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Donnerstag, 18. Dezember 2025

Avatar: Fire And Ash (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt1757678/

Die Sullys finde weiterhin Unterschlupf beim Clan der Metkayina an der Küste Pandoras. Dennoch tun sie sich schwer, zu einer Art Normalität zu finden, denn der Tod von Neteyam (Jamie Flatters) während des Kampfes gegen die Resources Development Administration (RDA) der Menschen wiegt immer noch schwer. Jake (Sam Worthington), Neytiri (Zoe Saldaña), Lo’ak (Britain Dalton), Tuk (Trinity Jo-Li Bliss), Spider (Jack Champion) und Kiri (Sigourney Weaver) müssen alle ihren eigenen Weg finden, mit diesem bitteren Verlust umzugehen. Schließlich entscheiden die Sullys, dass es vor allem für Spider an diesem Ort nicht mehr sicher genug ist. Er soll zurück in die Festung der Omatikaya gebracht werden. Doch auf dem Weg dahin werden sie vom Mangkwan-Clan, dem Volk der Asche, angegriffen. Der Clan hat sich von der Lebensweise der Na'vi abgekehrt, seit ein Vulkanausbruch ihre Heimat in Schutt und Asche gelegt hat. Und auch die RDA hat noch nicht das letzte Wort gesprochen...

Der dritte Teil der "Avatar"-Saga von James Cameron, "Avatar: Fire & Ash", ist ein Triumph der Form und ein Symptom der Erschöpfung zugleich. Er zeigt ein Kino, das technisch immer weiter wächst, aber erzählerisch in seinem eigenen Ökosystem gefangen bleibt. Die Geschichte wird direkt an die Ereignisse in "Avatar: The Way Of Water" angeknüpft (ursprünglich waren beide Filme sogar als ein Teil geplant, erst beim Schreiben des Drehbuchs entschied James Cameron, die Story aufzuteilen, weswegen die Filme besonders eng verbunden sind). Im Verhältnis zu "Avatar" und "Avatar: The Way Of Water" wirkt "Avatar: Fire & Ash" wie der Moment, in dem eine ursprünglich einfache Parabel unter dem Gewicht ihrer eigenen Mythologie zu knirschen beginnt. Der erste Film war im Kern eine geradlinige Kolonialismus-Geschichte: eine "Pocahontas"-Variante im Weltraum, klar, archaisch, bewusst klischeehaft, getragen von der schieren Kraft der Weltentdeckung. "Avatar: The Way Of Water" hat dieses Muster nicht aufgelöst, sondern ausgedehnt: Ein Ortswechsel (Wald zu Ozean), neue Stämme, wieder Familienbedrohung, wieder militärische Präsenz, wieder ein großes Zerstörungsfinale - aber emotional geerdet durch das Familienmotiv und gestützt von einer noch reicheren audiovisuellen Palette. "Avatar: Fire & Ash" ist nun der erste Teil der Reihe, der spürbar unter der Last der Wiederholung steht. Die Welt ist etabliert, die Technik perfektioniert, das zentrale emotionale Thema - Familie als Heiligtum - längst eingeführt. Was fehlt, ist eine echte narrative Entwicklung dieser Prämissen: Stattdessen variiert der Film bekannte Konfliktarchitekturen, verlagert sie auf neue Stämme und Schauplätze und versucht, Intensität vor allem über Quantität zu steigern.

Stärker als seine Vorgänger rückt "Avatar: Fire & Ash" die Perspektive von Spider in den Vordergrund - der menschliche Sohn zwischen den Welten, zerrissen zwischen der Na’vi-Familie, die ihn großgezogen hat, und dem Vater, der in ihm eher ein Werkzeug als ein Kind sieht. Diese Entscheidung ist klug: Sie gibt dem gigantischen Spektakel eine menschliche, verletzliche Mitte und macht einen Konflikt spürbar, der über die einfache Dichotomie "Der Mensch ist böse / die Na’vi sind gut" hinausgeht. Die Frage, was Loyalität bedeutet, wenn Herkunft und Erziehung auseinanderfallen, ist im Keim deutlich komplexer als alles, was der erste "Avatar" sich erzählerisch zugemutet hat. Doch der Film traut dieser Figur nicht immer genug. Wie schon bei Kiri im zweiten Teil wird eine interessante innere Spannung zwar eingeführt, aber selten so konsequent in dramatische Entscheidungen übersetzt, dass der Zuschauer das Gefühl hat: Ohne Spider würde die Geschichte eine andere Richtung nehmen. Stattdessen fällt der Film wieder und wieder auf vertraute Muster zurück - Entführungen, moralische Zwickmühlen, Opfergesten im Finale -, die Spiders Konflikt eher illustrieren, als ihn strukturell zu tragen. Die emotionale Achse ist da, aber sie wird nach dem Lehrbuch belastet, nicht wirklich erforscht.

James Cameron ist ein Regisseur der Klarheit: Seine besten Filme - "Aliens", "The Abyss", "Terminator 2: Tag der Abrechnung", "Titanic" - leben von einer fast brutalen Simplizität in der Dramaturgie, die in der Inszenierung zu opernhafter Größe aufgeladen wird. In "Avatar: Fire & Ash" bleibt diese Klarheit formal erhalten, doch sie kippt zunehmend in Monotonie. Der Film arbeitet wieder mit einer lang vorbereiteten Eskalationsspirale: Ein erster Angriff, ein Rückzug, ein erneuter Vorstoß, eine persönliche Geiselnahme, ein ausgedehntes Finale, das mehrfach scheinbar endet und dann noch eine Steigerungsstufe findet. Was bei "Avatar" noch wie eine klassische, fast altmodische Abenteuergeschichte wirkte und bei "Avatar: The Way Of Water" durch das Meer-Setting und die Einführung der Kinder emotional aufgefrischt wurde, fühlt sich im dritten Anlauf weniger wie Struktur als wie noch mehr Schablone an. Der Zuschauer erkennt die Mechanik: Eine Figur wird isoliert, bedroht, gerettet; ein Clan wird in die Knie gezwungen, sammelt sich, schlägt zurück; Natur und Spiritualität liefern den bildmächtigen, moralischen Unterbau. Die Dramaturgie ist effektiv, aber man spürt, dass sie sich seit Teil Eins kaum verändert hat - sie wurde nur größer, lauter, dichter.

Die größte Stärke der "Avatar"-Reihe war immer das Gefühl, in eine glaubwürdige, sinnlich überladene Welt einzutauchen, in der jedes Biolumineszenz-Partikel, jede Kreatur, jeder Stamm Teil eines konsistenten Ökosystems ist. "Avatar: Fire & Ash" erweitert diese Welt erneut - der Asche-Clan bringt eine visuelle und kulturelle Variante der Na’vi ein, die bedrohlicher, härter, roher wirkt als die bisher bekannten Stämme. Feuer, Ruß, karge Landschaften: Die Bilder stellen eine Art apokalyptisches Spiegelbild der üppigen, wasserreichen Paradiese der Vorgänger dar. Doch genau hier macht der Film seine zentrale Schwäche sichtbar: Das Worldbuilding überragt die Geschichte. Die neuen kulturellen und politischen Spannungen innerhalb der Na’vi bieten enormes Potenzial - eine Abkehr vom einfachen Kolonialismus-Schema hin zu inneren Konflikten, zu Machtverschiebungen, zu der Frage, wie eine bedrohte Kultur selbst Gewalt ausübt. Statt diese Linien konsequent durchzuziehen, nutzt der Film sie oft als Hintergrundtextur für ein vertrautes Grundmuster: Äußerer Feind, innerer Zwist, großes Bündnis im Angesicht der Vernichtung. Es entsteht der Eindruck, dass Pandora immer reicher, die Handlung aber immer dünner wird.

Darstellerisch bleibt die Reihe auf ihrem Niveau, was fast paradoxerweise die erzählerischen Defizite unterstreicht. Zoe Saldañas Neytiri ist weiterhin emotionaler Kern: Wut, Trauer, Schutzinstinkt - alles schlägt direkt durch die digitale Maske, so dass der Zuschauer kaum je vergisst, dass hier echte Körper und Gesichter performen. Stephen Langs Quaritch wird im Verlauf der Trilogie zur tragischeren, innerlich zerrissenen Figur, ohne je komplett seine Funktion als personifizierter Rachetrieb zu verlieren. Oona Chaplin als Varang bringt eine neue, kalte Intensität ins Ensemble; ihr Clan wirkt glaubhaft als Macht, die nicht nur Opfer, sondern auch Täter ist. Der Widerspruch liegt darin, dass diese komplexeren Figurenkonstellationen oft auf relativ simplen Motivketten beruhen: Rache, verletzter Stolz, Loyalität zur Familie, Misstrauen gegenüber dem Fremden. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes - große Mythen funktionieren seit Jahrhunderten nach solchen Schemata -, aber "Avatar: Fire & Ash" suggeriert mit seiner epischen Laufzeit und Weltfülle eine psychologische Tiefenschärfe, die das Drehbuch nicht konsequent einlöst. Man spürt, wie oft Figuren nicht handeln, weil ihre innere Logik sie dazu zwingt, sondern weil der Plot eine bestimmte Konstellation benötigt.

Camerons spätes Werk ist vom Motiv der Familie besessen. Schon in "Avatar: The Way Of Water" wurde das Mantra "Die Sullys halten zusammen" zum emotionalen Leitmotiv, und "Avatar: Fire & Ash" führt diese Linie fort und verschärft sie. Familie ist hier zugleich Schutzraum, moralischer Kompass und Achillesferse: Fast jeder dramatische Höhepunkt entsteht aus einer Bedrohung für Kinder, Partner oder Wahlverwandte. Das verleiht dem Spektakel Bodenhaftung, macht aber auch deutlich, wie eng der thematische Rahmen geworden ist. Während "Avatar" noch eine klassische Reise vom Ich zum Wir war und "Avatar: The Way Of Water" die Verantwortung des Elternseins in einer feindlichen Welt thematisierte, wirkt "Avatar: Fire & Ash" stellenweise wie eine Wiederholung derselben Lektion: Familie ist alles, die äußere Welt ist gefährlich, Loyalität wird im Blut bezahlt. Was fehlt, ist der nächste gedankliche Schritt - etwa die Frage, wann familiäre Loyalität selbst zu einem blinden Fleck wird, der kollektive Verantwortung verhindert. Der Film deutet solche Ambivalenzen an, wenn innerna’vianische Konflikte eskalieren, zieht aber selten die Konsequenz, sie auch moralisch wirklich unbequem zu machen.

Formal bleibt Cameron immerhin auf einem Niveau, das die meisten Blockbuster schlicht alt aussehen lässt: Die Organisation der Action, die räumliche Klarheit, der Einsatz von IMAX, 3D und High Frame Rate, die Präzision des Schnitts - all das ist technisch nahezu makellos. "Avatar: Fire & Ash" bietet Bilder, für die das Kino erfunden worden zu sein scheint: infernalisch leuchtende Schlachtfelder, glühende Asche über schimmernden Körpern, das Nebeneinander von Naturidylle und Kriegstrauma in einer einzigen Einstellung. Doch je weiter die Reihe fortschreitet, desto deutlicher stellt sich eine Frage: Wozu dient das alles? Beim ersten "Avatar" war die Antwort einfach: Wir schauen einem Mann zu, der eine neue Welt entdeckt und dadurch ein besserer Mensch wird. Im zweiten Film lernt eine Familie zu überleben, indem sie sich anpasst und ihre Schwächen eingesteht. Beim dritten Film ist die Antwort weniger klar. Das Spektakel ist atemberaubend, aber es erzählt zunehmend Variationen desselben Konflikts. Der Eindruck entsteht, dass die formale Innovation schneller vorankommt als die Ideen, die sie tragen sollen.

Im Kontext der ersten beiden Filme lässt sich "Avatar: Fire & Ash" als Wendepunkt lesen: Es ist der Moment, in dem die "Avatar"-Reihe endgültig zur eigenen Mythologie wird - reich an Symbolen, Stämmen, Ritualen, bedeutungsschweren Visionen -, ohne sich gleichermaßen um die innere Notwendigkeit jeder neuen Wendung zu kümmern. Die Geschichte entwickelt sich weniger organisch aus den Figuren und mehr aus der Notwendigkeit, eine übergeordnete Saga über mehrere Teile zu spannen. Das Ergebnis ist ein Film, der gleichzeitig beeindruckt und ermüdet. Er demonstriert, wie weit Blockbuster-Kino technisch gediehen ist, und erinnert doch daran, dass selbst die beeindruckendste Welt irgendwann nach einer Geschichte schreit, die mehr ist als eine weitere, wenngleich sehr kunstvoll arrangierte Belagerung. "Avatar: Fire & Ash" ist ein Film, den man sich mit offenem Mund ansieht - und dabei spürt, dass die Augen voller Wunder sind, während der Kopf sich wünscht, das Herz bekäme etwas riskanteres, unerwarteteres zu tun. Dennoch wieder visuell eine Wucht und der Gedanke, dass genau für solche Filme IMAX 3D existiert.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Twentieth Century Studios/Disney

Sonntag, 16. Februar 2025

Sonic The Hedgehog 3 (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt18259086/

Die Erde ist mal wieder einer übergroßen Gefahr ausgeliefert: Shadow (Stimme im englischen Original: Keanu Reeves). Kaum jemand scheint etwas über diese finstere Gestalt zu wissen. Aber eins ist schnell klar: Shadow verfügt über extreme Macht und ist fast blind vor Wut und Rachegelüsten. Und so liegt es mal wieder an Sonic (Ben Schwartz), Knuckles (Idris Elba) und Tails (Colleen O'Shaughnessey), die Welt zu retten. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn dieses Mal ist auch das Trio am kürzeren Hebel. Also braucht es einen neuen, unerwarteten Verbündeten...

Obwohl die drei "Sonic The Hedgehog"-Filme ihren ganz eigenen Charme haben, haben sie auch eindeutig von einer Reihe glücklicher Zufälle profitiert, um ihren Status als beliebte Franchise zu erreichen. Die allgemein schlechte Erfolgsbilanz früherer Videospieladaptionen; die Veröffentlichung des ersten Films, bevor COVID die Kinos schloss, und des zweiten kurz nachdem sich das Kinopublikum wieder normalisierte; die Ermüdung der Fans von Genrefilmen angesichts der schieren Menge an Marvel-Kontinuität; Sonic-nostalgische 90er-Jahre-Kids, die anfangen, selbst Kinder zu bekommen - all dies hat dazu beigetragen, die Tatsache zu kompensieren, dass die Sonic-Filme dazu neigen, schlampige, plappernde, halb unsinnige Angelegenheiten zu sein. Die Serie könnte tatsächlich einer bizarren Formel unterliegen: Je lockerer und unterschiedlicher die Teile eines Sonic-Films sind, desto besser hält das Ganze irgendwie zusammen. Das würde zumindest erklären, warum "Sonic The Hedgehog 3" bisher der coolste Film ist.


Auf dem Papier basiert "Sonic the Hedgehog 3" auf einer Reihe unüberlegter Tonalitätswechsel. Einerseits liefert das neu gegründete Team der computeranimierten Sonic (Ben Schwartz), Tails (Colleen O’Shaughnessey) und Knuckles (Idris Elba) einige halbherzige Samstagmorgen-Lektionen über die Bedeutung von Teamwork, als sie von einer zwielichtigen Regierungsbehörde für eine Mission zur Rettung der Welt rekrutiert werden. Andererseits ist ihr gefährlicher Gegner Shadow (Keanu Reeves), im Wesentlichen eine dunkle Version von Sonic, der vor Kurzem aus einer 50-jährigen Starre erwacht ist und bereit ist, seine Trauer und Wut über den Verlust eines geliebten Menschen in die völlige Zerstörung des Planeten Erde zu kanalisieren. Und dann ist da noch Jim Carrey, der als der schurkische Dr. Robotnik zurückkehrt und auch als Robotniks steinharter Großvater Gerald debütiert, der sich wie zwei Verrückte zum Preis von einem verhält.


Wie kommt es, dass Carrey bisher nie einen Eddie Murphy abgezogen und mit einer durch Effekte duplizierten Version seiner selbst gespielt hat? Normalerweise finden seine Duette mit sich selbst in einem einzigen, elastischen Körper statt, sei es durch seine Verwandlung in "Die Maske" oder die duellierenden Selbste in "Der Dummschwätzer" und "Ich, beide & Sie". Robotnik war als klassische Carrey-Figur nie so gut definiert und in Sonic 3 bleibt er mehr oder weniger The Riddler Lite. Aber Carrey arbeitet hart, obwohl er kaum mit anderen Schauspielern aus Fleisch und Blut zusammen auftritt, vom Trällern von "The Way We Were" und Grimassenschneiden zur Melodie von "Firestarter" über das Herumtollen mit seinem älteren Ich bei einer Reihe von Virtual-Reality-Bindungsübungen bis hin zu einem ausgedehnten Siegestanz, nachdem er einen Raum voller Sicherheitslaser besiegt hat. Der jüngere Robotnik arbeitet in großen Teilen des Films tatsächlich mit den Guten zusammen, aber die meiste Zeit steht Carrey abseits und führt ein herrlich verrücktes Ein-Mann-Musical mit zwei Figuren auf.


Das sollte in krassem Widerspruch zu der absoluten Aufrichtigkeit stehen, die Reeves Shadow verleiht, dem außerirdischen Igel, der ein Avatar einsamer, ausgehöhlter Wut ist und es gleichzeitig schafft, niedlich auszusehen. (Sogar sein Design ist ein Tonkonflikt.) Wie üblich schwelgt der neueste Sonic-Film in dem billigsten Pathos, das sich drei Drehbuchautoren leisten können, indem er einige Charaktere wiederholt und offensichtlich vorgetäuscht in Gefahr bringt, während er andere nur zu dem Zweck erschafft, eine tragische Hintergrundgeschichte aufzupeppen. Aber verdammt, wenn Reeves Shadow nicht zu einem seltsam sympathischen kleinen Schmerzball im Mittelpunkt des Ganzen macht, während er kocht, zuschlägt und an einer Stelle das Akira-Motorrad die Seite eines Tokioter Wolkenkratzers hochrutschen lässt. Seine Reise ist im Grunde eine extremere Version von Knuckles' Reise im vorherigen Film, und erfahrene Erwachsene können vermuten, dass die Sonic-Reihe eine Gegner-Konversionsrate beibehalten wird, die irgendwo in der Nähe von My Little Pony: Freundschaft ist Magie liegt (ein schmeichelhafter Vergleich, um das klarzustellen).


"Sonic The Hedgehog 3" ist immer noch ein Speedrun durch den Schrottplatz der Franchise. Es gibt ein paar verkürzte Mythen im Marvel-Stil (einschließlich, ja, mehrerer Szenen mit dem Abspann), eine billige Mission: Impossible-Einbruchssequenz, die offensichtlich einen Witz über Tom Cruise liefert, und all diese drittklassigen DreamWorks-Cartoon-Sprüche, die von Sonic selbst kommen. James Marsden und Tika Sumpter haben als menschliche Wächter von Sonic und Co. immer noch undankbare Aufgaben zu erledigen, und die Art und Weise, wie der Film unnötigerweise zusätzliche menschliche Darsteller aus der Vergangenheit einbezieht, ist bestenfalls verwirrend. Was das betrifft, scheint selbst (oder besonders) den Filmemachern unklar, was die Newcomerin Krysten Ritter in diesem Film macht. Aber Regisseur Jeff Fowler, der auch die ersten beiden Filme gedreht hat, hat das Tempo weiter gestrafft, und der Film vergeht wie im Flug in einem albernen, angenehmen Nebel.

