Donnerstag, 28. Dezember 2017

Conquest Of The Planet Of The Apes - Eroberung vom Planet der Affen (Unrated Director's Cut) (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068408/

Im Jahr 1991 wächst der Schimpansen Cäsar (Roddy McDowall) bei einem Zirkusdirektor auf, nachdem ihn seine Eltern Cornelius und Zira vor ihrem Tod noch in Sicherheit gebracht haben. Cäsar ist inzwischen zu einem prächtigen Affen herangewachsen, der sich aber verstellen muss, da die übrigen Affen nicht sprechen können und auch nicht so intelligent sind wie er. Wenn jemand außerhalb des Zirkus' von Direktor Armando (Ricardo Montalban) mitbekommen würde, über welche Fähigkeiten Cäsar verfügt, dann müsste er um sein Leben fürchten. Eines Tages kommt es jedoch zu einem schicksalshaften Ereignis, weil Cäsar nicht ertragen kann, wie die Menschen ihre zu Sklaven erzogenen Hausaffen behandeln, die an die Stelle früherer Haustiere getreten sind. Ein Virus hat dafür gesorgt, dass Hunde und Katzen ausgestorben sind. Cäsar spricht voller Wut in der Öffentlichkeit und kann gerade noch von Armando versteckt werden. Während Armando verhört wird, plant Cäsar einen Aufstand der Affen...

"Eroberung vom Planet der Affen" setzt zeitlich nicht lange nach "Flucht vom Planet der Affen" ein, schlägt aber schon wieder einen ganz anderen Ton an. Es ist der düsterste Teil der Reihe. Man könnte ihn überflüssig nennen, schildert er doch nur, was in den anderen Filmen bereits berichtet wurde. Allerdings sticht dieser vierte Streich mit ganz eigenen Schauwerten und einer zuweilen dichten, finsteren Atmosphäre heraus. Vor allem lässt er sich als tatsächlicher Beginn des "Planeten der Affen" sehen, wodurch eine gewisse Magie von ihm ausgeht und sein Dasein wenigstens ein Stück weit gerechtfertigt ist.


In "Rückkehr zum Planet der Affen" war es der Atomkrieg, "Flucht vom Planet der Affen" kommentiert die Medienlandschaft und "Eroberung vom Planet der Affen" funktioniert als Paraphrase der Sklavenhaltung während der Kolonialisierung Amerikas, die sich bis heute auf US-amerikanisches Gedankengut auswirkt. Als Nachteil gegenüber dem Vorgänger tut sich die eher schwer zugängliche Zukunftsvision des Jahres 1991 aus der Sicht des Produktionsjahres 1972 hervor. Zudem wirkt die Versklavung der Affen etwas weit hergeholt, da zwar ihre Ursache genannt wird, jedoch keine wirklich schlüssige Begründung vorliegt.

Dem gegenüber steht ein verhältnismäßig furioses Finale der bisherigen Reihe. Selbst wenn das Budget ganz offensichtlich schmal ausfiel, ist die Affenrevolution spektakulär anzusehen. Zudem machen die flammenden Reden von Caesar (leidenschaftlich gespielt von Roddy McDowall, der zuvor Cornelius, also quasi seinen eigenen Vater verkörperte und damit als einziger Schauspieler in allen Teilen der Reihe zu sehen ist) wirklich etwas her.

Vergleicht man mit dem 2011er Prequel "Planet der Affen: Prevolution", das ebenfalls den Aufstand der Affen gegen die Menschen herbeiführt, allerdings nicht als Remake von "Eroberung vom Planet der Affen" gesehen werden will, verfolgt nur der neuere der beiden Filme einen durchweg schlüssigen Handlungsverlauf vom Haustier-Affen bis zum Revoluzzer-Affen. Dennoch punktet "Eroberung vom Planet der Affen" mit Atmosphäre und Härte und bleibt als solider Teil der originalen Reihe zurück.

6/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen: