Eigentlich hat der Sicherheitsbeamte Mike Schmidt (Josh Hutcherson) ja schon genügend Probleme am Hals. Deshalb ist er zunächst froh, eine neue Stelle als Nachwächter bei "Freddy Fazbear's Pizza" antreten zu können. Schließlich ist das Familienrestaurant schon seit Jahren geschlossen - und so verspricht der Job ganz besonders unspektakulär zu werden. Wobei sich Mike nie die Frage gestellt hat, warum eine längst verrammelte Pizzeria überhaupt einen Nachtwächter braucht? Die Antwort gibt es gleich in der ersten Nacht: Irgendwann erwachen die animatronischen Tier-Maskottchen Freddy Fazbear, Bonnie, Chica und Foxy zum Leben - und töten jeden, der sich nach Mitternacht noch in das Gebäude wagt! Offenbar waren sie auch der Grund, warum "Freddy Fazbear's Pizza" überhaupt schließen musste - aber das hat Mike natürlich niemand verraten...
Die Kinoadaption des beliebten Indie-Horrorspiels "Five Nights At Freddy's", in dem es darum geht, Nachtschichten in einer Pizzeria zu überleben, erweist sich als äußerst umstritten. Auf dem Papier bietet der Film nämlich alles, was ein effektiver Horrorfilm benötigt. Die unheimlichen Animatronics gehören seit Jahren zu den ikonischsten Figuren des modernen Horrorgenres. Ihre Mischung aus nostalgischer Kinderunterhaltung und latent bedrohlicher Erscheinung besitzt enormes Potenzial. Tatsächlich sind die Figuren auch einer der gelungensten Aspekte des Films. Die von Jim Hensons Creature Shop umgesetzten Animatronics sehen hervorragend aus. Freddy, Bonnie, Chica und Foxy wirken greifbar, detailreich und deutlich eindrucksvoller als viele rein digitale Kreaturen moderner Horrorfilme.
Leider gelingt es dem Film nur selten, aus diesen Figuren echten Horror zu erzeugen. Auch mangelt es massiv an Spannung. Statt auf konstantes Unbehagen oder intensive Schockmomente zu setzen, konzentriert sich die Geschichte stark auf ihre Hintergrundgeschichte und die emotionalen Probleme der Hauptfigur. Dadurch entsteht ein Film, der sich oft eher wie ein Mystery-Drama mit Horrorelementen anfühlt als wie ein echter Gruselfilm. Dabei liefert Josh Hutcherson als Mike eine solide Leistung ab und bemüht sich, seiner Figur emotionale Tiefe zu verleihen. Das Problem liegt weniger beim Schauspiel als beim Drehbuch. Viele Nebenfiguren bleiben oberflächlich, Dialoge wirken stellenweise hölzern, und die Handlung erklärt ihre Mysterien oft ausführlicher, als nötig wäre. Gerade die Traumsequenzen, die einen großen Teil der Laufzeit einnehmen, bremsen das Tempo immer wieder aus und nehmen der Geschichte viel von ihrer Dringlichkeit.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Film oft nicht genau weiß, welche Zielgruppe er ansprechen möchte. Die Atmosphäre dürfte für jüngere Zuschauer stellenweise ausreichend unheimlich sein, für mich war es einfach nur harmlos bis sogar langweilig. Man fühlt, dass das düstere Potenzial der Vorlage zugunsten einer familienfreundlicheren Ausrichtung abgeschwächt wurde. Das ist schade, denn dadurch entsteht ein Werk, das zwischen Jugendfilm, Mystery und Horror pendelt, ohne auch nur in einer dieser Kategorien vollständig zu überzeugen. Dennoch wäre es unfair, die Qualitäten des Films vollständig zu ignorieren. Die Produktionsgestaltung ist ansprechend - das muss man zugeben. Freddy Fazbear’s Pizza wirkt wie ein eingefrorenes Relikt aus einer anderen Zeit und vermittelt genau jene Mischung aus Nostalgie und Verfall, die man erwarten könnte auch ohne die Spielereihe zu kennen. Sicher gibt es Fanservice - doch der funktioniert auch nur, wenn man diese Spiele kennt. Ein Minuspunkt also, denn damit holt der Film längst nicht alle Zuschauer ab. Aus Sicht eines eigenständigen Kinofilms reichen letztlich die Stärken also nicht aus, um die offensichtlichen Schwächen auszugleichen. Zu oft bleibt die Spannung auf der Strecke, zu selten entfaltet sich echter Horror, und die Handlung verliert sich in Erklärungen statt in Atmosphäre. Was hätte ein nervenaufreibender Albtraum werden können, entwickelt sich stattdessen zu einer überraschend zahmen und oft vorhersehbaren Geistergeschichte."Five Nights At Freddy's" überzeugt zwar mit liebevoll gestalteten Animatronics und einer starken visuellen Umsetzung, als Horrorfilm bleibt er jedoch deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die geringe Spannung, die schwache Figurenzeichnung und die unentschlossene Tonalität verhindern, dass die Verfilmung ihr enormes Potenzial ausschöpft. Für eingefleischte Fans mag der Film interessante Momente bereithalten, als eigenständiges Kinoerlebnis bleibt jedoch vor allem das Gefühl einer vertanen Chance.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen