Samstag, 17. Oktober 2026

Time Cut (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt14857528/
https://letterboxd.com/film/time-cut/

Lucy Field (Madison Bailey) hat ihre Schwester Summer (Antonia Gentry) nie kennen gelernt: Vor zwanzig Jahren wurden sie und drei weitere Teenager von einem maskierten Killer brutal ermordet. Durch ein unerklärliches Phänomen gerät Lucy eines Tages in einen Zeitwirbel, der sie zurück ins Jahr 2003 katapultiert – und zwar exakt in die Woche, in der die Morde verübt wurden. Nachdem die Jugendliche begriffen hat, wo – oder besser gesagt: wann – sie sich befindet, fasst sie einen Entschluss: Sie will Summer und die anderen Opfer vor dem schrecklichen Schicksal, das ihnen droht, bewahren. Doch dazu muss Lucy die vier erst einmal davon überzeugen, dass sie eine Besucherin aus der Zukunft ist. Dann wäre natürlich irgendwie dem Mörder ins Handwerk zu pfuschen, dessen Identität nie geklärt werden konnte. Nicht zuletzt würde Lucy irgendwann auch gern wieder in ihre eigene Zeit zurückreisen - und all das, ohne durch ihr Eingreifen das Raum-Zeit-Kontinuum völlig durcheinander zu bringen.

"Time Cut" kombiniert Teenie-Slasher und Zeitreisegeschichte, verschenkt dabei aber eine durchaus reizvolle Grundidee. Die Schülerin Lucy Field (Madison Bailey) landet unfreiwillig im Jahr 2003 – wenige Tage bevor ihre ältere Schwester Summer (Antonia Gentry) von einem maskierten Killer ermordet werden soll. Lucy versucht, die Tat zu verhindern und damit ihre Familiengeschichte zu verändern. Das verspricht einen spannenden Mix aus Zeitreiseparadoxien, Slasher-Horror und 2000er-Nostalgie, bleibt erzählerisch jedoch erstaunlich einfallslos. Madison Bailey wirkt als Lucy blass und kann den inneren Konflikt ihrer Figur nur bedingt vermitteln. Antonia Gentry bringt als Summer etwas mehr Leben in die Geschichte, doch die Nebenfiguren bleiben weitgehend austauschbar. Die Dialoge sind häufig hölzern, emotionale Momente wirken aufgesetzt und die Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln kaum echte Tiefe. Dadurch fehlt dem Film ein überzeugendes Zentrum, das über seine konstruierten Genreideen hinausgeht.

Auch inszenatorisch bleibt vieles auf Routine-Niveau. Die Mode, Musik und Ausstattung sollen das Jahr 2003 wiederaufleben lassen, wirken aber eher wie eine Ansammlung nostalgischer Klischees. Der Slasher-Anteil enttäuscht zusätzlich: Die Morde sind wenig kreativ, der Killer entwickelt kaum bedrohliche Präsenz und eine wirklich unheimliche Atmosphäre kommt nicht auf. Statt Spannung aufzubauen, arbeitet der Film seine Pflichtstationen ab. Die Regeln der Zeitreise werden zudem nicht konsequent durchdacht, während die möglichen Folgen von Lucys Eingriffen in die Vergangenheit nur oberflächlich behandelt werden. Gerade der Konflikt zwischen der Rettung ihrer Schwester und den Konsequenzen für die eigene Existenz hätte der Geschichte emotionale und dramaturgische Tiefe verleihen können. Stattdessen dominieren vorhersehbare Wendungen und ein Finale, das mehr konstruiert als überraschend wirkt.

Handwerklich ist "Time Cut" durchaus solide, aber ohne nennenswerte Höhepunkte. Ausstattung und Soundtrack liefern etwas 2000er-Flair, doch weder Kamera noch Schnitt entwickeln einen eigenen Stil. Mit rund 91 Minuten fällt der Film zwar kurz aus, wirkt angesichts seiner dünnen Handlung aber trotzdem erstaunlich uninspiriert. Im Vergleich zu "Happy Deathday" oder "Totally Killer" fehlen ihm sowohl der selbstironische Humor als auch die kreativen Einfälle, die eine ähnliche Mischung aus Horror und Zeitreise tragen könnten. Unterm Strich scheitert der Film weniger an seiner Ausgangsidee als an deren liebloser Umsetzung. Blasse Figuren, spannungsarme Morde und ein löchriges Drehbuch machen aus dem vielversprechenden Konzept einen austauschbaren Netflix-Slasher. Die nostalgische Kulisse ist letztlich kaum mehr als Dekoration. Für nebenbei reicht es, doch einen überzeugenden Horrorfilm oder eine originelle Zeitreisegeschichte sollte man nicht erwarten.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: ACE Entertainment

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