Montag, 14. September 2026

Anacondas: The Hunt For The Blood Orchid - Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee (2004)

https://www.imdb.com/title/tt0366174/
https://letterboxd.com/film/anacondas-the-hunt-for-the-blood-orchid/

Ein Pharmakonzern hat es auf die ausgesprochen selten und wertvolle Blut-Orchidee abgesehen, denn die Pflanze verheißt eine Verlängerung des Lebens. Allerdings ist es absolut notwendig, in den Besitz eines blühenden Exemplars zu kommen, um den Wirkstoff nutzen zu können. Dieses sehr seltene Ereignis dauert noch ungefähr zwei Wochen an, als sich eine Expedition des Konzerns auf den Weg in den Dschungel Borneos macht. Die Reise steht aber unter keinen guten Stern, da die Regenzeit das Fortkommen auf den Flüssen extrem erschwert. Nachdem es zu einem Unfall mit dem Schiff gekommen ist, muss sich die Expeditionstruppe über Land durch den Dschungel schlagen. Noch ahnen sie nicht, dass in den verschlungenen Wäldern Borneos Riesenanakondas lauern, denen so eine Gruppe junger Menschen gerade recht kommt.

"Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee" ist genau die Sorte Fortsetzung, die gar nicht erst vorgibt, etwas anderes sein zu wollen als ein ordentlich produzierter Creature-Feature-B-Movie. Eine Expedition sucht im Dschungel Borneos nach einer seltenen Orchidee, deren Wirkstoff die Zellalterung verlangsamen soll - dummerweise lockt die Pflanze auch riesige Anakondas an. Nach dem Vorbild des Vorgängers von 1997 wird daraus eine Mischung aus Abenteuerfilm, Survival-Horror und Monsterkino. Die Geschichte ist dabei der größte Schwachpunkt. Das Drehbuch arbeitet die bekannten Genre-Regeln fast nach Lehrbuch ab: Expedition, Naturkatastrophe, zunehmend zerstrittene Gruppe, skrupelloser Geschäftsmann und natürlich ein Monster, das die Teilnehmer nach und nach dezimiert. Wirkliche Überraschungen gibt es kaum. Auch die Motivation rund um die Blut-Orchidee wirkt eher wie ein MacGuffin als wie ein ernsthaft entwickeltes Element. 

Dafür besitzt "Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee" einen gewissen Trash-Charme. Die Figuren sind zwar größtenteils wandelnde Genreklischees, aber Matthew Marsden darf als geldgieriger Wissenschaftler wenigstens etwas Bosheit entwickeln. Auch Johnny Messner, KaDee Strickland, Morris Chestnut und Salli Richardson-Whitfield schlagen sich ordentlich. Die Darsteller machen aus ihren eher dünnen Rollen das Beste - mehr Charaktertiefe bietet das Drehbuch allerdings kaum. Regisseur Dwight H. Little nutzt dafür die Dschungelkulisse effektiv und versteht, dass ein Monsterfilm nicht ständig sein Monster zeigen sollte. Die Anacondas bleiben häufig im Wasser, im Unterholz oder im Schatten verborgen, wodurch einige Begegnungen tatsächlich Spannung entwickeln. Wenn die Tiere schließlich auftauchen, schwankt die Qualität allerdings deutlich. Die CGI-Effekte sind für ihre Zeit akzeptabel, wirken heute aber sichtbar künstlich. Gleichzeitig besitzt der Film genügend übertriebene Action – von Wasserfällen über Krokodile bis zu Spinnen und Riesenschlangen -, um zumindest als unkomplizierter Monsterfilm zu funktionieren. 

Im Vergleich zu "Anaconda" von 1997 fehlt allerdings das gewisse Etwas. Jennifer Lopez, Ice Cube und vor allem Jon Voight verliehen dem Vorgänger eine eigentümliche Mischung aus Starpower, Wahnsinn und Selbstironie. "Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee" ist dagegen deutlich nüchterner und damit paradoxerweise weniger erinnerungswürdig. Denn die Dschungelatmosphäre funktioniert, einige Monstersequenzen machen Spaß und der bewusst trashige Ton verhindert, dass die Vorhersehbarkeit völlig langweilig wird. Das macht "Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee" noch lange nicht zu einem guten Film im klassischen Sinne, aber ein passabler Monsterfilm für einen Abend, an dem man nicht viel mehr erwartet als Dschungel, Schlangen und ordentlich B-Movie-Action. Die Zutaten stimmen, nur das Rezept ist reichlich bekannt.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkMiddle Fork Productions/Screen Gems/Columbia Pictures

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