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Sonntag, 6. Juni 2021

Last Action Hero (1993)

https://www.imdb.com/title/tt0107362/

Der 11-jährige Danny (Austin O'Brien) liebt Actionfilme. Am meisten hat es ihm Jack Slater (Arnold Schwarzenegger) angetan, ein muskulöser und cooler Held aus Los Angeles. Nick (Robert Prosky), der Vorführer in Dannys Stammkino, schenkt diesem eines Tages eine magische Eintrittskarte. Promt findet der Junge sich in der Welt von "Jack Slater IV" wieder, dem neuesten Film seines Idols. Fortan erlebt er Seite an Seite Abenteuer mit Jack. Dannys Versuche, ihn davon zu überzeugen, dass sie sich in einem Film befinden, scheitern - ganz egal, wie unrealistisch die Dinge sind, die ihnen passieren. Brenzlig wird es, als ein Superschurke in die reale Welt entkommt...

"Last Action Hero". Ein Film, der die Gemüter spaltet. Der Film wurde bereits vor der Veröffentlichung von US-amerikanischen Kritikern so einhellig verrissen, dass nur wenige Zuschauer in die US-Kinos gingen und die Medien von einem finanziellen Desaster sprachen. Dabei entging ihnen wohl , dass der "Stirb langsam" und "Predator"-Regisseur gekonnt alle Klischees des Genres und seiner Helden veralbert. Um wirklich alles zu verstehen, was bei "Last Action Hero" ablief, muss man einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen riskieren.

Im März 1991 begannen Zak Penn und Adam Leff das Originaldrehbuch zu schreiben - das damals den Titel "Extremely Violent" trug. Zu Recherchezwecken lasen sie mehrere Drehbücher bekannter Actionfilme durch und die beiden besuchten die örtlichen Videotheken, dort liehen sie sich mehrere Actionfilme aus. Das Originaldrehbuch - welches online verfügbar ist - parodiert das Genre Actionfilm, spielt aber fast ausschließlich in der Filmwelt und konzentriert sich weitgehend auf den sinnlosen Kreislauf der Gewalt. Durch Kontakte ließen sie sich im Herbst 1991 vom Agenten Chris Moore von der Agentur Intertalent vertreten, der das Drehbuch verkaufen sollte. Moore präsentierte das Drehbuch Carolco Pictures, die bis dato mehrere erfolgreiche Actionfilme wie "Terminator 2: Tag der Abrechnung", die ersten drei Filme der "Rambo"-Reihe, "Red Heat" und "Total Recall" produzierte. Carolco Pictures lehnte das Drehbuch ab. Aus Sorge, das Drehbuch könnte nicht mehr verkauft werden, benannte Intertalent das Drehbuch in The "Last Action Hero" um und schickte es im November an fünf Produzenten. Laut der Daily Variety waren es u. a. Joel Silver von Warner Bros., Paul Schiff von Twentieth Century Fox und Sam Raimi von Universal sowie Steve Roth von Columbia Pictures und Columbias Schwesterstudio Tri-Star Pictures, die beide zu Sony Pictures Entertainment gehören. Es entwickelte sich - sehr zum missfallen von Sony - zu einem sechstägigen Bieterkrieg. Am 7. November 1991 erhielt Columbia Pictures für 350.000 US-Dollar den Zuschlag. Ausgerechnet Arnold Schwarzenegger, worauf die Figur Arno Slater angelehnt ist, war an dem Film interessiert. Produzenten von Columbia Pictures, die Schwarzenegger unbedingt als Hauptdarsteller gewinnen wollten, trafen sich mit ihm in seinem Restaurant "Schatzi on Main" in Santa Monica. Schwarzenegger liebte zwar die Idee des Films, aber er hielt das Drehbuch nicht "professionell umgesetzt" und hatte auch Bedenken wegen der extremen Gewalttätigkeit. Schwarzenegger wollte einen neues, familienfreundliches Image prägen. Da Schwarzenegger noch nicht zugesagt hatte, wollte Columbia Pictures auf seine Bedenken eingehen und engagierte – auf Schwarzeneggers Vorschlag hin – den erfolgreichen Drehbuchautor Shane Black ("Lethal Weapon", "Lethal Weapon 2" sowie "Last Boy Scout"), der das Drehbuch überarbeiten sollte. Black, der für den Auftrag 1 Million US-Dollar bekam, engagierte seinen Freund David Arnott als Co-Autor. Die Ironie dabei war, dass Penn und Leff das Drehbuch schrieben, indem sie Blacks Schreibstil parodierten. 2012 äußerte Penn gegenüber den Empire-Magazin, wie irritiert sie von Blacks Engagement waren: "Wir waren große Fans von ihm - er war der Elmore Leonard der Actionfilme. Es war also dieser surreale Moment, in dem wir dachten: Wir parodieren diesen Typen, und jetzt wurde er angeheuert, um uns umzuschreiben. Es war einfach ein merkwürdiges, seltsames Ereignis." Während Black und Arnott am Drehbuch arbeiteten, bot Columbia Pictures das ursprüngliche Originaldrehbuch dem Regisseur John McTiernan an, der es jedoch zuerst ablehnte; im Juli 1992 änderte er seine Meinung und übernahm die Regie des Films. Laut der Daily Variety war auch Robert Zemeckis als Regisseur vorgesehen. Penn und Leff hatten gehofft, dass Robert Zemeckis oder John Landis als Regisseur engagiert werden, denn sie glaubten, "dass es für jemanden von außen leichter ist, sich über die Konventionen von Actionfilmen lustig zu machen als für die Leute, die sie überhaupt erst geschaffen haben". Die Arbeit zwischen den Drehbuchautoren und McTiernan führte zu einigen Problemen, da der Regisseur mit dem letzten Drittel des überarbeiteten Drehbuchs unzufrieden war; die Autoren Black und Arnott wurden gefeuert. Schwarzenegger, der immer noch am Film interessiert war, empfahl den berühmten William Goldman als neuen Drehbuchautor, den er bei den Dreharbeiten von "Twins - Zwillinge" kennengelernt hatte. Nach einer anfänglichen Ablehnung akzeptierte Goldman das Angebot von Columbia Pictures als Script Doctor - auch Carrie Fisher und Larry Ferguson nahmen einige Änderungen am Drehbuch vor: Dabei wurde der Filmvorführer von Dannys Lieblingskino vom "dämonischen Bösewicht" zum freundlichen alten Mann; Benedict wurde zum Hauptantagonisten des Films; Slaters Vorname wurde von Arno zu Jack geändert. Auch Dannys Alter wurde von 15 auf 11 Jahre herabgesetzt, da Schwarzenegger bereits in "Terminator 2: Tag der Abrechnung" mit dem Teenager John Connor (gespielt von Edward Furlong) zusammenspielte. Goldmans Drehbuch sollte von Black und Arnott nochmal leicht modifiziert werden. Laut Black habe er die Bitte vom Regisseur abgelehnt, da er zuvor gefeuert wurde und die Anfrage als "Beleidigung seines Berufsstolzes" empfand. Charles Dance schrieb viele seiner eigenen Zeilen. Die Honorare für die Drehbuchautoren beliefen sich angeblich auf mehr als 2 Millionen US-Dollar.

Im August 1992 sagte Schwarzenegger zu. Am 2. November 1992 begannen die Hauptdreharbeiten und endeten am 1. April 1993 in Los Angeles. Bei den Dreharbeiten einer aufwendigen Actionszene gingen die Fenster mehrerer benachbarter Häuser zu Bruch. Columbia Pictures übernahm die Reparaturkosten. Im Dezember 1992 kam es zu Protesten der Anwohner Nahe dem Mulholland Drive, da die Dreharbeiten bis tief in die Nacht gingen. Die Arbeitszeiten wurden daraufhin so angepasst, dass die Dreharbeiten bis Mitternacht abgeschlossen waren. Während die Stimmung unter den Schauspielern gut war, herrschte beim Filmstab große Anspannung. Denn bis zur Premiere hatte John McTiernan nur neuneinhalb Monate Zeit. Vorproduktion, Produktion und Postproduktion sollten in weniger als zehn Monaten abgeschlossen werden. McTiernan sagte rückblickend gegenüber den Empire-Magazin: "Das war ein Monat zu kurz. Im Nachhinein betrachtet, waren wir auch arrogant." McTiernan war auch nicht davon begeistert, dass das Drehbuch ungenauer wurde, je mehr daran umgeschrieben wurde: "Der Studiochef konnte sich nicht entscheiden, ob dies ein Actionfilm oder ein Kinderfilm sein sollte". Großes Misstrauen hatte McTiernan gegenüber den ehemaligen Drehbuchautoren. Für die Postproduktion plante Columbia Pictures etwa zehn Wochen ein, was für ein Spielfilm in dieser Größenordnung sehr knapp bemessen ist. Um den Plan einzuhalten, musste der Filmstab in den letzten Wochen pro Tag etwa 18 Stunden arbeiten. Nach einer missglückten Testvorführung wurde beschlossen, das Ende neu zu drehen. Panik machte sich breit. Laut McTiernan hatten sie von den letzten Dreharbeiten bis zur Premiere nur etwa drei Wochen Zeit, wodurch ganze Szenen nicht einmal richtig geschnitten wurden. Infolgedessen kursierten Gerüchte, dass der Film nicht rechtzeitig zum Kinostart fertig werden würde und sie die Filmpremiere für einige Wochen verschieben. Columbia Pictures dementierte die Gerüchte und bestand darauf, dass der Film wie geplant im Juni in den Kinos kommen wird. "Last Action Hero" wurde als einer der größten Blockbuster des Sommers angepriesen und baute auf Schwarzeneggers riesigem Erfolg als Actionstar auf. Columbia Pictures investierte daher in teure und groß angelegte Werbekampagnen, die schon vor dem Dreh des Films begannen. 

Der Film gilt als Schwarzeneggers größter Flop, konnte jedoch trotzdem einen beachtlichen Gewinn erwirtschaften. Columbia Pictures räumte ein, dass die niedrigen Zahlen auf den gigantischen Erfolg von "Jurassic Park" zurückzuführen sind, der eine Woche vor "Last Action Hero" in den US-amerikanischen Kinos kam, eine ähnliche Zielgruppe ansprach und schnell zum umsatzstärksten Film aller Zeiten wurde. Der Erfolg von "Jurassic Park" wurde unterschätzt. Auch aus Angst vor negativer Publicity verweigerte Columbia Pictures eine Verschiebung des Kinostarts, obwohl Studio-Angestellte und die Filmemacher darum baten, den eigenen Film zu verschieben. Es hätte zwei Zwecke erfüllt: Erstens wären sie Jurassic Park aus dem Weg gegangen und zweitens hätte es den Filmemachern mehr Zeit gegeben, den Film zu verbessern. Ursprünglich wollte Columbia Pictures für den Sommer 1994 eine Fortsetzung von "Last Action Hero" produzieren, aufgrund des Misserfolgs wurden die Pläne gestrichen. McTiernan geriet in eine tiefe Krise. In einem Interview von 2001 beschrieb McTiernan die persönlichen Folgen von "Last Action Hero": "Ich ging nach Hause und wollte anderthalb Jahre lang mit niemandem reden. Ich bin in Wyoming geblieben und habe das Heu gemacht. Ich musste meine Wunden lecken." Schwarzenegger, der auch als Executive Producer fungierte, soll laut McTiernan über den Misserfolg sehr enttäuscht gewesen sein: "So gründlich abgewiesen zu werden – das hat ihm irgendwie das Herz gebrochen". Zak Penn reagierte bei der Uraufführung entsetzt, als er den Film zum ersten Mal sah. Der Film konnte die hohen Erwartungen an den Kinokassen nicht erfüllen. Weltweit spielte der Film ca. 137,3 Millionen US-Dollar ein – 50 Millionen US-Dollar in den USA und 87,3 Millionen US-Dollar in anderen Ländern. "Last Action Hero" war einer der ersten großen Blockbuster, der im Ausland mehr Geld einspielte als im Inland. Columbia Pictures gab die endgültigen Produktionskosten mit 47,5 Millionen US-Dollar an. Die Fachpresse spekuliert jedoch über Zahlen zwischen 77 und 85 Millionen US-Dollar, die aufgrund hoher Produktions- und Marketingkosten zurückzuführen seien.

Es gibt eben Film, die einst überhaupt nicht gut angekommen sind, für die man aber immer eine gewisse Liebe empfindet. "Last Action Hero" ist genau so ein Film. Das ist teilweise unverständlich, denn "Last Action Hero" ist eine fantastische und selbstironische Liebeserklärung für das Actionkino und besonders Arnold Schwarzenegger beweist hier sehr viel Humor über sich selbst. Die Idee ist köstlich, bei der Umsetzung gibt es viele lustige Anspielungen und Details zu entdecken. Wo Action draufsteht, ist auch ordentliche Action drin. Nur dass das Drehbuch einige Male, von verschiedenen Autoren geändert wurde offenbart sich auch spürbar im Endprodukt. "Last Action Hero" wirkt im Ton etwas unentschlossen, der Showdown des Films-im-Film steht im dramaturgischen Konflikt mit dem Showdown in der 'echten' Welt, und die ganze Geschichte ist ein gutes Stück zu lang. Über die zahlreichen logischen Ungereimtheiten lässt sich hingegen hinwegsehen, denn der Fokus liegt klar auf augenzwinkerndem Spaß. Natürlich werden alle Actionfilm-Klischees bedient, aber das geschieht komplett absichtlich. Einzig die Darstellung der realen Welt ist stets ein wenig zu zynisch und düster. Dadurch funktioniert zwar der Kontrast zwischen der unrealistischen Filmwelt und der trostlosen Realwelt, aber wirklich glaubwürdig wirken beide Welten nicht. Auch die Cameos können sich sehen lassen: Ian McKellen, Sharon Stone, Tina Turner, James Belushi, Chevy Chase, MC Hammer, Little Richard, Robert Patrick, Maria Shriver, Jean-Claude Van Damme, Bill Murray, Dagmar Koller, Damon Wayans, Weird Al Yankovic, Danny DeVito (Stimme von Whiskers, der Zeichentrickkatze) und Angie Everhart haben jeweils einen Auftritt. Schwarzenegger selbst spielt hier fantastisch auf und nimmt sich herrlich selbst aufs Korn. Als Jack Slater spielt er den typischen Actionhelden, der alle Klischees mitbringt, die man sich überhaupt vorstellen kann und das passt einfach grandios in diese filmische Satire. Mit Austin O'Brien ist das so eine Sache. Sein Schauspiel ist schon eher zweitklassig, aber irgendwie verkörpert er so den typischen Filmnerd im Kindesalter, in den man sich letztlich doch hineinversetzen kann. Damit liefert der Film eigentlich nur, was der Zuschauer auch erwarten kann. Und für seine gut 30 Jahre, die er nun auf dem Buckel hat, macht er aber immer noch verdammt viel Spaß.

8/10

Von SONY Pictures kommt der Film in UK in 4K Ultra HD im limitierten Steelbook:

Quellen: 
Inhaltsangabe: Columbia Pictures / Sony
Poster/Artwork: Columbia Pictures / Sony
Textauszüge: Wikipedia

Mittwoch, 10. Februar 2021

Robin Hood: Prince Of Thieves - Robin Hood - König der Diebe (1991)

https://www.imdb.com/title/tt0102798/

König Richard Löwenherz befindet sich mit der gesammelten Adelsjugend auf dem Weg ins Morgenland, um dort das Christentum zu verbreiten und außerdem Ruhm und Reichtum zu erlangen. Die Zeit der Abwesenheit der Führungselite machen sich nun Kerle aus der zweiten Reihe zu nutze, um das Land unter sich aufzuteilen, allen voran der fiese Sheriff des hübschen Nottinghams (Alan Rickman). Das Volk hungert ob der brutalen Steuerpolitik des Despoten. Doch als es besonders finster aussieht, erscheint ein alter Bekannter, frisch entflohen aus den schummrigen Kerkern des heimgesuchten Landes: Robin of Locksley (Kevin Costner), gestartet als jugendlicher Heißsporn, geläutert durch die Grauen, die er gesehen hat. Doch die Zeit des Kampfes ist für ihn noch nicht vorbei: Er findet seinen Vater ermordet, den Diener geblendet und das Schloss bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Den Übrigen im Land geht es auch nicht besser, wie Robin und sein Gefährte Azeem (Morgan Freeman) von Maid Marian (Mary Elizabeth Mastrantonio) erfahren müssen. Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht: Die Häscher des Sheriffs sind ihm bereits auf den Fersen, hat er doch verhindert, dass diese ein hungerndes Kind wegen Wilderei lynchen. Robin und Azeem verstecken sich an dem einzigen Ort, den die Schergen fürchten: dem dunklen Sherwood Forrest... 

Kevin Reynolds Neuauflage des klassischen Abenteuerstoffes vom großherzigen Bogenschützen traf 1991 genau ins Schwarze und war nach "Terminator 2: Tag der Abrechnung" mit einem Einspielergebnis von 390,5 Mio. Dollar der zweiterfolgreichste Film des Jahres. Aus heutiger Sicht wirkt "Robin Hood: König der Diebe" mit seinen bisweilen unpassenden Interieuers, grotesken schauspielerischen Überzeichnungen und so einigen schrägen Slapstick-Einlagen zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, weiß aber immer noch mit Tempo und Dynamik recht gut bei Laune zu halten. Costners Darbietung als Robin Hood ist nämlich durchaus gelungen. Der Rest des Casts bleibt allerdings relativ blass. Alan Rickman, der als Sheriff von Nottingham den Begriff Overacting zuweilen auf eine neue Bedeutungsstufe hebt und dem im direkten Vergleich eher blassen Kevin Costner in der Titelrolle somit glatt die Schau stiehlt, überdramatisiert seinen Charakter zuweilen auch und bekommt vom Drehbuch zudem einige so dämliche Sätze in den Mund gelegt, dass man schon von einer Karikatur sprechen muss. Als ernsthaften Antagonisten kann man ihn leider nicht betrachten. Bis dahin weiß der Zuschauer nun nicht so recht: schaut man einen Abenteuerfilm mit derbem humoristischem Einschlag oder soll das alles eine Parodie sein und man versteht den Großteil der Gags nicht? Erst bei Bruder Tucks finalem Augenzwinkern in die Kamera kann man sich als Zuschauer wirklich sicher sein, dass alles zuvor Gesehene tatsächlich wohl auch von den Machern nicht ganz ernst gemeint war. 

Überraschendes wird zwar allenfalls Derjenige erleben, der zuvor noch so gar keine Berührung mit der Geschichte Robin Hoods hatte, dafür lässt die mit Bryan Adams' berühmten Titelsong ideal unterlegte Mischung aus Zweikämpfen, Intrigen und Geschmachte aber auch keine große Langeweile aufkommen. Da fällt es auch nicht allzu schwer ins Gewicht, dass Reynolds' Inszenierung nicht die Klasse eines Ridley Scott hat oder einige Nebenfiguren wie etwa der von Christian Slater verkörperte Will in ihrer Entwicklung wenig glaubwürdig erscheinen.

7/10

Von NSM Records kommt der Film auch im limitierten Mediabook.  


Quellen:
Inhaltsangabe: Warner Bros.

