Freitag, 3. Dezember 2021

Tag - Catch Me! (2018)

https://www.imdb.com/title/tt2854926/

Eine Gruppe von Freunden spielt seit rund 30 Jahren das Kinderspiel "Fangen". Was einst ganz normal auf dem Spielplatz anfing, hat sich zu einer bizarren Jagd weiterentwickelt. Obwohl sie mittlerweile sehr weit voneinander entfernt wohnen, scheuen die Kumpels dabei keine Kosten und Mühen. Jede noch so verquere Idee ist erlaubt bei dem Spiel, das sie jedes Jahr jeweils im Mai veranstalten. Wer gerade der Fänger ist, reist auch mal quer durchs Land, damit er bei einem anderen einbrechen oder hinter einem Busch vorzuspringen kann, um ihn mit einer Berührung zum neuen Fänger zu machen. In diesem Jahr steht die Hochzeit des einzigen bislang unbesiegten Mitspielers Jerry (Jeremy Renner) an. Seine Kumpels Callahan (Jon Hamm), Chilli (Jake Johnson), Hoagie (Ed Helms) und Sable (Hannibal Buress) hoffen, ihn endlich in die Finger zu bekommen. Doch der Champion ist natürlich vorbereitet... 

"Catch Me" bietet sicherlich eine innovative Idee für eine Komödie. Leider ist die Art, wie man dieses Idee umsetzt, viel zu albern und übertrieben. Dazu gibt es wieder die übliche Portion sexueller Anspielungen und einen Humor, der sich unter der Gürtellinie bewegt. So richtig witzig ist "Catch me" selten, trotz vielversprechender Darstellerriege. Als Lichtblick gibt auch eine klene Handvoll lustige Szenen und wie Jeremy Renner immer wieder entkommen kann, ist wirklich sehenswert. Leider gibt es zwischendurch zu viele unnötige Szenen, die die Story nicht wirklich weiter bringen. Die Rolle von Rashida Jones ergibt zum Beispiel kaum Sinn, da hätte man sich etwas interessanteres ausdenken können. Es bleibt eine gute Prämisse, die sich aber leider nicht über die komplette Länge trägt, oder bei der man versucht hat mehr daraus zu machen als das, was es nunmal war. Es gibt ein versöhnliches Ende und auch die Charaktere sind nicht allzu überzeichnet, auch wenn ein Hannibal Buress nicht mit den anderen mithalten kann, seine Rolle blass bleibt und er im echten Leben 12 Jahre jünger ist als Hamm und Renner, was man auch sieht und Jake Johnson leider den stereotypen Kiffer spielt, ist da schon eine gewisse Chemie zu spüren. Nett.

6,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.

Pastewka, Season 08 (2018)

https://www.imdb.com/title/tt0479842/

Bastian Pastewka privat: "Pastewka" zeigt, wie der Comedian seinen Alltag meistert - natürlich nur fiktiv. Stets ist der begeisterte Fernsehliebhaber und TV-Star darum bemüht, alles richtig zu machen. Doch meistens endet das unfreiwillig komisch, denn Pastewka ist bekannt dafür, sich selber in unglückliche Situationen zu verstricken. Er lebt mit seiner Freundin Anne (Sonsee Neu) in einer Kölner Wohnung. Sein Bruder Hagen Pastewka (Matthias Matschke) und dessen Tochter Kim (Cristina do Rego) sind auch stets in der Nähe. Mit Pastewkas Nachbarin Svenja Bruck (Bettina Lamprecht) gibt es schließlich hin- und wieder Zoff. Und dann wären da noch die zahlreichen Promis, die Pastewka als Freunde hat. Einer davon ist Michael Kessler, der auch in mehreren Episoden auftritt...

https://www.imdb.com/title/tt7006332/
8.1 Das Missverständnis
Bastian ist immer noch als homosexueller Freund von Annette Frier in deren Serie "Frier" engagiert und das seit mittlerweile 4 Jahren. Die Serie läuft sehr erfolgreich, es gibt sogar luxuriöse Ausstattungen für die Stars (z. B. ein eigenes Wohnmobil für die Drehpausen), aber Bastian kann es einfach nicht mehr ertragen diese Rolle zu spielen. Er setzt alle Register um mit der Rolle aufzuhören, aber seine Managerin Regine sagt sogar noch offiziell seine Teilnahme für die neue Staffel zu. Hagen und Frau Bruck heiraten. Hagen nimmt allerdings den Nachnamen seiner Frau an und heißt jetzt Bruck, was Bastian zutiefst verärgert. Bastian hat auf der Hochzeitsfeier durchgehend schlechte Laune und wird schließlich auch noch von Frau Bruck aufgrund eines Missverständnisses beschuldigt, er hätte Geld aus den Umschlägen auf dem Geschenketisch geklaut. Seit Anne im Krankenhaus Ärztin geworden ist, haben sie und Bastian sich aufgrund der verschiedenen Arbeitszeiten auseinander gelebt. Als Bastian im Eifer des Gefechts zu Anne sagt, dass er Schluss machen möchte, womit er eigentlich seine Rolle in der Serie Frier meint, fasst Anne das als einen Schlussstrich für deren Beziehung auf und reagiert dementsprechend schroff. Da Bastian aufgrund seines Egos das Missverständnis nicht sofort aufklärt, ist die Beziehung zwischen Bastian und Anne daher getrennt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7285612/
8.2 Der Camper
Bastian zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und nächtigt vorerst im Wohnmobil, welches er aus der Serie Frier zur Verfügung gestellt bekommen hat. Da Wildcampen illegal ist und die Batterie des Wohnmobils leer ist, lässt er sich auf einen Campingplatz schleppen. Dies ist allerdings ein FKK Campingplatz. Dort trifft Bastian auf seinen alten Rivalen Jo. Zwar helfen die Mitcamper ihm bei der Reparatur des Wohnmobils, aber Bastian möchte schnellstmöglich weg von dem Campingplatz. Als er bei einem gemeinsamen Grillabend den Mitcampern versehentlich verdorbenen Pudding anbietet, selbst die Nacht dadurch auf der Toilette verbringen muss und den Jo mit seinem Motorrad wegfahren sieht, ergreift er am folgenden Morgen die Flucht. Er fährt nach Hause in der Absicht das Missverständnis mit Anne aufzuklären, wird dann aber von einer immer noch nackten Mitcamperin überrascht, die in seinem Wohnmobil genächtigt hatte. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7285610/
8.3 Die Vollmacht
Volker möchte, dass Bastian eine Patientenverfügung für ihn unterschreibt. Hagen fühlt sich vernachlässigt und möchte seinerseits auch als Volkers Sohn unterschreiben. Da Bastian und Hagen sich nicht einigen können, soll die Entscheidung ausgespielt werden – und zwar beim Minigolf. Kim soll als Schiedsrichter den Punktestand kontrollieren. Nun versuchen aber beide Brüder den jeweils anderen abzulenken und mit unfairen Mitteln zu gewinnen. Das wird von Kim natürlich bemerkt. Als Volker schließlich einen Schwächeanfall erleidet und ins Krankenhaus zu Anne gebracht werden möchte, halten die Brüder wieder zusammen und fahren ihren Vater dorthin. In einem Gespräch zwischen Anne und Bastian stellen sich dann aber die wahren Beweggründe für Volkers Vorhaben heraus. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7285608/
8.4 Das Lied von Hals und Nase
Bastian lässt sich gehen und nächtigt weiterhin im Wohnmobil. Als ihn Michael Kessler auf die neue Staffel von Game of Thrones anspricht, muss Bastian gestehen, dass er die Serie noch gar nicht kennt. Also kauft er sich alle bisherigen Staffeln nacheinander und schaut sich diese im Wohnmobil an. Kim möchte Bastian dazu gewinnen, dass er bei einem Auftritt ihrer Band erscheint und Publicity macht. Aufgrund seines Serien-Marathons verpasst er natürlich den Auftritt. Da er die aktuelle Staffel Game of Thrones auch schauen möchte, Michael Kessler ihn nicht daran teilhaben lässt und er keinen anderen Ausweg sieht, bricht er nachts im Mediamarkt ein um die Staffel dort zu schauen. Kessler allerdings verfolgt den gleichen Plan nachdem Bastian seine Internetverbindung gekappt hat. Natürlich werden die beiden im Mediamarkt von der Security erwischt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7285604/
8.5 Der Elternabend
Bastian möchte nur schnell einige Dinge aus der Wohnung abholen und überprüft sogar, dass Anne aktuell nicht dort ist. Plötzlich klingelt es an der Tür und Annes Eltern stehen unangekündigt vor Bastian. Annes Eltern wissen noch nichts von der Trennung zwischen Bastian und Anne. Bastian versucht deshalb Anne zu erreichen, kann ihr aber nur auf die Mailbox sprechen. Als Anne ebenso überrascht auftaucht möchte Bastian, dass sie ihren Eltern die Wahrheit sagt. Das bringt Anne aber nicht übers Herz, weil ihr Vater krank ist, regelmäßig Medikamente benötigt, Angstzustände hat und sie ihn nicht aufregen möchte. Als Ausrede für ihr seltsames Verhalten behauptet sie vor ihren Eltern, dass sie schwanger sei. Das bekommt auch Hagen mit, mobilisiert gleich seine Frau und seine Tochter und bereitet für alle Anwesenden ein Festmahl aus Bruck-Burgern zu. Am Ende des Abends scheinen sich Anne und Bastian für einen kurzen Moment wieder näher zu kommen, lassen aber beide davon ab. Als Annes Lüge aufgedeckt wird, sind ihre Eltern zwar wieder abgereist, aber Hagen macht Bastian für Annes Ausrede verantwortlich und macht ihm erneut Vorwürfe. Außerdem eröffnet Anne Bastian, dass sie nun endgültig aus der Wohnung ausziehen möchte. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7285602/
8.6 Die Lotion
Bastian möchte sein Leben wieder in den Griff bekommen und besorgt sich neue Kleidung. Kim hilft ihm bei der Auswahl, damit Bastian ihr im Gegenzug ein Werbevideo für ihre Band aufnimmt. Zunächst scheint der Plan erfolgreich zu sein, aber Bastian verärgert die Verkäufer, indem er ausschweifend aus der Serie "Game of Thones" berichtet, die die Verkäufer noch nicht vollständig gesehen haben und provoziert so einen Spoiler. Die ausgewählten Anzüge werden ihm daraufhin nicht verkauft. Zudem versucht er gerötete Hautstellen mit einer Lotion zu behandeln. Die Behandlung schlägt fehl und Bastian verwendet eine andere Creme in der Umkleide eines Kaufhauses. Da er dabei die Hose heruntergelassen hat, sieht es von außen so aus als würde er sich selbst befriedigen. Er erhält daraufhin Hausverbot und wird in den Medien lächerlich gemacht. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7880752/
8.7 Eine Nacht zum Vergessen
Bastian wacht nach einem Filmriss in einem Hotelbett auf und sieht Regine, seine ehemalige Managerin, neben sich im Bett liegen. Beide sind nackt. Nach einem anfänglichen Geschrei bewahren beide die Ruhe und versuchen den letzten Abend zu rekonstruieren. In Rückblenden werden Szenen von beiden gezeigt, wie sie auf der Verleihung des deutschen Fernsehpreises beide anwesend sind. Regine arbeitet seit ihrer Entlassung als Sitzdoubel für Senta Berger. Bastian dagegen hat keine offizielle Einladung für die Veranstaltung und schleicht sich ein. Er versucht, Annette Frier mit K.O.-Tropfen zu betäuben. Das preparierte Getränk wird aber von ihm selbst und Regine getrunken. Bastian steht auf dem roten Teppich, kann sich kaum auf den Beinen halten und wird von Regine, die immer noch als Senta Berger verkleidet ist und deren Auszeichnung stiehlt, abgeholt. Beide machen sich auf den Weg nach München, stellen den Pokal vor Senta Bergers Haus ab und fahren ins Hotel. Beide behaupten zwar, nicht miteinander geschlafen zu haben, aber am Ende sieht man dennoch ein benutztes Kondom unter dem Bett liegen. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7880788/
8.8 Das letzte Date
Nach den Ausschweifungen der letzten Wochen ist Bastian in den Medien nur noch eine Witzfigur bei der alle Zuschauer auf die nächste Entgleisung warten. Um sein Image wieder aufzupolieren schlägt Regine vor, dass er sich für die Medien mit Anne versöhnt und bittet sie um ein gemeinsames Abendessen im Restaurant. Anne nimmt die Einladung an, weil sie glaubt, dass sie und Bastian sich endgültig aussprechen können und den Schlussstrich unter ihre Beziehung manifestieren können. Parallel dazu bittet Hagen Bastian um Hilfe beim Verkauf der Bruck-Burger, da Frau Bruck aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht arbeiten kann. Der Verkauf läuft schleppend, da die Laufkundschaft immer noch Bastians Eskapaden im Sinn hat. Als er schließlich als "Renate Pastewka" aus der Serie Frier die Burger anbietet, läuft der Absatz hervorragend. Allerdings verschenkt Bastian die Burger. Immerhin entschädigt er Hagen für den Verlust. Als beim Abendessen mit Anne sein Schwindel auffliegt, verlässt Anne verärgert das Restaurant und die bestellten Fotografen, die die Versöhnung zwischen Bastian und Anne dokumentieren sollten, verwenden diese und andere Bilder dazu einen erneuten Shitstorm in den Medien über Bastian zu verbreiten. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7880792/
8.9 Die neue Nummer
Anne hat eine neue Mobilnummer. Bastians Versuche diese über Hagen, Kim oder Frau Bruck zu bekommen, scheitern. Bastian gibt sich seiner Situation hin und verabredet sich mit Hanna (gespielt von Pegah Ferydoni). Im Autokino kommt es zum ersten Sex und Bastian beginnt mit Hanna eine leidenschaftliche Affäre. Im Hinterkopf verfolgt er aber das Ziel mit Hanna seine Ex-Freundin Anne eifersüchtig zu machen. Entsprechende Versuche scheitern aber alle an Annes Abwesenheit im Krankenhaus, dem Durchschauen des Planes von Frau Bruck, die die beiden in flagranti erwischt hat und der besagten neuen Mobilnummer, die Bastian immer noch nicht besitzt. Trotz der augenscheinlich vielen Gemeinsamkeiten zwischen Bastian und Hanna (z. B. über Synchronsprecher und Schauspieler alter Serien zu reden) bemerkt Hanna, dass Bastian mit den Gedanken woanders ist und verlässt ihn am Ende der Folge wieder. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt7880798/
8.10 Der Ersthelfer
Bastian wird in den Medien erneut lächerlich gemacht. Das Auftauchen von Hagen in seiner Wohnung macht seine Laune nicht besser. Aber dennoch verspricht er ihm aufgrund dessen Müdigkeit Frau Bruck abzuholen, weil das Bruck-Burger-Mobil in der Werkstatt ist. Dort angekommen stellt er erbost fest, dass sein Name und sein Bild unabgesprochen für die neue Werbekampagne der Bruck-Burger dienen soll. Es kommt zum Streit mit Frau Bruck, in dessen Verlauf beide aber abgelenkt werden, weil Bastians Saab 900 zwecks Verschrottung auch auf dem Autohof steht. Bastian überprüft das sofort zusammen mit Frau Bruck. In dem Moment fährt aber der Autotransporter los auf dem der Wagen steht. Wenig später setzen auch die Wehen von Frau Bruck ein. Es beginnt eine Tortour auf der Autobahn, verfolgt von Leserreportern und einem Hubschrauber, an deren Ende Bastian hilft, das Baby von Frau Bruck auf die Welt zu bringen. Am Ende scheint alles gut gelaufen zu sein und selbst Anne ist stolz auf Bastian. Bastian bittet Anne nun offiziell, die Trennung rückgängig zu machen. Allerdings ist Anne bereits mit Wotan Wilke Möhring liiert. - 7,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Brainpool / MySpass
Poster/Artwork: Brainpool

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Black Friday - Black Friday: Überlebenschance stark reduziert! (2021)

https://www.imdb.com/title/tt11649338/

In der Nacht von Thanksgiving kommt eine Gruppe verärgerter Angestellter eines Spielzeugladens widerwillig zur Arbeit, um den Laden um Mitternacht für den geschäftigsten Einkaufstag des Jahres zu öffnen. Währenddessen stürzt ein außerirdischer Parasit mit einem Meteor auf die Erde. Die Gruppe von Außenseitern, angeführt von Filialleiter Jonathan (Bruce Campbell) und dem langjährigen Angestellten Ken (Devon Sawa), findet sich bald im Kampf gegen Horden von Weihnachtseinkäufern wieder, die sich in monströse Kreaturen verwandelt haben, die am Black Friday einen mörderischen Amoklauf veranstalten wollen...

Das zeitliche Setting und auch der Schauplatz waren eigentlich vielversprechend. Richtig viel draus gemacht wurde aber nicht: Dass die Prämisse satirisches Potenzial besitzt, ist unvermeidlich. Zwischen den wild gewordenen Mutanten und den außer Kontrolle geratenen Verbrauchern, die sich im Konsumwahn um Rabatte prügeln, sind Parallelen unverkennbar und die Grenzen zwischen ihnen verschwimmen zusehends, bis kaum noch ein Unterschied auszumachen ist. Trotzdem hält sich die Konsumkritik im Rahmen und geht über kein vernünftiges Maß hinaus. Chance vertan. Wenn eine Horrorkomödie zudem Reklame mit Bruce Campbell macht, hofft man auf einen schwarzhumorigen Funsplatter, der dem frühen Serienaus von "Ash vs. Evil Dead" den Finger zeigt und dort weitermacht, wo die Serie endete. "Black Friday" tut das jedoch äußerst uninspiriert sowie weder besonders witzig noch aufregend. Immerhin wissen die Creature- und Make-up-Effekte mit viel Liebe zum Detail zu überzeugen und zum Schluss wird der Streifen sogar überraschend bizarr, als die parasitär Befallenen zum Riesenmonster fusionieren. Unterm Strich ist der Film trotzdem eine wenig bemerkenswerte Horrorkomödie, die man sich anschauen kann, die aber im Anschluss schnell wieder vergessen ist.

4,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: amazon Video / Highlight Film

Fatman (2020)

https://www.imdb.com/title/tt10310140/

Chris Cringle (Mel Gibson) ist ein rowdyhafter, unorthodoxer und versoffener Santa Claus, der mit allen Mitteln gegen den Niedergang seines Geschäftsmodells kämpft. So erledigt er nun mit seinen kleinen Helferlein sogar Aufträge für das US-Militär, um über die Runden zu kommen. Doch bald hat er ein ganz anderes Problem. Denn nachdem der verzogene 12-jährige Billy (Chance Hurstfield) in seinem Weihnachtsstrumpf nur ein Stück Kohle vorgefunden hat, ist er mächtig sauer. Deswegen heuert er den Auftragskiller Skinny Man (Walton Goggins) an, um den Weihnachtsmann um die Ecke zu bringen...

"Fatman" ist ein sehr unterhaltsamer Film, bei dem man aber das Gefühl nicht los wird, das hier doch deutlich mehr drin gewesen wäre. Mel Gibson als Weihnachtsmann mit Rauschebart und Walton Goggins als Killer spielen hervorragend auf. Mel Gibson total sympathisch und Walton Goggins total Irre. Marianne Jean-Baptiste als Weihnachtsfrau und Chance Hurtsfield als enttäuschtes Kind und Auftraggeber gefallen ebenfalls in ihren Rollen. Nur gibt ihnen das Drehbuch nicht so viel her, weshalb sie trotz der Spielfreude doch sehr limitiert auftreten. Die Story allein klingt total irre und hätte Potenzial für einen ebenso irren Film, nur läuft das Ganze doch sehr gemächlich ab. Der Humor liegt wohl nur im Auge des Betrachters und auch richtig blutige Tatsachen halten sich eher zurück, besonders durch die vielen Off-Screen-Tode in den ersten zwei Drittel des Films. Auch die Action fällt leider nicht so übermäßig aus wie villeicht erwartet. Es gibt nur eine größere Actionsequenz und dass ist leider auch schon der Showdown. Dennoch weiß die Inszenierung zu gefallen und fällt dann auch endlich mal blutig aus. Davon hätte es gerne mehr geben können, denn an dieser Stelle beginnt der Film dann auch so richtig Spaß zu machen.

Potenzial für eine coole, abgedrehte Action-Gaudi mit Mel Gibson als Weihnachtsmann wärer also da, sodass man auf einen abgefahreneren zweiten Teil hoffen könnte. Doch bis dahin ist "Fatman" leider nur ein netter Film, der ganz viel Potenzial liegen lässt. Immerhin wird man trotz der Defizite aber doch noch gut unterhalten.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid

The Wind (2018)

https://www.imdb.com/title/tt8426594/

Der Wilde Westen im späten 19. Jahrhundert: Das ebenso harte wie einsame Leben im amerikanischen Ödland treibt Lizzy Macklin (Caitlin Gerard) langsam aber sicher in den Wahnsinn. Und dann ist da auch noch dieser unaufhörliche Wind, der über die weiten Felder fegt und ihrem trauten Heim Leben einzuhauchen scheint. Die Dielen knarren und die Fenster schlagen auf und zu, doch schon bald beginnt Lizzy hinter dem unentwegten Gebläse mehr zu vermuten als bloß eine frische Brise. Hat die plötzlich auftauchende dämonische Präsenz, die sie verfolgt, vielleicht etwas mit dem Ehepaar zu tun, das vor Kurzem in ihre Nähe gezogen ist? Wahn und Wirklichkeit verschwimmen für Lizzy zunehmend...

In den 1800er Jahren wurde frühen Aussiedlern ein Stück Land (ca. 65 ha) in der Prärie vertraglich zugesichert. Einzige Bedingung war, dass sie es innerhalb von fünf Jahren zu einem fruchtbaren, ertragreichen Landstück umbauen würden. Unter diesen Aussiedlern kam es immer häufiger zur sogenannten "prairie madness"; Zu einer starken Depression wie auch zu weiteren Wesensveränderungen, wie Wahnvorstellungen und Aggressivität. Ursache: Isolation und Einsamkeit. Auch für Lizzy spielt das Thema "Einsamkeit" eine große Rolle. Damit ist "The Wind" ein Gruseldrama, welches sich an historischen Phänomenen orientiert und diese ganz Filmtypisch auf die Spitze treibt. 

Die ersten Filmminuten von "The Wind" wecken Erinnerungen an den großartigen Western-Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod": Einsamkeit, absolute Stille, Nahaufnahmen von Gesichtern, eine unwirtliche Gegend, die damit verbundenen Gefahren und eine gewisse mentale Verletzlichkeit – keine gute Mischung für ein Leben, für das nicht allzu viele Leute prädestiniert sein dürften. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich die damit verbundenen Dämonen schleichend, aber unaufhaltsam immer tiefer in die Seele der Protagonistin fressen. Auf clevere Weise nimmt das Drehbuch auch den Zuschauer mit in die einsame Hütte im Nirgendwo, in dem es verschiedene "Dämonen" präsentiert, die indirekt auch die Seh-Erfahrung des Publikums betreffen: Das zeitliche Gefüge gerät durcheinander, Realität und Fiktion bzw. Wahnvorstellung werden sowohl für die Protagonistin als auch für das Publikum zunehmend schwerer unterscheidbar. 

Man merkt, dass sich zwei weibliche Wesen für Regie und Drehbuch verantwortlich zeigen, denn es wird vornehmlich mit Emotionen und psychischen Leiden gespielt, mit der sich eine Frau im damaligen Zeitalter konfrontiert gesehen haben muss: Eifersucht, Angst, Einsamkeit, Trauer, Hilflosigkeit und Depression sind in den 86 Minuten allgegenwärtig. Es geht um Fehlgeburten, um Untreue... es geht darum, im Alltag in der Prärie auf sich allein gestellt zu sein, während sich der Ehemann auf einem mehrtätigen "Ausritt" befindet. Regisseurin Emma Tammi punktet über weite Strecken mit einem guten Auge für Einzelheiten. Die Darsteller wirken weitgehend unverbraucht, auch wenn die vier jungen Leute bereits in anderen Horrorproduktionen zu sehen waren. Besondere Erwähnung verdient ansonsten noch die Kameraarbeit von Lyn Moncrief, der Lizzys subjektiven Schrecken auch für die Zuschauer erlebbar macht. Wie soll diese brüchige Holzhütte einem stärkeren Sturm standhalten? Wer soll den Bewohnern bei einem Bedrohung durch Eindringlinge zu Hilfe eilen? Wie können sie bei einem medizinischen Notfall verfahren? Und wo soll man sich vor Dämonen, die dem eigenen Inneren entspringen, verstecken? In der offenen Prärie? Im Inneren der Hütte, die im Prinzip nur einem einzigen Raum besteht? Auf den ersten Blick zwar vielleicht banale Fragen, aber für die Bewohner sicher nicht minder belastend. Der alltägliche Horror kommt eben gerne auch mal auf eher leisen Sohlen daher.

