Posts für Suchanfrage Fast Furious werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Fast Furious werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Juni 2023

Fast X - Fast & Furious 10 (2023)

https://www.imdb.com/title/tt5433140/

Dominic Toretto (Vin Diesel) ahnt nicht, dass seine Taten, die Jahre zurückliegen, tiefe Spuren bei dem mittlerweile mächtigen Dante (Jason Momoa) hinterlassen haben. Dieser sinnt nun auf Rache und will die ganze Toretto-Familie auseinanderbringen. Es entbrennt eine Rachegeschichte, die alle Mitglieder der Original-Crew, aber auch Deckard Shaw (Jason Statham), Bruder Jakob (John Cena) sowie den Neuzugang Tess (Brie Larson) auf den Plan ruft. Diese haben fortan alle Hände zu tun, um sich gegen den Gegenspieler sowie dessen Gefolgschaft samt Cipher (Charlize Theron) und Aimes (Alan Ritchson) zur Wehr setzen zu können. Da Dom nicht jeden aus der großen Familie beschützen kann und der rachsüchtige Rivale vor nichts zurückschreckt, wird er vor die schwierigste Wahl seines Lebens gestellt: Wen wird er retten?

Nach dem katastrophalen "Fast & Furious 9", der in keiner seiner beiden Fassungen überzeugen konnte, war der nachfolgende Teil "Fast X" bereits durch Vin Diesel angekündigt. Die Filme beschrieb er anfangs noch als "eine letzte Trilogie", bis im Oktober 2020 "Fast & Furious 11" angekündet wurde. Im Stile von Harry Potter sollte der Abschluss der Hauptfilmreihe auf zwei Filme aufgeteilt werden, während weiterhin Spin-Offs möglich seien. Als Regisseur konnte zunächst Justin Lin verpflichtet werden, der zuvor bereits fünf Filme der Reihe inszenierte und gemeinsam mit Dan Mazeau auch das Drehbuch schrieb. Neben Diesel und Lin fungieren Neal H. Moritz, Jeff Kirschenbaum und Samantha Vincent als Produzenten. Die Filmaufnahmen begannen am 20. April 2022 mit Kameramann Stephen F. Windon in London und sollen back-to-back mit denen zu "Fast & Furious 11" erfolgen. Doch kurz nach Drehbeginn wurde bekannt, dass Justin Lin aufgrund kreativer Differenzen fortan nicht mehr als Regisseur des Films tätig sein werde, dem Projekt allerdings als Produzent erhalten bleibe. Hintergrund sollen Meinungsverschiedenheiten mit Hauptdarsteller sowie Produzent Vin Diesel und dessen ständige Einflussnahme auf das Drehbuch gewesen sein. Auch das Vorgehen seitens Universal, einen weiteren Autoren zu engagieren, der die Dialoge überarbeiten sollte, soll Lin missfallen haben. Nach seinem Rückzug wurden die Dreharbeiten vorübergehend unterbrochen, was Mehrkosten von bis zu einer Million US-Dollar je verstrichenem Drehtag für das Filmstudio verursachte. Das gesamte Budget soll gleichzeitig auf über 300 Millionen US-Dollar gestiegen sein. Die Zwangspause, von der die Second Unit nicht betroffen war, wurde letztendlich für die Suche nach einem neuen Regisseur genutzt. Anfang Mai 2022 wurde die Verpflichtung von Louis Leterrier für den Regieposten bekannt, der ebenso das gesamte Drehbuch überarbeitete. Im Juli 2022 erfolgten Filmaufnahmen in Rom, so unter anderem auf der Engelsburg. Dreharbeiten im Stadtviertel Angelino Heights in Los Angeles wurden im Folgemonat von Anwohnerprotesten gegen illegale Straßenrennen begleitet. Und nach dieser dramatischen Geschichte steht der zehnte Teil nun in den Startlöchern.

Doch das "Fast & Furious" Franchise hat seine besten Tage längst hinter sich. Spätestens, als sich die Reihe mit "Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile." sich quasi selbst rebootete und in einen hahnebüchenen Action-Unsinn abdriftete, in dem nahezu alle Protagonisten unverwundbar und mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgerüstet waren, wusste man aber, wohin die Reise gehen würde. Dass es die Macher übertrieben haben, wurde spätestens in "Fast & Furious 9" klar, als die Macher ihre "Drohung" wahr machten und Teile der Crew in einem umgebauten Pontiac Fiero ins All fliegen ließen - wider sämtlicher Physik, Logik oder Hoffnungen der Zuschauer. Zudem darf man von Teil zu Teil verwundert sein, wer denn noch alles zu Dominic Toretto's Familie gehören darf - der fünfte Halbbruder achten Grades wurde offenbar noch gar nicht erwähnt, obwohl er eine essentielle Rolle im Familienleben der Torettos spielte. Wenn man bereit ist, all das zu glauben und, wenn auch unter Kopfschütteln, zu akzeptieren, dann bekommt man einen wilden, blöden Ritt serviert, den man gern konsumiert. Die brüllende, hirnlose und gleichzeitig unbändige Freude von "Fast & Furious 9" weicht nun dem kakophonischen "Fast X", einer ausufernden und überladenen Eröffnungssalve eines geplanten mehrteiligen Finales, das wieder ein wenig mehr auf die Bremse tritt. Gerettet wird es fast im Alleingang durch eine zutiefst schräge und sehr unterhaltsame Bösewicht-Performance von Jason Momoa.

Es war im Jahr 2011, als Hobbs in "Fast Five" Brian und Dom verfolgte, während sie den Safe des Drogenbarons Hernan Reyes durch Rio schleppten. Es war ein entscheidender Moment, in dem die Cartoon-Logik ihren Weg in eine ehemals selbstironische Serie fand, die am besten mit einer Dose Axe-Körperspray-Werbung und einer Spiele-Kopie von "Need For Speed" zusammenpasste. Es birgt eine gewisse Verletzlichkeit und ein gewisses Risiko, wenn man den Ton eines Franchise auf halbem Wege ändert, und nur wenige hätten sich beim Anschauen des Originals von 2001 vorstellen können, dass die "Fast & Furious" Filme dieses Risiko nicht nur eingehen, sondern es auch so erfolgreich in etwas einzigartig Bombastisches verwandeln würden.

