Donnerstag, 18. Januar 2018

A Haunted House 2 - Ghost Movie 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2828996/

Malcolm (Marlon Wayans) und sein Cousin Ray Ray (Affion Crockett) sind auf der Suche nach Hilfe für Malcolms besessene Freundin Kisha (Essence Atkins), doch ein Unfall führt dazu, dass das Mädchen stattdessen stirbt. Die beiden fliehen vom Unfallort und lassen Kisha zurück. Malcolms Leben hat sich ein Jahr später grundlegend geändert, als er mit seiner neuen Freundin Megan (Jaime Pressly) und ihren beiden Kindern Becky (Ashley Rickards) und Wyatt (Steele Stebbins) ein Vorstadt-Haus beziehen will. Doch kaum eingezogen, geschieht Seltsames - angefangen mit dem mysteriösen Tod ihres Hundes. Wyatt freundet sich mit einem Unsichtbaren an, eine Box im Haus ergreift Besitz von Becky und Megan findet eine gruselige Puppe. Als Malcolm sich Videos vorheriger Einwohner ansieht, wird ihm klar, dass er sich in ein Spukhaus verirrt hat...

Der Produzent, Autor und Hauptdarsteller von "Ghost Movie" und nun eben auch "Ghost Movie 2" besudelt das ZAZ-Erbe seliger Filmparodien längst auch ohne Unterstützung seiner nicht minder nervtötenden Brüder Shawn und Keenen Ivory Wayans. Ihnen gelang mit "Scary Movie" eine seinerzeit vergleichsweise amüsante Genreparodie, in der Marlon Wayans den dauerbekifften Shorty Meeks spielte. Eine Dekade und eine unüberschaubare Reihe ähnlich betitelter Filme später liegt die Spoof-Komödie in ihren letzten Atemzügen. Während Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die Regisseure hinter Comedy-Totgeburten wie "Date Movie", "Fantastic Movie" oder auch "Disaster Movie", ihre Filme nunmehr gottlob unter Ausschluss der Öffentlichkeit produzieren, scheint Wayans immer noch eine überschaubare Fanbase mobilisieren zu können.

Diese zumindest rannte 2013 wie blöde in "Ghost Movie" und bescherte der für 2,5 Millionen US-Dollar buchstäblich hingefurzten Horrorkomödie ein etwa 25 Mal so hohes Einspiel. Das umgehend beschlossene und nur unwesentlich kostspieligere Sequel gleicher Aufmachung startete dann bereits im April 2014 in den US-Kinos. Zwar blieb die Fortsetzung kommerziell hinter den Erwartungen zurück, dürfte aber dennoch ausreichend eingenommen haben, um nicht vor weiterem Spoof-Blödsinn gefeit zu sein. Schließlich hat "Paranormal Activity", das Referenzvorbild auch diesen zweiten Teils, eindrücklich vorgemacht, wie beharrlich sich mit der Wiederholung des ewig Gleichen Kohle scheffeln lässt.

"Ghost Movie 2" ist keineswegs schlechter als sein Vorgänger, was allein daher schwierig wäre, weil Filme wie dieser auch ganz einfach nicht mehr schlechter sein können. Insofern besitzt Marlon Wayans beinahe so etwas wie Narrenfreiheit. Er gibt eben, was er kann. Und weil das alles in allem so ziemlich genau gar nichts ist, hat er entsprechend wenig zu verlieren. Reputation schon mal gar nicht. Müßig also, dem Humorverständnis eins solchen Films über dessen erbärmliche Pipi- und Kacka-Witzchen auf den Grund zu gehen. Sich wiederholt an selbstunsicheren Sex-Zoten oder der Zielgruppe dienlichen Rassismus-Gags abzuarbeiten. Und erst recht in der Wahl der verballhornten Filme tatsächlich parodistische Ansätze zu erspüren, so sich Wayans einmal mehr darauf beschränkt, diese lediglich nachzustellen, statt komödiantisch freizulegen.

Bemerkenswert ist es dennoch, wie sehr alle Beteiligten, darunter erneut hinlänglich bekannte Schmalspurkomiker wie Affion Crockett oder Cedric the Entertainer, sich dafür ins Zeug legen. Gespielt und gekreischt, das ist hier ohnehin dasselbe, wird stets auf Anschlag. In einer nicht enden wollenden Szene verlustiert sich Wayans mit der Annabelle-Puppe aus "The Conjuring/Annabelle" auf alle nur erdenklichen Arten – ein Musterbeispiel exaltierter Comedy-Verausgabung, die vollkommen ins Leere läuft. Ansonsten fällt dem Film natürlich ebenso wie seinem Vorläufer nichts weiter ein, als die oberflächlichen Erkennungsmerkmale saisonaler Horrorhits wie "Possession" oder "Sinister" in eine Dauerschleife hysterischer Flachwitze zu schnüren. Und die ja nun wirklich allzu angreifbare, leicht zu parodierende Found-Footage-Ästhetik nicht gehörig durch den Kakao zu ziehen, sondern nur langweilig abzumalen.

Nichts Neues also aus der Spoof-Hölle und ihres wohl letzten verbliebenen Exponenten Marlon Wayans. Und obwohl es sich wahrlich längst ausparodiert hat, kann und mag man über dessen Egal-Kino eigentlich kaum noch mit dem Kopf schütteln. Das wäre der körperlichen Regung schon viel mehr, als es "Ghost Movie 2" - als es jeder dieser falsch verstandenen Parodieversuche - überhaupt verdient hätte.

2,5/10

Montag, 15. Januar 2018

A Haunted House - Ghost Movie (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2243537/

Als Malcolm (Marlon Wayans) zusammen mit seiner Frau Kisha (Essence Atkins) in das gemeinsame Traumhaus zieht, ergreift ein Dämon von Kisha Besitz. Was am Anfang noch nach einem lustigen Spaß aussieht, wird mit zunehmender Zeit immer unheimlicher für den Ehemann. Malcolm gibt sich alle Mühe, um ihr den Dämon wieder auszutreiben. Er versucht es mit geistlichem Beistand und engagiert einen Priester (Cedric The Entertainer). Doch alle Bestrebungen scheinen ins Leere zu laufen und Malcom macht sich zunehmend Sorgen, denn der böse Geist gefährdet nicht nur ihre gemeinsame Beziehung, sondern noch etwas von viel größerer Bedeutung: sein Sexualleben. Nun sucht Malcolm Hilfe bei einem Medium (Nick Swardson) und einer Gruppe von Geisterjägern. Doch auch deren unorthodoxe Methoden führen nicht zum Erfolg und so muss es Malcolm alleine mit den übernatürlichen Kräften aufnehmen...

"A Haunted House" ist ein weiterer Vertreter dieser unsäglichen ***-Movie-Filme, die sich zur Aufgabe gemacht haben, ein paar bekannte Filme zu parodieren und dabei mit möglichst viel Sexismus und Fäkalhumor zu punkten. "A Haunted House" ist damit genau das, was "Scary Movie"-Fans erwarten; übertriebener und sexistischer Humor mit viel Fäkalsprache. Dennoch fehlt es dem Drehbuch an Gags die richtig gut zünden, denn aus der Hauptvorlage "Paranormal Activity" hätte man definitiv mehr herausholen können. Gefühlt minutenlange Furzattacken durch die Freundin im Bett, eine unnötig ausgedehnte "flotter Dreier"-Szene zwischen Marlon Wayans und zwei Kuscheltieren (ja, richtig gelesen), ein hormongesteuertes schwules Medium, dass seine Finger von Wayans‘ Charakter nicht lassen kann, Kruzifixmasturbation, Darmentleerung auf dem Teppich und die nächtliche Vergewaltigung des männlichen Hauptcharakters durch den Dämon.


Das sind die Zutaten, derer sich das Autorenteam von Wayans und Rick Alvarez bedient, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Dazu gibt es noch Anspielungen auf andere Filme, die eindeutig über ihr Verfallsdatum hinaus sind. "Blair Witch Project"-Witze waren bei "Scary Movie" vor über einer Dekade gerade noch akut und kann sich wirklich einer noch an "Snakes On A Plane" erinnern? Möglicherweise war es bei den Dreharbeiten noch alles witzig und ein großer Spaß, doch dem Zuschauer ringt das alles bestenfalls ein gequältes Lächeln und ungläubiges Kopfschütteln ab. Schade, denn Marlon Wayans ist prinzipiell zu Besserem fähig. Was eigentlich wirklich unglaublich ist: der Film ist mancherorts sogar witzig.

3,5/10 
 
Quellen: 
Inhaltsangabe: Ascot Elite

Sonntag, 14. Januar 2018

La La Land (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3783958/

Mia (Emma Stone) ist eine leidenschaftliche Schauspielerin, die ihr Glück in Los Angeles sucht. Sebastian (Ryan Gosling) will dort ebenfalls seinen Durchbruch schaffen, allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Musiker, der Menschen des 21. Jahrhunderts für traditionellen Jazz begeistern möchte. Mia und Sebastian müssen sich mit Nebenjobs durchschlagen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern – sie arbeitet in Cafés, er sitzt in Clubs wie dem von Boss (J.K. Simmons) am Keyboard. Nachdem sie einander vorm Klavier begegnet und schließlich ein Paar geworden sind, geben sich gegenseitig Kraft. Von nun an arbeiten sie zu zweit daran, groß rauszukommen. Doch schnell müssen Mia und Sebastian feststellen, dass ihre Bestrebungen auch Opfer fordern und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen. Verrät sich Sebastian selbst, wenn er in der Band von Keith (John Legend) Musik spielt, die er gar nicht mag? Und kann Mia ihre Zeilen nicht auch mit ihrem Freund auf Tour lernen, oder muss sie dazu wirklich in L.A. bleiben?

Mit "La La Land" hat Damien Chazelle einen sehenswerten Musicalfilm gedreht. Mit der Flut an Preisen, die der Film erhalten konnte, ist dieser scheinbar über alles erhaben, bleibt im Gesamteindruck allerdings maximal sehr gut und keinesfalls überragend. In der knapp ersten Stunde kann "La La Land" noch am stärksten mit ansehnlichen Gesangseinlagen, gelungenen Choreographien und einer schönen Liebesgeschichte überzeugen. Im weiteren Verlauf wird es allerdings recht mau, was den Musical-Teil betrifft und die besagte anfängliche Stimmung kann sich weder tragen, noch erneut auf die Leinwand gezaubert werden.

So trifft "La La Land" nicht Hundertprozentig den Kern der Sache, auch er als Musicalfilm schon etwas speziell ausfällt, nichtsdestotrotz sollte "La La Land" jeder einmal zumindest gesehen haben. Ja, man wird so einige hochkitschige "Friede, Freude, Eierkuchen"-Lieder über sich ergehen lassen müssen, die zu Beginn des Weiteren etwas aufgesetzt wirken und sich nur holprig in die Handlung einfügen. Das bessert sich mit der Zeit allerdings und aus Dialog- und Liedszenen entwickelt sich ein harmonischer Fluss. Dennoch hätte sich diese Dramödie komplett ohne Musicaleinlagen bedeutend besser enthalten können.

Warum sollte man den Film also sehen? Weil Damien Chazelle mit "La La Land" ein äußerst reifes und weises Traumfabrikmärchen präsentiert. Gekonnt erweckt er, unterstützt durch das Traumpaar Gosling und Stone, den Glanz Hollywoods und den Traum des kleinen Mannes bzw. der kleinen Frau vom großen Showgeschäft zum Leben, verwehrt sich letztendlich jedoch gegen ein Happy End, welches dem Film ansonsten den Todesstoß verpasst hätte. Lediglich eine knackigere Laufzeit hätte so einer Art Film sicherlich gut getan. Aber auch die oftmals gelobte Kameraarbeit kann nur teilweise als Besonders hervorstechen. Gerade in den normalen Sequenzen (in denen eben nicht gesungen oder getanzt wird) ist diese höchstens durchschnittlich. Wenn allerdings gesungen und getanzt wird, dann macht "La La Land" definitiv Spaß und die Songs sind zudem sehr gut geschrieben - auch wenn man anfangs zu schnell in diese Art von Film hineingeworfen wird.

Die Geschichte als solche ist währenddessen solide, aber eigentlich kaum eine Erwähnung wert, da die üblichen Stationen und Erwartungen bedient werden. Stattdessen lehrt uns Chazelle bittersüß, dass man im Leben sehr wohl träumen darf und auch soll, es aber eben nicht jeder Traum in Erfüllung gehen wird. Dies gelingt ihm auf subtile Art so gut, dass man nach dem Streifen immer noch daran zu fressen hat. Solche Filme können einem viel geben, weil sie als Spiegel des Lebens fungieren und zeigen, dass es auch im Leben anderer Menschen nicht immer rund läuft. Im Moment ist man emotional zwar geplättet, kann aber auf diesem Tief aufbauen und sich leichter ermuntern, das eigene Leben selbst zu verbessern. Gut, aber kein Meisterwerk.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Studiocanal

8 Mile (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0298203/

Mit Rap und Hip Hop - seiner großen Leidenschaft - will es Jimmy Rabbit (Eminem) vom Detroiter Elendsviertel bis ganz nach oben schaffen. Trotz aller Vorbehalte, die ihm wegen seiner weißen Hautfarbe in dem von Schwarzen dominierten Musikstil entgegengebracht werden, wird Jimmy wenigstens von seinen Freunden respektiert und unterstützt. Denn die erkennen sein außergewöhnliches Talent. Bei seinem ersten großen Auftritt bei einem Battle-Rhyme-Duell versagt Rabbit jedoch - vor lauter Nervosität muss er sich übergeben und bringt auf der Bühne später keinen Ton heraus. Auch sonst hat Jimmy wenig zu lachen. Er haust mit seiner heruntergekommenen Mutter (Kim Basinger) und seiner kleinen Schwester Lily (Cloe Greenfield) in einem Wohnwagenpark jenseits der 8 Mile Road, jener Straße, die in Detroit arm von reich trennt. Zudem ist sein Job in einer Stahlfabrik auch kein Zuckerschlecken. Erst Jimmys neue Freundin (Brittany Murphy) verschafft ihm wieder das nötige Selbstvertrauen, einen weiteren Anlauf in Richtung Durchbruch zu unternehmen...

"8 Mile", so die Erwartungshaltung, sollte das so krisengebeutelte wie höhepunktreiche Leben von Marshall Bruce Mathers III, besser bekannt als Eminem, auf der großen Leinwand rekonstruieren. Diese Vermutung zu hegen, würde dem Werk des begnadeten Regisseurs Curtis Hanson jedoch nicht gerecht werden – im Endeffekt würde es der filmischen Wirkung sogar ungemein abträglich wirken. "8 Mile" nämlich muss man nicht als Biographie verstehen, sondern als ein ausgestanzter Einblick in das Dasein ein jungen Mannes (Eminem in der Rolle des fiktiven Jimmy "Rabbit" Smith Jr.), in dessen Leben Rap eine beträchtliche Bedeutung trägt. Anstatt also eine autobiographische Geschichte im Spielfilmformat abzuliefern, startet "8 Mile" mittendrin: Rabbit ist davor, sein erstes Battle in der lokalen Spelunke von Detroit anzutreten - und versagt gnadenlos.

"8 Mile" widmet sich nicht explizit einem Publikum, welches eine Affinität zur Rap-Musik pflegt oder Anhänger des prominenten Hauptdarstellers ist. Curtis Hanson hat vielmehr ein Sozialdrama, bei der nur eine Zutat die Musik ist, in Szene gegossen, in dem der Wunsch nach Anerkennung und Absicherung zum Katalysator der Narration erhoben wird, drumherum aber der aufmerksame Blick des Regisseurs für ein wirklich einnehmendes Lokalkolorit sorgt. Und mit Sicherheit ist genau das die große Stärke, mit der sich "8 Mile" noch heute brüsten darf: seine Authentizität. Die soziale Armut wirkt hier keinesfalls voyeuristischer Natur, sondern ist Teil einer veritablen Gegenwartsbestandaufnahme. Ohnehin vermeidet es "8 Mile" darüber hinaus, Durchhalteparolen und eine blasierte Selbstbekräftigungsrhetorik zu bemühen und beschreibt den Werdegang eines Mannes, der für sein Leben lernt. Was er aber aus dieser Lektion macht, bleibt unbeantwortet.

Wenngleich "8 Mile" also kein Meisterwerk sein mag, ist dem großartigen Curtis Hanson immer noch ein beachtliches Sozialdrama geglückt, in dem nicht nur Eminem sein durchaus vorhandenes schauspielerisches Talent beweisen darf. "8 Mile" gelingt es auch weitestgehend, Erwartungen an herkömmliche Biopic-Schleuderware zu entsagen und baut dafür auf ein wirklich einnehmendes Lokalkolorit. Wenn gerappt wird, dann sind das wuchtige Augenblicke, schön ist jedoch, dass "8 Mile" auch darüber hinaus gelungene Attribute vorzuweisen hat. 

7/10

Samstag, 13. Januar 2018

Bean - Bean: Der ultimative Katastrophenfilm (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0118689/

Mr. Bean (Rowan Atkinson) arbeitet als Museumswächter in der Londoner Royal National Gallery und ist seinen Vorgesetzten ein Dorn im Auge. Da er vom Museumsdirektor persönlich eingestellt wurde und dieser sehr viel von ihm hält, können sie den tollpatschigen Mr. Bean nicht einfach entlassen. Glücklicherweise sucht die Galerie in Los Angeles gerade einen englischen Kurator, weswegen er als vermeintlicher Kunstexperte nach Kalifornien geschickt wird. Damit reiht sich eine Katastrophe an die nächste: Bean versetzt schon auf dem Flughafen von L.A. den gesamten Sicherheitsdienst in Alarm, zerstört dann die Ehe seines Gastgebers, verwandelt ein harmloses Fahrgeschäft eines Vergnügungsparkes zu einer richtigen Horrorshow und stürzt Langley in vollkommene Verzweiflung, nachdem er das Gemälde zerstört hat. Doch dann verwandelt sich Bean zu einem Retter in der Not und das Chaos nimmt seinen Lauf...

Als Fan der Serie kennt man irgendwann alle Sketche auswendig. 1997 kam, 2 Jahre nach Ende der erfolgreichen TV-Serie, der erste Kinofilm heraus und die Story ist - ähnlich die der Serie - denkbar einfach gehalten: Mr. Bean fliegt nach Amerika und soll dort ein 50 Millionen schweres Gemälde präsentieren. Dass dabei natürlich einiges schief geht sollte klar sein. Rowan Atkinson macht auch hier als Mr. Bean einen guten Job. Er ist Mr. Bean und so sehr ein Schauspieler das hasst: er wird es immer ein Stück weit sein, egal in welcher Rolle. Er schafft es einfach ohne viele Worte, vieles auf den Punkt zu spielen und ist dabei stets witzig und unterhaltsam.

Ein kleines Problem, was dieser Film hat, ist, dass viele Gags einfach aus der Ursprungs-Serie übernommen wurden. Das ist irgendwie unnötig, zumal es so wirkt, als würde "Bean" seine bekannten Momente zum ersten Mal erleben, wodurch vieles unglaubwürdig wirkt. Und ein weiteres Problem ist, dass Mr. Bean für seine Verhältnisse zu viel spricht und das nimmt ihm ein wenig die Authentizität. Ansonsten amüsiert der Film von vorn bis hinten. Die Mehrheit der Gags sitzt, nur einige wenige nicht.

Der erste Kinofilm mit Mr. Bean ist damit aber trotzdem mehr als solide Komödien-Unterhaltung, die keinem wehtut und wesentlich witziger ist als der lahme zweite Kinofilm. Man muss allerdings Mr. Bean, sein Art der Komödie und seine Skurrilität mögen, um mit diesem Film etwas anfangen zu können, ansonsten läuft man Gefahr, sich in einem zu klamaukigem Spektakel wiederzufinden.

7/10

Freitag, 12. Januar 2018

Death Proof - Death Proof: Todsicher (2007)

http://www.imdb.com/title/tt1028528/

Ein Frauenwochenende soll das werden, was Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier) mit ihren nicht minder attraktiven Freundinnen Arlene (Vanessa Ferlito) und Shanna (Jordan Ladd) geplant hat - Männer unerwünscht. Ok, so ganz ohne geht es auch nicht: Um dem Trip einen zusätzlichen Kick zu verpassen, kündigt Radiomoderatorin Julia in ihrer Sendung an, dass der Mann einen Lapdance von ihrer Freundin Arlene bekommen wird, der ein bestimmtes Gedicht exakt vorträgt. Der erste Bewerber um den lukrativen Lapdance ist der äußerst eigenwillige Stuntman Mike (Kurt Russell). Er hängt in derselben Bar am Tresen bei Wasser und Virgin Pina Coladas ab. Eine furchteinflößende Gesichtsnarbe hat den Haudegen entstellt, was Arlene trotz reichlich Alkohol im Blut deutliches Unbehagen bereitet, als Stuntman Mike das Versprechen eingelöst haben will. Arlenes schlechte Gefühl ist berechtigt, entpuppt sich der Fremde doch schon bald als psychopathischer Killer...

14 Monate später heftet sich Mike in Lebanon, Tennessee, an die Fersen eines weiteren Mädelsgespanns. Doch Kim (Tracie Toms), Zoe (Zoe Bell), Abernathy (Rosario Dawson) und Lee (Mary Elizabeth Winstead) wissen, wie Frau sich zu wehren hat...

Die erste Hälfte von "Death Proof" ist eine klare Zehn, die zweite leider nur wenig ein Meisterwerk. In einer unheimlich versifften Bar lässt Tarantino seine Gruppe verlorener Seelen aufeinandertreffen und demonstriert eindrucksvoll wie vielleicht nie zuvor sein inszenatorisches Geschick. Er isoliert Figuren und wirft sie wieder zusammen, seine Kamera tastet diese begrenzten Räume ab, kein Kamerawinkel ist ihm zu unkonventionell und doch ist da keine Einstellung bloß ihrer selbst wegen. Er setzt die ästhetische Messlatte schon schon in der Titelsequenz hoch an, seinem Material gibt er von da an einen fast surreal dreckigen aber damit aber auch überaus sinnlichen Look. Irgendwann ist man dann einfach mit dabei in dieser miefigen Holzhütte und meint schon fast den Geruch von Bier und Zigarette in der Nase zu haben. Und beobachtet Tarantino dabei wie er das macht, was er eben macht. Wie er Figuren, die man für nicht mehr als wandelnde Klischees gehalten hat langsam und subtil tragische Größe und tiefere Abgründe entlockt. Und damit auch jegliche Erwartungshaltungen unterwandert.

Man kann nicht anders als diese Frauen zu bewundern die in einer trostlosen, einsamen, postmodernen Welt mehr als tapfer kämpfen, auch wenn nicht immer klar ist um was (einen Sinn vermutlich). Irgendwann gönnt der Mann sich dann auch selbst den besten Cameo seiner Karriere. Wenn Tarantino in "Pulp Fiction" noch als Schöpfer in seine eigene Welt trat um sich mit der Dummheit seiner eigenen Figuren abrackern zu müssen (was sicherlich auch etwas Liebevolles hatte), so ist er nun einer von ihnen, einer dieser Verrückten, Loser und verlorenen Seelen. Und er trinkt seinen rituellen Shot mit ihnen.

Sobald auch noch dann Kurt Russell seinen Auftritt hat (fast schon mythisch überhöht, ein Archetyp des Kinos, virtuose Einführung) und Rosario Dawson dem seelischen Striptease einen physischen Lapdance gegenüberstellt ist das, das was manche als "pures Kino" bezeichnen. Bewegung und Berührung. Danach kommen noch Highlights am Fließband: Die Crashszene, in der das ziehen an einem Schalter den Rhythmus vorgibt für ein grausames Crescendo des Todes, eine wunderbar voyeuristische Szene die Stuntman Mike beim "Kennenlernen" mit seinen Opfern zeigt und damit die vollständige Objektifizierung ebendieser, eine komplett verrückte Verfolgungsjagd. Am Ende bedarf es eigentlich nur einer Handvoll Stuntfrauen um einen patriarchalischen Archetypen des Kinos endgültig zu begraben. Und die dazugehörige Form von Kino begräbt Tarantino damit vielleicht auch noch.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Senator/Universum Film
Poster/Artwork: Dimension Films/Troublemaker Studios/Rodriguez International Pictures/The Weinstein Company

Donnerstag, 11. Januar 2018

Mr. Bean's Holiday - Mr. Bean macht Ferien (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0453451/

Als glücklicher Gewinner einer Kirchenverlosung reist Mr. Bean (Rowan Atkinson) an die Côtes d‘Azur zur Filmprominenz nach Cannes. Die erste Station der Reise ist Paris, wo der trottelige Anzugträger nicht nur eine Schneise der Verwüstung hinter sich zurück lässt, sondern durch einen dummen Zufall auch einen russischen Jungen (Max Baldry) von seinem Vater trennt. Daraufhin versucht der sanftmütige Brite, den Kleinen zu seiner Familie zurück zu bringen. Dass der Junge der Sohn eines bekannten russischen Regisseurs ist, der Bean der Entführung bezichtigt und ihn somit auf die polizeiliche Fahndungsliste setzt, stört den eigenwilligen Engländer nicht im geringsten. Zusammen mit seinem neuen kleinen Freund macht er sich auf, um Südfrankreich gehörig aufzumischen. Dabei tritt er in jedes Fettnäpfchen, das sich ihm bietet. Der ambitionierte Arthouse-Regisseur Carson Clay (Willem Dafoe) z. B. muss sich dank Bean schon bald Sorge um die weitere Einhaltung seines Drehplans machen...

Mit "Mr. Bean" erschuf Komiker Rowan Atkinson seine Paraderolle. Mit vielen Lachern um den schrulligen, wortkargen und exzentrischen Mann, der allein mit einer Mimik mehr Menschen zum Lachen bringen kann, als heutzutage manch neumodische Komödie aus Hollywood. Doch mit seinem zweiten Film nach der grandiosen Serie, "Mr. Bean's Holiday" kann Atkinson nicht an den Erfolg der Serie, geschweige denn an den ersten Teil "Bean", anknüpfen. Man sitzt vor dem Bildschirm, ganz erwartungsvoll, wann denn endlich ein großer Brüller kommen mag. Leider sind Schmunzler alles, was Atkinson dem Zuschauer abzuringen vermag. Dabei ist die Grundidee doch eine optimale Bedingung für eine geniale Komödie. Engländer macht in Frankreich Urlaub. Man hätte mit den Klischees spielen können, mit den Vorurteilen und der Abneigung der beiden Nachbarländer. Stattdessen sind die Aufnahmen von Südfrankreich uninspiriert. Das stellt eine Kunst für sich dar, denn bei der Schönheit der Natur kann man eigentlich kaum was falsch machen. Standardwitzchen werden aufgetischt von mittelmäßigen bis schlechten Darstellern, die größte Idee des Films scheint der Film selbst gewesen zu sein. Selbst wenn man die Figur mag und die Idee toll findet, der große Wurf war das hier nicht. Im Gegenteil. Es scheint bereits nach kurzer Zeit wie eine Billigkomödie nach Schema F. Schade.

4/10