Posts mit dem Label EVIL DEAD werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label EVIL DEAD werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. Juli 2026

Evil Dead Burn (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt31170389/
https://letterboxd.com/film/evil-dead-burn/

Nach dem Verlust ihres Mannes sucht eine Frau Zuflucht auf dem abgeschiedenen Anwesen seiner Familie, in der Hoffnung, dort Unterstützung zu finden. Die angespannte Atmosphäre schlägt jedoch in offene Bedrohung um, als die Anwesenden nacheinander von einer unheimlichen Kraft erfasst und zu Deadites verwandelt werden. Mitten in diesem Chaos wird sie mit Versprechen aus der Vergangenheit konfrontiert, deren Bedeutung weit über den Tod hinausreicht und sie nun zwingt, sich den daraus entstehenden Folgen zu stellen...

Nur ganz wenige Horror-Filmreihen sind allein aufgrund ihrer Kompromisslosigkeit und Brutalität so bekannt geworden wie das "Evil Dead"-Franchise. ("Terrifier" vielleicht noch, aber da kommt eine erweiterte Sadismus-Komponente dazu.) Das Markenzeichen dieser Film ist seit jeher das absolut Böse, welches sich in den Menschen einnistet, deren Körper auf grausamste und gleichzeitig kreative Art und Weise verstümmelt - und dabei einen Heidenspaß hat. Das Franchise beinhaltete auch bis heute Szenen, die, egal wie oft man diese gesehen hat, immer wieder aufs Neue wehtun. Das Brotscheidemesser oder das Cuttermesser in "Evil Dead", die Käsereibe in "Evil Dead Rise" - die Macher fanden immer wieder neue Alltagsgegenstände, die sie mit äußerst schmerzhaften Methoden auf den menschlichen Körper anwendeten. Doch im Vergleich mit dem neuen "Evil Dead Burn" des französischen Regisseurs Sébastien Vaniček können "Evil Dead" und "Evil Dead Rise" gemessen am Gewaltlevel quasi einpacken.

Auch kaum eine Horrorr-Filmeihe schafft es seit über vier Jahrzehnten, sich immer wieder neu zu erfinden und dabei ihrem Kern treu zu bleiben. Nach dem überraschend starken "Evil Dead Rise" führt Vaniček die Reihe nun konsequent fort - und liefert einen Film ab, der die bekannten Zutaten aus Blut, Dämonen und schwarzem Humor mit einer beklemmenden Familiengeschichte verbindet. Das Ergebnis gehört zwar nicht zu den absoluten Höhepunkten der Reihe, ist aber ein ausgesprochen gelungener Beitrag, der den Zuschauer bestens bedient. Im Mittelpunkt steht Alice (Souheila Yacoub), die nach dem Tod ihres Mannes Zuflucht bei ihren Schwiegereltern auf einem abgelegenen Anwesen sucht. Die Hoffnung auf Trost hält allerdings nicht lange an, denn das Böse lässt nicht lange auf sich warten. Ja, selbstverständlich sind die Protagonisten erneut so blöde und lesen aus dem "Buch der Toten, dem Necronomicon, und ja, natürlich überschlägt sich dann die ganze Situation innerhalb von gefühlten Minuten. Nach und nach werden Familienmitglieder von den Deadites besessen und das Trauerwochenende entwickelt sich zu einem blutigen Überlebenskampf, bei dem niemand sicher ist. Die Reihe bleibt sich dabei treu und verbindet familiäre Konflikte mit gnadenlosem Horrorkino. 


Was sofort auffällt, ist die Atmosphäre. Vaniček setzt deutlich stärker auf düsteren Terror als auf überdrehten Humor. Das abgelegene Landhaus entwickelt sich schnell zu einem beklemmenden Albtraum, dessen enge Räume und dunklen Flure permanent Spannung erzeugen. Doch statt sich ausschließlich auf Gore zu verlassen (und keine Sorge, den gibt es reichlich!), baut der Film seine Bedrohung geduldig auf und erzeugt immer wieder Momente, in denen man förmlich darauf wartet, dass das Chaos losbricht. Sobald die Deadites die Kontrolle übernehmen, liefert "Evil Dead Burn" genau das, was Fans der Reihe erwarten durften: Splatter und Gore ungeschönt. Die Make-up-Effekte sind hervorragend, die Besessenen wirken gleichermaßen verstörend wie grotesk und die Gewaltszenen sind kreativ inszeniert. Vermutlich ist "Evil Dead Burn" damit sogar der kompromisslosesten Teil der gesamten Reihe. Bestimmt nicht der blutigsten (Für das "Evil Dead"-Remake wurden fast 50.000 Gallonen (ca. 190.000 Liter) Kunstblut verwendet.), wohl aber der brutalste.


Auch Souheila Yacoub überzeugt als Hauptfigur. Sie verleiht Alice genügend Verletzlichkeit, ohne dabei zur klassischen Horror-Protagonistin zu werden. Ihre emotionale, klassische Ausgangslage - Trauer, Schuld und familiäre Spannungen - gibt dem Film einen überraschend ernsten Unterton, der den Horror zusätzlich verstärkt. Das übrige Ensemble erfüllt seine Aufgabe ebenfalls solide und trägt dazu bei, dass die familiären Konflikte glaubwürdig wirken, bevor das übernatürliche Grauen endgültig übernimmt. Auch handwerklich bewegt sich der Film auf einem sehr hohen Niveau. Die Kameraarbeit erzeugt eine permanente Unruhe, während Sounddesign und Musik den psychologischen Druck zusätzlich verstärken. Besonders erfreulich ist, dass viele der Splattereffekte wieder praktisch umgesetzt wurden. Das verleiht den Gewaltszenen eine angenehm greifbare Wirkung und erinnert an die handgemachte Ästhetik, für die die Reihe seit jeher bekannt ist.


Die Handlung ist leider nicht so originell wie der Rest. Sie folgt letztlich bekannten Mustern der Reihe und überrascht erzählerisch nur selten. Einige Figuren bleiben trotz guter Ansätze etwas unterentwickelt, und wer auf größere Neuerungen innerhalb des Franchise gehofft hat, dürfte feststellen, dass sich der Film bewusst auf seine bewährten Stärken konzentriert. Gerade im Mittelteil entstehen kleinere Längen, bevor das Finale noch einmal ordentlich Tempo aufnimmt. Dennoch gelingt Vaniček der schwierige Spagat, den Geist der Originalfilme zu bewahren und gleichzeitig seinen eigenen Stil einzubringen. "Evil Dead Burn" fühlt sich weder wie eine bloße Kopie noch wie ein übertriebener Neuanfang an. Stattdessen erweitert der Film die Reihe  sinnvoll und zeigt erneut, dass das "Evil Dead"-Universum noch lange nicht auserzählt ist. 

Im Grunde ist der Film dann auch genau die Fortsetzung, die man sich als Fan wünscht: düster, gnadenlos, atmosphärisch und herrlich blutig. Zwar fehlen der Geschichte die ganz großen Überraschungen und einige Figuren hätten mehr Tiefe vertragen, doch die intensive Atmosphäre, starke Effekte und der kompromisslose Horrorfaktor machen den Film zu einem der stärksten Genrebeiträge des Jahres und zu einem würdigen neuen Kapitel der legendären Reihe.

7,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkNew Line Cinema/Screen Gems/Ghost House Pictures/Domain Entertainment

Donnerstag, 20. April 2023

Evil Dead Rise (2023)

https://www.imdb.com/title/tt13345606/

Beth (Lily Sullivan) reist nach Los Angeles, um ihre ältere Schwester Ellie (Alyssa Sutherland) zu besuchen. Dort angekommen, trifft sich voller Freude auf die drei Kinder von Ellie. Die total vernachlässigte Wohnung, aber auch ein seltsames Buch, das in den Mauern des Gebäudes versteckt war, bereiten ihr jedoch große Sorgen. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Es handelt sich dabei um das Necronomicon Ex-Mortis oder anders gesagt das Buch der Toten, welches das Böse heraufbeschwört und Dämonen auf die Einwohner loslässt. Beth und Ellie werden fortan mit ihren schlimmsten Albträumen konfrontiert, die sich als sogenannte Deadites manifestieren. Die Wesen, die sich an den Seelen lebender Kreaturen ergötzen, verlangen den Frauen alles ab. Doch nicht nur das: Als der Punkt gekommen ist, an dem sich beide Schwestern entzweien, muss Beth all ihre Grenzen überwinden, um sich und die Kinder beschützen zu können... 