Wie es in dieser Reihe üblich ist, enthüllt "Fast X" erneut sehr schlampig, dass Hernans Sohn Dante (Jason Momoa) bei der ganzen Verfolgungsjagd in "Fast Five" tatsächlich anwesend war und, nachdem er gesehen hat, wie das unrechtmäßig erworbene Vermögen seiner Familie zerstört und sein Vater getötet wurde, wieder aufgetaucht ist, um Dom (Vin Diesel) - dem Anführer der weltweit führenden Gruppe von Autodieben/internationalen Spionen - den Krieg zu erklären. Seine Rachemotivation mag klar sein, und "Fast X" unterstreicht seinen Status als Anti-Dom-Typ auf Schritt und Tritt, aber die Art und Weise, wie Dante diese Rache an der Fast Family ausübt, ist so unberechenbar wie Dante selbst. Nur mit Hilfe der Technologie und der Söldnertruppen, die er irgendwie anhäufen kann, ist er in der Lage, etwas zu erreichen. Er will Dom leiden lassen, indem er seine Familie verletzt, aber er ignoriert regelmäßig Gelegenheiten, seine Rache auf eine Art und Weise zu führen, die sich weniger als geduldig sadistisch und mehr als... ineffektiv anfühlt.

Die Lockerheit des Charakters verlangte nach einem Schauspieler, der bereit war, dies in seiner Darstellung auszunutzen, und Jason Momoa kam, sah und siegte. Das muss man ihm lassen. Abgesehen von Dantes Effektivität als Antagonist ist die grenzenlose Chaos-Energie, die Momoa während der gesamten Laufzeit von "Fast X" aufrechterhält, das einzige durchgängig unterhaltsame Element. Man kann es nicht anders sagen: Dante ist ein echter Freak, und Momoa trägt diese Fahne mit Gusto. Es fühlt sich an, als hätte er all diese Filme durchlaufen und parodiert Doms Machogehabe und vorhersehbare Logik auf Schritt und Tritt, sowohl in Doms Gesicht als auch ganz allein. Es sind die privaten Momente, in denen er seinen Ziegenbart zwirbelt, die Dante von den anderen Bösewichten der Serie abheben, und Momoa verdient ein großes Lob dafür, dass er "Fast X" vor dem angekündigten, sicheren Untergang bewahrt hat.

Dom Torretto hingegen fühlt sich an, als würde er nur von einer Grübelei über die Bedeutung der Familie zur nächsten treiben, und Vin Diesel fühlt sich jedes Mal abgehängt, wenn Momoa ihn nicht aktiv dazu zwingt, Dom in eine andere Richtung zu drängen, anstatt das wiederzukauen, was der Zuschauer nicht schon einmal gehört hat.

Keine der unbeholfen inszenierten Verfolgungsjagten von "Fast X" hat auch nur annähernd eine eigene Identität, und das ist eine herbe Enttäuschung für eine Serie, die in der Vergangenheit immer wieder neue und interessante Wege gefunden hat, Fahrzeuge durch Raum und Explosionen zu bewegen. Mehrere Actionszenen wirken wie Wiederholungen früherer Filme - erinnert man sich noch daran, als die beiden Protagonisten in "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" mit einem Hubschrauber Tauziehen spielten? Ja. Nun, jetzt macht Dom das Gleiche mit zwei Hubschraubern. Eskaliert die Situation? Ja. Ist es umwerfend originell? Nein, ist es nicht.

Es ist kein großartiger Vorbote für die Symphonien des motorisierten Chaos, dass sich die Nahkämpfe (insbesondere einer mit Charlize Therons Cipher) wie willkommene Abwechslung anfühlen. Dantes seltsamer frevelhafter Plan, eine Bombe durch Rom zum Vatikan zu rollen, stellt die befriedigendste Actionsequenz dar - was wiederum größtenteils Momoas Unberechenbarkeit zu verdanken ist, und doch bleibt danach eine ganze Menge Film übrig, der den Nervenkitzel nicht weiter steigern kann. Regisseur Louis Leterrier gelingt es nicht, weder den Maximalismus noch das Melodrama der Serie zu zelebrieren, und er lässt "Fast X" in beiden Bereichen ziemlich verwirrt zurück.

Justin Lin, der dieses Mal das Drehbuch schrieb, weiß genau, was einen guten "Fast & Furious"-Film ausmacht. Er hat bei mehreren Regie geführt. Für den neuesten Film hat er sich erneut mit den Darstellern und der Crew zusammengetan, damit diese Filmreihe das tun kann, was sie am besten kann. Er sorgt für kühne Wendungen in der Handlung, knallharte Ernsthaftigkeit und überirdische Action, um ein Kinospektakel zu schaffen, das man unbedingt auf der größten Leinwand und mit dem lautesten Soundsystem sehen muss. Zugegeben, diese Filme weigern sich, sich allzu ernst zu nehmen. Aber was könnten sich Fans dieser hochoktanigen Unterhaltung mehr wünschen?

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Posster/Artwork: Universal Pictures
Textauszüge: Wikipedia

Mittwoch, 12. April 2017

The Fate Of The Furious - Fast & Furious 8 (2017)

http://www.imdb.com/title/tt4630562/

Können Dom (Vin Diesel) und seine Freunde, die er Familie nennt, endlich ein normales Leben haben? Nach dem Rückzug von Brian und Mia hat er sich mit Letty (Michelle Rodriguez) in die Flitterwochen verabschiedet und die restliche Crew ist von allen Vergehen aus der Vergangenheit freigesprochen worden. Doch dann taucht die mysteriöse Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) auf, verführt Dom und macht ihn zu ihrem Partner bei einer Reihe von Verbrechen. Mr. Nobody (Kurt Russell) bittet die Gang um Letty, Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris) und Co., zu helfen. Gemeinsam mit Hobbs (Dwayne Johnson), der wegen Doms Verrat im Knast sitzt, und Todfeind Deckard Shaw (Jason Statham) müssen sie bei einer Jagd rund um den Globus eine Anarchistin stoppen, die Chaos in die Welt bringen will. Und wichtiger: Sie müssen den Mann nach Hause holen, der sie zu einer Familie machte...

Hätte 2001 einer behauptet, dass der Film "The Fast And The Furious" den Auftakt zu einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten bilden würde, man hätte denjenigen nur müde belächelt. Aber die Macher hinter dem furiosen Team haben etwas geschafft, was viele für unmöglich gehalten haben und noch dazu innerhalb einer Reihe nahezu völlig aussichtslos ist: sie haben die Reihe nach einem eher mäßigen zweiten und hundsmiserablen dritten Teil rigoros revolutioniert, ein Quasi-Remake in die Bahn geworfen, die Richtung justiert und damit spätestens mit "Fast Five" Actionkino vom Allerfeinsten geschaffen. Im mittlerweile achten Segment der adrenalingeladenen Filmreihe, die seit 15 Jahren in den unterschiedlichsten Ausführungen auf der großen Leinwand für eine ständige Überschreitung des Tempolimits sorgt, sind Verrat, Vertrauen und Versöhnung die drei Schlüsselworte. Noch größer, noch schneller, noch lauter: "The Fate Of The Furious" ist eine überaus angemessene Fortsetzung nach dem emotionalen Gipfel vor zwei Jahren.