Montag, 2. November 2020

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (Director's Cut / Special Edition) (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

Einfach und schlicht: der perfekte Actionfilm. Ein Film, der kaum Lauflängen aufweist, egal, ob man ihn in der Kinofassung (mit noch stolzen 137 Minuten am kürzesten), der hier besprochenen Special Edition, dem eigentlichen Director's Cut (153 Minuten) oder der Extended Spacial Edition (156 Minuten) genießt. Hier passt alles. Angefangen mit dem perfekt gewählten Cast. Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton, die hier schon zum zweiten Mal zusammen vor der Kamera standen und in ihre ikonischen Rollen schlüpfen, werden bestens von Edward Furlong als John Connor und Robert Patrick als bösartiger und wandlungsfähiger T-1000, der ultimativen Killermaschine vervollständigt. Auch das Pacing passt. Angefangen von der düsteren, dystopischen Zukunftsvision, die es unter allen Umständen zu verhindern gilt, mal ganz abgesehen von diversen Zeitparadoxa, die daraufhin enstehen müssten. Die Story, so simpel sie auf dem Papier klingen mag, ist hervorragend umgesetzt und lässt durch geschickt eingewobene Actionszenen immer wieder die Muskeln spielen. Für 1991er Verhältnisse sieht man hier CGI-Effekte, die bahnbrechend waren. Nicht umsonst ist "Terminator 2: Tag der Abrechnung" der erste Film, dessen Produktionskosten die 100-Millionen-Dollar-Marke durchbrachen.


Auch heute noch, fast 30 Jahre nach Veröffentlichung reißt einen der Film mit. Und das, obwohl man ihn sicher schon asuwenig kennt, diverse Szenen mitsprechen könnte und die Actionszenen, sowie die zahlreichen Filmfehler aus dem FF kennt. Letztere ließen sich wohl kaum vermeiden, angesichts der Effekte und der Machbarkeit der Umsetzung, viele sind aber einfach nur auf pure Schlampigkeit zurückzuführen. Satte 135 Filmfehler konnten identifiziert werden und diese tragen ironischerweise sogar noch ein wenig zum Charme der Verfilmung bei. Die zweineinhalb Stunden vergehen wie im Flug, während man in actionreichen Sequenzen voller Spannung verfolgt, wie der unaufhaltame T-1000 den technisch unterlegenen T-800, John Connor und dessen Mutter Sarah jagt, über die Zerstörung Skynets, der Firma, die für den Bau des ersten Supercomputers und damit des Terminators verantwortlich zeichnete, bis hin zum Ende im glühend heißen Stahlwerk, dessen Hitze man förmlich schmecken kann. Hier könnte man etwas Kritik an der schon damals zu schnell voranschreitenden technischen Entwicklung ausmachen, eine Denkweise, die in vielen Branchen bis in jüngste Zeit anhält und die erst heute beginnt, sich über die Konsequenzen ihres Handelns Gedanken zu machen. Dabei geht es natürlich nicht um Killer-Cyborgs, die die Menschheit unterjochen will, doch Umwelt, Ressourcen und Auswirkungen sind duchaus erkennbare Motive. Dem zum Trotz ist "Terminator 2: Tag der Abrechnung" in erster Linie ein Actionfilm, der unterhalten will. Und das kann er, verdammt nochmal, unglaublich gut. Ein Film zum immer wieder Ansehen, ein Film der nie langweilig wird. So muss Kino sein.

9,5/10

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken, wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen: 
Inhaltsangabe: Studiocanal

Samstag, 26. Oktober 2019

Terminator: Dark Fate (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6450804/

Vor wenigen Tagen war das Leben von Dani Ramos (Natalia Reyes) noch in bester Ordnung – und dann änderte sich alles: Denn plötzlich befindet sich die junge Frau in einem Kampf um Leben und Tod, inmitten eines unerbittlichen Krieges zwischen den Menschen und den Maschinen. Glücklicherweise ist sie dabei allerdings nicht auf sich allein gestellt. Unterstützung bekommt sie nicht nur von der kampferprobten Sarah Connor (Linda Hamilton), sondern auch von der kybernetisch weiterentwickelten Grace (Mackenzie Davis). Und die kann sie auch gut gebrauchen, denn ein weiterentwickelter Terminator des Modells Rev-9 (Gabriel Luna) hat es auf die junge Frau abgesehen. Zwischen den Fronten steht ein alter Bekannter (Arnold Schwarzenegger) von Sarah, der ihr Leben einst für immer veränderte...

In einer Zeit, in der die großen Hollywood-Studios verstärkt auf die Präsenz von populären Marken setzen, gehört die Terminator-Reihe zu den bisher größten Verlierern dieses Franchise-Kriegs. Drei Mal wurde sie in den letzten zwei Dekaden wiederbelebt, zuletzt in Form von "Terminator: Genisys", der als Auftakt einer neuen Trilogie fungieren sollte und neben der Rückkehr von Arnold Schwarzenegger auf "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke als neue Sarah Connor setzte. "Terminator: Dark Fate" ist der sechste Teil der Science-Fiction-Saga, versteht sich allerdings als direkte Fortsetzung von James Camerons "Terminator 2: Tag der Abrechnung" und ignoriert einfach mal die Teile 3 bis 5. Was gar nicht mal so schlecht ist, denn die Geschichte um die Terminatoren lief spätestens ab "Terminator: Die Erlösung" ganz schön aus dem Ruder. Und im Fall von Terminator bietet sich der Sprung zu den Wurzeln und das Ausblenden diverser Fortsetzungen allein durch die Zeitreise-Thematik an, ein entscheidender Vorteil, wenn die Kontinuität verhandelt wird. Was den Fan bei dem sechsten Teil zusätzlich aufhorchen lies, ist die Tatsache, dass James Cameron selbst, der bei "Terminator 2: Tag der Abrechnung" Regie führte und mal eben einen der besten Actionfilme aller Zeiten mit bahnbrechenden Effekten (für die damalige Zeit) ablieferte, wieder an Bord war. Zwar nicht hinter der Kamera, doch als Drehbuch‎-Autor, kreativer Berater und Produzent. Regie führte kein geringerer als Tim Miller, der mit "Deadpool" bereits zwei Mal eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er mindestens Actionfilme aus dem FF beherrscht.


Der größte Reiz dieser Back-to-the-Roots-Unternehmung gestaltet sich jedoch eindeutig in der Präsenz von Linda Hamilton, die zum ersten Mal seit 1991 wieder in die ikonische Rolle von Sarah Connor schlüpft, wodurch ebenfalls der emotionale Anker der ersten zwei Filme zurückkehrt. Dieser konnte in den Nachfolgern nie adäquat ersetzt werden. "Terminator: Dark Fate" nutzt die daraus resultierende, einmalige Chance nun gleich zu Beginn, um ihre Geschichte mit neuen Facetten zu erweitern und lassen auch keinen Zweifel daran aufkommen, denn hier wird überraschend brutal und konsequent vor Augen geführt, dass der Plot direkt an "Terminator 2: Tag der Abrechnung" anschließt. Selbst im Angesicht des verhinderten Weltuntergangs vermag Sarah Connor ihren Sohn nicht zu beschützen, da ein von Skynet geschickter Terminator blind dem Protokoll folgt und somit das Leben des jungen John Connors beendet, der später den menschlichen Widerstand gegen die Maschinen anführen sollte. Was dieser Terminator allerdings nicht weiß: Die Zukunft, aus der er geschickt wurde, existiert nicht mehr, da sie in "Terminator 2: Tag der Abrechnung" verhindert wurde. 

Wenngleich dieser Einstieg mit seiner plötzlichen Tragik und der chaotischen Chronologie zuerst irritiert, entpuppt er sich später als überaus spannendes Gedankenspiel, sowohl im Hinblick auf die "Terminator"-Mythologie als auch Arnold Schwarzeneggers Terminator. Gealtert ist die unerbittliche Killermaschine – eine schöne Wendung, die dem sonst wenig berührenden Film eine unerwartete Tiefe verleiht. Einmal mehr dürfen wir über die Grenzen zwischen dem menschlichen und maschinellen Wesen der Filme nachdenken. Dennoch ist es befremdlich, wenn eine Maschine, die nur das Ziel zu Töten hat, plötzlich eine Familie hat und eine Art Gewissen entwickeln konnte. Das passt logisch irgendwie nicht. Wo der Terminator nach Vollendung seiner Mission also ein Gewissen entwickelt hat, jagt Sarah Connor rastlos über die Highways, um die letzten Überbleibsel jener düsteren Zukunft zu eliminieren. Gewissermaßen haben die beiden ihre Rollen getauscht, was vor allem dann interessant wird, wenn sie auf die nächste Generation treffen. So spielt Natalia Reyes in "Terminator: Dark Fate" die junge Dani, die wie einst Sarah Connor von einem Monster aus der Zukunft verfolgt wird: Gabriel Luna aka Rev-9. 

Zu Hilfe eilt ihr derweil Mackanzie Davis, die ihre Grace mit anbetungswürdiger Wucht zum Leben erweckt. Besonders in den Actionszenen ist sie das schlagende Herz von "Terminator: Dark Fate" und bringt mehr Leben in den Film als jede Explosion, die Regisseur Tim Miller verzweifelt bemüht, um ein Epos heraufzubeschwören. Seine Inszenierung gehört zu den enttäuschendsten Aspekten von "Terminator: Dark Fate" und fördert überwiegend uninspirierte Bilder von gigantischer Leere zutage. Die Trailer machen zwar bereits klar, dass wieder Action in Form von Terminator-Fights im Fokus stehen – das ist auch die Essenz des Terminator-Kosmos. Doch der neue Terminator-Film klebt an den Motiven von James Camerons Meilenstein und weiß auf die wenigen geistreichen Impulse seines Drehbuchs kaum aufzubauen, da er wie die Zeitreisenden in der Wiederholungsschleife gefangen ist.