Kinder verdienen wahrscheinlich ein besseres Franchise mit Pseudo-Superhelden; Carrey jedenfalls tut es. Aber manchmal sind miese Kinderfilme trotz allem ziemlich unterhaltsam. Das ist nur eine weitere Phase von Sonics überragendem Glück.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: Paramount Pictures

Montag, 13. Mai 2024

Kingdom Of The Planet Of The Apes - Planet der Affen: New Kingdom (2024)

https://www.imdb.com/title/tt11389872/

Etwa 300 Jahre nach der blutigen und verlustreichen Schlacht zwischen den von Caesar (Andy Serkis) angeführten Affen und den Menschen unter Kommando des Colonels (Woody Harrelson), haben sich in der Oase, in die Caesar seine Artgenossen einst geführt hat, mehrere Affengesellschaften parallel entwickelt. Die Menschen hingegen sind wieder Wilde geworden. Einige der Affenclans haben noch nie etwas von Caesar gehört. Andere wiederum nutzen dessen Legendenstatus aus, um seine Lehren zugunsten ehrgeiziger Ziele zu verdrehen. Vor diesem Hintergrund versklavt der Affenanführer Proximus Caesar (Kevin Durand) andere Clans, um eine geheime, menschliche Technologie zu finden. Als der Schimpanse Noa (Owen Teague) mit ansehen muss, wie seine Sippe entführt wird, begibt er sich zusammen mit dem menschlichen Mädchen Mae (Freya Allan) auf die Suche, um seine verschleppten Artgenossen zu finden und zu befreien...

Die von den Twentieth Century Studios 2011 neu gestarteten "Planet der Affen"-Filme wurden zu Riesenerfolgen, indem sie Remix-Versionen der klassischen Geschichte mit einigen der erschreckend beeindruckendsten VFX- und Motion-Capture-Arbeiten präsentierten, die Weta bis dato je produziert hat. Es war auch überraschend, dass eine Reihe von Blockbustern so konstant stark blieb, und Wes Balls "Planet der Affen: New Kingdom" nutzt auch solide die fruchtbare erzählerische Grundlage der vorherigen Filme aus. Aber während die Bilder des Films fantastisch sind und sein Engagement für den Aufbau der Welt bewundernswert ist, wird seine vielversprechende Geschichte über die Art und Weise, wie sich Mythen im Laufe der Zeit entwickeln, von nur allzu bekannten Beats übertönt, die von anderen Actionspektakeln auf der großen Leinwand übernommen wurden.


Nach drei Filmen, die das erste Jahrzehnt und die Veränderung des Lebens auf der Erde nach dem Ausbruch eines Virus dokumentieren, der Affen mehr Intelligenz verleiht und infizierte Menschen tötet, springt "Planet der Affen: New Kingdom" 300 Jahre in die Zukunft. Er stellt eine neue Gruppe von Spielern vor, die versuchen, neue Gesellschaften in den ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika zu gründen. Obwohl seit dem Tod von Caesar, dem ersten superintelligenten Affen und Anführer des revolutionären Aufstands, der seine Art befreite, Jahrhunderte vergangen sind, lebt sein Erbe in den Mythen von Affen wie Noa (Owen Teague), Anaya (Travis Jeffery) und Soona immer noch weiter (Lydia Peckham).

Als Mitglieder des Eagle Clans - einer Gruppe waldbewohnender Schimpansen, die eine sehr menschliche Art der Falknerei entwickelt haben - dreht sich bei Noa und seinen Freunden alles um die Gemeinschaft und ihr Verantwortungsgefühl für die Vögel, die sie für die Jagd trainieren. Aber während die Kultur des Eagle Clans eine einzigartige Schöpfung der heutigen Schimpansen ist, gibt es sehr deutliche Anklänge an die Lehren des ursprünglichen Caesar in ihrem Glauben, dass Affen zusammen stärker sind und dass Gewalt zwischen ihrer Art sie alle in Gefahr bringt. Anderen Affen zu schaden, ist das Letzte, woran Noa denkt, als "Planet der Affen: New Kingdom" eröffnet wird und bevor er und seine Freunde die Vögel empfangen sollen, mit denen sie eine lebenslange Bindung eingehen werden ("Avatar" lässt grüßen).

Die visuellen Effekte, mit denen die modernen Menschen im Planet der Affen, die Mocap-Anzüge tragen, in fotorealistische Affen verwandelt wurden, waren schon immer phänomenal. Aber hier verbinden sich Wetas Postproduktionsarbeit und die Darbietungen der Schauspieler auf eine oft noch kompliziertere, unheimlichere Art und Weise, die deutlich macht, wie sehr sich diese Affen im Vergleich zu ihren mythischen Vorfahren weiterentwickelt haben. Während Noa und seine Freunde spielerisch auf Bäume klettern oder durch das Dorf des Eagle-Clans mit all seinen raffiniert gebauten Holzkonstruktionen rennen, kann man die Ausgelassenheit der Affen allein schon an der Art spüren, wie sie zwischen aufgeregtem Gejohle und Schreien nach Luft schnappen. Es gibt eine spürbare Spannung zwischen Noa und seinem Vater, die sich in der Knappheit ihrer verbalen Gespräche ausdrückt, aber diese kleinen Momente der Unbeholfenheit - Dinge wie verstohlene Blicke und zögernder Körperkontakt - vermitteln wirklich die emotionale Distanz zwischen ihnen.

Das alles verdeutlicht, wie Zeit und Freiheit es den sprechenden Tieren des Königreichs des Planet der Affen ermöglicht haben, Kulturen und Ebenen emotionaler Komplexität zu entwickeln, die dazu führen, dass sie die Menschheit als dominierende Spezies der Welt übertreffen. Doch als ein einsames und scheinbar stummes Menschenmädchen (Freya Allan) beginnt, den Eagle-Clan zu bestehlen, stürzt ihre Anwesenheit sie in einen brutalen Konflikt mit dem evolutionsbesessenen Bonobo-König Proximus Caesar (Kevin Durand), der ihr aller Leben in Gefahr bringt. Es fällt daher immer wieder schwer, nicht an James Camerons "Avatar"-Filme zu denken, wenn man "Planet der Affen: New Kingdom" sieht, weil die Filme ihre Welten so effektiv wirken lassen und sich um konfliktscheue Verwalter fliegender Tiere drehen. Es ist nicht Unobtanium, sondern die Kultur und Identität des Eagle-Clans (und sein Leben), die angegriffen werden, während Proximus sie versklavt. Aber wie in "Avatar" geht auch "Planet der Affen: New Kingdom" davon aus, dass die Zusammenarbeit mit einem guten menschlichen Ersatzpublikum für Noa die einzige Möglichkeit ist, sein Volk zu retten.

Die Echos vergangener Blockbuster werden noch lauter, als Noa - mit dem Menschenmädchen im Schlepptau - sich auf die Suche nach Proximus‘ Festung macht und auf einen gelehrten Orang-Utan namens Raka (Peter Macon) trifft, der beschließt, das Mädchen "Nova" zu nennen. Nova und Kingdoms Rudel wilder, geistig zurückgebildeter Menschen bilden eine der deutlichsten Verbindungslinien zwischen der modernen "Planet der Affen"-Reihe und dem Originalfilm von 1968. Ball ist eine Hommage an den Klassiker von Regisseur Franklin J. Schaffner, besonders gut durch eines der ersten Versatzstücke des neuen Films, das wilde Menschen in die Flucht schlägt, während Proximus‘ Soldaten sie auf der Suche nach Nova jagen. Und während der Name des Mädchens zunächst wie ein scherzhafter Rückruf klingt, ist dies auch eine von vielen Möglichkeiten, mit denen der Film die Idee bekräftigt, dass Legenden und die Bedeutung, die sie in sich tragen, sich im Laufe der Zeit verändern können, wenn sie über Generationen hinweg geteilt werden. Diese Verzerrung verleiht Proximus seine Macht und macht seine Beziehung zum versklavten menschlichen Historiker Trevathan (William H. Macy) so faszinierend anzusehen.

So interessant diese Charaktere konzeptionell auch sind, das Königreich des Planet der Affen bringt sie auf eine ziemlich vorhersehbare Art und Weise zusammen, die eher dazu dient, die Möglichkeit für weitere Fortsetzungen in der Zukunft zu schaffen, als sich wirklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Um es klarzustellen: Die Geradlinigkeit des letzten Drittels des Films, in dem Noa versucht, in einen "Fallout"-ähnlichen Tresor einzubrechen, hält den Film nicht davon ab, ein spannender Film zu sein. Doch während "Planet der Affen: New Kingdom" zu Ende geht, kann man sich des Gefühls kaum erwehren, dass die Bühne für das, was als Nächstes kommen könnte, immer noch bereitet wird - selbst nach vier Filmen. 

8/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox

Samstag, 30. Dezember 2023

What If...?, Season 02 (2023)

https://www.imdb.com/title/tt10168312/

Marvel's "What If...?" ist eine Animationsserie, die ein Wiedersehen mit Iron Man, Captain America und Co. ermöglicht - aber in einem Konzept, dass völlig gelöst von den Marvel Cinematic Universe Geschichten ist. Getreu dem Motto "Was wäre wenn..." werden neue Geschichten erzählt. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Captain America als Zombie in Erscheinung tritt? Oder wenn die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft den Fantastic Four beigetreten wäre? Die Möglichkeiten sind grenzenlos! Disney orientiert sich dabei an einer Comicreihe aus den 70er-Jahren, die sich bereits mit Alternativen zum offiziellen Kanon beschäftigt hat. So bot sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten, seine Lieblingshelden in ungewohnten Rollen und Situationen zu sehen...

