Mittwoch, 2. September 2026

Three Kings - Three Kings: Es ist schön König zu sein (1999)

https://www.imdb.com/de/title/tt0120188/
https://letterboxd.com/film/three-kings/

Gegen Ende des Golfkrieges im März 1991 finden die amerikanischen Soldaten Archie Gates (George Clooney), Troy Barlow (Mark Wahlberg), Chief Elgin (Ice Cube) und Conrad Vig (Spike Jonze) einen Plan, der anzeigt, wo ein gewaltiger Goldschatz vergraben liegen soll. Für die Soldaten gilt es nur noch den Schatz ausfindig zu machen, der direkt in der Nähe ihres Quartiers versteckt sein soll. Bei der Suche stoßen sie auf feindliches Gebiet und stehen plötzlich den irakischen Menschen gegenüber...

David O. Russells "Three Kings" ist ein ungewöhnlicher Golfkriegsfilm, der Action, schwarze Komödie und politische Satire mit erstaunlich ernsten Bildern über die Folgen von Krieg verbindet. Kurz nach dem Ende von Desert Storm machen sich die US-Soldaten Archie Gates (George Clooney), Troy Barlow (Mark Wahlberg), Chief Elgin (Ice Cube) und Conrad Vig (Spike Jonze) auf die Suche nach gestohlenem kuwaitischem Gold - und geraten dabei mitten in einen Konflikt, der deutlich komplizierter ist als ihre zunächst ziemlich simple Beutejagd. Russells größte Stärke ist die kompromisslose Inszenierung. Newton Thomas Sigels Kamera und der aggressive Schnitt machen die Wüste zu einem surrealen Schlachtfeld; besonders die ungewöhnlich drastische Darstellung von Schussverletzungen vermittelt körperlich, was Krieg tatsächlich bedeutet. Gleichzeitig kann Russell innerhalb weniger Sekunden von groteskem Humor zu erschütternder Gewalt wechseln. Genau diese tonale Unberechenbarkeit macht den Film so eigenständig - gelegentlich allerdings auch etwas chaotisch. 

Auch das Ensemble funktioniert hervorragend. Clooney gibt dem zunächst zynischen Major Gates eine überraschend menschliche Seite, Wahlberg überzeugt als moralisch wachsender Soldat und Ice Cube verleiht Elgin eine angenehm bodenständige Präsenz. Besonders interessant ist, wie sich die vier Männer im Verlauf der Geschichte von opportunistischen Beutejägern zu widerwilligen Helfern der irakischen Zivilbevölkerung entwickeln. Saïd Taghmaoui sorgt zudem dafür, dass die irakischen Figuren nicht bloß als anonyme Gegner erscheinen. Politisch ist "Three Kings" am stärksten, wenn Russell die Widersprüche des Golfkriegs sichtbar macht: Die Amerikaner haben gewonnen, wissen aber kaum, was sie mit diesem Sieg anfangen sollen, während die von den USA ermutigten irakischen Aufständischen anschließend weitgehend auf sich allein gestellt sind. Der Film kritisiert damit nicht nur Krieg, sondern auch die amerikanische Außenpolitik und die mediale Inszenierung des Konflikts. Gleichzeitig bleibt Russell seinen Helden gegenüber erstaunlich wohlwollend - eine herrliche Ambivalenz.

Nicht alles funktioniert gleichermaßen gut. Der Film ist manchmal überladen, die Mischung aus Slapstick, Gewalt und politischer Anklage wirkt gelegentlich bemüht, und gerade im letzten Drittel wird die Handlung etwas zu bequem. "Three Kings" ist ein wilder, technisch herausragender und erstaunlich politischer Kriegsfilm, der seine Hollywood-Unterhaltung nie vollständig von seinen moralischen Fragen trennen kann. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht ihn interessant. Zwischen komödiantisch angehauchtem Kriegsfilm und klassischem Heist-Movie findet Russell einen eigenen Ton – nicht immer elegant, aber oft brillant. Ein bissiger, menschlicher und bis heute ungewöhnlich eigenwilliger Film über einen Krieg, der offiziell längst vorbei ist, während seine Folgen gerade erst beginnen.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkVillage Roadshow Pictures/Atlas Entertainment/Village-A.M. Partnership/Coast Ridge/Junger Witt Productions

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