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Dienstag, 10. Dezember 2024

Superfast! (2015)

https://www.imdb.com/de/title/tt2933474/

Polizist Lucas White (Alex Ashbaugh) bekommt einen Undercover-Auftrag und will sich als Mechaniker in eine Gang aus Fahrern illegaler Straßenrennen einschleusen. Doch bevor er in ihre Mitte aufgenommen wird, muss er erstmal gegen Anführer Vin Serento (Dale Pavinski) antreten und Gas geben. Der Cop beeindruckt den debilen und testosterongeladenen Muskelmann und ist von nun an Teil der Gang – nicht zur Freude aller Mitglieder. Eine Person in den Reihen der Truppe hat es dem Gesetzeshüter angetan und das basiert auf Gegenseitigkeit - und so gehen Vins Schwester Jordana (Lili Mirojnick) und Lucas miteinander aus. Der Anführer und seine Mitstreiter planen unterdessen einen besonderen Coup: Sie wollen den lokalen Gangster-Boss Juan Carlos de la Sol (Omar Chaparro) um jede Menge Scheine erleichtern. Der Kriminelle lagert all sein Geld in einer Taco-Bell-Filiale in Downtown Los Angeles und die ist das Ziel der Straßenrennfahrer. Ihr einfacher Plan hat allerdings erhebliche Schwächen und außerdem ist ihnen Detective Rock Johnson (Dio Johnson) auf den Fersen...

Diese "Fast And The Furious"-Parodie bietet alles, was man von einer schlechten Komödie erwartet: Look-alike-Darsteller, die selbst aber 10 Klassen unter den schlechtesten Darstellern des verhohnepiepelten Franchise spielen, dämliche Gags und Fäkal-Humor, eine zusammenhangslose Story, die nur darauf aus ist, den nächsten Gag zu zünden und so weiter und so fort. Es lohnt kaum, über den Film mehr Worte zu verlieren - er ist einfach nur so schlecht, das man am liebsten schon nach 20 Minuten abschalten würde. Tut man das nicht, wir man einfach weitere 80 Minuten bis zum Schluss gequält und wird am Ende mit ein paar Outtakes belohnt, die weitaus lustiger sind als der ganze Film.  Ich sehen mich nach der Zeit der guten Komödien.

3/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universum Film
Poster/Artwork: 3 in the Box

Donnerstag, 31. August 2023

Balle Perdue 2 - Lost Bullet 2: Back for More - Verirrte Kugel 2 (2022)

https://www.imdb.com/title/tt14465706/

Die Ereignisse in knüpfen dort an, wo der erste Film aufgehört hat. Nach dem Tod von Charras haben der geniale Lino (Alban Lenoir) und Julia (Stéfi Celma) die Nachfolge angetreten und bilden das neue schlagkräftige Team der Drogenfahndung der französischen Polizei und immer noch auf der Suche nach Areski. Fest entschlossen, die Mörder seines Bruders und Mentors zu finden, setzt Lino seine Jagd fort und lässt nicht zu, dass sich ihm jemand in den Weg stellt. Auch wenn der Kampf gegen die korrupten Polizisten ausweglos erscheint...

 Es ist eigentlich schade, dass Filme wie "Verirrte Kugel" schnell in Vergessenheit geraten, während Filme aus der mittlerweile zu blöd gewordenen "Fast And Furious"-Reihe auf ewig im Gedächtnis haften bleiben. Mit der Fortsetzung, die mit ihrer rasanten Erzählung den gleichen Schwung wie der Vorgängerfilm beibehält und gelungen eineinhalb Stunden solide Unterhaltung liefert hat man zwar keine plausiblen Ereignisse, aber es kümmert einen nicht wirklich. "Verirrte Kugel 2" gibt in den ersten Minuten Vollgas und behält während der gesamten Dauer das gleiche Tempo bei. Der Film hat sicherlich eine durchschnittliche Geschichte, aber die atemberaubenden und todesmutigen Actionsequenzen machen alle Lücken mehr als wett. Das Einzige, was diesem Film fehlt, ist das Gefühl, neu und innovativ zu sein. Die meisten Dinge wurden im ersten Teil gesagt. Inmitten einer durchschnittlichen Geschichte hat der Regisseur Guillaume Pierret praktisch jede Sequenz des Films gekonnt mit Action verwoben. Die rauen Verfolgungsjagden auf den Straßen Frankreichs sind gut umgesetzt und bleiben ein Highlight des Films.

Alban Lenoir als Lino liefert eine glaubwürdige Leistung ab. Er leistet gute Arbeit in der Rolle eines "Automechanikers, der jetzt zum Polizisten geworden ist" und bringt das richtige Maß an Müdigkeit auf die Stirn, weil er ständig korrupte Polizisten jagt und sie vor Gericht stellt. Stefi Celma als Julia bleibt wahrscheinlich die faszinierendste und überzeugendste Figur des Films und sie wird ihrer Rolle gerecht. Dieser Film hätte seine Zuschauer leicht ermüden können mit seinen unerbittlichen Actionszenen, in denen überall Autos zusammenstoßen und herumfliegen, aber glücklicherweise passiert das nicht und man kann es nur als Sieg für die Macher bezeichnen. "Verirrte Kugel 2" ist einer dieser Filme, der geschickt darauf ausgelegt ist, mit seinem flotten Tempo zu unterhalten, das dem Zuschauer keine Zeit lässt, aufs Telefon zu schauen.Actionfans sollten dem Film auf jeden Fall eine Chance geben.

6/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork:  Netflix

Freitag, 2. Juni 2023

Fast X - Fast & Furious 10 (2023)

https://www.imdb.com/title/tt5433140/

Dominic Toretto (Vin Diesel) ahnt nicht, dass seine Taten, die Jahre zurückliegen, tiefe Spuren bei dem mittlerweile mächtigen Dante (Jason Momoa) hinterlassen haben. Dieser sinnt nun auf Rache und will die ganze Toretto-Familie auseinanderbringen. Es entbrennt eine Rachegeschichte, die alle Mitglieder der Original-Crew, aber auch Deckard Shaw (Jason Statham), Bruder Jakob (John Cena) sowie den Neuzugang Tess (Brie Larson) auf den Plan ruft. Diese haben fortan alle Hände zu tun, um sich gegen den Gegenspieler sowie dessen Gefolgschaft samt Cipher (Charlize Theron) und Aimes (Alan Ritchson) zur Wehr setzen zu können. Da Dom nicht jeden aus der großen Familie beschützen kann und der rachsüchtige Rivale vor nichts zurückschreckt, wird er vor die schwierigste Wahl seines Lebens gestellt: Wen wird er retten?

Nach dem katastrophalen "Fast & Furious 9", der in keiner seiner beiden Fassungen überzeugen konnte, war der nachfolgende Teil "Fast X" bereits durch Vin Diesel angekündigt. Die Filme beschrieb er anfangs noch als "eine letzte Trilogie", bis im Oktober 2020 "Fast & Furious 11" angekündet wurde. Im Stile von Harry Potter sollte der Abschluss der Hauptfilmreihe auf zwei Filme aufgeteilt werden, während weiterhin Spin-Offs möglich seien. Als Regisseur konnte zunächst Justin Lin verpflichtet werden, der zuvor bereits fünf Filme der Reihe inszenierte und gemeinsam mit Dan Mazeau auch das Drehbuch schrieb. Neben Diesel und Lin fungieren Neal H. Moritz, Jeff Kirschenbaum und Samantha Vincent als Produzenten. Die Filmaufnahmen begannen am 20. April 2022 mit Kameramann Stephen F. Windon in London und sollen back-to-back mit denen zu "Fast & Furious 11" erfolgen. Doch kurz nach Drehbeginn wurde bekannt, dass Justin Lin aufgrund kreativer Differenzen fortan nicht mehr als Regisseur des Films tätig sein werde, dem Projekt allerdings als Produzent erhalten bleibe. Hintergrund sollen Meinungsverschiedenheiten mit Hauptdarsteller sowie Produzent Vin Diesel und dessen ständige Einflussnahme auf das Drehbuch gewesen sein. Auch das Vorgehen seitens Universal, einen weiteren Autoren zu engagieren, der die Dialoge überarbeiten sollte, soll Lin missfallen haben. Nach seinem Rückzug wurden die Dreharbeiten vorübergehend unterbrochen, was Mehrkosten von bis zu einer Million US-Dollar je verstrichenem Drehtag für das Filmstudio verursachte. Das gesamte Budget soll gleichzeitig auf über 300 Millionen US-Dollar gestiegen sein. Die Zwangspause, von der die Second Unit nicht betroffen war, wurde letztendlich für die Suche nach einem neuen Regisseur genutzt. Anfang Mai 2022 wurde die Verpflichtung von Louis Leterrier für den Regieposten bekannt, der ebenso das gesamte Drehbuch überarbeitete. Im Juli 2022 erfolgten Filmaufnahmen in Rom, so unter anderem auf der Engelsburg. Dreharbeiten im Stadtviertel Angelino Heights in Los Angeles wurden im Folgemonat von Anwohnerprotesten gegen illegale Straßenrennen begleitet. Und nach dieser dramatischen Geschichte steht der zehnte Teil nun in den Startlöchern.

