Dienstag, 15. September 2026

The Relic - Das Relikt - Das Relikt: Museum der Angst (1997)

https://www.imdb.com/de/title/tt0120004/
https://letterboxd.com/film/the-relic/

Im Hafen von Chicago kommt ein Schiff voller toter Menschen an, denen das Gehirn fehlt. FBI-Agent Vincent D’Agosta (Tom Sizemore) übernimmt mit seinem Assistenten Hollingsworth (Clayton Rohner) die Untersuchungen. Als im Naturkundemuseum die bevorstehende neue Ausstellung über Aberglaube von der Ermordung eines Wachmanns überschattet wird, dessen Leiche ebenfalls das Gehirn aus dem Schädel gerissen wurde, ermitteln die Agenten gemeinsam mit der Evolutionsbiologin Dr. Margo Green (Penelope Ann Miller). Langsam kommen sie einer uralten indianischen Legende auf die Spur, die mit den mysteriösen Todesfällen zu tun haben könnte. Das Grauen, mit dem sie es zu tun haben, hat es ins Naturkundemuseum verschlagen, wo bald eine Eröffnungsgala mit hochkarätigen Gästen stattfindet...

Peter Hyams' "Das Relikt" ist ein herrlich altmodischer Monsterhorror, der zwar kaum verhehlt, dass er sich bei "Alien", "Der weiße Hai" und "Predator" bedient, aus diesen bekannten Zutaten aber erstaunlich effektives Genrekino macht. Als im Chicagoer Naturkundemuseum mehrere Menschen brutal getötet werden, versuchen Lieutenant D’Agosta (Tom Sizemore) und Evolutionsbiologin Dr. Margo Green (Penelope Ann Miller), einem mysteriösen Wesen auf die Spur zu kommen. Die Handlung ist dabei sicher nicht die größte Stärke. Die wissenschaftlich-esoterische Erklärung für das Monster wirkt stellenweise hanebüchen, manche Figuren bleiben schematisch und die Geschichte folgt ziemlich konsequent den Regeln des klassischen Creature Features. 

Was "Das Relikt" jedoch hervorragend beherrscht, ist Atmosphäre. Das Naturkundemuseum mit seinen dunklen Ausstellungssälen, Tunneln und verschachtelten Korridoren ist ein idealer Schauplatz. Hyams lässt das Monster lange im Verborgenen und arbeitet viel mit Schatten, Geräuschen und plötzlichen Schockmomenten. Das eigentliche Highlight ist das von Stan Winston entwickelte Kothoga-Monster. Die Kreatur wirkt auch heute noch erstaunlich physisch und besitzt wesentlich mehr Persönlichkeit als viele rein digitale Filmmonster. Dazu kommen einige ausgesprochen drastische Tötungsszenen, die dem Film einen härteren Einschlag geben. Tom Sizemore und Penelope Ann Miller tragen den Film solide, ohne zu großen Schauspielleistungen anzusetzen. Sizemore verleiht D’Agosta die nötige raue Präsenz, während Miller die wissenschaftliche Seite des Geschehens glaubwürdig genug verkauft. Linda Hunt, James Whitmore und Audra Lindley sorgen zudem für ein überzeugendes Ensemble. Die Figuren sind zwar eher funktional als tiefgründig, passen aber zum bewusst klassischen Ansatz.

"Das Relikt" ist damit und auch heute noch kein besonders origineller Horrorfilm, aber ein verdammt unterhaltsamer. Die Story ist vorhersehbar, das Monsterkino dagegen atmosphärisch, blutig und handwerklich überzeugend. Wer klassische Creature Features mit viel Dunkelheit, Gore und praktischen Effekten mag, bekommt hier einen kleinen Genre-Leckerbissen.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkMutual Film Company/Paramount Pictures/TOHO-TOWA/Pacific Western/PolyGram Filmed Entertainment/Marubeni/BBC/Tele München

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