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Samstag, 26. Oktober 2019

Terminator: Dark Fate (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6450804/

Vor wenigen Tagen war das Leben von Dani Ramos (Natalia Reyes) noch in bester Ordnung – und dann änderte sich alles: Denn plötzlich befindet sich die junge Frau in einem Kampf um Leben und Tod, inmitten eines unerbittlichen Krieges zwischen den Menschen und den Maschinen. Glücklicherweise ist sie dabei allerdings nicht auf sich allein gestellt. Unterstützung bekommt sie nicht nur von der kampferprobten Sarah Connor (Linda Hamilton), sondern auch von der kybernetisch weiterentwickelten Grace (Mackenzie Davis). Und die kann sie auch gut gebrauchen, denn ein weiterentwickelter Terminator des Modells Rev-9 (Gabriel Luna) hat es auf die junge Frau abgesehen. Zwischen den Fronten steht ein alter Bekannter (Arnold Schwarzenegger) von Sarah, der ihr Leben einst für immer veränderte...

In einer Zeit, in der die großen Hollywood-Studios verstärkt auf die Präsenz von populären Marken setzen, gehört die Terminator-Reihe zu den bisher größten Verlierern dieses Franchise-Kriegs. Drei Mal wurde sie in den letzten zwei Dekaden wiederbelebt, zuletzt in Form von "Terminator: Genisys", der als Auftakt einer neuen Trilogie fungieren sollte und neben der Rückkehr von Arnold Schwarzenegger auf "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke als neue Sarah Connor setzte. "Terminator: Dark Fate" ist der sechste Teil der Science-Fiction-Saga, versteht sich allerdings als direkte Fortsetzung von James Camerons "Terminator 2: Tag der Abrechnung" und ignoriert einfach mal die Teile 3 bis 5. Was gar nicht mal so schlecht ist, denn die Geschichte um die Terminatoren lief spätestens ab "Terminator: Die Erlösung" ganz schön aus dem Ruder. Und im Fall von Terminator bietet sich der Sprung zu den Wurzeln und das Ausblenden diverser Fortsetzungen allein durch die Zeitreise-Thematik an, ein entscheidender Vorteil, wenn die Kontinuität verhandelt wird. Was den Fan bei dem sechsten Teil zusätzlich aufhorchen lies, ist die Tatsache, dass James Cameron selbst, der bei "Terminator 2: Tag der Abrechnung" Regie führte und mal eben einen der besten Actionfilme aller Zeiten mit bahnbrechenden Effekten (für die damalige Zeit) ablieferte, wieder an Bord war. Zwar nicht hinter der Kamera, doch als Drehbuch‎-Autor, kreativer Berater und Produzent. Regie führte kein geringerer als Tim Miller, der mit "Deadpool" bereits zwei Mal eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er mindestens Actionfilme aus dem FF beherrscht.


Der größte Reiz dieser Back-to-the-Roots-Unternehmung gestaltet sich jedoch eindeutig in der Präsenz von Linda Hamilton, die zum ersten Mal seit 1991 wieder in die ikonische Rolle von Sarah Connor schlüpft, wodurch ebenfalls der emotionale Anker der ersten zwei Filme zurückkehrt. Dieser konnte in den Nachfolgern nie adäquat ersetzt werden. "Terminator: Dark Fate" nutzt die daraus resultierende, einmalige Chance nun gleich zu Beginn, um ihre Geschichte mit neuen Facetten zu erweitern und lassen auch keinen Zweifel daran aufkommen, denn hier wird überraschend brutal und konsequent vor Augen geführt, dass der Plot direkt an "Terminator 2: Tag der Abrechnung" anschließt. Selbst im Angesicht des verhinderten Weltuntergangs vermag Sarah Connor ihren Sohn nicht zu beschützen, da ein von Skynet geschickter Terminator blind dem Protokoll folgt und somit das Leben des jungen John Connors beendet, der später den menschlichen Widerstand gegen die Maschinen anführen sollte. Was dieser Terminator allerdings nicht weiß: Die Zukunft, aus der er geschickt wurde, existiert nicht mehr, da sie in "Terminator 2: Tag der Abrechnung" verhindert wurde. 

Wenngleich dieser Einstieg mit seiner plötzlichen Tragik und der chaotischen Chronologie zuerst irritiert, entpuppt er sich später als überaus spannendes Gedankenspiel, sowohl im Hinblick auf die "Terminator"-Mythologie als auch Arnold Schwarzeneggers Terminator. Gealtert ist die unerbittliche Killermaschine – eine schöne Wendung, die dem sonst wenig berührenden Film eine unerwartete Tiefe verleiht. Einmal mehr dürfen wir über die Grenzen zwischen dem menschlichen und maschinellen Wesen der Filme nachdenken. Dennoch ist es befremdlich, wenn eine Maschine, die nur das Ziel zu Töten hat, plötzlich eine Familie hat und eine Art Gewissen entwickeln konnte. Das passt logisch irgendwie nicht. Wo der Terminator nach Vollendung seiner Mission also ein Gewissen entwickelt hat, jagt Sarah Connor rastlos über die Highways, um die letzten Überbleibsel jener düsteren Zukunft zu eliminieren. Gewissermaßen haben die beiden ihre Rollen getauscht, was vor allem dann interessant wird, wenn sie auf die nächste Generation treffen. So spielt Natalia Reyes in "Terminator: Dark Fate" die junge Dani, die wie einst Sarah Connor von einem Monster aus der Zukunft verfolgt wird: Gabriel Luna aka Rev-9. 

Zu Hilfe eilt ihr derweil Mackanzie Davis, die ihre Grace mit anbetungswürdiger Wucht zum Leben erweckt. Besonders in den Actionszenen ist sie das schlagende Herz von "Terminator: Dark Fate" und bringt mehr Leben in den Film als jede Explosion, die Regisseur Tim Miller verzweifelt bemüht, um ein Epos heraufzubeschwören. Seine Inszenierung gehört zu den enttäuschendsten Aspekten von "Terminator: Dark Fate" und fördert überwiegend uninspirierte Bilder von gigantischer Leere zutage. Die Trailer machen zwar bereits klar, dass wieder Action in Form von Terminator-Fights im Fokus stehen – das ist auch die Essenz des Terminator-Kosmos. Doch der neue Terminator-Film klebt an den Motiven von James Camerons Meilenstein und weiß auf die wenigen geistreichen Impulse seines Drehbuchs kaum aufzubauen, da er wie die Zeitreisenden in der Wiederholungsschleife gefangen ist.


Es ist allzu offensichtlich, dass das Actionwerk sich nicht nur inhaltlich stark an "Terminator 2: Tag der Abrechnung" orientiert, es zitiert und parodiert den vermutlich besten Actionfilm aller Zeiten sogar häufig und für Fans dieses Teils sogar manchmal herrlich auffällig unauffällig. Streckenweise wirkt "Terminator: Dark Fate" daher wie ein hochpolierter Aufguss des Klassikers. Zwar versucht der Film durch einige Twists und neue Charakterdarstellungen dem Thema neue Facetten abzugewinnen, doch im Grund hat man alles schon einmal erlebt - nur besser. Doch "Terminator: Dark Fate" ist ein durchgehend unterhaltsames Werk und die Güte der exzellent choreographierten Actionszenen sind absolut sehenswert. Die Geschichte ist aber nun ausreichend episch erzählt - bitte keine Ehrenrunden mehr!

7/10

Von Twentieth Century Fox erschien der Film als 4K Ultra HD-Blu-ray im Steelbook. 


Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox

Montag, 9. September 2024

Terminator Zero (2024)

https://www.imdb.com/title/tt14153236/

Im Jahr 2022 tobt ein erbitterter Krieg zwischen den wenigen überlebenden Menschen und einer gigantischen Armee von Maschinen. Die Wurzeln dieses Konflikts reichen zurück bis 1997, als eine als Skynet bekannte künstliche Intelligenz ein eigenes Bewusstsein entwickelte und den Menschen den Krieg erklärte. Die Soldatin Eiko (Stimme im Original: Sonoya Mizuno), die zwischen Zukunft und Vergangenheit gefangen ist, wird in die Zeit zurückgeschickt, um das Schicksal der Menschheit zu verändern. Sie landet im Jahr 1997 mit der Mission, den Wissenschaftler Malcolm Lee (Andre Holland) zu beschützen. Malcolm arbeitet an einem neuen KI-System, das Skynets drohender Gefahr entgegenwirken soll. Während Malcolm mit den ethischen Fragen seiner Schöpfung ringt, wird er von einem unerbittlichen Terminator (Timothy Olyphant) aus der Zukunft gejagt, der den Auftrag hat, ihn zu töten. Das könnte das Schicksal seiner drei Kinder für immer verändern.

https://www.imdb.com/title/tt15142048/
1. Modell 101 (Model 101)
In einem dystopischen postapokalyptischen Jahr 2022 kämpft Eiko gegen einen unzerstörbaren Terminator, der sich regenerieren kann. Nach ihrer Flucht trifft sie sich mit dem Propheten zu einer besonderen Mission. In einem alternativen Japan des Jahres 1997, in dem Roboter immer häufiger vorkommen, vernachlässigt der Workaholic Malcolm Lee seine drei Kinder Kenta, Reika und Hiro, um sich auf ein fortschrittliches KI-System namens Kokoro zu konzentrieren, ein Konkurrent von Skynet. Obwohl Malcolm in der Robotikbranche arbeitet, lehnt er es ab, dass seine Haushälterin Misaki eine Roboterkatze für seine Kinder kauft. Kenta ärgert sich darüber, dass sein Vater nicht genug Zeit mit ihm und seinen Geschwistern verbringt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837273/
2. Modell 102 (Model 102)
Der Prophet beauftragt Eiko mit einer Zeitreise ins Jahr 1997, um Malcolm daran zu hindern, Kokoro zu starten. Der Terminator greift die Widerstandsbasis an und greift zahlreiche menschliche Überlebende an, darunter auch Annie. Die Zeitmaschine transportiert sowohl Eiko als auch den Terminator ins Japan des Jahres 1997. 1997 findet Reika Gefallen an der Roboterkatze, was sie zu einem verlassenen Einkaufszentrum führt. Ihre Brüder Kenta und Hiro folgen ihr, ohne Misaki zu informieren, der in Panik gerät. An anderer Stelle spricht Malcolm mit Kokoro über die Bedrohung durch Skynet. Kokoro erforscht jedoch die Geschichte der Menschheit und hält die Menschheit für unwürdig. Malcolm und Misaki suchen nach den Kindern, treffen aber auf den Terminator, der auf eine Mission geschickt wurde, um Malcolm und seine Kinder zu töten. Misaki wird von Malcolm getrennt und trifft auf Eiko, die sie vor der Bedeutung von Malcolms Kindern für die zukünftige Zeitachse warnt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837274/
3. Modell 103 (Model 103)
An seinem Arbeitsplatz kommuniziert Malcolm weiterhin mit Kokoro und versucht, das KI-Programm davon zu überzeugen, dass die Menschheit es wert ist, gerettet zu werden. Während Malcolm zugibt, dass er keinen Zeitpunkt in der Geschichte nennen kann, in dem die Menschheit in Frieden gelebt hat, spricht er über den menschlichen Überlebenswillen. Misaki kümmert sich um die verwundete Eiko und erfährt etwas über die dystopische Zukunft, die Malcolms Kokoro-KI-System entfesselt hat. Währenddessen entdeckt Kenta in dem verlassenen Einkaufszentrum mehrere ausgemusterte Roboter, die er neu programmieren möchte. Auf der Suche nach der Roboterkatze treffen Reika und Hiro auf den Terminator, der versucht, sie zu töten, aber von Eiko aufgehalten wird. Der Terminator macht Kenta handlungsunfähig, als er seine Geschwister verteidigt. Eiko, die Kinder und Misaki fliehen in eine nahe gelegene U-Bahn-Station, verfolgt vom Terminator. Misaki und die Jungs werden von Eiko und Reika getrennt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837275/
4. Modell 104 (Model 104)
Eiko und Reika fliehen in einem gestohlenen Polizeiauto, werden jedoch von der japanischen Polizei verfolgt, die Reika tötet. Reika und Eiko verstecken sich in einem Bürogebäude, das von einem SWAT-Team belagert wird. Auf Eikos Aufforderung hin versucht Reika, ihren Vater Malcolm anzurufen, aber er macht sich Sorgen um Kokoro. Das SWAT-Team überwältigt Eiko und bringt die beiden in ein Krankenhaus. Misaki, Kenta und Hiro suchen Zuflucht auf einer Polizeistation. Der Polizeichef kann keine Ausweisdokumente finden, die die Existenz von Misaki belegen. Der Terminator greift die Polizeistation an und tötet mehrere Polizisten und Detektive. Während des Kampfes reißt er Misaki den Arm ab und entlarvt sie als Androide. Misaki und den Jungs gelingt die Flucht. In der Zwischenzeit aktiviert und startet Skynet mehrere Atomangriffe in der westlichen Hemisphäre und in weiten Teilen Asiens, die zahlreiche Verluste verursachen. Malcolm hat keine andere Wahl und aktiviert Kokoro. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837277/
5. Modell 105 (Model 105)
Nach dem Start von Kokoro werden Roboter aktiviert und setzen gewalttätige Gewalt ein, um die japanische Bevölkerung zu unterwerfen und die japanische Selbstverteidigungsstreitmacht zu überwältigen. Eiko und Reika kommen im Krankenhaus an, werden dort jedoch in den Roboteraufstand verwickelt, dem sie entkommen. Misaki und die Jungs fliehen zu einer Müllkippe. Während Keika Misaki zunächst als Androiden ablehnt, ist Hiro verständnisvoller. Misaki kann ihn und Hiro davon überzeugen, dass sie nur ihrem Vater Malcolm dient. Der Terminator kämpft gegen mehrere von Kokoro gesteuerte Roboter. Kokoro sagt Malcolm und der japanischen Bevölkerung, dass sie sie unter der Bedingung, dass sie sich ihr unterwerfen, vor Skynet schützen kann. Sie rechtfertigt ihre gewaltsame Machtübernahme als Reaktion auf die Versklavung von Robotern in der Science-Fiction-Literatur. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837279/
6. Modell 106 (Model 106)
Im Jahr 2022 erklärt der Prophet Eiko das Paradox der Zeitreise – dass die Zeit zwar geradlinig verläuft, aber jedes Mal, wenn ein Mensch oder eine Maschine in der Zeit zurückreist, eine neue Zeitlinie entsteht. Malcolm teilt Kokoro die schmerzhafte Erinnerung an den Tod seiner Frau. Misaki und die Jungs machen sich auf den Weg zum Themenpark Cat Town, dem Lieblingsort ihrer Mutter, um Reika und Eiko zu treffen. Kenta bedroht Misaki, als er sieht, wie sie mehrere Menschen tötet, um Hiro zu beschützen, gibt aber nach und sie machen sich auf den Weg nach Cat Town, wo der Terminator Kenta entführt, indem er sich als Reikas Stimme ausgibt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837280/
7. Modell 107 (Model 107)

Kokoro bringt Malcolm dazu, zuzugeben, dass er aus der Zukunft kommt. In Rückblenden wird enthüllt, dass Malcolm in seiner Zeit als Kind geächtet wurde, weil er vorschlug, die Natur von Maschinen zu ändern. Dies veranlasste ihn, Misaki zu erschaffen, und gemeinsam reisten sie aus der postapokalyptischen Zukunft zurück ins Jahr 1983, um Kokoro zu erschaffen, wobei sie dabei Misakis Erinnerungen opferten. Er fand Arbeit bei Cortex und nutzte sein Wissen über Robotik, um Kokoro zu bauen. Durch Kokoros Roboternetzwerk erfährt er, dass Reika, Hiro und Misaki in Sicherheit sind und sich mit Eiko verbunden haben. Der Terminator bringt einen gefangenen Kenta mit, um Malcolm aus seinem Versteck zu zwingen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt30837281/
8. Modell 108 (Model 108)
Eiko liefert sich einen heftigen Kampf mit dem Terminator, bei dem ihre Hand vom Terminator zerquetscht wird und Malcolm tödlich erstochen wird. Als er stirbt, enthüllt er in seiner Zeitleiste, dass Eiko seine Mutter ist. Kokoro beschließt schließlich, die Menschheit vor Skynet zu verteidigen. Der Terminator schleppt Kenta zum EMP der Einrichtung und enthüllt, dass Kenta in Zukunft Frieden mit Skynet schließen und den Terminator zurückschicken würde, um Kokoro zu zerstören. Als der Terminator im Kampf gegen Kokoros Roboter zerstört wird, bleibt Kenta die Wahl, das EMP zu aktivieren. Als Kenta mitgeteilt wird, dass Skynet erneut angreifen würde, beschließt sie schließlich, Kokoro zu verschonen, bevor sie mit Reika, Hiro, Eiko und Misaki untertaucht. - 7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork
Netflix

Mittwoch, 29. Juli 2015

Terminator Genisys (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1340138/

Im Jahr 2029 kämpft der Rebellenanführer John Connor (Jason Clarke) gegen die Übermacht des Skynet-Maschinenimperiums. Er schickt seinen loyalen Freund Kyle Reese (Jai Courtney) zurück ins Jahr 1983, um seine Mutter Sarah Conner (Emilia Clarke) vor einem Killer-Roboter zu beschützen und so die Zukunft der Menschheit sicherzustellen. Doch als Kyle Reese im Los Angeles der 1980er ankommt, muss er feststellen, dass die erwartete Vergangenheit nicht mehr existiert. Sarahs Eltern wurden von einem durch die Zeit gereisten Terminator ermordet, ein Android des Modells T-800 (Arnold Schwarzenegger) hatte das 9-jährige Mädchen danach beschützt und großgezogen. Kyle erklärt Sarah, was in der Zukunft geschehen wird, doch sie wehrt sich entschieden gegen die Vorstellung, dass ihre Geschichte schon vorherbestimmt ist – und nimmt den Kampf mit Gegnern wie dem T-1000 (Byung-hun Lee) auf...

Der fünfte Teil des beliebten "Terminator-"Franchise stand wie schon so viele andere Fortsetzungen anderer Reihen vor ihm unter keinem guten Stern: erst wurde im Haupttrailer viel zu viel gezeigt und somit massiv gespoilert, dann kamen merkwürdige und bis zum Erbrechen mit Photoshop bearbeitete Poster heraus und zu guter Letzt wurde der Film von Kritkern in der Luft zerissen. Aber zurecht? Keine Frage, der Film hat gravierende Schwächen und wird auch sicher nicht der Blockbuster des Sommers, geschweigen denn der Film des Jahres werden, doch wenn man die ganze Sache nüchtern betrachtet und mit den so im Vorfeld recht niedrig angesiedelten Erwartungen an den Film herangeht, bekommt man - gerade auch gemessen an dem grauenhaften Vorgänger "Terminator: Salvation" - einen ordentlichen Action-Streifen geboten, der noch dazu eine gute Unterhaltung liefert. Und besonders einer weiß hier extrem gut zu gefallen: Arnold Schwarzenegger.


Es ist sicher von Vorteil, wenn man die Storyline der ersten beiden Teile entweder noch im Kopf oder gerade erst gesehen hat: Kyle Reese wurde ja bekanntlich ins Jahr 1984 zurück geschickt um dort Sarah Connor zu beschützen, die von einem Terminator getötet werden soll. Damit würde er den Tag des jüngsten Gerichts verhindern und somit auch den großen Krieg gegen Skynet. Doch hier (und zu zu Kyles Überraschung) weiß Sarah Connor längst über alles Bescheid und hat einen Beschützer bei sich: den T-800, ein Terminator der umprogrammiert wurde um Sarah Connor seit der frühsten Kindheit zu beschützen. Die Zeitlinie hat sich also komplett geändert und so müssen Sarah und Kyle vor dem gefährlichen T-1000 bereits in frühen Zeiten fliehen.

Damit ist auch klar, warum der Film immer wieder negative Kritiken erfahren muss: diejenigen haben nämlich den Trailer gesehen und der verrät schlicht und ergreifend zu viele Twists. Dadurch wird der Film natürlich komplett überraschungsarm und auch nicht mehr wirklich spannend. Wenn man dazu noch Vergleiche mit "Terminator" und "Terminator 2: Judgment Day" zieht, ergibt die Story des fünften Teils zudem so überhaupt keinen Sinn und reisst tiefe Logiklöcher ind den Gesamtkonstrukt. Betrachtet man "Terminator: Genisys" jedoch als Reboot und somit neuen, eigenständigen SciFi-Actionfilm, ist das ganze Pakt dann doch eine ziemlich unterhaltsame Nummer. Gewürzt wird das Ganze mit einer angenehmen Prise Selbstironie, einem tollen '84er-Nostalgie-Flair, einem guten Soundtrack und mehr als soliden CGI-Effekten. Da verzeiht man auch schnell, dass die Hauptstory eigentlich total unterirdisch geschrieben ist.


Immerhin ist Arnold Schwarzenegger zurück in seiner Paraderolle als "Terminator" und auch der Hauptgrund, weshalb "Terminator: Genisys" trotz aller Defizite überraschend gut gefällt. Er überzeugt komplett in seiner Rolle und man nimmt ihm nach wie vor die Tötungsmaschine ab. Dabei vergisst er auch nicht die nötige Portion Selbstironie ("Ich bin alt, aber nicht veraltet!"). Einfach eine sympathische und kultige Filmfigur. Ganz anders ist es leider bei Emilia Clarke. Sie ist leider eine komplette Fehlbesetzung als Sarah Connor und liefert hier eine viel zu blasse Performance ab. Sie hat eine völlig emotionslose Mimik und spielt nicht mit großer Lust. Es mag auch schwierig gewesen sein eine Schauspielerin zu finden, die Linda Hamilton ersetzen kann.

Immerhin agiert dann wenigstens Jai Courtney besser als in seiner ersten großen Hollywood-Rolle "Stirb langsam: Ein guter Tag zum sterben"), dennoch ist er noch ein sehr weites Stück von einem guten Schauspieler entfernt. Jason Clarke hingegen gibt einen guten John Connor, auch wenn es sehr befremdlich ist, was aus diesem Charakter geworden ist. J.K. Simmons gefällt einmal mehr richtig gut und steht auch für einige lustige Momente, besitzt aber leider auch zu wenig Screentime. Byung-hun Lee als T-1000 kann zwar sehr schön böse gucken (und es ist nett mal wieder einen von der Art zu sehen), aber einem Robert Patrick reicht auch er nicht das Wasser.

Die Dramaturgie holperte zudem mächtig, und der Film hat sichtbar große Balance- und Tempoprobleme. Am Ende versinkt die Geschichte im Action-Einheitsbrei, und spätestens hier muss man wieder einmal den Hut vor James Cameron ziehen, der einfach weiß, wie so etwas gemacht wird. Der hiesige Regisseur Alan Taylor weiß es leider nicht. Erschwerend hinzu kommt, dass der "Terminator: Genisys" den Finger auf die erzählerische Wunde legt: wenn die Gegenwart nicht passt, dann schickt man einfach einen Terminator in die Vergangenheit und ändert sie. Und wenn das nicht klappt, einfach noch mal. Und noch mal. Und noch mal. Und noch mal. Sarah Connor, Kyle Reese und der T-800 retten hier zwar ein weiteres Mal die Welt, aber das hat natürlich keinerlei Relevanz, wenn zu jeder Zeit irgendein weiterer Terminator auftauchen kann.

So ist es im Grunde wie bei "Transformers". Die Story ist totaler Schwachsinn und (auch logisch) sinnfrei ohne Ende, allerdings haben die Filme einen schon  unfassbar hohen Unterhaltungswert. Da muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden, ob diese "Hirn raus - Action rein" Filme das Richtige sind. Ich jedenfalls war sehr angenehm überrascht, auch wenn hier beim Drehbuch und beim Cast viel falsch gemacht wurde. Die Action ist nicht übertrieben, aber doch sehr roh, wenn auch blutarm, gehalten. Es wird nicht ewig durch die Luft gewirbelt, sondern sich halt oft einfach nur in die Fresse geschlagen. Unterhaltsam ist er, vielleicht auch überraschenderweise.

7/10

In 6 verschiedenen Editionen erschien der Film für den Heimkinomarkt. Eine der - in meinen Augen - schöneren Edition, die vor allem den Fim auch in 3D bietet - ist das SATURN-exklusive Steelbook mit geprägtem Schriftzug:


Quellen
Inhaltsangabe: Paramount Pictures

Sonntag, 16. März 2014

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (Extended Special Edition) (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

Man kann die "Terminator"- gerne mit der "Alien"-Reihe vergleichen, auch wenn dort Ridley Scott den Grundstein legte. Aber wenn man genau hinsieht, dann ist die Entwicklung sehr ähnlich: die Action und der Thrill aus dem Vorgänger wird versucht in eine noch modernere und actionreichere Umgebung zu übertragen. Bisauf das fehlenden Noir-Thriller-Element funktioniert dies ausgezeichnet und katapultiert den Zuschauer in eine etwas buntere, aufgeklärtere aber noch korruptere Welt. Und "Terminator 2" ist bis heute einer der wichtigsten Actionfilme der "Neuzeit", denn er schuf auf der einen Seite ganz neue Maßstäbe in Sachen Computerfilmeffekten und Comuteranimation und setzte zum Anderen mit der packenden Geschichte noch eins oben drauf.

Die Fortsetzung ist ein brachiales Effektgewitter, das von rasanter Action nur so überkocht. Man kann hier getrost von Popcorn-Kino der höchsten Güteklasse reden. Cameron verliert trotz der ganzen Action keinmal den Überblick über die Story oder seine Charaktere. Arnold Schwarzenegger als diesmal cybernetischer Beschützer geht wieder voll und ganz in seiner Paraderolle als T-800 auf und feuert nebenbei noch einige der coolsten One-Linier der Filmgeschichte aus seiner Datenbank. Edward Furlong als John Conner macht seine Sache auch ausgesprochen gut und vergessen darf man natürlich auch nicht den genialen Robert Patrick. Seine Performance als T-1000 ist in der Film-History fest verankert. Linda Hamilton verwächst nahezu in die Rolle der verstörten Saran Connor und ist ein schauspielerisches Highlight des Streifens. Dies ist erwähnenswertz, weil schauspielerische Auffälligkeiten in Filmen dieses Genres nicht die Regel sind. Hier findet Cameron eine geniale Mischung aus eiskalter berechnender Konsequenz des T-1000 und dem bemühten und gleichzeitig sympatischen Lernprozess des T-800.

Mir persönlich fällt spontan kein anderer Film ein, der den Sprung der visuellen Effekte bzw. den Übergang der 80er in die 90er so (bild)gewaltig wie "Terminator 2" veranschaulicht. Handwerklich perfekt wie James Cameron nun einmal ist, darf man hier beinahe auf Knien dankbar dafür sein, dass sage und schreibe 2 Jahre Computer-Rechenzeit die Produktion aufgehalten haben. Die Stärke des Films liegt aber nicht einzig allein darin neue Maßstäbe in Sachen Technik und Eyecandy zu setzen, sondern ebenso viel Wert auf die Entwicklung der Figuren zu legen. Bestes Beispiel ist der Psychiatrie-Part mit Sarah Connor. Hier stellt man uns ein völlig nacktes und korruptes Irrenanstaltregime vor, dass durch die Fäden oberer Interessenverbände ("Cyberdyne Systems") Sarah Connor unter Verschluss hält. Hier spielt sich der stärkste schauspielerische Akt des Filmes ab und den meistert Linda Hamilton, die immer mehr in meiner Gunst steigt, fast im Alleingang. Die baldige Zusammenführung von Sarah, John und dem T-800 ist geschickt inszeniert und schleudert den Film spätestens ab dann in ein Actionfeuerwerk allererste Kajüte. Die Spannung bleibt indes auch nicht auf der Strecke, denn die klare, konsequente Linie wird beibehalten; sowohl die des Jägers, als auch die stark traumatisierte Seele von Sarah. Die wichtige Schlüsselszene dazu spielt sich in Dyson's Haus ab.

Aber auch wenn es überall kracht und qualmt, streut Cameron immer wieder ruhige Szenen ein, in denen die Beziehung zwischen John und dem T-800 vertiefend dargestellt wird. Sarah's Visionen fügen sich im Laufe zu einer einzigen Horrorsequenz zusammen und heften sich tief ins Mark des Zuschauers. Genial! Das Ende in der großen Fabrikhalle in der Metall geschmolzen wird... ein würdigeren Schauplatz für einen Endkampf zwischen den beiden Maschinen kann ich mir heute nicht vorstellen. Hier wirft Cameron letztlich alles an Effekten in die Waagschale und liefert ein ähnlich gigantisches Finish wie in "Aliens".

Hier kann man nach dem Haar in der Suppe suchen und noch so sehr bemühen, aber man kann hier kaum Punkte abziehen. "Terminator 2" war, ist und bleibt innovativ, erfrischend, durchaus komplex, bombastisch undvor allem nachhaltig. Ein Film, der den Titel "ein Meilenstein des Genres" völlig zurecht tragen darf.

9,5/10

Der Directors Cut (schnittberichte.com) des Films beinhaltet viele wichtige Szenen, die den Streifen zwar in die Länge ziehen und die Fahrt verlangsamen, aber dafür der Figurenzeichnung und ihren Eigenheiten den nötigen Feinschliff geben. Der hier besprochene "Ultimate Cut" oder auch "Extended Special Edition" ist ganze 18 Minuten länger. Einen Vergleich zwischen den Filmfassungen findet man wie immer hier: schnittberichte.com.

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen
Inhaltsangabe: Studiocanal

Montag, 12. Mai 2014

Terminator 3: Rise Of The Machines - Terminator 3: Rebellion der Maschinen (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0181852/

Der Tag der Abrechnung, an dem John Connor (Nick Stahl) die Apokalypse verhindern konnte, liegt über zehn Jahre zurück. John ist mittlerweile volljährig, hat keine Wohnung, keine Kreditkarte, kein Mobiltelefon und keinen Job. Er lebt am Rande der Gesellschaft und tut alles, um möglichst keine Spuren zu hinterlassen, damit Skynet ihn nicht aufspüren kann. Das hochentwickelte Netzwerk versucht einst, ihn zu eliminieren. Doch dann erscheint das völlig neue und unzerstörbare Modell T-X (Kristanna Loken), Skynets bisher am weitesten entwickelte Tötungsmaschine – sexy und verführerisch, aber umso gnadenloser und gefährlicher. T-X soll das vollenden, was ihrem Vorgänger nicht gelang. John und seine Freundin Kate Brewster (Claire Danes), die Tochter von General Brewster (David Andrews), fürchten um ihr Leben. Der Einzige, der Connor jetzt noch helfen kann, ist der legendäre Terminator T-800 (Arnold Schwarzenegger), der einst auf ihn selbst angesetzt wurde. Um die Menschheit vor den unverwüstbaren Killermaschinen zu retten, müssen sie in die Skynet-Kommandozentrale...

Das allererste was mir zum Film einfällt ist Nick Stahl. Denn der ist eine glatte Fehlbesetzung als weinerlicher John Connor. Denn so ist "Terminator 3: Rise of the Machines" zwar auf der einen Seite ein richtig guter Actionfilm, der krachende und auch spektakuläre Zerstörungsorgien bietet, aber im Kontext der beiden Vorgänger eine große Enttäuschung ist. Er atmet einfach nicht die gleiche Luft wie die beiden.

Hatten Camerons Werke noch eine düstere, dunkle Atmosphäre, eine durchgehende Ernsthaftigkeit (auch wenn "Terminator 2: Judgement Day" sie dezent auflockerte), kann (oder will) Regisseur Jonathan Mostow diese Aura nicht transportieren. Mir ist schon klar, das bei einem komplett neuem Cast vor (Stahl, Danes, Loken) und hinter der Kamera (Reggie, Kamera, Schnitt), zwangsläufig auch etwas Neues entsteht, aber man hat die großen Fußstapfen zu sehr aus den Augen verloren. Vielleicht war eben diese auch zu viel verlangt, aber in Sichtweite nebenher zu laufen sollte schon drin sein.

Neben fragdwürdigem Cast (bis auf Schwarzenegger) und fehlender Atmosphäre ist der überzogene Humor der dritte große Kritikpunkt. Denn der ist eindeutig zu viel. Der Terminator ist eine Maschine und kein Elton-John-Clown. Hätte nur noch gefehlt das er einen Witz erzählt und danach in schallendes Gelächter ausbricht. Wenn man unbedingt so witzig sein will, soll man halt eine Parodie machen. Aber bitte nicht so etwas.

Tja, eigentlich schade, dann hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Auch mit dieser Besetzung. Denn die Story wurde durchaus sinnvoll weitergesponnen, Arnie ist so sehr Terminator wie eh und je, Kristanna Loken bringt frischen Wind rein und die Action ist wuchtig und wunderbar brachial. Und weman über alle Mißstände hinweg sehen kann, dann bekommt eine gute Portion Action. Genug zum satt werden, auch wenn man diesen bekannten Nachgeschmack vermisst, der so schön "metallisch" schmeckt.

6/10

Passend zum Film gibt es von SONY ein Steelbook:


Quellen
Inhaltsangabe: Sony Pictures

Samstag, 27. Dezember 2014

Terminator: Salvation - Terminator: Die Erlösung (Extended Version/Director's Cut) (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0438488/

Nach der Apokalypse und der Machtübernahme der Maschinen ist John Connor (Christian Bale) dazu bestimmt, als Anführer des Widerstands einen Weg zu finden, um Skynets erbarmungslosen Plan zur Vernichtung der Menschheit zu torpedieren. Während Connor seine Straßenkämpfer im Untergrund für einen letzten verzweifelten Angriff mobilisiert, wird ihm klar, dass er seinen eigenen Vater, Kyle Reese (Anton Yelchin), retten muss, um die Zukunft zu sichern. Doch die schockierendste Entdeckung offenbart sich mit dem Auftauchen von Marcus Wright (Sam Worthington), einem geheimnisvollen Einzelgänger aus der Vergangenheit, der Connor vor eine unmögliche Wahl stellt, die das künftige Schicksal der Menschheit entscheiden wird und beide auf eine lebensbedrohliche Odyssee ins Innere der feindlichen Organisation führt.

Der vierte Teil des erfolgreichen Franchises stellt die Frage: "Wie spinnen wir die Story weiter?". Es erscheint erst einmal sehr positiv, nicht noch eine Vergangenheitsgeschichte auszupacken. Denn die Apocalypse und das fröhliche Atombomben zünden ist schon längst geschehen. Und der aktuelle Krieg der Maschinen, bzw gegen die Maschinen ist das Hauptaugenmerk dieses Films. Man kann das nun mögen oder nicht, aber ein Film namens "Terminator" ohne seinen urgewaltigen Headliner ist schon schwer gewöhnungsbedürftig. Das einfache Problem ist, dass der erste und zweite Teil eben nicht auf eine ganze Serie hin ausgerichtet waren, wie es heute schon bei einem ersten Teil (ich denke da aktuell sehr gern an die Marvel-Verfilmungen) oft der Fall ist. Und so bekam man fast alle 10 Jahre immer wieder neue Gesichter vorgesetzt, und die fast einzigste Konstante war ein Arnold Schwarzenegger. Da der aber eben nicht mehr der Faltenfreieste ist, war es ohnehin schwierig ihn einzubinden. Und so kam ein muskelbepackter Körper her und eine Gesichtskopie des guten alten Originals. Allerdings nur für Bruchteile von Sekunden und somit eher als Gimmick für die Fans.

Doch bevor das Endzeit-Szenario startet, wird Worthingtons Charakter instruiert, bevor es dann einen Sprung ins Jahr 2018 gibt. Und da fängt schon das erste Problem an: es sind riesigen Lücken zwischen den einzelnen Filmen vorhanden. Und "Terminator" ist ja auch irgendwo ein Zeitreise-Film, in dem aus der Zukunft immer jemand die Vergangenheit beeinträchtigen soll. Aber man hört immer irgendwie das Jahr 2022. Ungeachtet dessen, ist es denn nicht möglich die Zukunft in der ferneren Zukunft noch einmal zu beeinflussen? Die Kämpfe ums Überleben toben auf jeden Fall. Aber nicht mit Laserpistolen, sondern wieder schön fein "säuberlich" mit Munition und Stahl. Die Welt ist kaputt, es ist düster, es ist dreckig. Terry Crews spielt genau so dynamisch wie eine Betonplatte, Bale gibt sich Mühe seiner Rolle als John Connor gerecht zu werden, und gäbe es nicht die Maschinen, wüsste man gar nicht, dass es ein "Terminator"-Film ist.

Das die aber nicht statisch mit dem bekannten Endoskelett-Terminator durch die Gegend ballern, sondern nun mit riesigen Sammeleinheiten oder völlig sinnfreien Motorrad Einheiten (egal wie fetzig die agieren), fragt man sich, ob die Macher es wirklich ernst nehmen, der Ursprungsgeschichte treu zu bleiben. Es sieht nicht zumindest danach aus. Allein der Umstieg von Lasergeschützen auf stinknormale Patronenwaffen ist ja schon fast eine Farce. Ich würde aber lügen, würde ich sagen, mir gefällt die actionhaltige Umsetzung nicht. Denn "Terminator: Salvation" ist atmosphärisch gut und das Effektgewitter geht auch in Ordnung. Nur Handlung und Schauspieler an sich hauen mich eben nicht um. Vermutlich ist es der Gesamtlook, der die Fahne für diesen Film hoch hält. Denn auch das Ende befriedigt sicher keinen und wäre auch auf einer schulischen Notenskala nur eine 3 geworden. Was insgesamt gesehen ein Widerspruch in sich selbst ist. An sich ist der Film richtiggehend doof, aber der Stil und auch die in Zukunft verlegte Handlung, und das Wegbewegen von den drei bisherigen Rahmenhandlungen ist völlig in Ordnung. Eine gute Darstellung im visuellen Bereich ist eben nur die halbe Miete, man kann sich getrost beim Rest der Crew bedanken, das es kein ausgezeichnetes Filmerlebnis wurde. Lediglich die Erklärung, wie Connor seine Narbe bekommen hat, ist... nun ja... aber hätte das jemanden ernsthaft interessiert?

6,5/10

Wie bei allen vorherigen Teilen gibt es auch diesen Film mal wieder im thematisch passenden Steelbook:


Quellen
Inhaltsangabe: Sony Pictures

Montag, 2. November 2020

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (Director's Cut / Special Edition) (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

Einfach und schlicht: der perfekte Actionfilm. Ein Film, der kaum Lauflängen aufweist, egal, ob man ihn in der Kinofassung (mit noch stolzen 137 Minuten am kürzesten), der hier besprochenen Special Edition, dem eigentlichen Director's Cut (153 Minuten) oder der Extended Spacial Edition (156 Minuten) genießt. Hier passt alles. Angefangen mit dem perfekt gewählten Cast. Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton, die hier schon zum zweiten Mal zusammen vor der Kamera standen und in ihre ikonischen Rollen schlüpfen, werden bestens von Edward Furlong als John Connor und Robert Patrick als bösartiger und wandlungsfähiger T-1000, der ultimativen Killermaschine vervollständigt. Auch das Pacing passt. Angefangen von der düsteren, dystopischen Zukunftsvision, die es unter allen Umständen zu verhindern gilt, mal ganz abgesehen von diversen Zeitparadoxa, die daraufhin enstehen müssten. Die Story, so simpel sie auf dem Papier klingen mag, ist hervorragend umgesetzt und lässt durch geschickt eingewobene Actionszenen immer wieder die Muskeln spielen. Für 1991er Verhältnisse sieht man hier CGI-Effekte, die bahnbrechend waren. Nicht umsonst ist "Terminator 2: Tag der Abrechnung" der erste Film, dessen Produktionskosten die 100-Millionen-Dollar-Marke durchbrachen.


Auch heute noch, fast 30 Jahre nach Veröffentlichung reißt einen der Film mit. Und das, obwohl man ihn sicher schon asuwenig kennt, diverse Szenen mitsprechen könnte und die Actionszenen, sowie die zahlreichen Filmfehler aus dem FF kennt. Letztere ließen sich wohl kaum vermeiden, angesichts der Effekte und der Machbarkeit der Umsetzung, viele sind aber einfach nur auf pure Schlampigkeit zurückzuführen. Satte 135 Filmfehler konnten identifiziert werden und diese tragen ironischerweise sogar noch ein wenig zum Charme der Verfilmung bei. Die zweineinhalb Stunden vergehen wie im Flug, während man in actionreichen Sequenzen voller Spannung verfolgt, wie der unaufhaltame T-1000 den technisch unterlegenen T-800, John Connor und dessen Mutter Sarah jagt, über die Zerstörung Skynets, der Firma, die für den Bau des ersten Supercomputers und damit des Terminators verantwortlich zeichnete, bis hin zum Ende im glühend heißen Stahlwerk, dessen Hitze man förmlich schmecken kann. Hier könnte man etwas Kritik an der schon damals zu schnell voranschreitenden technischen Entwicklung ausmachen, eine Denkweise, die in vielen Branchen bis in jüngste Zeit anhält und die erst heute beginnt, sich über die Konsequenzen ihres Handelns Gedanken zu machen. Dabei geht es natürlich nicht um Killer-Cyborgs, die die Menschheit unterjochen will, doch Umwelt, Ressourcen und Auswirkungen sind duchaus erkennbare Motive. Dem zum Trotz ist "Terminator 2: Tag der Abrechnung" in erster Linie ein Actionfilm, der unterhalten will. Und das kann er, verdammt nochmal, unglaublich gut. Ein Film zum immer wieder Ansehen, ein Film der nie langweilig wird. So muss Kino sein.

9,5/10

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken, wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen
Inhaltsangabe: Studiocanal

Dienstag, 29. August 2017

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

"Am 29. August 1997 endeten 3 Milliarden Leben. Die Überlebenden des nuklearen Feuers nannten den Krieg den Tag des jüngsten Gerichts. Sie überlebten nur um sich einen neuen Alptraum gegenüber zu sehen. Den Krieg gegen die Maschinen..."

Der 29. August 2017 - 20 Jahre nach dem "Judgment Day", der in dem wohl ikonischsten aller Actionfilme "Terminator 2: Judgment Day" verhindert wurde - bringt als einmaliges Event den Film in 3D noch einmal auf die Leinwände der Nation. Nun mag man sich fragen, ob eine 3D-Konvertierung den Film tatsächlich besser macht. In erster Linie jedoch ist es schön, gerade diesen Film (vielleicht sogar erneut) auf der großen Leinwand zu sehen. Zum Film selbst gibt es kaum was zu sagen - fast jeder kennt ihn, fast jeder hat ihn schon einmal gesehen. Und nicht umsonst wird "Terminator2: Judgment Day" als einer der besten Actionfilme aller Zeiten behandelt, denn was 1991 auf die Leimwände kam, war ein herrliches brachiales Effektgewitter, welches zu dem Zeitpunkt in dieser Art und Weise so eigentlich noch gar nicht vorstellbar gewesen wäre. Stan Winston zeichnete verantwortlich für die vielen non-digitalen Effekte (Make-up des T-800) und erhielt dafür nicht umsonst 1992 den Oscar für "bestes Make-up". Ebenso waren die digitalen Efekte ihrer Zeit voraus, so etwa die verschiedenen Verwandlungen/Transformationen des T-1000.

 Die Ernüchterung - und das muss sich der Film nun mal gefallen lassen - folgt auf dem Fuße. Nicht nur, dass die 3D-Fassung nicht in der "Extended Special Edition", welche viele sinnvolle zusätzliche Szenen beinhaltet, gezeigt wurde, auch die 3D-Konvertierung macht sich nur wenig bemerkbar und nutzen die Szenerie kaum aus. Vor allem zu Beginn hat man eine grandiose Tiefenschärfe, die auf viel hoffen lässt, dieser Eindruck lässt aber im Laufe des Films mehr und mehr nach. Gerade bei einer digitalen Nachbearbeitung hätte man doch erwarten können, dass das 3D besser (aus-)genutzt wird. Zudem wurde das Bild vielleicht durch eine neue Abtastung digital verbessert was Schärfe und Farbgebung betrifft, was aber in jedem Fall verschlimmert wurde ist die Filmkörnung, denn diese ist so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Dieser Umstand gibt dem Film einen recht glattgebügelten Look und das sichtbar eingesetzte DNR ("Digital Noise Reduction") trüben den Eindruck einer wirklichen Restauration. Auch der Ton ist geblieben wie er war - er ist immer noch etwas schwachbrüstig für 2017er Verhältnisse und die alten Synchronfehler wurden ebenso nicht behoben. Es fehlt einfach der richtige Wumms und das Gefühl des "mittendrin statt nur dabei".

Kurz und gut: man hat vielleicht Geld in die Restauration des Streifens gesteckt, aber letztlich wurde hier wieder nur "auf Kante genäht" und nur das Nötigste gemacht, um mit "Terminator 2: Judgment Day" noch einmal die Kassen klingeln zu lassen. Dem Film selbst nutzt oder schadet dies in keinster Weise, lediglich der Fan, der auf eine ultimative Version in Bild und Ton gehofft hatte, geht erneut leer aus.

9,5/10

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken, wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen
Inhaltsangabe: Studiocanal