Montag, 14. September 2026

The Runner (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt34564059/
https://letterboxd.com/film/the-runner-2026-2/

Wirtschaftsanwältin Maia Marten (Gal Gadot) befindet sich gerade auf ihrer morgendlichen Joggingrunde, als ihr Telefon klingelt. Sie sieht, dass es die Nummer ihres Sohns Noah (Rory Wilmot) ist, der eigentlich in der Schule sein sollte. Doch als sie das Gespräch annimmt, hört sie nicht Noahs Stimme, sondern die eines unbekannten Anrufers (Damian Lewis). Der erklärt ihr, dass er Noah entführt hat und sie ihn nur dann lebend wiedersehen wird, wenn sie ihren Mandaten tötet, den sie heute vor Gericht vertreten wird. Dazu gibt er ihr eine Stunde Zeit – eine Stunde, in der sie zu Fuß bis zu einem Hotel in der Londoner Innenstadt rennen soll, ohne jemanden über die Entführung zu informieren und in der sie alles exakt nach seinen Anweisungen ausführt. Maia willigt schweren Herzens ein und fängt an zu rennen, um das Leben ihres Sohnes, und, wie sie noch herausfinden wird, um das vieler anderer Menschen, die der Kidnapper indirekt bedroht.

Kevin Macdonalds "The Runner" besitzt eine starke Ausgangsidee: Die Londoner Anwältin Maia Marten (Gal Gadot) erfährt während ihres morgendlichen Laufs, dass ihr Sohn entführt wurde. Ein mysteriöser Anrufer zwingt sie, innerhalb einer Stunde quer durch London zu laufen und dabei gefährliche Aufgaben zu erfüllen. Das Echtzeitkonzept erinnert an "Speed" oder (besser noch) "Lola rennt" und verspricht eigentlich einen hochspannenden Wettlauf gegen die Uhr. Gal Gadot überzeugt - zumindest körperlich. Ihre monatelange Vorbereitung macht die zahlreichen Lauf- und Actionszenen glaubwürdig, während London als Schauplatz für genügend Bewegung sorgt. Auch Damian Lewis besitzt als geheimnisvoller Gegenspieler die nötige Präsenz. Leider bleibt ausgerechnet die Figurenzeichnung hinter den Möglichkeiten zurück: Maia wirkt trotz ihrer verzweifelten Situation erstaunlich distanziert, und der Caller ist letztlich kaum mehr als ein Genreklischee.

Noch deutlicher enttäuscht das Drehbuch. Statt die Zeitnot konsequent für Spannung zu nutzen, reiht es konstruierte Hindernisse, Zufälle und bekannte Verschwörungselemente aneinander. Der Film möchte zugleich realistischer Thriller und überdrehter Actionfilm sein, findet aber keinen überzeugenden Ton. Die hektische Kameraarbeit von Anthony Dod Mantle erzeugt zwar Bewegung, kann die dramaturgischen Leerstellen jedoch nicht kaschieren. Auch der grundsätzlich interessante Twist im letzten Drittel kommt zu spät, um die vorherigen Schwächen wirklich aufzuwiegen. "The Runner" rennt damit zwar viel, aber leider nicht besonders weit. Eine gute Prämisse, eine engagierte Hauptdarstellerin und ein paar funktionierende Actionmomente reichen nicht aus, wenn ein Thriller sein wichtigstes Versprechen - den Zuschauer permanent unter Druck zu setzen - nicht mal im Ansatz einlösen kann.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAmazon MGM Studios/Rockwood Pictures

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