Dienstag, 1. September 2026

Road Trip - Road Trip: Heißer Trip nach Texas (Unr8ted) (2000)

https://www.imdb.com/de/title/tt0215129/
https://letterboxd.com/film/road-trip/

College-Student Josh (Breckin Meyer) hat zwei Probleme: Er muss das nächste Examen mit einer Zwei-plus bestehen und verhindern, dass ein Video, das er gerade abgeschickt hat, seine Freundin Tiffany (Rachel Blanchard) im 1.800 Meilen entfernten Austin erreicht. Statt einer Liebesbotschaft schickt Josh versehentlich einen Mitschnitt eines Seitensprungs mit Studienkollegin Beth (Amy Smart). Gemeinsam mit seinen Freunden - dem Möchte-gern-Macho E. L. (Seann William Scott), dem intellektuellen Kiffer Rubin (Paulo Costanzo) und dem schüchternen Kyle (D. J. Qualls) - macht sich Josh auf die Reise, um das Video abzufangen, bevor die Post es ausliefert.

Todd Phillips’ *Road Trip* ist eine ziemlich typische Komödie ihrer Zeit - vulgär, sexbesessen, albern und trotzdem erstaunlich sympathisch. Josh (Breckin Meyer) verschickt versehentlich ein Sexvideo an seine Freundin Tiffany (Rachel Blanchard) und macht sich mit seinen Freunden E.L. (Seann William Scott), Rubin (Paulo Costanzo) und dem unfreiwillig mitgeschleppten Kyle (DJ Qualls) auf einen 1.800-Meilen-Trip, um das Band abzufangen. Der Film lebt vor allem von seinem Ensemble. Meyer ist als etwas überforderter Josh ein sympathischer Mittelpunkt, während Seann William Scott als hemmungsloser E.L. regelmäßig die Show stiehlt. Auch DJ Qualls sorgt als nerdiger Kyle für einige der besseren Momente. Tom Green als völlig durchgedrehter Barry ist dagegen eine Geschmacksfrage: Seine Auftritte gehören zu den absurdesten Teilen des Films. 

Phillips, der später mit "The Hangover" deutlich größere Erfolge feiern sollte, findet bereits hier ein gutes Gespür für Tempo und episodische Komik. Einige Gags - insbesondere die French-Toast-Sequenz, die Begegnung mit Barry oder der völlig aus dem Ruder laufende Zwischenstopp - funktionieren noch immer. Gleichzeitig besteht ein großer Teil des Humors aus Sexwitzen, Körperkomik und bewusst geschmacklosen Einfällen. Problematischer ist, dass "Road Trip" seine eigene Tonlage nicht immer findet. Der Film will gleichzeitig schmutzig und herzlich sein und wirkt dadurch gelegentlich uneinheitlich. Genau das spürt man noch heute: Zwischen der sympathischen Freundschaftsgeschichte und den möglichst derben Gags liegen manchmal Welten. Trotzdem besitzt der Film einen gewissen Charme, den viele spätere Teenie-Komödien nicht mehr erreichten. Er ist eine Momentaufnahme der Zeit vor Smartphones und GPS, in der eine falsch verschickte Videokassette tatsächlich eine 1.800 Meilen lange Odyssee auslösen konnte. Gerade diese analoge Ausgangssituation verleiht "Road Trip" heute einen unerwarteten Nostalgiefaktor.

"Road Trip" ist weder besonders intelligent noch besonders subtil, aber als freche, temporeiche College-Komödie funktioniert er überraschend gut. Nicht jeder Gag sitzt, Tom Green strapaziert die Geduld und manches ist aus heutiger Sicht deutlich angestaubt. Dafür stimmen Ensemble, Tempo und die Chemie der Hauptfiguren. Irgendwo zwischen Guilty Pleasure und solider Komödie.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkDreamWorks Pictures/The Montecito Picture Company

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