Während die Bewohner der abgelegenen Kleinstadt Midwich ein Jubiläum feiern, wird das Dorf von einer unheimlichen Macht heimgesucht: Sämtliche Einwohner und Tiere fallen für exakt sechs Stunden in tiefe Ohnmacht. Wenige Wochen nach dem unerklärlichen Ereignis, stellt der Arzt Dr. Alan Chaffee (Christopher Reeve) fest, dass zehn Frauen aus der Gemeinde an diesem Tag eine Empfängnis hatten - darunter auch seine eigene Ehefrau Barbara (Karen Kahn). Neun Monate später werden die Kinder geboren. Sie haben eine große Ähnlichkeit und wachsen ungewöhnlich schnell heran. Bald wird die Gemeinde von einer Reihe rätselhafter Vorkommnisse aufgerüttelt: Zuerst stürzt sich Barbara von einer Klippe in den Tod, dann erblindet die örtliche Augenärztin unter mysteriösen Umständen. Bei seinen Untersuchungen kommt Dr. Chaffee einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur...
Als John Carpenter 1995 seine Neuverfilmung von "Das Dorf der Verdammten" veröffentlichte, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Der Regisseur hatte mit Klassikern wie "Halloween", "The Thing" und "They Live" bewiesen, dass er Spannung, Horror und gesellschaftliche Untertöne meisterhaft miteinander verbinden konnte. Seine Neuinterpretation des gleichnamigen britischen Science-Fiction-Klassikers von 1960 bot erneut eine faszinierende Prämisse, erreichte jedoch nicht ganz die Wirkung seiner besten Arbeiten. Die Handlung spielt in der kleinen Küstenstadt Midwich in Kalifornien. Eines Tages fallen sämtliche Bewohner für mehrere Stunden plötzlich in Ohnmacht. Niemand kann erklären, was geschehen ist. Wenige Wochen später stellt sich heraus, dass zahlreiche Frauen der Gemeinde schwanger sind - unabhängig von Alter, Lebenssituation oder vorherigen Umständen. Die Kinder, die schließlich geboren werden, wirken zunächst normal, entwickeln jedoch schon bald außergewöhnliche Fähigkeiten und ein beunruhigendes kollektives Bewusstsein. Während die Einwohner versuchen zu verstehen, was mit ihren Kindern geschieht, wächst die Erkenntnis, dass von ihnen eine zunehmende Gefahr ausgeht. Bereits diese Ausgangssituation gehört zu den größten Stärken des Films. Die Vorstellung einer ganzen Generation von Kindern, die äußerlich menschlich erscheinen, aber emotional und geistig fremd sind, besitzt eine nachhaltige Unheimlichkeit. Carpenter versteht es besonders in der ersten Hälfte, aus dieser Idee eine Atmosphäre schleichender Bedrohung zu erzeugen. Die ruhigen Straßen der Kleinstadt, die scheinbare Normalität des Alltags und die zunehmend verstörenden Verhaltensweisen der Kinder sorgen für ein konstantes Gefühl des Unbehagens.
Auch die Besetzung trägt erheblich dazu bei. Christopher Reeve überzeugt als Arzt Dr. Alan Chaffee, der versucht, die Vorgänge rational zu erklären und dabei zunehmend mit moralischen Fragen konfrontiert wird. Reeve verleiht der Figur Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit, was dem Film insbesondere in seinen ruhigeren Momenten zugutekommt. Unterstützt wird er von Kirstie Alley als Wissenschaftlerin Dr. Susan Verner, die eine deutlich pragmatischere Sicht auf die Ereignisse vertritt. Das Zusammenspiel der beiden Figuren verleiht der Geschichte eine interessante Dynamik zwischen wissenschaftlicher Neugier und menschlicher Verantwortung. Visuell setzt Carpenter auf eine eher zurückhaltende Inszenierung. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln erzeugt der Film ein wirkungsvolles Gefühl der Bedrohung und statt spektakulärer Effekte stehen Atmosphäre und Spannung im Vordergrund. Besonders die Kinder selbst sorgen mit ihren blassen Haaren, den ausdruckslosen Gesichtern und den leuchtenden Augen für einige der eindrucksvollsten Bilder des Films. Dennoch offenbaren sich im Verlauf der Handlung einige Schwächen. Während die Prämisse faszinierend bleibt, entwickelt sich die Geschichte nicht immer so spannend, wie sie könnte. Der Mittelteil verliert stellenweise an Tempo, und manche Figuren bleiben überraschend oberflächlich. Zudem erreicht die emotionale Wirkung der Konflikte nicht immer die Intensität, die das Thema eigentlich ermöglichen würde und auch das Finale hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Zwar greift es die zentralen Themen des Films konsequent auf, doch die Auflösung wirkt weniger kraftvoll als der vielversprechende Aufbau. Gerade im Vergleich zu Carpenters stärksten Werken fehlt jener letzte Funke, der einen guten Horrorfilm zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Trotzdem besitzt "Das Dorf der Verdammten" Qualitäten, die ihn über durchschnittliche Genrekost hinausheben. Die Mischung aus Science-Fiction, Horror und psychologischem Drama funktioniert über weite Strecken gut, und die zentrale Idee hat bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. Zudem profitiert der Film von Carpenters sicherer Regie, die selbst schwächere Passagen stets professionell und atmosphärisch inszeniert. Als atmosphärischer Science-Fiction-Horrorfilm mit einer starken Grundidee, überzeugenden Hauptdarstellern und einigen nachhaltig verstörenden Momenten punktet er als ein etwas überdurchschnittlicher Horrorthriller. Die erzählerischen Schwächen und das etwas unspektakuläre Finale verhindern zwar eine höhere Bewertung, doch als intelligente und ungewöhnliche Genreunterhaltung bleibt der Film auch heute noch sehenswert.

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