Dienstag, 16. Juni 2026

Operation Fortune: Ruse de Guerre - Operation Fortune (2023)

https://www.imdb.com/title/tt7985704/

Der MI6-Agent Orson Fortune (Jason Statham) wird damit beauftragt, einen äußerst brisanten Waffendeal aufzuklären, doch dabei bleibt es nicht. Dieser Waffendeal ist äußerst gefährlich und könnte die Welt in den Abgrund stürzen, schließlich sind die Waffen mit einer neuen Technik ausgestattet. So ganz nebenbei muss er die Menschheit also vor der Bedrohung durch eine neue Waffentechnologie retten. Rekrutiert von einem globalen Geheimdienst-Bündnis von Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada und den USA, muss er zusammen mit der CIA-High-Tech-Expertin Sarah Fidel (Aubrey Plaza) den reichen Waffenhändler Greg Simmonds (Hugh Grant) aufspüren und ihn davor bewahren, die Welt ins Chaos zu stürzen. Als Ablenkungsmanöver soll dabei niemand Geringeres als Hollywoodstar Danny Francesco (Josh Hartnett) dienen, der so ganz nebenbei auch als einer der besten Agenten der Welt gilt.

Mit "Operation Fortune: Ruse de Guerre" kehrte Regisseur Guy Ritchie 2023 zu jenem Terrain zurück, das ihm besonders liegt: elegante Gauner, scharfzüngige Dialoge, internationale Schauplätze und Figuren, die selbst in Lebensgefahr noch einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Das Ergebnis ist ein Spionage-Abenteuer, das sich unverkennbar an klassischen Agentenfilmen orientiert, dabei jedoch die typische Ritchie-Mischung aus britischem Humor, exzentrischen Charakteren und selbstironischem Stilbewusstsein einbringt. Die Kritiker reagierten zwar gespalten, während das Publikum deutlich positiver urteilte, doch gerade diese Diskrepanz macht den Film interessant. Im Mittelpunkt steht der Elite-Agent Orson Fortune, gespielt von Jason Statham. Gemeinsam mit seinem Team soll er den Verkauf einer geheimnisvollen Technologie verhindern, die das globale Machtgefüge destabilisieren könnte. Um an den exzentrischen Waffenhändler Greg Simmonds heranzukommen, muss die Gruppe einen ungewöhnlichen Plan verfolgen: Sie rekrutiert den berühmten Hollywood-Star Danny Francesco als Lockvogel. Was folgt, ist eine weltumspannende Mission voller Täuschungen, Identitätswechsel und doppelter Spiele.


Wer bei diesem Szenario an eine Mischung aus James Bond, "Mission: Impossible" und den leichteren Spionagefilmen der 1960er-Jahre denkt, liegt nicht falsch. Ritchie interessiert sich weniger für politische Komplexität oder realistische Geheimdienstarbeit als für die Freude am Spiel. "Operation Fortune" lebt von seinem Tempo, seinem Glamour und dem offensichtlichen Vergnügen, das die Darsteller an ihren Rollen haben. Dabei profitiert der Film besonders von seinem Ensemble. Statham bewegt sich souverän innerhalb jener Rolle, die er in den vergangenen Jahren perfektioniert hat: der professionelle, wortkarge Spezialist, der jede Situation unter Kontrolle zu haben scheint. Überraschenderweise gehört die eigentliche Show jedoch anderen Darstellern. Vor allem Hugh Grant stiehlt beinahe jede Szene, in der er auftritt. Als milliardenschwerer Waffenhändler Greg Simmonds bewegt er sich irgendwo zwischen charmantem Lebemann, selbstverliebtem Geschäftsmann und gefährlichem Opportunisten. Auch Josh Hartnett sorgt für einige der unterhaltsamsten Momente. Seine Darstellung des Filmstars Danny Francesco bringt eine selbstironische Komponente ins Geschehen, die hervorragend mit Ritchies Humor harmoniert. Der Film gewinnt immer dann an Leichtigkeit, wenn er sich auf das Zusammenspiel seiner Figuren konzentriert und weniger auf die eigentliche Geheimoperation. Visuell erfüllt "Operation Fortune" nahezu alle Erwartungen an einen modernen Agententhriller. Luxushotels, Privatjets, exotische Schauplätze und maßgeschneiderte Anzüge sorgen für eine elegante Atmosphäre. Ritchie inszeniert das Geschehen mit gewohnt sicherem Gespür für Rhythmus und Stil. Die Actionsequenzen sind kompetent umgesetzt, auch wenn sie selten jene Wucht oder Kreativität erreichen, die man aus den besten Genrevertretern kennt. Genau hier liegt allerdings auch die größte Schwäche des Films. Trotz seiner Attraktivität bleibt die Handlung erstaunlich dünn. Die Geschichte ist zwar elegant verpackt, aber letztlich wenig substanziell. Der Film ist unterhaltsam, aber oberflächlich - ein Werk, das sich stärker auf Stil und Starpower als auf Spannung oder erzählerische Tiefe verlässt. Das zentrale Mysterium um die ominöse Technologie bleibt bewusst vage, die Gegenspieler besitzen nur begrenzte Konturen, und manche Wendungen wirken eher funktional als wirklich überraschend. Gleichzeitig scheint dies jedoch eine bewusste Entscheidung zu sein. "Operation Fortune" möchte kein komplexer Agententhriller sein. Er versteht sich vielmehr als leichtfüßige Unterhaltung, die ihre Figuren und ihren Humor über die Logik der Handlung stellt.

Letztlich ist "Operation Fortune: Ruse de Guerre" kein großer Wurf im Spionagegenre. Doch er versucht auch gar nicht, mit diesen Schwergewichten zu konkurrieren. Stattdessen liefert Guy Ritchie einen entspannten, selbstbewussten und oft amüsanten Agentenfilm ab, der sich vor allem auf seine charismatischen Darsteller verlässt. Wer nach einer tiefgründigen Spionagegeschichte sucht, dürfte enttäuscht werden. Wer jedoch Lust auf zwei Stunden voller internationaler Schauplätze, trockener Pointen, stilvoller Inszenierung und sichtbar spielfreudiger Stars hat, findet hier einen Film, der genau weiß, was er sein möchte - und genau deshalb über weite Strecken ausgesprochen vergnüglich ist. 

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkMiramax/STXfilms/Toff Guy Films

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