Montag, 8. Juni 2026

Il colosso di Rodi - The Colossus of Rhodes - Der Koloß von Rhodos (1961)

https://www.imdb.com/title/tt0054756/

Der athenische Kriegsheld Darios (Rory Calhoun) reist nach Rhodos, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Kurz nach seiner Ankunft wird er Zeuge der Einweihung des riesigen Kolosses von Rhodos, einer gigantisches Statue des Sonnengottes Helios, die am Stadttor steht und als eines der antiken Weltwunder gilt. Schon bald gerät Darios in zwei parallele Verschwörungen, die sich gegen den herrschenden Tyrannen Peliocles (Georges Marchal) richten.  Er trifft die schöne Dienerin Diala (Lea Massari), die ihn in den Palast von Peliocles führt.  Dort wird er Zeuge, wie sich eine Gruppe von Widerstandskämpfern um Peliocles' eigenem Bruder Thar (Conrado San Martín) auf eine Verschwörung gegen die Tyrannei vorbereitet. Gleichzeitig wird Darios von Koros (Ángel Aranda), einem weiteren Verschwörer, angesprochen, der eine radikalere Variante der Befreiung vorsieht. Inmitten der Intrigen und rivalisierenden Pläne wird Darios zum zentralen Akteur, der mit seinem Mut und seiner Intelligenz entscheiden muss, welche der Widerstandsbewegungen er unterstützen soll. Er wird von der Täterin Mirte (Mabel Karr), von dem Krieger Ares (Mimmo Palmara) und von weiteren Figuren unterstützt, die alle unterschiedliche Interessen verfolgen...

 "Der Koloß von Rhodos" ist einer dieser seltenen Filme, die man als Filminteressierter aus zwei Gründen sehen muss: wegen seiner Geschichte als Debütfilm und wegen seiner ungleichen Qualität, die zwischen raumgreifendem Stil und einer etwas mechanischer Erzählweise schwankt. Regisseur Sergio Leone, der später mit Western weltberühmt wurde, inszeniert hier 1961 seinen ersten eigenen Spielfilm im Genre des Sandalenfilms/antiken Monsterfilms, der in den 1950er und 1960er Jahren in Italien und Europa sehr beliebt war. Leone zeigt in seinem Debüt deutlich, dass er ein visuelles Talent hat, das später seine Western dominieren wird. Die Sequenz des Erdbebens und die große Kampfszene am Ende sind bemerkenswert stark inszeniert, und man spürt hier bereits die Fähigkeit des Regisseurs, Spannung mit großen Bildern aufzubauen. Dennoch ist der Film nicht ohne Schwächen. Die erste Hälfte wirkt aufgesetzt und mechanisch und darüber hinaus viel zu lang, die Mischung zwischen Ironie und epischer Intensität ist ebenfalls nicht immer perfekt, und die Geschichte folgt oft einer zu starren Struktur, die wenig Raum für echte emotionale Tiefe bietet. 

Das alles macht den Film eben nicht zum Meisterwerk, sondern zu einem ersten guten Versuch. Man merkt hier deutlich: zu dem von Leone bekannten Itolowestern war es noch ein weiter Schritt. Der Film ist auch von einem gewissen Stil geprägt, hat raumgreifende Bilder und eine gute Besetzung, aber er ist auch ein Werk, das noch nicht die volle Kraft zeigt, die Leone später in seinen Western entfalten wird. "Der Koloß von Rhodos" ist auch ein interessanter, aber eben nicht durchgehend guter Film. Er ist ein Werk, das zeigt, wie Leone sich in einem Genre, das er zudem nicht besonders mochte, entwickelte. Der Film ist ein Debüt, das nicht perfekt ist, aber es ist eines, das zeigt, dass Leone bereits ein Regisseur mit einem visuellen Instinkt war, der später seine Karriere dominieren würde. Und mit einem Sandalenfilm monumentalen Ausmaßes zu starten ist auch bemerkenswert.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkProduzioni Atlas Consorziate/Procusa/Comptoir Français de Productions Cinématographiques/CTICineproduzioni Associate

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