Dank Regisseur F. Gary Gray auf dem Regiestuhl wirkt der neue Film auch wesentlich kompakter, konzentrierter und katalytischer. Der Vorgänger hatte natürlich nicht nur mit James Wans Unerfahrenheit im Actiongenre zu kämpfen, sondern auch mit dem Unfalltod Paul Walker, der den Film überschattete und ihn quasi zwangsläufig zu einem Requiem machte. Dieser tragische Verlust prägte und veränderte die Reihe wie kaum ein anderes Ereignis sowohl im erzählerischen Rahmen als auch dem äußerlichen als Filmproduktion. So treten die "Fast & Furious"-Filme mittlerweile mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein für das alles bezwingende Konstrukt der Familie auf, das seit dem Beginn immer im Hintergrund mitgeschwungen ist, ehe es sich in den vergangenen Jahren zur treibenden Kraft hinter den aufregenden Abenteuern entwickelte. In einer Welt, in der jedes Problem mit schnellen Autos gelöst werden kann, selbst wenn es sich dabei um eine globale Bedrohung handelt, gibt es nichts, das für Toretto wichtiger ist als seine Familie. Auf dem Teaser-Poster von "The Fate Of The Furious" steht nun allerdings "Family No More" und das ultimative, geradezu unantastbare Bündnis befindet in Gefahr. Was ist also seit dem letzten Finale passiert, in dem sich unsere Helden in einer unfassbar hoffnungsvollen Sequenz in den Sonnenuntergang verabschiedeten? Drehbuchautor Chris Morgan, der das Franchise seit "Tokyo Drift" begleitet, hat eine passende Antwort darauf gefunden.

Anfänglich kehrt "Fast & Furious 8" allerdings zu seinen Wurzeln zurück und verliert sich unter der heißen Sonne Kubas in der dröhnenden Adrenalinfantasie eines illegalen und höchst unrealistischen Straßenrennens. Ein Streit ist Auslöser für einen Wettkampf, bei dem es nicht bloß um Autos, sondern (wie üblich) vor allem Respekt und Anerkennung geht. Obwohl all die Figuren, die in dieser Szene auftauchen, auf den ersten Blick nicht einmal ansatzweise so viel Tiefe versprühen wie die große Klappe, hinter der sie sich verstecken, weiß Chris Morgan hier bereits bestens, was das Herz der Reihe ist. Hier gehören Macho-Sprüche zur Tagesordnung, doch gleichzeitig bewegt sich der Film nie auf einem herablassenden Level, sondern erkennt in Aufeinandertreffen der verschiedenen Egos ein eine große Spielwiese, um das Ensemble dynamisch, und beinahe Kumpelhaft-liebevoll interagieren zu lassen. So wird aus dem anfänglichen Spaß (etwas zu schnell) schnell ein Familiendrama epischen Ausmaßes, ganz den Regeln der eigenen Mythologie verschrieben.

Regisseur Gray, der bereits mit seinem Remake von "The Italien Job" bewiesen hat, dass er es durchaus versteht, größere Probleme kreativ mittels fahrbarer Untersätze zu lösen, schließt dabei nahtlos an das Schaffen seiner Vorgänger an. "The Fate Of The Furious" strotzt förmlich vor Energie. Sowohl in den aufwendigen Action-Szenen als auch weniger spektakulären Dialogpassagen gibt es keine Aussicht auf eine Verschnaufpause. Sobald in Havanna die Motoren gestartet werden, brettert der Film von einem Schauplatz zum nächsten und ähnelt in dieser Form - wie bereits seit "Fast Five" - der Struktur eines "James Bond"- oder "Mission: Impossible"-Films. Atomwaffen werden hier genauso selbstverständlich in die Handlung integriert wie diverse Konflikte zwischen den Figuren. Dazu kommt, dass mit Luke Hobbs (Dwanye Johnson) seit dem fünften und Deckard Shaw (Jason Statham) seit dem sechsten Teil die zentrale Familie wächst und stetig komplexere Züge annimmt. Das mag teilweise absurd und lächerlich wirken, aber vor solch irrelevanten Einstufungen von Logik und Anschlussfehlern haben sich die "Fast & Furious"-Filme zum Glück schon seit einiger Zeit verabschiedet. In "Fast & Furious 8" liegen die Probleme der Crew rund um Vin Diesel im Rahmen der Fiktion. Anführer Dominic Torettto löst sich von seinen Leuten, kämpft gegen sie und Schuld daran ist die Cyber-Terroristin Cipher, die von Oscar-Preisträgerin Charlize Theron mit hassenswerter Begeisterung dargestellt wird. Mit Cipher erhält das Franchise endlich eine Antagonistin, die man eben nicht so schnell vergisst und dass sie - so viel darf verraten werden - wohl auch in Zukunft Toretto und Freunden das Leben zur Hölle machen wird, lässt freudig auf die noch zwei angekündigten Teile blicken. Zudem ist es eine Freude, Jason Statham wieder mal in Aktion sehen zu dürfen, der eine besonders coole Szene geradezu zelebriert und auch Figuren aus alten Tagen lassen die Augen des Fans strahlen.

Chris Morgan hat mit seinem Drehbuch also sowohl die Figuren als auch die Schauspieler, die sie verkörpert, wahrlich brillant im Griff. Alleine Doms beängstigende Verwandlung in einen fremdgesteuerten Soldaten erschüttert Lettys (Michelle Rodriguez) Weltanschauung in einem unbeschreiblichen Ausmaße, dass ein Blick im Vorbeifahren genügt, um zu signalisieren, was gerade alles zu Bruch gegangen ist. "The Fate Of The Furious" beherbergt zahlreiche dieser markanten Momente, die entgegen der exzessiven Übertreibung auf allen Ebenen stärker sind als jede Abrissbirne, die Polizeiwägen wie Lego-Steine aus dem Weg räumt, und jedes U-Boot, das aus den Untiefen des ewigen Eises herausbricht. Es ist ein Actionfest der Überwältigung und Gray sorgt dafür, dass der Zuschauer nicht gleich erschlagen wird. Nein, sein Debüt im "Fast & Furious"-Universum offenbart sich als angenehm stilsicheres Konstrukt, das insbesondere der Übersichtlichkeit in temporeichen Bewegungsabläufen verschrieben ist.


Im Actionbereich ist also der neuestes Ableger wahrlich ein Genuss, wenn sich die Reifen drehen und einen Action-Tornado auslösen, der jeglicher Beschreibung spottet. Hier findet der Streifen seine wahre Stärke und kann deswegen noch größer, noch schnell und noch lauter werden, ohne sich je in stumpfer Gleichgültig zu verlieren. Es herrscht immer ein kleines, aber überlebensnotwendiges Spannungsverhältnis. Und es ist immer noch mehr als beachtlich, dass eine Reihe, die viele vor zehn Jahren bereits abgeschrieben haben und die sich dann entgegen allen Erwartungen erfolgreich neu erfinden konnte, ihre Formel mit dem achten Teil weiter perfektioniert. Rockt.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Freitag, 25. August 2017

The Fate Of The Furious - Fast & Furious 8 (Extended Director's Cut) 2017)

http://www.imdb.com/title/tt4630562/

Können Dom (Vin Diesel) und seine Freunde, die er Familie nennt, endlich ein normales Leben haben? Nach dem Rückzug von Brian und Mia hat er sich mit Letty (Michelle Rodriguez) in die Flitterwochen verabschiedet und die restliche Crew ist von allen Vergehen aus der Vergangenheit freigesprochen worden. Doch dann taucht die mysteriöse Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) auf, verführt Dom und macht ihn zu ihrem Partner bei einer Reihe von Verbrechen. Mr. Nobody (Kurt Russell) bittet die Gang um Letty, Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris) und Co., zu helfen. Gemeinsam mit Hobbs (Dwayne Johnson), der wegen Doms Verrat im Knast sitzt, und Todfeind Deckard Shaw (Jason Statham) müssen sie bei einer Jagd rund um den Globus eine Anarchistin stoppen, die Chaos in die Welt bringen will. Und wichtiger: Sie müssen den Mann nach Hause holen, der sie zu einer Familie machte...

Es gibt nicht viele Filmreihen, die bis auf einen achten Teil oder gar darüber hinaus heranwachsen und keine oder kaum Verschleißerscheinungen zeigen. Horror-Franchises fanden früher oder später bei ihrer einstmals großen Fanbasis keinen sonderlichen Anklang mehr und der Innovationskraft in der Filmbranche tun solche Entwicklungen auch nur gut. Aber vielleicht hängt es bei Reihen auch am genre an sich und was sich das Publikum davon verspricht. Die "Fast & Furious"-Reihe setzte aber von Anfang an neben Auto-Actionlementen, die man in ihrer Kreativität stets zu steigern wusste, immer auch auf das Mittel der Teamchemie oder "Familie", wie es immer gepredigt wird. Das kam und kommt an bei Fans rund um den Globus und gab auch erzählerisch viel Spielraum. Nicht zuletzt die tragische Note des echten Todes von Darsteller Paul Walker befeuerte diesen Zusammenhalt zwischen Konsumenten und Produkt noch etwas weiter und katapultierte seinen letzten Beitrag "Fast & Furious 7" zu einem weltweiten Kinoeinspielergebnis von für unmöglich gehaltenen 1,5 Milliarden Dollar.


Dass die zugrunde liegende Formel mittlerweile aber doch langsam zu erlahmen droht, erkennt man auch an den immer ausgefalleneren Actionkonstrukten, die man sich ausdenkt, um noch einen oben drauf zu setzen. In "Fast & Furious 8" ist es ein U-Boot. Geht es in der Größenordnung weiter, bleibt wenig übrig. Dass man quasi das Asphalt-Pendant zu den populären Comichelden-Teams geworden ist, ist den Machern offenbar auch selbst klar. Demnach steht laut Produzenten auch dem Weg ins All nichts entgegen, wenn man einen passenden Storyaufhänger dafür finden würde. Bis zu Teil 10 reiche der Masterplan aktuell, aber man wird sicherlich Wege finden, die Cashcow weiter zu melken. Ein Anfang ist mit dem Spin-Off für die Figuren von Dwayne "The Rock" Johnson und Jason Statham ja bereits in der Mache.

Ob Regisseur F. Gary Gray in dieser Fassung namens "Extended Director's Cut" wirklich mehr von seiner Vision einbringen konnte, darf man bezweifeln. Vin Diesel ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch ausführender Produzent und hat diesen Einfluss auch schon während der Dreharbeiten geltend gemacht. Meldungen zufolge soll es zwischen ihm und Johnson atmosphärische Störungen gegeben haben, was dazu führte, dass Diesel ein paar für seinen Kollegen vorgesehene Szenen in letzter Minute strich, bevor sie gedreht werden sollten. Und auch die ursprünglich schon als Post-Credit-Zugabe geplante Szene zwischen The Rock und Statham ließ er offenbar wutentbrannt aus den bereits an viele Kinos ausgelieferten Screenern und Kinorollen entfernen. Da ist wohl doch nicht alles so familiär wie gedacht. Der "Extended Director's Cut" von "Fast & Furious 8" wirkt auf den ersten Blick wie ein enormer Zugewinn zur Kinofassung, zumindest beim Blick auf die Laufzeitdifferenz. Satte 13 Minuten läuft der "Extended Director's Cut" länger als die ohnehin schon etwas langatmige Kinofassung. Für echte Liebhaber aber natürlich schön, wenn sich denn dahinter auch echter Mehrwert bieten würde. Man darf aber gerne großzügig zwei Drittel des Laufzeitunterschieds für Zeitersparnis für die Kinovorführungen abziehen. Unzählige Szenen laufen im "Extended Director's Cut" geringfügig länger, weil man es sich auch einfach erlauben kann. Die Szenen, die tatsächlich neu sind, zielen vor allem auf Charakterzeichnung ab, manchmal sind es auch nur hinzugefügte Sätze. So bekommt der ohnehin schon schrille Roman noch ein paar Momente für seine egomanische Hysterie, Cipher und Dom duellieren sich verbal ein wenig mehr und fast jeder andere Charakter bekommt zumindest eine kleine Erweiterung. Gewaltzensur ist hier allenfalls ein kleiner Randaspekt. Ob die zusätzlichen Actionszenen zur Sicherung der PG-13-Freigabe in der Kinofassung fehlten, bleibt Spekulation.

Was dagegen richtig sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass der "Extended Director's Cut" in Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt ausschließlich als Digital Download / Ultraviolet angeboten wird. So hat man als Kunde - völlig zurecht - das Gefühl von den Firmen "erpresst" zu werden. Gerade Sammlern von analogen Datenträgern ist die neue Art der Verbreitung von exklusiven Filmversionen ein Dorn im Auge und auch bei Inhabern von nicht allzu leistungsfähigen Internetverbindungen wird diese Suppe nicht schmecken. Aber will man die erweiterte Fassung sehen, hat man augenblicklich keine große Wahl. Man kann nur hoffen, dass diese Verbreitung von Medien erst wirklich komplett Mode wird, wenn auch die Verbindungen allerortens auch so große Datenmengen in entsprechender Geschwindigkeit zulassen.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Dienstag, 7. April 2015

Furious 7 - Fast & Furious 7 (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2820852/

Nach den Ereignissen in "Fast & Furious 6" sinnt Deckard Shaw (Jason Statham) auf Rache für seinen Bruder Owen (Luke Evans). Er will alle aus der Crew von Dom (Vin Diesel) tot sehen: Brian (Paul Walker), Mia (Jordana Brewster), Letty (Michelle Rodriguez),Tej (Ludacris) und Roman (Tyrese Gibson). Die Bleifüße merken, wie ernst es Shaw ist, als der Anschläge in Doms Umfeld verübt, die auch den Bundesagenten Luke Hobbs (Dwayne Johnson) bedrohen. Um ihren gefährlichen Gegner auszuschalten, gehen Dom & Co. einen Deal mit einem mysteriösen Regierungsagenten (Kurt Russell) ein. Sie sollen Ramsey (Nathalie Emmanuel) befreien, die entführt wurde, weil sie ein Überwachungsprogramm namens "God's Eye" entwickelt hat. Gelingt es der Gang, Ramsey zu retten, dürfen sie "God's Eye" dazu benutzen, Shaw aufzuspüren. Teil der Mission sind - wie immer - diverse halsbrecherische Aktionen mit schnellen, teuren Autos...