Doch das "Fast & Furious" Franchise hat seine besten Tage längst hinter sich. Spätestens, als sich die Reihe mit "Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile." sich quasi selbst rebootete und in einen hahnebüchenen Action-Unsinn abdriftete, in dem nahezu alle Protagonisten unverwundbar und mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgerüstet waren, wusste man aber, wohin die Reise gehen würde. Dass es die Macher übertrieben haben, wurde spätestens in "Fast & Furious 9" klar, als die Macher ihre "Drohung" wahr machten und Teile der Crew in einem umgebauten Pontiac Fiero ins All fliegen ließen - wider sämtlicher Physik, Logik oder Hoffnungen der Zuschauer. Zudem darf man von Teil zu Teil verwundert sein, wer denn noch alles zu Dominic Toretto's Familie gehören darf - der fünfte Halbbruder achten Grades wurde offenbar noch gar nicht erwähnt, obwohl er eine essentielle Rolle im Familienleben der Torettos spielte. Wenn man bereit ist, all das zu glauben und, wenn auch unter Kopfschütteln, zu akzeptieren, dann bekommt man einen wilden, blöden Ritt serviert, den man gern konsumiert. Die brüllende, hirnlose und gleichzeitig unbändige Freude von "Fast & Furious 9" weicht nun dem kakophonischen "Fast X", einer ausufernden und überladenen Eröffnungssalve eines geplanten mehrteiligen Finales, das wieder ein wenig mehr auf die Bremse tritt. Gerettet wird es fast im Alleingang durch eine zutiefst schräge und sehr unterhaltsame Bösewicht-Performance von Jason Momoa.

Es war im Jahr 2011, als Hobbs in "Fast Five" Brian und Dom verfolgte, während sie den Safe des Drogenbarons Hernan Reyes durch Rio schleppten. Es war ein entscheidender Moment, in dem die Cartoon-Logik ihren Weg in eine ehemals selbstironische Serie fand, die am besten mit einer Dose Axe-Körperspray-Werbung und einer Spiele-Kopie von "Need For Speed" zusammenpasste. Es birgt eine gewisse Verletzlichkeit und ein gewisses Risiko, wenn man den Ton eines Franchise auf halbem Wege ändert, und nur wenige hätten sich beim Anschauen des Originals von 2001 vorstellen können, dass die "Fast & Furious" Filme dieses Risiko nicht nur eingehen, sondern es auch so erfolgreich in etwas einzigartig Bombastisches verwandeln würden.

Wie es in dieser Reihe üblich ist, enthüllt "Fast X" erneut sehr schlampig, dass Hernans Sohn Dante (Jason Momoa) bei der ganzen Verfolgungsjagd in "Fast Five" tatsächlich anwesend war und, nachdem er gesehen hat, wie das unrechtmäßig erworbene Vermögen seiner Familie zerstört und sein Vater getötet wurde, wieder aufgetaucht ist, um Dom (Vin Diesel) - dem Anführer der weltweit führenden Gruppe von Autodieben/internationalen Spionen - den Krieg zu erklären. Seine Rachemotivation mag klar sein, und "Fast X" unterstreicht seinen Status als Anti-Dom-Typ auf Schritt und Tritt, aber die Art und Weise, wie Dante diese Rache an der Fast Family ausübt, ist so unberechenbar wie Dante selbst. Nur mit Hilfe der Technologie und der Söldnertruppen, die er irgendwie anhäufen kann, ist er in der Lage, etwas zu erreichen. Er will Dom leiden lassen, indem er seine Familie verletzt, aber er ignoriert regelmäßig Gelegenheiten, seine Rache auf eine Art und Weise zu führen, die sich weniger als geduldig sadistisch und mehr als... ineffektiv anfühlt.

Die Lockerheit des Charakters verlangte nach einem Schauspieler, der bereit war, dies in seiner Darstellung auszunutzen, und Jason Momoa kam, sah und siegte. Das muss man ihm lassen. Abgesehen von Dantes Effektivität als Antagonist ist die grenzenlose Chaos-Energie, die Momoa während der gesamten Laufzeit von "Fast X" aufrechterhält, das einzige durchgängig unterhaltsame Element. Man kann es nicht anders sagen: Dante ist ein echter Freak, und Momoa trägt diese Fahne mit Gusto. Es fühlt sich an, als hätte er all diese Filme durchlaufen und parodiert Doms Machogehabe und vorhersehbare Logik auf Schritt und Tritt, sowohl in Doms Gesicht als auch ganz allein. Es sind die privaten Momente, in denen er seinen Ziegenbart zwirbelt, die Dante von den anderen Bösewichten der Serie abheben, und Momoa verdient ein großes Lob dafür, dass er "Fast X" vor dem angekündigten, sicheren Untergang bewahrt hat.

Dom Torretto hingegen fühlt sich an, als würde er nur von einer Grübelei über die Bedeutung der Familie zur nächsten treiben, und Vin Diesel fühlt sich jedes Mal abgehängt, wenn Momoa ihn nicht aktiv dazu zwingt, Dom in eine andere Richtung zu drängen, anstatt das wiederzukauen, was der Zuschauer nicht schon einmal gehört hat.

Keine der unbeholfen inszenierten Verfolgungsjagten von "Fast X" hat auch nur annähernd eine eigene Identität, und das ist eine herbe Enttäuschung für eine Serie, die in der Vergangenheit immer wieder neue und interessante Wege gefunden hat, Fahrzeuge durch Raum und Explosionen zu bewegen. Mehrere Actionszenen wirken wie Wiederholungen früherer Filme - erinnert man sich noch daran, als die beiden Protagonisten in "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" mit einem Hubschrauber Tauziehen spielten? Ja. Nun, jetzt macht Dom das Gleiche mit zwei Hubschraubern. Eskaliert die Situation? Ja. Ist es umwerfend originell? Nein, ist es nicht.

Es ist kein großartiger Vorbote für die Symphonien des motorisierten Chaos, dass sich die Nahkämpfe (insbesondere einer mit Charlize Therons Cipher) wie willkommene Abwechslung anfühlen. Dantes seltsamer frevelhafter Plan, eine Bombe durch Rom zum Vatikan zu rollen, stellt die befriedigendste Actionsequenz dar - was wiederum größtenteils Momoas Unberechenbarkeit zu verdanken ist, und doch bleibt danach eine ganze Menge Film übrig, der den Nervenkitzel nicht weiter steigern kann. Regisseur Louis Leterrier gelingt es nicht, weder den Maximalismus noch das Melodrama der Serie zu zelebrieren, und er lässt "Fast X" in beiden Bereichen ziemlich verwirrt zurück.

Justin Lin, der dieses Mal das Drehbuch schrieb, weiß genau, was einen guten "Fast & Furious"-Film ausmacht. Er hat bei mehreren Regie geführt. Für den neuesten Film hat er sich erneut mit den Darstellern und der Crew zusammengetan, damit diese Filmreihe das tun kann, was sie am besten kann. Er sorgt für kühne Wendungen in der Handlung, knallharte Ernsthaftigkeit und überirdische Action, um ein Kinospektakel zu schaffen, das man unbedingt auf der größten Leinwand und mit dem lautesten Soundsystem sehen muss. Zugegeben, diese Filme weigern sich, sich allzu ernst zu nehmen. Aber was könnten sich Fans dieser hochoktanigen Unterhaltung mehr wünschen?

6,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Posster/Artwork: Universal Pictures
Textauszüge: Wikipedia

Mittwoch, 22. Februar 2023

Malignant (2021)

https://www.imdb.com/title/tt3811906/

Madison (Annabelle Wallis) wurde einst als traumatisiertes Mächen von einer liebevollen Pflegefamilie adoptiert. Als erwachsene Frau wird sie nun von ihrer tragischen Vergangenheit eingeholt, denn Gabriel, ihr vermeintlich imaginärer bester Freund aus Kindheitstagen, scheint sehr wohl zu existieren. Allerdings verfolgt ihr einstiger Wegbegleiter keineswegs gute Absichten, sondern reißt Madison vielmehr mit in einen dunklen Strudel hinab: Gabriel begeht nämlich eine Reihe brutaler Morde, die Madison aufgrund ihrer besonderen Verbindung zu ihm mitansieht, als wäre sie live selbst mit dabei. Aber geschehen die Taten wirklich oder existieren die blutigen Vorfälle nur in ihren Gedanken? Die Grenze zwischen Wahrheit und Einbildung sind längst verschwommen... 

James Wan. Mit "Saw" machte er das Terror-Kino der 70er Jahre wieder populär, mit "Insidious" und "Conjuring" verhalft er dem altmodischen Spuk-Grusel zu einem Comeback. Nebenbei führte er auch mal bei "Fast & Furious 7", sowie bei "Aquaman" Regie, was deutlich zeigen dürfte, dass Wan nicht auf ein Genre festgefahren, sondern vielschichtig ist. Schön ist dabei jedoch, dass er den Finger trotzdem nicht vom Horror-Stoff lassen kann und bei "Malignant" konnte er sich offenbar richtig austoben - was ihm allerdings auch geteilte Kritiken einbrachte. Während einige eine überraschende Meisterleistung in diesem Werk sahen, empfanden andere ihn als albern. Letzteres ist verständlich, denn "Malignant" macht wirklich keinen Spaß, wenn man die Wendungen einmal kennt. Am Anfang wirkt alles noch sehr nach einem normalen Geisterspuk-Filmchen, doch schon bald gesellen sich weitere Elemente der verschiedenen Subgenre hinzu und obwohl man sich irgendwann den finalen Twist denken kann, überrascht Wan mit einem selbst für seine Verhältnisse äußerst blutigem und überbordendem Finale. Dass das alles nicht immer logisch zusammenpasst - drauf gepfiffen. Wan schafft es nämlich, einer recht bekannte Geschichte eine originelle Umsetzung zu verpassen. 

Sowieso ist es vor allen Dingen die visuelle Umsetzung, die aus "Malignant" etwas Besonderes macht. Hat man schon viele Filme von Wan gesehen, kennt man seine Stil-Mittel, die man auch hier serviert bekommt. Sehr einprägsam sind da immer diese Kamerafahrten. Trotzdem kopiert sich der Regisseur nicht einfach selbst, sondern bedient seine Markenzeichen gekonnt. So erhält man leichte Haunted-House-Elemente, aber auch Slasher-Motive. Eine verzerrte Stimme ist vorhanden, auch gruseliges Ambiente wird geboten. Das ist zwar niemals so richtig unheimlich, aber darum geht es dem Werk im Endeffekt ja auch gar nicht. In der stilsicheren Art und Weise, wie Wan sein Finale zelebriert, macht es einen reichlich spaßigen Eindruck. Wenn dann plötzlich die Action dominiert und noch reichlich gesplattert wird, wirkt das irgendwie dermaßen unpassend, dass es schon wieder cool ist. Denn obwohl man es bei "Malignant" mit einem Mainstream-Horrorfilm zu tun hat, pfeift der Film auf jegliche Konventionen. 

Unterm Stich sind die 110 Minuten Laufzeit zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das Geschehen verändert sich stetig und zögert nicht zu lange. Die größte Spannung kommt zwar nicht auf, aber es gibt genügend stark gemachte Szenen, um stetig am Ball bleiben zu wollen. Hinzu gesellen sich solide Darsteller. Annabelle Wallis hat als einzige mehr zu tun, was sie souverän erledigt, aber auch alle anderen gehen völlig in Ordnung. Mit einer ausgeprägten Figurenzeichnung braucht man hier nicht zu rechnen, denn es stehen andere Dinge im Fokus. Doch alleine die optische Gestaltung des Killers gegen Ende ist eigenständig genug, um hier von Originalität sprechen zu können. Abgerundet wird das Ganze von einer gesunden Härte und einem gelungenen, treibenden Score, der stellenweise sofort das Nostalgie-Herz berührt.

7/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Bullet Train (2022)

https://www.imdb.com/title/tt12593682/

Bullet Train: So wird der Shinkansen-Zug auf der Strecke Tokio - Kyōto auch genannt, da er mit unglaublichen 320 Kilometern pro Stunde und ohne Zwischenstopp zwischen den beiden Städten hin und her rast. Aussteigen unmöglich. An Bord des Shinkansen ist auch Ladybug (Brad Pitt), ein vom Pech verfolgter Auftragskiller, der im Hochgeschwindigkeitszug sein nächstes Opfer erledigen soll. Nach einigen Rückschlägen für Ladybug muss dieses Mal einfach alles gut gehen. Doch auch dieser Auftrag wird nicht einfach, denn mit Tangerine (Aaron Taylor-Johnson), Prince (Joey King), Hornet (Zazie Beetz), Lemon (Brian Tyree Henry) und Kimura (Andrew Koji) sind noch fünf weitere Auftragskiller an Bord. Erstaunlicherweise haben es nicht alle auf die gleiche Zielperson abgesehen - und doch scheinen ihre Aufträge miteinander verbunden. Natürlich kommen sich die eiskalten Auftragsmörder in die Quere und im Hochgeschwindigkeitszug entbrennt ein chaotischer Kampf auf Leben und Tod.  

"Bullet Train" ist ein wunderbar leichtfüßiger Actioner, dessen Trailer allein schon Lust auf den Film machte. Die erste Assoziation ist mit Sicherheit "John Wick", mit einem Shinkansen (japanischer Name des Streckennetzes japanischer Hochgeschwindigkeitszüge) voller Assassinen und auch sonst reichlich sonderbaren, wie interessanten Gestalten. Man merkt auch schnell das Regisseur David Leitch am ersten "John Wick" beteiligt war, sowie "Deadpool 2", "Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw" und "Atomic Blonde" gemacht hat. Sein Faible für ausgefallene Charaktere und interessanten Setpieces kommt hier erneut zum Tragen. Und "Bullet Train" hat, wie auch bei den oben genannten Beispielen, irgendwie und irgendwo das gewisse Extra, was ihn so gut macht.

Japan als Schauplatz bietet sich bei diesem Spektakel wunderbar an. Das Überdrehte wird hier einfach als gegeben genommen und so macht es auch nichts aus, wenn mal etwas über die Stränge geschlagen wird und Actionszenen serviert werden, die jedweder Logik (und Physis der Hauptdarsteller) trotzden. Auch die Geschichte um den 'White Death' und die Yakuza ist gut gelungen und gerade bildlich sehr beeindruckend. Zudem geht der Film toll mit seinen verschiedenen Charakteren um, gibt ihnen genügend Raum sich zu entwickeln, zeigt ihre Vergangenhiet und Verbindungen oder baut sie glorreich auf - nur um sie gleich wieder sterben zu lassen. Man bekommt an vielen Stellen den gewissen "Kill Bill" oder eben auch "John Wick"-Flair, der einfach immer noch wunderbar fnktioniert - was den Machern sehr wohl bewusst ist. Dabei ist es in "Bullet Train" jedoch toll, das die Charaktere auch komplett überspitzt werden und die Autoren, der Regisseur und vor allem auch die Schauspieler sichtlich Spaß dabei haben.

Allen voran der Protagonist 'Ladybug', der als Ersatz für einen 'Carver' (dessn Identität ein herrliches Cameo ist) eigentlich gar kein Bock auf die ganze Sache hat und scheinbar vom Pech verfolgt ist. Brad Pitt spielt diese Rolle mit Brillanz und der gewisse Hobo-Look steht ihm auch noch. Mehr beeindruckt dann aber tatsächlich das "Zwillingspaar" (das offensichtlich nicht einmal miteinander verwandt ist). Gerade Aaron Taylor-Johnson hat man hier gar nicht so auf dem Radar, doch das ändert sich mit diesem Film. Die Dynamiken zwischen den Lemon und Tangerine (so ihre Decknamen) sind einfach herrlich, mit stetigen Verweise auf die Kinderfilmserie "Thomas, die kleine Lokomotive" als Blaupause für Persönlichkeiten, die überraschend akkurat sind. Dynamiken ist auch ein gutes Stichwort, denn durch den Film hindurch ist das eigentlich das Interessanteste, in den ständig wandelnden Situationen und neuen Erkenntnissen. Hier hilft halt einfach das starke Drehbuch, das nicht nur toll die Charaktere zeichnet, sondern auch die Geschichte in diesen doch limitierten Raum kohärent und spaßig vorantreibt.

Und egal wie wahnwitzig es im Laufe dieser Zugfahrt wird, der Ton passt doch immer und die willentliche Auseinadersetzung des Zuschauers mit dem irren Dargebotenen bleibt immer erhalten. Es findet sogar eine richtige Charakterentwicklung statt, was man von einem Film dieses Genres auch nicht unbedingt erwarten würde. Das Mysterium, um was es eigentlich geht, wer gerade wo ist und was vor hat, ist auch richtig toll gemacht. Charaktere werden beim Namen genannt, spannend aufgebaut und tauchen dann teilweise relativ spät im Film auf - dann aber mit genügend Wucht und Gravitas. 

"Bullet Train" hat unterm Strich viele gute Zutaten. Leider auch einen klitzekleinen Wermutstropfen, denn das Pacing zieht sich manchmal und irgendwie fehlt dann am Ende doch ein schönes Schleifchen um die ganze Geschichte und ihre Charaktere. Aber das soll eigentlich keine Kritik sein, denn "Bullet Train" zu ritisieren, kommt einem irgendwie falsch vor. Denn was "Bullet Train" letztlich schafft, ist einfach perfekt über seine gesamte Laufzeit zu unterhalten. Hier pasen Humor, Action, Setting, Darsteller - da kann man nicht meckern. Vor allem nicht als Ationfilmfan.

8,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Sony Pictures

Dienstag, 1. Februar 2022

Balle Perdue - Lost Bullet - Verirrte Kugel (2020)

https://www.imdb.com/title/tt10456740/

Lino (Alban Lenoir) ist ein erstklassiger Automechaniker und setzt seine Talente vor allem dafür ein, krumme Dinger zu drehen. Als eines Tages bei einem seiner Coups etwas schiefgeht, wird Lino verhaftet. Der Chef einer auf Drogen spezialisierten Ermittlungseinheit bietet ihm einen Deal an, der ihn vor dem Gefängnis bewahren würde - und Lino geht drauf ein. Neun Monate später hat sich Lino mehr als nur bewährt. Doch dann wird er fälschlicherweise des Mordes beschuldigt. Er hat keine andere Wahl, als den einzigen Beweis für seine Unschuld zu finden: die Kugel, mit der der Mord begangen wurde und die nun in einem verschwundenen Auto steckt. 

Ein B-Movie mit klarer, flüssiger Kinematographie und anmutig-brutalen Stil. Im Grunde besteht die Hälfte des Films nur aus Auto-Verfolgungsjagden und knallharten Kämpfen, bei denen man die knochen brechen hören kann. Das alles ist nicht so aufwändig wie bei den neueren "Fast & Furious"-Filmen, dafür aber auch nicht so furchtbar mit CGI verseucht. Hier gibt es hervorragende Stuntarbeit bei den harten MMA-Kämpfen und Fahrzeugverschrottungen zu sehen. Der Held schweigt und grübelt, die Bösewichte sind generisch. Die effektiv-einfache Handlung um kriminelle Drogenkuriere und korrupte Bullen stösst dabei eine beträchtlichen Menge an Genreklischees aus, doch egal, die Action stimmt und unterhält.

6,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork:  Netflix

Freitag, 19. November 2021

F9 - Fast & Furious 9 (Director's Cut) (2021)

https://www.imdb.com/title/tt5433138/

Dominic Toretto (Vin Diesel) hat immer großen Wert auf die „Familie“ um seine Frau Letty (Michelle Rodriguez), ihren gemeinsamen Sohn Sohn Brian, seiner Schwester Mia (Jordana Brewster) und seine Mitstreiter Roman (Tyrese Gibson) und Tej (Ludacris) gelegt. Als dann allerdings plötzlich ein weiterer Blutsverwandter von Dom auf der Bildfläche erscheint, sieht das etwas anders aus. Doms und Mias verschollener Bruder Jakob (John Cena), ein tödlicher Killer und Dieb, will mit Dom eine Rechnung begleichen und tut sich dafür mit der Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) zusammen. Dom steht vor seiner wohl größten Herausforderung. Da kommt es ihm gerade recht, dass er unverhoffte Unterstützung von seinem totgeglaubten Freund Han (Sung Kang) bekommt, der den Anschlag auf sein Leben offenbar doch überlebt hat. Dom muss sich nun den Sünden seiner Vergangenheit stellen und sich mit seiner Crew zusammenschließen, um die Weltverschwörung zu stoppen, die von Jakob und Cipher angeführt wird.

Seit "Fast Five" hat man im Heimkino stets noch eine längere Fassung nachgelegt. Auffällig war dabei schon, dass diese mit jedem weiteren Teil weniger spannend war. Besonders in Teil 5 wurden noch etliche Zensuren für das PG-13-Rating im Extended Cut wieder rückgängig gemacht. Bei Teil 6 und Teil 7 waren solche Änderungen auch noch festzustellen, nahmen aber mengenmäßig immer mehr ab. Teil 8 hatte dann zwar den bislang größten Laufzeitunterschied, fügte dabei aber nur recht eindeutig aus Straffungsgründen entfernte Handlungsszenen und eher belanglose Action-Kleinigkeiten wieder ein. Teil 9 setzt nun auch in dieser Hinsicht noch einen drauf.

Der Director's Cut wurde vorab vor allem mit seinen "spektakulären Action-Erweiterungen" beworben, die Regisseur Justin Lin "sorgfältig ausgewählt" hätte. Weitere bedeutungsschwere Szenen mit den meistgeliebten Charakteren wurden angepriesen. Alles eher heiße Luft. Die zusätzlichen Fitzelchen mit dem Armadillo Truck im Finale sind quasi nicht weiter der Rede wert und dienen vorwiegend als weitere Beispiele der Verwunderung, dass ein Film mit derartiger Budget-Dimension tricktechnisch auf derart niedrigem Niveau umgesetzt wird. Tej und Ramsey liefern sich nun noch mehr Wortgefechte, die weder besonders witzig noch originell sind. Die familiären Bindungen zwischen Dom, Jakob und Mia bekommen ohne Frage mehr Raum, aber mehr Tiefe geht damit nicht einher. Zu guter Letzt wäre da noch der um knapp 10 Sekunden erweiterte Gastauftritt von Cardi B, was sich in seiner Belanglosigkeit perfekt ins Marketing-Konzept für das Zielpublikum einfügt. Alles in allem: Wer dem Franchise immer noch etwas abgewinnen kann, bekommt mit der längeren Schnittfassung vielleicht schon den ein der anderen, kleinen Mehrwert. Man hat hier quasi nur noch die Qual der Wahl und bekommt immerhin keinen grundlegend anderen Film und schon gar keinen besseren Film zu sehen.

4,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Textauszüge: schnittberichte.com

Mittwoch, 11. August 2021

F9 - Fast & Furious 9 (2021)

https://www.imdb.com/title/tt5433138/

Dominic Toretto (Vin Diesel) hat immer großen Wert auf die „Familie“ um seine Frau Letty (Michelle Rodriguez), ihren gemeinsamen Sohn Sohn Brian, seiner Schwester Mia (Jordana Brewster) und seine Mitstreiter Roman (Tyrese Gibson) und Tej (Ludacris) gelegt. Als dann allerdings plötzlich ein weiterer Blutsverwandter von Dom auf der Bildfläche erscheint, sieht das etwas anders aus. Doms und Mias verschollener Bruder Jakob (John Cena), ein tödlicher Killer und Dieb, will mit Dom eine Rechnung begleichen und tut sich dafür mit der Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) zusammen. Dom steht vor seiner wohl größten Herausforderung. Da kommt es ihm gerade recht, dass er unverhoffte Unterstützung von seinem totgeglaubten Freund Han (Sung Kang) bekommt, der den Anschlag auf sein Leben offenbar doch überlebt hat. Dom muss sich nun den Sünden seiner Vergangenheit stellen und sich mit seiner Crew zusammenschließen, um die Weltverschwörung zu stoppen, die von Jakob und Cipher angeführt wird. 

Bereits mit dem siebten Teil deutete sich an, dass im "Fast & Furious"-Franchise eine Richtung eingeschlagen wird, die nichts Gutes verheißen sollte. Allein wenn man den Film "The Fast And The Furious" mit dem mittlerweile neunten Teil dieser Reihe vergleicht, muss unweigerlich die Frage aufkommen, was da in der Zwischenzeit passiert ist. Wie wurde aus dem vergleichsweise ernsten Hochgeschwindigkeitsabenteuer von 2001 dieser trashige "Mission Impossible"-Abklatsch? Das Herz der Reihe ist längst verloren gegangen, illegale Rennen und die Liebe zum rassigen (getunten) Sportwagen spielen kaum noch eine Rolle, stattdessen gibt es peinlichen Technikblödsinn und in jedem Film eine neues, brandgefährliches Eliteteam, dass die Welt mit irgendeiner Superwaffe ins Chaos stüzen will und natürlich nur von Dominic Toretto und seinen Leuten aufgehalten werden kann. Anfangs, in Teil 6, als dieser Weg eingeschlagen wurde, war das als kleiner Ausflug noch interessant, inzwischen ist dieser aufwendige Agentenfilm-Edeltrash nur noch peinlich und passt gar nicht zu dem, für was die Filme mal standen.

Dass dieser Blödsinn trotzdem immer noch ganz anständig unterhält, liegt freilich an der hemmungslos übertriebenen Action und dem gehörigen Maß an Nostalgie, wenn immer wieder alte Weggefährten auftauchen. Dieser Synergieeffekt rettet an der Stelle viel von dem, was das idiotische Drehbuch vernichtet. Mias Rückkehr war überfällig und Hans Wiederauferstehung mag völlig unglaubwürdig sein - ein Faktor, der inzwischen eigentlich völlig vernachlässigt werden kann - doch er hat der Reihe gefehlt. Auch Lucas Black mischt wieder mit, wenngleich sich durchaus die Frage stellt, wie er vom Drift King von Tokyo zum Raketenbauer in Köln werden könnte, aber dieses Fragespiel sollte man hier nicht spielen, denn die Kopfschmerzen könnten mörderisch sein. Warum Charlize Therons Cipher sich aus irgendeinem Grund die Haare von einem Fünfjährigen hat schneiden lassen, wäre aber schon interessant zu wissen. Cena als Doms Bruder Jakob ist gar nicht so übel, das gleiche beschränkte Talent wie Diesel und sogar eine ähnlich ausdruckslose Mimik - die Beiden könnten tatsächlich Brüder sein. Trotzdem stiehlt er Diesel in jeder gemeinsamen Szene die Show - und das will schon etwas heißen. Die in Rückblenden erzählte Geschichte zum Tod von Vater Toretto, die eigentlich nur im ersten Film mal kurz anklingt, ist hingegen ganz anständig erzählt - ganz im Gegensatz zum Rest. By the way: Die gewählten Jungschauspieler - ach naja.

So rumpelt sich die sympathische Truppe durch eine katastrophale Story und gibt sich gar nicht mehr die Mühe den ganzen Quatsch tatsächlich noch ernst zu nehmen. Es tut dem Film durchaus gut, dass das Maß an Selbstironie und Gags nach oben geschraubt wurde. "So lang wir uns an die Gesetze der Physik halten, kann uns nichts passieren. Okay?" Der Satz fällt ernsthaft durch Tej in einer Szene, in der er und Roman mit umgebauten Taucheranzügen in einem modifzierten Pontiac Fiero mit Raketenantrieb ins All fliegen, um einen Satelliten zu sabotieren. Auch Romans Fragen wie "Wieso leben wir eigentlich noch?" sind längst überfällig gewesen. Denn das ist die eigentliche Frage hinter diesem Unsinn. Doch das zeugt immerhin von Humor. Dennoch ist gerade die Weltall-Szene selbst für "Fast & Furious"-Verhältnisse so absurd dämlich, dass auch das unverholene Augenzwinkern dabei diese Peinlichkeit nicht ausgleichen kann. Wenn die Physik in diesen Filmen auch nur im Ansatz eine Rolle spielen würde, wären ausnahmslos alle Protagonisten aus der Reihe schon längst tot. Das Herumspielen mit den Elektromagneten ist ziemlich spaßig - wenn auch unheilbar unlogisch. Die sich daraus ergebenden Actionszenen sehen richtig nett aus, da fliegen die Trümmer und die Autos wie mit der Cheat-Engine in GTA.

Richtig böse kann man also dem Film nicht sein, obwohl das nächste Mal vielleicht ein paar Schimpansen weniger am Drehbuch mitarbeiten sollten. Die Reihe hat sich mit ihrem ständigen Bestreben immer noch einen draufsetzen zu wollen in eine Sackgasse manövriert, aus der sie durch allerhand Absurditäten zu entkommen versucht. Vielleicht wäre es besser, jetzt, wo die Saga so langsam auf die Zielgerade einbiegt, mal wieder etwas runter zu kommen und zurückzukehren zu den Wurzeln. Wieder echte Straßenrennen mit schicken Karossen und die Weltrettung Ethan Hunt und Co. überlassen. Aber dies wird wohl ein Wunsch bleiben. Die letzte Szene, wenn der Skyline in Doms Einfahrt einbiegt und völlig klar ist, wer darin sitzt, holt immerhin noch einen Sympathiepunkt extra raus. Und die Mid-Credit-Sequenz verspricht für den zehnten Teil immehrin die Rückkehr von Jason Statham als Deckard Shaw.

4,5/10 

Anmerkung: Wenn die Macher die Chance verstreichen lassen, und den nächsten Film nicht "Fast10 Your Seatbelts!" nennen, könnte man der Reihe angesichts der Entwicklung nachträglich tatsächlich doch noch böse werden.

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures