https://www.imdb.com/title/tt2935510/
Astronaut und Raumfahrt-Ingenieur Major Roy McBride (Brad Pitt) ist ein
Einzelgänger, bei der Arbeit immer hochkonzentriert und gelassen, doch
im Privaten kaum zu einer echten Bindung fertig. Vor 30 Jahren brach
sein Vater Clifford McBride (Tommy Lee Jones) zu einer Mission ins All
auf, um nach außerirdischem Leben zu forschen – doch nach einigen Jahren
brach der Kontakt ab, niemand kann mit Gewissheit sagen, was aus
Clifford und seiner Crew wurde, die zuletzt Neptun umkreisten. Als die
Erde von gefährlichen elektromagnetischen Stürmen aus dem All
heimgesucht wird, wendet sich die zuständige Weltraum-Behörde an Roy und
eröffnet ihm, dass ein Zusammenhang zwischen diesen Stürmen und der
eigentlich verloren geglaubten Forschungsstation seines Vaters vermutet
wird. Roy soll eine Botschaft ins All senden, in der Hoffnung, dass sein
Vater auf diese reagiert, sollte er noch leben. Dafür muss Roy aber
erst einmal selbst in den Weltraum aufbrechen, denn die Nachricht kann
nicht von der Erde aus gesendet werden…
James
Grays neuer Film ist ein meditativer Science-Fiction-Film über Väter
und Söhne, die voneinander Abschied nehmen müssen. "Ad Astra" handelt um den Aufbruch zu den Sternen, um den abtrünnigen Vater (Tommy Lee Jones) und seinen Sohn (Brad
Pitt), der auf eben die Mission geschickt wird, um diesen zu suchen,
miteinander zu vereinen.


Und gerade wegen dieser Langsamkeit und der Ruhe, die der Film innehat,
ist "Ad Astra" schon mal einen Blick wert. Keine Hektik, keine überbordernden Explosionen im All, die von lautem Kra-Wumm begleitet werden. Der Film besitzt dazu ein nachdenkliches
Voice-Over, das seinem Protagonisten nahe kommen möchte, aber dessen
Gefühle eher auserklärt und ausformuliert. Man könnte der Ansicht sein, dass
diese Entscheidung ein Studio-Kompromiss war, der in letzter Minute
entschlossen wurde. Die eindrücklichen Bilder, die auch die Zustände
seines Protagonisten veräußern, seine Einsamkeit und Abgeschiedenheit
von anderen Menschen deutlich machen, reichten dem Studio nicht aus. Die
Geschichte ist zugegebenermaßen eine dünn entworfene Skizze, die mit
symbolischen Bildern aufgeladen wird. Und nicht alles an diesem Film ist dabei gelungen. Das beginnt einmal mit dem Voice-Over Brad Pitts, das
zu viel sagt, geht über ulkige Drehbuchideen, wie den wild gewordenen
Affen im Weltraum, die als Hürde inszeniert werden, bis hin zum Ende, das eher
holprig anmutet, weil es so statisch und gleichzeitig so gehetzt erzählt
erscheint. Die Begegnung mit dem Vater am Ende wird schließlich auf das
Wesentliche verkürzt, der Film beginnt brüchig zu werden und sich aufzulösen.


"Ad Astra" möchte ein Epos sein, ganz im Sinne von "
Interstellar" oder
"2001". Die Hommage an Stanley Kubrick's Meisterwerk ist vor allem in
einer Szene, als Roy dem Computer ein Speichermodul entnimmt,
unübersehbar. Der Film ist optisch beeindruckend, ebenso
wie der Soundtrack und Brad Pitt liefert als erfahrener Astronaut,
den zunächst nichts aus der Ruhe bringt, bis ihn seine Gefühle und die
Einsamkeit zusetzen, eine gute Vorstellung ab. Allerdings hätte man den
Mut haben sollen, sich stärker auf die interstellare Reise einzulassen,
anstatt - wie vor allem in der ersten Hilfe des Films - auf Action zu
setzen. War der Absturz zur Erde zu Beginn des Films noch passend inszeniert, so
wirkt der Überfall während der Roverfahrt auf der Mondoberfläche
genauso aufgesetzt und albern wie die tollwütigen Primaten auf dem
verlassenen Raumschiff.
Das wiederum ist aber auch einer dieser reizvollen Widersprüche, die
der Film hat, und womit er sich auch als Film eines Autors entpuppt,
der versucht seine Vision innerhalb eines Studiosystems umzusetzen. An
Brad Pitt kann sich James Gray zum Beispiel gar nicht satt sehen, sein
Gesicht wird von Gray nahezu obsessiv gefilmt, immer darauf wartend,
dass Geheimnis hinter diesem Gesicht zu bergen. Grays
stimmungsvoller Film kann einen in seinen Bann ziehen, trotz gewisser Abstriche und der den Zuschauer ständig begleitenden "Nicht Fisch, nicht Fleisch"-Denke. Aber schlecht ist "Ad Astra" nun auch wieder nicht.
6,5/10
Von Twentieth Century Fox erschien der Film als 4K Ultra HD-Blu-ray im Steelbook.
Quellen:
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
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