Kristen (Amber Heard), eine hübsche aber labile junge Frau, findet sich verletzt, unter Drogen und gegen ihren Willen festgehalten auf einer Station einer psychatrischen Anstalt in den 1960er-Jahren wieder. Sie ist komplett orientierungslos, weiß nicht, wer sie an diesen Ort gebracht hat und hat keine Erinnerung an ihr Leben vor der Einweisung. Aber ihr ist klar, dass sie sich nicht in Sicherheit befindet. Die anderen Patienten der Station, vier ebenso verstörte junge Frauen, helfen Kristen nicht weiter und bald stellt sie fest, dass nicht alles so ist wie es scheint. Nachts, wenn das Hospital dunkel und unheilvoll ist, hört sie seltsame und beängstigende Geräusche. Eine nach der anderen verschwinden die anderen Mädchen...
Nach fast einem Jahrzehnt Regiepause kehrte Horrorlegende John Carpenter mit "The Ward" auf die große Leinwand zurück und rein atmosphärisch gelingt Carpenter hier auch ein durchaus solider Horrorfilm. Die düsteren Flure der Klinik, das sterile Umfeld und die ständige Unsicherheit darüber, was real ist und was nicht, erzeugen immer wieder wirksame Spannungsmomente. Diese Inszenierung zeigt, dass Carpenter sein Handwerk nach wie vor beherrscht. Dennoch kommt man nicht umhin, gerade m direkten Vergleich mit seinen früheren Werken, den Gedanken festzuhalten, dass hier mehr drin gewesen wäre, da "The Ward" sich schon bald als vergleichsweise konventioneller Psychothriller entpuppt. Der Film besitzt durchaus Qualitäten, erreicht jedoch nur selten die Klasse seiner berühmten Vorgänger. Auch die Besetzung macht ihre Sache ordentlich. Amber Heard trägt den Film souverän und verleiht Kristen genügend Verletzlichkeit und Entschlossenheit, um das Interesse des Zuschauers aufrechtzuerhalten. Unterstützt wird sie von Danielle Panabaker, Mamie Gummer, Lyndsy Fonseca und Jared Harris, die ihren Figuren trotz begrenzter Tiefe eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen. Besonders die Dynamik zwischen den Patientinnen sorgt dafür, dass die Geschichte zumindest emotional nicht völlig oberflächlich bleibt.
Das größte Problem von "The Ward" liegt jedoch im Drehbuch. Die Handlung folgt vielen bekannten Mustern des Psychiatrie- und Geisterhorrors und entwickelt nur selten eine eigene Identität. Die vorhersehbaren Wendungen und die starke Abhängigkeit von Schockmomenten statt nachhaltiger Spannung nagen geradezu an der Geduld des Zuschauers. Vor allem die zentrale Auflösung wirkt für erfahrene Genrefans wenig überraschend und erinnert an zahlreiche ähnliche Filme der Jahre zuvor. Hinzu kommt, dass dem Film ein unverwechselbares Profil fehlt. Er fühlt sich einfach nicht wie ein typischer Carpenter-Film an. Wo seine besten Werke durch markante Bildsprache, ikonische Musik und eine starke eigene Handschrift geprägt waren, wirkt "The Ward" oft wie ein routinierter Studiohorrorfilm, den auch viele andere Regisseure hätten inszenieren können. Trotzdem besitzt der Film eine gewisse Effizienz. Mit einer Laufzeit von knapp 90 Minuten erzählt er seine Geschichte ohne größere Längen und liefert gerade genug Spannung, um Genrefans bei Laune zu halten. Am Ende pendelt er aber nur zwischen Routine und Handwerkskunst. Die Regie eines erfahrenen Meisters sorgt dafür, dass das Werk nie völlig abstürzt, doch das schwache Drehbuch und die mangelnde Originalität verhindern, dass daraus ein wirklich erinnerungswürdiger Horrorfilm wird.

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