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Vaiana (Catherine Laga'aia) will unbedingt weit raus aufs offene Meer, endlich mal die Welt jenseits des Riffs sehen, das die Insel ihres Volkes umgibt. Doch keiner der Motunui-Stammesgenossen der 16 Jahre alten Prinzessin traut sich so wirklich, dieses Abenteuer einmal konsequent anzugehen – und auch ihr ist der Versuch, das Riff hinter sich zu lassen, verboten. Doch dann gerät das Inselvolk in eine Notlage, und die Nahrung beginnt, langsam knapp zu werden. Vaiana schmiedet deshalb einen Plan und setzt schließlich eines Tages auf eigene Faust in See. Mit an Bord sind der treudoofe Hahn Heihei und das Hausschwein Pua. Unterwegs offenbart sich ihr sogar noch der legendäre Halbgott Maui (Dwayne Johnson), dem sehr mächtige Fähigkeiten nachgesagt werden. Doch schnell stellt sich heraus, dass das mit den Kräften zwar nicht gelogen war, Maui aber eine ganz eigene Suppe angerührt hat, die er zusammen mit Vaiana nun erst mal auslöffeln muss...
Eines gleich vorab: dies ist wohl die mit Abstand faulste Veröffentlichung von Disney, denn die zentrale Schwäche des Live-Action-Remakes von "Vaiana" ist nicht die bekannte Geschichte selbst, sondern die Frage, warum sie kaum verändert noch einmal erzählt werden musste. Die geringe Eigenständigkeit, die künstlich wirkende CGI-Optik und die im Vergleich zum Animationsfilm deutlich schwächere visuelle Dynamik sind da noch die offensichtlichsten Mängel. Disney schickt Moana erneut auf große Fahrt - doch diesmal bleibt der Zauber erstaunlich oft an Land. Die Realverfilmung des Animationshits von 2016 erzählt die bekannte Geschichte nahezu unverändert: Die junge Vaiana verlässt ihre Heimatinsel Motunui, um gemeinsam mit dem Halbgott Maui das gestörte Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen und ihr Volk zu retten. Das Abenteuer funktioniert auf dem Papier noch immer, doch Regisseur Thomas Kail gelingt es nur selten, der vertrauten Reise einen eigenen Charakter zu verleihen.
Catherine Lagaʻaia ist dabei kaum ein Vorwurf zu machen. Sie verkörpert Vaiana (im englischen Original Moana) sympathisch, bringt die nötige Energie mit und überzeugt insbesondere bei den Gesangseinlagen. Auch die bekannten Songs von Lin-Manuel Miranda besitzen weiterhin Ohrwurmqualität und erinnern daran, wie viel Herz und musikalischer Schwung bereits in der Vorlage steckten. John Tui als Moanas Vater und Rena Owen als ihre Großmutter sorgen zudem für glaubwürdige Momente im familiären Umfeld. Dwayne Johnson kehrt als Maui in seine Paraderolle zurück, erreicht mit seiner Darstellung aber nicht durchgehend die freche, überbordende Präsenz seines animierten Gegenstücks. Jemaine Clement darf als Tamatoa erneut glänzen, doch gerade dessen musikalischer Auftritt wirkt in der realfilmähnlichen Umsetzung deutlich weniger mitreißend als im Original. Das eigentliche Problem liegt in der Inszenierung. Wo die Animation grenzenlose Fantasie, überzeichnete Figuren und spektakuläre Bewegungen ermöglichte, wirkt die Realverfilmung häufig künstlich und überraschend leblos. Das Meer schimmert in sattem Blau, die Landschaften sind farbenprächtig - dennoch fehlt vielen Bildern die Dynamik und emotionale Wucht, die das Original auszeichneten. Die umfangreichen CGI-Effekte lassen fantastische Figuren und Kreaturen zwar aufwendig aussehen, verleihen ihnen aber nicht automatisch mehr Glaubwürdigkeit. Im Gegenteil: Einige der skurrilen Begegnungen verlieren durch ihre realfilmähnliche Umsetzung ihren ursprünglichen Charme. Auch die eher konventionelle Kameraarbeit sorgt nur selten für echtes Abenteuergefühl.Inhaltlich bleibt die Geschichte mit ihren Themen Selbstvertrauen, Verantwortung, kultureller Identität und dem Respekt vor der Natur durchaus wertvoll. Vaianas Entwicklung zur selbstbestimmten Anführerin funktioniert weiterhin, und die Verbindung zu den Traditionen ihrer Vorfahren verleiht dem Abenteuer eine wichtige kulturelle Dimension. Doch weil Handlung, Dramaturgie, Dialoge und Musik größtenteils 1:1 aus dem Original übernommen wurden, fehlt es an Überraschungen. Neue Ideen, die eine erneute Verfilmung wirklich rechtfertigen würden, sind rar. Mit rund 115 Minuten Laufzeit zieht sich die Reise dadurch stellenweise unnötig in die Länge; bekannte Höhepunkte werden eher reproduziert als neu interpretiert. So bleibt "Vaiana" am Ende ein zwar aufwendig produziertes, musikalisch weiterhin ansprechendes Familienabenteuer, das vor allem von der Qualität seiner Vorlage und Catherine Lagaʻaia profitiert. Die Botschaft stimmt, die Songs funktionieren und einzelne Szenen bewahren einen Teil des ursprünglichen Charmes. Doch die künstliche Optik, die fehlende visuelle Fantasie und die weitgehend uninspirierte Wiederholung lassen das Remake letztlich überflüssig erscheinen. Wer die Geschichte noch nicht kennt, kann durchaus einen unterhaltsamen Familienfilm entdecken. Für alle anderen bleibt das Original von 2016 die deutlich lebendigere, kreativere und emotional stärkere Reise - und damit die bessere Wahl.








