https://www.imdb.com/title/tt14169970/
2.1 Was wäre, wenn Nebula für das Nova Corps rekrutiert worden wäre? (What If... Nebula Joined the Nova Corps?)
Nova Prime rekrutiert Nebula, um den Nova Corps nach dem erfolgreichen Putsch von Ronan dem Ankläger gegen Thanos beizutreten. Fünf Jahre später, nachdem Xandar vom Universum abgeschottet wurde, um sich vor Ronans Kräften zu schützen, entdeckt Nebula die Leiche von Yondu Udonta und erhält von Nova Prime den Auftrag, diese zu untersuchen. Sie erfährt, dass Yondu die Codes zum Öffnen des planetaren Schutzschildes gefunden hat und heuert den Kree-Soldaten Yon-Rogg an, um den Großrechner des Nova Corps zu infiltrieren und zu zerstören. Yon-Rogg verrät sie und enthüllt, dass er und Nova Prime planen, Xandar an Ronan zu übergeben. Nebula überlebt einen Hinrichtungsversuch von Nova Primes Männern und heuert anschließend den Kasinobesitzer Howard the Duck und seine Untergebenen Groot und Korg an, um Nova Prime aufzuhalten. Während ihres Kampfes enthüllt Nebula, dass sie Nova Primes Abtrünnigkeit erkannte, als sie ihr die Mission zuwies, und den Code so änderte, dass sich der Schild wieder schließt, als Ronans Schiff, die Dark Aster, Xandar betritt, es zerstört und Ronan tötet. Nova Prime versucht zu entkommen, stürzt aber in den Tod. Der Schild öffnet sich wieder, während Nebula sich darauf vorbereitet, Xandar weiter zu verteidigen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt15090982/
2.2 Was wäre, wenn Peter Quill die mächtigsten Helden der Erde angegriffen hätte? (What If... Peter Quill Attacked Earth's Mightiest Heroes?)
988 bringen die Ravagers Peter Quill zu Ego, der ihn auffordert, bei seiner Expansion durch das Universum zu helfen. Sechs Monate später, nachdem er mehrere Welten verwüstet hat, kehrt Quill zur Erde zurück. Peggy Carter und Howard Stark rekrutieren daraufhin Bill Foster, König T'Chaka von Wakanda, Bucky Barnes, Dr. Wendy Lawson und einen widerwilligen Hank Pym, der seine Tochter Hope van Dyne mitbringt. Nach einem Handgemenge auf Coney Island nimmt das Team Quill mit Hilfe von Thor fest. Während das Team sein weiteres Vorgehen bespricht, befreit Van Dyne Quill, der nach Missouri reist. Während T'Chaka, Foster und Thor Carters Truppen dabei helfen, Ego zurückzuhalten, treffen Pym und Lawson auf Quill, der das Grab seiner Mutter besucht. Ein sympathischer Pym überzeugt ihn, sich gegen seinen Vater zu stellen. Barnes bereitet - unter dem Einfluss seiner Manipulatoren - ein Attentat auf Quill vor, bis Stark ihn an seinen besten Freund Steve Rogers erinnert. Als Ego die Helden überwältigt und versucht, seine Saat zu erhalten, kommen Pym und Quill rechtzeitig an, um ihn aufzuhalten, wobei letzterer die Saat benutzt, um Egos Avatar zu zerstören. Das Team, ohne Barnes, feiert seinen Sieg, bevor es sich aufmacht, Ego selbst zu stellen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt15167138/
2.3 Was wäre, wenn Happy Hogan Weihnachten gerettet hätte? (What If... Happy Hogan Saved Christmas?)
An Heiligabend ist Happy Hogan damit beauftragt, die Sicherheit im Avengers Tower für die jährliche Weihnachtsfeier zu überwachen, bis Justin Hammer und seine Handlanger Sergei und Rusty aus dem Gefängnis ausbrechen und den Tower stürmen, um Tony Starks Technologie und eine Blutprobe von Bruce Banner zu stehlen. Bei dem Versuch, die Blutprobe zu retten, wird sie Hogan versehentlich injiziert, was dazu führt, dass er sich allmählich in ein Hulk-ähnliches Monster verwandelt, ohne jedoch seine Intelligenz zu verlieren. Während die Avengers beschäftigt sind und Starks KI J.A.R.V.I.S. inaktiv ist, kontaktiert Hogan Darcy Lewis, die versucht, eine neue KI zu finden, um die Systeme des Turms neu zu starten. Sie wird jedoch von Hammers Gruppe als Geisel genommen, die die Eiserne Legion und Starks Hulkbuster-Rüstung in ihre Gewalt bringt. Sobald seine Verwandlung abgeschlossen ist, vernichtet Hogan die Legion und besiegt Hammer. Während Hammer wieder in Gewahrsam genommen wird, kehren die Avengers zurück, loben Hogan für seinen Einsatz und setzen ihre Weihnachtsfeier fort. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt15167142/
2.4 Was wäre, wenn Iron Man auf den Grandmaster treffen würde? (What If... Iron Man Chrashed Into the Grandmaster?)
Im Jahr 2012 rettet Tony Stark New York vor den Chitauri, indem er eine Atomrakete auf ihr Mutterschiff umlenkt. Das Wurmloch, das er benutzt hat, schließt sich jedoch, bevor er zur Erde zurückkehren kann, was dazu führt, dass er eine Bruchlandung auf Sakaar macht, wo er von dessen Herrscher, dem Grandmaster, gezwungen wird, zu bleiben. Stark greift in ein Todesrennen ein, um einen der Teilnehmer, Korg, zu retten, und trifft auf Gamora, die von Thanos geschickt wurde, um Stark zu töten, weil er die Chitauri aufgehalten hat, bevor Topaz, die oberste Vollstreckerin des Großmeisters, die beiden gefangen nimmt. Nachdem er Gamoras Absicht erfahren und geschworen hat, den Großmeister aufzuhalten, entkommt Stark, rekrutiert Korg und Walküre, baut einen neuen Iron-Man-Anzug und fordert den Großmeister zu einem Wettstreit um den Titel des Herrschers von Sakaar heraus. Obwohl der Großmeister versucht, zu betrügen, gewinnt Stark schließlich, während Walküre Topaz besiegt und den Großmeister außer Gefecht setzt. Als Walküre zum König von Sakaar gekrönt wird, überredet Stark Gamora, ihren eigenen Weg zu gehen, bevor er mit ihr aufbricht, um Thanos zu konfrontieren und zu töten. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt15167144/
2.5 Was wäre, wenn Captain Carter den Hydra Stampfer besiegt hätte? (What If... Captain Carter Fought the Hydra Stomper?)
Captain Peggy Carter und Natasha Romanoff finden Steve Rogers in der Hydra Stomper-Rüstung an Bord der Lemurian Star, aber er greift sie an. Nach einer Besprechung mit Nick Fury kommt Romanoff zu dem Schluss, dass Rogers, der seit 1953 vermisst wird, vom Roten Raum gefangen genommen und einer Gehirnwäsche unterzogen wurde. Carter und Romanoff helfen Brock Rumlow, Bucky Barnes vor Rogers zu schützen, bevor sie ihn außer Gefecht setzen und zu einem geheimen Versteck in Schottland reisen, wo sie erfahren, dass der Anzug Rogers am Leben erhält, obwohl jede Aktivierung seine Überlebenschancen verringert. Rogers bietet Carter an, ihr bei der Demontage des Roten Raums zu helfen, in der Hoffnung, ein Heilmittel zu finden, und begleitet sie und Romanoff zu einem ehemaligen KGB-Gelände. Die Gruppe gerät jedoch in einen Hinterhalt von Drohnen und Black Widow-Attentätern, die von der Anführerin des Roten Raums, Melina Vostokoff, kontrolliert werden, die Rogers' Gehirnwäsche reaktiviert. Während Romanoff Vostokoffs Truppen aufhält, wendet sich Carter an Rogers, der sich opfert, um den Roten Raum zu zerstören. In diesem Moment setzt Romanoff ihren Enterhaken ein, um Vostokoff an Rogers' Anzug zu binden, der bei der darauffolgenden Explosion ums Leben kommt. Als Carter versucht, Rogers zu finden, führt sie ein Portal plötzlich in ein Universum, das der Renaissance nachempfunden ist, wo sie auf seine Varianten von Fury und Wanda Maximoff trifft. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt15167146/
2.6 Was wäre, wenn Kahhori die Welt umformen würde? (What If... Kahhori Reshaped the World?)
Nachdem Surtur Asgard während Ragnarök zerstört hat, stürzt der Tesserakt in einem See der Haudenosaunee-Konföderation im vorkolonialen Amerika ab und verleiht ihm magische Eigenschaften. Nachdem zahlreiche Stammesangehörige verschwinden, während sie mit ihm interagieren, wird er als der Verbotene See bekannt. Im späten 15. Jahrhundert werden die jungen Mohawk-Geschwister Kahhori und Wáhta von spanischen Konquistadoren gejagt, die ihr Dorf auf der Suche nach dem Jungbrunnen durchwühlt haben. Während sie sich in einer Höhle verstecken, wird Wáhta gefangen genommen und Kahhori angeschossen, woraufhin sie in den Verbotenen See fällt, der sie in eine andere Dimension teleportiert, wo sie von ihren Mohawk-Kollegen wieder gesund gepflegt wird. Ein Dorfbewohner namens Atahraks erklärt, dass die vermissten Stammesangehörigen in die "Himmelswelt" teleportiert wurden, wo sie Kräfte und Unsterblichkeit erlangten, aber nicht nach Hause zurückkehren konnten. Während Kahhori sich mit ihren neu gewonnenen Kräften vertraut macht, betreten die Konquistadoren den See, in dem sie die Quelle vermuten, und dringen in die Himmelswelt ein. Kahhori hält sie auf, zwingt das Portal vom Himmel auf die Erde und kehrt nach Hause zurück. Sie und die Dorfbewohner besiegen die Konquistadoren, retten ihr Volk und zwingen später Königin Isabella, Frieden zu schließen. Kurz darauf taucht Doctor Strange Supreme aus einem anderen Portal auf und nähert sich Kahhori. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt15167148/
2.7 Was wäre, wenn Hela die zehn Ringe gefunden hätte? (What If... Hela Found the Ten Rings?)
Odin, der Helas Blutdurst in den Neun Reichen leid ist, verbannt sie auf die Erde und entzieht ihr ihre Kräfte, indem er Mjolnir zerstört und ihre Krone verzaubert. Hela landet im mittelalterlichen China und wird von den Armeen von Xu Wenwu konfrontiert. Sie versucht, die Krone zurückzuholen, scheitert aber. Wenwu lässt Hela am Leben und versucht, sie für seine Armee zu rekrutieren, aber sie entkommt, nachdem es ihr nicht gelungen ist, seine Zehn Ringe zu stehlen. Sie wird von einem Hundun in das Reich Ta Lo geführt, wo sie deren Anführer Jiayi davon überzeugt, sie in ihre Armee aufzunehmen. Jiayi unterrichtet Hela in den Kampfkünsten, nachdem sie ihren wahren Wunsch nach Freiheit von Kontrolle erkannt hat. Nachdem Heimdall berichtet hat, dass es ihm nicht gelungen ist, Hela ausfindig zu machen, besucht Odin die Erde, um zur Vergeltung gegen Wenwu zu kämpfen. Hela schließt sich Wenwu im Kampf gegen Odin an, gewinnt schließlich und wird wieder würdig, ihre Krone zu tragen. Odin erkennt Helas Wachstum an und überlässt ihr den Thron von Asgard. Hela vereint die Armeen Asgards und Wenwus Organisation der Zehn Ringe und begibt sich auf eine Reise, um die Freiheit in den Neun Reichen und darüber hinaus zu sichern, und kommt Gamoras Volk zu Hilfe, als Thanos es angreift. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt15167150/
2.8 Was wäre, wenn die Avengers im Jahr 1602 zusammenkämen? (What If... the Avengers Assembled in 1602?)
Nach ihrer Ankunft in einem Renaissance-Universum willigt Captain Carter ein, Wanda Merlin und Sir Nicholas Fury dabei zu helfen, einen drohenden Überfall zu verhindern. Sie rettet Prinz Loki davor, durch einen Spalt aus diesem Universum gesaugt zu werden, aber es gelingt ihr nicht, Königin Hela zu retten, und sie wird von Sir Harold "The Happy" Hogan auf Befehl des neuen Königs Thor gejagt. Carter erfährt, dass der Vorfall aufgrund der Anwesenheit des Vorläufers, eines anderen zeitversetzten Individuums, stattfindet, und macht Tony Stark ausfindig, der mithilfe des Zeitsteins in Thors Zepter ein Gerät zur Identifizierung des Vorläufers herstellen kann. Er verweist sie auf die Gesetzlosen Steve Rogers, Bucky Barnes und Scott Lang hin, um bei dem Diebstahl zu helfen. Carter findet die Gruppe, doch sie werden von Hogan überfallen. Carter ergibt sich und wird in ein Gefängnis überführt, wo sie sich und einen maskierten Bruce Banner befreit. Sie treffen sich mit Stark und schließen sich Rogers' Gruppe an, um Thors Hof zu infiltrieren. Mit Wandas Hilfe holt die Gruppe den Zeitstein für Starks Gerät zurück, das Steve Rogers als den Vorläufer identifiziert, der versehentlich die zeitliche Anomalie im Kampf gegen Thanos geschaffen hat. Carter verabschiedet sich von Rogers und bringt ihn in sein Universum zurück, um den Vorfall rückwirkend zu verhindern, bevor sie auf Strange Supreme trifft. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt15167152/
2.9 Was wäre, wenn Strange Supreme einschreiten würde? (What If... Strange Surpreme Intervened?)
Strange Supreme bringt Captain Carter in sein Sanctum Infinitum, wo er verrät, dass er den "Universumskiller" gefangen hat, um seine Sünden zu sühnen, und bittet sie um Hilfe bei der Gefangennahme einer entkommenen Variante, die in ein Universum geflohen ist, in der Hydra den Tesserakt eingesetzt hat um die Welt zu zerstören. Carter stimmt zu und trifft auf Kahhori, der verrät, dass Strange Varianten gefangen hat, um sie der Schmiede zuzuführen, einer Vorrichtung, die er gebaut hat, um sein verlorenes Universum wiederzubeleben. Als Strange versucht, Kahhori zu töten, befreit Carter seine Gefangenen und ermöglicht auch Kahhori die Flucht. Inmitten dieses Chaos trifft das Paar auf Black Panther Killmonger, den Kahhori von seiner Rüstung trennt und Carter erlaubt, die darin enthaltenen Infinty-Steine zu benutzen. Während das Paar in der Schmiede gegen Strange kämpft, leihen die Varianten ihre Waffen an Carter, während Kahhori sie mithilfe ihrer Kräfte nach Hause schickt. Strange wird von seinem dämonischen Selbst übernommen, doch Carter trennt sie. Als die Schmiede zusammenbricht, opfert Strange sich selbst und sein Gegenstück. Der Wächter bringt Kahhori nach Hause und bringt Carter in Stranges wiederhergestelltes Universum. Er enthüllt, dass es ihm gelungen ist, Christine Palmer wiederzubeleben, obwohl er darin nie wiedergeboren werden kann. Carter bittet daraufhin den Wächter, ihr das Multiversum zu zeigen, bevor er sie nach Hause bringt. - 8/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Disney+
Poster/Artwork: Disney+

