Clay (Jeffrey Dean Morgan) und sein Einsatzkommando haben gerade eine Gruppe Kinder aus einer terroristischen Dschungelfestung befreit und in den Rettungshelikopter gebracht, schon wird der Helikopter von einer Rakete zerschossen. Eigentlich galt die Aufräumaktion Clays Mannschaft. Sie ging vom Waffenhändler Max (Jason Patric) aus, der damit eine äußerst ungemütliche Erzfeindschaft besiegelt die Losers in der Öffentlichkeit diskreditiert. Die allerdings treffen bald auf eine mysteriöse Fremde (Zoe Saldana) namens Aisha, die ihr ganz eigenes Hühnchen mit dem irrsinnigen Schurken rupfen will. Gemeinsam entwickeln die Verstoßenen einen Plan, der Max‘ dunkle Machenschaften bloßlegen und die Jungs rehabilitieren soll...
"The Losers" ist ein Actionfilm, der genau weiß, wie dünn sein Fundament ist, und sich trotzdem mit genug Charme, Tempo und Ensemble-Energie über die Ziellinie rettet. Er ist kein großer Film, aber ein unterhaltsamer: eine reizvolle Mischung aus Comicbuch-Posen, Rachekino und flotter Sprücheklopferei, die vor allem dann funktioniert, wenn man sie nicht auf höhere Ansprüche festnagelt. Der Film, inszeniert von Sylvain White und basierend auf der DC/Vertigo-Comicvorlage, erzählt von einer Special-Forces-Einheit, die im bolivianischen Dschungel von ihren eigenen Auftraggebern verraten und für tot erklärt wird. Aus der Asche dieses Verrats formiert sich die Gruppe neu, verbündet sich mit der geheimnisvollen Aisha und nimmt die Jagd auf den Strippenzieher Max auf, um sich zu rächen und ihre Namen reinzuwaschen.
Gerade in der Besetzung liegt die größte Stärke des Films. Jeffrey Dean Morgan, Idris Elba, Chris Evans, Columbus Short, Oscar Jaenada und Zoë Saldana bringen eine lockere, fast beiläufige Chemie mit, die dem Film jene Glaubwürdigkeit verleiht, die das Drehbuch nur selten selbst erzeugt. Roger Ebert beschrieb das Ergebnis als gut funktionierend und hob hervor, dass die Schauspieler „viel Selbstvertrauen“ in diesem schmalen Grat zwischen kontrollierter Satire und comicartigem Überdrehen zeigen.Diese Chemie ist wichtig, weil die Handlung selbst kaum Überraschungen bereithält. Aber die Vorhersehbarkeit und die Vertrautheit der Bausteine sind ein klarere Mangel: Betrug, Rache, Explosionen, scharf umrissene Gegenspieler und ein Plot, der sich mehr auf Bewegung als auf echte Spannung verlässt. Das Problem ist nicht, dass "The Losers" banal wäre. Das Problem ist eher, dass der Film zu oft nach generischem Actionkino riecht, obwohl er eigentlich verspielt sein will. Er erinnert an andere Filme, die besser, schärfer oder selbstbewusster waren, und das merkt man in nahezu jeder Szene. Dennoch entsteht daraus kein Desaster, sondern ein flotter, sauber montierter Genrebeitrag, der selten aufregt, aber auch selten langweilt. Die Regie von Sylvain White bleibt funktional, manchmal sogar überraschend spröde, doch sie gibt dem Ensemble genug Raum, um den Film zu tragen. Besonders Chris Evans fällt mit trockener Energie und einer guten komödiantischen Präsenz auf, während Idris Elba und Jeffrey Dean Morgan das Rückgrat der Gruppe bilden. Verschiedene zeitgenössische und spätere Besprechungen betonen genau diese Dynamik: Die Figuren funktionieren besser als die Story, und die Dialoge leben mehr von Timing als von Originalität. Auch der Ton des Films ist interessant, weil er sich nicht eindeutig entscheiden will, ob er reine Action oder ironische Comicverfilmung sein möchte - ein Film, der einfach seinen Job macht und aufgrund seiner seltsamen Mischung zwischen Selbstparodie und Überdrehen Laune. "The Losers" will nicht tiefschürfen, sondern unterhalten, und wenn man dieses Versprechen akzeptiert, ist der Film angenehmer als sein Ruf. Trotzdem bleibt ein Rest Enttäuschung, weil die Vorlage mehr Eigenheit vermuten lässt, als die Verfilmung am Ende freisetzt. Der Film sieht gut aus, bewegt sich schnell und verfügt über eine Besetzung, die deutlich mehr kann, als das Material verlangt. Aber all das führt eher zu einem soliden Zeitvertreib als zu einem bleibenden Eindruck. Am Ende ist "The Losers" ein typischer Fall von "besser als seine Bauteile, schwächer als seine Möglichkeiten". Wer ein kluges, leichtes Racheabenteuer mit einem starken Ensemble sucht, wird hier gut bedient. Wer jedoch mehr als eine kompetent ausgeführte, aber vertraute Comicbuch-Action erwartet, wird schnell merken, dass der Titel nicht nur ironisch, sondern auch ein wenig wahr ist. Völlig okay und gut wegguckbar. Man könnte schlimmeres ansehen.6/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./Dark Castle Entertainment/Weed Road Pictures/Studiocanal/DC Entertainment



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