Der tragische Tod des Undercover-Polizisten Chan Wing Yan (Tony Leung Chiu Wai) liegt zehn Monate zurück. In dieser Zeit wurde überprüft, ob sich der Ordnungshüter Lau Kin Ming (Andy Lau) etwas zuschulden kommen ließ. Obwohl er als Maulwurf für den Gangsterboss Sam (Eric Tsang) gearbeitet hat, wird er entlastet. Sein Spitzeldasein bleibt unentdeckt. Die dramatischen Ereignisse haben ihn zudem dazu bewegt, den Triaden nicht mehr zuzuarbeiten. Stattdessen will er seinen Job als Polizist ernsthaft und verantwortungsvoll ausüben. Nachdem er wieder in der Abteilung für Interne Ermittlungen arbeitet, fallen jedoch einige Polizisten einem Mörder zum Opfer, die offensichtlich als Spitzel tätig waren. Lau Kin Ming vermutet, dass ein anderer bei der Polizei eingeschleuster Triadenmitarbeiter versucht, die Enttarnung zu verhindern. Im Verdacht hat er den rivalisierenden Ermittler Yeung (Leon Lai). Lau beginnt seine gefährlichen Nachforschungen, bei denen er jederzeit ums Leben kommen kann, weil er seinen Gegner nicht kennt, der aber um ihn Bescheid weiß.
Der letzte Teil der Trilogie, "Infernal Affairs III", ist ein Film, der sich nicht als bloßer Schluss, sondern als psychologischer Nachhall versteht. Nach dem ersten Teil, der die Spannung des Maulwurfs erklärt, und dem zweiten Teil, der die Tragödie der Herkunft darlegt, konzentriert sich der dritte Teil darauf, was übrig bleibt, wenn Identität und Rolle sich so lange vermischt haben, dass sie nicht mehr trennbar sind. Der Film, erneut von Andrew Lau und Alan Mak inszeniert, setzt zehn Monate nach dem Tod von Yan an. Lau Kin-Ming, gespielt von Andy Lau, verrichtet nun seinen Dienst hinter dem Schreibtisch, weit entfernt von der Realität, die ihn einst definierte. Er ist kein Spitzel mehr, sondern ein Polizist, der sich in der eigenen Organisation nicht mehr findet. Als ein neuer Kollege, Yeung, in sein Revier kommt, glaubt Ming, dass der Neue ein Spion der Triaden ist, so wie er selbst es einst war.
Gleichzeitig gestaltet der Film die Vergangenheit der Charaktere, die dabei eine glaubwürdige psychologische Vertiefung erfahren. Einige Monate zuvor arbeitet das Polizeispitzel Yan, gespielt von Tony Leung, erneut das Vertrauen von Gangsterboss Sam auf. Die Erzählstruktur ist nicht linear, sondern mit Flashbacks durchmischt, die sich schichtweise aufbauen und erst zum Ende ihre volle Bedeutung entfalten. "Infernal Affairs III" ist ein erzählerisches Glanzstück mit hervorragender Kameraarbeit und herausragenden Darstellern. Der Film funktioniert vor allem als Spannung und psychologische Studie, weniger als klassischer Thriller. Die Kameraarbeit ist präzise, die Darsteller sind stark, und die Handlung ist komplex, aber bewältigbar. Die Frage, ob der Film notwendig ist, wurzelt im Kern der Trilogie. Die psychologische Vertiefung ist der Kern des Films. Ming, der Polizist mit geheimer Verbrecher-Vergangenheit, kämpft mit traumatischen Erlebnissen und verdächtigt einen Kollegen, ein neuer Maulwurf der Triaden zu sein. Die Figur ist nicht einfach nur ein Krimi, sondern ein Mann, der sich in seiner eigenen Identität verwirrt. Der Film zeigt, wie die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, und wie die Werte von Ehre und Vertrauen ausgedient haben. Die Handlung ist nicht linear, sondern mit Flashbacks durchmischt, die sich schichtweise aufbauen und erst zum Ende ihre volle Bedeutung entfalten. Diese Struktur ist nicht einfach, aber bewältigbar. Der Film zeigt, dass die inneren Schlingen der Trilogie nicht einfach zu lösen sind, sondern dass sie sich in der Psyche der Figuren verbergen.Doch der dritte Teil sucht auch krampfhaft nach erzählerischen Lücken, die es noch zu füllen gäbe, und ist dabei wenig mehr als Schwermut und Nostalgie. Dennoch ist er ein guter Thriller, der sich vor allem als psychologische Studie funktioniert. Am Ende bleibt "Infernal Affairs III" ein Film, der nicht immer glänzt, aber doch endet. Er ist nicht der perfekte Schluss der Trilogie, aber er ist der psychologische Nachhall, der die innere Schlinge der Trilogie durchschneidet. Wer die ersten zwei Teile mochte, wird hier einen Film bekommen, der mehr Gesprächsstoff als reine Plotbefriedigung liefert.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen