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Donnerstag, 24. Juni 2021

The Conjuring: The Devil Made Me Do It - Conjuring 3: Im Bann des Teufels (2021)

https://www.imdb.com/title/tt7069210/

Die Dämonologen Lorraine (Vera Farmiga) und Ed Warren (Patrick Wilson) gehen übernatürlichen Ereignissen auf den Grund. Häufig werden sie in Geisterhäuser gerufen, um verschreckten Familien zu helfen, das Grauen in ihrem Heim loszuwerden. Doch auch mit anderen Dämonen beschäftigt sich das Ehepaar – und ein solcher Auftrag führt Lorraine und Ed bei einem ihrer spektakulärsten Fälle schließlich sogar bis vors Gericht: 1981 führen die Warrens am kleinen David (Julian Hilliard) einen – zunächst erfolgreichen – Exorzismus durch. Der Dämon verlässt den Körper des Jungen, aber anschließend sucht er sich eine neue menschliche Hülle, in der er seine schaurigen Taten ausführen kann. Fortan ist Arne (Ruairi O'Connor), der Freund von Davids Schwester Judy (Charlene Amoia), von dem paranormalen Wesen besessen. Arne begeht eine folgenschwere Tat, die alle Beteiligten in den Abgrund zieht. Er kommt vor Gericht. Auch die Warrens müssen sich in der Öffentlichkeit für ihr Handeln und die Verwicklung in die Geschehnisse verantworten... 

Mit "The Conjuring" schuf James Wan 2013 ein beeindruckendes Tor zu einem völlig neuen Grusel-Universum, der bis dato 7 Filme und Spin-Offs ("Annabelle", "The Nun") auf die Leinwände gezaubert hat. Auf dem Papier sind die "The Conjuring"-Filme ein ziemlich alter Hut, doch unter der Regie von Wan erreichten sie etwas, was andere Gruselfilme vor ihnen lange versuchten und nie erreichten: Eine tatsächlich gruselige Atmosphäre schaffen. Wans charismatischer Look war es auch, der dem Franchise den nötigen Kick gab und mit seinem Händchen für unauffällige Bilder in der Darstellung der Ermittler Ed und Lorraine Warren (gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga) gelang es ihm, ein sympathisches Paar zu etablieren, mit denen der Zuschauer gern mitfiebert. Leider fehlt dem neuesten Teil, "The Conjuring: The Devil Made Me Do It", sowohl Wans Regie als auch der Reichtum, der die ersten beiden "Conjuring"-Filme so unterhaltsam machte. Unter der Regie von Michael Chaves, der zuvor bei dem "The Conjuring"-Spin-off "The Curse Of La Llorona", seinem Spielfilmdebüt, Regie führte, basiert der neue Film auf dem realen Prozess gegen Arne Cheyenne Johnson, einem dokumentierten Mordfall, in dem Johnson zu seiner Verteidigung vehement behauptete "Der Teufel hat mich dazu gebracht". Es war das erste Mal, dass dämonische Besessenheit als rechtliches Argument für die Unschuld eines Angeklagten verwendet wurde - es half aber trotzdem nicht. Wie die anderen "Conjuring"-Filme, die auf den Geschichten der Warrens basieren, geht "The Devil Made Me Do It" davon aus, dass Johnsons tatsächlich besessen war und baut eine Horrorgeschichte um diese Vermutung auf. Dabei ist die Geschichte an sich nicht neu: bereits 1983 wurde der Fall bereits mit Andy Griffith und Beverlee McKinsey in den Hauptrollen als der TV-Film "The Demon Murder Case" verfilmt.

"The Devil Made Me Do It" unterscheidet sich von seinen Vorgängern dadurch, dass es sich nicht um einen Spukhausfilm handelt. Es ist eher ein gruseliges Geheimnis. Die realen Ereignisse sind nicht wirklich der Punkt - die erste halbe Stunde verzichtet fast vollständig auf die Hintergrundgeschichte von Johnsons Fall. Im Prolog ist Johnson während des Exorzismus seines kleinen Bruders anwesend, der schrecklich schief geht und zu Johnsons Besessenheit führt. Kurz darauf ermordet er seinen Vermieter, wird angeklagt und inhaftiert. An diesem Punkt beginnen die Warrens eine Untersuchung, um dem Gericht zu beweisen, dass Johnson von dämonischer Besessenheit und damit das eigentliche Opfer ist. Dieses Setup lässt diesen Teil von "The Conjuring" wie ein übernatürlicher Detektivfilm erscheinen, da die Warrens Johnsons Besessenheit mit anderen Morden in der Gegend in Verbindung bringen und vermuten, dass jemand eine dämonische Präsenz heraufbeschworen hat, um zu dererlei Gewaltverbrechen anzustiften. Das ist eine ziemlich gute Idee und eine anständige Abwechslung für die Reihe. Aber The "Devil Made Me Do It" hat Mühe, unter dieser neuen Struktur das Niveau der vorherigen Filme zu erreichen. Wilson und Farmiga verleihen auch dem achten Film der Reihe eine ungewöhnlich menschliche Note, die sich wie ein zynischer Versuch anfühlen könnten, von einem erfolgreichen Horror-Franchise zu profitieren - ganz im Gegensatz zu einer wirklich interessanten Reihe von Filmen über paranormale Ermittler. Vielleicht liegt es daran, dass die Schauspieler nicht wie traditionelle Horror-Protagonisten aussehen - sie sind Helden mittleren Alters in einem Genre, das eigentlich Jugendliche bevorzugt, und sie werden aller Widrigkeiten zum Trotz auch garantiert überleben, dank der bekannten Art und Weise, wie diese Filme ihre Geschichte behandeln. Aber Wilsons und Farmigas Darbietungen helfen dem Publikum, sich auf sie einzulassen und mit ihnen mitzufiebern. 

"The Devil Made Me Do It" macht aber leider nicht das Beste aus dieser Vorgabe. Nach einer vielversprechenden Eröffnung umgeht Chaves die Grenze zwischen Horror und übernatürlicher Kriminalgeschichte einfach, ohne sie effektiv zu vermischen. Frühe visuelle Geniestreiche, wie eine echt gruselige Aufnahme einer Duschvorhangstange, die dämonische Klauen verdeckt, oder eine Erscheinung in einem Wasserbett werden später zugunsten weiterer düsterer Sets einfach aufgegeben. Trotz aller Bemühungen erhalten Farmiga und Wilson kein Skript, das ihr Engagement in diesem Fall zur Gänze ausspielt. Das Ergebnis ist ein Film, der sich seltsamerweise wie einer der vielen Spin-offs des Franchise anfühlt. Nach knapp zwei Stunden ist "The Devil Made Me Do It" in zu viele Richtungen gelaufen, um wirklich einer von ihnen gerecht zu werden - die Besessenheit, das Mysterium im Serienmörder-Stil - nichts davon landet den Paukenschlag mit der Kraft der letzten Exorzismus-Szene von "The Conjuring" oder verfolgt so effektiv wie "The Crooked Man" von "The Conjuring 2", der im Mittelpunkt des nächsten Spin-off-Films stehen wird. Das alles macht "The Devil Made Me Do It" nicht unbedingt schlecht. Es ist nur ein Film, der seinen Vorgängern nicht wirklich gerecht wird. So sehr "The Conjuring" zu einem Mega-Franchise geworden ist, so sehr hat es dank dieser zentralen Wan-Wilson-Farmiga-Konstellation lange Zeit vermieden, sich wie eines anzufühlen.

6,5/10 

Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "Limiterte Steelbook-Edition" im Steelbook.   

Quellen: 
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros.

Donnerstag, 28. September 2017

It - Es (2017)

http://www.imdb.com/title/tt1396484/

Die Kinder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), Richie Tozier (Finn Wolfhard), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer), Beverly Marsh (Sophia Lillis), Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Stanley Uris (Wyatt Oleff) und Mike Hanlon (Chosen Jacobs) leben in einer Stadt namens Derry im US-Bundesstaat Maine, in der immer wieder Menschen verschwinden – sowohl Erwachsene, als auch vor allem Minderjährige. Im Laufe eines Sommers erfahren die Kinder schließlich von einer monströsen Kreatur, die Jagd auf Menschen macht und sich in die schlimmsten Alpträume ihrer Opfer verwandeln kann. Meistens tritt das Biest jedoch in Form des sadistischen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auf. Die sieben Kinder wachsen nach und nach zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen, dem "Club der Verlierer"/"Loser Club", und schwören, die Kreatur zu vernichten, die Bills Bruder Georgie (Jackson Robert Scott) auf dem Gewissen hat...

Nach der großzügig verschenkten Chance, mit "Der dunkle Turm" eine weitere gelungene King-Verfilmung zu adaptieren, ist das Remake des 1990er TV-Zweiteilers "Es" endlich ein Lichtblick und die große Hoffnung, dass es da draußen doch noch Regisseure gibt, die es schaffen, einem Roman (auch erneut) Leben einzuhauchen. Schon "Es" von 1990 war ein großartiger Film, wenngleich es dort aufgrund Budget und einem relativ schlaffen zweiten Teil Minuspunkte gab. Doch das war irgendwie auch "Meckern auf hohem Niveau", denn "Es" hatte einfach die richtige Atmosphäre, perfekte Darsteller und - das sollte man nicht unter den Tisch kehren - einen großartigen Tim Curry als Pennywise, den tanzenden Clown.

Nun übernahm, nach einigem Hin und Her, einem Wechsel des Regisseurs und mehreren Anläufen, Andy Muschietti das Projekt der Neuverfilmung und liefert mit dem 2017er "Es" einen lupenreinen Grusel-/Horrorfilm ab, der das Zeug zum Gernevertreter des Jahres hat. Muschietti macht aber auch nahezu alles richtig: er vergreift sich nicht an dem alten Film, sondern hommagiert diesen sogar, kehrt Currys Darstellung des Pennywise nicht unter den Tisch, sondern würdigt diesen sogar in einer Szene und suchte sich Jung-Darsteller, die einerseits Fans des TV-Zweiteilers mehr als zufrieden stellen, als auch neues Publikum ansprechen dürften. Der "Club der Verlierer"/"Loser Club" ist hier wie da einfach perfekt besetzt, aber hier sticht am meisten Sophia Lillis als Beverly Marsh hervor, da sie die tragischste Hintergrundgeschichte hat. Von ihrem eigenen Vater sexuell missbraucht ist sie trotzdem ein starkes und selbstbewusstes Mädchen geblieben, das sich nicht aufgibt. Bei ihr kann man nur hoffen, dass sie in Zukunft noch mehr solch ausdruckstarke Rollen spielen wird, denn sie ist trotz ihres jungen Alters nicht nur verdammt talentiert, sondern hat auch eine wahnsinnig tolle Ausstrahlung. Ebenfalls positiv auffallen kann Finn Wolfhard als Richie Tozier, der hier einen ganz anderen Charakter spielt als in "Stranger Things" und das ist - angesichts des Alters - bewundernswert wie vielseitig er ist. Sein Charakter sorgt für die meisten Lacher, die aber auch Kings derber Schreibweise zuzuordnen sind und welche hier sehr gut übernommen wurde. Jaeden Lieberher kann als Bill Denbrough ebenfalls mehr als  überzeugen und man kann seinen Schmerz über den Verlust seines kleines Bruder Georgie (ebenfalls berührend gut: Jackson Robert Scott) sehr gut nachempfinden. Leider bleiben die Figuren Stan Uris (Wyatt Oleff) und Mike Hanlon (Chosen Jacobs) etwas blass. Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor) hingegen erfährt eine Charkteränderung, denn in diesem "Es" ist er es, der mehr über die Geschichte von Derry in Erfahrung bringen will und auch das Interesse dafür zeigt (in der 1990er TV-Verfilmung war es Mike Hanlon). Vermutlich wollte man so seinem Charakter etwas mehr Tiefe und Liebenswürdigkeit verleihen. Auch die Rowdys Henry Bowers (Nicholas Hamilton) und seine Handlanger sind perfekt nach 2017 transportiert und obwohl man über sie auch hier wenig bis nichts über ihre Motivation erfährt, sind sie wohl einfach nur böse und gemein. Hauptproblem ist wohl, dass die Clique rund um Henry Bowers auch relativ wenig Screentime bekommen hat.

Aber der Hauptcharakter ist zweifelsohne Bill Skarsgård als Pennywise. Seine Darstellung des tanzenden Clowns ist grandios. Fies, absolut bösartig, total abgedreht und irre und man kommt nicht umhin, seine Darstellung des tanzenden Clowns Pennywise einfach nur zu honorieren. Auch wenn oft mit CGI gearbeitet wurde, hat er doch einige Szenen, die einem das Mark in den Knochen gefrieren lässt. Besonders eine Szene hat es in sich, in der man ihn gar nicht erwartet und einen sein krachender Auftritt kalt erwischt. Gerade noch ist der Zuschauer am Boden und fühlt mit dem Charakter, der so schlimmes erleben musste, mit, da bricht er in die Szenerie und reisst diese an sich. Hut ab, so sehr erschrocken habe ich mich schon lange nicht mehr. Aber auch einige andere Szenen jagen einem wohlige Schauer über den Rücken, auch wenn sich diese dem erfahrenen Grusel-/Horrorfilmgucker und aufmerksamen Beobachter ankündigen. Selbst die Jump-Scares werden in dieser Beziehung passend eingesetzt und wirken überhaupt nicht aufdringlich oder deplatziert. Auch ist "Es" im Vergleich deutlich brutaler und blutiger geworden, manchmal sogar so sehr, dass eine Szene den einen oder anderen sicher an das Remake von "Evil Dead" erinnert. Furchtbar ist auch die Tötung von Georgie, die den Zuschauer ganz kalt erwischt. Vor allem diejenigen, die noch den TV-Film im Hinterkopf hatten und seinen Tod vielleicht auch so erwartet hätten.

Positiv hervorzuheben ist damit einhergehend auch der Filmscore, der eingänglich ist und im Kopf bleibt, vermutlich auch deswegen, weil er sich Composer Benjamn Wallfisch an Themen von Richard Bellis bedient und diese geschickt transportiert. So bleiben vor allem "Every 27 Years" und "Beverly" beim Zuschauer hängen. Abschließend kann man nur betonen, dass die durch den Trailer so hoch angesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt werden. "Es" ist eine mehr als gelungene Neuinterpretation des Buchs von Stephen King und sogar einen Ticken besser als die 1990er TV-Verfilmung. Der "Loser Club" ist ganz klar die größte Stärke des ganzen Films, es gibt so viel Tiefe, Emotionen, Drama und Humor, gespickt mit Horrorelementen. Die perfekte Mischung. Das kann man kaum von einem anderen Horrorfilm sagen. Hier muss man sich mancher sicher sogar die eine oder andere Träne verdrücken. Bleibt nun noch das Warten auf Kapitel Zwei.

8,5/10

Die 4K Ultra HD Blu-ray gibt es von WARNER und exklusiv bei amazon.de in einem limitiertem Steelbook, welches auch die Blu-ray beinhaltet.

Freitag, 28. Oktober 2016

Stephen King's It - Stephen King's Es (1990)

http://www.imdb.com/title/tt0099864/

In Derry, Maine, geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das mag an dem Indianerfriedhof liegen, auf dem der kleine Ort teilweise gebaut ist, vielleicht hängt es auch einfach mit der Paranoia der Einwohner zusammen. Aber alle Gerüchte verwandeln sich schlagartig in grausame Gewissheit, als der junge Georgie Denbrough tot aufgefunden wird. Ein Arm wurde ihm abgerissen. Nicht nur zerstört die Tragödie das Leben der Familie Denbrough und traumatisiert Georgies Bruder Bill (Jonathan Brandis), es löst auch eine Furcht aus, die sich über ganz Derry ausbreitet. Immer mehr Kinder verschwinden, grausam verstümmelte Körper sind das Einzige, was den Hinterbliebenen bleibt. Mitten in dieser Zeit des Grauens bildet sich eine ungewöhnliche Clique aus sieben Kindern: Bill, der asthmatische Eddie (Adam Faraizl), Großmaul Richie (Seth Green), der dicke Ben (Brandon Crane), die hübsche Beverly (Emily Perkins), der zynische Stan (Ben Heller) und Mike (Marlon Taylor), der wegen seiner dunklen Haut oft diskriminiert wird. Sie alle haben etwas gemeinsam: Unabhängig voneinander haben sie verstörende Dinge erlebt oder wurden von grausigen Kreaturen verfolgt. Trotz ihrer schockierenden Erlebnisse scheinen ihre Eltern die Grauen nicht wahrzunehmen. Und ihre Geschichten haben einen gemeinsamen Nenner: einen diabolischen Clown mit orangeroten Haaren und Luftballons, der sich als Pennywise (Tim Curry) vorstellt. Aus Angst gibt der "Club der Verlierer" dem Monster einen neuen Namen und taufen die übernatürliche Bedrohung "Es". Nicht nur schweißt die gemeinsame Angst vor "Es" und die Entschlossenheit, dem Horror ein Ende zu setzen, die sieben Freunde zusammen, sie müssen sich gleichzeitig noch gegen den etwas älteren Henry Bowers (Jarred Blancard) und seine Schläger wehren.

"Es" ist einer der Romane von Stephen King, der wohl zu seinen besten Werken gehört. Aber nicht nur aufgrund des Horrors, der einen während des Lesens völlig unvermeidlich in Angstzustände versetzt, sondern auch die herzerwärmende Geschichte um den "Club der sieben glücklichen Verlierer". Dieses Epos an eine bedingungslose, kompromisslose Freundschaft, die wohl nur wenige kennenlernen dürfen. 7 Freunde, 7 Außenseiter, 7 Kinder, die sich allem entgegenstellen, das den Ort ihrer Kindheit, zu zerstören droht. Sie stellen sich den eigenen Ängsten, stellen sich der Interesselosigkeit, der Apathie und Hoffnungslosigkeit ihrer Umgebung entgegen, um nicht von dem Grauen aus der Tiefe, irgendwann einer nach dem anderen aufgefressen zu werden. Das Böse in Derry, der grausame Clown, die äonenalte Spinne im Netz. Das sind all die Dinge, die ein Ort wie Derry, der sinnbildlich für alle menschlichen Ansiedlungen steht, tief in seinem Inneren, im Untergrund verbirgt. Und immer mal wieder, alle 30 Jahre, einmal in jeder Generation, bricht der Damm, läuft das Fass aus Neid, Gier und Hass über und es kommt zu einer Serie an Untaten.

Eins vorweg noch: "Es" zu verfilmen, ist verdammt schwierig. Der Film ist mit 187 Minuten immer noch viel zu kurz, um dem über 1500 Seiten starken Werk gerecht zu werden. Trotzdem ist Tommy Lee Wallace ein anständiger Film gelungen, der besonders viel Wert auf die hervorragende Charakterzeichnung des Buches legt. Und bei allem, was weggelassen wurde (werden musste), hat der Film aber eines geschafft: die Stimmung des Buches zu übertragen. All die Atmosphäre, das Unbehagen, Zeitgefühl der Geschichte, aber auch der Subtext des Buches finden sich im Film wieder. Man muss betonen, dass bei dem, was die Geschichte eigentlich hergibt, diese Tatsache ein Trost ist, aber letztlich bleibt der Film nur eine deutlich entschärfte Kurzzusammenfassung, das Buch in allen Belangen die Superlative zum Film. Die grobe Handlung des Buches wurde übernommen; dementsprechend dreht sich der Film um die sieben Charaktere, die sich mit dem Schrecken des Kinder fressenden Monsters Es konfrontiert sehen, dem sie sich zwar stellen, aber nicht überwinden können, sodass er sie Jahre später einholt, um sie, inzwischen erwachsen, erneut herauszufordern. Der Film springt dankenswerterweise zwischen den beiden Zeitebenen - Kindheit und Gegenwart - hin und her, denn auf diese Weise zeigt der Film zum Einen wunderbar, wie prägend die Kindheit eines jeden Menschen ist und zum Anderen, und das ist die Hauptaussage der Geschichte, wie wichtig es ist, sich den Problemen, die das Leben bereithält, zu stellen und zu bewältigen.

Jeder der sieben Hauptcharaktere sieht sich konfrontiert mit Schicksalen des Lebens. Neben vielen körperlichen Makeln, die für sich bereits die Kindheit schwierig machen können (z.B. Dickleibigkeit, Stottern, Asthma) und der Tyrannei von Obrigkeiten, die anhand der Figur des Schul-Rowdys Henry Bowers dargestellt wird, stehen noch größere Schrecken im Mittelpunkt der Geschichte. Da ist der Verlust eines Familienmitglieds und die Angst vor dem Zusammenbrechen der Familie (Bill). Der Tod des Bruders brennt ein so tiefes Loch in das Sicherungsnetz des Lebens, das die Familie darstellt, dass es droht, zu reißen: Bill muss befürchten, auch zu sterben, indem er seinen Platz in der Familie verliert. Denn der Verlustschmerz schwächt seine Eltern letztlich so sehr, dass ihnen die Kraft fehlt, für ihn überhaupt noch Mutter und Vater zu sein. In Bens Geschichte manifestiert sich das Schicksal der körperlichen Unzulänglichkeit und vor allem, ohne Vaterfigur zu sein, an der man sich orienterien und an der man selbst wachsen kann. Beverlys Schicksal, Armut und (deutlich gravierender) autoritäre und gewaltsame Erziehung, und Eddies, Überfürsorglichkeit, stellen krasse Gegensätze dar, doch ist auch den beiden gemeinsam, dass sie die Kindheit auf eine harte Probe stellen.

In "Es" manifestieren sich diese Identitätsängste; "Es" ist die Metapher für diese Schrecken der Kindheit. Die Kinder können Es nicht gänzlich besiegen und so holt die Vergangenheit sie wieder ein oder anders: man kann seinem Schicksal nicht entkommen. Das sieht man wunderbar an Beverly, die mit einem Mann zusammen ist, der vom Habitus ganz ihr Vater ist. Und auch Ben ist seinen Problemen nicht entkommen, denn selbst großer Erfolg vermag seine Selbstzweifel nicht zu zerstreuen und so bleibt stets die Gefahr, an ihnen zu scheitern (Was gewissermaßen mit der Tatsache, dass Ben einsam ist und in oberflächlichen Affären und Alkohol Zuflucht sucht, schon geschehen ist). Überhaupt sind - bis auf Mike - alle sehr erfolgreich, doch ändert das nichts daran, nicht wirklich im Leben angekommen zu sein. Das zeigt sich insbesondere in einer Szene in der Gegenwart, als ihnen allen gemeinsam bewusst wird, dass sie zwar berufliche Siegertypen sind, privat allerdings mehr oder weniger gescheitert sind. Entweder haben sie gar keine Familie und sind entsprechend unzufrieden (siehe Ben, aber auch Eddie: zwar hat der eine Familie, die aber ist noch immer seine beherrschende Mutter) oder aber es mag mit Nachwuchs nicht klappen. Das hört sich zunächst nicht wirklich gescheitert an, aber Stans Werdegang belehrt uns eines Besseren: Er will sich ein durch und durch bürgerliches Leben aufbauen, doch sind ihm die dazu gehörenden Kinder nicht vergönnt. Es ist egal, welchen Lebensweg sich die Figuren aussuchen, sie kommen nicht wirklich ans Ziel. Dieses Dilemma wird ihnen nach und nach bewusst, als sie sich aufgrund einer Nachricht von Es (Es hinterlässt an einem seiner Tatorte ein Foto von Bills Bruder) wieder zusammenfinden. Ihre nicht bewältigte Vergangenheit bremst sie aus. Sie finden heraus, dass es nur einen Weg gibt, aus diesem Loch herauszukommen, nämlich sich den Schrecken der Vergangenheit und damit sich selbst zu stellen. Um diesen Subtext transportieren zu können und nicht zu ersticken, bedurfte es einer Erzählweise, die trotz des Fantastischen, das Es verkörpert, ruhig bleibt. Und das ist dem Film gelungen. Seine besten Momente hat er, wenn der Film seine Figuren über Es (und also metaphorisch gesehen über sich selbst) reflektieren lässt. Denn dann ist der Film "ganz Buch".

Aber auch an der Oberfläche der Geschichte hat man mit dem Film einen Gewinn. Zwar beugt man sich gerade zum Ende hin allzu sehr filmischer Konventionen und gibt dem Film damit ein Stück Beliebigkeit, aber letztlich hat man auch astreinen Horror mit Blut, Schrecken und Angst (für die Angst sorgt Tim Curry mit der wunderbar schauderhaften Darstellung des "Es" in Form des Clowns Pennywise). Der Film nutzt zudem die beste Form der Angsterzeugung: Unbehagen durch den Bruch mit der Norm. Die Klimax ist natürlich Pennywise. Der Clown - im Grunde der Inbegriff der Freude - als tötendes Monster, das mit leuchtenden Augen und Rasiermessern als Zähnen aus dem Gully heraus nach einem greift.

8/10

Bei zavvi.com erschien der Film auch im Steelbook. Soweit, so noch nicht ungewöhnlich, denn auch in Deutschland ist ein Steelbook mit demselben Motiv, exklusiv im MediaMarkt erschienen. Was aber das zavvi-Steel auszeichnet, ist der Innendruck. Den hat das MediaMarkt-Steelbook aus unerfindlichen Gründen nämlich nicht.


Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Dienstag, 13. Juni 2023

It Came From Below (2021)

https://www.imdb.com/title/tt10862050/

Jessie (Megan Purvis) ist in Trauer. Hat sie doch gerade ihren Vater, einen Höhlenforscher, verloren. Kurz vor seinem Tod hatte er ihr berichtet, dass er im Rahmen seiner letzten Exkursion auf eine schreckliche Kreatur gestoßen sei. Mit seinem Tagebuch bewaffnet, macht sich die junge Frau nun samt ihrer Freunde Sam (Jake Watkins), Marty (Tom Taplin) und Joanna (Georgie Banks) auf den Weg an diesen Ort. Und sei es nur, um zu beweisen, dass ihr Vater kein Spinner war. Als sie dann in den Abgrund hinabsteigen, entdecken die jungen Leute skurrile Höhlenmalereien, die eine mysteriöse Wirkung auf Marty haben. Er beginnt, die Nerven zu verlieren und auszuflippen, weshalb die Gruppe sich auflöst und vom Weg abkommt. Je weiter sie sich in den Tiefen der Höhle verirren, desto sicherer ist sich Jessie, dass die von ihrem Vater entdeckte Kreatur vielleicht gar nicht das einzige tödliche Wesen hier unter sein könnte … 

Unter der Regie von Dan Allen, der zusammen mit Sam Ashurst das Drehbuch schrieb, ist "It Came From Below" die Summe vieler Inspirationen und hat durchaus Ambitionen. Leider lässt das unterdurchschnittliche Drehbuch viel zu wünschen übrig, was zu einem verwirrenden und verworrenen Film führt. Der Film beginnt in fast völliger Dunkelheit, wenn man zusehen muss, wie eine Höhlenexpedition gehörig schief geht. Eine Gruppe von Forschern wird von etwas Unsichtbarem angegriffen. Einem Mann (Stuart Packer) gelingt die Flucht, er rennt blindlings durch die Höhle, bevor er sich selbst bewusstlos schlägt. Er überlebt irgendwie (der Film erklärt nie, wie) und wird besessen von dem, was er in der Höhle gesehen hat. Natürlich glaubt ihm niemand, und sein Name wird in Verruf gebracht. Und nach seinem Tod beschließt seine Tochter Jessie (Megan Purvis) zu beweisen, dass das Monster tatsächlich existiert und macht sich mit ein paar Freunden auf den Weg zur Höhle. Und das tun sie auch.

Dabei ist Sam (Jake Watkins), der Jessies Bruder, Stiefbruder oder Freund sein könnte. Es wird nie klar, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Er hofft, aus einem möglichen Fund Geld zu machen, und hat seine neue Freundin Joanna (Georgie Banks) mitgebracht, um mitzufahren. Der letzte in der Gruppe ist Marty (Tom Taplin), der vielleicht eine romantische Vergangenheit mit Jessie hat, vielleicht aber auch nicht. Auch hier leistet der Film keine gute Arbeit, um ihre Beziehung zu erklären. Es ist daher eine regelrechte Schande, dass die Charaktere so undefiniert sind, denn die Schauspieler, die sie darstellen, sind alle wirklich gut. Eine kompetente Besetzung, die durch ein wirklich schlechtes Drehbuch zunichte gemacht wird. Ein Drehbuch, das sie wie Idioten dastehen lässt, während sie mit weniger Ausrüstung auf Höhlenerkundung gehen, als ein Mensch zu einem Festival mitnehmen würde. Es ist, als ob der Film auf den Mangel an Erfahrung oder Vorbereitung hinweisen will, aber das wird nie zu einem wirklichen Problem für die Figuren. Ihr Problem ist das Monster in der Höhle, etwas, das außerirdisch sein könnte. Eine Idee, die nie weiter entwickelt wird als nur eine Idee. Es überrascht nicht, dass bald alles schief geht und die Protagonisten zu Gejagten werden. "It Came From Below" lässt aber dabei viel zu viel unbeantwortet: Was ist die Bedeutung der Höhlenzeichnungen? Warum haben die einen starke Halluzinationen und die anderen nicht? Warum wurde dieses Monster nicht schon früher entdeckt? Warum sind sie nicht in der Lage, aus der Höhle zu entkommen, obwohl sie so klein zu sein scheint? Warum sind die örtlichen Ranger so absolut nutzlos? Furchtbar. Es geht hier nicht darum, alle sder Phantasie des Zuschauers zu überlassen. Viel zu viel bleibt im Unklaren, was zu einer völlig unbefriedigenden Unterhaltung führt. Dennoch hat der Film auch Dinge, die Spaß machen.

Er ist gut gefilmt und der Schauplatz fühlt sich sehr "höhlenartig" an, auch wenn er in Bezug auf die Tiefe nicht überzeugen kann. Die Kreatur, die die meiste Zeit der Laufzeit im Dunkeln bleibt, sieht anständig aus und die Gore-Effekte sind ziemlich heftig. Außerdem sind die Soundeffekte in den Szenen, in denen es um Blut und Eingeweide geht, ziemlich verstörend. Wenn es eine Sache gibt, an die sich die meisten bei diesem Film erinnern werden, dann sind es die Geräusche von brechenden Knochen, sprudelndem Blut und schmerzhaften Schreien. 

4/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: White Pearl Movies

Montag, 26. Juli 2021

Milk (2008)

https://www.imdb.com/title/tt1013753/

Harvey Milk (Sean Penn) zieht Anfang der 1970er Jahre mit seinem Freund Scott Smith (James Franco) nach San Francisco und eröffnet dort im Gastro-Viertel einen Fotoshop. Es kommt zu Anfeindungen aus der Umgebung, die Harveys und Scotts Homosexualität zum Grund haben. Als Reaktion auf die homophoben Angriffe geht Milk zunehmend offensiv mit seiner Sexualität um. Sein Laden wird zum Szenelokal, das Viertel zur Hochburg der zaghaft erwachenden Schwulenbewegung und er selbst steuert direkt auf eine politische Karriere zu...

Alle reden von Toleranz, doch die Blicke bleiben. Schlendert ein homosexuelles Pärchen durch die Straßen, schaut sich verliebt in die Augen, sanft Händchenhaltend, Küsse auf die Wangen schenkend, dann beginnt das Getuschel, hinter vorgehaltener Hand, von allen Seiten. Dass auch noch heutzutage ein zutiefst auf Heterosexualität ausgerichtetes Gesellschaftsmuster als höchstes Gut der Gesellschaft deklariert wird, lässt sich als nur soziologische Niederlage erklären, die den Menschen im Umgang mit seinem Umfeld zum tumben Neandertaler erklärt. Es ist geradezu ein Armutszeugnis, wenn es einem Kraftakt gleicht, um einen Film zu zeigen, der sich mit dieser Thematik beschäftigt, um die Menschen von der Normalität dieser sexuellen Orientierung zu überzeugen. Das Biopic "Milk" ist geradezu exemplarisch für diese Aussage.

Es geht um Harvey Bernard Milk, ein US-amerikanischer Politiker der demokratischen Partei und Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung. Er war der erste offen schwule Politiker der USA. Trotz unzähliger Rückschläge bei verschiedenen Wahlen für ein politisches Amt, schaffte es Milk 1997 tatsächlich, in den Stadtrat gewählt zu werden: Ein unschätzbarer Erfolg! Regisseur Gus Van Sant hat sein goldenes Händchen bereits einige Male bewiesen, tingelte durch die tiefsten Indie-Sümpfe und schaffte es auch durchaus, im Studio-Mainstream Fuß zu fassen. Sein von Dustin Lance Black geschriebenes Biopic "Milk" steht natürlich ganz in der Tradition seiner unzähligen Vorgänger. Anders als aber andere Filme, die ihr Publikum mit einer echten Faktenflut zu erschlagen drohen oder Tatsachen verschleiern, um einen profitableren dramaturgischen Ertrag daraus erzielen zu können, folgt "Milk" einem geerdeten Strickmuster und macht über seine über 2-stündige Laufzeit immer einen angenehm schwungvoll Eindruck, ohne die eigenen Ambitionen dem blanken Effekt unterzuordnen.

"Milk" schafft es geradezu hervorragend, die private wie politische Vita des Harvey Milk unter einen Hut zu bringen, ohne in ein narratives Ungleichgewicht zu kippen. Vielmehr keimt daraus eine Symbiose der Wahrhaftigkeit, die die Persönlichkeit Harvey Milk und sein unermüdliches Engagement greifbar machen. Was natürlich nicht zuletzt an der famosen Performances des herausragenden Charakterdarstellers Sean Penn liegt. Er ruft Harvey Milk durch sein plastisches Spiel zum Leben, verklärt ihn nicht zu einer bloßen Karikatur, sondern schildert ein exzellentes Porträt, dem man sich nicht entziehen kann. Körperhaltung, Mimik und Gestik sind der Beweis dafür, dass Penn nicht umsonst als ein Method Acter der absoluten Extraklasse gilt. Aber im Allgemeinen ist Milk wirklich wunderbar gecastet: Ob James Franco, Emile Hirsch, Diego Luna, Josh Brolin oder Alison Pill, eine wirklich gut geschrieben Frauenrolle. Sie alle machen eine mehr als gute Figur und sorgen eben auch dafür, dass Milk - trotz seiner visuellen Kreativität - ein echter Ensemblefilm ist.

Man würde Harvey Milk Unrecht tun, würde man ihn nicht zum Helden erklären. Er wurde ein Sprachrohr für die Menschen, die unreflektiert in eine Schublade mit schlimmsten Sexualstraftätern geschoben wurden. Den Menschen, die keine Berufe ausfüllen durften, in denen sie als Autoritätsperson ihr Geld verdienten. Als Angehöriger der Demokratischen Partei, war es Milks Pflicht, gegen die Konservativen und ihre reaktionären Ansichten in den politischen Kampf zu ziehen. Wie Milk diesen Schlagabtausch allerdings löst, gehört zweifelsohne mit Applaus honoriert. Denn während es das Drehbuch tunlichst vermeidet, Harvey Milk zu glorifizieren, obwohl sein Sanftmut, seines Herzenswärme schon irgendwie eine schlagkräftige Einladung dazu gewesen wären, werden auch die Kontrahenten aus der Konservativen Partei niemals dämonisiert, sondern angehört, wenngleich man ihre Ideologie gewiss nicht teilen kann. Interessant ist auch die nuanciert dargebotene Figur des Dan White (gespielt von Josh Brolin), der später zur Waffe greifen und Milk erschießen wird, dessen Motive jedoch rein auf die interpretative Ebene geschoben werden.

Die letzten Worte diesen Films gebühren auch dieser Rezension: "I ask this... If there should be an assassination, I would hope that five, ten, one hundred, a thousand would rise. I would like to see every gay lawyer, every gay architect come out - - If a bullet should enter my brain, let that bullet destroy every closet door... And that's all. I ask for the movement to continue. Because it's not about personal gain, not about ego, not about power... it's about the "us's" out there. Not only gays, but the Blacks, the Asians, the disabled, the seniors, the us's. Without hope, the us's give up - I know you cannot live on hope alone, but without it, life is not worth living. So you, and you, and you... You gotta give em' hope... you gotta give em' hope." "Milk" ist grandios. Ein sensationell gespieltes, berührendes, aber niemals manipulatives Erlebnis, das sich zu einem echten Plädoyer für die Gleichberechtigung aufbäumt und dem Pathos vom Gutmenschen konsequent entsagt.

8,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Textauszüge: Wikipedia
Qutoes: imdb

Montag, 26. März 2018

The IT-Crowd, Season 01 (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0487831/

Roy und Moss sind zwei echte Computer-Geeks und bilden den I.T.-Support einer großen, aufstrebenden Firma. Als ihnen ein neuer Chef vor die Nase gesetzt wird, fürchten sie um ihr beschauliches Büroleben. Aber es kommt noch viel schlimmer: Ihr neuer Boss ist eine Frau – und hat null Ahnung von Computern!

http://www.imdb.com/title/tt0609853/
1.1. Schnee von gestern (Yesterday’s Jam)
Jen soll die neue Leiterin der IT-Abteilung bei Reynholm Industries werden. Zu dumm nur, dass sie absolut keine Ahnung von Computern hat. Doch Jen schafft es beim Vorstellungsgespräch ihren Chef Denholm zu überzeugen und bekommt den Job. Im Keller, Sitz der IT-Zentrale, angekommen, trifft sie auf die Computerfreaks Roy und Moss, die sofort merken, dass Jen keinen blassen Schimmer von der Materie hat. Wenig angetan von der neuen Chefin, merken Roy und Moss jedoch bald, dass Jen sie aus ihrer sozialen Isolation helfen könnte. Und so raufen die drei sich zusammen, um eine Party für die Belegschaft zu schmeißen. Doch Roy und Moss waren zu lange allein im Keller, und so verläuft die Party alles andere als geplant. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0609850/
1.2. Die Stressmaschine (Calamity Jen)
Denholm hat für seine Angestellten ein Anti-Stress-Seminar angeordert. Und die Regeln sind eindeutig: Wer nicht teilnimmt, oder seinen Stress nicht abbauen kann ist gefeuert. Für Jen ist jedoch klar, die roten Pumps im Schuhladen sind wichtiger. So stiehlt sie sich davon und gefährdet nebenbei auch noch eine wichtige Firmenfusion. Denholm ist deshalb so sauer auf Jen, dass sie nur noch ein bestandener Test am 'Stressometer' vor der Kündigung retten kann. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0609849/
1.3. Roy, der Mistkerl (50/50)
Roy hat ein Date mit Patricia, der Empfangsdame von Reynholm Industries, und es scheint tatsächlich gut zu laufen. Doch dann schmiert sich Roy versehentlich Schokolade an die Stirn und Patricia ist entsetzt über den braunen Streifen an seiner Stirn. Jen hat unterdessen Daniel kennen gelernt, den Security-Mann der Firma, der sie jedoch auf ein Überraschungs-Date vertröstet. Als sie abends Zuhause wartet, bekommt sie einen Anruf von Chris Tarrant, dem Moderator von 'Wer wird Millionär', da sie als Anruf-Joker für Daniel antreten soll. Als Jen tatsächlich angerufen wird um Daniel zu helfen, vermasselt sie es jedoch und wird zum Gespött der Firma. Doch Daniel gibt Jen noch eine Chance und geht mit ihr essen. Und auch Roy hat ein neues Date, zu dem er mächtig aufgepimpt geht, in der Annahme, dass Frauen nur auf Mistkerle stehen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0609852/
1.4. Die verbotene Tür (The Red Door)
Jen möchte endlich der Unordnung in der IT-Abteilung den Kampf ansagen und hofft dabei auf die Unterstütung von Roy und Moss. Doch die fühlen sich pudelwohl und denken nicht daran Jen zu helfen. Als die dann auch noch einen Raum entdeckt, der durch eine rote Tür verschlossen ist, fragt sie Roy und Moss, was sich dahinter verbirgt. Doch die reagieren ausweichend und warnen Jen nur, dass sie den Raum nicht betreten soll. Doch Jen ist dadurch nur noch neugieriger geworden und nutzt die Gelegenheit, als Roy und Moss kurzzeitigig ihre Plätze verlassen müssen. Die Überraschung ist groß, als sie einen klimatisierten Raum vorfindet in dem der Großrechner der Firma steht. Doch Jen entdeckt auch noch Richmond, einen Gruftie, der seit vier Jahren den Rechner bewacht. Er wurde damals von Denholm in den Raum verbannt, nachdem er bei ihm in Ungnade gefallen ist. Jen beschließt, sich Richmond anzunehmen und ihn aus seinem 'Gefängnis' zu befreien. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0609851/
1.5. Die Super-Lüge (The Haunting Of Bill Crouse)
Jen hat ein Date mit einem gewissen Bill, das in einer Katastrophe endet, weil Bill sich total daneben benimmt. Jen will daraufhin nichts mehr mit Bill zutun haben und bittet Moss ihn abzuwimmeln, falls er vorbeikommen sollte. Als Bill kurz darauf auch bei Moss auftaucht, versucht er krampfhaft ihn loszuwerden. Doch Bill bleibt hartnäckig, woraufhin Moss nichts besseres einfällt, als zu erzählen, dass Jen gestorben sei. Bill verbreitet die Nachricht daraufhin sofort in der gesamten Firma, mit dem Zusatz, dass er der letzte war, der mit Jen geschlafen hat. Bestürzt von der Nachricht, dass Jen tot ist, wird für sie eine Tauerfeier abgehalten, auf der Denholm eine etwas merkwürdige Rede hält. Und just in dem Moment platzt Jen herein. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0609848/
1.6. Besuch von Tante Irma (Aunt Irma Visits)
Bei Reynholm Industries steht eine Firmenfeier für die Belegschaft an. Da Denholm alle Abteilung lobt, nur die IT-Abteilung übergeht, beschließen Moss und Roy jedoch die Party zu boykottieren. Unterdessen haben sie unter Jen zu leiden, die ihre 'Tage' hat. Doch die zwei werden dadurch so sensibilisiert, dass auch sie ihre 'Tage' bekommen. Völlig hilflos suchen Roy und Moss daraufhin Hilfe im Internet, doch die Resonanz auf ihr Problem ist alles andere als Positiv. So beschließt Jen ihren Kollegen mit einem Mädels-Abend zu helfen. Und es scheint auch tatsächlich etwas zu bringen. Doch Roy hat schon bald genug von dem Übermaß an Romantik und will viel lieber mit Jen und Moss auf die Firmenfeier gehen. - 8,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Serienjunkies
Poster/Artwork: Talkback Thames

Freitag, 6. September 2019

It: Chapter Two - Es: Kapitel 2 (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7349950/

27 Jahre sind vergangen, seit sich mehrere Kinder in der Kleinstadt Derry einem Monster in den Weg stellten und es scheinbar besiegten. Als Derry erneut von einer Mordserie heimgesucht wird, dämmert dem als Bibliothekar arbeitenden Mike Hanlon (Isaiah Mustafa), dass ES zurück ist und er beschließt, seine einstigen Freunde vom Club der Verlierer anzurufen. Sie alle haben Derry längst den Rücken gekehrt und erinnern sich nicht einmal mehr daran, was damals passiert ist. Doch als Bill Denbrough (James McAvoy), Beverly Marsh (Jessica Chastain), Ben Hanscom (Jay Ryan), Richie Tozier (Bill Hader), Eddie Kaspbrak (James Ransone) und Stanley Uris (Andy Bean) den Anruf von Mike erhalten und von ihm an ein altes Versprechen erinnert werden, wissen sie, dass sie aus irgendeinem Grund zurück nach Derry müssen. Bevor sie jedoch erneut den Kampf mit dem meist in Form des sadistischen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auftretenden ES aufnehmen können, müssen sie sich erst einmal daran erinnern, was in ihrer Vergangenheit passiert ist…

Eine Verfilmung von Stephen Kings möglicherweise berühmtestem Roman "Es", der (gemeinsam mit seiner Miniserienadaption von 1990) massenhafte Coulrophobie in einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen auslöste, konnte nie ein leichtes Unterfangen werden. Mit über 1000 Seiten, mehreren Hauptfiguren, einer komplexen Mythologie und zwei ineinander verwobenen Zeitsträngen, die 27 Jahre auseinanderliegen, ist er eine Herausforderung an jeden Drehbuchautor. Es geschah daher nicht ohne Grund, dass die erste Adaption ein TV-Zweiteiler wurde. Auch der ursprüngliche Regisseur und Autor der Kinofassung, Cary Joji Fukunaga, entschied sich für eine Aufteilung in zwei Filme. Fukunaga ging nach unüberbrückbaren kreativen Differenzen mit Warner Bros., seine Idee wurde jedoch beibehalten und vom Regisseur Andy Muschietti und Autor Gary Dauberman umgesetzt. Die natürliche Aufteilung bot sich durch die zwei Timelines im Roman an. Während der erste Film einzig und alleine den Kindern bei ihrem Kampf gegen Pennywise folgte, konzentriert sich "Es: Kapitel 2" auf die erwachsenen Verlierer 27 Jahre später. Dabei nähert sich der zweite Film der Erzählstruktur des Romans mehr an, indem er die gegenwärtige Handlung mit den Flashbacks verbindet.


Insofern ist "Es: Kapitel 2" einerseits keine klassische Fortsetzung, sondern vielmehr eine organische Fortführung und der Abschluss einer sehr ambitionierten Adaption eines Monumentalwerks der Horrorliteratur. Andererseits folgt der Film aber auch dem typischen Sequel-Motto Hollywoods: größer, länger, blutiger. Schaut man sich viele Horrorklassiker an, dann merkt man, dass sich gerade in dem Genre der Ansatz "weniger ist mehr" bewährt hat. Andy Muschietti hält offenbar nicht viel davon. Bei ihm heißt es: "Viel mehr ist mehr." Und das ist leider gar nicht gut, denn hier geht viel an Substanz und Subtilität verloren.

Nach dem durchschlagenden Kassenerfolg des ersten Films erhielt Muschietti ein deutlich größeres Budget für das zweite Kapitel und das lässt er die Zuschauer nie vergessen, indem er ein Tsunami an groß angelegten Monster- und Horroreffekten auf der Leinwand entfesselt. Seine Vorliebe dafür, das Grauen in all seiner ekelerregenden Schaurigkeit explizit zu zeigen, merkte man bereits seinem Debüt "Mama" und dem ersten "Es" an, doch in "Es: Kapitel 2" darf er sich wirklich nach Herzenslust austoben. Er flutet die Leinwand buchstäblichen mit Blut, lässt Pennywise alle möglichen, zum Teil überdimensionalen Formen annehmen (auch der berühmt-berüchtigten Spinne wird Tribut gezollt) und schafft einige bemerkenswerte Szenen, allen voran in einem Spiegelkabinett auf dem Jahrmarkt des Horrors. Dass dabei ein CGI-Overkill aufkommt scheint ihn wenig zu stören. Die Gruselmomente sind zwar böser und zuweilen auch deutlich härter als im ersten Teil, doch nach einer Weile wirkt die Effekthascherei auch ein wenig redundant und ermüdend, und man sehnt sich nach wirklichem Grusel und dichterer Atmosphäre, die unter die Haut geht. Diese lässt der Film leider zugunsten der teuersten Geisterbahn der Filmgeschichte vermissen. Wo in "Es" noch richtige Schockmomente auftraten, die das ganze Kino aufschrecken ließen (Beverly im Bad), kann man hier jeden einzelnen Gruselmoment vorhersehen. Damit entfaltet "Es: Kapitel 2" beiweitem nicht die Kraft, die sein Vorgänger noch so wunderbar inne hatte. Auf eine gewisse Weise ist der Film gerade in dieser Hinsicht aber einzigartig, denn er beantwortet die Frage, wie ein Horrorfilm aussehen würde, wenn die Macher ein riesengroßes Budget und kaum Einschränkungen auferlegt bekommen. Man stelle sich einen "Nightmare On Elm Street"-Film und dessen Regisseur vor, welcher ein Blockbuster-Budget für die Umsetzung von Freddys Albtraumszenarien hatte. Denn an Wes Cravens Traum-Killer erinnern die Auswüchse des Pennywise-Horrors am meisten, da auch der Clown konfrontiert seine Opfer mit ihren größten Ängsten und Unsicherheiten, und ernährt sich von deren Angst, bevor er sie umbringt.

Die Zweiteilung der Verfilmung war wahrscheinlich der einzig sinnvolle Weg einer Umsetzung für die Leinwand, bringt aber auch einen Nachteil für den zweiten Film mit sich. Die Coming-of-Age-Geschichte der Kinder ist inhärent interessanter und für viele Zuschauer nachempfindbarer als die Geschichte der Erwachsenen. Das war schon in der Romanvorlage und der TV-Adaption der Fall. Filme wie "Die Goonies" und "Stand By Me", oder auch die von ihnen aber auch von Stephen Kings inspirierte Netflix-Serie "Stranger Things" erfreuen sich anhaltender Beliebtheit und eines Kultstatus, weil die Zuschauer sich dadurch in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlen, eine Zeit unkomplizierter Freundschaften, Abenteuer und Herausforderungen des echten Lebens, die man gemeinsam bewältigte und an denen man wuchs. Seit jeher finden diese Geschichten großen Anklang. "Es: Kapitel 2" bringt zwar die jungen Darsteller des Vorgängerfilms in clever eingebundenen Flashbacks zurück, sie spielen jedoch eine deutlich untergeordnete Rolle. War der erste Film nur vordergründig Horror, funktionierte jedoch noch besser als Coming-Of-Age-Drama, beschäftigt sich das zweite Kapitel mit Traumabewältigung und -aufarbeitung, tendiert aber dabei noch mehr zum echten Genrekino. Das wird sicherlich die Zuschauer freuen, denen "Es" zu zahm war. Der neue Film ist in jeder Hinsicht erwachsener, fieser und teilweise auch härter, lässt jedoch die verträumte Magie von Teil 1 jedoch schmerzlich vermissen. Dafür sind zwei Cameos (eine von Stephen King persönlich und von Brandon Crane, der im originalen TV-Film den jungen Ben Hanscom spielte), umso schöner anzusehen.

Immerhin sind die Hauptrollen der erwachsenen Verlierer extrem passend besetzt. Bei jedem der Darsteller kauft man sofort ab, dass sie die erwachsene Version ihres jeweiligen Charakters sind. Das wird erst recht durch die Rückblenden verdeutlicht, die jede Figur einzeln erlebt. James McAvoyund Jessica Chastain sind natürlich die ganz großen Stars im Cast, doch die wirklich herausragende und in einer fairen Welt Oscar-würdige Darbietung liefert hier Bill Hader als Richie ab. Er ist der vielschichtigste Charakter des Films, der die größte Entwicklung durchmacht. Er sorgt einerseits für die heiteren Momente des Films, aber auch für seine emotionalsten. Seine Chemie mit James Ransone als Eddie, die möglicherweise über reine Freundschaftsgefühle hinausgeht, ist spürbar. Jessica Chastain, die bereits in Muschiettis "Mama" mitgespielt hat, hat auch einige sehr kraftvolle Momente, die sich in Bevs Vorgeschichte und Sophia Lillis' brillante Performance im letzten Film gut einfügen. Dafür schwankt die Performance des in der Regel sehr zuverlässigen James McAvoy als Bill etwas gewöhnungsbedürftig zwischen teilnahmslos und manisch, sodass man als ein Kind in dem Film, das er vor Pennywise zu beschützen versucht, vor ihm noch deutlich mehr Angst haben könnte. Dass sein Charakter, der natürlich stellvertretend für King selbst steht, ein Schriftsteller ist, der oft Schwierigkeiten mit den Enden seiner Romane hat, ist eine nette Meta-Note, die jedoch spätestens durch dessen Cameo mit dem Vorschlaghammer ausgereizt wird.

Erfreulich ist, dass Bill Skarsgård in dem Film als Pennywise, der tanzende Clown, mehr Screentime und vor allem noch mehr Spaß in der Rolle hat. Dagegen fühlt sich sein Auftritt im ersten Film fast schon zaghaft und zurückhaltend an. In der Fortsetzung darf der Clown herrlich ausgelassen böse sein, wenn er mit den Verlierern spielt, sie verhöhnt und heimsucht. Der erste Kampf hat nicht nur ihnen seine Spuren hinterlassen, sondern auch bei Pennywise, der die Sache sehr persönlich nimmt. Skarsgård schafft gekonnt den Spagat zwischen furchterregend, verspielt, schwarzhumorig und, wenn die Geschichte es verlangt, verängstigt.


Mit knapp 170 Minuten gehört "Es: Kapitel 2" zu den längsten Horrorfilmen aller Zeiten und die Laufzeit macht sich gerade im letzten Akt leider bemerkbar. Der Film ist nicht langweilig, keineswegs, doch es schleichen sich Längen ein, die man spürt. Die Vorlage ist natürlich sehr umfangreich, und das Duo Muschietti/Dauberman versucht, ihr möglichst gerecht zu werden. Ein Film wie dieser kann seine epische Länge durchaus rechtfertigen, es hapert allerdings an dem Flow und der Verteilung des Tempos. Zwar wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig, weil der Regisseur in regelmäßigen Abständen in das Gruselkabinett einlädt und die Schauereffekte herabprasseln lässt, doch zugleich zieht sich der knapp dreiviertelstündige Showdown und zerrt am Geduldsfaden.

Viel lieber hätte man dann restrospektiv mehr Zeit mit den Verlierern zusammen verbracht, deren bester Moment das Wiedertreffen im chinesischen Restaurant ist. In dieser Szene entfaltet sich die Dynamik der Gruppe, indem alte Freundschaften wie aus einem lange vergessenen Traum wieder erwachen. Leider schickt der Film die Charaktere danach getrennter Wege und bringt sie erst richtig zum überlangen Finale wieder zusammen, das jedoch mehr mit Effekten als mit den Figuren beschäftigt ist. Kurios ist dabei, dass der Film sich zwar als zu lang anfühlt, man zugleich aber auch merkt, dass hier und da etwas fehlt und die Übergänge manchmal holprig sind. So erhält man beispielsweise anfangs kurze Einblicke in die privaten Probleme von Bill und Beverly, diese werden jedoch nie wieder aufgegriffen. Vielleicht wird die von Muschietti versprochene Langfassung bzw. der Supercut der beiden Kapitel für das optimale Tempo sorgen. Unterm Strich ist "Es: Kapitel 2" nach guter, alter Hollywood-Manier größer, böser, härter und ambitionierter: getreu dem bewährten Sequels-Credo bringt "Es: Kapitel 2" die Adaption von Stephen Kings Horrorepos zu einem zufriedenstellenden Abschluss. Doch auch mit einem sichtlich größeren Budget, ausgefallenen Effekten und einem namhaften Cast, aus dem Bill Hader mit einer fantastischen, vielschichtigen Performance herausragt, reicht der Film nicht im Ansatz an seinen magisch verträumten Vorgänger und dessen Sensibilität heran. Insbesondere im letzten Akt seiner fordernden 170-minütigen Laufzeit schleichen sich spürbare Längen ein. Dennoch sind beide Filme zusammen ein tatsächlich grandioses Erlebnis eines King-Romans - so wie er sein sollte. Dass das zweite Kapitel nun etwas hinter dem großartigen ersten Teil deutlich hinterherhinkt, könnte man auf den CGI-Overkill und den Mangel an Sensibilität schieben. Und dennoch ist es äußerst unterhaltsam, zusammen mit den Verlierern nach Derry zurück zu kehren.

7/10

Die 4K Ultra HD Blu-ray gibt es von WARNER und exklusiv bei amazon.de in einem limitiertem Steelbook, welches auch die Blu-ray beinhaltet.

Donnerstag, 25. April 2019

Married With Children - Eine schrecklich nette Familie, Season 04 (1990)

https://www.imdb.com/title/tt0092400/

In der vierten Staffel wurde das erste Mal in der Episode "Staatlich geprüfte Hausfrau" dem vorher schweigsamen Haushund Buck eine menschliche Stimme (als Voice-over) verliehen. In der Folge "Frohe Weihnacht – Teil 2" hat Ted McGinley, der ab der 5. Staffel Marcys neuen Ehemann Jefferson spielt, seinen ersten Auftritt als Peggys Idealehemann Norman Jablonsky. Ab dem Zweiteiler Las Vegas ist Marcys Ehemann, Steve (David Garrison), nicht mehr zu sehen. Er verließ die Serie, um seine Karriere am Broadway weiter zu verfolgen. Allerdings hat er noch einige Gastauftritte in späteren Staffeln. Vor seinem Ausscheiden aus der Serie hat man ihn noch abstürzen lassen. Er verliert seinen Job als Banker, bleibt eine Zeit lang arbeitslos und wird verhaftet, weil er versehentlich eine Salzwasserschildkröte getötet hat. In der Folge 6 – "Her mit den kleinen Französinnen" hat Milla Jovovich eine Gastrolle als französische Austauschschülerin, die dank Kellys (absichtlicher) "Hilfe" in allen Fächern (sogar Französisch) durchfällt. Als Bud sie heimlich beim Ausziehen beobachten will, erklärt sie ihm, dass es ihr egal ist, ob er sie nackt sieht. Sie hat Sex mit Bud und bescheinigt ihm große Liebhaberqualitäten. In der Folge 18 "Die Freuden der Rache" ist Tiffani-Amber Thiessen Objekt von Buds Racheplänen. In der Episode "Miss Faltblatt" verscherbelt Peggy die über Jahre archivierten Playboyhefte von Al, um sich einen Glücksbringer zu kaufen. Weil Al dies nicht verhinderte, erscheint ihm der Geist seines Vaters, der ihm die Meinung geigt. Einen Gastauftritt in dieser Folge hat das Playmate Brandi Brandt.

https://www.imdb.com/title/tt0807689/
4.1 Das Barbecue (Hot Off The Grill)
Al verkündet das alljährliche Bundy-Barbecue. Er lädt Steve und Marcy unter einer Bedingung ein: Sie müssen das Essen für alle mitbringen. Die beiden kommen gerade mit einer Urne zurück, in der die Asche der verstorbenen Tante Tuney aufbewahrt wird. Als Peggy den Grill umstößt, verweht die Asche vom Vorjahr – und die ist nötig für gute Hamburger. Also schickt sie ihre Kinder los, Asche aus der Nachbarschaft zu besorgen. Was liegt für Kelly dabei näher als die Urne Tante Tuneys? - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0642253/
4.2 Tote turnen nicht (Dead Men Don’t Do Aerobics)
Peggy und Marcy sitzen vor dem Fernseher und erleben eine Überraschung: Peggy hat zwei Wochen persönliches Fitnesstraining mit TV-Star Jim Jupiter, dem "gesündesten Mann von Chicago", gewonnen. Kurz darauf nimmt Jim Jupiter seine Arbeit im Hause Bundy auf – mit überraschendem Ergebnis: Das Training verändert nicht Peggy, sondern Jim. Der "gesündeste Mann von Chicago" ernährt sich schon bald nur noch mit Fett und Zucker. In seiner nächsten Sendung stirbt Jim an einem Herzanfall. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642234/
4.3 Wochenende im Wald (Buck Saves The Day)
Aufschneider Bud hat den Kindern erzählt, sein Vater Al sei der Urgroßenkel eines berühmten Waldläufers und Trappers. Daraufhin belagern die Kinder so lange das Bundy-Haus, bis Al mit ihnen ein Wochenende im Wald verbringt. Im Wald erzählt Al eine Räuberpistole nach der anderen. Dann bekommen die Kids Hunger. Und nun fällt dem legendären Waldläufer-Urgroßenkel ein, dass er den Proviant vergessen hat. Dass sich der geniale Trapper auch verlaufen hat, macht die Lage nicht besser. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642420/
4.4 Zahnweh (Tooth Or Consequences)
Al geht es wie vielen Männern: Er hat Angst vor dem Zahnarzt. Als er wieder einmal eines Nachts vor Schmerzen nicht schlafen kann, hält Peggy es nicht mehr aus. Sie besorgt ihm einen Termin beim Zahnarzt. Während der Behandlung erhält der Arzt einen Anruf von seiner Ex-Frau: Er muss seinen Ferrari und seine Corvette abliefern. Seine Wut lässt er anschließend an Als Gebiss aus. Der Arme kommt mit bandagiertem Kiefer nach Hause – und ausgerechnet heute hat Peggy mal gekocht. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642283/
4.5 Klein aber mein (He Ain’t Much, But He’s Mine)
Beim Friseur diskutieren die Frauen über Sex und Ehemänner. Alle jammern, nur die blonde Ginger findet Ehemänner wunderbar – solange sie mit einer anderen verheiratet sind. Als sie ihren Lover beschreibt, wird allen klar: Ginger hat eine Affäre mit Al Bundy! Peggy versucht mit allen Mitteln, ihren Al zurückzugewinnen. Dabei sind die Kinder Bud und Kelly nicht gerade eine Hilfe: Die beiden machen Vorschläge für Alternativ-Väter – nur für den Fall, dass sich Peggy scheiden lässt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642268/
4.6 Her mit den kleinen Französinnen (Fair Exchange)
Um das Familienbudget aufzubessern, beschließen die Bundys, eine Austauschschülerin aufzunehmen. Kelly freut sich auf eine „große Schwester“, Bud auf eine hübsche, junge Französin in "greifbarer" Nähe. Am ersten Schultag gibt Kelly der schüchternen Yvette noch Tipps, wie sie Bekanntschaften machen kann. Doch bald ist Yvette der Star der Schule: Alle Jungs schwärmen für die kleine Französin. Kelly, die von den Jungs nicht mehr beachtet wird, sinnt verzweifelt auf Rache. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642255/
4.7 Miss Faltblatt (Desperately Seeking Miss October)
Al will Steve die tollste Miss Oktober in seiner Playboy-Sammlung zeigen, da stellt sich zu seinem Entsetzen heraus, dass Peggy alle Hefte verscherbelt hat. Al, der die Sammlung von seinem Vater geerbt hat, wird daraufhin von dessen Geist heimgesucht. Der Geist seines Vaters befiehlt ihm, die Hefte von Peggy zurückzuverlangen. Die Augen aller Männer im Himmel seien auf ihn, Al Bundy, gerichtet. Und diese Bürde macht selbst einem Mann mit Al Bundys Selbstbewusstsein zu schaffen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642202/
4.8 Al wird Unternehmer (976-shoe)
Weil Bud und Kelly die Telefonrechnung in astronomische Höhen getrieben haben, sind die Bundys finanziell am Ende: Sämtliche Kreditkarten wurden gesperrt, nichts geht mehr. Als Al von einem Kunden wegen Fußproblemen angerufen wird, kommt ihm die Idee mit der „Telefonberatung für Fußprobleme“. Einen Geschäftskredit von 50.000 Dollar bewilligt ihm Steve, der in seiner Bank durch die guten Abschlüsse eine Reise nach Hawaii gewinnen will. Wenig später ist Steve seinen Job los. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0642339/
4.9 Der Sparstrumpf (Oh, What A Feeling)
Als Wagen gibt endgültig seinen Geist auf. Er beschließt, einen neuen anzuschaffen. Darauf spart er nun schon seit zehn Jahren. Die angesparten 5000 Dollar sind in einem Schuhkarton im Garten vergraben. Leider ist ihm Peggy zuvorgekommen: In dem Karton befinden sich jetzt nur noch 800 Dollar. Dafür hat Peggy eine andere Idee: Sie schickt Al zu einem Gebrauchtwagenhändler, den sie persönlich kennt. Dieser dreht Al schließlich einen Wagen an, der verdächtig seinem alten gleicht. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642224/
4.10 Der Aussteiger (At The Zoo)
Wegen des letzten Bundy-Kredits muss Marcy in ihrer Bank wieder als Kassiererin arbeiten. Steve ist arbeitslos. Er sollte sich einen Job suchen, geht aber lieber mit den Bundys in den Zoo. Dort sieht er eine Schildkröte, die ihm Leid tut. Währenddessen wird Marcy, die einen Bankräuber überwältigt hat, angeschossen. Dafür erhält sie 25.000 Dollar Belohnung. Exakt die Summe, gegen die Steve, der die Schildkröte im Lake Michigan ausgesetzt hat, auf Kaution freikäme. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642303/
4.11 Frohe Weihnacht (1) (It’s A Bundyful Life (1))
Es ist Weihnachtszeit. Al hat diesmal Geld für Geschenke gespart – das hebt die Laune der Familie. Ganz anders sieht es bei Marcy aus: Sie ist enttäuscht, weil Steve das Fest bei seiner Mutter verbringt. Als Al sein Geld von der Bank holen will, rückt Marcy es nicht heraus. Sie hat sich während der Weihnachtsfeier in der Bank betrunken. Al versucht, Geld mit einem Kinderhort zu machen. Weil er die Kids fesselt, nehmen ihm die Mütter das Geld ab. Wieder steht er ohne Geld da. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642304/
4.12 Frohe Weihnacht (2) (It’s A Bundyful Life (2))
Wieder einmal hat sich Al sich als Versager entpuppt, weil er kein Geld für Weihnachtsgeschenke aufgetrieben hat. Peggy, Kelly und Bud verlassen enttäuscht das Haus und gehen ohne ihn essen. Als Al versucht, seine Weihnachtslichter anzuschalten, erhält er einen starken Stromschlag. Als er wieder zu sich kommt, steht ein Penner bei ihm, der behauptet, sein Schutzengel zu sein. Al glaubt ihm nicht – bis sein Schutzengel ihm das Leben seiner Familie vorführt, wie es ohne ihn wäre. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0807694/
4.13 Do it yourself (Who’ll Stop The Rain)
Ein fürchterliches Unwetter hat das Haus der Bundys schrecklich zugerichtet. Am schlimmsten hat es das Dach erwischt. Handwerker sind unbezahlbar, wie jeder weiß. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich Al weigert, einen solchen zu holen. In ihm ist ein ganz besonderer Sportsgeist erwacht: Was kann schon ein Handwerker, was er, Al Bundy, nicht kann? Er macht sich voller Elan daran, das Haus wieder auf Vordermann zu bringen. Peggy traut ihren Augen nicht. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0642209/
4.14 Eine haarige Angelegenheit (A Taxing Problem)
Auch rechtschaffene Bürger bekommen das Gruseln, wenn die Steuerfahndung anrückt. Und diesmal erwischt es Al Bundy und seine Familie: Die Steuerfahndung sitzt dem Schuhverkäufer im Nacken, weil die Zahlen Al Bundys und die der Finanzbehörde um runde 5000 Dollar differieren. Wie soll man bloß auf die Schnelle diese enorme Summe auftreiben? Schließlich hat das Verkaufsgenie Al Bundy die Idee seines Lebens: Er wird einfach die roten Haare seiner Ehefrau Peggy verscherbeln. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642363/
4.15 Das Model (Rock And Roll Girl)
Nach langen Jahren des Frustes hat Al Bundy es endlich satt: immer nur Schuhe verkaufen und zu Hause das Geld abliefern! Dafür gibt es nicht mal ordentliches Essen – nur Sex mit Ehefrau Peggy. Al will nicht länger das alleinige Arbeitspferd der Familie sein. Er schickt seine gesamte Familie auf Arbeitssuche; sie sollen endlich auch etwas beisteuern zum Familienbudget. Während er wenig Hoffnung hat, erhält zu seiner Verblüffung ausgerechnet Kelly eine Rolle in einem Videoclip. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642440/
4.16 Las Vegas (1) (You Gotta Know When To Fold ‘em (1))
Niemand hätte es für möglich gehalten, aber nun wird das Unwahrscheinliche wahr: Al Bundys Nachbar Steve verlässt seine Frau Marcy. Natürlich ist die Arme völlig fertig. Während Steve zum Penner verkommt, überredet die stets mitfühlende Peggy ihre Nachbarin zu einer kleinen Abwechslung: einem Urlaub in Las Vegas zu zweit. Doch schon bald sind Gatte Al und die Kinder den beiden Ausreißerinnen auf den Fersen. Dadurch entwickelt sich der Urlaub im Spielerparadies anders als gedacht. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642439/
4.17 Las Vegas (2) (You Gotta Know When To Fold ‘em (2))
Al Bundy und die Kinder Kelly und Bud haben sich auf die Socken gemacht, um Peggy und Marcy, die zuvor von ihrem Mann Steve verlassen worden ist, in Las Vegas aufzuspüren. Doch sie kommen ein wenig zu spät: Die beiden Frauen haben bereits ihr ganzes Geld verloren. Weil auch Al ziemlich blank ist, gibt es nur einen Weg, um wieder zu Geld zu kommen: Al muss es zurückgewinnen. Dies versucht er aber nicht am Spieltisch – sondern indem er zu einer Profiringerin auf die Matte steigt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642431/
4.18 Die Freuden der Rache (What Goes Around Comes Around)
Semestereröffnungsball: Endlich sieht Bud die Chance gekommen, sich an Heather McCoy zu rächen. Sie hatte einst Buds Unterwäsche an einen Fahnenmast gehängt. Leider hat Bud auch diesmal das Nachsehen. Auf dem Ball gibt es aber noch eine andere Attraktion: Weil der Festredner abgesagt hat, wird Al gebeten, die Vorstellung des „Besten Footballers“ zu übernehmen. Al nimmt seine Rolle als Redner sehr ernst. Er verfasst einen Appell an alle Schüler – auf keinen Fall zu heiraten. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642346/
4.19 Wer trifft mehr? (Peggy Turns 300)
Peggys Geburtstag steht an, und sie hofft sehr, dass sich Al etwas Besonderes ausdenkt. Doch Al will mit ihr zum Bowling: Er hat für diesen Tag, an dem er Mr. Weavers Rekord brechen will, wochenlang trainiert. Während er auf der einen Bahn loslegt, amüsiert sich Peggy an einer anderen Bahn – und bowlt einen Strike nach dem anderen. Tatsächlich gelingt es Al, Weavers Rekord zu brechen, doch Peggy sorgt für die eigentliche Überraschung des Abends. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642344/
4.20 Staatlich geprüfte Hausfrau (Peggy Made A Little Lamb)
Peggy will endlich ihren Highschool-Abschluss nachholen. Damals fehlte ihr nur die Prüfung in Haushaltsführung. Um sich darauf vorzubereiten, sucht sie sich Kellys Klasse aus. Die Prüfung besteht nun darin, eine bestimmte Mahlzeit zuzubereiten. Kelly erwischt den Wackelpudding, Peggy muss Lammschultern anrichten. Beide arbeiten die ganze Nacht. Als alles fertig ist und die Köchinnen erschöpft ins Bett fallen, wacht Al auf – mit einem großen Heißhunger. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642355/
4.21 Das Wettermädchen (Raingirl)
Es kommt nicht alle Tage vor, aber diesmal ist es so weit: Al Bundy erlebt einen persönlichen Triumph. Der geplagte Schuhverkäufer hat sich eine Gehaltserhöhung von sage und schreibe fünf Dollar pro Woche erkämpft. Als er zu Hause stolz seinen Sieg verkündet, ist seine Freude nur von sehr kurzer Dauer: Töchterchen Kelly zerstört nämlich seinen Triumph mit der Ankündigung, sie werde als TV-Wetterfee 1000 Dollar verdienen – ebenfalls pro Woche. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642387/
4.22 Die Liebesnacht (The Agony Of Defeet)
Marcy zahlt den Bundys 25 Dollar in der Woche, um auf ihrer Couch nächtigen zu können. Kelly passt das gar nicht: Jedes Mal, wenn sie einen Verehrer mit nach Hause bringt, verdirbt ihr die griesgrämige Marcy den Spaß. Um es ihr heimzuzahlen, platziert Kelly ihren Bruder Bud in Marcys Arme, so dass sie am nächsten Morgen annehmen muss, sie habe eine wilde Liebesnacht mit ihm verbracht. Marcy ist entsetzt, zumal sie nach einer Flasche Wein keine Erinnerung an die Nacht hat. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642434/
4.23 Ausverkauf (Yard Sale)
Al Bundy hat es nicht leicht: Wieder einmal sind der konsumsüchtigen Peggy beim Einkaufen sämtliche Gäule durchgegangen. Peggy hat alle Flohmärkte der Umgebung abgegrast – und so wie es aussieht auch aufgekauft. Alles Reden, Bitten und Befehlen nützt nichts. Nun beschließt Al, zu einer drastischen Gegenmaßnahme zu greifen: Er veranstaltet selbst einen Flohmarkt. Dass das nicht ganz ohne Probleme abgeht, ist bei dem „Verkaufsgenie“ wirklich kein Wunder. - 8/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Serienjunkies
Poster/Artwork: ELP Communiations/Columbia Pictures

Donnerstag, 13. April 2023

Set It Off (1996)

https://www.imdb.com/title/tt0117603/

Die vier Freundinnen Stony (Jada Pinkett Smith), Cleo (Queen Latifah), Tisean (Kimberly Elise) und Frankie (Vivica A. Fox) sind zusammen in einem Armenviertel von L.A. aufgewachsen und hatten es nie besonders leicht im Leben. Mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs können sie sich knapp über Wasser halten, doch die Vier sind sich einig, dass es so nicht lange weitergehen kann. Kurzerhand nehmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand und überfallen eine Bank. Der erste Coup gelingt und bald folgen weitere, so dass es nicht lange dauert, bis die Polizei den Frauen auf die Spur kommt. Obwohl sie wissen, dass Detective Strode (John C. McGinley) vom LAPD ihre Identität längst kennt, planen sie einen letzten großen Coup... 

Der Regisseur F. Gary Gray zeigte schon 1996 mit dem Heist-Drama "Set It Off", sein grosses Talent für intensive Action. Zudem ist  "Set It Off" ein emanzipierter Film, in dem Frauen die Parts der ansonsten eher männlichen und arche-typischen Protagnisten übernehmen. Der Aufbau der Geschichte ist dennoch nicht ganz so dramatisch und auch einer größeren der Kritikpunkte. Die Situation der Protagonistinnen wirkt niemals so hoffnungslos und wenn dann hoffnungslos konstruiert, als dass sie auf einmal zu toughen Bankräuberinnen werden. Queen Latifa wurde ihrer Physis entsprechend in die männliche "I don’t give a fuck about anything"-Rolle gedrängt und ist damit sogar halbwegs glaubwürdig. Aber klischeebehaftetete Rollen, auch wenn diese durch eine Frau gespielt wird, helfen dem Verständnis auch nicht weiter.

Einerseits sind die Beweggründe der Damen also äusserst fadenscheinig, andererseits ist eine Planung schlicht nicht vorhanden. Klar, dies macht ja auch den Charme des Films aus - neben der tollen 90er Jahre Musik - dass hier 4 Personen, welche höchstens zum Arbeiten aus ihrem Block kommen, sich spontan dazu entscheiden das böse System um ein paar Dollar zu erleichtern. Vergnüglich inszeniert ist "Set It Off" jedenfalls und sorgt neben vielen Reisbrett-Szenen auch für manchen Lacher. Der tolle Cast sorgt für gute Unterhaltung und John C. McGinley als knallharter Cop mit Vorurteilen, bringt gerade zu Beginn ekligen Spass. Leider fehlt es den Figuren aber an einer guten Charakterentwicklung bzw. ist selbige bei den meisten gar nicht vorhanden. Gerade beim Finale verhalten sich gewisse Personen irrational oder entwickeln merkwürdige, emotionale Züge. Da hilft auch die wirklich extrem aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte nicht weiter, welche schon fast als eigenständiger "Pretty Woman"-Abklatsch herhalten könnte. Das passt einfach nicht in den Film und wirkt deplatziert.

Unterm Strich ist also die Stärke von "Set It Off" sicher nicht das Drehbuch ist, sondern die launige, kraftvolle Inszenierung von F. Gary Gray, welche von einem guten Cast getragen und mit einem tollen Soundtrack unterstrichen wird. Und da das Szenario auch heute noch frisch wirkt, macht "Set It Off" nicht nur als Kind dieser Zeit Spass beim Zusehen, auch wenn einiges hier für hartes Kopfschütteln sorgen kann.

7/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.