Es ist allzu offensichtlich, dass das Actionwerk sich nicht nur inhaltlich stark an "Terminator 2: Tag der Abrechnung" orientiert, es zitiert und parodiert den vermutlich besten Actionfilm aller Zeiten sogar häufig und für Fans dieses Teils sogar manchmal herrlich auffällig unauffällig. Streckenweise wirkt "Terminator: Dark Fate" daher wie ein hochpolierter Aufguss des Klassikers. Zwar versucht der Film durch einige Twists und neue Charakterdarstellungen dem Thema neue Facetten abzugewinnen, doch im Grund hat man alles schon einmal erlebt - nur besser. Doch "Terminator: Dark Fate" ist ein durchgehend unterhaltsames Werk und die Güte der exzellent choreographierten Actionszenen sind absolut sehenswert. Die Geschichte ist aber nun ausreichend episch erzählt - bitte keine Ehrenrunden mehr!

7/10

Von Twentieth Century Fox erschien der Film als 4K Ultra HD-Blu-ray im Steelbook. 


Quellen: 
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox

Dienstag, 29. August 2017

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

"Am 29. August 1997 endeten 3 Milliarden Leben. Die Überlebenden des nuklearen Feuers nannten den Krieg den Tag des jüngsten Gerichts. Sie überlebten nur um sich einen neuen Alptraum gegenüber zu sehen. Den Krieg gegen die Maschinen..."

Der 29. August 2017 - 20 Jahre nach dem "Judgment Day", der in dem wohl ikonischsten aller Actionfilme "Terminator 2: Judgment Day" verhindert wurde - bringt als einmaliges Event den Film in 3D noch einmal auf die Leinwände der Nation. Nun mag man sich fragen, ob eine 3D-Konvertierung den Film tatsächlich besser macht. In erster Linie jedoch ist es schön, gerade diesen Film (vielleicht sogar erneut) auf der großen Leinwand zu sehen. Zum Film selbst gibt es kaum was zu sagen - fast jeder kennt ihn, fast jeder hat ihn schon einmal gesehen. Und nicht umsonst wird "Terminator2: Judgment Day" als einer der besten Actionfilme aller Zeiten behandelt, denn was 1991 auf die Leimwände kam, war ein herrliches brachiales Effektgewitter, welches zu dem Zeitpunkt in dieser Art und Weise so eigentlich noch gar nicht vorstellbar gewesen wäre. Stan Winston zeichnete verantwortlich für die vielen non-digitalen Effekte (Make-up des T-800) und erhielt dafür nicht umsonst 1992 den Oscar für "bestes Make-up". Ebenso waren die digitalen Efekte ihrer Zeit voraus, so etwa die verschiedenen Verwandlungen/Transformationen des T-1000.

 Die Ernüchterung - und das muss sich der Film nun mal gefallen lassen - folgt auf dem Fuße. Nicht nur, dass die 3D-Fassung nicht in der "Extended Special Edition", welche viele sinnvolle zusätzliche Szenen beinhaltet, gezeigt wurde, auch die 3D-Konvertierung macht sich nur wenig bemerkbar und nutzen die Szenerie kaum aus. Vor allem zu Beginn hat man eine grandiose Tiefenschärfe, die auf viel hoffen lässt, dieser Eindruck lässt aber im Laufe des Films mehr und mehr nach. Gerade bei einer digitalen Nachbearbeitung hätte man doch erwarten können, dass das 3D besser (aus-)genutzt wird. Zudem wurde das Bild vielleicht durch eine neue Abtastung digital verbessert was Schärfe und Farbgebung betrifft, was aber in jedem Fall verschlimmert wurde ist die Filmkörnung, denn diese ist so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Dieser Umstand gibt dem Film einen recht glattgebügelten Look und das sichtbar eingesetzte DNR ("Digital Noise Reduction") trüben den Eindruck einer wirklichen Restauration. Auch der Ton ist geblieben wie er war - er ist immer noch etwas schwachbrüstig für 2017er Verhältnisse und die alten Synchronfehler wurden ebenso nicht behoben. Es fehlt einfach der richtige Wumms und das Gefühl des "mittendrin statt nur dabei".

Kurz und gut: man hat vielleicht Geld in die Restauration des Streifens gesteckt, aber letztlich wurde hier wieder nur "auf Kante genäht" und nur das Nötigste gemacht, um mit "Terminator 2: Judgment Day" noch einmal die Kassen klingeln zu lassen. Dem Film selbst nutzt oder schadet dies in keinster Weise, lediglich der Fan, der auf eine ultimative Version in Bild und Ton gehofft hatte, geht erneut leer aus.

9,5/10

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken, wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen: 
Inhaltsangabe: Studiocanal

Sonntag, 16. März 2014

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (Extended Special Edition) (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

Man kann die "Terminator"- gerne mit der "Alien"-Reihe vergleichen, auch wenn dort Ridley Scott den Grundstein legte. Aber wenn man genau hinsieht, dann ist die Entwicklung sehr ähnlich: die Action und der Thrill aus dem Vorgänger wird versucht in eine noch modernere und actionreichere Umgebung zu übertragen. Bisauf das fehlenden Noir-Thriller-Element funktioniert dies ausgezeichnet und katapultiert den Zuschauer in eine etwas buntere, aufgeklärtere aber noch korruptere Welt. Und "Terminator 2" ist bis heute einer der wichtigsten Actionfilme der "Neuzeit", denn er schuf auf der einen Seite ganz neue Maßstäbe in Sachen Computerfilmeffekten und Comuteranimation und setzte zum Anderen mit der packenden Geschichte noch eins oben drauf.