Ähnlich wie in "The VVitch" wird tatsächlicher Horror eher sporadisch, subtil eingestreut, Szenen der Gewalt gibt es kaum. Langsam und bedächtig geht dieses wunderbar inszenierte Horrordrama vorwärts, das diverse Westernelemente aus einer konsequent weiblichen Perspektive aufgreift. Auf den ersten Blick kommt "The Wind" etwas unscheinbar daher, doch es werden auch einige durchaus interessante Gedanken über die Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Psyche aufgeworfen. Der Wind innerhalb der Handlung steht hier aber weniger für eine positiv konnotierte Erneuerung, sondern strahlt trotz aller Eintönigkeit auch ein gewisses Gefahrenpotential aus. Nicht immer ist klar, was sich hinter den Biegungen am Horizont befinden könnte. Und doch ist vieles subjektiv. Ob die Ziege ein harmloses Nutztier ist oder vielleicht doch ein Abgesandter des Leibhaftigen, liegt eben oftmals (wenn auch nicht ausschließlich) auch im Auge des Betrachters. Wer hier einen Jumpscare-besiedelten Horrorschocker erwartet, der wird enttäuscht werden. Wer jedoch Gruselfilme der ruhigeren Gangart schätzt, der findet in "The Wind" einen Titel, der gut zu unterhalten weiß. 

7,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: I-ON New Media 

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Midnighters (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5737582/

Die Ehe von Lindsey (Alex Essoe) und Jeff Pittman (Dylan McTee) bröckelt ohnehin schon ganz gewaltig, da beginnt das neue Jahr für das Paar auch noch mit einem Schock: Denn auf dem Weg nach Hause von einer Silvesterparty überfahren die beiden einen Mann – für den jede Hilfe zu spät kommt. Kurzerhand beschließen Lindsey und Jeff, den fremden Toten einfach mit nach Hause zu nehmen und sich dort in Ruhe zu überlegen, wie sie aus dem Schlamassel wieder herauskommen wollen. Immerhin haben beide getrunken. Als sich die Leiche dann aber auch noch als weniger tot als angenommen entpuppt, schlittert das Ehepaar in einen immer tieferen Strudel aus Lügen und Gewalt.

In "Midnighters" wird ein Paar in einen tödlichen Unfall verwickelt, der viele Lügen und eine Reihe brutaler Folgen nach sich zieht. So richtig originell ist das sicher nicht, macht aber seine Sache innerhalb seiner Grenzen recht ordentlich. Der Streifen bringt im Verlauf einen kammerspielartigen Kriminalthriller auf den Bildschirm, in dem sich (abgesehen von den Ermittlern) nahezu alle relevanten Charaktere selbst immer tiefer in einen Strudel bewegen, aus dem es für sie kein Entrinnen mehr zu geben scheint. Beginnend mit ebenjenem Verkehrsunfall nimmt eine sagenhafte Reihe von (teils auch vermeintlichen) Fehleinschätzungen und -entscheidungen ihren Lauf, die nichts Gutes für die Figuren erahnen lässt.

 

Die zahlreichen Wendungen und das spielfreudige Ensemble sorgen immerhin dafür, dass man hier bis zum Schluss dranbleibt und wissen will, wie weit das noch alles eskaliert. Analog zur erzählerischen Hausmannskost kommt auch die Inszenierung absolut bodenständig daher. Für eine einmalige Sichtung sollte der Film durchaus genügen und für meisten Thrillerfans jedenfalls deutlich unblutiger ausgehen als für einige Charaktere die Handlung dieser Geschichte.

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: I-ON New Media

Welcome To Raccoon City - Resident Evil: Welcome To Raccoon City (2021)

https://www.imdb.com/title/tt6920084/

1998, Raccoon City: Einst die florierende Heimat des Pharmariesen Umbrella Corporation, hat sich die Stadt im Mittleren Westen stark verändert. Der Exodus des Unternehmens hat die Stadt regelrecht in den Tod gezwungen und in ein Ödland verwandelt. Die größte Gefahr steht Raccoon City allerdings noch bevor, denn unter der Oberfläche der Stadt braut sich ein großer Schrecken zusammen – und dieser wird sich bald in Form von Zombiehorden auf die Jagd begeben. Eine kleine Gruppe entschließt sich jedoch dazu, mutigen Widerstand zu leisten und rauft sich zusammen, um die Wahrheit hinter der Umbrella Corporation aufzudecken...

Seit Jahren ist Capcoms "Resident Evil"-Franchise in zwei Hälften geteilt. Da ist zum einen die Spiel- und Zeichentrickfilmreihe, die sich eng an Shinji Mikamis Survival-Horrorspiel von 1996 anlehnt. Dann gibt es die Live-Action-Reihe, ein halbes Dutzend kaum miteinander verbundener Blockbuster mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Der neu erschienene Film "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" ist nun ein Reboot mit komplett neuem Cast und orientiert sich in seiner Story an ersten beiden Videospiele aus den Neunzigern. Damit fühlt er sich an wie ein 107-minütiger Fan-Film - was nicht unbedingt schlecht ist. "Resident Evil: Welcome To Raccoon City", geschrieben und inszeniert von Johannes Roberts, verschmilzt die Handlungen und Charaktere von "Resident Evil" und "Resident Evil: Apocalypse" und beschrieb in der Vorankündigung sein Projekt im Vergleich zu früheren Filmen als "reine" Adaption. Man gewinnt auch durchaus den Eindruck, dass die Macher tatsächlich ihre Hausaufgaben gemacht haben, um das Fanherz höher schlagen zu lassen.

Es ist besonders eine Freude zu sehen, wie Szenen, die man aus anderen Spielen kennt, von echten Menschen nachgespielt werden, und Roberts hat ein gutes Gespür dafür, was einzelne Momente für die Zuschauer so befriedigend macht. Die Filmemacher komponieren dabei die Aufnahmen so, dass sie Elemente aus den Spielen heraufbeschwören, selbst wenn der erzählerische Kontext ein anderer ist. Die Schauspieler sehen zwar den Charakteren im Spiel nicht ähnlich, doch wen juckt das? Die Macher halten sich an Details wie Claire Redfields ikonische rote Jacke. Das reicht durchaus. Das Drehbuch lässt sich voll und ganz auf die seltsamen erzählerischen Eigenheiten von "Resident Evil" ein, wie die unglaubwürdig verzierte Polizeistation von Raccoon City, anstatt zu versuchen, sie zu rationalisieren oder sie mit einem Witz zu überspielen. Der Preis dafür ist, dass "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" aus jeder anderen Perspektive fast surreal wirkt. Dieses Gefühl wird durch die unglaublich ruhigen Darbietungen der Schauspieler noch verstärkt. "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" ist außerdem ein blutiges Durcheinander aus Zerstückelungen, versehentlicher Selbstverbrennung und gefräßigen Zombiemassen, und die Überlebenden scheinen von diesen Entwicklungen bestenfalls mäßig irritiert zu sein. Vor allem Leon Kennedy wird weniger wie ein frischer Cop gespielt, der überfordert ist, sondern eher wie eine Figur aus Jim Jarmuschs Satire "The Dead Don't Die".

Das Problem ist nicht, dass der Film unrealistisch ist, sondern dass sich diese Merkwürdigkeiten nie vollständig auszahlen. Dinge wie Leons beiläufige Ungeschicklichkeit könnten dem Horror eine effektive Komödie beimischen, aber andere Charaktere bleiben ähnlich lässig bei den Ereignissen, die sie laut der Storyentwicklung eigentlich hätten killen sollten. Und anstatt sich auf Videospielszenen zu stützen, die in einem Live-Action-Film immer absolut bizarr aussehen, übergeht der Film sie zugunsten generischerer Action-Set-Pieces. Trotzdem geht der Film einen guten Weg, indem er sich genüsslich der ursprünglichen Gruseligkeit hingibt. In den ersten 20 Minuten werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen: unheimliche Puppen, krächzende Stimmen aus der Dunkelheit, hingekritzelte Warnungen vor seltsamen Kreaturen, fröhliche Kinderzeichnungen mit unheilvollem Unterton und vieles mehr. Danach entwickelt sich der Film schnell zu dem zu erwartenden Action-Horror, der sich aber immer noch auf die gruselige Ästhetik des Franchise stützt.

"Resident Evil: Welcome To Raccoon City" macht unterm Strich viele Elemente von Moment zu Moment richtig. Der Film ist geradlinig, ohne prätentiös zu sein, und voller übertriebener Genre-Zutaten, ohne in eine knirschende, kitschige Selbsterkenntnis zu verfallen. Aber er ist so tief in einer jahrzehntealten fiktiven Welt versunken, dass er kaum über deren Grenzen hinausschauen kann. Der Film liefert eine Checkliste, um die Zuschauer daran zu erinnern, warum sie "Resident Evil" mögen - aber er scheint manchmal zu vergessen, was eigentlich seine Aufgabe ist - nämlich neues Terrain zu betreten und die Welt weiter zu entwickeln.

7/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film