Mit dem neuesten Teil im "Evil Dead"-Franchise startet das diesjährige FantasyFilmFest nights gleich mit einem Film, der rein gar nichts an Schockwerte und Horror vermissen lässt. Und das hat Tradition, denn zumindest die "Evil Dead"-Filme waren schon immer umstritten. Der ursprüngliche "Evil Dead" war in Deutschland aufgrund seiner grausamen Gore-Effekte jahrelang indiziert und war, neben "Muttertag", "Ein Zombie hing am Glockenseil" und "Man-Eater: Der Menschenfresser", einer der Filme, die die Diskussion über Gewaltfilme anheizten und schließlich zu einer Verschärfung der Mediengesetze in Deutschland und einem größeren Einfluss der BPjS führten. "Tanz der Teufel" wurde etwa ein halbes Jahr nach Veröffentlichung beschlagnahmt und diese Beschlagnahmung erst im Juli 2016 wieder aufgehoben. Der Film bekam nach einer Neuprüfung die Freigabe "ab 16 Jahren". Das gleichnamige Remake von 2013 hatte es dann nicht minder leichter: es wurde zunächst als NC-17 eingestuft, bevor der blutige Horror herausgeschnitten wurde, um ein vertraglich vorgeschriebenes R-Rating zu erhalten. Irgendwie verständlich, wenn man weiß, dass immerhin 70.000 (ja, siebzigtausend) Gallonen (Kunst-)Blut für vor allem die Finalszene verwendet wurden.

Der neue "Evil Dead"-Film ist jedoch weit davon entfernt, sich der Nostalgie der 80er Jahre hinzugeben, und hat eine noch extremere, schockierendere Wendung genommen als alle früheren Filme der Reihe, da es sich um einen "Evil Dead"-Film mit Kindern in der Hauptrolle handelt. In der Vergangenheit haben die "Evil Dead"-Filme erwachsene Männer und Frauen in Stücke gehackt, aber immerhin Kinder aus dem Gemetzel herausgehalten, was "Evil Dead Rise" bereits mit einem besonders gruseligen Teaser-Trailer ad acta legte, der eine besessene Mutter zeigt, die versucht, ihre eigenen Kinder anzugreifen. Und das hebt die Anspannung (vor allem bei Eltern), denn schließlich sind die "Evil Dead"-Filme voll von massiv blutigem Horror und nihilistischem schwarzen Humor, was diese Welt für Kinder denkbar ungeeignet macht. Auch wenn "Army Of Darkness" der vergleichsweise lustigste Film der Reihe ist, so hat diese Fortsetzung doch ein unerbittlich düsteres, gemeines Ende, während in "Evil Dead II" jede Figur tot oder dem Untergang geweiht war. Die jungen Darsteller von "Evil Dead Rise" verleihen dem Franchise völlig neue Emotionen, aber dies geschieht zu einem Preis, der schon beinahe zu hoch erscheint. Gruselige Kinder sind eine Sache, aber dass unschuldige Kinder von dämonisch besessenen Eltern angegriffen werden, ist eine Hardcore-Horror-Prämisse, die "Evil Dead Rise" zum extremsten Teil der Reihe macht. Dass die Helden Kinder sind, erhöht dann auch automatisch den Einsatz, da sie sich nicht selbst verteidigen können, und es ist viel erschütternder, sie sterben zu sehen.

"Evil Dead Rise" stellt jedenfalls die Talente seines vielversprechenden Regisseurs zur Schau, während er den Vorgängern reichlich Tribut zollt. Gore, Blut, unruhige Perspektiven und starke Leistungen von Alyssa Sutherland und Lily Sullivan machen diesen Film zu einem würdigen Einstieg in das Franchise. Sutherland und Sullivan spielen Ellie bzw. Beth, zwei Schwestern, deren Beziehung je nach Tourneeplan und Kinderbetreuungspflichten auf und ab schwankt. Beth ist Bühnentechnikerin für Bands (obwohl ihre Schwester sie insgeheim und auf grausame Weise als Groupie bezeichnet) und Ellie ist Tätowiererin und lebt mit ihren drei Kindern in Los Angeles. Ihre Beziehung steht auf einem liebevollen Fundament, aber unter der Oberfläche zeigen sich Risse, weil die Kommunikation zwischen den beiden nicht stimmt. Auf Tour verpasst Beth, die vom Tourleben eingenommen ist, oft die Anrufe von Ellie, die eine unerwartete Scheidung durchmacht. Cronins Drehbuch zeichnet die Beziehung der beiden in groben, aber effizienten Zügen, indem es die Dynamik zwischen der älteren, verantwortungsvolleren Figur (Ellie) und der jüngeren, ständig Rat suchenden Schwester (Beth) aufzeigt. In gewisser Weise ist "Evil Dead Rise" sowohl eine Hommage als auch ein Korrektiv zu Raimis ursprünglichem Low-Budget-Film, der für seine oberflächliche und frauenfeindliche Behandlung von Frauen kritisiert wurde. Sie werden nicht nur weitgehend als unterbewertet angesehen, sondern müssen auch die sadistischsten Szenen über sich ergehen lassen. Die Frauen, die Cronins Film bevölkern, leiden nicht weniger unter den dämonischen Geistern, aber zumindest haben sie die Chance, sich selbst zu retten.

Nach einer angemessen beunruhigenden Eröffnungssequenz beginnt "Evil Dead Rise" mit einer ängstlichen Beth, die in einem düsteren Nachtclub einen Schwangerschaftstest macht. Ein Klopfen an der Tür unterbricht sie kurz, aber Beth ist mehr mit dem Ergebnis ihres Tests beschäftigt. Man sieht nicht, was darauf steht, aber man kann es erahnen, spätestens wenn die jüngere Schwester an der Tür ihrer älteren Schwester auftaucht. Nahaufnahmen von Ellies Tätowierungen und Tintenstationen führen uns in ihr ruhiges Leben in L.A. ein. Ihre drei Kinder - Danny (Morgan Davies), Bridget (Gabrielle Echols) und Kassie (Nell Fisher) - schwirren um sie herum und gehen ihren eigenen Beschäftigungen nach. Sie sind ein vielseitiger Haufen, deren Interessen den vertrauensvollen Erziehungsstil ihrer Mutter widerspiegeln: Danny, ein DJ, legt in seinem Zimmer auf, seine Schwester Bridget gestaltet Plakate für eine Demonstration, und Kassie, die Jüngste, enthauptet eine Puppe. Fans der Reihe können sich schon denken was passiert, wenn ein Erdbeben eine unterirdische Gruft unter Ellies Wohnblock mit Abbruchcharakter zum Vorschein bringt: die Neugierde überkommt ihre Kinder. Danny ist besonders scharf darauf, die geheimnisvollen Schränke und staubigen Artefakte in der darunterliegenden Gruft zu erkunden. Gegen die Proteste seiner Schwester Bridget schnappt sich der Audiophile ein paar Schallplatten und das Necronomicon - jenes bekannte fleischgebundene Buch. Cronin nutzt alle Möglichkeiten der Effekte, um fast jedes Element von "Tanz der Teufel" aufzuwerten, einschließlich des Buches, das Seiten mit blutverschmierten Zeichnungen enthält und dessen Beschwörungsformeln nur mit den beiliegenden Vinylscheiben enthüllt werden. 