Nach dem tragischen und plötzlichen Ableben von Paul Walker lag erst einmal kein guter Stern auf dem Franchise. Die Fans und die Crew waren geschockt und keiner hatte so recht eine Idee wie es weitergehen könnte - ohne Paul. Doch es ist der Einsatzbereitschaft seiner Brüder zu verdanken, dass es einen siebten und (vielleicht) letzten Teil geben konnte. "Furious 7" nimmt die Geschehnisse aus Teil 6 nahtlos auf - die Szene nach dem dortigen Abspann gab ja auch schon genug Interpretationsansätze - und mit Jason Staham als rachesuchender Bruder hat man auch eine weiteren würdigen Gegener für die Crew rund um Dominic Toretto gefunden. Natürlich liegt sich seit dem Quasi-Remake "Fast & Furious" der Fokus nicht mehr so sehr auf den Autos, wenngleich diese immer noch die heimlichen Hauptdarsteller sind, seit ebendiesem Teil ist einfach die Story rund um die Crew besser, inhaltsvoller und actionlastiger geworden. Auch wenn hier oft die Physik aussser Acht gelassen wird und Landebahnen mal eben um Dutzende Kilometer verlängert werden müssen, nur damit man einen Showdown mit Wucht hin bekommt. Aber an erster Stelle will man mit der Reihe ja auch unterhalten. Und das schafft man seit dem angesprochenen Teil 4 immer und immer besser.

Und da stand nun Regisseur James Wan nun also vor der traurigen Aufgabe, in "Furious 7" nicht nur den während der Dreharbeiten verstorbenen Paul Walker zu würdigen und mithilfe seiner Brüder noch zu einem akzeptablen Abgang zu führen, sondern auch den bis dato bestgeschmücktesten Cast der Reihe ordentlich zu verarbeiten. Der siebte Teil der "Fast & Furious"-Reihe schlägt dabei einmal mehr gekonnt den Bogen zum Vorgänger und während des Films sogar noch zu dem ungeliebten "Tokyo Drift" und anderen Teilen. Dabei wird man gleich zu Beginn regelrecht von explosiver Action überfahren, wenn Jason Stathams Antagonist Deckard Shaw eingeführt wird. So genial überzogen die Anfagszene auch sein mag, so wird sie leider auch zum Sinnbild des Films. Der Streifen verebbt nämlich im Verlauf zunehmend in Wirrwar und Konfusion. Die aufgemotzten Fahrzeuge werden nur noch zum dekorierenden Beiwerk wenn eine Verfolgungsjagd der nächsten weicht und der Gedanke, sich immer weiter toppen zu müssen, immer weiter fortgesetzt wird. Speziell wenn man sich die Vorgänger schaut, fällt auf, wie der Zwang sich in der Action stets zu übertrumpfen im nun 7. Teil des Franchises seinen Höhepunkt findet. Natürlich braucht es eine angehobene Toleranzschwelle, um in der abgedrehten Autoaction noch etwas irrwitzig Gutes zu zeigen, doch in "Furious 7" wurde eben diese Grenze leider nicht nur einmal übertreten. Natürlich legt Wan Wert darauf, wieder und wieder etwas Neues zu zeigen und das Rad stets neu zu erfinden, doch diesmal wurde es einfach zu viel. Wo es im 6. Teil noch relativ subtil, dafür aber mit ungewohnter Härte zur Sache ging, wird hier nun aus sämtlichen Auspuffsrohren gefeuert. Es bleibt kaum Frischluft zum verschnaufen, auf prägende Charaktermomente ist nun beinahe ganz verzichtet worden. Und das ist enorm schade, gerade in Hinblick auf die Teile 5 und 6, die neben gepimpten Autos auch eine im Vergleich spannende Handlung präsentierten, die für Ausgleich im steten Handgemenge und somit für einige ruhige Momente abseits der Straße sorgen konnte.

Dagegen ist die Handlung hier so fußlahm, dass sie lediglich dazu taugt, müde die netten Gags (vor allem wieder zwischen Tyrese Gibson und Ludachris) miteinander zu verbinden. Was am Anfang noch eine knallharte Racheaktion verspricht, wenn Jason Statham und Dwayne "The Rock" Johnson in feinster Choreographie die Muskeln spielen lassen und gleich ein gesamtes Büro zerlegen, wird im weiteren Verlauf zu einer lahmenden Nummer, die hier und da zwar etwas an Fahrt gewinnt, aber doch ungewöhnlich lasch und lieblos präsentiert wird. Das liegt nicht unmittelbar an Statham selbst, sondern an einem viel grundlegenderem Problem des aktuellen Teils: der Cast. Die Gruppe rund um Toretto und O'Connor ist ja schon nicht gerade klein. Allerdings wurde nun versucht, das Nonplusultra herauszuholen, indem möglichst viele bekannte Namen noch dazu gewürfelt worden.

Kurt Russell als cooler Mr. Nobody und Jason Statham passen in das Konstrukt, beide machen ihre Sache gut und bekommen auch genau die passende Screentime, um der Geschichte ein paar frische Einwürfe zu liefern. Doch neben ihnen ist da noch Djimon Hounsou als absolut unnötiger Charakter sowie Ronda Rousey (die man aus "The Expendables III" kennen mag) als kleines, aber nicht minder unnötiges Schmankerl. Da freut es einen doch, Tony Jaa zu Gesicht zu bekommen und schon folgt die nächster Ernüchterung, denn der "Muay Thai Warrior" hat einmal viel zu wenig Screentime und darf dann auch nur in begrenztem Maße seine Fähigkeiten zur Schau stellen. Einem solchen Martial-Arts-Künstler eine Schusswaffe in die Hand zu drücken ist in etwa so als würde man einem Origamikünstler ein Stück Wellpappe geben. Statt sich also allein auf Statham als Gegenspieler Deckard Shaw zu konzentrieren, wird ein vollkommen unnötiger Nebenstrang mit Djimon Hounsou kreiert, der einzig und allein dazu dient, die ohnehin schon angespannte Aktion noch weiter auszureizen und einen Showdown aufzubauen, der ohne ihn vermutlich noch reizvoller geworden wäre, einzig aus dem Grund, weil man so nicht schon mit einer Reizüberflutung in die finalen Minuten eingestiegen wäre. Ein Fakt, der in diesem Teil des Franchises einer harten Geduldsprobe gleichkommt und mich letzten Endes leider mehr gelangweilt als unterhalten hat. Und das ist nicht der ganze Ärger. Allein schon mit der Jagd nach einem wahnsinnig wichtigen und noch dazu noch allumfassenden Spionagesystem ("God's Eye"), dass dabei helfen soll, Shaw auszuschalten ist reichlich fragwürdig. Da nämlich der Herr Statham aber auch bei jedem Versuch, dieses Spionagesystem an sich zu nehmen, auftaucht, hätte man ihn doch einfach dort in die Konfrontation zwingen können? Hm. Aber der Logik- und vor allem Physikindex verhielt sich ja schon längst reziprok zur steigenden Zahl der Reihe. Die Jagd über 3 Kontinente nach "God's Eye" wirkt dann dementsprechend zu aufgesetzt und konstruiert. Man auch ferner das Gefühl, dass Abu Dhabi sich zum Magnet der Filmindustrie entwickelt und jeder Film auf Biegen und Brechen undbedingt eine Sequenz in der prachtvollen Wüstenstadt haben muss. Dass das nicht immer passt und die Location hier sogar nur als Fundament für eine einzige große Actionszene dient, dürfte wohl den wenigsten sauer aufstossen. Die gewohnt basslastige Musik, begleitet von Brian Tylers krachenden Klängen tut dann ihr übriges, um die Action zu untermalen. Hier hat er sich kein Bein ausgerissen, sondern auf "altbewährt" gesetzt. 

Doch obwohl "Furious 7" die meiste Zeit über enorm hektischt wirkt, ist er keinesfalls ziellos. Die Action ist trotz der schnellen Schnitte gerade noch im Rahmen der Übersichtlichkeit gehalten und beeindruckt mit Stunts und vollkommen lächerlichen Einlagen, die hier ihren vorläufigen Höhepunkt finden. War man es von den Vorgängern doch sowieso schon gewohnt, dass diese immer die eine Viertelmeile weiter rasen und dabei über das Ziel hinausschießen, so wird hier eine völlig neue Ebene erreicht. Und doch kommt man nicht umhin, bei den überzeugenden Momenten einfach loszulachen und zu staunen und sich zu fragen, wie James Wan sowas überhaupt bewerkstelligen kann. An coolen Sprüchen mangelt es noch dazu in keinster Weise, eine gewisse gelungene Dramatik lässt sich dem Film ebenso wenig absprechen, wenn es um die Familie und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts geht und der Abschied von Paul Walker ist zwar etwas kitschig, aber als Verabschiedung durchaus in Ordnung. Ich hätte es zwar allein bei der Szenen gelassen, in der die beiden Fahrzeuge getrennte Wege fahren, aber gut. Alles in allem ist "Fast & Furious 7" sicher kein schlechter Film. Er treibt das Franchise auf eine neue Actionebene, überzeugt mit ebenjener vollkommen überzogenen 08/15-Handlung, auf die man sich wirklich einlassen muss, um diese genießen zu können. Wem das nicht gelingt, der wird ordentlich an dem Film zu knabbern haben. Wer es doch schafft, wird mit überbordender Action, Supergadgets und den röhrenden Motorensounds belohnt, bei denen es nicht nur um Geschwindigkeit und gutes Aussehen geht. Zwar ist es schade, dass zu viele neue Figuren eingebaut werden, die sich stattdessen besser über die kommenden Teile verteilt hätten um effektiver agieren zu können. So werden viele nahezu verpulvert und strecken den sonst so sehenswerten Film. Ansonsten gefällt wieder einmal die ernste Härte im Franchise, sowie die erneute Zusammenführung der Familie, die einem - ob man nun will oder nicht - im Laufe der Reihe ans Herz gewachsen ist.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Sonntag, 31. August 2014

Fast Five - Fast & Furious Five (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1596343/

Dwayne Johnson spielt den entschlossenen Agenten Luke Hobbs, der mit einem Eliteteam auf der Jagd nach Dominic Toretto (Vin Diesel) und Ex Cop Brian O’Conner (Paul Walker) ist. Nachdem letzterer Dominic aus dem Gefängnis befreit hatte, befinden sich die beiden auf der Flucht vor dem Gesetz. Jetzt sind sie in Rio de Janeiro, mit dem Rücken an der Wand, dazu gezwungen noch einen letzten Job durchzuziehen, bevor sie für immer von der Bildfläche verschwinden wollen. Doch wenn wir aus den vorangegengenen Fast & Furious-Filmen etwas gelernt haben, dann dass Domininic und Brian mit dem Rücken zur Wand und dem Fuß auf dem Pedal am besten funktionieren...

"Fast & Furious Five" ist für mich bisher der beste Teil der "The Fast And The Furious"-Reihe. Denn die drei Vorgänger fande ich bis auf den ersten Film nur unterdurchschnittlich. der vierte Teil wertete dann alles mit einem Quasi-Reboot wieder etwas auf und damals war ich umso gespannter auf den fünften Ableger, der mir im Endeffekt (und auch jetzt noch) von allen bisher am besten gefallen hat.

Vor allem die Tatsache, dass sich der Film nur noch beschränkt auf Autorennen konzentriert hat mir sehr gut gefallen. Insgeheim habe ich regelrecht gehofft, das man irgendwann eine solche Richtung einschlägt. Im Film gibt es (natürlich) rasante Verfolgungsjagden, aber eben auch coole Mann gegen Mann-Fights und explosive Schießereien - eben all das, was für mich einen guten Actionfilm schon mal definiert. Was den Film dann aber noch viel besser macht, ist die spannende Story. Auch wenn diese erwartungsgemäß nicht sonderlich originell ist, so hat sie mir im großen und ganzen doch sehr gut gefallen. Es müssen ja nicht immer biszur Unkenntlichkeit verschachtelte Storys sein.

Der Cast trägt auch seinen Teil zum positiven Gesamtbild des Filmes bei. Ob Vin Diesel, Paul Walker oder Tyrese Gibson , der Cast weiß zu überzeugen. Dwayne "The Rock" Johnson passt ohne Wenn und Aber perfekt in den Film, in manchen Szenen ging er mir aber dennoch mit seiner übermäßigen Coolness ein ganz klein wenig auf die Nerven. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Vor allem der Kampf gegen Vin Diesel ist genial inszeniert. Ob handwerkliche Arbeit im Sinne von coolen Bildern mit genialer Musik von Brian Tyler und fetten Ohrwürmern oder die schauspielerischen Leistungen von Größen wie Vin Diesel und Dwayne Johnson - alles mit Abstand (und im Vergleich/Hinblick auf die Vorgänger) einfach nur wesentlich besser!

Auch mit Rio als Kulisse des Filmes wurde ein neuer Schauplatz etabliert, der einges bieten kann. Wie schon gesagt, für mich bisher ganz klar der beste Teil. Tolle Unterhaltung. "Fast Five" ist ein testosterongeschwängertes Macho-Vehikel mit Hochglanzoptik für die breite Masse. Allerdings wird der Film durch eine bessere Story, bessere Action und mehr Dynamik gegenüber seinen Vorgängern ziemlich aufgewertet.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Freitag, 16. August 2019

Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6806448/

Secret-Service-Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson) und Ex-Elitesoldat Deckard Shaw (Jason Statham) mussten in der Vergangenheit zwar bereits zusammenarbeiten, taten dies jedoch immer zähneknirschend. So richtig grün sind sich die beiden Muskelprotze nicht und lassen auch keine Gelegenheit aus, um sich gegenseitig zu triezen. Doch die Sicherheit des Planeten hat natürlich Vorrang vor den Querelen der beiden und als der internationale Terrorist Brixton (Idris Elba) auf der Bildfläche auftaucht, sind Hobbs und Shaw gezwungen, einmal mehr zusammenzuarbeiten. Brixton ist nicht nur hochintelligent, sondern durch genetische und kybernetische Weiterentwicklung sogar eine Art Supersoldat, dem ein einzelner Mann nichts entgegensetzen könnte. Doch im Doppelpack haben Hobbs und Shaw eine Chance – und Deckard ist nicht der einzige aus der Shaw-Familie, der ein Hühnchen mit Brixton zu rupfen hat. Denn auch seine Schwester, die abtrünnige MI6-Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby), ist hinter dem Terroristen her...


Die "Fast & Furious"-Reihe macht aus ihrer eigenen übertriebenen Dummheit ja selten einen Hehl und insofern bleibt das Spin-Of "Hobbs & Shaw" durchaus bei den Wurzeln der Serie. Es geht darum, möglichst laut möglichst viel kaputt zu machen, es geht um die Aufrechterhaltung eines sehr, nun ja, traditionellen Männlichkeits-Verständnis und es geht natürlich auch um Familie und die Reiberein dazwischen.


Die Tonalität dieses Edel-Action-Trashfestes wird schon in den ersten Minuten gesetzt, wenn "The Rock" vor einem Drogenhändler bierernst doziert, dass er dessen Aktivitäten monatelang im DarkNet verfolgt haben will (man stelle sich das kurz bildlich vor). Sobald die beiden Streithähne dann aufeinander losgelassen werden, entwickelt sich eine Art Hochglanz-Bud-Spencer-und-Terrence-Hill-Ripoff, in dem sich die beiden durch eine seidentuchdünne Handlung prügeln, kalauern, und Schwanzvergleichen. Die Trefferquote der Pointen ist dabei auch durchaus okay, auch wenn das permanente Gedisse irgendwann zu viel wird. Und damit schwankt der Humor zwischen 'überraschend clever' und 'tiefergelegter als Shaws 2017er McLaren 720S'. Anders gesagt: Man muss als Zuschauer teilweise eine hohe Affinität für sehr schlichten Humor mitbringen, inklusive Penis- und Deine-Mudda-Jokes. Im Grunde wirkt der Film häufig wie eine freie Actionfilm-Adaption von Adam McKays Meisterwerk "Die Stiefbrüder", dessen Witz darauf fußt, dass sich zwei Mitvierziger wie Achtjährige aufführen dürfen.


Die Action ist überwiegend kreativ choreographiert, spektakulär, herrlich drüber, aber für David-Leitch-Verhältnisse sehr CGI-lastig und mitunter sogar unübersichtlich zerschnitten. Das stört jedoch nicht groß, da der Film jeden Anflug von Realismus oder Physik peinlichst genau vermeidet. Es torpediert allerdings die Strahlkraft des Bösewichtes zusehend, dass gefühlt jeden Actionszene damit endet, dass die Helden dem Bösewicht in letzter Sekunde entkommen können.


So weit, so überraschungsfrei, glücklicherweise hat Regisseur David Leitch neben Vanessa Kirby und Idris Elba noch ein paar weitere Edeljoker im Ärmel, deren Cameos an dieser Stelle nicht verraten werden. Bleiben wir also bei Kirby und Elba. Erstere bestätigt ihren tollen Actionfilm-Einstand in "Mission: Impossible: Fallout" hier in jeder Form. Dabei bleiben allerdings weniger ihre etwas vorhersehbaren "Black Widow"-Moves, sondern vielmehr ihr immer etwas linkisches und stets unberechenbares Charisma im Gedächtnis. Idris Elba gibt einen wunderbaren und extrem coolen Bösewicht, vielleicht den besten der gesamten "Fast & Furious"-Reihe, dessen Obsession für transhumanistische Optimierungen und Medienmanipulation einen perfekten Gegenpol für urkonservatives Weltbild unserer Helden bildet. Dazu gehören neben Fake-Media-Rufen eine ambivalente Fortschrittsangst, die undifferenziert zwischen Technikphobie und -begeisterung schwankt. 


Deshalb bedienen sich Hobbs und Shaw einerseits ganz selbstverständlich neuester Automobile und Spionagegadgets, der körperlich optimierte Supersoldat Brixton Lore geht ihnen dann aber doch 10 Schritte zu weit (obwohl sie ihren eigenen Körper im Fitnessstudio und durch Anabolika ja selbst optimieren). Hinzu kommt die auffällige Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln, Familie, Tradition und insbesondere auf Mutti. Das mag der "Fast & Furious"-Reihe geschuldet sein, aber es ist schon auffällig, dass sowohl Hobbs, als auch Shaw am Ende vor allem ihre Mutter stolz machen wollen. Einer wild gewordenen Technikbegeisterung und unübersichtlichen Konfliktlinien setzen unsere urkonservativen Haudegen eine archaische Stammeskultur (wortwörtlich) und klar umrissene Familienwerte entgegen. Das ist immerhin sehr konsequent und stimmig zu ende gedacht und natürlich bis ins Mark reaktionär.

7,5/10

Von UNIVERSAL kommt der Film im Steelbook, welches den Film sowohl als 4K Ultra-HD Blu-ray und auch als Blu-ray enthält.   


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Mittwoch, 11. August 2021

F9 - Fast & Furious 9 (2021)

https://www.imdb.com/title/tt5433138/

Dominic Toretto (Vin Diesel) hat immer großen Wert auf die „Familie“ um seine Frau Letty (Michelle Rodriguez), ihren gemeinsamen Sohn Sohn Brian, seiner Schwester Mia (Jordana Brewster) und seine Mitstreiter Roman (Tyrese Gibson) und Tej (Ludacris) gelegt. Als dann allerdings plötzlich ein weiterer Blutsverwandter von Dom auf der Bildfläche erscheint, sieht das etwas anders aus. Doms und Mias verschollener Bruder Jakob (John Cena), ein tödlicher Killer und Dieb, will mit Dom eine Rechnung begleichen und tut sich dafür mit der Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) zusammen. Dom steht vor seiner wohl größten Herausforderung. Da kommt es ihm gerade recht, dass er unverhoffte Unterstützung von seinem totgeglaubten Freund Han (Sung Kang) bekommt, der den Anschlag auf sein Leben offenbar doch überlebt hat. Dom muss sich nun den Sünden seiner Vergangenheit stellen und sich mit seiner Crew zusammenschließen, um die Weltverschwörung zu stoppen, die von Jakob und Cipher angeführt wird. 

Bereits mit dem siebten Teil deutete sich an, dass im "Fast & Furious"-Franchise eine Richtung eingeschlagen wird, die nichts Gutes verheißen sollte. Allein wenn man den Film "The Fast And The Furious" mit dem mittlerweile neunten Teil dieser Reihe vergleicht, muss unweigerlich die Frage aufkommen, was da in der Zwischenzeit passiert ist. Wie wurde aus dem vergleichsweise ernsten Hochgeschwindigkeitsabenteuer von 2001 dieser trashige "Mission Impossible"-Abklatsch? Das Herz der Reihe ist längst verloren gegangen, illegale Rennen und die Liebe zum rassigen (getunten) Sportwagen spielen kaum noch eine Rolle, stattdessen gibt es peinlichen Technikblödsinn und in jedem Film eine neues, brandgefährliches Eliteteam, dass die Welt mit irgendeiner Superwaffe ins Chaos stüzen will und natürlich nur von Dominic Toretto und seinen Leuten aufgehalten werden kann. Anfangs, in Teil 6, als dieser Weg eingeschlagen wurde, war das als kleiner Ausflug noch interessant, inzwischen ist dieser aufwendige Agentenfilm-Edeltrash nur noch peinlich und passt gar nicht zu dem, für was die Filme mal standen.

Dass dieser Blödsinn trotzdem immer noch ganz anständig unterhält, liegt freilich an der hemmungslos übertriebenen Action und dem gehörigen Maß an Nostalgie, wenn immer wieder alte Weggefährten auftauchen. Dieser Synergieeffekt rettet an der Stelle viel von dem, was das idiotische Drehbuch vernichtet. Mias Rückkehr war überfällig und Hans Wiederauferstehung mag völlig unglaubwürdig sein - ein Faktor, der inzwischen eigentlich völlig vernachlässigt werden kann - doch er hat der Reihe gefehlt. Auch Lucas Black mischt wieder mit, wenngleich sich durchaus die Frage stellt, wie er vom Drift King von Tokyo zum Raketenbauer in Köln werden könnte, aber dieses Fragespiel sollte man hier nicht spielen, denn die Kopfschmerzen könnten mörderisch sein. Warum Charlize Therons Cipher sich aus irgendeinem Grund die Haare von einem Fünfjährigen hat schneiden lassen, wäre aber schon interessant zu wissen. Cena als Doms Bruder Jakob ist gar nicht so übel, das gleiche beschränkte Talent wie Diesel und sogar eine ähnlich ausdruckslose Mimik - die Beiden könnten tatsächlich Brüder sein. Trotzdem stiehlt er Diesel in jeder gemeinsamen Szene die Show - und das will schon etwas heißen. Die in Rückblenden erzählte Geschichte zum Tod von Vater Toretto, die eigentlich nur im ersten Film mal kurz anklingt, ist hingegen ganz anständig erzählt - ganz im Gegensatz zum Rest. By the way: Die gewählten Jungschauspieler - ach naja.

So rumpelt sich die sympathische Truppe durch eine katastrophale Story und gibt sich gar nicht mehr die Mühe den ganzen Quatsch tatsächlich noch ernst zu nehmen. Es tut dem Film durchaus gut, dass das Maß an Selbstironie und Gags nach oben geschraubt wurde. "So lang wir uns an die Gesetze der Physik halten, kann uns nichts passieren. Okay?" Der Satz fällt ernsthaft durch Tej in einer Szene, in der er und Roman mit umgebauten Taucheranzügen in einem modifzierten Pontiac Fiero mit Raketenantrieb ins All fliegen, um einen Satelliten zu sabotieren. Auch Romans Fragen wie "Wieso leben wir eigentlich noch?" sind längst überfällig gewesen. Denn das ist die eigentliche Frage hinter diesem Unsinn. Doch das zeugt immerhin von Humor. Dennoch ist gerade die Weltall-Szene selbst für "Fast & Furious"-Verhältnisse so absurd dämlich, dass auch das unverholene Augenzwinkern dabei diese Peinlichkeit nicht ausgleichen kann. Wenn die Physik in diesen Filmen auch nur im Ansatz eine Rolle spielen würde, wären ausnahmslos alle Protagonisten aus der Reihe schon längst tot. Das Herumspielen mit den Elektromagneten ist ziemlich spaßig - wenn auch unheilbar unlogisch. Die sich daraus ergebenden Actionszenen sehen richtig nett aus, da fliegen die Trümmer und die Autos wie mit der Cheat-Engine in GTA.

Richtig böse kann man also dem Film nicht sein, obwohl das nächste Mal vielleicht ein paar Schimpansen weniger am Drehbuch mitarbeiten sollten. Die Reihe hat sich mit ihrem ständigen Bestreben immer noch einen draufsetzen zu wollen in eine Sackgasse manövriert, aus der sie durch allerhand Absurditäten zu entkommen versucht. Vielleicht wäre es besser, jetzt, wo die Saga so langsam auf die Zielgerade einbiegt, mal wieder etwas runter zu kommen und zurückzukehren zu den Wurzeln. Wieder echte Straßenrennen mit schicken Karossen und die Weltrettung Ethan Hunt und Co. überlassen. Aber dies wird wohl ein Wunsch bleiben. Die letzte Szene, wenn der Skyline in Doms Einfahrt einbiegt und völlig klar ist, wer darin sitzt, holt immerhin noch einen Sympathiepunkt extra raus. Und die Mid-Credit-Sequenz verspricht für den zehnten Teil immehrin die Rückkehr von Jason Statham als Deckard Shaw.

4,5/10 

Anmerkung: Wenn die Macher die Chance verstreichen lassen, und den nächsten Film nicht "Fast10 Your Seatbelts!" nennen, könnte man der Reihe angesichts der Entwicklung nachträglich tatsächlich doch noch böse werden.

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures