Freitag, 16. Oktober 2026

Love Hurts - Love Hurts: Liebe tut weh (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt30788842/
https://letterboxd.com/film/love-hurts-2025/

Hinter der Fassade des unscheinbaren Vorstadtmaklers Marvin (Ke Huy Quan) verbirgt sich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Sein Leben wirkt ruhig, fast langweilig, während er gepflegte Häuser in einer idyllischen Nachbarschaft verkauft. Doch diese Fassade beginnt zu bröckeln, als seine längst verdrängte Vergangenheit ihn einholt. Unerwartet taucht sein Bruder (Daniel Wu) auf, ein charismatischer, aber gefährlicher Gangsterboss, der alte Konflikte und neue Gefahren mit sich bringt. Plötzlich werden aus den friedlichen Vorstadthäusern blutige Schauplätze eines erbitterten Überlebenskampfs. Marvin bleibt keine Wahl: Er muss sich seiner Vergangenheit stellen und beweisen, dass hinter seinem gewöhnlichen Äußeren Fähigkeiten schlummern, die ihn weit mehr als nur durchschnittlich machen.

Mit "Love Hurts" gibt Ke Huy Quan nach seinem Oscar-Erfolg mit "Everything Everywhere All At Once" erneut als Actionheld Vollgas. In seinem Spielfilmdebüt erzählt Regisseur Jonathan Eusebio die Geschichte von Marvin Gable, der sich im Immobiliengeschäft ein ruhiges Leben aufgebaut hat. Doch als seine frühere Komplizin Rose (Ariana DeBose) wieder auftaucht, holt ihn seine gewalttätige Vergangenheit ein. Plötzlich muss sich der freundliche Makler mit Auftragskillern, Verrat und seinem kriminellen Bruder Knuckles (Daniel Wu) auseinandersetzen. Die Grundidee eines ehemaligen Killers, der zwischen Besichtigungsterminen wieder zur Kampfmaschine wird, bietet durchaus Potenzial - wirklich ausgeschöpft wird es allerdings nicht. Ke Huy Quan sehe ich aber gern. Er besitzt eine sympathische Ausstrahlung, bringt hier körperlichen Einsatz mit und wirkt sichtlich motiviert, seine Fähigkeiten als Martial-Arts-Darsteller zu zeigen. Gerade in den Kampfszenen blitzt auf, was für einen unterhaltsamen Actionhelden er abgeben könnte. Allerdings wird Marvin als Figur nur oberflächlich ausgearbeitet. Auch Ariana DeBose kann als Rose wenig ausrichten, da ihre Beziehung zu Marvin emotional kaum greifbar wird. Daniel Wu sorgt als bedrohlicher Gegenspieler für etwas mehr Präsenz, während die zahlreichen Nebenfiguren häufig wie wandelnde Stichwortgeber wirken.

Bei der Action zeigt "Love Hurts" immerhin gelegentlich seine Stärken. Die Choreografien sind abwechslungsreich, die Nahkämpfe angenehm direkt und einige Einfälle sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Eusebios Erfahrung als Stuntkoordinator ist dabei durchaus erkennbar. Allerdings fehlt es vielen Sequenzen an einem überzeugenden Rhythmus und klarer Inszenierung. Statt elegant choreografierter Action entsteht teilweise ein hektisches Durcheinander, bei dem die einzelnen Treffer kaum Wirkung entfalten. Der Film möchte offenbar an die überdrehten Actionkomödien vergangener Jahrzehnte erinnern, erreicht deren spielerische Leichtigkeit aber nur selten. Auch der Humor ist Geschmackssache. Die Gegenüberstellung des freundlichen Immobilienmaklers mit seiner brutalen Vergangenheit liefert eine grundsätzlich amüsante Ausgangslage. Einzelne absurde Einfälle funktionieren durchaus, doch viele Gags wirken übertrieben oder werden zu lange ausgespielt. Der Wechsel zwischen blutiger Gewalt, Slapstick und romantischen Momenten gelingt nicht immer. Was als bewusst überdrehte Mischung gedacht ist, wirkt dadurch stellenweise eher unausgegoren als herrlich verrückt.

Aber die Handlung ist vorhersehbar, die Dialoge bleiben häufig oberflächlich und die zahlreichen Figuren erhalten kaum Gelegenheit, sich zu entwickeln. Besonders die romantische Komponente zwischen Marvin und Rose wirkt wenig überzeugend, weil Chemie und emotionale Tiefe fehlen. Auch die Auseinandersetzung mit Marvins Vergangenheit wird eher behauptet als wirklich erzählt. Mit einer Laufzeit von nur 83 Minuten ist der Film zwar angenehm kurz, trotzdem fühlt sich die Geschichte stellenweise erstaunlich zerfahren an. Optisch setzt "Love Hurts" auf knallige Farben, überzeichnete Charaktere und eine bewusst künstliche Welt. Das passt grundsätzlich zum Comic-haften Ton der Geschichte, wirkt aber nicht immer stimmig. Auch der Soundtrack unterstreicht die überdrehte Stimmung mit Nachdruck, drängt sich dabei jedoch gelegentlich zu sehr in den Vordergrund. Technisch ist das alles solide, ohne dem Film eine wirklich eigene visuelle Identität zu verleihen. Unterm Strich ist "Love Hurts" eine gut gemeinte, aber nur teilweise gelungene Actionkomödie. Ke Huy Quan bringt Charme und körperlichen Einsatz mit, und einige Kampfszenen machen durchaus Spaß. Doch schwaches Drehbuch, wenig überzeugende Figuren, flache Witze und eine unausgewogene Mischung aus Gewalt, Romantik und Humor verhindern, dass daraus mehr wird. Für einen kurzweiligen Filmabend reicht es gerade so - das verschenkte Potenzial bleibt allerdings deutlich spürbar.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 87North Productions/Universal Pictures

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