Freitag, 22. Dezember 2023

Rebel Moon Part One: A Child Of Fire - Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers (2023)

https://www.imdb.com/title/tt14998742/

Vor Jahren strandete Kora (Sofia Boutella) in einem Raumschiff auf dem Mond Veldt irgendwo am Rande des Universums. Die Einheimischen nahmen sie freundlich auf, befürchteten aber schon immer, dass Kora von einer Welt stammt, mit der sie lieber niemals Kontakt haben würden. Sie sollen Recht behalten, denn eines Tages taucht der grausame Admiral Noble (Ed Skrein) auf, ein Abgesandter des tyrannischen Imperium-Herrschers Balisarius (Fra Fee), der Veldt unterjochen und ausbeuten möchte, wie er es schon auf vielen weiteren Planeten und Monden zuvor getan hat. Doch die Invasoren haben ihre Rechnung ohne die kämpferische Kora gemacht, die ursprünglich aus ihren eigenen Reihen stammt. Gemeinsam mit dem kriegerisch gänzlich unerfahrenen Bauern Gunnar (Michiel Huisman) bricht sie zu verschiedenen Nachbargestirnen auf, um die dortigen Bewohner davon zu überzeugen, sich einer Rebellion gegen das Imperium anzuschließen. 

Zack Snyder macht selten halbe Sachen. Nachdem mit "Army Of The Dead" bereits ein Netflix-Universum im Gange ist, bringt er mit "Rebel Moon Teil 1: Ein Kind des Feuers" ein zweites Universum auf den Markt. Und wenn man Berichten Glauben schenken mag, so ist die unverhohlen an "Star Wars" angelehnte (und oft sogar dreist kopierte) SciFi-Opera eine Idee aus Snyders College-Zeiten und hätte sogar - mit der enstprechenden Rückendeckung - sehr gut in eben jenes Universum integriert werden können. Doch dieser Wurf landete nicht bei Lucasfilm, also tat sich Snyder erneut mit Netflix zusammen, um "Rebel Moon" in ein eigenes, einzigartiges Universum zu verwandeln, das mit einer zweiteiligen Geschichte beginnt, bevor es sich möglicherweise weiter ausdehnt.

Nach einer Eröffnungssequenz (die erste von vielen) über die Mutterwelt treffen wir Kora (Sofia Boutella) zum ersten Mal auf dem Planeten Veldt, wo sie nach einer Bruchlandung auf Veldt Mitglied der dortigen Bauerngemeinschaft geworden ist. Ihre Hoffnungen auf ein Leben in Frieden werden zunichte gemacht, als Admiral Noble (Ed Skrein), treuer Diener des tyrannischen Regenten Balisarious (Fra Fee), auf Veldt ankommt. Er will die Ernte, um seine Armee zu ernähren, während sie Jagd auf eine Gruppe von Rebellen machen, angeführt von Darian und Devra Bloodaxe (Ray Fisher und Cleopatra Coleman). Es überrascht nicht, dass Nobles Bitte eher eine Forderung als eine Bitte ist, und als sich Soldaten der Mutterwelt auf Veldt niederlassen, ist Kora nicht bereit, tatenlos zuzusehen und eine andere Gruppe von Menschen leiden zu lassen. Allerdings kann Kora die Mutterwelt nicht alleine bekämpfen, also begibt sie sich mit Hilfe von Gunnar (Michiel Huisman) auf eine Reise in verschiedene Welten, um eine Gruppe von Kriegern zu finden, die bereit sind, ihr Leben zu riskieren, um Koras Volk zu verteidigen. Klingt nicht neu? Nö, ist es auch nicht und ist eigentlich sogar der langweiligste Standrad-Aufhänger aller Zeiten - mittlerweile. Wer an die Ameisen und die Heuschrecken denkt, der hat eigentlich schon den gesamten Film erfasst.

Angesichts der Idee, die Snyder nun seit Jahrzehnten im Kopf herumschwirrt, ist es immerhin keine Überraschung, dass "Rebel Moon" in einer sehr detaillierten Welt spielt. Von den Welten selbst bis hin zu den Kostümen der Charaktere gibt es überall Hintergrundgeschichten - auch wenn diese nicht immer offensichtlich sind. Das Problem ist, dass die Handlung, die Snyder sich für den Film "ausgedacht" hat, bei weitem nicht so interessant ist wie die Welt, in der er spielt. Es ist eine sehr unkomplizierte "Die sieben Samurai"-Geschichte, in der es darum geht, eine bunt zusammengewürfelte Gruppe zusammenzubringen, um ein größeres Übel zu bekämpfen - und das ist fast auch der Fall. Für eine Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden passt auch sehr viel rein. Doch dies hinterlässt bei "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers" ein episodisches Gefühl, da der Film, nachdem er im ersten Akt eine lange Zeit auf Veldt verbracht hat, immer hektischer von Planet zu Planet springt, um die verschiedenen Krieger aufzusammeln, ohne dem Zuschauer wirklich zu zeigen, wer von ihnen wirklich der Held ist. Kora bekommt als Hauptdarstellerin die meiste Entwicklungzeit, aber der Film ist so sehr in Bewegung, dass ihre Hintergrundgeschichte in zwei schier endlos langen Expositionen erzählt wird. Man darf sich sicher sein, dass dieses Problem durch einen bereits geplanten Director's Cut, der angeblich eine Stunde länger sein wird, abgemildert werden könnte, allerdings wünschte man sich, Snyder hätte sich auf eine Version des Films konzentriert, da "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers" in seiner aktuellen Form heillos überladen und unendlich gehetzt wirkt.

Jeder Planet ermöglicht es Snyder immerhin, verschiedene Genres auf seine eigene Weise zu interpretieren. Beispielsweise ist die Hafenstadt Providence auf Veldt, in der sie Kai (Charlie Hunnam) treffen, eine zwielichtigere Version der Mos Eisley Cantina, während Tarak (Staz Nair) in Neu-Wodi eine greifähnliche Kreatur namens Bennu zähmt, bevor er sich der anschließt Team in einem "Avatar"-artigen Moment. Der beeindruckende Aufbau der Welt führt dazu, dass sich die Planeten deutlich voneinander unterscheiden, und der Fokus auf praktische Effekte, wo immer möglich, verleiht ihnen ein lebendiges Gefühl. Allerdings sind die Versatzstücke meist überflüssig und bevor man es merkt, ist man am Höhepunkt von "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers", ohne diesen wirklich kommen zu sehen. Das liegt hauptsächlich daran, dass es sich hier um eine in zwei Teile zerlegte Geschichte handelt, wobei jeder dieser Teile (laut Berichten) für die Veröffentlichung gekürzt wurde. Der große Kampf steht noch bevor und Teil Eins hätte einen stärkeren Abschluss gehabt, wenn Snyder nicht eine unnötige Coda eingebaut hätte, die sich um das Schicksal einer wichtigen Figur dreht.

Trotz des Umfangs und des Aufbaus der Welt ist  "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers" äußerst unbefriedigend und oft langweilig. Das bedeutet, dass man nicht umhin kann, sich auf die bekannten Schwächen von Snyder zu konzentrieren, etwa auf die Notwendigkeit, Hintergrundgeschichten zu zeigen und zu erzählen, sowie darauf, dass eine weitere weibliche Hauptfigur durch sexuelle Übergriffe motiviert ist. Wie bei "Army Of The Dead" sind die Beweise dafür vorhanden, dass "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers" ein stärkerer Film war, als er sich herausstellte. Es ist visuell beeindruckend und die Actionsequenzen sind gut inszeniert, auch wenn die Zeitlupe überbeansprucht ist (wie es mittlerweile ja auch von einem Snyder-Film zu erwarten ist), und man darf auch durchaus gespannt sein, wie es im April mit dem zweiten Teil weitergeht. Die Enttäuschung hier liegt darin, dass Netflix Snyder anscheinend erlaubte, zu tun, was er wollte, und er sich nicht einfach für die geplante Fassung als einzige Version des Films entschieden hat, eine Entscheidung, die seine größten Probleme hätte lösen können. So wie es ist, trägt "Rebel Moon Teil 1: Kind des Feuers" alle bekannten Züge eines Zack-Snyder-Films - von den guten bis zu den schlechten - und wenn man nicht sowieso Symphathien und Vorschußlorbeeren für den Regisseur aufgrund seiner bisherigen Arbeiten mit sich bringt, dann wird man von diesem Film arg enttäuscht sein. Als Snyder-Fan ist man es fast noch mehr.

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix