Im Höhepunkt des Kalten Krieges kämpft das perfekte Ehepaar Jackie (Sara Rivero) und John F. Kennedy um Konsistenz inmitten einer privaten Krise. Jackie ist es leid, die Fassade aufrechtzuerhalten, doch die Verantwortung lastet schwer. Dann taucht eine unerwartete dritte Partei auf - ein Wesen, das alles verändert und die Geschichte, wie wir sie kennen, auf den Kopf stellt. Casanova lässt die Spannung in Echtzeit eskalieren, während die Ikonen ihrer Rollen beraubt werden.
Regisseur Eduardo Casanova, der Verfechter des grellbunten Wahnsinns, nimmt sich Jackie und John F. Kennedy im Moment des Attentats in den 60ern und verwandelt ihre Geschichte in einem absurden Albtraum - eine surreale Dark Comedy über Fassade, und Verschwörungstheorien. Seine 60er-Ästhetik explodiert in pinken Neon und goldenem Glamour - ein psychedelisches Schlafzimmer wird zur Bühne für Hysterie. José Antonio Muñozs Kamera fängt Schweiß, Körper und verzerrte Gesichter ein - in 7 Minuten baut Casanova eine Welt auf, die absurd und makaber ist und gleichzeitig visuell anspricht. Immerhin.
Sara Rivero als Jackie Kennedy ist ein Volltreffer: Ihre perfekte First-Lady-Fassade bröckelt in Ekstase und Verzweiflung - eine Performance, die von Glamour zu Wahnsinn taumelt. Javier Botet bringt als Alien unheimliche Körperlichkeit - seine Präsenz ist pure Bedrohung ohne Worte. Gemeinsam zerlegen sie das Kennedy-Mythos: Keine Helden, sondern Menschen in der Falle ihrer Rolle, wo Verstellung zur Obsession wird - eine Allegorie auf Kalten Krieg, Geschlechterrollen und die Lüge des Perfektionismus. Dark Comedy trifft History-Farce: ein Balanceakt in Lächerlichkeit und Grauen, bei dem man sich am Ende fragt, was zur Hölle man hier gerade gesehen hat. Aber irgendwo auch ganz okay.
5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Gamera Studios/Apoyo Positivo


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