Nach einem verheerenden Militär‑Experiment leidet der Ex‑Elitesoldat Michael Griffin (Christian Slater) unter einem Prozess, der seinen Körper langsam zerstört - und stellt damit eine tödliche Gefahr dar, die niemand sehen kann. Auf der verzweifelten Suche nach einem Gegenmittel gerät er auf die Spur der Wissenschaftlerin Dr. Maggie Dalton (Laura Regan), deren Forschung eng mit dem geheimen Projekt verknüpft ist. Um sie zu schützen und Griffin zu stoppen, treten die beiden Detectives Frank Turner (Peter Facinelli) und Lisa Martinez (Sarah Deakins) in den Vordergrund, die sich immer tiefer in ein Netz aus Verschwörungen, Experimenten und tödlicher Jagd verstricken. Inmitten dieser Spannung zwischen unsichtbarer Bedrohung und enger Verfolgung entwickelt sich ein düsterer, stetig eskalierender Thriller, der weniger auf große Schlachten, als auf die Nähe zur Gefahr setzt.
"Hollow Man II" aus dem Jahr 2006 ist ein direkter, aber nicht wirklich inspirierter Nachfolger zu Paul Verhoevens "Hollow Man" und erzählt die Geschichte eines anderen unsichtbaren Kriegers, der sich an derselben Linie fortbewegt wie sein Vorgänger - nur mit weniger Schärfe, weniger Überraschung und weniger Risiko. Während der erste Film mit Kevin Bacon als selbstverliebtem Wissenschaftler eine bizarre, teils erschreckende, teils lächerliche Kombination aus Grenzexperiment, Slasher‑Element und visueller Spektakel lieferte, schickt der zweite Teil Christian Slater als Soldatenmörder in ein ähnliches Szenario, ohne wirklich neue Fragen zu stellen. Die Handlung setzt auf eine relativ enge Spielzone: Gefängnis, Labore, verlassene Gebäude, in denen die Unsichtbarkeit ständig in der Nähe der Figuren präsent bleibt, ohne dass der Film sich allzu viele neue Gedanken darüber macht, was diese Prämisse über Macht, Kontrolle und Schuld erzählen könnte.
Im Vergleich zum ersten Teil wirkt die Direct-2-Video-Produktion "Hollow Man II" deutlich kleiner, weniger aufwendig und weniger willens, sich selbst zu blamieren. Verhoevens Film mit Kevin Bacon und Elisabeth Shue war ein großes, teils provokante, teils plumpes Kino‑Schauspiel, das sich gleichzeitig als technisches Feuerwerk und als moralische Parabel über die Korruption des egozentrierten Wissenschaftlers verstand. Mit seinen teils aufdringlichen, teils brillanten Visual Effects und einer gewissen Größenwahn‑Komponente zog er viele Kritiker in die Pflicht, die ihn teils scharf angingen, teils aber als eine Art guilty‑pleasure‑Kultstück akzeptierten. Der zweite Teil dagegen ist ein Sequel, das auf ähnlichem Gelände spielt, aber nicht denselben Anspruch erhebt. Die Effekte sind teils gelungen, teils kläglich; man spürt, dass der Film mit einem deutlich schmaleren Budget arbeitet und sich auf einige wiederkehrende, bekannte Motive beschränkt, etwa den unsichtbaren Angriff, die schlangenartige, halb sichtbare Kontur des Körpers oder die Top‑Down‑Darstellung von Augen, die sich aus dem Nichts nähern. Der Film klebt diesbezüglich zu sehr an seinem Vorgänger, zitiert sogar Szenen offen oder wiederholt sie, ohne neu zu formulieren, was das Thema der Unsichtbarkeit überhaupt bedeutet.
Trotzdem ist "Hollow Man II" für ein Direct‑2‑Video‑Produkt nicht völlig grottig. Die Besetzung ist handwerklich solide: Slater gibt einem übermächtigen, aber auch ein wenig verhärmten Bösewicht eine gewisse Bissigkeit, Facinelli und Deakins ziehen ihre Polizistenrollen glaubwürdig durch, und Regan als Wissenschaftlerin sorgt für die emotionale Verbindung zwischen Forschung, Verantwortung und Folgen. Die Spannung entsteht weniger aus tiefen moralischen Einsichten als aus der einfachen, aber effektiven Angst vor dem Unsichtbaren, vor dem, was man nicht sehen, aber spüren kann. Und auch der Blutlevel ist etwas höher. "Hollow Man II" ist damit ein Film, der weiß, dass er in Verhoevens Schatten steht, und sich damit abfindet, eine kleinere, weniger aufwendige, aber ähnlich konstruierte Story zu erzählen. Er ist kein großer Fortschritt im Genre, kein innovativer Schritt nach vorn, aber auch kein reines, verschwendetes Projekt. Wer sich an die Absurdität, Energie und Zynik der ersten Runde mit Bacon und Shue erinnert, wird hier eine gedämpfte, weniger überraschende Version der gleichen Idee vorfinden - genug für gelegentlichen Horror‑Genuss, aber zu wenig, um das Gedächtnis längerfristig zu besetzen.

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