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Der Bürgermeisterkandidat von Los Angeles (Ben Affleck) und seine Ehefrau (Kerry Washington) werden aus ihrem scheinbar geordneten Leben gerissen, als ihr Sohn entführt wird. Um die geforderte Lösegeldsumme aufzubringen, geraten die beiden in ein undurchsichtiges Netz aus Lügen, Betrug und Abhängigkeiten. Unter dem wachsenden Druck müssen sie Entscheidungen treffen, die nicht nur ihre moralischen Grenzen infrage stellen, sondern auch ihre politische Karriere und ihre gemeinsame Zukunft gefährden. Mit jedem weiteren Schritt wird unklarer, wem sie noch vertrauen können und welchen Preis sie für die Rettung ihres Sohnes zu zahlen bereit sind.
Mit "Animals" kehrt Ben Affleck auf den Regiestuhl zurück und verbindet einen Entführungsthriller mit politischer Intrige und moralischen Abgründen. Im Mittelpunkt steht Mark Kimball (Affleck), ein Bürgermeisterkandidat in Los Angeles, dessen Leben aus den Fugen gerät, als sein Sohn entführt wird. Gemeinsam mit seiner Frau Abigail (Kerry Washington) versucht er, das geforderte Lösegeld aufzutreiben. Doch schon bald geht es nicht mehr nur um die Rettung eines Kindes, sondern auch um öffentliche Wahrnehmung, persönliche Schuld und den Preis politischer Ambitionen. Die Ausgangslage erinnert zwar an "Kopfgeld", ist aber vielversprechend und bietet reichlich Stoff für ein spannendes Drama über Macht, Geld und menschlichen Egoismus. Leider schöpft der Film sein Potenzial nur teilweise aus.
Die Geschichte will nämlich gleichzeitig nervenaufreibender Kidnap-Thriller, Familiendrama und gesellschaftskritische Betrachtung sein, findet dabei aber nur selten einen überzeugenden Rhythmus. Die Handlung verstrickt sich zunehmend in Wendungen und moralische Konflikte, ohne ihnen genügend Tiefe zu geben. Gerade die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn sie ihre Familie schützen oder ihre gesellschaftliche Stellung bewahren wollen, hätte für echte Ambivalenz sorgen können. Stattdessen wirken manche Entwicklungen konstruiert, während die Spannung immer wieder unter Szenen leidet, die mehr erklären als vorantreiben. Auch das Finale kann die zuvor aufgebauten Erwartungen nur bedingt einlösen.
Inhaltlich besitzt "Animals" immerhin durchaus Biss. Der Film stellt die Frage, ob moralische Prinzipien Bestand haben, wenn das eigene Ansehen, die Karriere und das Familienglück auf dem Spiel stehen. Zugleich berührt er Themen wie soziale Klassenunterschiede, Migration und die Instrumentalisierung menschlichen Leids für politische Zwecke. Besonders interessant ist dabei der Gegensatz zwischen dem privilegierten Kandidaten und den Menschen, deren Schicksal in seiner Krise eine entscheidende Rolle spielt. Allerdings deutet der Film viele dieser Aspekte eher an, als sie konsequent auszuarbeiten. Seine gesellschaftskritischen Ansätze bleiben dadurch oft Behauptung, statt sich organisch aus den Figuren und ihren Entscheidungen zu entwickeln.
Unterm Strich ist "Animals" ein Thriller mit einer interessanten Grundidee, einem namhaften Ensemble und relevanten gesellschaftlichen Themen, dessen Umsetzung jedoch deutlich hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Ben Affleck gelingt es nicht, aus der moralisch vielversprechenden Ausgangslage ein durchgehend packendes und emotional überzeugendes Drama zu formen. Einige gute Ansätze und Gillian Andersons markante Präsenz halten den Film über Wasser, können die schwache Figurenzeichnung, die wenig aufregende Bildsprache und das unausgereifte Drehbuch aber nicht ausgleichen. Für einen kurzweiligen Thrillerabend reicht das gerade noch - für einen wirklich nachhaltigen Film fehlt "Animals" die nötige Kraft.








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