Freitag, 6. Oktober 2023

La Foresta Di Ghiaccio - The Ice Forest - Der Eiswald (2014)

https://www.imdb.com/title/tt2559786/

Ein junger Elektriker wird in ein abgelegenes italienisches Bergdorf geschickt, um das kleine Kraftwerk, das den Ort mit Strom versorgt, zu reparieren. In dem verschneiten Örtchen herrrscht eine seltsame und bedrohliche Atmosphäre und ein Bewohner scheint spurlos verschwunden zu sein. Schnell findet er heraus, dass das Kraftwerk für finstere Zwecke genutzt wird...

Der gleichnamige Wald mag zwar makellos mit Schnee bedeckt sein, aber die Dramatik verwandelt sich schon vor dem Ende von "Der Eiswald", einem hochglänzenden, wenig logischen Noir, in Matsch. Ein wenig zäh kommt der zweite abendfüllende Spielfilm des italienischen Regisseurs Claudio Noce daher und obgleich die Story auf den ersten Blick viel Spannung verspricht und sogar - mal abgesehen von den konträren Situation - in Teilen an "Silent Hill" erinnert, ist "Der Eiswald" langatmig und bietet dem erfahrenen Thriller-/Horrorfreund wenig Neues. Auch ist die verworrene Geschichte über das Verschwinden von Menschen an der italienisch-slowenischen Grenze nicht wirlich nachvollziehbar und kokettiert mit der Aktualität des Themas Menschenhandel in Europa, ist aber ansonsten größtenteils den amerikanischen Erzählkonventionen verhaftet - bis hin zu der Country-Musik, die gelegentlich über die kühlen Ereignisse dröhnt. Das Mysterium ist zu diffus, um die Aufmerksamkeit der meisten Zuschauer zu fesseln, und es ist unwahrscheinlich, dass dieser dichte "Eiswald" den Grad an Crossover-Interesse auf sich ziehen wird, auf den er offensichtlich abzielt, obwohl er Noce als einen Genre-Handwerker von internationalem Niveau ausweist. "Grenztode sind niemandes Tode", brummt ein gereizter Bergmann - eine Aussage, die in dem geografischen und stilistischen Niemandsland, das "Der Eiswald" besetzt, angemessen erscheint, wo italienische und osteuropäische Stereotypen gleichermaßen durch das Prisma der Hollywood-Tradition gebrochen werden. Es ist ein hybrides Milieu, wie man es aus einer Reihe von jüngeren (und ähnlich frostigen) nordischen Noir-Filmen kennt, obwohl es schwer ist, nicht zu spüren, dass die von Noce gewählte Region reichhaltiger an kulturellen und soziologischen Konflikten ist, als der Film vermuten lässt. Die abwechslungsreiche, geschmackvolle Besetzung - darunter die auffällige russische Schauspielerin Ksenia Rappoport und der bekannte serbische Autor Emir Kusturica in den Hauptrollen - verleiht dem Film Struktur, auch wenn die Charaktere des Films nicht besonders ausgeprägt sind.

Es überrascht nicht, dass die Zahl der menschlichen Bestien höher ist als die der tierischen, angefangen bei den finsteren Brüdern Secondo (Kusturica) und Lorenzo (Adriano Giannini), die das örtliche Einwanderergeschäft betreiben. Die Ankunft von Lana ist nicht die einzige, die sie in Aufregung versetzt: Als der junge Elektriker Pietro (Domenico Diele) auftaucht, um einen Stromausfall in der Fabrik zu beheben, verschwindet Lorenzo kurz darauf. Dem Publikum wird es leichter fallen, die Dynamik zwischen den Figuren herauszuarbeiten, als das genaue Ziel der Ermittlungen zu bestimmen, denn der auslösende Mord sieht immer mehr nach einem MacGuffin aus. Das anfängliche Versprechen eines winterlichen Euro-Spins führt letztendlich zu machohaften, schwülstigen Ergebnissen. Dennoch ist Rappoport (der schon in italienischen Genrefilmen mitgewirkt hat) eine engagierte, intelligente Erscheinung.

Das Ganze sieht nicht nur wegen der sicheren Alpenkulisse robust und schön aus: Michele D'Attanasios geschmeidige Kameraführung strafft die Farbpalette effektiv und reduziert die winterliche Wunderlandschaft auf düstere, fast monochrome Töne, während sie gleichzeitig künstliche Rottöne im Bild zulässt. Angesichts der vielschichtigen Identität des Films ist die Filmmusik des italienischen Duos Ratchev & Carratello ein angemessenes Sammelsurium von Einflüssen, das von akustischem Bluegrass bis zu Chorkitsch reicht. Seltsamerweise ist die Kontinuitätsarbeit angesichts der allgemeinen Glätte der Präsentation ausgesprochen schlampig - das wiederholte Verschwinden von Dieles Ohrringen von Szene zu Szene gehört zu den weniger dringenden, aber bemerkenswert ungelösten Rätseln des Films.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: amazon Video

The Continental: From The World Of John Wick - The Continental: Aus der Welt von John Wick

https://www.imdb.com/title/tt6486762/

Jede Legende hat ihren Ursprung. Während Hotels sich meist auf entspannte Familienurlaube spezialisieren, hat die Hotelkette “The Continental” ihr ganz eigene Klientel: Sie fungiert als Zufluchtsort für Auftragsmörder*innen und Schwerstverbrecher*nnen, denn hier gilt das Gebot der Neutralität. Geschäfte machen, Morden und Stehlen sind demnach strengstens verboten. Im Sündenpfuhl des New Yorks der 1970er Jahre gerät Winston Scott (Colin Woodell), ein junger Mann mit zweifelhaften Absichten, in einen Sog aus Gewalt, Kriminalität und Selbstzerstörung, der sein Leben für immer verändern wird. Doch egal wie tief er auch in die düstere Unterwelt vordringen mag, drohen ihn die Schatten seiner Vergangenheit einzuholen. Sein Weg führt ihn letztendlich zum “Continental”, ein Ort, der viele Geheimnisse birgt und ihm eine große Zukunft versprechen könnte. Winston kennt aller Widrigkeiten zum Trotz nur ein Ziel: Er will das “Continental” übernehmen, um seinen rechtmäßigen Platz auf dem Thron zu beanspruchen. Doch welchen Preis muss er dafür zahlen? 

Der Auftakt zur sehr erfolgreichen "John Wick"-Reihe hat einen unglaublichen Aufhänger. Es gibt keinen schnelleren Weg, alle auf die Seite des Protagonisten zu bringen, als seinen Hund zu töten, während er um seine verstorbene Frau trauert. Das ist ein starker - und einfacher - Motivator. "The Continental" hat keinen so klaren Aufhänger.

https://www.imdb.com/title/tt13217676/
1. Waffenbrüder - Nacht 1 (Brothers In Arms - Night 1)
Während einer Neujahrsfeier in den 1970er Jahren gelingt Frankie Scott ein gewagter Raubüberfall auf das Continental Hotel in New York City, bei dem er eine Münzpresse stiehlt, mit der sich die wertvolle Goldwährung prägen lässt, die von den Mitgliedern des High Table verwendet wird. Der Manager des Continental, der Verbrecher Cormac O'Connor, entführt Frankies Bruder Winston in London und bringt ihn nach New York, wo er sich nach dem Verbleib seines Bruders erkundigt. Cormac, der Frankie und Winston in der kriminellen Unterwelt großgezogen haben soll, setzt den Adjudikator des Hohen Tisches unter Druck, um die Münzpresse zurückzubekommen, und lässt letzteren gehen, befiehlt aber seinen Männern, ihm zu folgen. Winston besucht seinen alten Kollegen Charlie und bringt Frankie mit einem Karate-Dojo in Chinatown in Verbindung, das von den Geschwistern Lou und Miles betrieben wird, die sich mit Waffengeschäften über Wasser halten müssen, um ihr Geschäft zu erhalten. Miles, Frankies alter Vietnamkriegskamerad, rät Winston, seinen Bruder in Alphabet City zu suchen. Winston findet Frankie und seine Frau Yen, die sich in einem verlassenen Kino verstecken, doch das Gebäude wird von Cormacs Attentätern angegriffen, darunter das stumme Geschwisterpaar Hänsel und Gretel. Die Gruppe trifft sich wieder mit Charlie und seinen Männern, findet aber heraus, dass einer von Charlies Mitarbeitern sie an Cormac verraten hat, dessen Killer sie umschwärmen. Nach einer Verfolgungsjagd, die zu einem Mietshaus führt, kämpft sich das Trio auf das Dach, wo Frankie einen Hubschrauber organisiert hat. Während Yen und der Pilot verwundet werden, opfert sich Frankie mit der Truhe, die angeblich die Münzpresse enthält, und wird von Hänsel und Gretel erschossen. Die beiden bringen die Truhe zu Cormac zurück, der empört feststellt, dass sich die Münzpresse nicht darin befindet. Winston, der auf Rache sinnt, bringt den verwundeten Yen zu Lou und Miles' Dojo und sagt ihnen, dass er "Waffen braucht... viele Waffen".

Leider trifft das alles nicht ins Schwarze. Die Charaktere sind alle zu dünn gezeichnet, als dass ihre vage referenzierten Geschichten oder familiären Bindungen überzeugend wären, und was Frankie gestohlen hat, wird nur in den vagesten Begriffen enthüllt - wenn man das John Wick-Universum kennt, kann man seine Bedeutung erahnen, aber selbst dann ist es zu sehr ein Mysterium, um wirklich zu interessieren. Das ändert sich auch im Laufe der Episode nicht, die mit einem Cliffhanger endet, der nur dazu dient, dass sich die vorangegangenen 1 Stunde und 26 Minuten wie eine Vorbereitung auf die nächste Episode anfühlen. Natürlich lädt ein Prequel, das sich selbst als "Aus der Welt von John Wick" bezeichnet, zu solchen Vergleichen mit den Filmen ein, vor allem, wenn die Schöpfer Chad Stahelski, Derek Kolstad und David Leitch als ausführende Produzenten mit an Bord sind. Winston, gespielt von Colin Woodell, unterscheidet sich deutlich von seinem Gegenstück auf der Leinwand (Ian McShane), was zwar beabsichtigt sein mag, aber dennoch bizarr wirkt. Die beiden Versionen der Charaktere haben praktisch nichts gemeinsam, was eine seltsame Distanz zwischen Prequel und Original hinterlässt - eine Distanz, die zu groß erscheint, um sie in drei Episoden zu überbrücken. Das soll nicht heißen, dass Woodell seine Sache schlecht macht - er liefert eine solide Leistung ab, aber leider hat er nicht viel, womit er arbeiten kann, abgesehen von der schräg angedeuteten tragischen Hintergrundgeschichte, die zu fadenscheinig ist, um zu fesseln. "The Continental" entfernt sich auch weit vom Stil und Ton der "John Wick"-Reihe, visuell viel düsterer - obwohl es viele leuchtende Neonschilder gibt, die die Düsternis durchdringen - mit Charakteren, die wie hartgesottene Detektive sprechen. Einige der Dialoge sind gestelzt und klischeehaft und die peinlichen One-Liner kommen nie an, vor allem nicht die von Mel Gibson. Er liefert auch keine Leistung ab, die einzigartig oder inspiriert genug wäre, um seine Beteiligung zu erklären. In Night 1 ist Cormac ein abgedrehter, aber böser Ein-Mann-Bösewicht. Es wird sich im Laufe der Serie mehr über ihn herauskristallisieren, aber auch hier gibt es einfach nicht genug, um sich in ihn hineinzuversetzen - was bei einer fast 90-minütigen Eröffnungsepisode besonders ungeheuerlich ist. Die lange Laufzeit ist auch nicht gerechtfertigt, da ein beträchtlicher Teil der Zeit mit Figuren und Nebenhandlungen verbracht wird, die sich überflüssig anfühlen. Das Hauptthema der Serie ist eindeutig Winston gegen Cormac, warum also verbringt man so viel Zeit damit, sich mit einer Vielzahl anderer Geschichten herumzuschlagen? Der schlimmste Übeltäter sind zwei NYPD-Detectives, Mishel Pradas KD und Jeremy Bobbs Mayhew. KD befindet sich auf Kollisionskurs mit dem Continental, aber eines der wichtigsten Merkmale der "John Wick"-Reihe ist ihre Aura des Geheimnisvollen - man erfährt immer nur so viel, wie man wissen muss. Ein normaler Polizist, der auf der Suche nach der Wahrheit die Grenze zwischen der normalen und der kriminellen Welt überschreitet, fühlt sich zu sehr so an, als würde man eine Zauberervorstellung ruinieren. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Wick-Geschichten ist natürlich die atemberaubende Action. Leider ist der Großteil der Action in The Continental enttäuschend. Die erste Actionszene, eine Schießerei in einem Treppenhaus, ist schwach beleuchtet und mit einer viel zu wackeligen Kamera gefilmt. Dann gibt es eine Verfolgungsjagd, die  nur in Schnappschüssen gezeigt wird und nicht mit dem atemberaubenden Stil von "John Wick 4" vergleichbar ist. Gegen Ende der Episode wird jedoch einige Nahkampf-Action gezeigt, bei der Nhung Kates Yen nach einem spannenden Küchenkampf einen einfallsreichen Kill durchführt. Die Folge sieht auch sehr teuer aus, auch wenn die triste Farbpalette und die schwache Beleuchtung die Qualität verschleiern. Berichten zufolge hatte "The Continental" ein horrendes Budget von mehr als 20 Millionen Dollar - pro Folge. Das Hotel selbst ist ein angemessen aufwändiger Schauplatz und das Produktionsdesign ist von gleichbleibend hohem Standard. Unterm Strich muss man konstatieren: Hier gibt es noch viel Potenzial. Glücklicherweise endet die erste  Episode an einem solch vielversprechenden Punkt, wenn auch mit einem abgedroschenen Rückgriff auf eine Dialogzeile aus den Filmen, nur für den Fall, dass man vergessen hat, dass diese Serie aus der Welt von John Wick stammt - was man nach 90 Minuten, die man sich durch "The Continental: Nacht 1" gequält hat, durchaus haben könnte. - 4/10

https://www.imdb.com/title/tt15192658/
2. In Treue und Ergebenheit - Nacht 2 (Loyalty To The Master - Night 2)
Winston will sich an O'Connor für den Tod von Frankie rächen und stellt ein Team zusammen, um einen Insider zu gewinnen. Yen stellt entsetzt fest, dass Frankie bereits eingeäschert wurde, als sie das Bewusstsein wiedererlangt und greift Winston an, gibt aber schließlich nach. Lou hat eine Auseinandersetzung mit dem neuen chinesischen Mafiaboss, der das Dojo ihres Vaters in seinem Andenken bewahren und vom Einfluss der örtlichen Gang freihalten will. Da der Adjudikator eine knappe Frist für die Rückgabe der Münzpresse gesetzt hat, schickt O'Connor die Zwillinge zu Charlies Wohnwagen, den sie durchwühlen, aber ohne Erfolg. Thomas, der Cellist des Hotels, bekommt von O'Connor eine teure Lektion in Sachen Loyalität erteilt.

"The Continental: Nacht 2" ist eine Verbesserung gegenüber der langsamen ersten Folge, aber immer noch ohne den entscheidenden Funken - und zu sehr wie ein Vorspiel zum Hauptereignis. "Nacht 1" endete mit einem Cliffhanger, der ein Feuerwerk versprach. Leider zündet aber die Lunte in Nacht 2 immer noch nicht, sondern schlängelt sich wieder einmal zu einer weiteren Vorbereitung auf eine zukünftige Explosion. Der Schwerpunkt dieser Folge verlagert sich auf einen direkteren Showdown zwischen Winston und Cormac, aber das Ganze verzettelt sich in viel zu vielen Nebenhandlungen und Nebenfiguren. Es werden Versuche unternommen, diese weiter auszubauen - Jessica Allains Lou hat einen interessanten Zusammenstoß mit einem Rivalen, während Hubert Point-Du Jours Miles und Nhung Kates Yen auf eine Nebenmission gehen, die mehr über Miles' Beziehung zu Frankie und ihre Erfahrungen in Vietnam enthüllt. Diese Momente wirken immer noch wie unnötige Beilagen. In Nacht 2 kommt auch die Adjudikatorin (Katie McGrath) aus Nacht 1 zurück. Im Moment ist die Bedrohung, die von ihr ausgeht, noch nebulös - Cormac ist sichtlich verunsichert von ihr, aber sie scheint auch bereit zu sein, Regelverstöße an einem entscheidenden Punkt zuzulassen, was einen ziemlich grundlegenden Grundsatz des "John-Wick"-Universums in Frage stellt. Wieder einmal wird die gestohlene Münzpresse erwähnt, aber man weiß immer noch nicht wirklich, warum sie so wichtig ist. Offensichtlich lebt die kriminelle Welt von diesen Goldmünzen, aber bisher hat nichts wirklich den ganzen Ärger gerechtfertigt. Im Grunde hat Frankie das Äquivalent eines Geldautomaten gestohlen. Warum die ganze Aufregung? Da sich die ganze Serie darum dreht, wäre es schön gewesen, dies auch in Folge 1 zu erfahren. Was die Action angeht, so gibt es in Nacht 2 kaum Kämpfe - wahrscheinlich als Vorbereitung auf den totalen Krieg in der letzten Folge. Wo Nacht 2 allerdings wirklich zu seinem Recht kommt, ist Ayomide Adeguns Charon. Er war das Highlight von Nacht 1 und ist auch der beste Teil dieser Folge. Adeguns Version des Charakters ähnelt der von Lance Reddick, was ihn in Kombination mit seinem ruhigen, freundlichen Auftreten so unglaublich sympathisch macht - besonders in einer bewegenden Szene auf dem Dach des Continental zwischen Charon und dem jungen Cellospieler des Hotels. Es ist Adeguns Charon zu verdanken, dass "The Continental" in den letzten 10 Minuten von Nacht 2 endlich in Schwung kommt. Endlich kommt es zu einer echten Interaktion zwischen Winston und Charon - es ist seltsam, dass es so lange gedauert hat, wo das Duo doch in den Filmen eine so starke Bindung hat - und Cormac entpuppt sich als wahrhaft abschreckender, abscheulicher Bösewicht, während sich eine faszinierende Entwicklung in seiner Beziehung zu Charon abspielt. Das Problem ist nur, dass es nicht bis zum Ende von Folge 2 hätte dauern dürfen, bis eine Serie, die als Dreiteiler angekündigt wurde, interessant wird. In der Zeit, die The Continental braucht, um endlich Fuß zu fassen, hätte man "John Wick" zweimal sehen können.

Wieder einmal endet die Folge mit dem Hinweis, dass noch mehr kommen wird, was bedeutet, dass fast alle Teile von Nacht 1 und Nacht 2 nur ein Prolog für die eigentliche Action in Nacht 3 sind. Eine schlankere, gestraffte Version von "The Continental" könnte ohne weiteres als einzelner Film existieren, so dass die Entscheidung, eine überlange, überfüllte Fernsehserie zu machen, verwundert. Es sieht so aus, als würde "The Continental" von Nacht 3 leben und sterben, was bei einem wöchentlichen Sendeplan nicht ideal ist. Man weiß ja bereits, dass Winston dank der Filme die Kontrolle über das Hotel übernommen hat. Die Spannung vor der letzten Folge beruht also ausschließlich auf seiner Geschichte mit Cormac und seinem Streben nach Rache nach Frankies Tod. Winstons Rachefeldzug beruht auf einer Hintergrundgeschichte, die einfach nicht besonders interessant ist; man weiß einfach nicht genug über Cormacs und Winstons Vergangenheit, und das, was man weiß, hat nur wenig Tiefgang. Es bleibt abzuwarten, ob Nacht 3 diese Lunte endlich zünden kann - aber im Moment sieht "The Continental" mehr und mehr wie ein Rohrkrepierer aus. - 4,5/10

https://www.imdb.com/title/tt15192662/
3. Theater des Schmerzes - Nacht 3 (Theater Of Pain - Night 3)
Das Ende ist da. Nach zwei trägen, verworrenen Episoden nähert sich "The Continental" seinem Ende - endlich gibt es Action, aber es ist ein frustrierendes Ende für eine Serie, die nie wirklich herausfindet, was sie sein will - was bedeutet, dass man wahrscheinlich nie wieder reinschauen wird. "The Continental: Nacht 1" und "Nacht 2" legten den Grundstein für einen epischen Showdown zwischen Winston und Cormac und brauchten so lange, um zum unvermeidlichen Angriff auf das Hotel zu kommen, dass sich "The Continental: nacht 3" wie eine Erleichterung anfühlt, einfach weil tatsächlich etwas passiert, auch wenn es nicht sonderlich befriedigend ist. "Nacht 1" endet mit dem Versprechen, dass man "Waffen, viele Waffen" sehen wird - und nach dem 90-minütigen Ablenkungsmanöver von "Nacht 2" tut man dies auch endlich. Die Action ist einfallsreicher und ehrgeiziger als in den beiden vorangegangenen Teilen, aber sie stößt immer wieder auf das gleiche Problem: Die Figuren sind nicht so ausgearbeitet, dass es wirklich interessiert, ob sie in Gefahr sind oder nicht. Aber es macht Spaß, einer Gruppe von Attentätern zuzusehen, die sich zu einer flotten Melodie zum Kampf rüsten, und es gibt einige wirklich beeindruckende Szenen, die sich um die seltsamen Zwillinge Hänsel und Gretel (Mark Musashi und Marina Mazepa) drehen. Hänsel nimmt es mit den Geschwistern Miles und Lou in einem Nahkampf auf, der an Spannung und Brutalität kaum zu überbieten ist, während Gretal Yen in einem atemberaubenden Kampf auf einem Dach herausfordert, dessen akrobatische Bewegungen einen erschaudern lassen. Es ist immer noch nicht ganz auf dem gleichen spannenden, einfallsreichen Niveau wie die "John Wick"-Filme, aber es ist ein großer Schritt nach vorne gegenüber dem, was man bisher in der Serie gesehen hat. Es gibt allerdings immer noch ein paar enttäuschende Action-Momente - was eine große Schießerei verspricht, wird stattdessen nur durch Mündungsfeuer gezeigt, wenn das Licht ausfällt, und wenn der Strom wieder da ist, ist es praktisch, dass alle bis auf zwei Hauptfiguren in der Dunkelheit getötet wurden. 

Winstons und Cormacs lang erwarteter Showdown ist ebenfalls antiklimaktisch; sie verbringen einen Großteil der Folge getrennt voneinander, und wenn sie dann aufeinandertreffen, fehlt es an Gefühl. Dieser Kampf beruht einzig und allein auf unserer emotionalen Beteiligung, da man bereits weiß, dass Winston siegreich sein wird. Leider scheint sich die Serie dessen nicht bewusst zu sein, denn die Geschichte zwischen Winston und Cormac ist immer noch vage, abgesehen von einer einzigen Katastrophe, die erstaunlicherweise in letzter Minute zu einem wichtigen Faktor der Handlung wird. Cormac scheint am Ende von Nacht 2 ein etwas nuancierterer Bösewicht zu werden, aber hier kehrt er zur allgemeinen "bösen und verstörten" Charakterisierung zurück. Sicher, es gibt oft Platz für einen Bösewicht, der nicht mehr als "böse" ist, aber in einer Serie, die versucht, eine große Rivalität aufzubauen, die auf einer tragischen Hintergrundgeschichte zwischen dem Protagonisten und dem Hauptbösewicht beruht, funktioniert das einfach nicht. Der Kampf zwischen Winston und Cormac gibt der Serie die Möglichkeit, eine neue Mythologie einzuführen, obwohl "The Continental" das nicht ganz schafft. In Nacht 3 erfährt man mehr über das Hotel selbst, einschließlich seiner Selbstverteidigungsmechanismen. Das ist interessant, aber in "John Wick: Kapitel 3" gibt es einen großen Angriff auf genau diesen Ort, und man kommt nicht umhin zu meinen, dass einige dieser Maßnahmen damals nützlich gewesen sein könnten. Nun gut.

Es gibt auch einen wirklich bizarren Austausch zwischen Winston und dem Adjudicator - der von Katie McGrath mit unheimlicher Anmut gespielt wird -, der andeutet, dass der Adjudicator nicht so sehr an einem totalen Angriff auf das Hotel interessiert ist. Auf dem Continental-Gelände werden verdammt viele Geschäfte abgewickelt, also was soll das? John Wick hat in diesem Hotel einen Mann getötet und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Selbst wenn die Hohe Kammer wollte, dass Cormac herausgefordert wird, ist es seltsam, dass der Regelverstoß in einer Welt, die sich um ihre klar definierten Gesetze dreht, einfach mit einem Achselzucken abgetan wird. Das hängt mit einem Problem zusammen, das ich schon die ganze Serie über hatte, nämlich mit der merkwürdigen Entschlossenheit, Informationen zurückzuhalten. Im Finale ist dies noch ausgeprägter. Es ist kaum zu glauben, dass man immer noch keine Ahnung hat, warum diese Münzpresse so wahnsinnig wichtig ist? Das Ding, um das sich die ganze Serie dreht? Außerdem wird das Motiv der hartnäckigen NYPD-Detektivin KD in der letzten Folge endlich aufgedeckt, aber es ist ein Twist, der ein Augenrollen hervorruft, nachdem es so lange gehütet wurde, dass ihre Geschichte wie eine langweilige Ablenkung erschien. Jetzt stellt sich heraus, dass sie tatsächlich eine ziemlich grundlegende Verbindung zu Winston hat, und man kann nur sagen: "Okay? Es wäre zwar schön gewesen, das schon in Folge 1 zu wissen, um mir Zeit zu geben, mich darauf einzulassen, aber gut!"

Und am Ende von Nacht 3 hat "The Continental" seine eigene Existenz einfach nicht gerechtfertigt. Die neue Geschichte passt nicht zu den Filmen - die ohnehin weitaus besser sind - und am Ende der fast viereinhalbstündigen Erzählung weiß man nicht einmal, warum Winston das Hotel verwalten und nicht einfach nur Cormac vernichten wollte. Man lernt auch keine der neuen Figuren gut genug kennen, um sich für ihre individuellen Geschichten zu interessieren. Wenn der Abspann läuft, kommt einem die ganze Serie Null und nichtig vor. Es bleibt abzuwarten, ob "The Continental" seine Pforten für eine zweite Staffel öffnen wird - aber nach diesen drei lauwarmen, seichten Episoden weiß man eigneltich schon, dass man nicht wieder vorbeischauen wird. - 5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe
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Poster/Artwork
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Mittwoch, 4. Oktober 2023

Ahsoka, Season 01 (2023)

https://www.imdb.com/title/tt13622776/

Nach dem Fall des Imperiums bricht Anakin Skywalkers frühere Jedi-Schülerin Ahsoka Tano (Rosario Dawson) in die Tiefen des Alls auf, um den gefährlichen imperialen Befehlshaber Thrawn (Lars Mikkelsen) ausfindig zu machen, der zusammen mit Rebell und Nachwuchs-Jedi Ezra Bridger (Eman Esfandi) vor einiger Zeit in den Hyperraum entschwunden ist. Zur Seite stehen Ahsoka dabei ihre mandalorianische Freundin Sabine Wren (Natasha Liu Bordizzo) und Ezras einstige Kapitänin Hera Syndulla (Mary Elizabeth Winstead), während die auf der dunklen Seite der Macht stehende Shin Hai (Ivanna Sakhno) im Auftrag des Ex-Jedi und Thrawn-Verbündeten Baylan Skoll (Ray Stevenson) Jagd auf Ahsoka und ihre Mitstreiterinnen macht...

https://www.imdb.com/title/tt13622790/
1. Teil Eins: Meister und Schüler (Part One: Master And Apprentice)
Der Söldner und ehemalige Jedi Baylan Skoll und seine Schülerin Shin Hati überfallen einen Gefangenentransport der Neuen Republik mit Lady Morgan Elsbeth an Bord, die zuvor von Ahsoka Tano gefangen genommen worden war. Die beiden befreien Elsbeth, die Skoll mitteilt, dass Ahsoka nun auch von der Sternenkarte weiß, die den Aufenthaltsort des verschollenen Großadmirals Thrawn kennt. Ahsoka und ihr Begleiter, der Architekturdroide Huyang, bergen derweil eine Kugel mit der Karte aus einem Tempel der Nachtschwestern auf dem Planeten Arcana und entkommen knapp, nachdem Elsbeths HK-Droiden auftauchen und den Tempel zerstören. Ahsoka trifft sich danach auf dem Flaggschiff der Neuen Republik Basis Eins mit General Hera Syndulla, wo Huyang ihr offenbart, dass die Sternenkarte immer noch verschlüsselt ist. Durch die Gerüchte über Thrawn glaubt Hera, dass auch ihr alter Freund Ezra Bridger überlebt hat; dieser verschwand bei der Belagerung Lothals mit dem Großadmiral. Hera gibt Ahsoka den Ratschlag, Sabine Wren um Hilfe zu bitten, um die Karte zu entschlüsseln. Deren Verhältnis ist jedoch angespannt, da Ahsoka sie einst als Padawan-Schülerin unterwies, jedoch vor Beendigung ihrer Ausbildung verließ. Nach einem erneuten Bruch kehrt Sabine mit der Karte in ihre Unterkunft, Ezras ehemaligem Zuhause auf Lothal, zurück und denkt dort weiter nach. Gerade als Sabine die Karte entschlüsselt, wird sie von Shin konfrontiert; obwohl sie sich mit Ezras Lichtschwert kurzzeitig wehren kann, wird sie lebensgefährlich verletzt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt27484643/
2. Teil Zwei: Zeiten des Aufruhrs (Part Two: Toil And Trouble)
Sabine kommt in einem Krankenzimmer wieder zu sich und erholt sich von ihrer Verletzung. Durch einen Droiden, der Ahsoka attackiert hat, ist sie in der Lage, den Herkunftsort der Droiden auszumachen, die Schiffswerft der Neuen Republik auf dem Planeten Corellia. Während Huyang bei Sabine bleibt, stellen Ahsoka und Hera auf der Industriewelt Nachforschungen an. Derweil öffnet Elsbeth auf der Welt Seatos über einen Schrein die Karte und erklärt Baylan sowie Shin, dass Thrawn sich in einer anderen Galaxis befände, aus der sie ihn befreien wolle. Um Erfolg zu haben, wird Shin nach Corellia geschickt, um den imperialen Inquisitor Marrok zu unterstützen, der ebenfalls von Elsbeth als Söldner angeheuert wurde. In einer Fertigungsanlage entdecken Ahsoka und Hera, dass es noch immer imperiale Sympathisanten gibt und schalten diese aus. Zeitgleich verlässt ein fremdes Schiff mit einem großen Hyperantrieb die Werft und Marrok taucht auf. Während Ahsoka sich diesem im Kampf stellt, jener aber schon bald wieder die Flucht ergreift, verfolgt Hera in der Phantom II das fremde Schiff; kurz bevor es in den Hyperraum springen kann, gelingt es Heras Droide Chopper aber einen Peilsender am Schiff anzubringen. Nachdem die übrigen Mitarbeiter der Werft verhaftet werden, kehrt Ahsoka nach Lothal zurück und begibt sich von dort wieder auf eine neue Reise, nun aber in Begleitung von Huyang und Sabine, die wieder ihre mandalorianische Rüstung trägt. Der Hyperantrieb erreicht derweil sein Ziel und wird in einen großen Hyperraumring überführt; mit diesem Schiff namens Eye of Sion plant Elsbeth nun ihren Meister zurückzuholen. - 8,5/10 

https://www.imdb.com/title/tt27484650/
3. Teil Drei: Bereit zum Abflug (Part Three: Time To Fly)
Sabine nimmt ihre Ausbildung unter Ahsokas und Huyangs Anleitung wieder auf, während sie mit ihrer Unfähigkeit, die Macht zu benutzen, kämpft. Hera tritt unterdessen vor den Verteidigungsrat unter Kanzlerin Mon Mothma und informiert diese sowie die anwesenden Senatoren über die Geschehnisse auf Corellia. Ebenfalls bringt sie Thrawn zur Sprache und bittet um die Sendung der Flotte nach Seatos. Trotz Mothmas Unterstützung weigern sich die Senatoren Heras Worten zu glauben und sind der Ansicht, dass sie bloß Ezra finden wolle. Daraufhin informiert Hera Ahsoka, Sabine und Huyang, dass jene auf sich allein gestellt sind. Über Seatos angekommen entdeckt das Trio die Eye of Sion und wird von dieser beschossen, nachdem sie Shin und Marrok entkommen und deren Begleitschiffe ausschalten können. Beim Anflug auf den Planeten begegnen sie mehreren Purrgils, ehe sie im Wald landen. Baylan schickt daraufhin seine Leute aus, um das Trio aufzuspüren. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt27484653/
4. Teil Vier: Gefallene Jedi (Part Four: Fallen Jedi)
Im Wald von Seatos steht Huyang kurz vor der Reparatur des Schiffes, durch den Angriff mehrerer HK-Droiden wird diese jedoch hinausgezögert. Ahsoka und Sabine schalten die Angreifer aus und stoßen danach auf Shin und den Inquisitor Marrok, die sie in Kämpfe verwickeln. Marrok, der sich als – von den Nachtschwestern verhexter – Untoter entpuppt, wird dabei ausgeschaltet und Shin flüchtet zum Schrein, wo sich der dort wartende Baylan kurz darauf mit Ahsoka duelliert. Diese greift auf die Macht zu und wirft Shin gegen einen Felsen, so dass diese bewusstlos zu Boden fällt. Auch Baylan kann Ahsoka vom Schrein abdrängen und die Karte ergreifen, über welche die Hyperraumroute zu Thrawn berechnet wird. Die glühende Karte verletzt sie an der Hand, so dass Baylan Ahsoka schließlich über eine Klippe drängen kann; sie stürzt ins Meer. Sabine trifft unterdessen ein und kann die Karte an sich bringen. Baylan bietet ihr an, ihm – im Gegenzug für die Übergabe der Karte – in die neue Galaxis zu folgen, um dort den verschollenen Ezra zurückzubringen. Sabine willigt ein und begleitet Baylan und Shin an Bord der Eye of Sion, die kurz darauf unter dem Kommando Elsbeths in den Hyperraum springt. Hera trifft zeitgleich mit der Ghost und einem Geschwader X-Flügler mit Captain Carson Teva ein, vermag jedoch nichts mehr zu tun; stattdessen kommen mehrere Piloten um. Ahsoka hingegen findet sich in der Welt zwischen den Welten wieder und begegnet dort ihrem einstigen Meister Anakin Skywalker. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt27484657/
5. Teil Fünf: Schattenkrieger (Part Five: Shadow Warrior)
Hera und die überlebenden Piloten suchen auf Seatos nach Ahsoka und Sabine, werden jedoch zunächst nicht fündig. In der scheinbaren Welt zwischen den Welten erklärt Anakin seiner ehemaligen Schülerin inzwischen, dass er ihre Ausbildung abschließen möchte und sie Teil seines Vermächtnisses sei; dabei erlebt sie ein Gefecht zu Beginn der Klonkriege mit und findet sich in der Belagerung von Mandalore wieder. Anschließend stellt er sie vor die Wahl zu leben oder zu sterben. Ahsoka entscheidet sich für das Leben und kann gerettet werden, nicht zuletzt durch die wachsenden Fähigkeiten von Heras Sohn Jacen Syndulla. Hera muss derweil erneut ohne Beweise an Mothma berichten, die sie und die anderen Piloten nach Coruscant zurück beordert. Um Sabine und die Eye of Sion zu finden, reisen Ahsoka und Huyang an Bord ihres Schiffes im Schlund eines Purrgils und verschwinden in den Hyperraum. Hera bleibt hingegen zurück. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt27484659/
6. Teil Sechs: Weit, weit entfernt (Part Six: Far, Far Away)
Während sich Ahsoka und Huyang weiterhin auf der Reise mit den Purrgils befinden, erreicht die Gruppe um Morgan Elsbeth das Ziel, Peridea. Es ist die ursprüngliche Heimat der Dathomiri, der Vorfahren der Nachtschwestern. In einem Tempel angekommen werden sie von den Großen Müttern – ebenfalls Hexen – in Empfang genommen. Sie lassen Sabine wegsperren und verkünden, dass Thrawn bald eintreffe. Nach kurzer Zeit erscheint schließlich die Chimaera über dem Tempel, das einst beschädigte und wieder reparierte Flaggschiff von Thrawn. Der Großadmiral empfängt die Reisenden und versammelt zudem seine aufgestellten Soldaten, die mysteriösen Nachttruppen unter dem Kommando von Captain Enoch. Zu ihrer Überraschung lässt Thrawn Sabine frei. Er gibt ihr ihre Waffen zurück und einen Heuler als Transportmittel. Außerdem erhält sie die letzten bekannten Koordinaten von Ezra Bridgers Aufenthaltsort und damit die Gelegenheit, diesen in der Wildnis von Peridea zu suchen. Baylan und Shin werden aber hinterher geschickt, um sie und gegebenenfalls Ezra zu töten. In der Wildnis trifft Sabine nach einem Angriff einheimischer Nomaden auf die kleinwüchsigen Noti, die sie in ihr Dorf führt, wo sie Ezra antrifft. Inzwischen wird Thrawn von den großen Müttern über Ahsokas baldiges Eintreffen informiert. Er beauftragt Elsbeth, ihm alle notwendigen Informationen zu beschaffen und ordnet an, dass jeder Purrgil vernichtet werden soll, der sich Peridea nähert. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt27484664/
7. Teil Sieben: Zwischen Traum und Wahn (Part Seven: Dreams And Madness)
Auf Coruscant stellt sich Hera dem Senatsausschuss, wobei der noch immer skeptische Senator Hamato Xiono deren Überstellung an ein Militärgericht fordert. Zudem tut er die Berichte als Kindergeschichten und den Vorfall auf Mandalore mit Moff Gideon als Einzelfall ab. Durch das zur Überraschung aller plötzliche Erscheinen von C-3PO und dessen übermittelte Erklärung, dass Senatorin Leia Organa höchst selbst die Genehmigung für Heras Mission erteilt hatte, beendet Mon Mothma die Sitzung zu Heras Gunsten. Im Anschluss erkundigt sie sich bei Hera nach der tatsächlichen Einschätzung der drohenden Gefahr durch Thrawn. Ahsoka und Huyang überwinden derweil das ausgelegte Minenfeld zur Abwehr der Purrgils und verstecken sich in einem Asteroidenfeld. Durch die Großen Mütter werden sie jedoch aufgespürt und von der Eye of Sion unter Beschuss genommen, weswegen sie die Flucht zur Planetenoberfläche antreten. Baylan trennt sich zeitgleich von Shin und gibt ihr zu verstehen, dass sie sich einen Platz im Imperium sichern soll, ehe er sie losschickt, um Ezra und Sabine zu töten. Diese sind weiterhin mit den Noti unterwegs, werden aber kurze Zeit später von Shin und mehreren Nomaden attackiert, wobei Ezra eine neue Kampftechnik in Verbindung mit der Macht nutzt. Das Schiff von Ahsoka und Huyang wird zur selben Zeit von mehreren Jägern verfolgt, wobei erste abspringt und sich erneut mit Baylan duelliert, während zweiter die Gegner abzuschütteln versucht. Durch ein geschicktes Manöver kann Ahsoka ihrem Gegner entkommen und stößt zu Ezra und Sabine, die mittlerweile neben Shin auch von mehreren Nachttruppen angegriffen werden. Diese ziehen sich allerdings auf Thrawns Anweisung zurück ebenso wie Shin, nachdem Ahsoka ihr ihre Hilfe anbietet. Unterdessen erklärt Thrawn Elsbeth, dass seine jüngsten Schritte gegen Ahsoka bloß eine Ablenkung waren, um die Beladung der Chimaera abzuschließen und schließlich die Rückkehr antreten zu können. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt27484667/
8. Teil Acht: Die Jedi, die Hexe und der Kriegsherr (Part Eight: The Jedi, The Witch, And The Warlord)
Für ihre Loyalität wird Morgan Elsbeth durch ein Ritual der Großen Mütter in ihrer Kraft gestärkt und erhält ein flammendes Schwert, welches einst die Hexe Mutter Talzin führte. Unterdessen baut sich Ezra mit Hilfe von Huyang ein neues Lichtschwert mit blauer Klinge, welches dem seines Meisters Kanan Jarrus ähnlich sieht. Von dem Droiden erfährt Ezra, dass Ahsoka Sabines Ausbildung einst beendete. Sie fürchtete, ihre Schülerin könnte, nach dem Tod ihrer Familie und der Zerstörung ihrer Heimat durch das Imperium, durch ihre Kräfte unberechenbar werden. In einem versöhnenden Gespräch beschließt Ahsoka später, wieder Sabines Meisterin zu sein und ihre Ausbildung fortzusetzen. Durch einen Angriff mit T-Flüglern wird Ahsokas Schiff beschädigt. Trotz schwerem Beschuss, erreichen Ahsoka, Ezra und Sabine auf Heulern die Festung der Hexen und sehen sich mehreren Nachttruppen gegenüber. Nachdem die Truppen ausgeschaltet wurden, erwecken die Großen Mütter sie durch ein sinistres Ritual wieder zum Leben. Thrawn lässt inzwischen alles für den Aufbruch der Chimaera, die mittlerweile in die Eye of Sion integriert ist, vorbereiten. Mit Hilfe von Sabine, die nun allmählich lernt, die Macht bewusst einzusetzen, gelangt Ezra an Bord des Sternenzerstörers. Ahsoka duelliert sich inzwischen mit Elsbeth, sie kann den Zweikampf für sich entscheiden und tötet die Nachtschwester, wobei jedoch eines ihrer beiden Lichtschwerter beschädigt wird. Die Festung wird zerstört, Ahsoka und Sabine können aber entkommen. Großadmiral Thrawn gelingt es, in die bekannte Galaxis zurückzukehren, wo er die einstige Heimat der ausgerotteten Hexen, die dunkle Welt Dathomir, erreicht. Auf Peridea gehen Baylan Skoll und Shin getrennte Wege. Baylan stößt in einem Gebirge des Planeten auf ein Steinmonument der Mortis-Götter, während Shin zu den Nomaden zurückkehrt. Ezra gelangt mit einem gestohlenen Shuttle der Chimaera zu Heras Flotte. Ahsoka und Sabine verbleiben bei den Noti in der Wildnis von Peridea, wo der Machtgeist Anakin Skywalkers über seine einstige Schülerin wacht. - 9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Disney+/Lucasfilm

Montag, 2. Oktober 2023

Futurama, Season 08 (2023)

https://www.imdb.com/title/tt0149460/

Die elfte (eigentlich achte) Staffel von "Futurama" besteht aus 20 Episoden, die gleichmäßig auf zwei veröffentlichte Teile verteilt sind. Obwohl die siebte Staffel, die im September 2013 endete, als letzte Staffel vorgesehen war, gab Hulu im Februar 2022 grünes Licht für die achte Staffel. Alle Hauptdarsteller kehrten zurück, einschließlich John DiMaggio, nachdem er einen Monat lang über einen neuen Vertrag mit Hulu verhandelt hatte. Diese Staffel wird abwechselnd als achte Staffel (Produktion) und elfte Staffel (Ausstrahlung) bezeichnet.

https://www.imdb.com/title/tt18114790/
8.1 Bingen bis zum Tod (The Impossible Stream)
Nach den Ereignissen der letzten Folge ist das Universum in der Zeit eingefroren. Professor Farnsworth taucht aus einer Zeitschleife auf und drückt den Zeitknopf, um das Universum zu dem Zeitpunkt neu zu starten, an dem die Zeit stillstand. Nachdem er herausgefunden hat, dass alle Menschen seit 10 Jahren eingefroren sind, wird Fry klar, dass er sein ganzes Leben lang nichts erreicht hat. Er nimmt sich vor, ein Lebensziel zu haben, und entscheidet sich schließlich dafür, alle Fernsehserien zu sehen, was zur Wiederbelebung von All My Circuits und zur Auferstehung von Calculon führt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt21814884/
8.2 Amys vergessene Kinder (Children Of A Lesser Bog)
Nachdem Amy Benders selbstgemachte Bonbons probiert hat, die er für Fry gemacht hat, zieht ihr die Klebrigkeit zwei ihrer Zähne heraus. Als Amy einen Termin vereinbart, um ihre Zähne richten zu lassen, erinnert sie ihr Kalender daran, dass es zwanzig Jahre her ist, dass Kif ein Kind zur Welt gebracht hat, nachdem er von Leela geschwängert wurde, und dass es an der Zeit war, dass die Kinder an Land zurückkehren. Amy und Kif versuchen, die Erziehung ihrer drei neuen Kinder mit Kifs Job als Zapp Branningans Leutnant zu vereinbaren. Als die überforderte Amy Leela bittet, auf die Kinder aufzupassen, macht sie sich Sorgen, dass die Kinder ihren biologischen Elternteil mögen könnten. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt21814938/
8.3 Im Wilden Digitalen Westen (How The West Was 1010001)
Professor Farnsworth ist bei der Robotermafia verschuldet, nachdem er sein gesamtes Geld in Bitcoin verloren hat. Die Planet Express-Crew macht sich auf den Weg nach Doge City, einer Stadt, die aufgrund des Kryptowährungsbergbaus, der den gesamten Strom verbraucht, wie der alte Westen leben muss. Auf der Suche nach Thallium, das sie an die Krypto-Miner der Stadt verkaufen wollen, nimmt die Crew verschiedene Gelegenheitsjobs an, um Geld zu verdienen. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt21814942/
8.4 In Nibbler ist der Wurm drin (Parasites Regained)
Die Crew stellt fest, dass Nibblers Katzenklo von parasitären Würmern befallen ist, die ihn immer dümmer machen. Sie schrumpfen und finden im Inneren der Katzentoilette eine sandige Welt mit vielen miteinander verbundenen Spezies, die das natürliche Nebenprodukt des Sandes, das "Glitzern", nutzen, um die Natur des Universums zu enthüllen. Obwohl Nibbler sich letztendlich der natürlichen Ordnung dieses Universums unterwerfen und ihnen zuliebe dumm werden möchte, stellt Leela fest, dass die Würmer Nibbler helfen können, intelligent zu bleiben, wenn sie die noch kleineren Milben ausrotten, die sie heimlich parasitieren. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt21814424/
8.5 Kunden kauften auch (Related To Items You've Viewed)
Leela zieht mit Fry zusammen, was Bender so eifersüchtig macht, dass er Planet Express verlässt und auf dem Mond im Lager von Momazon arbeitet, einem riesigen Online-Einkaufs- und Lieferunternehmen, das Mom gehört. Die Roboterangestellten arbeiten in Dauerschichten, und Leela und Fry erhalten eine Nachricht von Bender, in der er darum bittet, gerettet zu werden. Das Lagerhaus wird sich seiner selbst bewusst und beginnt zu expandieren. Obwohl es Leela und Fry gelingt, Bender zu retten, verschlingt das Lagerhaus bald die gesamte Erde und dehnt sich aus, bis es das gesamte Universum umfasst. Obwohl die Crew besorgt ist, dass nun alles im Momazon-Lagerhaus existiert, werden sie durch die Bequemlichkeit des Einzelhandels besänftigt. Benders Erfahrung bei der Arbeit mit dem Momazon-"Team" lässt ihn begeistert das dritte Rad am Wagen von Leela und Fry in ihrem Haus sein. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt21814940/
8.6 Ich weiß, was du nächste Weihnachten getan hast (I Know What You Did Next Xmas)
Professor Farnsworth beschließt, in seiner neu überarbeiteten Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen und den Roboter-Weihnachtsmann zu reparieren, damit er nicht zum Mörder wird. Er glaubt, dass er erfolgreich ist, aber Bender und Zoidberg sind deprimiert, weil dies bedeutet, dass jeder Weihnachten mit geliebten Menschen feiern wird, die sie nicht haben. Sie benutzen die Zeitmaschine, um den Roboter-Weihnachtsmann zu entführen, bringen ihn aber versehentlich um. Als alle bemerken, dass Bender und Zoidberg immer noch allein sind, besuchen sie sie, doch dann kommt ein voll funktionsfähiger Roboter-Weihnachtsmann und greift an. In einer Wendung erkennt Farnsworth, dass er versehentlich derjenige war, der den Roboter-Weihnachtsmann böse gemacht hat. In einer zweiten Wendung kommen Bender und Zoidberg in ihrer Zeitmaschine an und töten den Roboter-Weihnachtsmann und sind damit diejenigen, die buchstäblich Weihnachten gerettet haben. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt21814940/
8.7 EXPLOVID-19 (Rage Against The Vaccine)
 Die Erde wird von einem neuen Virus, Explovid-23, heimgesucht, das Wut verursacht und durch Wut übertragen wird. Die Erde ist zusätzlich von der neuen Pandemie betroffen, als die Omicronianer eine Desinformationskampagne starten, um die Erdbewohner dazu zu bringen, sich gegenseitig wegen der Sicherheit des Impfstoffs zu bekämpfen, damit sie eindringen können. Trotz Professor Farnsworths Spott glaubt Hermes, dass das Virus mit Voodoo besiegt werden kann, und bittet die Hilfe von Barbados Slim und LaBarbara an. LaBarbara entwickelt einen Voodoo-Trank, der den Körperzellen vorgaukelt, dass sie mit Explovid-23 infiziert sind, und so Antikörper produziert. Der Trank funktioniert und Farnsworth entschuldigt sich bei Hermes, der behauptet, dass "jede hinreichend fortgeschrittene Magie nicht von Wissenschaft zu unterscheiden ist." - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt21813570/
8.8 Zapp wird gecancelt (Zapp Gets Cancelled)
Nachdem er genug von seinem körperlichen, geistigen und sexuellen Missbrauch hatte, meldet Kiff Zapp Brannigan, der von der Raumföderation gekündigt und gezwungen wird, sich einem emotionalen Training bei Dr. Kind zu unterziehen, der ihn und zwei andere missbrauchende Kapitäne auf Herz und Nieren prüft. Leela, die sich in ihrer Karriere in einer Sackgasse wähnt, wird als neuer Kapitän der Nimbus angeheuert. Sie nimmt Fry und Bender mit und bringt die Mannschaft zu einem Planeten voller Airbag-Menschen, die andere durch Befummeln begrüßen. Leela erfährt, dass die "Friedensgespräche" in Wirklichkeit ein Weg sind, ihnen die Luft abzusaugen, was ihr Unbehagen bereitet. Dr. Kind entpuppt sich als ein weiterer gestrichener Kapitän, der droht, die Luft mit einer Durian zu vergiften, einer Erdlingsfrucht, die für ihren ranzigen Geruch bekannt ist. Zapp, der sich rechtmäßig geändert hat, erlaubt Leela, Dr. Kind mit einem Laser zu töten. Zapp wird wieder als Kapitän der Nimbus eingesetzt, während Leela entlassen wird und zum Planet Express zurückkehrt, allerdings mit einem besseren Verständnis für ihre Arbeit. - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt21814106/
8.9 Der Prinz und das Produkt (The Prince And The Product)
Bei einer Lieferung verliebt sich Leela in den Prinzen des Weltraums, aber sein Vater verbietet ihnen die Hochzeit. Fry möchte, dass Leela glücklich wird, und bietet sich an, den König zu duellieren, um ihr Recht auf die Hochzeit mit dem Prinzen zu sichern. Am Ende tötet Leela versehentlich den Prinzen und erfährt später, dass ihr seltsames Verhalten das Ergebnis eines "Wissenschaftszaubers" war. Während der gesamten Episode wird die Planet Express Crew in der Werbung als verschiedene Spielzeuge dargestellt: Als Aufziehspielzeug entdeckt Fry, dass er stirbt, weil sein Uhrwerkschlüssel während seiner Zeit in der kryogenen Gefriertruhe langsam ausläuft. In einer Welt voller Autos mit runden Rädern werden Bürger ermordet, kurz nachdem sie eine Textnachricht gelesen haben. Gummiente Fry verliebt sich in die kleine Leela, aber ihre Liebe ist von ihren jeweiligen Gesellschaften verboten. - 5/10

https://www.imdb.com/title/tt21814946/
8.10 Simulation oder nicht Simulation, das ist hier die Frage (All The Way Down)
Professor Farnsworth erstellt eine Simulation ihres Universums, die als niedrig aufgelöste Voxel-Modelle dargestellt wird, was die Planet-Express-Crew zu der Frage veranlasst, ob sie in einer Simulation lebt. Als Amy Bender versehentlich zu der Erkenntnis bringt, dass er technisch gesehen eine Simulation ist, bittet er Farnsworth um das Versprechen, ihre Simulationen nicht darüber zu informieren, dass sie nicht real sind. Sie bauen einen hydroelektrischen Generator, um den Supercomputer mit Strom zu versorgen und die Auflösung zu erhöhen, damit die Simulation realistischer aussieht. Die Simulationen beginnen jedoch, ihre Existenz in Frage zu stellen und beschließen, ein astronomisches Ereignis zu testen, das so komplex ist, dass der Supercomputer es nicht reibungslos simulieren kann. Sie lassen einen Magnetar explodieren, um zu sehen, ob dies zu Störungen in der Simulation führt. Bender schickt sein Bewusstsein hinunter, um ihnen mitzuteilen, dass sie eine Fälschung sind, woraufhin der Professor ihn warnt, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt. Bender beschließt schließlich, es ihnen nicht zu sagen, da die Simulationen akzeptiert haben, dass es ihnen egal ist, was die Antwort ist, solange sie weiter fühlen. Bender startet dann anscheinend irgendwie neu; es wird angedeutet, dass er ein anderer Bender aus einer höheren Simulationsebene ist, und hilft Farnsworth, den Generator zu verbessern. Farnsworth reduziert die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Supercomputers, wodurch sich die Zeit innerhalb der Simulation verlangsamt, so dass sie weiterlaufen kann, obwohl die Simulationsfiguren den Unterschied nicht bemerken werden. - 8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Sonntag, 1. Oktober 2023

Poison - Gift (2023)

https://www.imdb.com/title/tt28912885/

Woods (Dev Patel) besucht seinen Freund Harry (Benedict Cumberbatch), der zuvor eine giftige Schlange in seinem Bett gefunden hat und nun eigenartiges Verhalten an den Tag legt. Daraufhin wird der Arzt Dr. Ganderbai (Ben Kingsley) kontaktiert. Nach einer gleichnamigen Kurzgeschichte von Roald Dahl.

"Gift", der vierte und letzte Teil von Wes Andersons Reihe von Kurzfilmen, die Roald Dahls Geschichten für Netflix adaptieren, handelt vordergründig von einer Schlange. Aber in Wirklichkeit geht es um Gift einer ganz anderen Art. "Gift" ähnelt am ehesten "Ich sehe was, was du nicht siehst", nicht nur wegen der Anwesenheit von Benedict Cumberbatch und Ben Kingsley, sondern auch, weil er Andersons fliegenden Szenen- und Perspektivenwechsel etwas stärker nutzt als "Der Schwan" oder "Der Rattenfänger". 

Die Prämisse ist denkbar einfach. Harry Pope (Cumberbatch) ist ein Mann, der glaubt, dass sich eine Giftschlange auf seinem Bauch befindet. Er liegt flach auf dem Rücken im Bett, zu verängstigt, um sich zu bewegen oder zu sprechen. Er glaubt, dass unter einem Buch auf seinem Bauch ein Krait versteckt ist und dass die kleinste Bewegung die Schlange erschrecken wird, und diese zubeißen wird. Mr. Woods (Dev Patel, der auch in "Ich sehe was, was du nicht siehst" mitspielt und hier die Erzählung übernimmt) ruft Dr. Ganderbai (Ben Kingsley) zu Hilfe, um die Schlange sicher zu entfernen. Der Plan, den sie sich ausgedacht haben, besteht darin, die Schlange mit Chloroform zu betäuben, damit sie entfernt werden kann. Die vorherigen Teile von Andersons Kurzgeschichten waren vieles, aber Spannung gehört nicht dazu. "Gift" hingegen ist eine Zitterpartie, die durch Andersons Regie und eine schweißtreibende Darbietung von Cumberbatch noch verstärkt wird, der die meiste Zeit der zwanzig Minuten damit verbringt, Emotionen zu vermitteln, ohne sich zu bewegen oder mehr als ein Flüstern zu sprechen.

Es wird auch früh klar, dass es eine gewisse Unklarheit darüber gibt, ob es überhaupt eine Schlange gibt - das einzige Mal, dass man eine sieh, ist in einem Glas neben Ralph Fiennes als Dahl selbst und Schrödinger's Krait entwickelt sich zu einer scharfen Wendung, die dem Kurzfilm mehr Biss verleiht als den drei vorherigen. Letzten Endes ist "Gift" vielleicht der effektivste dieser Kurzfilme. Es hat nichts von dem magischen Realismus oder der gewollten Zweideutigkeit. Es ist einfach eine sehr straff konstruierte Prämisse, die auf ein böses, unkompliziertes Ergebnis hinausläuft, und der Verzicht auf die üblichen Andersonismen lässt die Botschaft laut und deutlich sprechen. Diese Zusammenarbeit ist schlichtweg exzellent, und in Ermangelung eines weiteren Spielfilms ist dies das Beste, was man im Moment bekommen kann. Dahls knappe Prosa hält Andersons selbstzerstörerische Schnörkel im Zaum, und obwohl "Gift" nicht der schrillste Teil der Sammlung ist, ist es vielleicht derjenige, der das Beste aus den beiden herausholt.

9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

The Rat Catcher - Der Rattenfänger (2023)

https://www.imdb.com/title/tt28912858/

Der Erzähler (Richard Ayoade) und ein Mann namens Claud (Rupert Friend) treffen auf einen außergewöhnlichen Kammerjäger (Ralph Fiennes) und erfahren von seinem ungewöhnlichen Plan, eine Gruppe Ratten loszuwerden. Nach einer unbekannteren Kurzgeschichte von Roald Dahl.

"Man muss clever sein in diesem Job, cleverer als eine Ratte", sagt der titelgebende Rattenfänger im zweiten von 3 Kurzfilmen Teil von Roald-Dahl-Adaptionen von Autor und Regisseur Wes Anderson für Netflix. Es ist der bei weitem abstrakteste Film der Reihe, zu der auch eine Superheldengeschichte, ein Horrorfilm über ein Kindheitstrauma und eine bissige Abrechnung mit dem Imperialismus gehören. Aber im Gegensatz zu diesen Filmen, die unabhängig voneinander wegen ihrer Diorama-angehauchten Ästhetik genossen werden können, eignet sich die Mehrdeutigkeit von "Der Rattenfänger" für eine gründliche Analyse.

Obwohl der Film vordergründig von einem Mann handelt, der von der Gesundheitsbehörde eingesetzt wird, um ein Rattenproblem in einem malerischen Dorf zu lösen, das nur von zwei anderen Bewohnern bevölkert zu sein scheint, ist das nicht alles, worum es geht. "Der Rattenfänger", gespielt von Ralph Fiennes, der auch seine Hauptrolle als Dahl selbst wieder aufnimmt, wird als ein Mann vorgestellt, der selbst wie eine Ratte aussieht, aber mit der Art von Bravour spricht, die man normalerweise mit einem kleinen Politiker oder einem Gauner assoziiert. Und da beginnt sich der tiefere Sinn der Geschichte zu offenbaren. Die Sprache, die der Rattenfänger verwendet, wenn er über seine Beute spricht - und sie sind seine Beute; er hat nicht vor, sie zu verschonen - ist nicht unähnlich der Sprache, die jemand wie Oberst Hans Landa verwenden würde, wenn er über Juden in "Inglourious Basterds" spricht. Tatsächlich äußert sich der abscheuliche Nazi in der denkwürdigen Eröffnungsszene des Films ähnlich, als er sich selbst in das Haus eines französischen Bauern einlädt, mit der ausdrücklichen Absicht, die Männer und Frauen zu töten, von denen er weiß, dass sie sich unter den Dielen verstecken. "Die Eigenschaft, die mich zu einem so effektiven Judenjäger macht, ist, dass ich im Gegensatz zu den meisten deutschen Soldaten wie ein Jude denken kann, während die meisten Deutschen nur wie Deutsche denken können", sagt er bedrohlich, während er an der köstlichen Milch von Monsieur LaPadite nippt. Landa vergleicht die Juden, die er jagt, mit Ratten. Aber er sagt, dass er das nicht als Beleidigung auffasst. "Betrachten Sie die Welt, in der eine Ratte lebt", sagt er. "Es ist in der Tat eine feindliche Welt. Wenn jetzt eine Ratte durch Ihre Tür käme, würden Sie sie nicht mit Feindseligkeit begrüßen? Hat eine Ratte Ihnen jemals etwas angetan, das diese Feindseligkeit hervorruft, die Sie ihr gegenüber empfinden?"

Wie Landa hat auch "Der Rattenfänger" in Andersons Film keine persönlichen Rechnungen mit dem Ungeziefer zu begleichen, das er zu fangen und zu töten versucht. Es ist fast so, als hätte er einen merkwürdigen Respekt vor ihnen. Er betritt die Szene voller Selbstvertrauen. Um eine Ratte zu fangen, muss man wie eine Ratte denken, denn Ratten sind zutiefst misstrauische Geschöpfe. Und um ihrer Vorsicht zu begegnen, sagt der Rattenfänger wissend, wird er zunächst ihr Vertrauen gewinnen, indem er ihnen eine Handvoll schmackhafter Haferflocken zum Fressen vorsetzt. Das wird er eine Woche lang tun, und dann, wenn die Ratten aus dem ganzen Dorf gelernt haben, sich auf ihn zu verlassen, wird er ihr Futter vergiften. Doch zu seiner und der Überraschung der beiden Männer - von Rupert Friend und Richard Ayoade gespielt - sind eine Woche später keine Rattenkadaver mehr zu finden. Sie haben ihn also doch überlistet. Wutentbrannt und sichtlich gedemütigt beschließt "Der Rattenfänger", sein Versagen zu kompensieren, indem er den beiden Männern Tricks zeigt. Er lässt sein Frettchen auf eine Ratte los - er hat immer welche bei sich, um sie besser zu verstehen - und lässt die beiden Männer zusehen, wie sie kämpfen. Die Ratte wird getötet, und die Männer sind entsetzt. Ermutigt durch die Resonanz, die seine Show gefunden hat, nimmt "Der Rattenfänger" einen Schilling an, um zu beweisen, dass er eine Ratte mit auf dem Rücken gefesselten Händen töten kann. Die beiden Männer sehen zu, wie "Der Rattenfänger" jeden Versuch aufgibt, seine Beute zu überlisten, und die Ratte auf die grausamste Weise tötet, die man sich vorstellen kann. So ist er wirklich, erklärt der Film mit entsprechendem Schwung.

"Der Rattenfänger" ist ein beunruhigender Film, und das nicht nur wegen des zunehmenden Gefühls des Grauens, das Anderson aus dem Nichts heraufbeschwören kann. Wie in "Der Schwan" gibt es auch hier ein Horrorelement, aber diesmal blickt Anderson nicht nach innen, sondern macht eine Aussage über die Welt, in der er lebt - eine Welt, die so geordnet und gefällig sein könnte wie die Rahmen in seinen Filmen, aber regelmäßig von Männern wie dem Rattenfänger beschmutzt wird, den er offensichtlich für peinlich und unfähig hält. Dass er von Fiennes gespielt wird, verleiht dem Erlebnis eine weitere Dimension. Vor Landa war der gruseligste Nazi im Kino zweifellos Fiennes' Amon Göth aus "Schindlers Liste". Dahl selbst war ein Antisemit, und Fiennes für die Rolle in diesen vier Filmen zu besetzen, wirkt wie Andersons Versuch, seine eigenen komplexen Gefühle gegenüber dem Schriftsteller in Einklang zu bringen. Er kommuniziert nicht nur über seinen Film, sondern auch über den Prozess des Filmemachens selbst, was mit dem "gefilmten Spiel" und der Durchbrechung der vierten Wand zusammenhängt, die er für dieses Projekt gewählt hat. 

Das Publikum ist mitschuldig, scheint Anderson zu sagen, genauso wie die beiden Männer an den Verbrechen des Rattenfängers beteiligt waren. So angewidert sie auch von der Gewalt waren, an der sie (willentlich) teilnahmen, ließen sie den Mann ungestraft weitermachen, nur um eine Art perverse Neugier zu befriedigen. Sie haben für einen starken Mann gestimmt, der eindeutig nur heiße Luft war, sie haben sich ihm genähert, als er Vergeltung versprach, und ihn unterstützt, als er versagte. Wenn Anderson in "Ich sehe was, was du nicht siehst" die Besessenheit seines eigenen Landes von der Gier kommentierte, könnte er in "Der Rattenfänger" genauso gut über unsere Liebe zum Hass sprechen.

9/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

The Swan - Der Schwan (2023)

https://www.imdb.com/title/tt28912758/

Der kleine, schmächtige Peter (Asa Jennings) wird von zwei anderen Jungen tyrannisiert und gepiesackt. Als einer seiner Widersacher ein Gewehr zum Geburtstag geschenkt bekommt, wird es für den tierlieben Peter sogar lebensgefährlich. Basiert auf Roald Dahls gleichnamiger Kurzgeschichte.

Wes Anderson ist ein einzigartiger Geschichtenerzähler. Seine auffällige visuelle Ästhetik untergräbt nie die unbequemen Wahrheiten, die in den breiten Pinselstrichen der Symmetrie und des absurden Humors immer noch hervor quellen. In seinem ersten von drei Kurzfilmen, die auf Netflix erschienen sind, "Der Schwan", ist das Thema selbst düster und brutal, und der Regisseur lässt seine kreativen Entscheidungen Bände sprechen, ohne auch nur ein Jota davon preiszugeben. Die Treue, mit der er die Achterbahnfahrt, die den Geschichten von Roald Dahl so eigen ist, würdigt, funktioniert hervorragend. Die Energie bleibt unerschütterlich und sinnbildlich. Die zusätzliche Ebene der Schwere besteht darin, dass ein erwachsener Peter an der Rückkehr zu seinem Trauma beteiligt ist. Selbst wenn er von den angespannten Bedingungen erzählt, die er als Kind überleben musste, bleibt Peter in seiner Darstellung der Ereignisse schräg. Er zeigt keine Emotionen, sondern legt eher Wert auf das, was passiert ist, als auf das Warum.

In "Der Schwan" spielt Rupert Friend die Rolle des Peter Watson, der erzählt, wie er als Kind von zwei älteren Jungen schikaniert wurde. Während er diese Geschichte in der Gegenwart Wort für Wort erzählt, steht neben ihm seine Version der Vergangenheit als Kind, das mit dem Beginn des Mobbings konfrontiert wird. Seine Hände werden gefesselt und er muss sich auf die Gleise legen. Später wird er trotz seiner heftigen Proteste Zeuge einer Tragödie mit einem schönen Schwan. Der Film wurde von Roman Coppola liebevoll gedreht und von Adam Stockhausen mit einem brillanten Produktionsdesign ausgestattet. Man beachte, wie ein Miniaturbuch mit pastellfarbenen Schnörkeln entsteht, in dem sich hässliche Wahrheiten mit herzzerreißender Intensität auf die Figuren niederschlagen. Das Netz von Kunstgriffen, das für die Hintergrunddetails steht, funktioniert hier hervorragend - es deutet auf eine Welt hin, die irgendwie in einem parallelen Momentum von Erinnerungen feststeckt. Der unterschwellige Pathos, der die Erzählung durchzieht und in der Schlussszene zusammenläuft, wird mit Sensibilität und Sorgfalt behandelt.

Wes Anderson schießt nie daneben: Mobbing führt zu einer unausweichlichen Schleife von Verlust und Verzweiflung. Diese Erinnerungen, Ängste und Befürchtungen schlummern auch nach all den Jahren noch und markieren gekonnt ihren Weg zu einer anderen Generation. Der Schwan wird nie aus der Nähe betrachtet - seine Unschuld und seine Schönheit sind zu kostbar für diese unfreundliche, grausame Welt. In diesem Moment der Gewalt sind wir alle irgendwie Komplizen. Anderson hat ein kompaktes Juwel von einem Film geschaffen und ein leuchtendes Beispiel für die Kraft des Kurzformats. 

9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix