Dina (Putri Marino) ist nach dem Tod ihres Vaters untröstlich, aber sie muss unbedingt herausfinden, wer ihn getötet hat und warum. Während ihrer Ermittlungen erfährt Dina, dass ihr Vater der Mentor einer Assassinen-Bande war. Eine Gruppe, die jeden Job annahm und für ordentlich Aufsehen sorgte. Und obwohl sie ihre Waffen niedergelegt haben und in den Ruhestand gegangen sind, sind die Big 4 bald wieder im Einsatz, um Dina bei ihrem Streben nach Gerechtigkeit zu helfen. Denn nun sind die Feinde ihres Vaters auch hinter ihr her.
Nach dem kompromisslosen Actioner "The Night Comes For Us" schlug Regisseur Timo Tjahjanto mit *The Big 4* einen deutlich anderen Ton an. Zwar bleiben spektakuläre Prügeleien, Schusswechsel und jede Menge Körperverletzung weiterhin fester Bestandteil seines Repertoires, doch diesmal mischt er die Action mit einer ordentlichen Portion Humor und einer fast schon familienähnlichen Gruppendynamik. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer Actionfilm, der nicht ganz die Wucht seiner düstereren Genre-Kollegen erreicht, dafür aber mit Charme, Tempo und sympathischen Figuren punktet - wenn man sich darauf einlassen kann. Die Handlung selbst gehört dabei nicht zu den größten Stärken des Films. Die Geschichte ist funktional und liefert genügend Motivation für die zahlreichen Actionsequenzen, überrascht aber nur selten. Die Handlung wirkt zu dem auf mich gelegentlich etwas überladen und nicht jede Wendung erscheint zwingend notwendig. Dennoch gelingt es dem Film, durch sein hohes Tempo und seine sympathischen Figuren stets unterhaltsam zu bleiben.
Der eigentliche Star des Films ist die Dynamik innerhalb der titelgebenden Gruppe. Jeder der vier Ex-Killer besitzt eine eigene Persönlichkeit, eigene Macken und einen individuellen Kampfstil. Dadurch entsteht eine lockere Teamchemie, die stark an moderne Actionkomödien erinnert. Die Dialoge sind oft bewusst überdreht, funktionieren aber erstaunlich gut und verleihen den Figuren mehr Persönlichkeit als man in vielen vergleichbaren Produktionen findet. Natürlich wäre ein Timo-Tjahjanto-Film ohne Action nicht komplett. Auch wenn "The Big 4" insgesamt deutlich humorvoller ausfällt als "The Night Comes For Us", bleibt die Action auf einem beeindruckenden Niveau. Die Kampfszenen sind dynamisch, kreativ und erfreulich übersichtlich inszeniert. Besonders positiv fällt auf, dass die Choreografien trotz des komödiantischen Tons niemals zur Parodie werden. Die Kämpfe behalten ihre Intensität und sorgen regelmäßig für echte Highlights. Visuell zeigt sich erneut Tjahjantos Gespür für Stil. Die tropischen Schauplätze, farbenfrohen Kulissen und dynamischen Kamerabewegungen verleihen dem Film einen frischen Look, der sich angenehm von den oft grauen und düsteren Actionthrillern des Genres abhebt. Gleichzeitig sorgt die flotte Inszenierung dafür, dass kaum Leerlauf entsteht.
Allerdings erreicht "The Big 4" nicht den Wert seiner besten Arbeiten. Einige Figuren bleiben trotz ihrer sympathischen Darstellung eher oberflächlich, und manche humorvollen Einlagen treffen nicht immer ins Schwarze. Auch die Laufzeit von über zwei Stunden wirkt stellenweise etwas großzügig bemessen. Dennoch überwiegt der positive Eindruck. Der Film weiß genau, was er sein möchte: ein temporeiches Action-Abenteuer mit Humor, Herz und jeder Menge spektakulärer Prügeleien. Statt sich zu ernst zu nehmen, setzt "The Big 4" auf Spaß, Gruppendynamik und kreative Action - und fährt damit erstaunlich gut. Die Handlung bleibt zwar vorhersehbar und einige Längen sind nicht zu übersehen, doch die sympathischen Figuren, die gelungene Mischung aus Humor und Action sowie die hervorragend inszenierten Kampfszenen sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Wer Spaß an überdrehten Actionkomödien mit ordentlich Tempo hat, wird hier bestens bedient.




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