Die Geschichte zweier Brüder, Tom und Jake, und ihrer problematischen Beziehung.
Robert Eggers drehte diesen 11-minütigen Kurzfilm 2014 als Bewerbung für Investoren, und genau darin liegt seine Kraft: Der Film ist nicht nur ein Kurzfilm, sondern ein "Proof of Concept", der die ganze dunkle, atmosphärische, psychologische Spannung von Eggers' späteren Werken zeigt und ein Beweis dafür, dass Eggers die Fähigkeit hat, die Natur als Albtraum zu gestalten. Zwischen den Wäldern von New Hampshire, fernab von jeder Straße, leben zwei Brüder, Tom und Jake, bei ihrer herrischen Großmutter. Sie sind jung, sie sind allein, und sie sind in einem ständigen, unsichtbaren Kampf gefangen, der nicht nur über sie, sondern auch über ihre Beziehung und ihre Zukunft entscheidet. "Brothers" ist eine Kain-und-Abel-Geschichte, die auf Eggers' eigenen Kindheitserinnerungen basiert, an Geschichten von New Hampshire-Farmleben aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und an eine tragische Jagd-Begebenheit. "Brothers" ist irgendwo nachvollziehbar, verständlich und doch unfassbar tragisch. Eine Geschichte, die effektiv und effizient erzählt wird, und dabei genau so lang ist wie sie sein muss, um alles zu sagen. Kameraarbeit und Sounddesign, sowie der limitierte Dialog haben eine gute Sogwirkung inne und faszinieren, Spannung baut sich langsam auf und entlädt sich dann mit einem Schlag. Das Ende ist dann bitter und düster und lässt einen nachdenken. Beeindruckend.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen