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Sonntag, 10. Mai 2026

Death Race 2000 - Frankensteins Todesrennen (1975)

https://www.imdb.com/de/title/tt0072856/

Wir schreiben das Jahr 2000: Nach einem Militärputsch werden die USA von einem autokratischen Präsidenten beherrscht, der das proletarische Volk mit gewaltverherrlichenden TV-Sendungen bei Laune hält. Höhepunkt ist ein Todesrennen von New York nach Los Angeles, das einmal im Jahr veranstaltet wird. Die Teams riskieren dabei nicht nur ihr eigenes Leben: Für das Überfahren von Passanten gibt es, abhängig von Geschlecht und Alter der Opfer, Bonuspunkte zu gewinnen. Der amtierende Champion Frankenstein (David Carradine) ist auch dieses Jahr wieder der unbestrittene Favorit des mörderischen Spektakels, auch wenn er mit dem brutalen Machine Gun Joe (Sylvester Stallone) einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommt. Noch ahnt niemand, dass militante Rebellen das barbarische Rennen sabotieren wollen und einen Anschlag auf Frankenstein planen...

Paul Bartels Film, von Roger Corman produziert, spielt in einer dystopischen Zukunft des Jahres 2000, in der ein landesweiter Straßenrennen‑Zirkus zur nationalen Unterhaltung geworden ist und die Fahrer Punkte dafür bekommen, dass sie Fußgänger überfahren. Das ist eine Prämisse, die gleichzeitig albern, brutal und erschreckend präzise auf eine Gesellschaft zielt, die Gewalt in Spektakel verwandelt. Auf dem Papier ist das ganz klar Exploitation und das Publikum störte sich 1975 vor allem an der sadistischen Gewalt und an seiner offensichtlichen Anziehungskraft auf junge Zuschauer. Erst später wurde "Death Race 2000" oder "Frankensteins Todesrennen", wie er in Deutschland hieß, rehabilitiert und bekam eine gewisse Anerkennung. Und das macht die Dualität des Films aus: er ist zu roh, um harmlos zu sein, und zu bewusst grotesk, um bloß dumm zu wirken. Gerade das macht ihn bis heute interessant. 

David Carradine spielt Frankenstein, den maskierten Star des Rennens, mit einer Mischung aus stoischer Selbstinszenierung und ironischer Unantastbarkeit. Er ist weniger Mensch als Marke, ein Massenidol, dessen Identität zugleich versteckt und überdeutlich ist. Sylvester Stallone, damals noch am Anfang seiner Karriere, gibt als Joe Viterbo den aufbrausenden Rivalen, der im Rennen nicht nur gegen Frankenstein, sondern gegen den Mechanismus des ganzen Spektakels antritt. Zusammen bilden sie das Zentrum eines Films, der seine Figuren wie Comic‑Bilder behandelt: überzeichnet, schnell lesbar, aber mit einem bitteren Unterton, der immer mitfährt. Der Reiz von "Death Race 2000" liegt nicht nur im Konzept, sondern in der Art, wie Paul Bartel es inszeniert. Der Film ist sichtlich schmal im Budget, aber erstaunlich energiegeladen; er bewegt sich mit einer Wildheit, die gerade aus seiner B‑Movie‑Gestalt Kraft bezieht. Die Autos sind absurd gestaltet, die Kostüme halb ironische Sci‑Fi‑Mode, halb Karneval der Gewalt, und das alles ist so offen künstlich, dass der Film nie vorgibt, realistisches Zukunftskino zu sein. Er ist ein Film über Übertreibung, und seine Übertreibung ist die Methode. Bartel versteht, dass Satire nur dann funktioniert, wenn sie nicht zu sauber wird. Hier ist alles ein bisschen zu grell, ein bisschen zu laut, ein bisschen zu schmutzig - und gerade deshalb sitzt der Hieb.

Besonders deutlich wird das im politischen Unterton. "Death Race 2000" macht sich über ein Amerika lustig, das Unterhaltung, Patriotismus und Gewalt nicht mehr trennt. Das Rennen ist staatlich eingebettet, die Zuschauer bejubeln Morde, und der öffentliche Appetit auf Spektakel hat längst jede moralische Hemmung aufgefressen. Der Film ist dabei nicht subtil, aber oft erstaunlich scharf. Er zeigt eine Welt, in der man nicht mehr zwischen Sport und Hinrichtung unterscheiden will, weil beides dieselbe Funktion erfüllt: Ablenkung. Das ist keine elegante Diagnose, aber eine sehr wirkungsvolle. Dass der Film über Jahrzehnte hinweg Kultstatus gewonnen hat, liegt auch an seiner komischen Härte. Er ist nicht nur brutal, sondern albern genug, um seine Brutalität als Form der Farce erscheinen zu lassen. Mary Woronow, Simone Griffeth, Gary Busey und die übrigen Darsteller spielen das Material mit einem trockenen, fast stolzen Ernst, der die Lächerlichkeit nur noch verstärkt. Diese Tonlage ist entscheidend: Würde der Film sich voll auf Realismus oder auf reine Parodie festlegen, verlöre er an Reiz. Gerade seine Unentschlossenheit zwischen Horror, Komödie und Satire macht ihn so langlebig.

Im Vergleich zu späteren Actionfilmen wirkt "Death Race 2000" fast altmodisch in seiner Direktheit. Er braucht keine komplexe Mythologie, keine serienfähige Welt und keine psychologische Ausarbeitung seiner Gewaltökonomie. Er zeigt einfach, was passiert, wenn eine Gesellschaft ihren moralischen Verfall in ein Spiel verwandelt. Das macht ihn nicht angenehm, aber eigenwillig konsequent. Man kann gut verstehen, warum das Publikum damals abgeschreckt war; man kann aber ebenso gut verstehen, warum spätere Generationen in dem Film mehr gesehen haben als bloßen Zynismus. Am Ende ist "Death Race 2000" ein Film, der sich mit einer unerbittlichen, grinsenden Haltung durch seine eigene Grobheit arbeitet. Er ist billig, geschmacklos und angriffslustig - aber auch präzise genug, um als Satire zu funktionieren. Wer nur die Gewalt sieht, verpasst den Witz; wer nur den Witz sieht, verpasst die Aggression. Sein bleibender Wert liegt genau in dieser Spannung. Er ist ein B‑Movie, das die hässliche Seele der Unterhaltung nicht nur ausstellt, sondern feiert, als wäre das der einzige ehrliche Weg, über Amerika zu sprechen.

6/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: New World Pictures

Freitag, 31. Januar 2014

Death Race 2 (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1500491/

"Death Race 2" spielt in der nicht allzu fernen Zukunft, als die Wirtschaft der USA bereits zu bröckeln beginnt und die Gewalt auf den Straßen immer mehr außer Kontrolle gerät. Um der steigenden Kriminalität Herr zu werden, werden privat geführte und profit-orientierte Gefängnisse zugelassen, wodurch eine gesetzlose Subkultur ensteht, angeführt von kaltblütigen Killern und Soziopathen. Das schlimmste Gefängnis ist Terminal Island, wo die sich die Insassen in einem vielbeachteten Todesrennen bekämpfen, bei dem es keine Regeln gibt. Der verurteilte Cop-Killer Carl Lucas ist gerade in diesem Knast angekommen, als die rücksichtslose Fernsehfrau September Jones das Spektakel zu der ultimativen Realityshow ausbauen will – dem Death Race.

Ein (Direct-to-DVD) Prequel eines unterhaltsamen Films gehört normalerweise in den Giftschrank, doch es gibt seltene Ausnahmen. "Death Race 2" gesellt sich zu dieser Gruppe, denn besonders in handwerklicher Hinsicht liegt er mit dem Vorgänger fast auf Augenhöhe. Solide, kurzweilige Unterhaltung für Fans des Vorgängers. Luke Goss kann in der Hauptrolle zwar nicht wirklich überzeugen, was einige Nebendarsteller (Danny Trejo, Sean Bean & Ving Rhames) aber wieder wett machen. Die Action ist für eine Low-Budget Fortsetzung auch echt ansehnlich. Allerdings hätte sich der Film nicht so lange mit dem prügellastigen "Death Match" aufhalten müssen.

6/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Sonntag, 15. August 2021

Death Race: Beyond Anarchy - Death Race: Anarchy (2018)

https://www.imdb.com/title/tt3807900/

Nachdem ein Angriff auf den im Gefängnis sitzenden, legendären Fahrer Frankenstein (Velislav Pavlov) gescheitert ist, infiltriert der auf verdeckten Operationen spezialisierte Connor Gibson (Zach McGowan) die Hochsicherheitseinrichtung. Sein Ziel: Am berühmt-berüchtigten Death Race teilzunehmen und Frankenstein endgültig das Handwerk zu legen. Doch als er sich überraschend in die Bardame Jane (Christine Marzano) verliebt, wird klar, dass er um mehr als nur sein eigenes Leben kämpfen muss… 

Der vierte Teil des tödlichen Autorennens ist in einer dystopischen Zukunft angesiedelt und führt den Zuschauer in eine anarchistische und unkontrollierbare Gefängnisanstalt, deren Insassen mit tödlichen Deathmatches und -races unterhalten werden. Coole Karren und ein gesunder Härtegrad sorgen für gängige Unterhaltung. Zumal man sieht, wie viel Spaß die Protagonisten am Dreh hatten. "Death Race: Anarchy" ist purer Gewaltfetischismus mit Hammer und Sichel. In trostlosen Farben abgefilmt, mit roten Brocken aus Fleisch und Blut garniert, kaschiert der Film sein geringes Budget durch sorgfältig in Szene gesetzte Actionszenen und einem billigen Industrie-Ruinen-Charme. Voll-gepackt mit Krawall, Explosionen, schnellen Autos und noch schnelleren Frauen aus dem Porno-Geschäft gibt es eine ordentliche Menge an Blech- und Körperzerstörungen zu bestaunen. Für dieses Low-Budget kann man anhand des durchaus unterhaltenden Ergebnisses schon mal einen Daumen nach oben recken.

5,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Donnerstag, 23. Januar 2014

Death Race (Extended Version) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0452608/

In einer nahen Zukunft ist Death Race ein Sportspektakel in der Cyberwelt – größer als Nascar, Formel 1 oder der Superbowl. In waffenstarrenden PS-Boliden kämpfen Häftlings-Gladiatoren auf einem mörderischen Rundkurs auf der Gefängnisinsel drei Tage lang um den Sieg, die Freiheit und ihr Überleben. Die Regeln des Rennens könnten einfacher nicht sein: Es gibt keine Regeln. Als der dreifache Speedwaychampion Jensen Ames für den Mord an seiner Frau, den er nicht begangen hat, im Gefängnis landet, stellt ihn die skrupellose Direktorin vor eine einfache Wahl: Entweder er fährt und gewinnt das Death Race oder er verrottet in seiner Zelle. Unterstützt von einem Mechaniker-Team und einer heißblütigen Beifahrerin setzt sich Jensen also hinter das Steuer eines gepanzerten 8-Zylinder-Mustangs, der neben massig Pferdestärken auch ein Maschinengewehr unter der Haube und Rauch, Öl und Reifennägel als Geheimwaffen mit an Bord hat. In der Todesarena von Terminal Island beginnt ein mörderisches Spiel, bei dem die Feinde nicht nur auf der Rennstrecke lauern...

Bei dem Film handelt es sich um ein Remake des Films "Deathrace 2000" aus dem Jahr 1975, der in Deutschland unter dem Titel "Herrscher der Straße - Frankensteins Todesrennen" erschienen war. Aber zu dem Streifen hier, den man durchaus als "Mortal Kombat" auf Rädern bezeichnen kann. Einen rauen Gefängnis-Reißer mit Gladiatoren-Kämpfen auf vier Rädern - da darf sich Paul W.S. Anderson mitunter richtig austoben und hinterlässt den einen oder anderen blutigen menschlichen Kollateral-Schaden. Alles im Namen der Quote dieses Mords-Spektakels, dass Joan Allen in ihrer Rolle als Gefängnis-Direktorin veranstalten lässt. Die Frage nach Anstand und Moral wird jedenfalls mächtig niedergemacht. Zu einer durchaus angebrachten Reflexion über den Sinn des Geschehens reicht es erwartungsgemäß nicht. Und auch das Rennen selbst wird eher aufs Werkzeug einer totalitären Führung reduziert, an dem sich Millionen Zuschauer ergötzen wollen. Da fährt man halt mit, wenn man wieder in die Freiheit will. Aber vergessen wir doch diesen Makel, hier brüllt es geradezu nach Spektakel und Hirn-Aus-Action, schön mit Stereotypen versehen. Herr Statham, kann seinen Helden im Schlaf spielen, Langzeit-Gegner Tyrese Gibson ist auch in der "Fast & Furious"-Routine, aber hier erwartet man auch keine ausgeklügelten Charaktere. Spass macht das Ganze gerade durch die Nebenfiguren wie Ian McShane als launigen Mechaniker. Aber um die Figuren geht es bei "Death Race" ja auch nicht wirklich. Auch der ausgewählte Rap-lastige Soundtrack passt stereotypisch wie die Faust aufs Auge. Der Film ist eben ein schneller Reißer, der bestens zu langweiligen Abenden passt.

7/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:


Quellen

Inhaltsangabe: Universal Pictures

Donnerstag, 21. Februar 2013

Death Race 3: Inferno (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1988591/

In nicht allzu ferner Zukunft ist absolutes Highlight in der Bespaßung sensationshungriger Zuschauer das sogenannte Death Race. Hier treten in einem Rennen auf Leben und Tod verurteilte Schwerstverbrecher gegeneinander an. Wer aus dem rennen fünfmal als Sieger hervorgeht, dem wird die Freiheit geschenkt. Carl Lucas (Luke Goss) sind schon vier Siege gelungen, er kann die Freiheit also schon riechen. Just vor dem letzten Rennen wechselt der Zirkus den Besitzer. Und dieser hat seine ganz eigene Vorstellung von einer internationalen Show und möchte Lucas als Zugpferd auf keinen Fall verlieren... 

Der dritte Teil der tödlichen Rennen und auch nicht zwingend besser oder schlechter als seine beiden Vorgänger. Ja, Teil 1 hatte mit Jason Statham als Frankenstein wesentlich mehr Flair und irgendwie auch mehr Klasse, aber auch Luke Goss macht seine Sache nicht schlecht. Wilde Stunts, ausufernde Splattereffekte, leicht bekleidete Grazien und eine oberflächliche Medienkritik machten schon 2008 Regisseur Andersons Remake von "Frankensteins Todesrennen" (1975) zum Kassenschlager.  

Dieses Mal pflügt der unter dem Namen Frankenstein bekannte Kamikazefahrer den Sand in der Kalahari-Wüste um - verfolgt von blutgierigen Gangstern in ihren Höllenfahrzeugen und überwacht von einem profitgierigen Medienmogul (Dougray Scott, bekannt aus "M:I-2" oder "Hitman"), der das in Benzin-getränkte Gemetzel als Livestream-Event vermarkten will. Kompromisslos und ohne das Actionrad neu zu erfinden, zündet der für trashige Fortsetzungen bekannte Regisseur Roel Reiné ein explosives Feuerwerk, das kaum mehr als eine Gehirnzelle erfordert. Der schwitzige Amazonenkampf zu Beginn des Films, die ausufernde Duschszene und die Bekleidungswahl der Beifahrerinnen appelliert dabei jedenfalls an ganz andere Regionen des Körpers...

6/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 250 Stück limitierten und nummerierten Mediabook mit allen 4 Teilen:

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Samstag, 2. November 2019

The Condemned - Die Todeskandidaten (2007)

https://www.imdb.com/title/tt0443473/

Multimillionär Breckel (Robert Mammone) ist ein ausgezeichneter Geschäftsmann, sein riesiges Vermögen spricht Bände. Aber Breckel will immer mehr Geld anhäufen und hat sich dafür ein ganz besonders perfides Internetspektakel ausgedacht. Zahlungswillige Nutzer können über eine spezielle Seite dabei zusehen, wie sich zehn ehemalige, todgeweihte Gefängnisinsassen gegenseitig zerfleischen, bis nur noch einer übrig ist. Die Kandidaten, die auf einer einsamen Insel gegeneinander antreten müssen, hat Breckel aus diversen Gefängnissen herausgekauft. Am Körper der Ex-Knackis befestigte Sprengstoffbänder sollen dazu beitragen, dass die Schwerkriminellen auch kämpfen. Denn nach 30 Stunden explodieren sie. Jack Conrad (Steve Austin), aus einem schmierigen Gefängnis in El Salvador auf die Insel gebracht wurde will eigentlich nicht an dem Spektakel teilnehmen. Aber der Sprengstoff und seine Gegner, zu denen unter anderem der psychopathische Ex-Elitesoldat McStarley (Vinnie Jones), die japanische Kampfmaschine Saiga (Masa Yamaguchi), Kreston Mackie (Marcus Johnson) und Yasantwa (Emelia Burns) gehören, lassen das nicht zu.

Eine weitere Verfilmung des "Running Man"-Themas, wie man es nicht zuletzt aus "Gamer" oder deutlich abgewandelt "Death Race" kennt. Todgeweihte, die antreten, um ihr nacktes Leben in einem perversen Spiel zu gewinnen, welches medial perfide ausgeschlachtet wird. Nach Arnie, Butler und Statham darf sich nun also Steve Austin mit Psychopathen und einem mehr als abgebrühten und eiskalten Medienguru herumschlagen. Doch eine Sache stört bei diesem brutalen Actionspektakel massivst: die völlig hirnrissigen Charakteraktionen. Bestes Beispiel ist, dass ein Elite-Spezialist wohl niemals eine ausgeschaltete Wache mitten auf dem Weg liegen lassen würde. Und auch das Camp hat was von nem Plothole. Da war "Running Man" deutlich konsequenter.

Was der Film gut macht, ist nicht zuletzt der satte Sound und natürlich die Action. Für manchen Geschmack sicher teilweise zu brutal, auch wenn man nicht alles sieht. Hier hätte es wohl auch gereicht, wenn man einige der Perversionen weniger drastisch präsentiert. Auf der anderen Seite sind einige der Kämpfe und auch Kills ziemlich gut arrangiert. Da die Gewalt und Abartigkeit des Systems bzw. Spiels so stark hervorgehoben wird, ist auch die Moralpredigt als Gegenpol ziemlich deutlich zu vernehmen. Die Gerechtigkeit wird geradezu zelebriert, wie es eben auch mit der Gewalt geschieht. Auch, wenn das "Auge um Auge" zum Ende hin sehr vorhersehbar ist, überkommt einen am Ende ein seltsames, perfides Gefühl von Gerechtigkeit. Und gleichzeitig findet man die Menschheit irgendwie scheiße, denn man weiß genau, dass sich wirklich verdammt viele hirnlose Idioten da draußen befinden, die sich so eine Show wirklich ansehen würden. Eine Show, in der Menschen sich vor laufenden Kameras gegenseitig auf teils brutalste Weise misshandeln und umbringen. Live-Snuff für 50$! Wollen Sie mehr wissen?

6/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 777 Stück limitierten Mediabook: