Montag, 22. Juni 2026

Lady In The Water - Das Mädchen aus dem Wasser (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0452637/

Cleveland Heep (Paul Giamatti) ist Hausmeister in einem Apartment-Komplexes in der Vorstadt von Philadelphia und führt ein unauffälliges Leben ohne Turbolenzen. Doch das soll sich schlagartig ändern, als eines Nachts die mysteriöse, nixenartige Story (Bryce Dallas Howard) im Pool auftaucht und den tollpatschigen Heep nach einem unglücklichen Ausrutscher vor dem Ertrinken rettet. Die junge Frau stellt den verdutzten Hausmeister vor ein Rätsel. Zusammen mit Nachbarin Mrs. Choi (June Kyoko Lu) und ihrer Tochter Young-Soon (Cindy Cheung) findet er heraus, dass Story eine Narf ist und aus der "Blauen Welt" stammt. Dorthin will sie auch wieder zurückkehren, aber bösartige Kreaturen versuchen ihre Rückkehr mit allen Mitteln zu verhindern. Nur gemeinsam mit Heep und den Bewohnern der Hausanlage kann sie sich den Weg zurück in die Freiheit bahnen...

Mit "Lady In The Water" wagte M. Night Shyamalan 2006 einen mutigen Schritt weg vom klassischen Mystery-Thriller, für den er nach "The Sixth Sense", "Unbreakable" und "Signs" bekannt geworden war. Statt einer spannungsgeladenen Geschichte mit überraschender Wendung präsentierte er ein modernes Märchen voller Symbolik, Fantasie und spiritueller Themen. Das Ergebnis ist ein Film, der bis heute polarisiert: Für die einen ein unterschätztes Fantasydrama, für die anderen ein selbstverliebtes Experiment, das an seinen eigenen Ambitionen scheitert. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Die Grundidee besitzt zweifellos Charme. Shyamalan erschafft eine moderne Fabel über Hoffnung, Gemeinschaft und die Bedeutung von Geschichten. Besonders interessant ist dabei die Vorstellung, dass gewöhnliche Menschen zu Helden werden können, ohne es selbst zu wissen. Der Film vermittelt eine optimistische Botschaft und besitzt eine Aufrichtigkeit, die man schlicht nicht infrage stellen kann. Zu den größten Pluspunkten gehört die Besetzung. Paul Giamatti liefert eine starke und emotional glaubwürdige Leistung ab. Sein Cleveland wirkt verletzlich, einsam und zugleich sympathisch, wodurch er schnell zum emotionalen Mittelpunkt des Films wird. Auch Bryce Dallas Howard überzeugt als geheimnisvolle Story. Ihre ruhige Ausstrahlung verleiht der märchenhaften Figur eine gewisse Glaubwürdigkeit, die für das Funktionieren der Geschichte essenziell ist.

Atmosphärisch gelingt Shyamalan ebenfalls einiges. Die Wohnanlage wird zu einer fast magischen Kulisse, in der sich das Alltägliche und das Fantastische auf ungewöhnliche Weise vermischen. Die Kameraarbeit von Christopher Doyle und die stimmungsvolle Musik tragen dazu bei, dass der Film oft eine traumartige Qualität entwickelt. Gerade in seinen ruhigeren Momenten entfaltet "Lady In The Water" eine besondere Atmosphäre, die ihn von vielen Fantasyfilmen seiner Zeit unterscheidet. Die visuelle Gestaltung und die emotionale Ernsthaftigkeit des Films fasziniert, wenngleich die Geschichte etwas lahm ist. Gleichzeitig offenbaren sich damit auch die Schwächen des Films recht deutlich. Die Mythologie wirkt häufig unnötig kompliziert und wird in langen Dialogpassagen erklärt, anstatt organisch erzählt zu werden. Viele Nebenfiguren bleiben eher Konzepte als echte Charaktere, und manche Handlungselemente erscheinen konstruiert. Auch der Erzählrhythmus stellt eine Herausforderung dar. Einerseits ist die ruhige, märchenhafte Herangehensweise angenehm, wird aber schnell langatmig. Nicht jede Idee geht auf, und manche Szenen wirken deutlich wirkungsvoller in ihrer Absicht als in ihrer tatsächlichen Umsetzung. Dadurch entsteht der Eindruck eines Films, der voller interessanter Einfälle steckt, diese aber nicht immer überzeugend zusammenführen kann.

"Lady In The Water" ist damit ein ambitioniertes Fantasydrama mit viel Herz und einer unverwechselbaren Handschrift. Nicht alle Ideen funktionieren, und das Drehbuch bleibt der größte Schwachpunkt des Films. Dennoch sorgen die starke Besetzung, die märchenhafte Atmosphäre und Shyamalans Mut zum Ungewöhnlichen dafür, dass der Film trotz seiner Fehler ein sehenswertes und interessantes Werk bleibt - wenn auch kein vollends gelungenes.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkLegendary Pictures/Blinding Edge Pictures/Warner Bros. Pictures

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