Mittwoch, 26. Februar 2020

Dead Man (1995)

https://www.imdb.com/title/tt0112817/

Im Jahr 1876 reist der junge William Blake (Johnny Depp) mit dem Zug von Cleveland in den amerikanischen Westen. Bei einem Feuergefecht wird er schwer verletzt, auf sich allein gestellt, bricht Blake zusammen und entrinnt nur knapp dem Tod, als ihn der etwas merkwürdige, ausgestoßene Indianer Nobody (Gary Farmer) findet. Der versucht Blakes Wunden zu versorgen, kann aber die Kugel, die in seiner Brust steckt, nicht entfernen. Da er ihn für eine Reinkarnation des verstorbenen, gleichnamigen Malers und Dichters hält, dessen Werke er in England kennen gelernt hat und verehrt, reist er fortan zusammen mit Blake. Dabei führt sie ihr Weg abwechselnd durch komische und gewaltsame Situationen, während die Zahl ihrer Verfolger stetig ansteigt...

Ein Kunstwerk der Superlative, in dem schlicht jede Einzelheit perfekt ineinandergreift. Angefangen von den stimmungsvollen Schwarz-Weiss-Bildern, der konsequent tristen und unheilvollen Landschaft, die die innere Reise begleitet, zieht diese Ballade sämtliche Register eines philosophisch-poetischen Meisterwerks, das auch gar nicht anders kann als mit denn sinistren Gitarrenklängen von Neil Young zu tanzen.

“Dead Man” ist ein mit schwarz weiß- Bildern erzählter Neo-Western, der vollgepackt ist mit schrägen, interessanten und vor allem lustigen Charakteren. Auch wenn das ganze hier farblos ist, wissen die Bilder zu überzeugen und gut auszusehen. Die Geschichte ist abenteuerlich erzählt und geht stetig voran, weiß dabei vor allem mit humorvollen, aber dennoch ziemlich brachialen Szenen zu überzeugen. Der gesamte Film ist eher angenehm ruhig, bringt aber immer wieder western-typische Action und hält damit die Spannung aufrecht. Der gesamte Stil des Filmes ist wohl einzigartig, Jarmusch "malt" hier quais jede Szene wie ein gemälde. Lediglich das Finale ist etwas zu langatmig geraten und lässt eine akzentuale Schlusspointe vermissen. Damit ist "Dead Man" am Ende zwar nicht unbedingt ein Meisterwerk geworden, dennoch ein durchaus sehenswerter Film mit toller (wenngleich melancholischer) Musik und einigen wirklich fabelhaften Szenen und Dialogen. Vor allem macht Johnny Depp, wie gewohnt, einen sehr guten Job.

Vielleicht ist von dem gewöhnlichen Mainstream-Zuschauer dann doch etwas zu viel Akzeptanz nötig und gerade von dieser abhängig, um "Dead Man" ausnahmslos genießen zu können. Für Cineasten ist "Dead Man" jedoch sicher eine kleine Perle.

7,5/10

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