Montag, 14. Dezember 2020

Assault On Precinct 13 - Das Ende: Assault On Precinct 13 (2005)

https://www.imdb.com/title/tt0398712/

Das Revier 13 in Detroit soll geschlossen werden. Der Polizist Jake Roenick (Ethan Hawke) soll die Aufsicht für die letzte Nacht übernehmen, zusammen mit seinen Kollegen. Es ist eine ruhige Nacht, bis jedoch noch eine Gruppe von Schwerkriminellen im Revier untergebracht werden muss, da ein Schneesturm tobt und sie nicht weitertransportiert werden können. Unter den Schwerkriminellen befindet sich auch der Gangsterboss Marion Bishop (Laurence Fishburne). Plötzlich wird das Gebäude von Scharfschützen umstellt, die aber Polizeiuniformen tragen. Jake sieht ein, dass er nicht lebend aus dieser Situation rauskommt, wenn er nicht mit den Schwerverbrechern zusammenarbeitet. So beginnt eine gefährliche Befreiungsaktion. 

"Das Ende: Assault On Precinct 13" dürfte eigentlich keinen guten Stand haben im Vergleich zu John Carpenters exzellent inszenierten, gleichnamigen Werk von 1976, dennoch kann sich die Version von Jean-François Richets sehen lassen. Personen, Schauplatz und Handlung sind komplett abgeändert und erschaffen eine ganz andersartige Interpretation des Titels.

Diese wurde in ein völlig neues Szenario verpackt indem "Guter Cop gegen böser Cop" sich einen Schlagabtausch auf engsten Raum leisten um einen berüchtigten Gangsterboss zum Schweigen zu bringen. Der wohl größte Unterschied der Neuverfilmung zum Original ist die einprägsame musikalische Untermalung in Begleitung der immer wieder aus dem Dunkeln auf- und abtauchenden Gestalten die das Polizeirevier belagern um den darin verbarrikadieren Personen dessen Verwundbarkeit zu demonstrieren. Mit diesen Elementen hat es Carpenter geschafft schon zur damaligen Zeit eine extrem klaustrophobische Stimmung zu erzeugen die bis heute kaum zu toppen ist. Das Remake versucht an dieser Stelle eher durch mehr Action zu glänzen und macht den Film durch größere Schusswechsel und andere genretypische Stilmittel etwas dynamischer. Im Endeffekt kann Richets Neuauflage von 2005 Carpenters Archetyp zwar nicht das Wasser reichen, funktioniert aber unabhängig davon sehr gut.

6,5/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und das Original von Carpenter, sowie jede Menge Bonusmaterial. 

Quellen:
Inhaltsangabe
: Koch Films
Poster/Artwork: Koch Films

Coming To America - Der Prinz aus Zamunda (1988)

https://www.imdb.com/title/tt0094898/

Der Prinz aus Zamunda, Akeem (Eddie Murphy), lebt in einem fiktiven Königreich in Afrika und hat ein Problem. Sein Vater möchte, dass er heiratet, aber keine Frau scheint Akeem zu gefallen. Der zukünftige Thronfolger sieht nur eine Lösung: Unter dem Vorwand sich seine königlichen Hörner abzustoßen, reist er inkognito mit seinem Vertrauten Semmi (Arsenio Hall) nach Queens in New York, um seine zukünftige Frau zu finden. Ohne Geld und Hofstaat legt Der Prinz aus Zamunda seine Wurzeln ab, quartiert sich in einer verfallenen Pension ein, geht als armer Student auf Brautschau und bringt Semmi mit seinem Wahnwitz um den Verstand. Als ihm auf einer Bürgerversammlung eine herzliche und charmante Frau ins Auge springt, tut er alles, um sie zu erobern. Das erweist sich allerdings als schwierig, denn seine Auserwählte ist mit den gutaussehenden und reichen Darryl (Eriq La Salle) liiert. Und dann machen sich auch noch Akeems Eltern auf den Weg nach New York...

"Der Prinz aus Zamunda" ist eine auch heute noch überaus witzige Komödie mit einzelnen sozialkritischen Einschlägen, die aber niemals der Stimmung abträglich sind. Den klaren Mittelpunkt des Films bildet ohne Zweifel Eddie Murphy in all seinen Ausprägungen (er spielt in dem Film 4 Rollen) und Arsenio Hall (ebenso 4 Rollen), der restliche Cast erfüllt zwar ohne Murren sein soll, bleibt aber nur notwendiges Beiwerk. Dass der Film heute noch den intendierten Effekt erzählt, liegt zum einen an den zeitlosen Gags und zum anderen am Umstand, dass sich New York bis heute nicht allzu viel verändert hat, was die Bevölkerungsstruktur und Ghettobildung angeht. Ist bleibt trotzdem zu befürchten, dass auch der Nostalgiefaktor zum Unterhaltungswert des Streifen beiträgt. Alles hat zwar einen optischen 80er-Flair, gleicht aber davon abgesehen dem Bild heutiger Metropolen. Ganz witzig, recht unterhaltsam und nostalgisch.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures

Samstag, 12. Dezember 2020

Three Days Of The Condor - Die drei Tage des Condor (1975)

https://www.imdb.com/title/tt0073802/

Vordergründig arbeitet Joe Turner (Robert Redford) für die American Literary Historical Society, die in einem unscheinbaren Ladenlokal in New York untergebracht ist. Tatsächlich aber sind er und seine Kollegen CIA-Agenten, deren Aufgabe wenig spektakulär darin besteht, tagtäglich Zeitungen, Zeitschriften und Magazine bis hin zu Groschenheften nach geheimen Nachrichten zu durchforsten. Turner arbeitet unter dem Codenamen "Condor". Als Turner eines Tages von der Mittagspause zurückkehrt, muss er mit Entsetzen feststellen, dass sämtliche seiner Kollegen einer Hinrichtung gleich getötet wurden. Als der schockierte Turner sich daraufhin an seinen Chef wendet, wird auf Turner ein Attentat verübt, dem er nur mit Mühe entkommt. Turner weiß nun nicht mehr, an wen er sich wenden kann, jeder könnte zu den Feinden gehören. Auf der Suche nach einem geeigneten Unterschlupf nimmt Turner in seiner Not kurzerhand die Passantin Kathy Hale (Faye Dunaway) als Geisel und flieht mit ihr in deren Wohnung. Nach einer anfänglichen nachvollziehbaren Distanz kommen sich die beiden näher. Turner entführt ebenfalls Higgins (Cliff Robertson), den stellvertretenden Chef der New Yorker Abteilung, und erfährt von ihm, dass der europäische Auftragskiller Joubert (Max von Sydow) verantwortlich für die Exekution seiner Kollegen ist. Grund dafür ist, dass Turner auf codierte Hinweise stieß, die auf die feindliche Übernahme von Ölfeldern im Mittleren Osten hindeuten. Turner sucht den für diese Division verantwortlichen CIA-Oberen Leonard Atwood (Addison Powell) auf und stellt ihn zur Rede. Dabei kommt es zu einer überraschenden Wendung...

Es könnte durchaus unheimlich gewesen sein, als "Die Drei Tage des Condor" damals im Jahre 1975 in die Kinos kam. Denn nur wenige Wochen zuvor wurde enthüllt, das der CIA ihr eigenes Süppchen kocht und auch abseits der Legalität unterwegs ist. Was für uns heutzutage ein alter Hut ist, war damals Sensation, Aufreger und Schock in einem und "Die Drei Tage des Condor" war der Film, der diese Wendung fast schon vorweggenommen hat und trotz fiktionalem Background unangenehm wahr wirkte und gerade deswegen bis heute als einer der besten sowie wichtigsten Vertreter des amerikanischen Paranoia-Thriller gilt, deren letzter großer wie erfolgreicher Vertreter Tony Scotts "Der Staatsfeind Nr. 1" aus dem Jahre 1998 war. "Die Drei Tage des Condor" fügt diesem Sub-Genre des Thrillers eigentlich wenig Neues hinzu. Bereits damals waren die verwendeten Rezepturen weitestgehend bekannt. Allerding versteht es Regie-Legende und Oscar-Preisträger Sydney Pollack ("Tootsie") diese spannungsförderlich zu nutzen. Auch Robert Redford leistet seinen Teil, als kecker, anti-autoritärer CIA-Mitarbeiter, der lernen muss, um sein Überleben zu kämpfen und sich dabei meist mehr auf Köpfchen statt auf Knarre verlässt. Ein smarter Held, mit klarer "Einer von uns"-Attitüde. Ein einsamer Streiter im Kampf gegen die Obrigkeit. Ein klassisches Motiv.

Mit dieser Attitüde bricht "Die Drei Tage des Condor" allerdings in der zweiten Hälfte etwas unschön. Wenn Faye Dunaway in die Handlung hinzu kommt und sich in aller Eile und überkonzipierter Spontanität eines Liebesbeziehung zwischen den beiden ergibt, bremst es den Thriller zum einen gehörig aus, zum anderen wird Dunaways Figur, die zuvor durchaus eigenständig und wehrhaft erschien, somit zum bloßen Objekt heruntergebrochen und hinterlässt somit einen miefigen, sehr chauvinistischen Eindruck, der so gar nicht mit dem eher smarten Thriller harmonieren möchte. Dennoch gelingt es "Die Drei Tage des Condor" mühelos seine Spannung konstant zu halten, auch weil der Thriller die Ohnmacht seines Helden gegenüber dem feindlichen System stets spürbar macht. "Traue niemandem" ist das Credo und es wird voll ausgespielt und gerne auch einmal durch die alte Thriller-Weisheit "Nichts ist so wie es scheint" erweitert, bzw. variiert. Dass und die Präsentation des CIA zum einen als seelen- wie gefühllose Maschinerie sowie als bürokratische Instanz unterstreicht Pollacks Films mit einer eisigen Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit, die sich im finalen Bild sogar an den Sehnerv verankert. "Die Drei Tage des Condor" ist bestes, klassisches Thrillerkino und einer der vielleicht letzten, großen Vertreter der New Hollywood-Ära, die mit gesellschaftlichen sowie politischen Aussagen protzten und damit ihren Unterhaltungswert erweiterten. Trotz seines Alters wirkt "Die Drei Tage des Condor" immer noch modern und aussagekräftig. Ein fesselnder Thriller, mit einer gelungenen Heldenfigur, der noch lange nachwirkt und wohl für ewig zu den Spitzenfilmen des Paranoia-Kinos zählen wird, auch wenn sich das Drehbuch einmal etwas zu sehr im Chauvinismus verliert. 

8/10

Von ARTHAUS/STUDIOCANAL erschien der Film in 4K Ultra-HD im limitierten Steelbook:


Quellen:
Inhaltsangabe
: Filmstarts/
Poster/Artwork: Studiocanal/ARTHAUS

Freitag, 11. Dezember 2020

Il Silenzio Dei Prosciutti - The Silence Of The Hams - Das Schweigen der Hammel (1994)

https://www.imdb.com/title/tt0111190/

Ein Serienkiller schlägt zu - immer wieder! Detective Jo Dee Fostar soll den Fall klären, und nur einer kann ihm helfen: Dr. Animal, ebenfalls ein Serienmörder, der in einem Hochsicherheits-Irrenhaus sitzt. Er verarbeitete seine Opfer vorzugsweise zu leckerer Pizzasoße. Die Zeit läuft: Jane setzt sich mit dem Geldkoffer ihres Chefs ab und landet im Cemetery-Friedhofsmotel, welches vom seltsamen Antonio Motel geführt wird. Er lebt da mit seiner Mutter (oder dem, was von ihr übrig ist...). Nach einer Dusche verschwindet Jane. Kann Jo Dee Dr. Animal zum Reden bringen, findet er den Killer, und wo ist Jane? Eine wahnsinniger Countdown beginnt! Wie man an diesem Inhalt leicht erkennen kann, handelt es sich bei diesem Film um eine Parodie auf "Das Schweigen der Lämmer", "Psycho" und andere Filme. 

Viele andere haben sich an Filmparodien versucht, aber keiner bekam es so gut hin, wie Zucker/Abrahams/Zucker-Gespann, die mit ihren slapstickartigen Komödien der 80er Jahre und beinahe jedem Gag den richtigen Nerv trafen. Regisseur Ezio Greggio nahm sich nur Filme wie "Das Schweigen der Lämmer" und "Psycho" vor und strickte daraus mit einem nahmhaften Cast (u.a. Dom DeLuise, Billy Zane, Martin Balsam, Shelley Winters) und Gastauftritten namhafter Regisseure (Joe Dante, John Carpenter) ein auf demselben Konzept basierende Nummernrevue. Die kommt nur in ihren Spitzen an das Trio ZAZ heran. Auch wenn der Film über Strecken minuziös den Originalen von Jonathan Demme und Alfred Hitchcock nachempfunden ist, kann Greggio sein satirisches Potential nicht wirklich ausschöpfen. Klamaukund ein starker Hang zum Kalauer bestimmen weitgehend die Handlung und machen "Das Schweigen der Hammel" zu einer müden, uninspirierten Möchtegern-Parodie. Diese hat zwar ihre Momente und ringt dem einen oder anderen Zuschauer sicher ein Lachen ab, doch die meisten Gags sind aufgewärmt und kaum Lachmuskelstimulierend. Das liegt auch daran, dass die Filme, die durch den Kakao gezogen werden,  auch mittlerweile schon zu alt sind, um heute noch zu funktionieren - das sieht man daran, dass in einer Szene Bill Clinton auf Ex-Präsident Bush trifft. Aber immerhin: Furz- und Pinkelwitze kommen nicht vor. Ein großer Pluspunkt.

6/10

Von TURBINE Medien kommt der Film im limitierten Mediabook auf Blu-ray.

Quellen
Inhaltsangabe: Turbine

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Irréversible - Irreversibel (Kinofassung) (2002)

https://www.imdb.com/title/tt0290673/

Alex (Monica Belucci) geht gemeinsam mit ihrem Freund Marcus (Vincent Cassel) und ihrem Ex Pierre (Albert Dupontel) auf eine Party. Dort kommt es unter Alkohl- und Drogeneinfluss zu einem heftigen Streit zwischen Alex und Marcus. Alex geht daraufhin allein nach Hause, doch das erweist sich als folgenschwer, denn sie wird auf dem Heimweg in einer Straßenunterführung vom Zuhälter Le Tenja (Jo Prestia) vergewaltigt. Als Marcus und Pierre davon erfahren, machen sich die Beiden auf die Suche nach dem Täter. Sie werden fündig: Der Vergewaltiger verkehrt im Rectum, einem düsteren Sado-Maso-Club der Schwulenszene...

 Dass ein Film, der von hinten nach vorne erzählt wird, durchaus funktionieren kann, ist spätestens seit Nolans "Memento", der zwei Jahre zuvor über die Leinwände flimmerte, kein Geheimnis mehr. In Gasper Noés "Irreversibel" wird die Tragik und Bitterkeit einer Geschichte durch dieses Stilmittel noch intensiviert. "Irreversible" ist aber kein angenehmer oder entspannter Film. Allein der Beginn des Films, sprich das Ende der Story, ist ziemlich anstrengend mit einer ziellos umherwirbelnden Kamera und einem penetrant hämmernden Soundtrack. Auch wird der Zuschauer, dessen Kopf sich mittlerweile mit der Kamera dreht, gleich zu Beginn mit expliziter und wirklich äusserst derber Gewalt konfontiert. Diese vorgefasste Rache-Szene zu Beginn des Films enthielt vielen Kinobesuchern zu viel Gewalt. Bei der Premiere in Cannes verließen einige Kritiker bereits nach kurzer Zeit den Kinosaal. Außerdem rief die Kameraachterbahnfahrt in der Nachtclub-Szene bei einigen Zuschauern Übelkeit hervor. Auf die extrem lange und realistisch anmutende Sequenz, in der Alex brutal vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt wird, reagierte das bei der Premiere unvorbereitete Publikum mit fassungsloser Empörung oder Abscheu. Von 2.400 Zuschauern verließen rund 200 das Kino vorzeitig, andere protestierten durch laute Zwischenrufe. Das US-amerikanische Magazin Newsweek verlieh "Irreversibel" den Titel "most walked-out-of movie of the year". Anhänger des Films halten entgegen, die Gewaltdarstellung sei elementar für die Geschichte und gebe dem Film erst seine Glaubwürdigkeit. 

Dem Zuschauer wird erst mit Kenntnis der ganzen Story klar, dass die chaotischen Szenen schlicht Ausdruck der Eskalation und des kompletten Kontrollverlusts der Protagonisten sind. Ein Horrortrip der Gefühlswelt, bei der klare Gedankengänge nicht mehr möglich sind, sondern Hass, Wut und Rachegelüste die Führung übernehmen. Der Cast, allen voran Vincent Cassel und Monica Bellucci, spielt diese schwierigen Rollen, die nicht nur Facettenreichtum, sondern auch ein hohes Maß an Freizügigkeit verlangten, absolut grandios. Insofern ist das stilistisch gar nicht schlecht, allerdings auch ziemlich gewagt und irgendwann nervtötend. Zwanzig Minuten ein praktisch permanten rotierendes Bild in dunkler Umgebung mit monotoner Soundkulisse und Stroboskopeffeekten sind kein Vergnügen, doch das will der Streifen ja auch nicht sein. Je länger der Film dauert, desto ruhiger werden die Szenen; wenn die brutale Vergewaltigung, die für das Kippen der Stimmung verantwortlich ist und bei der Noé schonungslos draufhält und nichts auslässt, erstmal vorbei ist, hält sogar der Humor und die Leichtigkeit Einzug in die bis dahin extrem abgefuckte Handlung. Die Figuren sind eigentlich sympathisch, im Falle von Alex (Monica Belucci) sogar zauberhaft, was dem Ganzen nur noch mehr Tragik verleiht. Eine einzige falsche Entscheidung löst eine Kettenreaktion aus und zerstört auf brachiale Art und Weise gleich mehrere Leben. Wirklich schwer zu sehen und zu ertragen. "Irreversibel" ist absolut kein schöner Film und doch irgendwie richtig gut.

8/10 

Von STUDIOCANAL erschien der Film ungeschnitten mit Kinofassung und Straight Cut auf Blu-ray mit jeder Menge Bonusmaterial in einem schicken Steelbook:

Quellen
Inhaltsangabe: Alamonde Film
Textauszüge: Wikipedia

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Arkansas (2020)

https://www.imdb.com/title/tt9139586/

Kyle (Liam Hemsworth) und Swin (Clark Duke) sind Handlanger der Dixie Mafia. Ihrem Boss Frog (Vince Vaughn), dem wichtigsten Mann im Untergrund von Arkansas, sind sie nie begegnet. Sie führen lediglich seine Anweisungen aus - so gut sie eben können. Als ihnen bei einem Job schwere Fehler unterlaufen, ist Frog alles andere als begeistert. Die Sache fällt ihnen auf die Füße und ihr Leben, so wie sie es kennen, ist vorbei. Der Film basiert auf dem Roman Arkansas von John Brandon, der sich zu einem Bestseller entwickelte.

"Arkansas" ist das Regiedebüt des Filmschauspielers Clark Duke, der gemeinsam mit Andrew Boonkrong auch das Drehbuch schrieb, für den es wiederum die erste Arbeit in diesem Bereich ist. Beides merkt man dem Film überdeutlich an. Liam Hemsworth und der Regisseur spielen die Drogenkuriere Kyle und Swin, Vince Vaughn ihren Boss Frog. In weiteren Rollen sind John Malkovich als Bright und Vivica A. Fox als Her zu sehen. Zwischen allen Beteiligten stimmt die Chemie überhaupt nicht. Die Rollen passen nicht und wirken, als wären die Schauspieler in eine Art Charakterform gepresst worden, nur damit ihre Namen auf dem Filmplakat stehen. Das lässig-schrullige Spiel muss man mögen. Um dem Film den Anstrich eines Tarantinos zu geben ist "Arkansas" in fünf frech betitelte Kapitel unterteilt, die aber eher unnütz und störend wirken. Im Anstrich einer Komödie funktioniert so etwas einfach nicht. Und als Exploitation-Film mit satirischem Einschlag ist er schlicht zu lang.

Was überdies besonders negativ auffällt ist die deutsche Synchronisation. Hier passt nichts. Die bekannteren Schauspieler wie Malkovich und Vaughn lassen ihre Stamm-Synchronsprecher schmerzlich vermissen. Auch die Dialogregie wirkt in der deutschen Synchonisation, als wäre das ganze Ding über Nacht schnell zusammengeschustert worden, damit die Deadline eingehalten wird. Nee, selbst für ein Debüt ist "Arkansas" nicht der große Wurf. Schon als Schauspieler muss man Clark Duke ertragen können, der hier seine ohnehin nervige Art auf seine Arbeit als Regisseur überträgt. Die fiesen Szenen, die dem Film letztlich über die Schwelle zur Erwachsenunterhaltung führen, helfen ihm nicht aus der  Mittelmäßigkeit heraus. "Arkansas" ist irgendwie leidlich unterhaltsam durch die skurrilen Typen, ansonsten herrscht Überdruss an Tristesse wohin man auch blickt. Gelegentlich hat das was, hier hat es rein gar nichts.

3,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Lionsgate
Textauszüge: Wikipedia

홀리데이 - Holli-dei - State of Violence (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0757223/

Seoul, 1988: Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür und die Stadt soll für die Besucher aus aller Welt glänzen. Da passt ein Armenviertel mit notdürftig zusammen gezimmerten Behausungen, welches an einer Verkehrsstraße liegt, überhaupt nicht ins Bild. Daher sollen die Bewohner verschwinden und Platz für schöne Luxusbauten machen. Da diese nicht daran denken, ihre Heimat aufzugeben, schicken die Behörden einen Trupp aus Polizisten und kriminellen Schlägern vorbei, die im Armenviertel aufräumen. Der brutale Befehlshaber dieses Räumkommandos, Kim An-seok (Choi Min-su), erschießt beim folgenden Zusammenstoß kaltblütig den behinderten kleinen Bruder von Ji Kang-heon (Lee Sung-jae)...

"State Of Violence" bietet eine packende, wenngleich im Spannungsbogen sehr gemächlich ansteigende Story. Erst zum Ende hin nimmt der Film dann etwas an Fahrt auf und bricht aus seinen bisherigen Fesseln aus. Obgleich der Film an sich spannend ist, die Schauspieler sind es nnur bedingt. Zu konventionell und überzeichnet wirken sie und die Macher tun sich sichtlich schwer, eine gewisse Symbiose zwischen den Charakteren und der Story herzustellen. Somit wirkt das Gesamtpaket etwas holprig, auch wenn der Film gegen Ende besser wird. Was mit den menschenunwürdigen Zuständen im Gefängnis beginnt, mündet in eine Flucht mehrer Inhaftierter. Jeder der Gruppe verfolgt nach dem Ausbruch eigene Ziele, während An-seok's Streben nach Gerechtigkeit in einer dramatischen Geiselnahme endet. Das ist dann wirklich bewegend und eindringlich inszeniert - lediglich der Oberaufseher und persönliche Gegenspieler An-seok's neigt hier immer noch etwas zum typisch asiatischen Overacting.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Splendid