Die Fortsetzung ist ein brachiales Effektgewitter, das von rasanter Action nur so überkocht. Man kann hier getrost von Popcorn-Kino der höchsten Güteklasse reden. Cameron verliert trotz der ganzen Action keinmal den Überblick über die Story oder seine Charaktere. Arnold Schwarzenegger als diesmal cybernetischer Beschützer geht wieder voll und ganz in seiner Paraderolle als T-800 auf und feuert nebenbei noch einige der coolsten One-Linier der Filmgeschichte aus seiner Datenbank. Edward Furlong als John Conner macht seine Sache auch ausgesprochen gut und vergessen darf man natürlich auch nicht den genialen Robert Patrick. Seine Performance als T-1000 ist in der Film-History fest verankert. Linda Hamilton verwächst nahezu in die Rolle der verstörten Saran Connor und ist ein schauspielerisches Highlight des Streifens. Dies ist erwähnenswertz, weil schauspielerische Auffälligkeiten in Filmen dieses Genres nicht die Regel sind. Hier findet Cameron eine geniale Mischung aus eiskalter berechnender Konsequenz des T-1000 und dem bemühten und gleichzeitig sympatischen Lernprozess des T-800.

Mir persönlich fällt spontan kein anderer Film ein, der den Sprung der visuellen Effekte bzw. den Übergang der 80er in die 90er so (bild)gewaltig wie "Terminator 2" veranschaulicht. Handwerklich perfekt wie James Cameron nun einmal ist, darf man hier beinahe auf Knien dankbar dafür sein, dass sage und schreibe 2 Jahre Computer-Rechenzeit die Produktion aufgehalten haben. Die Stärke des Films liegt aber nicht einzig allein darin neue Maßstäbe in Sachen Technik und Eyecandy zu setzen, sondern ebenso viel Wert auf die Entwicklung der Figuren zu legen. Bestes Beispiel ist der Psychiatrie-Part mit Sarah Connor. Hier stellt man uns ein völlig nacktes und korruptes Irrenanstaltregime vor, dass durch die Fäden oberer Interessenverbände ("Cyberdyne Systems") Sarah Connor unter Verschluss hält. Hier spielt sich der stärkste schauspielerische Akt des Filmes ab und den meistert Linda Hamilton, die immer mehr in meiner Gunst steigt, fast im Alleingang. Die baldige Zusammenführung von Sarah, John und dem T-800 ist geschickt inszeniert und schleudert den Film spätestens ab dann in ein Actionfeuerwerk allererste Kajüte. Die Spannung bleibt indes auch nicht auf der Strecke, denn die klare, konsequente Linie wird beibehalten; sowohl die des Jägers, als auch die stark traumatisierte Seele von Sarah. Die wichtige Schlüsselszene dazu spielt sich in Dyson's Haus ab.

Aber auch wenn es überall kracht und qualmt, streut Cameron immer wieder ruhige Szenen ein, in denen die Beziehung zwischen John und dem T-800 vertiefend dargestellt wird. Sarah's Visionen fügen sich im Laufe zu einer einzigen Horrorsequenz zusammen und heften sich tief ins Mark des Zuschauers. Genial! Das Ende in der großen Fabrikhalle in der Metall geschmolzen wird... ein würdigeren Schauplatz für einen Endkampf zwischen den beiden Maschinen kann ich mir heute nicht vorstellen. Hier wirft Cameron letztlich alles an Effekten in die Waagschale und liefert ein ähnlich gigantisches Finish wie in "Aliens".

Hier kann man nach dem Haar in der Suppe suchen und noch so sehr bemühen, aber man kann hier kaum Punkte abziehen. "Terminator 2" war, ist und bleibt innovativ, erfrischend, durchaus komplex, bombastisch undvor allem nachhaltig. Ein Film, der den Titel "ein Meilenstein des Genres" völlig zurecht tragen darf.

9,5/10

Der Directors Cut (schnittberichte.com) des Films beinhaltet viele wichtige Szenen, die den Streifen zwar in die Länge ziehen und die Fahrt verlangsamen, aber dafür der Figurenzeichnung und ihren Eigenheiten den nötigen Feinschliff geben. Der hier besprochene "Ultimate Cut" oder auch "Extended Special Edition" ist ganze 18 Minuten länger. Einen Vergleich zwischen den Filmfassungen findet man wie immer hier: schnittberichte.com.

Diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken wattiertem Mediabook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung / Special Edition Director's Cut und Extended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu die 3D-Version, massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!


Quellen: 
Inhaltsangabe: Studiocanal