Cronin siedelt seine Version von "Evil Dead" in Ellies Stadtwohnung an und schafft so einen eher klaustrophobischen, kammerspielartigen Horror. Sein Stil - eine destabilisierende Mischung aus Kameraschwenks und Zooms, eine Farbpalette, die von einer unheimlichen Mischung aus Blau und Rot dominiert wird - beschwört eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens herauf. Auch das Sounddesign (von Peter Albrechtsen), das zwischen grellen Geräuschen und völliger Stille schwankt, ist ein eindringliches, stakkatoartiges Experiment. Aber es sind die Leistungen seiner Darsteller, die dem Film Ballast verleihen. Sullivan spielt Beth als eine angespannte Figur - eine Person, deren kühles Äußeres ausgefranste Nerven und allgemeine Unsicherheit verrät. Als sie bei Ellie vor der Tür steht, sucht sie Rat und Trost bei ihrer älteren Schwester, die nach ihren Worten immer weiß, was zu tun ist. Sutherland ist sicher in der Rolle der abgeklärten älteren Schwester, aber noch besser ist sie als dämonische Mutter. Der entfesselte Geist ergreift sofort Besitz von Ellie, und während der 97-minütigen Laufzeit des Films verwandelt sich Sutherland in einen mütterlichen Albtraum. Die besessene Ellie schleppt sich mit bedrohlich dröhnenden Schritten zurück in die Wohnung und begibt sich direkt in die Küche, wo sie methodisch Eier in eine gusseiserne Pfanne knallt. In Cronins Drehbuch gibt es nur wenig Charakterentwicklung, aber es besteht ein sichtlich großes Interesse daran die Schrecken der Mutterschaft herauszuarbeiten. Die satanischen Geister in Ellie manipulieren die Bindung zwischen Mutter und Kindern, um Danny, Bridget und Kassie auszutricksen. Das Kochen, das Singen von Schlafliedern und die Badezeit erhalten durch Sutherlands geschmeidige und beängstigende Darstellung einen unheimlichen Unterton.

Cronins geschickte Regie geht über seine Schauspieler hinaus. Es wäre kein "Evil Dead"-Film ohne ein Maximum an Gore und Blut, und der Regisseur enttäuscht nicht. Er steigert die Spannung, indem er jeden Folterakt genialer gestaltet als den letzten. Kochgeschirr und andere Küchenutensilien werden zu perversen Werkzeugen für die Verstümmelung von Fleisch und die Umgestaltung von Menschen. Jeder Raum in der Wohnung schwankt zwischen sicherem Zufluchtsort und Kriegsschauplatz hin und her. Blut ist überall - es durchdringt die Wände eines Fahrstuhls und tropft aus verschiedenen Öffnungen. "Evil Dead Rise" ist auf diese Weise unerbittlich, auch wenn es einen Hauch von Humor gibt, der den Druck zumindest etwas mildert. Cronins Film ist ein wunderbar kranker Einstieg in die Serie, der geschickt kalibriert ist, um Fans zu befriedigen und Uneingeweihte zu traumatisieren. Und das Ende lässt auf mehr hoffen. Es wäre wünschenswert.

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Montag, 30. März 2020

Ash vs Evil Dead, Season 03 (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4189022/

In der 3. Staffel von Ash vs Evil Dead genießt der Kettensägen schwingende Antiheld Ash Williams (Bruce Campbell) den Heldenstatus in der Kleinstadt Elk Grove, nachdem er in der vergangenen Staffel den bösen Dämon Baal besiegt hatte. Doch als Kelly (Dana DeLorenzo) ein Massaker mit ansieht, das die Handschrift der bösen Ruby (Lucy Lawless) trägt, müssen sich sie, Ash und Paolo (Ray Santiago) erneut gegen das Böse stellen. Das Trio wird dieses Mal von der mysteriösen Brandy (Arielle Carver-O'Neill) unterstützt, die eine bisher ungeahnte Verbindung zu Ash enthüllt.

https://www.imdb.com/title/tt6139796/
3.1 Die Familie (Family)
Ash ist in Elk Grove von einer Null zu einem Helden geworden! Das Böse war besiegt, die Menschheit war gerettet, es gab nur noch eine Sache zu erledigen: Ein Eisenwarengeschäft zu eröffnen. Sein Frieden ist nicht von langer Dauer, als das Böse zurückkehrt und es auf ein Ziel abgesehen hat, das ihm sehr nahe steht. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt6724924/
3.2 Zimmer 3 (Booth Three)
Ruby gebärt eine neue Art des Bösen und verkleidet sich, um sich an Brandy heranzumachen. Kelly kehrt mit einer Freundin zurück, die die Suche nach dem Vorhergesagten leitet, um die Dunkelwanderer ein für alle Mal zu besiegen, während Ash klar wird, dass das Böse vorhat sich seine Tochter zu schnappen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7801812/
3.3 Scheintot (Apparently Dead)
Ruby offenbart sich Ash, während sie versucht ihr Band mit Brandy zu stärken, um den Vorhergesagten zu besiegen. In der Zwischenzeit streiten sich Pablo und Dalton weiter, sich gegenseitig nicht trauend. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7801818/
3.4 Offene Rechnungen (Unfinished Business)
Brock warnt Ash vor einem jenseitigem Hurrikan, der im Anmarsch ist. Ash und Pablo machen im Eisenwarengeschäft eine Entdeckung. Kelly und Brandy stehen einem bekannten Gegner gegenüber. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7801824/
3.5 Babysicher (Baby Proof)
Rubys Haus des Schreckens offenbart ihren Masterplan, sowie einen kleinen Wonneproppen, der Ash terrorisiert. Pablos Verbindungen zum Hexenmeister bringen ihn zurück auf den Pfad, den er nehmen muss, um sein wahres Schicksal in der Schlacht gegen das Böse zu offenbaren. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7802474/
3.6 Geschichten aus der Kluft (Tales From The Rift)
Ashs Beziehung zu seiner Tochter wird inniger, während noch mehr Ritter von Sumeria sich Pablo und ihm anschließen, um das Böse zu besiegen. Kelly entscheidet sich, selber Jagd auf Ruby zu machen, während Ash und sein Team zusammen mit den Rittern die Kluft betreten und ihnen ihre eigene Schlacht bevorsteht. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt7802476/
3.7 Twist and Shout (Twist And Shout)
Rubys neuste Kreation ist ihr bisher teuflischster Plan, um Brandy gegen ihren Vater aufzubringen. Pablo hat den Verdacht, dass irgendwas mit Kelly nicht stimmt, als sie sich mit ihm und Ash in der Schule trifft. Es folgt absolutes Chaos, als das Böse beim Schulball auftaucht. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt7802484/
3.8 Zwischen den Welten (Rifting Apart)
Ash und Pablo wird klar, dass die Kluft im Keller der Schlüssel ist, um die Menschheit zu retten. Sie entwickeln einen Plan, um diejenigen zu retten, die sie lieben. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7802490/
3.9 Der Tag des Jüngsten Gerichts (Judgement Day)
Pablos Rolle als Brujo Especial zwingt ihn dazu, die Welten des Guten und des Bösen zu navigieren, um die Kluft für Ash offen zu halten, damit er Brandy und Kelly retten kann, aber es tut sich ein Problem auf. Ruby und Kaya bekommen es mit den Dunkelwanderern zu tun. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt7801806/
3.10 Das Ende der Menschheit (The Mettle Of Man)
Die Geisterverdrescher müssen sich dem ultimativen Test stellen, eine globale Dämonenplage besiegen zu müssen, dessen Epizentrum Elk Grove ist. Ash, Pablo, Kelly und Brandy bereiten sich ein letztes Mal auf eine Schlacht vor, um die Welt zu retten! - 9,5/10

So schnell kann es gehen. Gerade noch herrschte Euphorie darüber, dass es einer Special-Interest-Serie wie "Ash vs Evil Dead" überhaupt gelingen konnte, sich in eine dritte Staffel zu schleppen, da wird sie doch eingestellt. Es war ohnehin von Beginn an ein Spiel auf Zeit, das Damoklesschwert der möglichen Einstellung baumelte über jeder einzelnen Episode. Dem Sender Starz mag man nicht einmal Vorwürfe machen. Wenn kurz vor dem Staffelfinale von 2500 Amerikanern nur noch einer einschaltet, gibt es kaum Argumente für eine Verlängerung (außer vielleicht, die virale Verbreitung auf dem globalen Markt abzuwarten). Womöglich ist es auch gut so. Die Autoren, die offensichtlich heiße Nadeln als Schreibinstrumente zur Verfügung gestellt bekamen, müssen sich angesichts der sinkenden Quoten schon fragen lassen, weshalb sie kurz vor Ladenschluss auf ein teures Zukunftsszenario hinarbeiten, das man in einer hypothetischen vierten Staffel im Leben nicht hätte stemmen können, ohne in absoluten Megatrash der Marke "Escape From L.A." – Campbell dürfte sich erinnern – abzusinken. Möglicherweise stand das Ende der Serie zu diesem Zeitpunkt schon fest und man wollte die letzte Munition noch verschießen, anstatt sie in die Kiste zurückzulegen. Das ist sympathisch, aber irgendwie sinnlos. Wenn das nämlich jetzt schon alles gewesen sein soll, wäre eine intime Sauerei auf glitschigen Metzgerfliesen, einem dunkel gefärbten Holzboden oder Tannennadelbett vermutlich ein schöneres Goodbye gewesen, auf Augenhöhe mit den Fans. So beachtlich der gigantische Über-Troll in der letzten Episode auch animiert sein mag für eine Serie dieser Preisklasse, der Kampf zwischen diesem Deadite-Zilla und Ash ist gerade so unpersönlich wie die Schussdistanz zwischen Panzerlauf und Monsterhaut an Spannweite misst. Bruce Campbells Slapstick lebt eben eher vom Körpervollkontakt, dem beherzten Griff in die Boxershorts, ohne sich darum zu scheren, was an seiner Hand hängt, wenn er sie wieder herauszieht (eine hat er ja ohnehin längst schon verloren).

Dieser Kritikpunkt betrifft aber nur das Finale, denn grundsätzlich hat die Serie ihr Mojo nicht verloren. Es hagelt Deadites, wohin das Auge blickt, eines hässlicher als das andere. Gesplattert wird mit einem hohen Prozentsatz an Handgemachtem. Die Story hat wieder relativ wenig zu melden, was zu den üblichen Problemen mit Pacing und Füllsequenzen führt; wer sich mit den ersten beiden Staffeln arrangieren konnte, wird das auch hier verschmerzen können. Immerhin bekommt man im Gegenzug die volle Kante Kreativität, versteckt in kruden Details und schreiend abwegigen Einfällen, bei denen man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie das menschliche Gehirn überhaupt in der Lage sein kann, sich so etwas auszudenken. Es gelingt tatsächlich irgendwie, den legendären Kampf Ashs mit einer kopflosen Leiche aus Staffel 2 in Sachen Widerwärtigkeit und Choreografie noch zu übertreffen. Elastisch spannt sich das Sperma in der Kryoklinik zwischen versifftem Boden und ausgestreckten Händen, ein Gesicht wird unter den Saiten einer Harfe zerteilt, als würde der Sushi-Koch persönlich Hand anlegen. Ein Smartphone wird nicht ganz ohne Seitenhieb Richtung moderne Kommunikationstechnologie zur quäkenden CGI-Comicfigur. Pablos Gesicht wächst aus Kellys Wade. Und diese korpulente, biologisch abbaubare Behausung eines Kinder-Dämons sowie Ashs Taktik, diesen im eigenen "Haus" einzusperren... man fragt sich, was das wohl für verrückte Dreharbeiten gewesen sein mögen. Ganz besonders für das Kind.

Was der Serie nach wie vor ganz herausragend gelingt, ist eine Balance zu wahren zwischen Comedy, Horror und reiner Groteske. Das Creature Design und dessen Ausleuchtung kann manchmal ganz schön creepy wirken, aber auch albern zum gleichen Zeitpunkt. Brillant die Vorbereitung einer Beerdigungssequenz, bei der man unter Schmerzen des Fremdschämens bereits vorausahnt, wie Ash diese Party völlig ruinieren wird. In solchen Momenten kommt immer noch der alte Raimi-Geist durch. Es fällt aber auch auf, wie sich Regie, Schauspieler, Maskenbildner und alle anderen Beteiligten schon immer mehr anstrengen müssen, um diesen zu erhalten. Die Neuzugänge Arielle Carver-O’Neill (als Ashs Tochter) und Lindsay Farris (als Ashs ritterlicher Bewunderer) haben sichtbare Probleme, Zugang zu dem Chaos zu finden, in dessen Mitte das eingespielte Dreieck aus Bruce Campbell, Dana Delorenzo und Ray Santiago seine Runden im Kampf gegen Lucy Lawless zieht, die bitchig wie eh und je als Hauptgegnerin ihre blutigen Spuren hinterlässt. Dass die Serie völlig losgelöst von allen Regeln schalten und walten kann, die für "normale" Serien gelten, ist Fluch und Segen zu gleich. Es erlaubt abstruse Drehbuchwendungen, die so abwegig sind, dass kein nüchterner Produzent sie durchwinken würde, und doch akzeptiert man sie wie das Einmaleins in der Schule. Andererseits ist inzwischen schon ein Punkt der Sättigung erreicht. Alles, was hier noch kommen kann, sind Variationen, kaum mehr Steigerungen. Schuld ist das hohe Tempo der ersten beiden Jahre.

Elk Grove fällt im Zuge dessen kontinuierlich auseinander. Mit Ashs Eröffnung seines Eisenwaren- und Sexshops (brillant) sind Tür und Tor geöffnet für den Einbruch des Surrealen, mit düsteren Stürmen und Besuchen in einer grün gefilterten Parallelwelt. Im Grunde beginnen damit auch die Probleme. Je weiter sich die Handlung in Fantasy-Gefilde verlagert, desto weniger greifbar ist sie als Ganzes. In einzelnen Sketch-Ausschnitten weiß jede der zehn kurzen Folgen dennoch glücklicherweise massig Highlights aufzufahren; sie sind aber inzwischen eher Strohhalm in einem aus der Form fallenden Konzept, was sich spätestens im Ausblick auf das (jetzt nicht mehr) Kommende nicht mehr übersehen lässt. Deswegen ist es völlig in Ordnung, an dieser Stelle einen Schlussstrich zu ziehen. "Ash vs Evil Dead" ist schon der Anlage nach eher eine getunte Sternschnuppe mit dem Kerosinverbrauch einer Rakete, weniger ein Slowburner. Es dürfen sich aber generell gerne mehr Serien ein Beispiel an der Risikobereitschaft nehmen, mit der nun endlich auch mal ein Nischenpublikum satt bedient wurde.

9/10

Von NAMELESS kommt der Film in HD im auf 1.500 Stück limitierten Mediabook, welches man nur auf Börsen erhielt. Es enthält Staffel 1 und Staffel 2, sowie einen Platzhalter für Staffel 3:



Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Starz

Freitag, 11. August 2017

Evil Dead (Extended Cut) (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1288558/

Mia (Jane Levy) ist eine junge Frau, die mit ihrem Bruder David (Shiloh Fernandez) und ihren Freunden Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) zu einer entlegenen Waldhütte aufbricht, um dort ein paar freie Tage zu verbringen. Sie finden dort das seltsame "Buch des Todes" und rufen damit ungewollt düstere Dämonen herbei. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt, denn durch das Vorlesen aus dem "Buch des Todes" wurden blutrünstige und abscheuliche Kreaturen freigesetzt, die es alle nur auf eines abgesehen haben: Sie haben das Ziel, die Teenager psychisch und körperlich zu vernichten. Die Teenies müssen sich nun alleine zu helfen wissen, denn in der abgelegenen Waldhütte wird ihnen niemand anderes beistehen...

Sam Raimi hat mit Sicherheit im Traum nicht daran gedacht, dass sein Low-Budget-Splatterfilm "Tanz der Teufel" Anfang der 80er zu einem weltweiten Hit werden würde, welcher mittlerweile absoluten Kultstatus erreicht hat. Das Publikum liebte den Film. Ganz im Gegensatz zu den Zensurbehören. Im Laufe der Jahre folgten zwei Fortsetzungen, welche jedoch den Fokus mehr auf den Komödien-Anteil legten, anstatt Splatterexzesse abzuliefern. Ein weiteres Sequel wurde immer wieder von Raimi oder Bruce Campbell angekündigt, aber es blieb stets bei Ankündigungen und Gerüchten. Umso überraschender, dass dann letztendlich ein Remake in Produktion ging. Newcomer Fede Alvarez nahm auf dem Regiestuhl Platz, Raimi und Campbell produzierten. Schon früh gab man bekannt, dass man sich in Sachen Gewaltdarstellung nicht zurückhalten würde und deshalb ein R-Rating anstrebt. Man hielt Wort und der Film fiel so drastisch aus, dass es sogar ein NC-17-Rating von der MPAA gab. Für eine Kinoauswertung allerdings problematisch, weshalb Alvarez einige leichte Zensuren vornehmen musste, bis es dann im Endeffekt das R-Rating gab. Es wurde zwar eine Unrated-Fassung für den Heimkinomarkt in Aussicht gestellt, aber veröffentlicht wurde diese erst einmal nicht.

Zumindest nicht auf einem dieser Medien. Denn ohne vorherige Ankündigung lief im Januar 2015 spät Nachts ein "Extended Cut" von "Evil Dead" im britischen Fernsehen auf Channel 4. Diese enthält neben zusätzlichen Handlungsszenen auch einiges mehr an blutigen Bildern. So wurden unter anderem offensichtliche MPAA-Cuts rückgängig gemacht und auch die berühmte Kettensägen-Szene aus dem Trailer, welche von vielen in der Kinofassung vermisst wurde, ist wieder enthalten. Zusätzlich wurde im Abspann noch ein alternatives Ende drangehängt. Die verlängerte Fassung ist auf jeden Fall lohnenswert und läuft ca. 5 Minuten länger als die Kinofassung. An der Wertung ändert sich zwar aufgrund der (was man kaum glauben mag) noch härteren Bilder nur ein halber Punkt nach oben, aber am Funfaktor, was Splatter und Gore anbelangt ändert sich einiges. Junge, Junge. Einen ausführlichen Schnittberichte zwischen Kino- und Extended Cut gibt es wie immer hier: schnittberichte.com.

8/10

Von NAMELESS Media kommt der Film ungeschnitten/unrated in der Kino- und Extended Cut-Fassung im auf 1.500 Stück limitierten Blu-ray-Mediabook:



Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony Pictures

Freitag, 16. Dezember 2016

Ash vs Evil Dead, Season 02 (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4189022/

In der zweiten Staffel von "Ash vs Evil Dead" lebt Ash (Bruce Campbell) anfangs noch das Dolce Vita in Jacksonville, Florida, doch die Dämonen seiner Vergangenheit holen ihn dort buchstäblich ein. Er muss in seine Heimatstadt Elk Grove zurückkehren, wo ihm, Ruby (Lucy Lawless), Kelly (Dana DeLorenzo) und Pablo (Ray Santiago) ein entscheidender Kampf gegen die Deadites und dessen neuen Anführer, den Dämon Baal (Joel Tobeck), erwartet. Neu im Cast der Serie sind Ted Raimi als Ashs Jugendfreund Chet, Michelle Hurd als seine Highschool-Liebe Linda und Schauspielveteran Lee Majors als Ashs Vater.

http://www.imdb.com/title/tt5158912/
2.1. Zurück in Elk Grove (Home)
Die fröhliche Sause in Jacksonville ist vorbei! Ruby ruft Ash, Pablo und Kelly in Ashs Heimatstadt, um ein brüchiges Bündnis einzugehen. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5218206/
2.2 Die Pathologie (The Morgue)
Pablos Realitätssinn wird auf die Probe gestellt, als Ruby ihm offenbart, dass das Necronomicon ihm dunkle Vorahnungen angedeihen lässt. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt5218258/
2.3 Die große Party (Last Call)
Ash und sein bester Kumpel Chet wollen eine Feier in der Bar schmeißen, die Autodiebe anlocken und Delta plus Necromicon wieder in die Finger kriegen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt5218262/
2.4 Der besessene Delta (DUI)
Ash jagt hinter seinem geliebten Delta her, und wird selbst zum Gejagten. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5218402/
2.5 Wer ist Baal? (Confinement)
Die Untoten stellen unseren Helden vor kein Problem. Der Sheriff schon, er nimmt Ash hops. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt5218416/
2.6 Ash gegen Elk Grove (Trapped Inside)
Ein Mob nagelt Ash und sein Team in Brocks Haus fest, während Ruby versucht, Baal mit einem Zauber zurück in die Hölle zu schicken. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt5218426/
2.7 Wahnvorstellungen (Delusion)
Ash wacht in einer Nervenheilanstalt auf. Ein auffällig bemühter Doktor will ihn dazu bringen, seine schrecklichen Taten zu gestehen, damit die Heilung beginnen kann. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt5218448/
2.8 Ashy Slashy (Ashy Slashy)
Ruby, Kelly und Pablo suchen in einer verlassenen Nervenheilanstalt nach Ash und Baal und treffen, Überraschung, auf ein paar echt durchgedrehte Gestalten. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5218462/
2.9 Ab in die Vergangenheit (Home Again)
Pablos Verlust quält Ash - er will ihn unbedingt zurückholen! - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5197286/
2.10 Retter der Welt (Second Coming)
Ash, Ruby und Kelly kämpfen in der Vergangenheit, um eine Zukunft zu haben, in der Pablo lebt und die Welt vor dem Bösen sicher ist. Doch die Höllenbrut hat andere Pläne! - 8,5/10

Die zweite Staffel der Serie "Ash vs Evil Dead" setzt die Geschichte nahtlos fort und bringt neben Gekröse, Blut und Splatter neue Dämonen zurück auf die Erde, die es natürlich mit Hilfe einer Kettensäge und Ashs doppelläufiger Schrotflinte aufzuhalten gilt. Dabei fällt der eine oder andere lockere Spruch und auch die Grenzen des guten Geschmacks werden ein ums andere Mal drauf getreten, einmal wird regelrecht drauf geschissen. Aber genau dies macht "Ash vs Evil Dead" so genial, so lustig, so anschauwürdig. Hauptfigur ist natürlich Bruce Campbell ohne den die Serie hoffnungslos in die Hose gegangen wäre. Er sorgt ein ums andere Mal für herrliche Slapstick-Einlagen und zynische Sprüche, bei denen man hinter vorgehaltener Hand lacht. Aber auch seine Sidekicks Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken, so unbeholfen (Pablo) oder großfressig (Kelly) sie auch sein mögen. Auch Lucy Lawless als Ruby spielt eine immer größere Rolle und macht zudem eine gute Figur. Hinzu kommt Ellen Sandweiss als Ashs Schwester Cheryl, die ja bekanntermaßen in "Tanz der Teufel" dank Baum und Schrotflinte das Zeitliche segnete. Ja, die Serie macht auch in der zweiten Staffel alles richtig und gibt dem Publikum das was es will: Ash im Überfluss. Läuft.

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 1.500 Stück limitierten Mediabook, welches man nur auf Börsen erhielt. Es enthält Staffel 1 und Staffel 2, sowie einen Platzhalter für Staffel 3:


Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Starz

Donnerstag, 1. September 2016

Ash vs Evil Dead, Season 01 (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4189022/

"Ash vs Evil Dead" setzt rund drei Dekaden nach den Ereignissen der "Evil Dead"-Trilogie ein. Die grausamen und abenteuerlichen Ereignisse haben bei Ashs (Bruce Campbell) Gemüt anscheinend allerdings kaum Spuren hinterlassen: er ist zwar ein wenig aufgedunsen und muss sich nach wie vor mit seiner Handprothese arrangieren, aber der Supermarktangestellte nimmt das Leben locker. Er hat es seit dreißig Jahren nicht mehr mit blutrünstigen Dämonen zu tun gehabt und mit seinem Charme und einer erdachten Geschichte kann er bei seiner abendlichen Sauftour immerhin Eindruck beim weiblichen Geschlecht schinden. Als Ash und seine Eroberung das dreckige Kneipenklo als Hort der Liebe missbrauchen, kippt die Stimmung plötzlich von einen Moment auf den anderen und Ash hat eine erschreckende Vision, die ihn und den Zuschauer ganz bleich werden lässt. Die Libido gewinnt zwar letztendlich die Oberhand und Ash lässt sich nicht das körperliche Vergnügen verderben, aber das Erlebnis gibt ihm keine Ruhe und so wird zuhause nach langer Zeit wieder das alte Necronomicon aka Das Buch der Toten aus der Schublade gekramt. Dabei macht Ash eine erschreckende Entdeckung und ihm wird bewusst, dass die Geister seiner Vergangenheit ihm wieder auf den Fersen sind und dass eine erneute Konfrontation mit höllenhaften Kreaturen bevorsteht. Nun muss sich der Held seiner Verantwortung stellen und die bösen Dämonen ein weiteres Mal in ihre Schranken weisen – unwichtig zu erwähnen, dass er selbst für das Unheil verantwortlich ist, da er unter Einfluss von Drogen und Alkohol munter aus dem Necronomicon Ex-Mortis zitierte und so erneut das Böse frei lies. Nur Ash ist in der Lage, diese Bedrohung zu stoppen. Unterstützung erhält er dabei von seinem liebsten Kollegen Pablo (Ray Santiago) und dessen Schwarm Kelly (Dana Delorenzo). Darüber hinaus trifft das Trio auf die tapferer Polizistin Amanda Fisher (Jill Marie Jones) und die geheimnisvolle Ruby Knowby (Lucy Lawless)...

http://www.imdb.com/title/tt4427980/
1.1. El Jefe (El Jefe)
Ash (Bruce Campbell) ist zurüüück! 30 Jahren nach seinem letzten Kampf gegen die Untoten entlässt der hammerharte Monsterjäger Ash Williams das Böse in einem Moment der Unachtsamkeit wieder in die Welt. Nun mischen die Untoten wieder sein Leben auf... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4466474/
1.2. Köder (Bait)
Special Agent Fisher ist hinter Ash (Bruce Campbell) her. Pablo (Ray Santiago) lässt bei einem heftigen Showdown erstmals Blut spritzen, und eine bittere Offenbarung verändert Kellys (Dana Delorenzo) Leben für immer. -8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4632962/
1.3 Bücher aus dem Jenseits (Books From Beyond)
Eine rätselhafte Frau entdeckt die Zerstörung in Kellys Elternhaus. Während setzen Ash(Bruce Campbell) , Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana Delorenzo) ihre Reise mit den Necronomicon fort, und Fisher (Jill Marie Jones) findet sich in der nächsten ebenso unerklärlichen wie entsetzlichen Lage wieder. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4696468/
1.4 Brujo (Brujo)
Ein unheiliges Bündnis wird geschmiedet. Ash (Bruce Campbell) und sein Team folgen einem neuen Hinweis, aber Kelly (Dana Delorenzo) bezahlt dafür einen Preis. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt4713110/
1.5 Besessen (The Host)
Kelly (Dana Delorenzo) bringt das Team in Gefahr. Pablo (Ray Santiago) ist zu einer mutigen Tat gezwungen und Ash (Bruce Campbell) überrascht mit einem neuen Charakterzug. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt4713114/
1.6 Fünf-Sterne-Service (The Killer Of Killers)
Ash (Bruce Campbell) hat einen Moment der Erkenntnis. Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana Delorenzo) machen eine ominöse Entdeckung. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4713116/
1.7 Die Bürgerwehr (Fire In The Hole)
Das Team muss extreme Maßnahmen ergreifen, um aus einer tödlichen Klemme zu entfliehen. Währenddessen erfahren wir mehr über Rubys (Lucy Lawless) Mission. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4713122/
1.8 Ash vs. Ash (Ashes To Ashes)
Ash (Bruce Campbell) versucht, das Böse zu vernichten, doch zunächst muss er sich anderen, deutlich greifbareren Albträumen aus seiner Vergangenheit stellen. Fisher (Jill Marie Jones) stellt eine grauenhafte Veränderung an Ash fest. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4713126/
1.9 In Fleisch gebunden (Bound In Flesh)
Ash (Bruce Campbell) findet sich in einem tödlichen Duell mit seinem größten Gegner wieder. Kelly (Dana Delorenzo) und Pablo (Ray Santiago) müssen entscheiden, wem sie vertrauen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4427982/
1.10 Die Dunkle (The Dark One)
Ash (Bruce Campbell) will ich in letzter Sekunde auf monumentale Weise die Welt vom Bösen befreien. Doch die Gegenseite bietet ihm einen Handel ein, der ihn für immer verändern könnte... die Menschheit allerdings auch. - 9,5/10

Mit "Tanz der Teufel", "Tanz der Teufel 2" und dem dritten Film "Armee der Finsternis" schuf Regisseur Sam Raimi eine kultige Trilogie, die nun im Serienformat wieder von den Toten aufersteht. "Ash vs Evil Dead" soll das alte Feeling ins Wohnzimmer transportieren und hat neben dem alten Hauptdarsteller Bruce Campbell eine Menge Humor und eine Riesenportion Blut zu bieten. Bereits zu Anfang der Pilotepisode "El Jefe" präsentiert sich Hauptcharakter Ash (Bruce Campbell) gewohnt selbstironisch. Das Ganze hört sich dramatisch an und das ist es auch, aber der Horror wird immer wieder von so absurden Umständen begleitet, dass das Lachen niemals zu kurz kommt. Beispielsweise hängt die Rückkehr der Dämonen nicht etwa mit einem besonders geheimnisvollen Ereignis zusammen, sondern hat vielmehr mit Ashs Unachtsamkeit zu tun. Noch bevor Ash der Sache ausführlich auf den Grund gehen kann, tauchen die Dämonen relativ schnell auf und sorgen für Unruhe in der Kleinstadt. Auf ihrem Weg zu Ash suchen sie zunächst andere Menschen heim und sorgen dabei meistens für ein ausuferndes Blutbad. Flucht erweist sich für Ash über kurz oder lang als keine Option und er muss den Kampf gegen die sinistren Kreaturen wieder aufnehmen. Zum Glück befinden sich noch die gute alte Schrotflinte und die Kettensäge in seinem Besitz, die er statt der Handprothese an seinem rechten Arm befestigen kann.

Fans von Blut und Splatter werden bei "Ash vs Evil Dead" auf ganzer Linie bedient und von abgehackten Körperteilen bis hin zu explodierenden Köpfen wird hier einiges geboten. "Armee der Finsternis" zeigte sich seinerzeit in Sachen Gewalt gegenüber den ersten beiden "Tanz der Teufel"-Filmen ein wenig massenkompatibler und überzeugte mehr durch kreative Einfälle wie die unvergesslichen Miniatur-Ashs und weniger durch besonders brutale Szenen. "Ash vs. Evil Dead" geht teilweise wieder zurück zu den Anfängen und zeigt schon im Serienauftakt einige rabiate Szenen. Einige Elemente lassen aber durchaus auch Erinnerungen an "Armee der Finsternis" wach werden und sorgen für einen gewissen Wiedererkennungswert, ohne dass es sich nach einer Kopie anfühlt. Die Spezialeffekte wirken zu einem beträchtlichen Teil handgemacht und es wurde viel mit Masken, Kostümen und einer Menge Kunstblut gearbeitet. Dadurch wirkt alles wesentlich authentischer und erinnert angenehm an die Horrorfilme der achtziger Jahre. Allerdings gibt es auch Szenen mit CGI-Effekten und die fallen einem sofort ins Auge, gerade weil so vieles andere mit Hand umgesetzt wurde. Die computergenerierten Elemente sind aber in der Unterzahl und wirken in der Regel nicht deplaziert, sondern können wegen der bewusst trashigen Machart sogar für ein Schmunzeln sorgen.

In Sachen Stimmung und Atmosphäre platziert sich "Ash vs. Evil Dead" zwischen dem zweiten und dritten Teil von "Tanz der Teufel". Während der Erstling seinerzeit noch vergleichsweise ernst daherkam, entwickelte sich die Filmreihe später immer mehr in Richtung Horrorkomödie und spätestens "Armee der Finsternis" sorgte mit grotesken Szenen und Fantasyelementen für mehr Lachen als Gruseln. Als Neuling im "Tanz der Teufel"-Franchise könnte man anfangs durchaus ein wenig überfordert sein, denn der Einstieg gestaltet sich relativ unmittelbar und ohne Kenntnis der Filme weiß man in der ersten Hälfte des Piloten nichts über die Hintergründe. Später gibt Ash allerdings eine kleine Retrospektive zum Besten, bei der sogar kurze Szenen aus den alten Filmen zu sehen sind. Fans erkennen natürlich die Elemente der früheren Filme und diese sind hier nicht nur vorhanden, sondern werden immer wieder in aller Deutlichkeit zelebriert. Schrotflinte und Kettensäge sind nicht einfach nur Ashs Waffen, sondern gehören zu seiner Person wie der Kriegshammer Mjölnir zu Thor. Spätestens wenn man eine namenlose und dämonische Entität aus der Egoperspektive begleitet und sie auf ihre Opfer zurasen sieht, fühlt man sich als "Tanz der Teufel"-Fan zu Hause.


Natürlich lebt "Ash vs Evil Dead" nicht zuletzt von Bruce Campbells Performance und man merkt sofort, dass er Spaß an seiner Rolle hat. Selbstverständlich ist Ash kein komplexer Charakter, aber der Mischung aus unbeholfenem Loser und obercoolem Dämonenvernichter kann man sich kaum entziehen und die Figur besitzt durch ihre ungezwungene Art unheimlich viel Charme. Die erste Staffel ist genial, lässt das alte Feeling wieder aufleben und zelebriert einen Mix aus Splatter, Komödie und Horror - ganz so wie es sein sollte. Da freut man sich auf Staffel 2.

9/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 1.500 Stück limitierten Mediabook, welches man nur auf Börsen erhielt. Es enthält Staffel 1 und Staffel 2, sowie einen Platzhalter für Staffel 3:



Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Starz

Dienstag, 1. Oktober 2013

Evil Dead (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1288558/

Mia (Jane Levy) ist eine junge Frau, die mit ihrem Bruder David (Shiloh Fernandez) und ihren Freunden Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) zu einer entlegenen Waldhütte aufbricht, um dort ein paar freie Tage zu verbringen. Sie finden dort das seltsame "Buch des Todes" und rufen damit ungewollt düstere Dämonen herbei. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt, denn durch das Vorlesen aus dem "Buch des Todes" wurden blutrünstige und abscheuliche Kreaturen freigesetzt, die es alle nur auf eines abgesehen haben: Sie haben das Ziel, die Teenager psychisch und körperlich zu vernichten. Die Teenies müssen sich nun alleine zu helfen wissen, denn in der abgelegenen Waldhütte wird ihnen niemand anderes beistehen...

Der wohl am Meisten erwartete Horrofilm der letzten Jahre. "Evil Dead" ist ein Remake des Horrorfilms "Tanz der Teufel" aus dem Jahr 1981. Natürlich schielt man immer mal wieder während der Sichtung mit einem Auge auf das Original - und findet so allerhand Gemeinsamkeiten, Anspielungen und sogar Requisiten. Natürlich ist das Remake moderner, eben an die Zeit angepasst. Ansonsten ist die Geschichte so ziemlich gleich. Es geht zwar hier nicht um eine Party in der ominösen Holzhütte im Wald, hier geht es um kalten Entzug. Die Hauptdarstellerin nämlich ist fest entschlossen, ihrer Kokainsucht ein Ende zu bereiten und ihre Freunde bieten dafür genau die Unterstützung, die sie dafür braucht. Auch trifft sie so ihren lange nicht mehr gesehenen Bruder wieder: perfekt. Leider ist das nicht ganz so perfekt, denn - wie könnte es anders sein? - durch einen widerlichen Geruch aus dem Keller begeben sich die Freunde in das untere Gewölbe und finden das "Buch des Blutes". Als dann noch einer der Freunde daraus vorliest bricht plötzlich die Hölle los. Man sieht: sehr eng am Original, nur eben vorstellbarer.

Im Gegensatz zum Original ist der Humor dem Blutgehalt gewichen - selbst Slapstickeinlagen bleiben aus. Hier hat man einen reinen Splatterfilm vorliegen, der gehörig am Gewaltgrad schraubt - kein Wunder also, warum einige Szenen der FSK sicher sauer aufstießen und sie deswegen die Freigabe verweigerten. Ist aber auch nicht weiter schlimm, SPIO/JK-Fassungen bekommt man hierzulande als Erwachsener zumindest auf Nachfrage unter der Ladentheke. Das Blut fließt also Eimerweise und in der Tat sind die Splattereffekte recht nett. Allerdings - und vielleicht kommt es mir ja nur so vor - wurde viel aus anderen Horrorfilmen geklaut. So richtig weh tut der Film eigentlich nie - dafür sind die Darsteller zu blass und austauschbar. Ein paar schmerzhafte Szenen gibt es zwar, jedoch fallen sie dem Moment zum Opfer. Man denkt zwar "Autsch!", aber so richtig leiden tut man nicht. Hier tappt "Evil Dead" leider in die Klischeefalle. Des Öfteren sind die Handlungen der Akteure schwer bis überhaupt nicht nachvollziehbar, wodurch das Mitfiebern äußerst schwer fällt. Hier hagelt es Stereotypen, so das naive Blondchen, der zögernde Held und der wissende Nerd.

Ganz am Ende kommt dann erst die Splatterszene schlechthin - und lässt einen schon mal die Augen aufreißen und näher hinschauen. Okay, gar nicht schlecht. Der Score ist unauffällig und schleicht nebenbei mit, viel mehr Wert wurde offenbar auf Knarren und Knarzen, sowie die Stimmenverzerrung gelegt, die gut passt. Die handgemachten Effekte sind absolute Weltklasse. Produzent Sam Raimi hat es tatsächlich geschafft die Atmosphäre noch etwas dichter wirken zu lassenund fast völlig auf CGI zu verzichten - das ist schon etwas wert und dafür zolle ich auch den dementsprechenden Respekt. Nach dem Abspann kommt dann sogar noch einmal ganz kurz Ash (Bruce Campbell) zu Wort - auch sehr nett. Passt zwar nicht, aber nett. Alles in allem ist "Evil Dead" also ein gutes Remake, wenngleich ich den Film gern eigenständig betrachten würde. Er bietet auf jeden Fall feinster Splatterhorror ohne viel Geschnörkel und Humor - und kann dabei auf seinen knapp 91 Minuten ohne viele Pausen und/oder langatmige Szenen unterhalten. Gut.

7,5/10

Von NAMELESS Media kommt der Film ungeschnitten/unrated in der Kino- und Extended Cut-Fassung im auf 1.500 Stück limitierten Blu-ray-Mediabook:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony Pictures

Freitag, 20. September 2013

Evil Dead II - Tanz der Teufel 2 - Jetzt wird noch mehr getanzt (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0092991/

Als Ash zusammen mit seiner Freundin Linda ein geruhsames Wochenende in einer abgelegenen Gegend verbringen will, findet er in der Hütte, die er gemietet hat, ein Tonbandgerät. Auf ihm befinden sich die Aufzeichnungen eines Professors, der vorher hier wohnte, in denen er über das “Buch der Toten” redet, das er entdeckt hat. Am Ende der Aufnahme ist ein Spruch zu hören der böse Geister im umliegenden Wald beschwört. Als Folge wird Linda in einen Dämon verwandelt, und Ash bleibt nichts anderes übrig als sie zu töten. Am nächsten Morgen will er fliehen will, doch der Rückweg ist abgeschnitten, daher muß er sich erneut den Gefahren stellen.

Mit mehr Budget in der Tasche, ließ Regisseur Sam Raimi 1987 erneut das Böse tanzen, um es einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Das mehr Geld drin steckt, fällt auf, allerdings würde ich „Evil Dead II“ auch nicht als unbedingt massentauglich bezeichnen.

Die Fortsetzung ist praktisch zu Beginn eine Neuauflage des Vorgängers, um den Neueinsteiger nochmal mit der Thematik vertraut zu machen. Danach wird die Story etwas alternativ, orientiert sich im Groben aber immer noch an "Evil Dead". Vom Splattergehalt steht der Zweite dem ersten Teil eigentlich in nichts nach, außer mit dem gravierenden Unterschied, dass hier die Goreszenen maßlos überspitz sind und das ganze Szenario einen comichaften Touch bekommt. "Evil Dead II" präsentiert sich außerdem nicht mehr so rau und gruselig wie sein Vorgänger. Raimi hat hier bewusst auf einen viel lustigeren Inszenierungsstil gesetzt, der aber bei weitem den Humor eines durchschnittlichen Zuschauers übersteigen dürfte. Abgedreht und völlig verrückt geht es zur Sache, was wohl vielmehr dem wahren Genre-Fan zusagen wird.

Bruce Campbell als Ash ist natürlich wieder in Höchstform und interpretierte seine Paraderolle diesmal auch ganz anders, als das noch beim ernsteren ersten Teil der Fall war. Einfach ein Spaß diesem Kerl dabei zu zusehen, wie er sich mit Flinte und Motorsäge durch die Dämonenbrut kämpft. Auch wenn "Evil Dead II" im Vergleich zu seinem Vorgänger einen ganz anderen Weg einschlägt, so ist Raimi`s Fortsetzung doch ein wahres Fest für Genreverrückte. Mit viel Blut, ordentlichen Witz, besseren Effekten und einem Unterhaltungsfaktor, der fast durch die Decke geht, ist der Film eine echte Perle des Kinos abseits der typischen Hollywood Unterhaltungskost - und für mich sogar besser als Teil 1.

9/10

Als Edition zum 25. Jubiläum erschien im deutschsprachigen Ausland diese Holz-Box, welche auf 2.000 Stück limitiert ist. Darin ist neben dem Filmposter und dem Limitierungszertifikat außerdem das Mediabook, gebunden in weichem Leder, optisch dem Necronomicon nachempfunden... wow:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Studiocanal/Sony Pictures

Freitag, 26. April 2013

Army Of Darkness - Die Armee der Finsternis (Director's Cut) (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0106308/

Der schon ziemlich gebeutelte Ash (Bruce Campbell) wird mitsamt Wagen, Schrotflinte und Kettensäge ins 13te Jahrhundert katapultiert. Dort wird er auch gleich entdeckt und für einen Spion eines rivalisierenden Königreiches gehalten. Doch er kann die Einwohner von seiner Nützlichkeit überzeugen, und so begibt er sich auf die Suche nach dem magischen Buch Necronomicon. Leider passiert ihm hierbei ein kleiner Patzer und er erweckt die Armee der Toten unter dem Kommando seines bösen Doppelgängers.
 
So ziemlich jedes Motiv aus den beiden Vorgängern taucht in irgendeiner Form wieder auf und wird, falls nicht schon im zweiten Teil geschehen, herrlich durch den Kakao gezogen. Vom splattrigen Horror der beiden Vorgänger selbst bleibt eigentlich nichts mehr, obwohl hier und da manche Viecher doch noch ziemlich gruselig aussehen, doch der Film hier entpuppt sich eher als Slapstick-Komödie. Von der Ausstattung her sicher auch der opulenteste der drei Teile, mit aufwendigen Kulissen, Kostümen und erstmals einem richtigen orchestralen Soundtrack, verbreitet "Armee der Finsternis" Stimmung zwischen Kettensägengroteske und Ritterfilmparodie. Und trotz des angewachsenen Budgets geht der B-Moviecharme aber nie verloren.

"Armee der Finsternis" ist eine Gruselfantasykomödie mit allerlei skurillen Einfällen, einem durchgedrehten Hauptdarsteller und jede Menge Verweise auf das kulturtrashige vergangener Filmtage. Er ist zugleich eine groteske Horrorkomödie mit einer ideenreichen Story und phantasievollen SFX, die zwar manchmal etwas billig wirken (auch im Hinblick auf die heutige Zeit) aber genau das macht das Potenzial dieses Films aus. Regisseur Sam Raimi amüsiert sich sichtbar über das Horrorgenre, stellt es auf den Kopf aber bleibt sich trotzdem treu. Zur Freude für alle Anhänger dieser Art von Filmen. Und nicht nur als Parodie oder Hommage kann man diesen Film sehen. Man erkennt hier auch eindeutig, wie Raimi hier für seine späteren Filme "probte". Schnelle Zooms, stakkatoartige Schnitte, auf den Punkt abgestimmte Musik, unrealistische Figuren. Man merkt deutlich: Raimi formte hier bereits sein Können. 

Kleine Ashes, fliegende Bücher oder strunzdumme Skelette sind das Ergebnis einer Exkursion von Raimi in das Genre des Phantasie- und Horrorfilms. Genauer gesagt ist dieser Film (von der SFX und der Story her) eine Neufassung von "Jason und die Argonauten" und ebendrum eine Hommage an Ray Harryhausen. Auch kommen Elemente aus "Die Zeitmaschine" oder auch "Highlander" auf. Aber eben auf parodistische Weise. Nach einem fulminanten Auftakt schwächelt "Army Of Darkness" aber um die Mitte herum leicht, langatmige Schlachtszenen können den Amüsierfaktor nicht immer an der oberen Grenze halten. Trotzdem ist dieser Film immer noch sehr kultig und wahnsinnig witzig, was vor allem Bruce Campbell als Ash zu verdanken ist. Auf jeden Fall ein sehr sehenswerter Film für einen unterhaltsamen Abend. Der hier besprochene "Director's Cut" ist in jedem Fall den anderen Fassungen vorzuziehen! Ein gar köstlicher Abschluss der "Evil Dead"-Trilogie. 

8/10

Von KOCH Films gibt es den Film in einer "Ultimate Edition", die jedes Sammler- und Fanherz höher schlagen lässt. Mit 6 Discs beinhaltet das Set die hier besprochene Directors Cut-Fassung (ca. 96 Minuten) auf DVD und Blu-ray, die Deutsche Kinofassung (ca. 88 Minuten) und die US Kinofassung (ca. 81 Minuten) auf DVD und Blu-ray und eine sechste Disc mit tonnenweise Extras , wie die US-TV-Fassung mit alternativen Einstellungen und geänderten Dialogen, Featurette über die Specialeffekte Creating the Deadites, diverse Interviews und Behind the Scenes- Aufnahmen vom Set, Ein animierter Tribut zur "Evil Dead"-Trilogie, diverse Trailer aus mehreren Ländern, Deleted Scenes, uvm.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films
Poster/Artwork: Sony Pictures