Samstag, 12. September 2026

Wifelike (2022)

https://www.imdb.com/de/title/tt15978956/
https://letterboxd.com/film/wifelike/

In naher Zukunft trauert ein Polizist (Jonathan Rhys Meyers) um seine Frau. Beruflich macht er Jagd auf Kriminelle, die auf dem Schwarzmarkt mit künstlichen Menschen handeln. Im Kampf gegen die Ausbeutung durch künstliche Intelligenz versucht ein Untergrundwiderstand, ihn zu infiltrieren, indem sie die Programmierung des künstlichen Menschen (Elena Kampouris) sabotieren, der dem Detective als Begleiter zugewiesen wurde, damit sie sich wie seine verstorbene Frau verhält. Sie beginnt, ihre Realität in Frage zu stellen, als in einer Welt, in der nichts so ist, wie es scheint, die Erinnerungen an ein früheres Leben auftauchen.

"Wifelike" besitzt eine vielversprechende Ausgangsidee und greift mit künstlicher Identität, emotionaler Abhängigkeit und der Objektifizierung von Frauen durchaus relevante Themen auf. Die Vorstellung, dass ein Polizist gegen den illegalen Handel mit Androiden ermittelt, während er selbst eine künstliche Kopie seiner verstorbenen Frau besitzt, bietet reichlich Stoff für einen klugen Science-Fiction-Thriller. Leider schöpft James Birds Film dieses Potenzial nur teilweise aus. Die gesellschaftskritischen Ansätze bleiben meist plakativ, während die Handlung zunehmend in vertraute Mystery- und Actionmuster abgleitet. Die Parallelen zu "Blade Runner", "Ex Machina" oder "Westworld" sind deutlich spürbar, ohne dass "Wifelike" jemals deren philosophische Tiefe oder erzählerische Raffinesse erreicht.

Elena Kampouris überzeugt hingegen als Meredith mit einer sensiblen Darstellung, die der künstlichen Figur zunehmend Persönlichkeit verleiht. Jonathan Rhys Meyers bleibt mit seiner Darstellung des Polizisten William dagegen blass und sogar belanglos. Handwerklich ist der Film dagegen recht ordentlich: Die kühle Optik, die futuristische Ausstattung und die sterile Atmosphäre passen zum Thema. Leider bleibt der Film bei seinen Themen oft an der Oberfläche. Die Welt wirkt wenig ausgearbeitet, und das Drehbuch verschenkt viele Möglichkeiten. Besonders störend ist, dass die Geschichte ihre interessantesten Fragen - etwa nach freiem Willen, Trauer oder dem moralischen Status künstlicher Menschen - nicht konsequent verfolgt. Stattdessen setzt sie auf vorhersehbare Wendungen und eine zunehmend konventionelle Dramaturgie. Auch einige unnötig voyeuristische Szenen schwächen die eigentlich beabsichtigte Kritik an patriarchalen Machtstrukturen. Statt die moralischen und philosophischen Fragen konsequent auszuarbeiten, verpackt Bird sie in eine vorhersehbare Handlung, die sich zunehmend auf Enthüllungen, Verfolgungen und Actionelemente konzentriert. Zudem wirken einige Sex- und Nacktszenen nicht nur erzählerisch überflüssig, sondern stehen in einem irritierenden Verhältnis zur beabsichtigten Kritik am männlichen Blick.

"Wifelike" ist am Ende irgendwo tatsächlich solide produziert und unterhält, ist thematisch durchaus interessant und dank Elena Kampouris stellenweise sehenswert. Für einen wirklich überzeugenden Science-Fiction-Film fehlen ihm jedoch die nötige Konsequenz, erzählerische Eigenständigkeit und philosophische Tiefe. Die guten Ansätze bleiben damit hinter den Möglichkeiten der Prämisse zurück.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkSteven Paul Production/Wonder Street/Front Street Pictures

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