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Sonntag, 15. Januar 2017

Mary Shelley's Frankenstein - Mary Shelleys Frankenstein (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0109836/

Im 18. Jahrhundert ist Victor Frankenstein (Kenneth Branagh) von dem Gedanken besessen, künstliches Leben zu erschaffen. Nach dem Tod seiner Mutter verlässt er seine Heimatstadt Genf und studiert Medizin in Ingolstadt, wobei er sich besonders für die Vorlesungen von Professor Waldman (John Cleese) interessiert. Frankenstein beschließt der Theorie Taten folgen zu lassen und begibt sich auf den städtischen Friedhof, um dort verschiedene menschliche Versatzstücke für sein Experiment zusammenzusuchen. Es gelingt ihm, eine künstliches Kreatur (Robert De Niro) zu erschaffen, doch der Anblick seiner grotesken Schöpfung lässt ihn an seiner Arbeit zweifeln. Am darauffolgenden Morgen fehlt jede Spur von der Kreatur. Frankenstein hofft, dass sein Geschöpf der Choleraepidemie zum Opfer fällt, die gerade in der Stadt wütet. Doch dann muss er feststellen, dass die Kreatur außer Kontrolle geraten ist und sich auf der Suche nach ihrem Schöpfer befindet...

Es ist wohl eines der ikonischsten und gleichwohl tragischsten Filmmonster: Frankenstein. Zwei Jahre nach der erfolgreichen und "Dracula"-Verfilmung von Francis Ford Coppola setzte Kenneth Branagh die Figur "Frankenstein" erneut um. Ähnlich wie bei Coppolas Film orientiert sich Branagh viel stärker an der Literaturvorlage als jede der etlichen vorherigen Versionen. Aber nicht ausschließlich. Branagh zitiert an einer bestimmten Stelle gegen Ende auch sehr deutlich und bewusst die Filme von James Whale aus den 30ern, die bis heute zurecht als die Klassiker der Frankenstein-Filme gelten und mischt gekonnt "Franeknstein's Braut" dazu. Branaghs "Frankenstein" hat alles, um ein moderner Klassiker sein zu können. Er hat die Geschichte, er hat den (hervorragenden) Cast und es ist bezogen auf Optik, Authentizität und Ausstattung wunderbar umgesetzt. Shakespeare-Experte Branagh wählte den Stoff sicher sehr gezielt, denn "Frankenstein" hat viele Elemente eines klassischen Dramas, eingebettet in eine Horrorstory.

Das hat diese Geschichte bis heute so unsterblich gemacht, es ist eine Parabel über die Macht und Grenzen der Wissenschaft, über Verantwortung und Moral, über Leben und Tod. Wo hört Ethik auf und beginnt der Bereich, den man trotz wissenschaftlichen Fortschritts und dem Streben nach Unsterblichkeit nicht betreten sollte? Und wenn, was wären die Folgen und wie stellt man sich diesen gegenüber? Wer Gott spielen will, muss mit den Konsequenzen leben, wer Leben erschaffen will, muss sich dem stellen, was eigentlich tot sein müsste. Ja, die "Frankenstein"-Geschichte ist ein zeitloses Meisterwerk, voller Tragik und Menschlichkeit. Branagh will das auch alles einfangen, es gelingt ihm aber nicht vollends.

In der ersten Filmhälfte wird Dr. Frankenstein glaubhaft charakterisiert, selbst Branaghs typisch theatralisches Spiel stört hier nicht, im Gegenteil: es passt zu dieser besessenen Figur. Die Inszenierung ist vortrefflich, die Stimmung passend, man fühlt sich in der dargestellten Zeit und seiner Umgebung sofort heimisch. Bis zum eigentlichen Auftauchen seiner Kreatur scheint der Film noch auf ein fantastisches Meisterwerk hinzusteuern. Merkwürdigerweise nimmt der Film ab dann ab. Und das zeigt um so mehr, warum James Whales Filme so großartig sind. Damals war es natürlich unmöglich, sich wie Branagh so nah am Roman zu orientieren, Whales Filme waren nur eine Essenz der Vorlage. Aber das dafür perfekt. Man kann es schon an der Darstellung des Monsters festmachen. Robert De Niro war zu der Zeit noch unantastbar und es liegt auch nicht an ihm, aber Boris Karloff hat unter seiner klobigen Monstermaske der Figur viel mehr gegeben. Eben weil er optisch nicht viel von einem Menschen hatte. Das hat den alten Filmen ihren Zauber gegeben. Da sieht man ein Ungeheuer, primitv wie ein Tier, später hilflos wie ein Kleinkind und genau das hat ihn/es in den Schlüsselmomente so menschlich gemacht. Damit hat Whale das geschafft, was bei Branagh zu offensichtlich ist. Das unmenschliche Monster wird zum Publikumsliebling, zur tragischen Figur und Dr. Frankenstein zum wahren Monster. Das gelingt Branagh leider nicht, da seine Kreatur von Anfang an viel zu menschlich wirkt, weniger primitiv, viel zu überlegt. Somit bleibt sie der eigentliche Bösewicht, obwohl die Tragik der Figur natürlich auch Raum bekommt.

Dennoch, De Niro ist "der Böse", Branagh "der Gute", auch wenn nicht glasklar. Branagh macht damit dem Subtext von Whales Filmen optisch viel zu deutlich, ohne seine Wirkung zu erreichen, eher das Gegenteil. Wirklich schade, ein vermeidbarer Fehler, der dem Film letztendlich viel Wirkung nimmt. Aber dieser "Frankenstein" ist dennoch mehr als sehenswert, allein weil Branagh sich so hingebungsvoll dem Stoff widmet und einen großen Aufwand betreibt, ihn ansprechend umzusetzen. Der Film hat auch ganz tolle Momente, aber erreicht schlussendlich nicht die Wirkung seiner "einfacheren" Vorlagen.

8/10

Samstag, 8. November 2025

Frankenstein (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt1312221/

Die Arktisexpedition rund um Captain Anderson (Lars Mikkelsen) kommt in der lebensfeindlichen Natur des Nordpols einfach nicht weiter – und dann läuft ihnen auch noch ein schwerverletzter Mann in die Arme. Dieser Mann ist Dr. Victor Frankenstein (Oscar Isaac), dem ein ein regelrechtes Monster dicht auf den Fersen ist. Dieses Monster, diese menschenähnliche Kreatur (Jacob Elordi) muss jedoch nach gemeinsamer Gegenwehr von Frankenstein und Andersons Truppe erst mal den Rückzug antreten. Diese unverhoffte Atempause nutzt der Doktor dafür, dem Captain die ganze Misere zu erklären: Der Tod seiner Mutter (Mia Goth) bei der Geburt seines Bruders William (Felix Kammerer) hat ihn gehörig aus der Bahn geworfen und dazu geführt, dass er gewissermaßen dem Tod den Kampf angesagt hat. Fortan setzte er nämlich alles daran, künstliches Leben zu schaffen. Möglich machte das sein wohlhabender Gönner Harlander (Christoph Waltz). Doch das Ergebnis lief aus dem Ruder und trachtet Frankenstein nun nach dem Leben...

Guillermo del Toro erfüllt sich einen Lebenstraum und präsentiert mit einer Neuauflage von "Frankenstein" nicht nur eine weitere Adaption des Stoffes, sondern ein zutiefst persönliches, künstlerisch bedeutendes Werk. Wer nun glaubt, den Mythos von Victor Frankenstein, dem ruhelosen Forscher, und seinem verstoßenen Geschöpf bereits zu kennen, wird hier eines Besseren belehrt. Del Toro gelingt nämlich das vermeintlich Unmögliche: Er verleiht einer altbekannten Geschichte neue emotionale und visuelle Kraft, ohne sich in nur nostalgischer Verbeugung zu verlieren. DelToro begeht dabei den (durchaus fragwürdigen) Kniff, gewisse Dinge und Wissen beim Zuschauer vorauszusetzen, wie etwa die Tatsache, dass Frankenstein eben die Dinge tut, die er tut und das eben auch kann. Nichts wird übererklärt, die Figuren werden als bekannt vorausgesetzt. Kleine Änderungen am Script und das Variieren von Begebenheiten (wie etwa, dass Elizabeth nicht Victors Geliebte ist, sondern die seines Bruders) setzen einen anderen Fokus. So kommt es, dass Elizabeth Victor nicht mehr hemmungslos verfallen sein muss, sondern ihm, als Schwägerin in spe, durchaus kritischen Konter zu seinen Vorhaben gibt. Sicher, "Mary Shelley's Frankenstein" gab den Figuren mehr Tiefe und Hintergrund und ist aus dieser Sicht heraus die bessere, weil tiefgründigere Version. Doch diese Adaption fühlt sich im direkten Vergleich frischer an, zeitgemäßer und aktueller.


Allein das Ensemble ist grandios. Oscar Isaac als Victor Frankenstein überzeugt in jeder Szene: Sein Spiel oszilliert zwischen arrogantem Genie und existenzieller Verzweiflung, ohne jemals in den albernen Wahnsinn anderer Darsteller abzurutschen. Jacob Elordi als Kreatur brilliert mit einer Leistung voller Zärtlichkeit, Schmerz und Verletzlichkeit; er schenkt dem Monster eine Tiefe, die an Boris Karloff in der Universal-Adaption erinnert und Kenneth Branaghs Creature in "Mary Shelley’s Frankenstein" weit übertrifft. Seine physischen Veränderungen spiegeln sowohl Horror als auch Mitgefühl wider - und erschüttern auf stille Weise. Mia Goth, Felix Kammerer und Christoph Waltz komplettieren das einschlägige Figurenensemble. Waltz spielt den Erfinder Harlander mit subtiler Abgründigkeit, Goth als Elizabeth trifft den Kern des viktorianischen Morbiden. Diese Nebenfiguren und ihre Schicksale geben Del Toros Interpretation zusätzliche Tiefe, wobei gerade der Kontrast zwischen der Schönheit und Grausamkeit der Welt die Handlung trägt.


Visuell ist der Film (erwartungsgemäß) eine Wucht. Set-Design und Kostüme sind atemberaubend und erinnern an die handwerkliche Exzellenz, die Del Toro schon in "Crimson Peak" oder "Pinocchio" gezeigt hat. Jeder Frame erzählt von Todessehnsucht und Schöpfungsrausch, von Blut und Blitz, von Albtraum und Schönheit. Die Kameraarbeit taucht die Szenen immer wieder in tiefe Schwarz- und Rottöne, verschafft den Gestalten darin aber Raum: Man fühlt sich einem Gemälde entsprungen, das der Finsternis widersteht. Das Design des Monsters ist glatter und nicht so roh und grobschlächtig wie noch in "Mary Shelley's Frankenstein". Es wirkt beinahe außerirdisch und erinnert etwas an die menschenähnliche "Konstrukteure" in "Prometheus". Auch dieses Update passt in die Zeit und vor allem zu DelToros Stil. Zugegeben: das muss man mögen und darüber hinwegsehen, dass dieser Frankenstein eben kein narbenüberzogenes Monster ist, sondern ein verletzliches Geschöpf, welches  ohne Frage seltsam, aber eben nicht abstoßend wirkt. Was auch die Brücke schlägt zu der aufkeimenden Zuneigung Elizabeths, die dem Monster interessiert, mitfühlend und helfend gegenübersteht, ihn zwar eindeutig nicht liebt, dafür aber begleitet und dessen Tragik am besten erkennt.

Der Score von Alexandre Desplat führt wie ein musikalisch schlagendes Herz durch die Geschichte: melodramatisch, düster, immer ein Echo der emotionalen Untiefen. Effekte und Makeup sind überragend - vor allem, weil sie auf Praktikabilität setzen und CGI gezielt meiden. Die Kreatur erscheint fleischlich und geisterhaft, nie wie ein animierter Sonderling: Das mag technisch beeindrucken, aber es wirkt vor allem menschlich und mitreißend.


Vergleicht man diesen "Frankenstein" mit früheren Adaptionen, zeigt sich Del Toros Liebe zum Original, ohne ihn zum Sklaven der Vorlage zu machen. Im Gegensatz zu Branaghs bombastischer "Mary Shelley's Frankenstein"-Version setzt Del Toro auf leise Zwischentöne, vielschichtige Charaktere und die emotionale Reise des Monsters. Er befindet sich in guter Gesellschaft mit James Whales Klassikern, doch er überträgt Shelley in die Sprache eines 21. Jahrhunderts, das nach Sinn, Zugehörigkeit und Erlösung dürstet. Del Toro glaubt an die Ernsthaftigkeit der Geschichte, an ihr philosophisches und spirituelles Gewicht - das spürt man in jedem Bild, jedem Dialog, jedem jähen Donnerschlag. Wer bereit ist, zweieinhalb Stunden in eine Welt aus Schnee, Schatten und Sehnsucht einzutauchen, bekommt hier ein Filmerlebnis von grimmiger Schönheit und überwältigender Melancholie geboten.

8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Netflix

Sonntag, 1. Juni 2014

I, Frankenstein (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1418377/

Vor 200 Jahren wurde Adam (Aaron Eckhart) von dem Wissenschaftler Dr. Victor Frankenstein (Aden Young) erschaffen und zum Leben erweckt. Der aus Leichenteilen zusammengeflickte Adam, der sich selbst als Monster bezeichnet, findet sich in Darkhaven, in einer dystopischen Welt wieder, in der sich Menschen und Dämonen im Krieg befinden. Der unsterbliche Adam beschützt die Menschen vor den finsteren Gestalten der Unterwelt, doch er gerät zwischen die Fronten zweier unsterblicher Clans. Das Schicksal der Menschheit liegt in seinen Händen, denn er hat Fähigkeiten, die Menschen nicht haben. Doch die Gargoyles und die Dämonen haben großes Interesse an Adams Geheimnis.

10 Minuten. Das ist die Zeit, die sich er Film nimmt, um die titelgebende Figur einzuführen und sogar um die Motivation des Antihelden Frankenstein zu erklären. Ein holpriger Versuch, denn dies reicht beweitem nicht, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Nach diesen 10 Minuten herrscht reinstes Effektgewitter vor, eine CGI-Schlacht ungeheuren Ausmaßes, die durch ihre doch noch recht gute, aber viel zu wenig ausgearbeitete Choreographie teilweise unterhält. Auch seelenloser Stoff kann also durchaus unetrhalten.

Zum Glück waren meine Erwartungen gering und mehr als eine effektvolle CGI-Schlacht habe ich auch nicht erwartet. Aaron Eckhart funktioniert hier in seiner Rolle als Frankenstein zwar ganz gut und auch Bill Nighy spielt als Bösewicht solide, aber das hilft dem Film leider auch nicht weiter. Die Story selbst ist ziemlich banal, extrem vorhersehbar und ist eigentlich in gut 15 Minuten erzählt, denn die restlichen 75 Minuten sind eine Mischung aus enorm schlecht geschriebenen, lächerlichen Dialogen und plumpen Actionszenen. Die düstere Optik stimmt war und Kampfszenen gibt es viele, aber sie sind nie wirklich packend oder beeindruckend und laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Auch merkt man deutlich, dass hier die "Underworld"-Macher am Werk waren. Die gleichen Schauspieler, die gleichen Settings, die gleichen mittlerweile ausgelutschten Dialoge.


Wieso retten die Gargoyles Frankenstein "zufällig" aus den Fängen der Dämonen und fragen sich erst später was er für eine Bedeutung hat? Hätte denen das nicht schnurzpiepe sein müssen? Und warum nochmal sind Doktorinnen in solchen Filmen eigentlich immer halbe Supermodels, die mit High-Heels und Netzstrümpfen durch Labor hirschen? Das ist doch unpraktisch? Und warum wird aus einem beliebigen Schlagstock plötzlich eine Superwaffe, nur weil ich mir da vier Striche drauf male? Und wenn ich unsterblich bin und keine Seele habe, warum tut es mir dann weh wenn ich gegen eine Wand geschleudert werde? Diese und viele, unglaublich viele Fragen türmen sich im Laufe des Films auf. Man merkt schon, hier wurde nicht wirklich auf Logik oder Verstand gebaut. Dazu kommt der auf episch getrimmte Score, der sein Ziel mehr als einmal verfehlt und irgendwann gewaltig nervt.

Gargoyles statt Vampire, Dämonen statt Werwölfe. Ja, im Endeffekt ist "I, Frankenstein" ein "Underworld"-Klon in Reinform. Leider kommt er nicht annähernd an "die "Underworld"-Story ran - da retten auch keine billigen One-Liner. Dazu eröffnet der Film schon im letzten Drittel die Möglichkeiten auf die mittlerweile fast handelsübliche Fortsetzung, die uns in diesem Fall doch bitte erspart bleiben möge.

5/10

Vom deutschen Publisher Splendid gibt es den Film im geprägten Steelbook in 3D:

Sonntag, 10. Mai 2026

Death Race 2000 - Frankensteins Todesrennen (1975)

https://www.imdb.com/de/title/tt0072856/

Wir schreiben das Jahr 2000: Nach einem Militärputsch werden die USA von einem autokratischen Präsidenten beherrscht, der das proletarische Volk mit gewaltverherrlichenden TV-Sendungen bei Laune hält. Höhepunkt ist ein Todesrennen von New York nach Los Angeles, das einmal im Jahr veranstaltet wird. Die Teams riskieren dabei nicht nur ihr eigenes Leben: Für das Überfahren von Passanten gibt es, abhängig von Geschlecht und Alter der Opfer, Bonuspunkte zu gewinnen. Der amtierende Champion Frankenstein (David Carradine) ist auch dieses Jahr wieder der unbestrittene Favorit des mörderischen Spektakels, auch wenn er mit dem brutalen Machine Gun Joe (Sylvester Stallone) einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommt. Noch ahnt niemand, dass militante Rebellen das barbarische Rennen sabotieren wollen und einen Anschlag auf Frankenstein planen...

Paul Bartels Film, von Roger Corman produziert, spielt in einer dystopischen Zukunft des Jahres 2000, in der ein landesweiter Straßenrennen‑Zirkus zur nationalen Unterhaltung geworden ist und die Fahrer Punkte dafür bekommen, dass sie Fußgänger überfahren. Das ist eine Prämisse, die gleichzeitig albern, brutal und erschreckend präzise auf eine Gesellschaft zielt, die Gewalt in Spektakel verwandelt. Auf dem Papier ist das ganz klar Exploitation und das Publikum störte sich 1975 vor allem an der sadistischen Gewalt und an seiner offensichtlichen Anziehungskraft auf junge Zuschauer. Erst später wurde "Death Race 2000" oder "Frankensteins Todesrennen", wie er in Deutschland hieß, rehabilitiert und bekam eine gewisse Anerkennung. Und das macht die Dualität des Films aus: er ist zu roh, um harmlos zu sein, und zu bewusst grotesk, um bloß dumm zu wirken. Gerade das macht ihn bis heute interessant. 

David Carradine spielt Frankenstein, den maskierten Star des Rennens, mit einer Mischung aus stoischer Selbstinszenierung und ironischer Unantastbarkeit. Er ist weniger Mensch als Marke, ein Massenidol, dessen Identität zugleich versteckt und überdeutlich ist. Sylvester Stallone, damals noch am Anfang seiner Karriere, gibt als Joe Viterbo den aufbrausenden Rivalen, der im Rennen nicht nur gegen Frankenstein, sondern gegen den Mechanismus des ganzen Spektakels antritt. Zusammen bilden sie das Zentrum eines Films, der seine Figuren wie Comic‑Bilder behandelt: überzeichnet, schnell lesbar, aber mit einem bitteren Unterton, der immer mitfährt. Der Reiz von "Death Race 2000" liegt nicht nur im Konzept, sondern in der Art, wie Paul Bartel es inszeniert. Der Film ist sichtlich schmal im Budget, aber erstaunlich energiegeladen; er bewegt sich mit einer Wildheit, die gerade aus seiner B‑Movie‑Gestalt Kraft bezieht. Die Autos sind absurd gestaltet, die Kostüme halb ironische Sci‑Fi‑Mode, halb Karneval der Gewalt, und das alles ist so offen künstlich, dass der Film nie vorgibt, realistisches Zukunftskino zu sein. Er ist ein Film über Übertreibung, und seine Übertreibung ist die Methode. Bartel versteht, dass Satire nur dann funktioniert, wenn sie nicht zu sauber wird. Hier ist alles ein bisschen zu grell, ein bisschen zu laut, ein bisschen zu schmutzig - und gerade deshalb sitzt der Hieb.

Besonders deutlich wird das im politischen Unterton. "Death Race 2000" macht sich über ein Amerika lustig, das Unterhaltung, Patriotismus und Gewalt nicht mehr trennt. Das Rennen ist staatlich eingebettet, die Zuschauer bejubeln Morde, und der öffentliche Appetit auf Spektakel hat längst jede moralische Hemmung aufgefressen. Der Film ist dabei nicht subtil, aber oft erstaunlich scharf. Er zeigt eine Welt, in der man nicht mehr zwischen Sport und Hinrichtung unterscheiden will, weil beides dieselbe Funktion erfüllt: Ablenkung. Das ist keine elegante Diagnose, aber eine sehr wirkungsvolle. Dass der Film über Jahrzehnte hinweg Kultstatus gewonnen hat, liegt auch an seiner komischen Härte. Er ist nicht nur brutal, sondern albern genug, um seine Brutalität als Form der Farce erscheinen zu lassen. Mary Woronow, Simone Griffeth, Gary Busey und die übrigen Darsteller spielen das Material mit einem trockenen, fast stolzen Ernst, der die Lächerlichkeit nur noch verstärkt. Diese Tonlage ist entscheidend: Würde der Film sich voll auf Realismus oder auf reine Parodie festlegen, verlöre er an Reiz. Gerade seine Unentschlossenheit zwischen Horror, Komödie und Satire macht ihn so langlebig.

Im Vergleich zu späteren Actionfilmen wirkt "Death Race 2000" fast altmodisch in seiner Direktheit. Er braucht keine komplexe Mythologie, keine serienfähige Welt und keine psychologische Ausarbeitung seiner Gewaltökonomie. Er zeigt einfach, was passiert, wenn eine Gesellschaft ihren moralischen Verfall in ein Spiel verwandelt. Das macht ihn nicht angenehm, aber eigenwillig konsequent. Man kann gut verstehen, warum das Publikum damals abgeschreckt war; man kann aber ebenso gut verstehen, warum spätere Generationen in dem Film mehr gesehen haben als bloßen Zynismus. Am Ende ist "Death Race 2000" ein Film, der sich mit einer unerbittlichen, grinsenden Haltung durch seine eigene Grobheit arbeitet. Er ist billig, geschmacklos und angriffslustig - aber auch präzise genug, um als Satire zu funktionieren. Wer nur die Gewalt sieht, verpasst den Witz; wer nur den Witz sieht, verpasst die Aggression. Sein bleibender Wert liegt genau in dieser Spannung. Er ist ein B‑Movie, das die hässliche Seele der Unterhaltung nicht nur ausstellt, sondern feiert, als wäre das der einzige ehrliche Weg, über Amerika zu sprechen.

6/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: New World Pictures

Freitag, 17. Oktober 2025

Lisa Frankenstein (2024)

https://www.imdb.com/title/tt21188080/

Während ein Gewitter über ihre Köpfe hinwegzieht, erweckt die nicht unbedingt zu den Coolen ihrer Highschool gehörende Außenseiterin Lisa (Kathryn Newton) zufällig eine aus dem Viktorianischen Zeitalter stammende Leiche (Cole Sprouse) zum Leben. Plötzlich hat sie also einen neuen Freund an ihrer Seite, der im Jahr 1989 erstmal in einer für ihn vollkommen anderen Welt klarkommen muss. In Lisas Augen sieht er dazu nicht nur noch ziemlich gut aus, sondern wird zudem mit jedem vergehenden Tag ein bisschen menschlicher. Lisa verliert Stück für Stück ihr Herz an den von den Toten Auferstandenen. Und auch bei ihrem Vater tut sich in Sachen Liebe einiges: Er sieht sich bereit für eine neue Ehe – mit drastischen Folgen für Lisa. Denn ihre neue Stiefschwester ist Taffy (Liza Soberano), quasi die Königin der Highschool...

"Lisa Frankenstein" ist einer dieser Filme, die beweisen, dass Stil, Nostalgie und eine vermeintlich clevere Prämisse nicht ausreichen, um Substanz zu ersetzen. Zelda Williams’ Regiedebüt, basierend auf einem Drehbuch von Diablo Cody, taumelt zwischen Horror, Teenagerkomödie und Romantik, ohne je eine überzeugende Balance zu finden. Kathryn Newton spielt Lisa, eine junge Außenseiterin der 80er, die sich in einen wiederbelebten viktorianischen Leichnam, gespielt von Cole Sprouse, verliebt - eine Idee, die auf dem Papier nach Camp und Charme schreit, auf der Leinwand jedoch wie ein Versuch wirkt, "Beetlejuice" mit "Warm Bodies" zu kreuzen, ohne deren Charme, Witz oder Struktur zu besitzen. Newton bemüht sich redlich, ihrer Figur Ironie und Elan zu verleihen, doch die Dialoge sind so übermäßig selbstbewusst in ihrer Quirkiness, dass jede emotionale Nuance im Zynismus erstickt. Sprouse wiederum wirkt, als würde er in einem ganz anderen Film agieren - ein groteskes, aber seltsam verschlafenes Monster, das weder Furcht noch Mitgefühl hervorruft. Williams inszeniert alles in überbelichteten Neonfarben, als Beweis, dass man Production Design mit Atmosphäre verwechseln kann. Die Special Effects schwanken zwischen unbeabsichtigter Komik und TV-Ästhetik der späten 90er; Szenen des Grauens wirken wie aus einem Musikvideo, das nie beschlossen hat, welche Band es bewerben will. Als Horrorfilm scheitert "Lisa Frankenstein", weil er nicht gruselt; als Komödie, weil er nicht lacht; als Drama, weil er nichts fühlt. Diablo Cody versucht erneut, ihr Markenzeichen - smarte, selbstreferenzielle Dialoge - einzusetzen, doch hier wirken sie hölzern, recyclinghaft und leer. Es ist, als wolle der Film ständig zwinkern, ohne einen einzigen Grund zum Lächeln zu bieten. Wer glaubt, hier einen feministischen Subtext zur Wiederentdeckung weiblicher Autonomie zu finden, wird enttäuscht: Die Figuren sind Pappkameraden, ihre Konflikte bloße Dekoration. Die Struktur stolpert, das Timing vergeht wie kalter Kaffee, und jeder Schnitt erinnert daran, dass Ambition nicht gleich Vision ist. "Lisa Frankenstein" hätte ein kultiges, bittersüßes Statement über Jugend, Verlust und Wiedergeburt werden können - stattdessen ist er ein trauriges Beispiel dafür, dass auferstandene Leichen vielleicht besser tot geblieben wären.  

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Lollipop Woods/MXN Entertainment

Samstag, 15. Juni 2013

Frankenweenie (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1142977/

Victor und sein Hund Sparky sind beste Freunde. Doch eines Tages wird Sparky von einem Auto angefahren und stirbt. Der Tod seines geliebten Hundes macht Victor sehr zu schaffen, weshalb er die Macht der Wissenschaft nutzt, um ihn nach Frankensteins Art wieder ins Leben zu rufen - leider nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Sparky ist zwar quicklebendig, sieht jedoch nicht mehr aus wie der niedliche Hund von einst. Zunächst versucht Victor, seine eigene Kreatur zu verstecken, doch als es dem neuen Sparky gelingt, aus dem Haus zu kommen, geraten Viktors Mitschüler, die Lehrer sowie die gesamte Stadt in Panik. Und nicht nur das: Victors Klassenkameraden versuchen sich ebenfalls an dem gefährlichen Experiment und bringen damit weiteres Unheil über den kleinen Ort. Nun liegt es an Victor, das Chaos zu beseitigen und den Menschen klarzumachen, dass Sparky trotz seines gewöhnungsbedürftigen Aussehens immer noch der gleiche friedliche Hund ist, der er immer war.


Der neueste Streich von Tim Burton fürs Heimkino. Angelehnt und großzügig geklaut von "Frankenstein" - wer hätte es geahnt? Hier geht es allerdings etwas - ich will nicht gleich sagen kinderfreundlicher - aber durchaus humaner zu. Denn hier werden keine Menschen zum Leben erweckt, sondern der vom Protagnositen Victor Frankenstein über alles geliebte Hund Sparky, der während eines Ballspiels vom Auto überfahren wurde. Im Rahmen eines Wissenschaftsprojktes erweckt Victor den Hund durch einen Blitz wieder zum Leben und alles sieht gut aus: Sparky erwacht und ist derselbe Kerl, der er vorher war. Doch leider erfährt nach und nach der ganze Ort New Holland von der Sensation - und jeder Schüler wittert seine Chance auf den ersten platz beim Wissenschaftspreis - bis alle ihre längst verstorbenen Haustiere wiedererwecken und diese aber gar nicht so sind, wie sie ihre Besitzer in Erinnerung haben...


Tim Burton ist einfach ein Meister solcher morbiden Filme. Schon mit "Beetlejuice" oder "Corpse Bride" konnte der Meister bei mir punkten, von seinen "Batman"-Verilmungen ganz zu schweigen. Und trotzdem keimt hier bei mir das Gefühl auf, dass etwas die Lauft raus ist. So richtig neu ist die Geschichte denn dann nun doch nicht und selbst der Showdown in der Windmühle ist mir zu sehr an das Original von 1931 angelehnt. Sicher, es ist und soll wohl eine Hommage sein, aber dafür ist es mir doch zu strikt am Original. Ein paar nette Gags und Ideen retten da auch nicht und obwohl der Film allemal sehenswert ist, der ganz große Wurf ist es nicht. So kommt bei dem knapp 90-minütigem Streifen auch nie Langeweile auf, das Tempo nimmt gegen Ende zu und Disney-typisch komtm auch die Moral und das Happy-End wie es sich für dieses Studio eben gehört.


Das 3D hat eine ungeheuere Tiefe und der Film kommt mit wenig Pop-Outs aus - gut so. Dabei passt die Optik von Schwarz/Weiß und die Stop-Motion-Technik in Kombination mit der 3D-Wirkung hervorragend - insgesamt ein tolles Filmvergnügen, bei dem noch etwas mehr drin gewesen wäre. Vielleicht wäre Burton ohne Disney als Geldgeber besser dran gewesen? Wir werden es nie erfahren.

7/10

Sonntag, 15. August 2021

Death Race: Beyond Anarchy - Death Race: Anarchy (2018)

https://www.imdb.com/title/tt3807900/

Nachdem ein Angriff auf den im Gefängnis sitzenden, legendären Fahrer Frankenstein (Velislav Pavlov) gescheitert ist, infiltriert der auf verdeckten Operationen spezialisierte Connor Gibson (Zach McGowan) die Hochsicherheitseinrichtung. Sein Ziel: Am berühmt-berüchtigten Death Race teilzunehmen und Frankenstein endgültig das Handwerk zu legen. Doch als er sich überraschend in die Bardame Jane (Christine Marzano) verliebt, wird klar, dass er um mehr als nur sein eigenes Leben kämpfen muss… 

Der vierte Teil des tödlichen Autorennens ist in einer dystopischen Zukunft angesiedelt und führt den Zuschauer in eine anarchistische und unkontrollierbare Gefängnisanstalt, deren Insassen mit tödlichen Deathmatches und -races unterhalten werden. Coole Karren und ein gesunder Härtegrad sorgen für gängige Unterhaltung. Zumal man sieht, wie viel Spaß die Protagonisten am Dreh hatten. "Death Race: Anarchy" ist purer Gewaltfetischismus mit Hammer und Sichel. In trostlosen Farben abgefilmt, mit roten Brocken aus Fleisch und Blut garniert, kaschiert der Film sein geringes Budget durch sorgfältig in Szene gesetzte Actionszenen und einem billigen Industrie-Ruinen-Charme. Voll-gepackt mit Krawall, Explosionen, schnellen Autos und noch schnelleren Frauen aus dem Porno-Geschäft gibt es eine ordentliche Menge an Blech- und Körperzerstörungen zu bestaunen. Für dieses Low-Budget kann man anhand des durchaus unterhaltenden Ergebnisses schon mal einen Daumen nach oben recken.

5,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Donnerstag, 21. Februar 2013

Death Race 3: Inferno (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1988591/

In nicht allzu ferner Zukunft ist absolutes Highlight in der Bespaßung sensationshungriger Zuschauer das sogenannte Death Race. Hier treten in einem Rennen auf Leben und Tod verurteilte Schwerstverbrecher gegeneinander an. Wer aus dem rennen fünfmal als Sieger hervorgeht, dem wird die Freiheit geschenkt. Carl Lucas (Luke Goss) sind schon vier Siege gelungen, er kann die Freiheit also schon riechen. Just vor dem letzten Rennen wechselt der Zirkus den Besitzer. Und dieser hat seine ganz eigene Vorstellung von einer internationalen Show und möchte Lucas als Zugpferd auf keinen Fall verlieren... 

Der dritte Teil der tödlichen Rennen und auch nicht zwingend besser oder schlechter als seine beiden Vorgänger. Ja, Teil 1 hatte mit Jason Statham als Frankenstein wesentlich mehr Flair und irgendwie auch mehr Klasse, aber auch Luke Goss macht seine Sache nicht schlecht. Wilde Stunts, ausufernde Splattereffekte, leicht bekleidete Grazien und eine oberflächliche Medienkritik machten schon 2008 Regisseur Andersons Remake von "Frankensteins Todesrennen" (1975) zum Kassenschlager.  

Dieses Mal pflügt der unter dem Namen Frankenstein bekannte Kamikazefahrer den Sand in der Kalahari-Wüste um - verfolgt von blutgierigen Gangstern in ihren Höllenfahrzeugen und überwacht von einem profitgierigen Medienmogul (Dougray Scott, bekannt aus "M:I-2" oder "Hitman"), der das in Benzin-getränkte Gemetzel als Livestream-Event vermarkten will. Kompromisslos und ohne das Actionrad neu zu erfinden, zündet der für trashige Fortsetzungen bekannte Regisseur Roel Reiné ein explosives Feuerwerk, das kaum mehr als eine Gehirnzelle erfordert. Der schwitzige Amazonenkampf zu Beginn des Films, die ausufernde Duschszene und die Bekleidungswahl der Beifahrerinnen appelliert dabei jedenfalls an ganz andere Regionen des Körpers...

6/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Montag, 14. Oktober 2013

Chillerama (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1727252/

Mehrere Jugendliche treffen sich zu einem Autokino-Marathon, bei dem mehrere Horrorfilme gezeigt werden. Im ersten Beitrag Wadzilla wird New York von einem bestialischen Spermium angegriffen, das eine Schneise der Zerstörung durch menschliche Unterleibe und Big Apple zieht. In I Was a Teenage Werebear entdeckt ein junger verschlossener Mann (in Anlehnung an … denn sie wissen nicht was sie tun und Grease), dass er ein Werbär wird, wenn er erregt ist. Doch er ist nicht allein. Und in The Diary of Anne Frankenstein bringt Anne Frank und Hitler zusammen, der ein Monster erschaffen will, um den Krieg für sich zu entscheiden. Doch stattdessen erschafft er einen Golem, der seine Judenlocken kreisen lässt und sich gegen den Schöpfer auflehnt.
Doch während die Teenager im Autokino sitzen, merken sie nicht, dass sich gleichzeitig eine Zombie-Armee bereit macht, die Tore der Hölle zu durchbrechen. Das kann ja Eiter werden!

Die Idee, einen Episodenfilm zu machen ist ja nun auch nicht gerade neu. Das kann tierisch in die Hose gehen, einen spannenden Beitrag hervorbringen oder zu einem großen Spaß werden. Dieser Film hier macht es fast richtig und bringt mit insgesamt 3 Episodenfilmen und einer hübschen Umverpackungung einen blutigen und teilweise sehr skurrilen Beitrag zur Thematik. Aber von vorn. "Wadzilla" war für mich der lustigste Film. Allein schon die Idee, dass ein Mann durch die Einnahme eines Medikamentes Supersperma produzieren kann, welches allerdings immer größer wird und letztendlich durch die Straßen New Yorks wabbert um Leute zu verspeisen - nur auf der Suche nach einer entsprechend großen Eizelle zum Befruchten - welche ausgerechnet die Freiheitsstatue innehat... Dialoge genial, Schauspieler passend auf B-Movie-Niveau und Kulissen wie aus dem Puppentheater. Fetzt.

Der zweite Film "I Was A Teenage Werbear" war da schon gar nicht mehr so cool. Vielleicht war es das Thema oder die Sing- und Gesangseinlagen, die sehr an "Grease" erinnern sollten (evntl. war der Beitrag auch als Hommage gedacht), für mich war das jedenfalls nix - vermutlich auch wegen der zu sehr thematisierten Homosexualität, die nun mal jeden Werbear auszeichnet. Da gab es mehr Potential, was hätte ausgeschöpft werden können. Zudem fand ich die Schauspieler sehr unsympathisch.

Ganz anders im dritten (s/w-)Film. "The Diary Of Anne Frankenstein" erklärt kurz und knapp, dass die Frankensteins zu Zeiten des ersten Weltkrieges nach Deutschland flohen und dort - um nicht gefunden zu werden - ihre Nachnamen einkürzten. Allein schon diese Idee verdient einen Preis! Als dann ein Slapstick-Hitler mitsamt Gefolgsleuten die komplette Familie auslöscht, um im Tagebuch die Bauanleitung für den Golem zu finden und auszuprobieren wird es imemr witziger, angefangen von nicht endend-wollenden Schreikrämpfen, die die Schauspieler sehr schön übertrieben-gelangweilt spielen bis zu den Kulissen, die der Golem einfach umgeht, um an seine Opfer zu kommen. Klasse!

Und dann folgt der vierte Film - Halt! - eigentlich kam jetzt ein Film, wo ich kurz daran dachte, den TV einfach auszuschalten, denn in "Deathication", der drohte, den Film mit derben Fäkalhumor in den Abgrund zu reißen. Glücklicherweise übernahm nach ein paar Sekunden das Konstrukt, der "Zom-B-Movie" die Kontrolle über den Film, brach "Deathication" schlagartig ab und verwandelte das Autokino in eine Zombieapokalypse mit einigen genialen Szenen! Und so bleibt nach knappen 2 Stunden ein amüsanter Episodenhorror, wenn man sich darauf einlässt. Gut.

6,5/10

Dienstag, 28. August 2018

The King Of Queens - King Of Queens, Season 05 (2003)

https://www.imdb.com/title/tt0165581/

Der Mann. Der Mythos. Der Paketzusteller. Doug Heffernan ist der "King Of Queens". Der ultimative Kumpeltyp, der seine Frau Carrie so sehr liebt, dass er für sie sogar seinen perfekt ausgestatteten Hobbykeller inklusive Breitbildfernseher aufgibt. Genauer gesagt für ihren leicht zerstreuten Vater Arthur, der partout nicht ins Altersheim will und viel lieber seiner Tochter und seinem Schwiegersohn auf die Nerven geht. Auch in Deutschland zählt "King Of Queens" längst zu den besten amerikanischen Sitcoms der letzten Jahre. Der "King Of Queens" beweist, dass man kein großes Schloss braucht, um wie ein König zu leben!

https://www.imdb.com/title/tt0620020/
5.1 Ein Seltsames Paar (Arthur, Spooner)
Seit Carrie wegen eines großen Falles in ihrer Kanzlei Nachtschichten schieben muss, kann Doug nicht mehr vernünftig schlafen. Da entdeckt er, dass ausgerechnet sein Schwiegervater wunderbar als „Einschlafhilfe“ taugt... Carrie ist in mordsmäßigem Stress: Wegen eines großen Falles in ihrer Kanzlei muss sie Nachtschichten von acht Uhr Abends bis morgens sechs Uhr schieben. Doug ist darüber ziemlich betrübt, weil er die gemeinsame Zeit mit seiner Frau vermisst. Doch dann macht er aus der Not eine Tugend und nutzt seine „Freiheit“ wider Willen, um all die Dinge zu tun, die ihm sonst streng verboten sind. Nur schlafen kann er nicht ohne seine Carrie. Erst als ausgerechnet Arthur mit ihm einen Film im Schlafzimmer ansieht, schlummert Doug wieder wie ein Baby. Von diesem Punkt an drängt Doug seinen wunderlichen Schwiegervater dazu, sich jeden Abend mit ihm ins Bett zu kuscheln, um fern zu sehen, damit Doug einschlafen kann. Dieses seltsame Agreement schafft in der direkten Umgebung der beiden einige Verwirrung... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620185/
5.2 Des einen Leid … (Window Pain)
Als Doug und Carrie neue Nachbarn bekommen, leidet insbesondere Carrie bald an einem regelrechten Minderwertigkeitskomplex. In der Tat hinterlassen die Heffernans zunächst nicht den besten Eindruck... Doug und Carrie haben neue Nachbarn bekommen: Mike und Debi sind ein smartes junges Pärchen, gut situiert und Harvard-Absolventen mit tollen Jobs. Diese Kombination macht insbesondere Carrie zu schaffen, weil sie glaubt, dass sie und ihr Gatte dem nichts entgegen zu setzen haben. Ihre Minderwertigkeitskomplexe werden noch schlimmer, als die beiden sich eines Abends im Badezimmer mächtig streiten und die neuen Nachbarn alles brühwarm mitbekommen. Nach diesem schlechten ersten Eindruck können Mike und Debi doch nur eine verheerende Meinung von den beiden haben! Um ihren lädierten Ruf wieder aufzupolieren, lädt Carrie die neuen Nachbarn zum Abendessen ein. Doch es kommt, wie es kommen muss: Doug schafft es wieder mal nach allen Regeln der Kunst, Carries Anstrengungen zunichte zu machen. Arthur hingegen nutzt Spence und seinen Job als U-Bahn-Ticket-Verkäufer nach Strich und Faden aus, um umsonst mit der Subway fahren zu können. Als es Spence eines Tages zuviel wird, zeigt er Arthur an. Der wird prompt von der Polizei nach Hause gebracht – und ausgerechnet vor dem Fenster von Debi und Mike kommt es zum handfesten Krach zwischen Doug und seinem Schwiegervater... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620089/
5.3 Himmel und Hölle (Holy Mackerel)
Nach einem widerwilligen Besuch der Sonntagsmesse entdecken Carrie – und später auch Doug – die wundersame Kraft des Gebets: Offenbar werden ihre Gebete vom Herrgott persönlich erhört... Als Doug und Carrie beim Einkaufen ausgerechnet auf Father McAndrew von ihrer Kirchengemeinde treffen, bittet der sie, doch wieder mal in der sonntäglichen Messe vorbeizuschauen. Weil sich die beiden nicht trauen, dem Kirchenmann einen Korb zu geben, finden sie sich kurz darauf widerwillig in der Heiligen Messe wieder. Während der Predigt schickt Carrie ein Stoßgebet zum Himmel, in dem sie um eine Gehaltserhöhung bittet – die sie am folgenden Tag prompt bekommt! Daraufhin ist sie vom Beten kaum noch abzubringen, doch zu Dougs großem Missfallen erbittet sie die himmlische Hilfe für immer profanere Dinge wie Schuh-Sonderangebote. Doug versucht daraufhin, seine Frau zur Vernunft zu bringen und ihr klar zu machen, dass der Herrgott solcherart weltliche Dinge niemals erhören würde, aber bald darauf erwischt Carrie ihren Mann dabei, wie er den Himmel in einem Gebet um einen Sieg der "Jets" anfleht. Unterdessen hat Arthur eine Besichtigung des Hauses organisiert, um einen möglichst zahlungskräftigen Käufer zu finden. Leider haben weder Doug noch Carrie etwas davon geahnt, dass Arthur ihr Haus verkaufen möchte... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620098/
5.4 Der mit dem Ball tanzt (Kirbid Enthusiasm)
Doug versucht mit eisernem Training und strenger Diät wieder an seine alte Form als Footballer bei den "Nassau Rebels" anzuknüpfen. Carrie kann diesem Ehrgeiz zunächst wenig abgewinnen – bis sie bemerkt, dass sich das Training durchaus vorteilhaft auf Dougs Attraktivität auswirkt... Deacon bittet seinen Kumpel Doug darum, ihm dabei zu helfen, sein Söhnchen Kirby für das Football-Spiel zu interessieren und das Junioren-Team von Kirby zu trainieren. Doug willigt ein und erzählt den Kleinen zu Motivationszwecken davon, wie er selbst einst bei den halbprofessionellen „Nassau Rebels“ spielte, bis er in den Hafen der Ehe einlief. Schnell stellt sich heraus, dass Doug für seine neue Aufgabe körperlich überhaupt nicht zu gebrauchen und konditionell maßlos überfordert ist. Also bittet er seinen Cousin Danny, ihn zu trainieren. Doug hält eine strenge Diät und unterwirft sich dem rigiden Fitnessprogramm, das Danny für ihn entwickelt hat. Carrie sieht all diese Bemühungen ihres Göttergatten, wieder aktiv Football zu spielen, zunächst gar nicht gerne. Doch als sie dann anhand von alten Bildern sieht, wie sexy Doug als strammer Athlet einmal ausgesehen hat und bemerkt, wie gut er wieder aussehen könnte, wenn er sein Programm durchhalten würde, wird sie wankelmütig und unterstützt Doug. Doch der muss sich bald eingestehen, dass er es wohl nie schaffen wird, wieder aktiv bei den „Nassau Rebels“ spielen zu können... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620105/
5.5 Der Grabscher (Mammary Lane)
Während sich Carrie im Büro mit dem arg frühreifen Sohnemann ihres Chefs Mr. Kaplan herumschlagen muss, missversteht Denise, die neue Schuhverleiherin im Bowlingcenter, Dougs Freundlichkeit als billige Anmache und greift zu drastischen Gegenmaßnahmen... Carries Chef Mr. Kaplan bittet Carrie darum, ein Auge auf seinen kleinen Sohn Trevor zu werfen, den er ins Büro mitbringt. Um sich einen kleinen Vorteil bei Mr. Kaplan zu verschaffen, willigt Carrie begeistert ein und passt auf den kleinen Racker auf. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten, denn der Knabe lässt keine Gelegenheit aus, Carrie an die Brüste zu fassen. Carrie ist arg verunsichert, wie sie reagieren soll, schließlich handelt es sich um den Sohn ihres Chefs. Währenddessen bereiten sich Doug und seine Kumpels auf einen Bowlingwettkampf vor. Dabei versucht Doug besondern nett zu der neuen Schuhverleiherin Denise zu sein, die von allen anderen gehänselt wird, weil sie eine ziemlich graue Maus ist. Doug hat daher Mitleid mit ihr und flirtet ein wenig mit ihr herum. Doch Denise ist diese Aufmerksamkeit ziemlich unangenehm, und weil sie glaubt, dass Doug sie anbaggern will, greift sie zu reichlich drastischen Maßnahmen, um ihren „Verehrer“ endlich los zu werden... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620033/
5.6 Der Mann meiner Frau (Business Affairs)
Doug ist eifersüchtig auf Curt, Carries so genannten „Arbeits-Ehemann“. Der ist zwar homosexuell, doch das gute Verhältnis, das Carrie und er haben, wurmt Doug trotzdem gewaltig... Bei einem Besuch in Carries Büro lernt Doug ihren Kollegen Curt kennen, mit dem Carrie dick befreundet ist. Die beiden gehen zusammen essen, teilen jede Menge Geheimnisse und kommen so gut miteinander klar, dass die Kollegen schon dazu übergegangen sind, Curt als Carries „Arbeits-Ehemann“ zu bezeichnen. Doug rast beinahe vor Eifersucht, obwohl Carrie ihm versichert, es sei nichts zu befürchten, weil Curt homosexuell ist. Trotzdem drängt Doug auf eine Aussprache, in deren Verlauf ihm Carrie klar machen will, dass ihr Verhältnis zu Curt sich in kleinster Weise von dem unterscheide, das er zu Deacon hat. Doug sieht das ein wenig anders – und so versuchen die beiden, sich gegenseitig dadurch eifersüchtig zu machen, dass sie immer mehr Zeit mit ihren "Arbeits-Partnern" verbringen. Arthur ist unterdessen auch eifersüchtig – und zwar auf einen neuen Hund, den Holly neuerdings mit auf ihrer gemeinsame Route mit Arthur hat. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620071/
5.7 Margys Song (Flame Resistant)
Doug trifft seine alte Flamme Margy wieder, die nach wie vor guten Kontakt zu seiner Mutter Janet hat. Carrie reagiert darauf ziemlich eifersüchtig. Aber es kommt noch weit schlimmer... In seiner Stammkneipe „Cooper’s“ trifft Doug seine alte Flamme Margy wieder. Die hatte zwar jahrelang keinen Kontakt mit ihm, aber unterhält immer noch einen guten Draht zu seiner Mutter Janet. Das kann Carrie jedoch gar nicht ab, und so reagiert sie ausgesprochen eifersüchtig auf diesen Umstand. Sie bittet Doug, mit seiner Mutter zu reden und sie davon zu überzeugen, den Kontakt zu Margy abzubrechen. Douglas versucht tatsächlich, die Sache mit Margy auszudiskutieren, doch während des Gesprächs ergibt ein Wort das andere, und schließlich wirft Margy Doug vor, dass er nie in seinem Leben etwas wirklich zu Ende gebracht habe. Nicht mal den Song, den er ihr vor vielen Jahren auf der High School widmen wollte, hat er beendet! Das kann Doug natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und so fährt er nach Hause, um „Margys Song“ fertig zu stellen. Die Geschichte endet in einer mittleren Katastrophe, als Carrie Wind davon bekommt... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620072/
5.8 Ein Männlein steht im Walde (Flash Photography)
Ein eigentlich harmloser Gag, den sich Doug als Gast auf einer Hochzeitsfeier erlaubt, hat ein ungeahntes Nachspiel, als plötzlich Dougs Cousin Danny beschuldigt wird, er habe sich an der frisch vermählten Samantha rächen wollen... Doug, Carrie und Deacon sind auf der Hochzeit ihrer Freunde Samantha und Jake eingeladen. Auf jedem der Tische liegt eine kleine Einwegkamera, mit der die Gäste ihre ganz persönlichen Schnappschüsse machen sollen, die sich das frisch gebackene Paar dann während der Hochzeitsreise ansehen kann. Als Deacon von seiner Hochzeit erzählt, bei der einer der Gäste die Kamera dazu benutzt hat, auf der Toilette seinen nackten Hintern zu fotografieren, wird Doug übermütig: Anstatt seine Rückansicht abzulichten, bannt er seine blanke Vorderansicht auf den Film! Als das Bild dann jedoch an die Öffentlichkeit kommt, gibt es beinahe einen Eklat: Danny wird beschuldigt, der Urheber des Fotos zu sein, weil er seinerzeit mit Samantha zusammen gewesen sei und nun nach einer Möglichkeit gesucht habe, sich auf diese Art und Weise an ihr zu rächen. Doug hat wegen des ganzen Vorfalls ein derart schlechtes Gewissen, dass er sogar zur Beichte geht. Dort redet ihm Father McAndrew zu, die Wahrheit zu gestehen, um seine Seele zu beruhigen. Doch genau das möchte Carrie um jeden Preis verhindern... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620041/
5.9 Carrie Frankenstein (Connect Four)
Während Doug und Carrie nach dem perfekten Paar als Begleitung zu den "Knicks"-Spielen suchen, verspricht Arthur Deacon vollmundig, dass er seine Strafzettel mit Hilfe eines alten Kumpels beim Amt für Parkdelikte verschwinden lassen könnte. Schade, dass Arthurs Freund längst nicht mehr dort arbeitet. Doug und Carrie stehen vor dem Problem, mit wem sie ihre Freitickets für die nächsten Spiele der „Knicks“ teilen sollen. Carrie schlägt ihre Spinning-Freundin Elly und deren Ehemann Stuart vor. Doch diese Wahl erweist sich als ruinös, denn Doug kommt mit dem sterbenslangweiligen Stuart überhaupt nicht klar. Also schlägt Doug seinen Arbeitskollegen Eddie und dessen Freundin Simone als Spielbegleiter vor. Auch ein Reinfall, wie sich schnell zeigt, denn Carrie kann mit Simone gar nichts anfangen. Die ideale Kombination scheint schließlich gefunden, als Doug und Carrie die Spiele mit Stuart und Simone besuchen. Deacon hat unterdessen Ärger mit einem saftigen Strafzettel, den er bekommen hat. Als Arthur von der Sache Wind bekommt, erzählt er von seinem alten Freund Smitty, der im Amt für Parkdelikte arbeitet und ihm immer wieder dabei geholfen hat, seine Strafzettel auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen. Arthur bietet Deacon also an, sich der Sache anzunehmen – muss aber feststellen, dass Smitty schon längst nicht mehr bei der Stadt angestellt ist. Doch Arthur hat sich so weit aus dem Fenster gelehnt, dass es nun keinen Weg zurück mehr gibt. Und so liefern ihm Deacon, Spence und Danny munter weiter Strafzettel zu, die er mit Smittys Hilfe verschwinden lassen soll... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620101/
5.10 Die Geborgte Frau (Loaner Car)
Weil Deacon für seine Kinder ein schönes Thanksgiving ausrichten möchte, aber beruflich zu eingespannt ist, „leiht“ er sich für ein paar Tage Carrie aus, die sich um die Vorbereitungen kümmern soll. Doch die Sache steht unter keinem guten Stern... Deacon möchte seinen Kindern zu gerne ein richtiges schönes Thanksgiving-Fest ausrichten. Doch da er jobmäßig extrem eingespannt ist, hat er einfach keine Zeit für die notwendigen Vorbereitungen. Da hat Douglas die rettende Idee: Er will Deacon helfen, indem er ihm Carrie für einige Tage „ausleiht“. Tatsächlich ist Carrie bereit, sich einige Tage um Deacon und seine Kids zu kümmern und ihnen ein möglichst denkwürdiges Thanksgiving zu bieten. Doch die Sache steht unter keinem guten Stern, denn Deacon ist von Carries legendären Kochkünsten nicht eben begeistert, und zudem gehen ihm Carries unentwegtes Geplapper und all die Geschichten aus der Kanzlei gehörig auf den Senkel. Als dann eines Tages auch noch Holly mit einem wunderbaren Apfelkuchen vor seiner Tür steht, ist die Sache klar: Er möchte Carrie so schnell wie möglich wieder loswerden und bittet Doug darum, Carrie diesen Umstand möglichst schonend beizubringen, ohne ihre Gefühle zu verletzen... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620109/
5.11 Die Stimme aus dem Grab (Mentalo Case)
Kurz vor Weihnachten geht es im Hause Heffernan ausgesprochen turbulent zu: Carrie und Arthur versuchen, sich mit ihren Geschenken gegenseitig auszustechen, und Doug möchte sich einen Kindheitsraum erfüllen. Doch ausgerechnet Deacon hat denselben Wunsch... Weihnachten steht vor der Tür und sorgt für gehörige Aufregung im Hause Heffernan: Carrie möchte ihrem Vater eine Kreuzfahrt auf die Bermudas schenken und erzählt dummerweise Holly von ihrem Plan. Die hat natürlich nichts Eiligeres zu tun, als Arthur diese Information zu stecken, woraufhin der Carrie ebenfalls ein herausragendes Geschenk machen möchte. Er bittet Holly darum, dezent nachzuforschen, was Carrie erfreuen könnte. Holly stellt sich jedoch so ungeschickt an, dass Carrie schließlich glaubt, Holly wolle ihr einen teuren Ledermantel schenken. Sofort zieht Carrie los, um für Holly im Gegenzug ein paar teure Ohrringe zu besorgen. Das führt jedoch dazu, dass sie nun kein Geld mehr für die Kreuzfahrt hat. Douglas versucht sich unterdessen einen alten Kindheitstraum zu erfüllen und will einen „Mentalo“ kaufen. Von dieser Puppe, die Fragen nach der Zukunft „beantwortet“, hat er schon immer geträumt. Dummerweise hat sein Freud Deacon denselben Wunsch und schnappt Doug den letzten verfügbaren „Mentalo“ auf einer Spielzeugmesse vor der Nase weg... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620096/
5.12 Der Hexenmeister (Jung Frankenstein)
Dougs Fresssucht nimmt immer beängstigendere Ausmaße an, so dass Carrie ihren Mann zu einer Therapie verdonnert. Und die schlägt so überraschend gut an, dass Carrie von Dr. Wagner auch gleich noch ein paar andere Unzulänglichkeiten ihres Ehemanns "wegtherapieren" lassen will... Dougs Fresssucht nimmt beängstigende Ausmaße an: Eines Tages werden er und Carrie von Carries Firma zunächst zum Essen, danach ins Theater eingeladen. Doch weil sich Doug bei der Arbeit zu einem Frühlingsrollen-Wettessen hat verleiten lassen, muss er im Theater pausenlos aufstoßen. Carrie schickt ihn daraufhin missgelaunt heim – nur um bei ihrer Rückkehr zu entdecken, dass er schon wieder Süßigkeiten in sich hineinstopft. Nun platzt ihr der Kragen und sie verdonnert Doug zu einer Therapie bei Dr. Wagner. Und der scheint tatsächlich Wunder vollbringen zu können, denn Doug hält sich tatsächlich fest und ohne zu Murren an dessen Tipps! Carrie ist freudig überrascht – und bittet den Arzt schließlich, auch noch etwas gegen Dougs Fernsehsucht zu unternehmen. Und siehe da: Auch das funktioniert! Als nächstes wünscht sich Carrie von Dr. Wagner, er möge aus Doug einen noch besseren Liebhaber machen – und auch dieser Plan lässt sich in die Realität umsetzten. Nach und nach wird Carrie mit ihrer „Wunschliste“ immer übermütiger, und als auch noch Deacon beginnt, einige „Änderungswünsche“ an Doug auf die Liste zu setzen, reicht es Dr. Wagner: Er eröffnet Doug die ganze Wahrheit – was zunächst zu erheblichen Verstimmungen zwischen Doug und Carrie führt. Arthur schlägt sich unterdessen mit seinem alten Leiden, der Sucht nach Nasenspray, herum. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620022/
5.13 Falsch gedacht (Attention Deficit)
Carrie wirft Doug vor, nicht oft genug an sie zu denken. Das stellt ihn vor ein ernsthaftes Problem: Wie kann er die Vorwürfe seiner Herzallerliebsten entkräften und gleichzeitig eine unvergessliche Superbowl-Party für seine Kumpels organisieren? Bei den Heffernans hängt schon wieder der Haussegen schief, denn Carrie beschuldigt Doug, nicht oft genug am Tag an sie zu denken. Das kann Doug natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und fortan gibt er sich alle Mühe, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Am Ende kehrt nach einigem Hin und Her wieder Harmonie im Hause ein. Während Doug so beschäftigt ist, den ganzen Tag an Carrie zu denken, muss er noch eine Superbowl-Party organisieren, zu der er die Jungs eingeladen hat. Diesmal kann er nicht wieder seine Schwester mit einem Mann verkuppeln, der einen großen Fernseher hat und zu allem Überfluss scheinen Deacon und die anderen mehr Lust auf eine größere Party eines Arbeitskollegen zu haben. Doch diesen Konkurrenzkampf nimmt Doug gerne an. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620132/
5.14 Neid macht erfinderisch (Prints Charming)
Nach einer Verwechslung im Fotogeschäft bemühen sich Doug und Carrie, das Leben eines anderen Paares zu kopieren. Arthur kauft sich ein Mobiltelefon um mehr Kontakt zu anderen zu haben. Aber niemand ruft ihn an … Auch ein Besuch im Fotoladen kann ein Einschnitt im Leben sein. Zumindest für Doug und Carrie, die aus Versehen die Fotos eines anderen Paares anstatt der eigenen Bilder zurückbekommen. Nach intensiver Ansicht der Aufnahmen sind sie sich darüber einig, dass das Leben des anderen Paares, das auf den Fotos abgelichtet ist, wesentlich aufregender und spannender als ihr eigenes ist. Aber dem kann Abhilfe geschaffen werden: Fortan versuchen die zwei alle Szenen, die auf den Bildern festgehalten sind, nachzustellen. Aber eine Lebenskopie ist natürlich nie so gut, wie ein eigenes Leben, und das stellen auch Doug und Carrie irgendwann fest. Auch Arthur ist unzufrieden mit seinem Leben und versucht etwas mehr Kommunikation in sein tristes Dasein zu bringen. Aus diesem Grund kauft er sich ein Handy. Die Enttäuschung ist jedoch groß, als er feststellen muss, dass ihn niemand anruft. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620017/
5.15 Pinguin-Alarm (Animal Attraction)
Während Doug und Deacon auf einer pannenreichen Tour Pinguine transportieren, finden sich am Valentinstag neue Paare zusammen. Pinguine sind nicht gerade eine von Dougs gängigsten Ausreden, umso mehr stutzt Carrie also, als Doug sie wegen dieser kleinen Frackmänner ausgerechnet zum Valentinstag versetzt. Tatsächlich muss Doug das Valentintagsessen mit Carrie absagen, da er mit Deacon zusammen Pinguine in den Albany Zoo liefern muss. Und die können nicht mal eben in der Lagerhalle auf den nächsten Tag warten. Während des Transportes der heiklen Lieferung passieren den beiden natürlich eine Menge kleinerer und großer Pannen. Carrie geht derweil unabsichtlich ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Verkuppeln. Und schon ist Holly mit ihrem Boss zusammen. Auf Partnersuche sind auch Arthur und Spence. Nur ist ein Seniorenball eventuell der falsche Ort, um nach knackigen Frauen Ausschau zu halten. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620082/
5.16 Verschimmelter Urlaub (Golden Moldy)
Auf der Karibikinsel St. Croix genießen Doug und Carrie mit ihren Nachbarn das schöne Leben. Bis Arthur aus Queens anruft: Anscheinend ist ihr Haus von oben bis unten mit Schimmel befallen! Einen Urlaub kann man am besten genießen, wenn man ein gewisses finanzielles Polster hat. Da Doug und Carrie sich das nun mühsam angespart haben, fahren sie gemeinsam mit ihren Nachbarn Mike und Debbie auf die Karibikinsel St. Croix. Dort genießen sie den langersehnten Urlaub auf der Trauminsel in vollen Zügen, bis Arthur aus der Heimat anruft. Es gibt schlechte Neuigkeiten, denn das Heffernan-Haus ist von Schimmel befallen. Da die Reparaturkosten immens sind, ist die Sorglosigkeit des Karibikurlaubs endgültig dahin.  - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620142/
5.17 Der Gigolo (S’poor House)
Große Geldsorgen zwingen Doug dazu, seinen Vater nach Geld zu fragen. Arthur ist sofort beleidigt, dass man ihn nicht fragt – obwohl er gar kein Geld hat. Aus dem Urlaub wiedergekehrt, kümmern sich Doug und Carrie um ihr Schimmelproblem am Haus. Als Doug jedoch erfährt, dass die geschätzten Kosten 12.000 Dollar betragen, sieht er keinen anderen Ausweg, als seinen Vater zu fragen. Doch der lässt ihn kalt auflaufen, als Doug gestehen muss, dass er keinerlei Sicherheiten zurückgelegt hat. Arthur hingegen fühlt sich gedemütigt, weil niemand auch nur daran gedacht hat, das Geld von ihm zu borgen. Aus diesem Grund versucht er sich das Geld von Spence zu leihen, der jedoch selber keines hat. Doch Spences einsame und ausgelassene Mutter, die wild mit dem alten Mann flirtet, bietet Arthur schließlich an, ihm das Geld zu leihen. Unter einer äußerst heiklen Bedingung … Spences Mutter Veronica wird von Anne Meara („Zeit des Erwachens“, „Fame, der Weg zum Ruhm“) gespielt. Sie ist seit 1954 mit Jerry Stiller verheiratet und Ben Stillers Mutter... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620157/
5.18 Russisches Roulette (Steve Moscow)
Doug und Carrie versuchen verzweifelt, die ungemein günstigen russischen Arbeiter, die sie für die Reparaturarbeiten an ihrem Haus engagiert haben, bei Laune zu halten. Doch purer Wodka am Arbeitsplatz wird allen zum Verhängnis … Um Geld zu sparen, haben Doug und Carrie für die Reparaturen an ihrem Haus Russen engagiert, die zu Dumping-Preisen arbeiten würden – wären sie nicht so faul. Dabei geben sich die Heffernans wirklich alle erdenkliche Mühe, um die Männer bei Laune zu halten und sie endlich zum Arbeiten zu bewegen. Selbst ein unbegrenzter Vorrat an Wodka steht den heimwehkranken Russen zur Verfügung. Dass das nicht sonderlich gut ausgehen kann, ist allen klar – nur Doug und Carrie offensichtlich nicht. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620043/
5.19 Lügen haben dicke Beine (Cowardly Lyin’)
Carrie konfrontiert Doug mit einer lästigen Eigenschaft, die er einfach nicht ablegen kann. Prompt erhält sie eine Retourkutsche. Damit zuhause alles bestens läuft, tischt Doug seiner Gattin gern mal eine kleine Lüge auf. Davon ist Carrie ganz und gar nicht begeistert: Nachdem sie Doug mit seinem Laster konfrontiert, schwört er, von nun an ehrlich zu sein. Schnell merken die beiden, dass der ehrliche Weg vielleicht doch nicht immer der bessere ist... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620061/
5.20 Fahrer aus Leidenschaft (Driving Reign)
Doug ist deprimiert: Ausgerechnet sein Cousin Danny bekommt einen Job als Fahrer in der gleichen Firma. Und leider auch für den gleichen Posten! Danny will in die Fußstapfen seines Cousins treten. Sein erklärtes Ziel: Fahrer bei IPS werden. So fragt er Doug nach einem Empfehlungsschreiben. Da Doug darüber ganz und gar nicht begeistert ist, entscheidet Carrie, dass sie den Brief schreibt und Doug unterschreiben lässt. Darauf landet Danny nicht nur in Dougs Firma, sondern zu Dougs großem Entsetzen sogar auf dessen Posten. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620039/
5.21 Kaufrausch (Clothes Encounter)
Dem Kaufrausch ergeben, legt Carrie sich mit Exklusiv-Boutiquen an, und Spence hat urplötzlich ein Problem mit seinem Hund – oder vielmehr mit seiner Freundin. Carrie entwickelt eine recht ungewöhnliche Strategie, um ihren Kleiderschrank kostenlos mit exklusiver Designermode zu veredeln: Sie shoppt wie verrückt, um die teuren Stücke nach mehrmaligem Tragen wieder zurück in die Läden zu bringen. Als sich dann auch noch Doug einmischt, droht handfester Ärger. Auch Spences neue Freundin hat ein Problem – und zwar mit dessen vierbeinigem Freund. Kurzerhand stellt sie ihn vor die leidige Wahl: "Entweder ich oder dein Hund!" - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0620134/
5.22 Der Affenjunge (Queens’bro Bridge)
Durch eine unerwartete Erbschaft erhofft sich Doug die Lösung seines größten Problems: Arthur. Doug erfährt, dass Arthur und sein Halbbruder ein Haus besitzen, das die beiden anscheinend vor über zehn Jahren von einer Verwandten geerbt haben. Da wittert Doug seine Chance, Arthur endlich aus seinem Haus zu treiben. Es gibt nur ein gravierendes Problem: Arthur und sein Halbbruder sind sich spinnefeind. Und bei Carrie stößt die Idee auf wenig Gegenliebe... - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0620053/
5.23 Der Unsterbliche Hund (Dog Shelter)
Beim Besuch seiner Eltern erfährt Doug einige unschöne Details über sich, seine Kindheit und seinen unsterblichen Hund. Als Doug seine Eltern in Florida besucht, findet er heraus, dass die beiden ihn ein Leben lang vor schmerzhaften Wahrheiten behütet haben. So kommt heraus, dass sein Hund nach seinem Ableben schon das ein und andere Mal klammheimlich durch einen Doppelgänger ersetzt wurde. Unterdessen überredet Spence Arthur, den Vermittler zwischen seiner Freundin und deren Mutter zu spielen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620166/
5.24 Schlaraffenland (Taste Buds)
Doug ist auf der Palme, weil Arthur von Carrie alles bekommt, was er will. Schon bald entwickelt er eine Gegenstrategie – und damit brechen paradiesische Zeiten an. Doug beneidet Arthur, weil Carrie ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen scheint. Deacon bringt Doug auf die Idee, seine eigenen Wünsche durchzusetzen, indem er Arthur suggeriert, es seien seine eigenen. Das Schlaraffenland auf Erden bricht herein: Doug schwelgt in einem Berg von Pizza und Grillhühnchen. Doch als sich Arthur plötzlich über seine Gewichtszunahme beklagt, weil er lauter Sachen esse, die er eigentlich gar nicht mag, fällt bei Carrie der Groschen. Sie stellt Doug eine Falle. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0620026/
5.25 Bettgeschichten (Bed Spread)
Das Bett von Carrie und Doug ist kaputt. So sehen sich die beiden gezwungen, in alten Kinderbetten zu nächtigen. Wider Erwarten finden sie Gefallen an den getrennten Betten. Bis sich die gesamte Nachbarschaft darüber den Kopf zerbricht … Nachdem das Ehebett von Carrie und Doug seinen Geist aufgibt, schlafen die beiden in getrennt in den alten Betten von Deacons Kindern. Das getrennte Nächtigen gefällt den beiden so gut, dass sie bald auch tagsüber öfter mal getrennte Wege gehen. Unterdessen entdeckt Arthur ein Fenster in seinem Keller und belauscht den Nachbarn Lou Ferrigno beim Tratschen. Durch einen Zufall erfährt Lou von den getrennten Betten, und bald weiß die ganze Nachbarschaft davon... - 8,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films Columbia TriStar / Sony Television Studios
Poster/Artwork:
Sony Television Studios

Samstag, 7. März 2026

The Bride! - The Bride!: Es lebe die Braut (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt30851137/

Chicago in den 1930er-Jahren: Frankensteins Monster (Christian Bale), stets von schier unendlicher Einsamkeit gequält, sucht die Hilfe der rätselhaften Dr. Euphronius (Annette Bening). Der innigste Wunsch des Monsters: eine Gefährtin, die an seiner Seite steht. Gemeinsam machen sich die beiden also an ein düsteres Werk - sie wählen eine Frau als Opfer aus und bringen ihren Leichnam (Jessie Buckley) mit wissenschaftlicher Raffinesse zurück ins Leben. Was zunächst als grausames Experiment beginnt, verwandelt sich schon bald in eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen dem Monster und seiner wiedergängerischen Braut. Doch die ungewöhnliche Romanze bleibt nicht unentdeckt: Schon bald setzt die Polizei alles daran, das ungleiche Paar zu jagen - und ihre Liebe muss sich einer gefährlichen Bewährungsprobe stellen...

Das Remake des Monsterfilmklassikers "Frankensteins Braut" aus dem Jahre 1935 ist weniger ein Remake als eine Art kommentierende Antwort auf "Frankensteins Braut" - und stellt die Figur, die 1935 kaum drei Minuten sprechen durfte, radikal in den Mittelpunkt. Regisseurin Maggie Gyllenhaal inszeniert ein lautes, exzessives Horror-Musical, das James Whales elegantes Gothic-Märchen nicht nur erneuern oder gar ersetzen, sondern hinterfragen will: Was wäre, wenn die Braut sich weigert, Projektionsfläche zu bleiben? "The Bride!: Es lebe die Braut" verlegt die Geschichte in die 1930er Jahre, zwischen Speakeasies, Großstadtneon und Monster-Mythos: Frank - ein von Doktor Frankenstein erschaffenes, lustvolles Monster - sucht in New York die Wissenschaftlerin Doktor Euphronious auf, um eine Gefährtin zu finden. Durch einen Zufall exhumieren sie Ida, eine junge Frau, die zuvor in einem Chicagoer Nachtclub die Aufmerksamkeit von Mary Shelley selbst auf sich zog - als Geistfigur, die "noch so viel mehr hätte sagen wollen" als in ihrem Roman. Ida wird zur Braut, und zwischen ihr und Frank entspinnt sich eine wilde, anarchische Romanze, während Polizei und Öffentlichkeit auf dieses "unmögliche" Liebespaar reagieren und ein radikaler sozialer Aufruhr entsteht. 

Formell baut Gyllenhaal auf opulente Ausstattung, IMAX-Bilder von Kameramann Lawrence Sher und große Musicalnummern - ein bewusst großes Studioprojekt mit einem Budget um 80 Millionen Dollar.  Hildur Guðnadóttir komponiert die Musik, unterstützt von Fever Ray, was den Film klar in eine zeitgenössische, experimentell-poppige Klangwelt versetzt, weit entfernt von den klassisch-romantischen Horror-Scores der 1930er. James Whales "Frankensteins Braut" war schon 1935 weniger simples Sequel als makaber-ironischer Kommentar auf die Figur des Monsters und auf religiöse wie gesellschaftliche Moralvorstellungen seiner Zeit. Elsa Lanchesters Braut erscheint erst am Schluss, ist visuell ikonisch - die ikonische, hochstehende Frisur mit dem weißen seitlichen "Blitz", der bandagierte Körper - aber dramatisch fast stumm, ein Geschöpf, das sich vor dem Monster entsetzt und im Finale gemeinsam mit ihm vernichtet wird.  Die eigentliche Hauptfigur ist das Monster selbst, tragisch und kindlich, während die Braut zur Pointe einer tragischen Groteske wird.   

Gyllenhaal knüpft genau hier an: Sie nimmt eine Figur, die in der Filmgeschichte als Bild existiert, aber nie als Subjekt, und fragt: Was geht in dieser Kreatur vor, wenn sie nicht sofort "Nein" sagt und im Labor explodiert - sondern lebt, liebt, denkt? Gyllenhaal macht damit das, was man locker als "Punkrock-Horror-Story" beschreiben könnte: Sie dreht die Blickrichtung um, von der Frage "Bekommt das Monster seine Frau?" hin zu "Was, wenn diese Frau das System zerlegt, das sie erschaffen hat?"  Wo Whale noch tief im Produktionskodex, in Zensur und in heteronormativen Konventionen verankert war, erlaubt sich "The Bride!: Es lebe die Braut" offene Sexualität, queere und feministische Untertöne und einen expliziten politischen Gestus - inklusive der Entscheidung, Gewaltspitzen in der Postproduktion wieder zurückzunehmen, weil der Film nicht zum reinen Schockkino werden soll.

Jessie Buckley trägt den neuen Film mit einer Dreifachrolle: als Ida, als reanimierte Braut und als Mary Shelley - eine Entscheidung, die die Autorin selbst als Figur in das Geflecht von Schöpferin, Kreatur und Legende einbindet. Christian Bale spielt Frank, das Monster, diesmal weniger stumm-tragisch als charismatischer, aber gefährlicher Außenseiter, dessen Wunsch nach Liebe immer wieder in Besitzanspruch kippt. Annette Bening als Dr. Euphronious und Penélope Cruz als Myrna Mallow geben dem Ensemble zusätzliche Gravitation; Jake Gyllenhaal und Peter Sarsgaard ergänzen das Panorama derjenigen, die von der "neuen Frau" fasziniert, verängstigt oder bedroht sind. Im Originalfilm von 1935 war Elsa Lanchester gleichzeitig Mary Shelley und die Braut - aber die Mary-Shelley-Szene diente hauptsächlich dazu, den Film literarisch zu rahmen. Gyllenhaal greift diese Doppeldeutigkeit sichtbar auf und radikalisiert ihn: Wenn Buckley wiederum Mary Shelley spielt, wird die Autorin zur inneren Stimme der Braut - eine Art Selbstkorrektur der eigenen Geschichte, die damals unausgesprochen blieb. 

"The Bride!: Es lebe die Braut" ist weniger daran zu messen, ob sie dem Original gerecht wird, sondern daran, ob sie eine eigene moralische und emotionale Wahrheit findet. Der Film versucht nicht, Whales Meisterwerk zu übertreffen; er versucht, mit ihm zu sprechen. Er nimmt die ikonische Stummheit der Braut, füllt sie mit Gesang, Wut und Humor - und riskiert damit Überladung, Kitsch, vielleicht sogar den Vorwurf der Radikalität auf Bestellung. Aber genau dieses Risiko gehört immer auch zum lebendigen Kino: Wenn ein Film mit einem so kanonischen Text ringt, kann er abstürzen oder etwas Neues freilegen. "Frankensteins Braut" bleibt das fein geschnitzte, ironisch-melancholische Kleinod der Universal-Ära. "The Bride!: Es lebe die Braut" ist nun seine laute Enkelin, die mit Neonlicht, Choreografien und wütenden Liebesliedern in denselben Saal stürmt und schreit: "Ich war damals nur eine Pointe. Jetzt erzähle ich meinen eigenen Film!"

6,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkWarner Bros./First Love Films/In The Current Company