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Sonntag, 8. Februar 2026

어쩔수가없다 - No Other Choice (2026)

https://www.imdb.com/title/tt1527793/

Man-su (Lee Byung-hun), ein Manager mittleren Alters mit passablem Auskommen, wird aus seiner Papierfabrik entlassen, als die Sparschraube angesetzt wird und künstliche Intelligenz aus diesem Grund als vermeintlich bessere Alternative an die Tür klopft. Er und seine Familie stehen plötzlich mit einer enormen Einkommenssäule weniger da. Achtzehn lange Monate später und immer noch ohne neue Arbeit, gibt Man-su seiner Jobsuche eine neue Wendung – und lässt dafür die Moral hinter sich. Mit akribischer Sorgfalt findet er genau die sieben Männer in der Umgebung, die den Job, der seiner Meinung nach rechtmäßig ihm gehören sollte, übernehmen könnten, und tötet sie systematisch. Er wandelt sich vom sanftmütigen mittleren Manager zum skrupellosen Mörder und entdeckt dabei Fähigkeiten, von denen er nie wusste, dass er sie hat - und die ihm viel zu leicht fallen.

"No Other Choice" ist ein bitterböser, erstaunlich unterhaltsamer Albtraum über Arbeit, Männlichkeit und Moral - ein Film, in dem der renommierte Regisseur Park Chan‑wook einen verzweifelten Durchschnittsmann Schritt für Schritt in einen Mörder verwandelt und uns zwingt, zuzugeben, wie viel von seiner Logik uns unheimlich vertraut vorkommt. Der Film folgt Yoo Man‑su (Lee Byung‑hun), einem langjährigen Angestellten der Papierindustrie, der abrupt gefeuert wird und sich in einer Spirale aus demütigenden Bewerbungsgesprächen wiederfindet, in denen er systematisch zugunsten vermeintlich besserer Kandidaten aussortiert wird. Während seine pragmatische Frau Miri (Son Ye‑jin) die Familienfinanzen stabilisiert, wächst in ihm das Gefühl der Entwertung, bis ihm eine perverse Lösung einfällt: Wenn er keine Stelle bekommt, weil andere vor ihm in der Rangliste stehen, dann schafft er sich sein Jobangebot, indem er die Konkurrenten eliminiert - im wörtlichen Sinn.

Park konstruiert daraus zunächst fast eine Farce: Man‑su stolpert durch missglückte Mordversuche, trifft auf Opfer, die auch nur prekäre Existenzen sind, und redet sich mit dem Mantra "Ich habe keine Wahl" moralisch frei. Je weiter der Plot voranschreitet, desto deutlicher verschiebt der Film jedoch den Fokus von der makabren Kriminalposse hin zu einer Anatomie des Ernährer‑Mythos und einer Gesellschaft, die ein männliches Ego systematisch mit beruflichem Status verknüpft. Stilistisch wirkt "No Other Choice" wie eine Verdichtung mehrerer Park‑Phasen: Die visuelle Überpräzision aus "The Handmaiden", der moralische Fäulnisgeruch aus "Oldboy" und eine fast hochnäsige Krimi‑Leichtigkeit kollidieren in einer schwarzen Komödie, die ständig ihren Aggregatzustand wechselt. Die Kamera arrangiert Fabrikhallen, Bewerbungskorridore und Wohnsiedlungen als kalte, geometrische Räume, in denen Menschen wie austauschbare Objekte wirken, während plötzliche Ausreißer - etwa eine surreale Gewächshaus‑Traumsequenz - Man‑sus inneres Chaos in barocke Bildideen übersetzen. Der Ton ist heikel, aber bewusst instabil: Slapstickhafte Momente - eine Szene, in der Man‑su hektisch versucht, seiner Frau die Unterwäsche vom Leib zu reißen, um ihre vermeintliche Affäre zu beweisen, wäre in einer anderen Regie einfach nur peinlich - kippen hier immer wieder ins Grausame, ohne den moralischen Ernst völlig zu verlieren. Park riskiert dabei eine provokativ amoralische Oberfläche: Mord wird handwerklich präzise inszeniert, als sei es eine weitere berufliche Fertigkeit, die mit etwas Fleiß erlernbar ist. 

Lee Byung‑hun spielt Man‑su mit einer Mischung aus kontrollierter Lächerlichkeit und langsam hervortretender Bedrohlichkeit. Sein Gesicht kann im selben Moment gekränkt, kleinlich, verletzlich und gefährlich wirken; er ist nicht der charismatische Antiheld, sondern ein Mann, der sich im Spiegel kaum erträgt und dessen Verbrechen wie die logische Verlängerung kleiner, alltäglicher Selbstlügen wirken. Son Ye‑jin verankert den Film emotional als Miri, die in ihrer pragmatischen Reaktionsfähigkeit die stille Gegenfigur zum stolpernden Patriarchen abgibt. Sie organisiert Jobs, verhandelt mit der Bank, hält die Familie zusammen - und doch lässt Park in Andeutungen erkennen, wie sehr sie im Korsett traditioneller Rollenerwartungen gefangen bleibt, während Man‑su ihre Handlungen als Angriff auf seine Männlichkeit liest. In den Nebenrollen verdichten sich die Themen: der hyperqualifizierte Schuhverkäufer mit kleiner Tochter, dessen Tod Man‑su fast mehr kränkt als belastet; der vermeintliche Liebhaber‑Chef; der Sohn, der in einen Handy‑Diebstahlskandal verwickelt wird und den Vater beim seltsamen Verhalten im Gewächshaus beobachtet. 

Als Satire auf neoliberale Arbeitswelten ist der Film von fast beleidigender Direktheit: Firmen wie Moon Paper behandeln Menschen als Wegwerfware, Bewerber werden in Rankings sortiert, und Optimierung bedeutet ausschließlich Verschärfung der Konkurrenz. Man‑sus Gewalt erscheint als monströse, aber logische Konsequenz einer Ideologie, die suggeriert, jeder sei für seinen Erfolg absolut selbst verantwortlich - und wer versagt, habe eben nicht genug getan. Die entscheidende Qualität des Films liegt jedoch darin, dass er die Schuld nicht nebulös im System auflöst. Immer wieder eröffnet Park seinem Protagonisten Auswege: die Möglichkeit, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, sich dem beruflichen Abstieg zu stellen, mit Miri gemeinsam neue Lebensentwürfe zu verhandeln - und Man‑su sagt jedes Mal Nein, weil er sein beschädigtes Selbstbild nicht aufgeben will. Die wiederholte Formel ("Ich habe keine Wahl") wird so zu einem bitteren Refrain, der entlarvt, wie gern wir strukturelle Zwänge benutzen, um persönliche Verantwortung zu relativieren.

"No Other Choice" ist ein kraftvoller, oft brillant inszenierter Film, aber er ist nicht ohne Brüche, die man nicht nur als kalkulierte Irritation lesen muss. Das tonal riskante Pendeln zwischen Farce und Tragödie gelingt Park in vielen Szenen, doch an manchen Stellen - insbesondere, wenn der Film häusliche Eifersuchtsfantasien und sexuelle Eifersucht mit den Morden verschränkt - wirkt der Spott über Man‑sus gekränktes Ego so genüsslich, dass die Opfer seiner Gewalt zu bloßen dramaturgischen Werkzeugen schrumpfen. Auch die fast spielerische Amoralität der Schlussphase, in der der Film suggeriert, dass Man‑su durch seine Mordserie paradoxerweise beruflich und in der Ehe funktionaler wird, ist ein riskanter Kunstgriff. Man kann ihn als bitteren Kommentar lesen - ein System, das nur Resultate zählt, belohnt selbst kriminelle Effizienz -, doch die Inszenierung verlässt sich stark auf die moralische Urteilskraft des Publikums und verzichtet bewusst auf klare Distanz. Der Film verurteilt seinen Helden nicht, aber er macht es dem Zuschauer unbequem schwer, sich nicht zu fragen, wie viel man mit ihm gemeinsam hat.  Am Ende bleibt "No Other Choice" ein Werk, das mehr Fragen stellt, als es beantwortet - und dessen düsterste Erkenntnis vielleicht darin liegt, wie nachvollziehbar der erste kleine Schritt ist, bevor aus einer gekränkten Kränkung ein Mordplan wird.

8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: CJ ENM Co./CJ Entertainment/Moho Film

Sonntag, 10. November 2024

헤어질 결심 - Heojil kyolshim - Decision To Leave - Die Frau im Nebel (2022)

https://www.imdb.com/title/tt12477480/

Als ein passionierter Hobbykletterer von einem hohen Felsen in den Berg stürzt, übernimmt die Polizei die Ermittlungen. Schnell deutet alles auf einen tragischen Unfall hin, doch der gründliche Polizist Hae-joon (Park Hae-il) hat seine Zweifel. Der Mann, der weiter alle ungelösten Fälle seiner Karriere mit sich herumträgt, will auch diese Sache nicht direkt zu den Akten legen. Stattdessen hat er schnell die junge Witwe des Toten im Visier: Ist die aus China nach Korea geflohene Seo-rae (Tang Wei), die sich so rührend und gut um ältere Menschen kümmert, eine gewiefte Mörderin? Immer besessener aber auch faszinierter wird Hae-joon. Er vernachlässigt die Fernbeziehung zu seiner Frau, verbringt ganze Nächte vor dem Anwesen der Tatverdächtigen. Und Seo-rae geht auf sein Spiel ein, verwickelt ihn in Gespräche, hilft ihm bei der Lösung alter Fälle. Doch die Frage bleibt: Ist sie eine gewiefte Mörderin?

Krimis ziehen die Fans eigentlich nur noch mit ihren Rätseln in ihren Bann, und mit "Die Frau im Nebel" gab es ein paar anständige Rätsel, die jedoch nicht den Kern der Geschichte bilden, was den Glanz des Films ausmacht. "Die Frau im Nebel" also einen reinen Krimi zu nennen, wäre schlicht gelogen. Es ist ein Krimi, aber noch viel mehr. Manche Filme sind Snacks, andere eine ganze Mahlzeit. Daran ist auch nichts auszusetzen. Manchmal hat man Lust auf einen über den anderen. 

Detektiv Hae-joon, gespielt von Park Hae-il, einem frischen und skurrilen energiegeladener Kerl, ist auch ein wenig obsessiv.. Das hilft ihm bei der Lösung der meisten seiner Fälle. Und als ihm der einfache Tod eines in den Tod gestürzten Bergsteigers zugeschrieben wird, sagt ihm seine einzigartige Herangehensweise, dass hier etwas nicht stimmt. Er befragt die Witwe des Opfers, Song Seo-rae, gespielt von Tang Wei, der manchmal warm wie ein sonniger Tag am Strand und manchmal kalt wie ein nebliger Morgen in den Bergen ist, und seine geordnete Welt beginnt auseinanderzufallen ihre allererste Begegnung. Mehr zu sagen würde spoilern, denn was wir hier haben, ist eine Mahlzeit, zubereitet von Meisterkoch Park Chan-wook, der vor 20 Jahren hinter einem weiteren unvergesslichen Filmerlebnis stand, dem legendären "Oldboy".

Bei "Die Frau im Nebel" handelt es sich um einen Krimi, aber auch um eine Liebesgeschichte, und zwar keine gewöhnliche Liebesgeschichte, sondern eine voller Intrigen, gespickt mit einigen wirklich humorvollen Momenten. Park Chan-wook verfügt über ein breites technisches Vokabular und nutzt fast jeden Trick seines Arsenals in Bezug auf Bildausschnitt, Perspektive und Szenenübergänge. Im ersten Teil des Films wirkt es ein wenig selbstbewusst, sobald die Geschichte jedoch im Hin und Her zwischen Det Hae-joon und der Witwe Song Seo-rae ihren Fluss findet, wird der Zuschauer von der aufkeimenden Romanze zwischen diesen beiden Charakteren, die sonst so fehl am Platz auf dieser Welt sind, mitgerissen. Ein guter Liebesfilm hat die Kraft, den Zuschauer in der ersten Hälfte Fremde kennenzulernen und sich in sie zu verlieben, um dann in der zweiten Hälfte die Ekstase zu verspüren, das begehrte Glück für immer zu gewinnen.

Jang Hae-joon spielt den Detektiv mit einem absolut perfekten Gleichgewichtssinn, sodass wir es in seinen Augen sehen können, wenn er ausgeschaltet ist. Tang Wei hat eine dieser Filmfiguren, die von der Leinwand springt, herüberschlendert, sich neben einen setzt und einen in ihren Blick fesselt. "Die Frau im Nebel" kann kein Hollywood-Film sein, weil man sich das Ende in einem westlichen Kontext nicht vorstellen kann. Ohne zu viel zu sagen, es ist die Krönung des Gesamtpakets. Es hinterlässt einen intensiven Gefühlsaufschwung, weil der Film Sie so sehr in die beiden Hauptfiguren verliebt hat. Und vielleicht ist der bleibende Eindruck des Films auch der geschickten, aber stereotypischen Herangehensweise zu verdanken, mit der Drehbuch und Regie die Geschichte behandeln. Die Kameraführung, der Schnitt und die Musik ergänzen sie gut.

"Die Frau im Nebel" ist ein Buffet, von dem man alles nehmen kann. aber er verrät nicht, bis zum Abspann, wo die Entscheidung, was es nun für einen Geschichte ist, für einen getroffen wurde und man beim Zurücktreten weiß, dass es so ist, wie es sein muss. Einzigartig, mitreißend, überraschend, berührend, beeindruckend. Jedes Jahr braucht es einen solchen Krimi/eine solche Krimiromanze. Noch mehr, und es wird zur Modeerscheinung und verliert seinen Glanz. Noch weniger, und man würden die Leere spüren. Doch so hält es gut die Waage.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Plaion Pictures
Poster/Artwork: CJ Entertainment/
Moho Film

Dienstag, 24. August 2021

친절한 금자씨 - Chinjeolhan geumjassi - Lady Vengeance (2005)

https://www.imdb.com/title/tt0451094/

Im Alter von gerade mal 19 Jahren soll Geum-ja Lee (Yeong-ae Lee) einen kleinen Jungen ermordet haben, wofür sie 13 Jahre im Gefängnis saß. Was die Öffentlichkeit noch mehr schockte als die brutale Tat an sich war die geständige Täterin. Wie konnte ein so junges, wunderhübsches, schier engelsgleiches Mädchen ein solches Verbrechen begehen? Im Gefängnis scheint Geum-ja sich nun gewandelt zu haben. Ein Priester ist überzeugt, dass er den Engel in ihr nach vorne gebracht und die Hexe vertrieben hat. Sie ist angesehen als freundliches und hilfsbereites Mädchen. Doch das alles ist nur Schein. Vom Tag ihrer Einlieferung ins Gefängnis hat Geum-ja an einem Plan gearbeitet - einem mörderischen Plan. Der verfolgt nur ein Ziel: Rache an Mr. Beak (Min-sik Choi)...

Bereits mit dem wundervoll komponierten, computeranimierten Vorspann nimmt Regisseur Park Chan-wook den Zuschauer mit auf eine poetische Reise, den letzten Teil seiner "Vengeance"-Trilogie, die stets den Balanceakt zwischen Schönheit und Grauen meistert. Der wieder einmal durchgängig überwältigende Soundtrack von Jo Yeong-wook erschafft von der ersten Minute eine kunstvolle Atmosphäre und begleitet von Chung Chung-hoons malerischen Bildkompositionen entsteht ein audio-visuelles Erlebnis, das man nur ausgesprochen selten erlebt. Chungs erneute Arbeit mit Park unterstreicht einmal mehr ihre überwältigende Symbiose. Die absurd-genialen Einfälle des Regisseurs in Kombination mit den berauschenden Bildern des Kameramanns konnten bereits bei "Oldboy" faszinieren. Bei "Lady Vengeance" erreicht diese Zusammenarbeit ein neues Hoch, denn der dritte Teil der Rache-Trilogie ist optisch einfach nur als Kunstwerk zu bezeichnen. Doch die Schönheit der Bilder wird immer wieder durch die abgründige Handlung durchbrochen, für die Park berühmt ist. Sein Gespür für die Gegensätze sucht seinesgleichen. Diese manifestiert sich bei "Lady Vengeance" auch in der Hauptfigur Geum-ja. Auf der einen Seite als skrupellose Mörderin dargestellt, auf der anderen als liebevoll und großherzige Insassin wahrgenommen, wandelt sich ihr Verhalten nach ihrer Entlassung in pure Kälte. Regisseur und Drehbuchautor Park Chan-wook gelingt es hier seinen speziellen Sinn für Humor wieder erstklassig einzuarbeiten, sodass die eigentlich durch und durch düstere Geschichte immer wieder aufgehellt wird.

Um diese Abgründe und inszenatroisch überwältigende Kraft hangelt sich eine Geschichte von einer zutiefst verletzten Frau. Neben ihrem blutigen Rachefeldzug versucht sie ihre zur Adoption gegebene Tochter wiederzufinden. Auch wenn gerade der Part im Ausland zum schwächsten des Films gehört, so verleiht es der Figur doch eine gefühlvolle Note. Und gerade in der Endsequenz ist es die Tochter, die für einen wunderschönen und poetischen Ausklang sorgt. Doch bis dahin wandert Geum-ja auf einem moralisch fragwürdigem Pfad. Zwar möchte sie ihrem Peiniger und dem des verstorbenen Kindes, seine verdiente Strafe zuführen, doch ist ihr auf dem Weg dorthin jedes Mittel Recht, auch wenn unbeteiligte zu Schaden kommen. Parks Einfallsreichtum bei der Rache-Thematik nimmt dabei kein Ende. Ob es eine besonders konzipierte und gestaltete Schusswaffe ist, oder die erschütternde Wendung, die sich zum Finale hin offenbart, der Filmemacher überrascht den Zuschauer immer wieder visuell wie inhaltlich. Gerade das schockierende Finale lässt dann auch den letzten Funken Liebreiz erlischen, nur um ihn beim zauberhaften Ende wieder zu beschwören. Darstellerisch kann Lee Yeong-ae vor allem in den warmherzigen und verletzlichen Augenblicken überzeugen. Kombiniert sie diese Seiten in den Gefängnissequenzen noch mit eine wunderbaren Kaltherzigkeit gegenüber den Unterdrückern, kann sie mit ihrer ernsten teils wütenden Art nicht immer überzeugen. Ihr gegenüber steht Choi Min-sik der einen hervorragenden Antagonisten abgibt. Aber auch in Nebenrollen finden sich nicht nur fähige, sondern auch bekannte Gesichter. Kim Byeong-ok, der als brutaler Personenschützer in Oldboy noch einzuschüchtern wusste, gibt in Lady Vengeance eine herrlich abgedrehte Performance als Priester ab. Neben ihm treten die Oldboy-Stars Kang Hye-jeong und Yu Ji-tae in Gastrollen, wie Oh Dal-su und Lee Seung-shin in Nebenrollen auf. Aber auch aus älteren Werken gibt es ein kleines Wiedersehen mit zwei Darstellern. So zeigen sich die Hauptdarsteller aus Parks JSA und Sympathy for Mr. Vengeance Song Kang-ho und Shin Ha-kyun als Auftragsmörder.

Abgesehen von den zahlreichen Auftritten bieten die Schauspieler durchgängig eine souveräne Darbietung. Zwar fehlt im Gegensatz zu den vorangegangen und nachfolgenden Werken von Park die ganz große Leistung, doch gibt es trotzdem nichts groß zu beanstanden. "Lady Vengeance" ist inhaltlich und inszenatorisch das wahrscheinlich erwachsenste und mit Sicherheit das poetischste Werk aus der Rache-Trilogie. Vor allem die überwältigende Bildersprache hinterlässt langanhaltende Spuren. Mit verträumten Bildkompositionen ist "Lady Vengeance" eigentlich ein von Schönheit triefender Film, wenn nicht seine abgründige Geschichte diese Harmonie immer wieder durchbrechen würde. Ein Balanceakt zwischen Schönheit und Grauen, zwischen Poesie und klarer Brutalität. Unkonventionell, schockierend, wunderschön. 

8,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film hierzulande in einem tollen Mediabook:


Quellen
Inhaltsangabe: Capelight

Samstag, 14. August 2021

복수는 나의 것 - Boksuneun naui geot - Sympathy For Mr. Vengeance (2002)

https://www.imdb.com/title/tt0310775/

Nachdem Ryus (Shin Ha-kyun) Versuch, eine Niere für seine Schwester zu bekommen, an der kriminellen Energie einer Organhändlerin gescheitert ist, plant der taubstumme Bruder die Entführung eines Mädchens. Gemeinsam mit seiner politisch aktiven Freundin Cha Yeong-mi (Bae Du-na) kidnappt er die Tochter des Geschäftsmannes Park Dong-jin (Song Kang-ho), um mit dem erpressten Geld einen neuen Anlauf zu wagen, an eine Niere zu kommen. Im Laufe der Entführung stirbt das gefangene Mädchen aber, obwohl der Geschäftsmann auf die Lösegeldforderung eingegangen ist. Angesichts des Verlustes von tiefer Trauer überwältigt, macht sich Park Dong-jin an die Aufgabe, die Identität der Entführer zu ermitteln. Er möchte Rache für den Tod seiner Tochter nehmen, die das einzige war, was ihm in seinem Leben noch etwas bedeutet hat... 

"Sympathy For Mr. Vengeance" begleitet einen taubstummen, jungen Mann, dessen Schwester auf eine Organ-Transplantation angewiesen ist. Mit den Widrigkeiten des modernen Gesundheitssystems konfrontiert, wendet er sich aus seiner Hoffnungslosigkeit heraus an kriminelle Organhändler. Daraus entspringt ein großes Unglück, das mehrere Menschen in einer komplexen Wirkkette aus Schuld und Rache miteinander verbindet. Parks Regieleistung und die einnehmende Geschichte machen den Film sehenswert – wenn man denn ein wenig Geduld und die richtige Stimmung mitbringt. Die differenzierte Charakterzeichnung erlaubt es, für die Protagonisten gleichermaßen Sympathie und Antipathie zu entwickeln. Die Charaktere sind zugleich Opfer ihrer Umstände als auch ihrer selbst. 

Zuweilen bitter ironisch, ist der Film ein düsteres Drama, dass sich in einer an Trostlosigkeit grenzenden Inszenierung selbst reflektiert. Daher kommt es auch nahezu ohne musikalische Bemalung aus, weiß diese dann aber eindrucksvoll einzusetzen.  Auch wenn die Geschichte sich zu Beginn etwas verläuft, so wird man im zunehmenden Verlauf schnell dafür entschädigt. Ein kompromissloser und brutaler Streifen, der einen emotional noch lange nach dem Ende der Laufzeit beschäftigt. Insgesamt bietet "Sympathy For Mr. Vengeance" einen gelungenen Auftakt zu Chan-wook Park’s exzellenten Rache-Trilogie, ohne jedoch die meisterhafte Brillanz "Oldboy" zu erreichen oder ein audiovisuelles Kunstwerk wie "Lady Vengeance" zu schaffen. Stark ist letztlich auch, dass, wenn man sich schon über das vermeintliche Ende den Kopf zerbricht, in der letzten Minute noch einmal eine unerwartete Wendung den ganzen Film in ein anderes Licht stellt und Park dann doch seine Sicht offenbart, sodass man wortlos zurückbleibt. Ein Film, der definitiv im Gedächtnis bleibt.

8/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film hierzulande in einem tollen Mediabook:  

Quellen
Inhaltsangabe: Capelight

Mittwoch, 22. April 2020

싸이보그지만 괜찮아 - Saibogeujiman kwenchana - I'm A Cyborg, But That's OK (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0497137/

Young-goon (Su-jeong Lim) und Il-sun (Rain) sind Insassen einer Nervenheilanstalt. Il-sun versteckt sein Gesicht die meiste Zeit über hinter einer Maske. Er hat Angst, dahinter gar kein eigenes Gesicht zu haben. Um seine Furcht zu kompensieren, ist er kleptoman geworden, aber auf ausgefallene Art: er klaut den Geisteskranken um sich herum ihre interessantesten Macken, die er zuvor mit äußerst scharfem Auge beobachtet hat. Young-goon kommt in die Psychiatrie, weil sie glaubt, ein Cyborg zu sein. Ist das wirklich so ungewöhnlich, wo sie doch am Fließband arbeitet? Da sie denkt, dass sie anstelle innerer Organe nur noch Hochleistungselektronik im Körper hat, benötigt sie permanent Strom. Deswegen verweigert sie in der Anstalt die Aufnahme gewöhnlicher Nahrung - lieber leckt sie an Batterien. Was Young-goon neben mangelnder Stromversorgung ihrer Ansicht nach außerdem behindert, sind Überbleibsel von Gefühlen...

"Ich soll dich vom Getränkeautomaten grüßen!"

Park Chan-Wook ist seit "Oldboy" zu einem Genie gewachsen, der in seinen Filmen immer hart auszuteilen wusste. Aber ein Liebesfilm von ihm, mit Märchen-Elementen, Halb-Fiktion-Halb-Realität? Dieser Regisseur hat mehr Vielfalt in seinem Repertoire als erwartet. "I'm A Cyborg, But That's OK" ist mit den vielen verrückten Figuren mit ihren völlig ungewöhnlichen Macken, dem ausufernden Spiel der Fantasie ein Film, der sich zu einer wahren Pracht entwickelt. Ein Film, den man mehrfach sehen sollte, um alles zu erfassen. Zu Besuch in dieser koreanischen Irrenanstalt, wo jeder sein Päckchen Wahnsinn zu tragen hat. Hier hat sich spätestens nach dem dritten Besuch noch einmal eine ganz andere Tür geöffnet: Eine kleine Liebeserklärung an die Großeltern. Den Film mit "Die fabelhafte Welt der Amelie" zu vergleichen ist naheliegend, führt aber auf eine falsche Fährte. Amélie wandelt ebenfalls auf dem schmalen Grat von Tagträumerei und Realität, aber bei "I'm A Cyborg, But That's OK" haben die Hauptfiguren mit geistigen Krankheiten zu kämpfen. Die Psychosen und Neurosen sind zwar leicht zugänglich und manchmal zum Brüllen komisch, jedoch schafft es Regisseur Park Chan-wook deren Welt nicht zu beschönigen.

Es schwingt nämlich immer etwas Ernst und Gefahr mit. Die reale Welt kann weder damit umgehen, noch kann kann ein Mensch ohne Essen leben, auch wenn er überzeugt davon ist ein Cyborg zu sein. Dies zeigt sich besonders gut im Verhalten der Mutter von Young-goon, die mit ihrer schlechten Erziehung und dem falschen Umgang der Persönlichkeitsstörung ihrer Tochter, tiefe Spuren in deren Psyche hinterlassen hat. Was beim Ansehen dieses koreanischen Märchens begeistert, ist die Liebe von Young-goon zu ihrer Großmutter, die ihren Verstand gegen den einer Maus eingetauscht hat und nur noch Rettich isst. Das wird in seiner ganzen Dramatik erst zum Ende des Films gezeigt und bricht einem als Zuschauer dann spätestens hier das Herz wie auch das unserer Cyborg-Protagonistin. Während des Films taucht ihre Großmutter immer wieder in kleineren Fantasie-Momenten auf und versucht ihr den Sinn des Lebens zu verraten, bevor sie das Gummiband der Zeit wieder aus der Welt schnippst. Eine generationsübergreifende Beziehung, die in ihrer Intensität in diesem Film nwohl nur auffällt, wenn man ganz in diese Welt eintaucht. Der Regisseur und gelernte Philosoph Park Chan-wook spricht mit seinem Film eine Vielzahl von Thematiken an: Hinter dem Wort Cyborg versteckt sich der Gedanke, Astronauten mit Hilfe von technischen Verbesserungen des menschlichen Körpers an die Lebensbedingungen anderer Planeten anzupassen. Young-goon will sich in diesem Film aber ganz und gar nicht den gesellschaftlichen Bedingungen anpassen und verzichtet sogar auf die koreanische Grundnahrung: Reis. Anpassung erfolgt durch ihren möglichen Retter Il-sun, der sich einen Weg in ihre Welt erdenkt und es dadurch vielleicht schaffen kann, sie zu retten.

Von diesen interessanten Thematiken gibt es eine Menge im Film. Man lernt beispielsweise, dass in Korea niemand fragt: "Wie geht es dir?", sondern "Haben Sie schon etwas gegessen?". Die schillernden Bilder von Kameramann Chung Cung-hoon sind ein wahrer Genuss. Es macht unglaublich viel Spaß, diesen anspruchsvollen, vielschichtigen und liebevollen Film zu sehen. Man hört oft, dass es Park Chan-wooks schwächster Film sein soll, aber dieser Künstler mit dem Herzen eines Philosophen dreht einfach keine schwachen Filme und allein die Vielschichtigkeit von "I'm A Cyborg, But That's OK" hilft enorm bei dieser Erkenntnis.

8/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film hierzulande in einem tollen Mediabook:


Quellen
Inhaltsangabe: Capelight

Sonntag, 19. Januar 2020

악마를 보았다 - Akmareul Boatda - I Saw The Devil (Korean Cut) (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1588170/

Kyung-chul (Choi Min-sik) ist ein gefährlicher Serienmörder, dem die Polizei schon lange auf den Fersen ist. Skrupellos und äußerst brutal vorgehend, vergreift er sich an jungen Frauen. An einem verschneiten Abend ermordet er Ju-yeon (Oh San-ha), die Tochter des Polizeichefs Jang (Jeon Gook-hwan), auf bestialische Weise. Ihr Verlobter – Geheimagent Soo-hyun (Lee Byung-hun) – schwört gnadenlose Rache. Er will Kyung-chul all die Schmerzen zufügen, die dieser seinen Opfern antut. Auch wenn er dazu selbst zum Monster werden muss. Er lässt sich für zwei Wochen beurlauben. Nicht, um das schreckliche Trauma zu verarbeiten, sondern um den psychopathischen Killer auf eigene Faust zu jagen. Ein erbarmungsloser Schlagabtausch beginnt, bei dem Soo-hyun seinen intelligenten Kontrahenten zu unterschätzen scheint ...

Nach "The Good, The Bad, The Weird" und "A Bittersweet Life" stellt der koreanische Revengethriller "I Saw The Devil" bereits die dritte Zusammenarbeit vom versierten Regisseur Jee-won Kim und seinem Hauptdarsteller Byung-hun Lee dar. Als kongenial gespielter Antagonist stand Min-sik Choi mit vor der Kamera, hierzulande hauptsächlich aus den der "Vengeance"-Trilogie entstammenden, von Chan-wook Park inszenierten "Lady Vengeance" und vor allem "Oldboy" bekannt. In den letzten Jahren hat Korea wie kaum ein anderes Land derart konsequent das Filmmovtiv Rache mit storytechnisch mal mehr, mal auch weniger durchdachten, aber stets hochwertig produzierten & edel inszenierten Streifen exportiert. Prägnante Merkmale sind zumeist der gelegentliche Hang zur Theatralik bzw. leicht langatmig anmutenden Erzählweise, recht unterkühlt & distanziert wirkenden Charakterdarstellungen, gut ausgearbeitete, stimmige Musicscores sowie das Einstreuen von kleinen Dosen schwarzen Humors respektive Zynismus. Darüber hinaus werden die Inhalte oft & gerne unter Zuhilfenahme der Darstellung von roher, urbaner Gewalt in verhältnissmässig ungeschönten Bildern transportiert, dem heutigen Trend der Stylized Violence eher ausweichend, wenn nicht sogar entgegenwirkend.

In den meisten der angesprochenen Punkte bildet auch "I Saw The Devil" keine grosse Ausnahme - hier allerdings haben eben diese Einzelelemente ihr für das funktionierende Gesamtergebnis jeweils notwendige System. In der Geschichte um einen rachedurstigen Geheimdienstagenten, der wieder und wieder den kranken Serienmörder stellt, welcher auch dessen schwangere Verlobte auf dem Gewissen hat, um ihn jedesmal etwas mehr körperlich geschädigt wieder laufen zu lassen und erneut die Jagd aufzunehmen, wartet ganz bewusst mit keinem eindeutigen Sympathieträger auf, dem das Publikum gerne folgt. Stattdessen kann man den Schmerz des Protagonisten Soo-hyeon als geneigter Zuschauer zwar durchaus nachvollziehen, wird auf der anderen Seite allerdings durch die zum einen ohnehin schon (wie zuvor erwähnt) distanzierte, unterkühlte Darstellungsweise sowie den immer ruchloser erscheinenden Handlungsmustern, bei denen weitere Morde an teils unschuldigen Menschen billigend in Kauf genommen werden, zunehmend irritiert. Währenddessen ist der psychopathische Serienkiller Kyung-Chul selbstredend ebenfalls nicht gerade als Identifikationsfigur angelegt, bekommt aber durch die andauernde Konfrontation mit - vermeintlich - noch kränkeren Subjekten in einer mit solchen Individuen scheinbar überfüllten Welt sowie der einen oder anderen (ebenfalls zuvor schon genannten) schwarzhumorig angehauchten Szene unterbewusst die leisen Sympathiewerte eines klassischen Antihelden zugespielt - freilich der nicht zu verkennende Erzbösewicht, und dennoch der eigentliche Star des Abends.

Bei den auf beiden Seiten gleichbleibenden, nach längeren Ruhephasen um so brachialer wirkenden Gewaltausbrüchen werden dann konsequenterweise nur wenige dieser Darstellungen dem Effekt überlassen, sondern vielmehr bewusst unspektakulär in Szene gesetzt, so dass man beinahe schon von dokumentarischen Zügen sprechen kann. Ähnlich wie auch der Rest des Films weder groß erklärt noch wirklich in eine eindeutige Richtung einnimmt, sondern weitestgehend nur beobachtet. Und so bleibt es ein paar dramatische Wendungen später dem Zuschauer am Ende selbst überlassen zu interpretieren, wer im Sinne des koreanischen Originaltitels "Akmareul Boatda" (bei welchem es die einleitende "Ich-Form" eben nicht gibt) nun in welchem Gegenüber - oder gar in sich selbst? - "den Teufel gesehen" hat.

Regisseur Jee-won Kim musste bereits für die koreanische Kinofassung Schnittauflagen hinnehmen, um für den Streifen eine vergleichbare Freigabe ab 18 Jahren zu bekommen, erst mit der dritten eingereichten Schnittfassung war das Korea Media Rating Board schließlich einverstanden. Hauptsächlich musste dort die offensichtliche Darstellung von Kannibalismus sowie ein paar Gewaltspitzen abgeschwächt werden. International wurde indes größtenteils die ungeschnittene Originalfassung von "I Saw The Devil" ausgewertet. Doch selbst hier bildete "I Saw The Devil" nochmal eine Ausnahme, denn selbst die SPIO/JK verweigerte der ungekürzten Fassung ihre Freigabe. Man nahm daraufhin die Dienste einer unabhängigen Juristenkommission in Anspruch, die dem Film letztendlich ungeschnitten die strafrechtliche Unbedenklichkeit bescheinigte. Für die hier besprochene koreanische Fassung nutzte Jee-won Kim die Gelegenheit der Auswertung seiner uneditierten Wunschfassung, um auch generell nochmal Hand an den Schnitt der gekürzten Kinofassung zu legen und entfernte im Nachhinein einige Szenen, die seiner Meinung nach den Filmfluss unnötig störten oder schlichtweg unwichtig für den Handlungsverlauf waren. Dabei kann man bei dem einen oder anderen Eingriff dieser Art durchaus geteilter Meinung sein. Für leichte Irritationen kann z.B. das vermeintlich kinderleichte Aufspüren der einzelnen Hauptverdächtigen durch Soo-hyeon in der Internationalen Version sorgen, während die Koreanische Kinofassung zumindest deutlich herausstellt, dass die Polizei diese Männer bereits im Visier hat und der Geheimagent sich der Ermittlungsarbeit der Gesetzeshüter bedient, um an diese heranzukommen. Schmerzlicher noch vermissen einige Fans des Streifens die harsche Sexszene zwischen Killer Kyung-Chul und der Freundin seines Kannibalenfreundes, welche den kranken Charakter dieser Individuen nochmal ordentlich unterstreicht. So stellt die Internationale Version letztlich zwar die Wunschfassung des Regisseurs dar, durchaus ihren eigenen Reiz haben aber beide Schnittfassungen.

8/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD in der internationalen Kinofassung und dem "Korean Cut" auf einer zweiten Disc im auf 444 Stück limitierten Mediabook: 

Freitag, 8. Dezember 2017

아가씨 - Agassi - The Handmaiden - Die Taschendiebin (Langfassung) (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4016934/

Korea in den 1930er Jahren, während der Besatzung durch die japanischen Invasoren: Die junge Sookee (Kim Tae-Ri) ist eine gerissene Taschendiebin, die sich von der reichen japanischen Erbin Hideko (Kim Min-Hee) als Dienstmädchen einstellen lässt. Sookee zieht auf das abgelegene Anwesen, auf dem Hideko völlig zurückgezogen mit ihrem Onkel Kouzuki (Jin-Woong Cho) lebt. Was Hideko allerdings nicht weiß: Sookees Anstellung als Dienerin ist Teil eines perfiden Plans, den sie zusammen mit einem Heiratsschwindler (Jung-Woo Ha), der sich als Graf Fujiwara ausgibt, ausgeheckt hat. Der falsche Graf und das Dienstmädchen planen, die junge Erbin um ihr gesamtes Vermögen zu erleichtern. Und zunächst läuft alles wie am Schnürchen – bis ganz unerwartet Sookee und Hideko echte Gefühle füreinander entwickeln...

Der Originaltitel des zehnten Films des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-Wook, "Agassi" bedeutet so viel wie "Lady" und transponiert die Handlung vom viktorianischen England in das von Japan besetzte Korea der 1930er Jahre. Die in ärmlichen Familienverhältnissen aufgewachsene Sook-Hee (Kim Tae-ri) wird in das Anwesen der jungen Lady Hideko (Kim Min-hee) als deren Dienerin eingeschleust, um sie dazu zu bewegen, den undurchsichtigen Grafen Fujiwara (Ha Jung-woo) zu heiraten, der sich ihr Erbe durch einen Hochzeitsschwindel erschleichen will. Hideko kann das Erbe als Alleinstehende nicht selbst antreten und muss dazu heiraten. Weiterhin plant Graf Fujiwara Hideko anschließend in eine Irrenanstalt einweisen zu lassen und sich das Geld dann mit Sook-Hee zu teilen. Allerdings muss auch Hidekos Onkel Kouzuki (Cho Jin-woong) umgangen werden, der durch eine Heirat seiner eigenen Nichte ebenfalls an deren Erbe gelangen will.

Je weniger man vorweg vom Verlauf von "Die Taschendiebin" erfährt, umso besser kann man sich von den vielen Wendungen des Handlungsverlaufs überraschen lassen, und davon hat der Film eine Menge, bis zu einem bestimmten Punkt im Film an dem die komplette Geschichte um 180 Grad kippt und den Zuschauer völlig im Regen stehen lässt. Dabei ist der Film so gut in seiner Erzählweise konstruiert, dass dieser Twist absolut reibungslos wirkt und man sich gefühlt nahtlos in diese neue Richtung mitreißen lassen kann. Wovon der Film ebenfalls eine Menge hat, ist Sex. Generell ist die Geschichte über weite Strecken erotisch sehr stark aufgeladen und gipfelt in einer der expliziteren Sexszenen des modernen Mainstream-Kinos. Dennoch verkommt diese überdeutliche Darstellung niemals zum Selbstzweck, sondern ist absolut relevant für den Verlauf der Geschichte, die Entwicklung der Charaktere und die emotionale Bindung (oder auch) Distanzierung der Figuren. Schauspielerisch bewegt sich "Die Taschendiebin" ebenfalls auf dem höchsten Level. Gerade die beiden Hauptdarstellerinnen sind absolut glaubhaft und bis auf einen kleinen Moment von Kim Min-Hee, der allerdings auch nur den Bruchteil einer Sekunde ausmacht, war ich durch die Leistung aller Beteiligten von Anfang bis Ende in der Geschichte gefangen.

Etwas im Film verdient noch einen eigenen kleinen Absatz in dieser Rezension, und damit ist das Haus gemeint, in dem die Ereignisse der Geschichte stattfinden. Wie bei Stanley Kubriks "The Shining" oder Norman Bate’s Motel aus "Psycho" hat das Anwesen in "Die Taschendiebin" einen eigenen Charakter und wirkt wie ein lebender, atmender Organismus. 


Es ist ein gewaltiges Anwesen, in das die junge Sookee einzieht. Ein Anwesen, das sich in elegante Speisesäle, winzige Schlafkammern und eine düstere Bibliothek verästelt. Halb viktorianisch, halb traditionell japanisch erscheint es wie Kintsugi-Porzellan, zusammengekittet aus den Scherben zweier Kulturen. So wie das Haus mehrere Epochen der Architektur in sich vereint, so führt auch "Die Taschendiebin" verschiedene Fragmente zusammen: die Geschichte des virtuosen Thrillers entstammt Sarah Waters im viktorianischen England angesiedelten Roman "Solange du lügst", doch Park Chan-wook verlegt sie in das japanisch besetzte Korea der Dreißigerjahre den 20. Jahrhunderts, das er in opulentem Szenenbild und nicht minder akribisch gearbeiteten Kostümen präsentiert. Der Stil kreuzt westliche Gotik mit traditionell japanischem Baustil. Alles in diesem Gebäude hat Struktur, stark gemusterte und im Stil konträr laufende Tapeten, extrem kräftige und dunkle Farben, und der stete Wechsel zwischen klaustrophobisch wirkenden Korridoren und weitläufigen Eingangshallen und Gärten werden von Regisseur Park Chan-Wook mit absoluter Perfektion in Szene gesetzt. Durch die Verwendung der Arri Alexa in Kombination mit einer anamorphen 1974er Kameralinse von Hawk und der meisterhaften Beleuchtung schafft Park es, ein visuelles Meisterwerk auf die Leinwand zu bringen. Es ist ein wunderschöner Film.

Jo Yeong-Wook komponierte einen Soundtrack, der permanent Gänsehaut verursacht. Gerade das Stück "My Tamako, My Sook-Hee" ist der Wahnsinn und begleitet die beste Szene im Film. Die Musik erzeugt Spannung oder unterstreicht Humor, wenn es nötig ist, und trägt in den richtigen Momenten zur emotionalen Tragweite der Szenen bei. Ein Soundtrack, wie er funktionieren und klingen muss. Dadurch dass viele der Stücke Walzer sind, wirkt der klassische Soundtrack oft sehr europäisch und erzeugt hier und einen Moment oder ein Gefühl, das vielleicht an Filme wie "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert.

Die Langfassung von "Die Taschendiebin" hat eine Lauflänge von 168 Minuten und ist somit 24 Minuten länger als die Kinofassung. Nichtsdestotrotz kann man nicht so weit gehen, die Langfassung als "ungeschnitten" oder gar als "Director’s Cut" zu bezeichnen. Park Chan-Wook erzählte in einem Interview, er habe sich im Grunde von den Koreanischen Fans dazu breitschlagen lassen, so viel von dem gedrehten Material im Film unterzubringen, wie nur irgend möglich, und brachte den Film mit längerer Laufzeit für eine exklusive, einmalige Aufführung ins Kino und veröffentlichte ihn anschließend auch in dieser Fassung für koreanisches PayTV. Aufgrund der Tatsache, dass jedes Standbild ein Gemälde ist, durchaus nachvollziehbar. Und auch, wenn man bereits die Kinofassung wirklich gut fand, ist die Langfassung aus allen soeben genannten Gründen definitiv die zu bevorzugende Fassung.

9/10

Von KOCH Films erschien der Film in der "Limited Collector's Edition" im Hardcoverschuber mit umfassenden Buch zum Film, Setcards und natürlich der Kino- und Langfassung auf DVD und Blu-ray.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Sonntag, 11. Juni 2017

아가씨 - Agassi - The Handmaiden - Die Taschendiebin (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4016934/

Korea in den 1930er Jahren, während der Besatzung durch die japanischen Invasoren: Die junge Sookee (Kim Tae-Ri) ist eine gerissene Taschendiebin, die sich von der reichen japanischen Erbin Hideko (Kim Min-Hee) als Dienstmädchen einstellen lässt. Sookee zieht auf das abgelegene Anwesen, auf dem Hideko völlig zurückgezogen mit ihrem Onkel Kouzuki (Jin-Woong Cho) lebt. Was Hideko allerdings nicht weiß: Sookees Anstellung als Dienerin ist Teil eines perfiden Plans, den sie zusammen mit einem Heiratsschwindler (Jung-Woo Ha), der sich als Graf Fujiwara ausgibt, ausgeheckt hat. Der falsche Graf und das Dienstmädchen planen, die junge Erbin um ihr gesamtes Vermögen zu erleichtern. Und zunächst läuft alles wie am Schnürchen – bis ganz unerwartet Sookee und Hideko echte Gefühle füreinander entwickeln...

Park Chan-wooks neuer Film, eine Adaption des Kriminalromans "Solange du lügst" (Originaltitel: "Fingersmith") von Sarah Waters, erzählt vor allem eine große, sehnsüchtige, wunderschöne Liebesgeschichte. Aber ansonsten ist in den erlesen fotografierten Bildern nichts, wie es scheint. Jeder verstellt sich, alle betrügen alle, keiner sagt die Wahrheit. In seinen besten Momenten spielt "Die Taschendiebin" dabei mit den Wechselwirkungen aus Macht, Abhängigkeit und Leidenschaft, denn die Bedürfnisse aller Protagonisten sind miteinander verwoben und ihr Verhältnis zueinander befindet sich stets im Fluss, was dem Film sein Suspense verschafft.


Das abgelegene Haus ist eine im doppelten Sinne koloniale Trutzburg: halb englisches Herrenhaus, halb japanisches Anwesen, angefüllt mit allerlei luxuriösen Interieur, Möbeln und Stoffen der westlichen und der östlichen Überkultur. Wie ein übermächtiges Lebewesen wirkt das Gebäude, in dessen Keller Dinge vorgehen, von denen man eigentlich nichts wissen möchte. "Die Taschendiebin" ist damit auch ein Märchen im Gewand eines Thrillers. Es handelt von zwei einsamen schönen jungen Frauen, zwei Waisenkindern, die einander Halt geben. In den intimen Winkeln des Gebäudes kommen die vermeintliche Zofe und ihre Herrin einander näher. Geradezu fetischistisch fährt die Kamera zu Beginn mit den Augen der Taschendiebin über Hidekos Schuhe, Handschuhe, Kleider, Juwelen. Erotische und materielle Faszination sind eins. Bis zu einer Liebesszene, die in der beiderseitigen Verstellung beginnt und sich im Exzess befreit: Hideko bittet ihre Zofe, ihr zu zeigen, wie der um sie werbende Graf sie lieben wird. 

Parks Werk sinniert in drei Akten geschickt über den schmalen Grat zwischen Leidenschaft und Fetisch, zwischen positiven Kräften, die die Figuren antreiben und negativen, die sie in den Untergang ziehen. Dabei gelingt es dem Regisseur fabelhaft, das Geschehen wahlweise durch ein wohlwollendes Augenzwinkern zu ironisieren, oder es aber leicht spöttisch zu hinterfragen und als grotesk zu entlarven. Die Exzesse aus Parks früheren Werken finden sich auch hier, allerdings deutlich vergeistigt – wo die Gewalt von "Oldboy" oder "Sympathy For Mr. Vengeance " die Körper der Figuren malträtierte, verkehrt Park den Ansatz in "Die Taschendiebin" ins Gegenteil und schildert gleich im doppelten Sinne die Befreiung aus geistiger Gefangenschaft durch die Freuden der Körperlichkeit.

Selbst der erste Teil des Films, dessen stockender Handlungsverlauf erst androht ins Leere zu laufen, verschlingt den Zuschauer. Die Opulenz der Inszenierung und die langen bewusst gesetzten Einstellungen um zum Beispiel die unwirkliche Ästhetik der mit prachtvollen Bäumen gesäumten Allee einzufangen sind in Perfektion vollendet. Mit dem zweiten Teil mindert sich zwar nicht die visuelle und akustische Virtuosität, aber die Handlung fängt an sich zu entwickeln und den Zuschauer zu greifen. Durch das Durcheinanderwirbeln der Charakterkonstellationen, gewinnen die Figuren an Leben und damit die Handlung an Spannung. Das baldige Erahnen des weiteren Verlaufs löst die Spannung nicht auf, denn die Umsetzung weiß immer wieder zu überraschen. Im Rollenspiel entgleiten die Rollen, entsteht zwischen Küssen, Stöhnen, ineinander verschlungenen Körpern, sexueller Ekstase der erste Moment der Aufrichtigkeit zwischen den beiden Frauen. Von nun an scheint es, als müssten Hideko und Sookee sich und ihre Gefühle vor der Allgewalt des Gebäudes verstecken. Die Kamera erspäht ihre Gesichter zwischen Wänden und Lampenschirmen, erblickt sie durch hölzerne Treppengeländer, hinter Fensterrahmen und Säulen.


So erzählt Park Chan-Wook abermals auf untergründige Weise auch von der Gewaltgeschichte seines Landes. In seinem Film "Oldboy", der ihn 2003 schlagartig zu einem Star des internationalen Autorenkinos machte, hallten die ungesühnten Verbrechen der koreanischen Militärdiktaturen mit. Der Film war der Beginn einer extrem stilisierten, extrem gewalttätigen Rache-Trilogie. In "Die Taschendiebin" wird die japanische Kolonisierung zur Grundlage aller weiteren, auch privaten Machtverhältnisse. In einer Szene, als Sookee auf dem Anwesen ankommt, muss die junge Zofe ihren koreanischen Namen für einen japanischen abgeben. Auf die Frage, weshalb er die Kolonisatoren bewundere, sagt Hidekos koreanischer Onkel: "Japan ist schön, Korea ist hässlich." In der gigantischen Bibliothek des Anwesens hat der alte Lüstling eine riesige Sammlung erotischer und pornografischer Werke zusammengetragen, die er sich und seinen männlichen Gästen von seiner Nichte auf Japanisch vorlesen lässt. Es ist ein Missbrauch im Zeichen der kulturellen Raffinesse.
So klug, komplex und vielschichtig "Die Taschendiebin" ist, bleibt der Film im Kern doch schlagend einfach: Männer sind Schurken, und Frauen versuchen, sich von den Schurken zu befreien. Unterhaltsamer und ästhetischer kann man den Geschlechterkampf nicht inszenieren. Aber am Ende bleibt ein Film über einen kleinen Sieg sinnlicher, authentischer, weiblicher Sexualität gegen die Sexualität einer patriachaischen Welt, in der sie nur noch als brutale Perversion existieren darf.

8,5/10

Von KOCH Films erschien der Film in der "Limited Collector's Edition" im Hardcoverschuber mit umfassenden Buch zum Film, Setcards und natürlich der Kino- und Langfassung auf DVD und Blu-ray.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Sonntag, 28. August 2016

박쥐 - Bakjwi - Thirst - Durst (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0762073/

Der katholische Krankenhaus-Priester Sang-hyeon (Kang-ho Song) ist mit seiner Litanei am Ende. Mehr als mitleidige Gebete hat er den dahinsiechenden Patienten nicht zu bieten, von der verheißenen Kraft seines Glaubens fehlt jede Spur. Dann nimmt der Desillusionierte als Versuchsobjekt an einem medizinischen Experiment teil – und verendet auf dem OP-Tisch. Eine Wiedergeburt später ist er der Star einer kleinen Schar fanatischer Christen, die im bandagierten Sang-hyeon ein wandelndes Wunder sehen. Die zweite Chance hat allerdings einen gewaltigen Haken: die Bluttransfusion, die er bekommen hat, stammt von einem Vampir...

"Thirst"/"Durst" ist ein sehr eigentümliches Horror-Drama, welches unverkennbar Park Chan-wooks ("Stoker", "Old Boy") Handschrift trägt. "Durst" ist darüber hinaus ein exzellentes Beispiel dafür, dass Vampirfilme absolut das Zeug zu so viel mehr haben könnten und eben nicht als reine Lachnummer, wie beispielsweise die "Twilight"-Saga, abgetan zu werden.

Insgesamt muss man auch wieder feststellen, dass Regisseur Park Park Chan-wook es einfach versteht, seinen einzigartigen Stil vollends wirkungsvoll einzusetzen. Ästhetische Bilder, welche mit einem großartigen Soundtrack unterlegt werden, sind hierbei allerdings nicht das Einzige, was der Zuschauer die volle Laufzeit über zu erwarten hat. Wer hier nämlich einen typischen Film, der einem gewohntem Handlungsschema unterliegt, erwartet, wird sich schnell umschauen müssen. Nichts ist gewöhnlich - aber das ist auch gut so, denn Gewöhnliches bekommen wir jährlich zur Genüge serviert. Umso schöner ist es dann auch zu sehen, wie bemerkenswert diese unverbrauchte Auseinandersetzung mit den Themen des Films zur Geltung kommt - so einfach aber gleichzeitig auch so effektiv kann das also sein. Der Vampirismus der beiden Hauptfiguren dient hier nur als Triebfeder und Metapher für überhaupt nicht übernatürliche Probleme. "Durst" ist ein Film über das Ausbrechen. Das Ausbrechen aus der erdrückenden Familie. Das Ausbrechen aus den selbst auferlegten Zwängen und Wertevorstellungen des katholischen Christentums. Diese Anfangs durchaus positiven Erfahrungen wandeln sich jedoch, geraten außer Kontrolle. Es folgen das Ausbrechen aus grundlegenden moralischen Vorstellungen, das Ausbrechen aus der Menschlichkeit.


Anhand einer audivisuell makellosen, grandios gespielten und berührenden Vampir-Liebesgeschichte grübeln Park Chan-Wook und der Zuschauer gemeinsam über die menschlichen Konstrukte von Moral, Gesellschaft und Sünde. "Durst" nimmt den Zuschauer mit auf emotionale, düstere und intellektuell-philosophischen Reisen. Und diese enden im grandiosen, tieftraurigen und schmerzhaft konsequenten Finale des Films. Solche Genre-Beiträge zeigen darüber hinaus zudem immer wirklich eindrucksvoll, wie Mut und das Blicken über den Tellerrand belohnt werden können. Blutig und dreckig kommt "Durst" dabei insgesamt zwar durchaus daher - trotzdem ist er aber irgendwie doch so schön in all seiner Gesamtheit. Wunderbar erfrischendes Kino aus Korea eben. Ein Blick auf dieses Werk kann sich hier also mit hoher Wahrscheinlichkeit als lohnenswert herausstellen, auch wenn sich der Film sicherlich ganz weit abseits des Mainstream-Kino anzusiedeln hat. "Durst" zeigt eindrucksvoll, dass die Vampir-Thematik nicht nur für kindliche Romanzen, platte Monsterfilme oder altmodischen Grusel taugt, sondern auch ein erwachsenes, anspruchsvolles und intelligentes Kino hervorbringen kann.

7/10