Irrsinns" - Dieser gesprochene Satz in der zweiten Filmhälfte steht dann irgendwie auch exemplarisch für das neuste Werk von ihm: Die Logiklöcher sind natürlich vorhanden und so groß, dass man einen ganzen Mond darin versenken könnte, die Dialoge sind einfacher Natur und die Zerstörungen wie gewohnt groß und laut und das Ende über alle Maßen und Grenzen hinaus - wie kann man das schreiben? - konstruiert. Vermutlich auch, um auf den Zug laufender Verschwörungstheorien aufzuspringen und diese zu füttern. Das kann gut gehen ("Iron Sky") oder eben schlecht. Wie hier. Patrick Wilson, Halle Berry und John Bradley machen ihr Sache ganz okay - keiner von ihnen ist aber wirklich ge- oder gar überfordert. Es dürften somit bei jedem Fan solcher Filme zwei Herzen in der Brust schlagen. Einerseits wünscht man, dass Roland Emmerich bitte niemals aufhören mag solche Filme zu drehen. Andererseits betet man, dass man sich solch hanebüchenen Mumpitz nie wieder ansehen muss. "Moonfall" ist nur für eine Sache konzipiert: dumme Unterhaltung. Und dafür macht er das eigentlich ganz gut. Für alle anderen wird er wohl genauso untergehen wie der Mond. Allerdings für immer.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe:
Leonine

Freitag, 18. Februar 2022

A Classic Horror Story (2021)

https://www.imdb.com/title/tt12877640/

Fünf Menschen, die sich eigentlich gar nicht kennen, aber ein gemeinsames Ziel haben, reisen zusammen in einem Wohnmobil. Als die Nacht hereinbricht und sie einem toten Tier auf der Straße ausweichen, krachen sie gegen einen Baum. Als die Fünf wieder zu sich kommen, finden sie sich mitten im Nirgendwo wieder. Um sie herum ist nur undringlich dichter Wald, die Straße ist verschwunden und stattdessen steht vor ihnen nun ein Holzhaus auf einer Lichtung, in dem ein unheimlicher Kult sein Unwesen treibt...

Im Mittelpunkt des 08/15 anmutendens Films "A Classic Horror Story" steht eine Gruppe ungleicher Charaktere, darunter Elisa und Mark, die von einer mysteriösen, unheimlichen Gruppe gesichtsloser Bösewichte angegriffen werden. Die Regisseure Roberto De Feo und Paolo Strippoli nutzen dieses altbekannte und nur zu sehr vertraute Setting anfangs mit entschiedener und gleichwohl frustrierender Unzulänglichkeit, denn die erste Hälfte des Films leidet unter einer absichtlichen und ungeheuer generischen Sensibilität, die durch einen völligen Mangel an überzeugenden Charakteren noch verstärkt wird.

Doch diese generierte Langeweile wird gelegentlich durch einige - im Kontext des Horrorfilms - angenehm grausame Tötungssequenzen unterbrochen. Es besteht auch wenig Zweifel daran, dass die alles andere als überzeugende Stimmung von "A Classic Horror Story" zu Beginn durch die Betonung surrealer Ereignisse verstärkt wird, wobei De Feo und Strippoli bestimmte Teile des Films mit einer "Ist das alles real oder bilde ich mir das nur ein"-Haltung versehen, die sich vor allem gegen Ende als ziemlich verhängnisvoll erweist. Das heißt, es ist für den Zuschauer schwer, in einem solchen Kontext viel Sympathie für die teils abstrusen Handlungen der Figuren aufzubringen. Es ist also klar, dass der Film von einem letzten Drittel profitiert, welches die Dinge mit einem Twist komplett auf den Kopf zu stellen versucht. Obwohl die (zugegebenermaßen) faszinierenden Entwicklungen letztendlich viel zu spät kommen, um einen wirklichen Unterschied in der Gesamtwirkung von "A Classic Horror Story" zu machen, könnte sie den Film aufwerten. Doch in Kombination mit der augenrollenden, albernen und zu selbstverliebten Schlussszene landet der Film auch nur in der Mittelmäßigkeit. Aber mit dem Hintergedanken, dass hier mehr drin gewesen wäre.

5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

Texas Chainsaw Massacre (2022)

https://www.imdb.com/title/tt11755740/

Influencerin Melody (Sarah Yarkin) macht sich zusammen mit ihrer kleinen Schwester Lila (Elsie Fisher) sowie ihren Freunden Dante (Jacob Latimore) und Ruth (Nell Hudson) auf den Weg in die weit abgelegene und fast ausgestorbene Stadt Harlow. Die Gruppe ist fest davon überzeugt, dass sie der texanischen Geisterstadt neues Leben einhauchen können. Doch sie ahnen nicht, an welchen Ort sie da gekommen sind. Denn hier trieb vor 50 Jahren der berüchtigte Serienkiller Leatherface sein Unwesen und hat die sorgfältig von der Außenwelt abgeschirmte Welt seitdem nie aus seinen blutigen Griffen gelassen. Doch mit der Ankunft der Neulinge ist es für ihn Zeit, aus seinem Versteck zu kommen und wieder zu töten. Wenn sie überleben wollen, brauchen Melody und Co. Hilfe – zum Beispiel von Sally Hardesty (Olwen Fouéré), die als Einzige das berüchtigte Massaker von 1973 überlebt habt. Und Sally ist nur zu gewillt, den Kampf aufzunehmen. Denn sie dürstet nach Rache...

Die Netflix-Produktion, für die der Regisseur David Blue Garcia noch im Vorfeld betonte, dass keinerlei Gewaltschnitte für eine Veröffentlichung vorgenommen werden mussten, knüpft als direkte Fortsetzung an Tobe Hoopers Horror-Meilenstein "Blutgericht in Texas" aus dem Jahre 1974 an. Die Aussage Garcias mag den einen oder anderen fragwürdig erscheinen, denn diese Aussage kann so viel bedeuten: einerseits, dass von vornherein eben nicht "genug" Gewalt im Film gezeigt wird oder eben keine explizite Gewalt. Man darf aber entwarnen. Der neueste Ableger aus der Horror-Reihe ist mindestens genauso brutal (wenn nicht sogar noch expliziter) wie seine Vorgänger und geizt nicht mit teilweise extrem blutigen Schauwerten, die in der Vergangenheit u.a. dafür sorgten, dass ein Film gar nicht erst ungeschnitten veröffentlicht wurde. 

Positiv ist zudem hervorzuheben, dass die Optik und das Setting passen, die austauschbaren Schauspieler machen ihre Sache im Rahmen der limitierten Handlung aber ganz ordentlich. So richtig sympathisch ist hier aber keiner, sodass sich das Mitfiebern, bis auf einige wenige der Situation geschuldeten spannenden Szenen, in Grenzen hält. Doch Leatherface (schweigsam und kompromisslos: Mark Burnham) sorgt mit reichlich plumper Brutalität für die ein oder andere Szene, die den Zuschauer durchaus veranlasst, durch zusammengebissene Zähne Luft einzusaugen oder vor Ekel die Mundwinkel zu verziehen. Doch es ist im Endeffekt genau das, was man von einem Film, der "Texas Chainsaw Massacre" heißt, auch erwartet. Hier geht es nicht darum, ein "Whodunnit"-Spiel zu spielen, hier geht es lediglich darum, seine eigene perverse Blutlust zu befriedigen. Und das kann man dem Streifen nicht absprechen - er liefert auf beinahe voller Länge. Trotzdem bleibt das Ganze nicht völlig sinnlos und die ein oder andere Überraschung, nämlich wer überlebt und wer stirbt, sorgt für Unterhaltung. Zugute halten muss man auch, dass sich der Film nicht ewig aufhält, sondern recht schnell zur Sache kommt und die Laufzeit von knapp 80 Minuten gibt der Geschichte von Fede Alvarez ("Evil Dead") den nötigen Pepp und spätestens wenn sich Leatherface durch einen Bus voller Teenies "arbeitet", dürfte auch der letzte bis dahin nicht überzeugte Gorehound freudig grinsen. Alles in allem genau das, was man erwarten konnte und sogar noch ein wenig mehr, inkl. Medienkritik als Randnotiz. Ja, in diesem Stil darf die Kettensäge gern weiter knattern.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix