20 Jahre sind vergangen seitdem Ben Mears (Rob Lowe) seine Heimatstadt Jerusalem's Lot verlassen hat. Mittlerweile ist er Schriftsteller, hat es sogar zum Pulitzerpreis gebracht und kehrt zurück an seinen neuenglischen Geburtsort. Dort begegnet man Ben mit Argwohn, der dort für sein neues Buch recherchieren und sich den Ängsten seiner Kindheit stellen möchte. Als er acht Jahre alt war, hat sich der Besitzer des alten Masten-Hauses das Leben genommen und soll seitdem in dem Gebäude spuken. Der Schriftsteller möchte das Haus kaufen, doch der Antiquitätenhändler Straker (Donald Sutherland) kam ihm zuvor und hat darin bereits eingerichtet - unter anderen mit einer sargähnlichen Kiste, die er nicht aus dem Augen lässt. Als immer mehr Leute einer mysteriösen Anämie zum Opfer fallen, kommt Ben ein schrecklicher Verdacht...
"Salem’s Lot: Brennen muss Salem" von 2004 ist ein Remake der Tope Hooper-Verfilmung von 1979 und eine dieser Adaptionen, die man schon nach wenigen Minuten als ehrgeizig, aber unruhig erkennt. Regisseur Mikael Salomon und sein TNT-Team wollten Stephen Kings Roman offenbar als schlankere, modernisierte Version erzählen, doch gerade diese Glättung nimmt der Geschichte viel von ihrem schleichenden Unheil. Was übrig bleibt, ist ein kompetent produziertes, ansehnlich besetztes, aber merkwürdig gehetztes Fernsehereignis, das den Stoff nicht wirklich durchdringt. Rob Lowe als Ben Mears bringt immerhin eine gewisse Ruhe und Bodenhaftung mit, und Donald Sutherland als Richard Straker ist zweifellos eine der stärkeren Komponenten des Films: höflich, kalt, innerlich bereits wie ein Sargdeckel geschlossen. Doch selbst gute Besetzungen können nicht ganz verdecken, dass der Film unter einem Strukturproblem leidet. Zu viel Romanstoff, zu wenig Atem: Figuren, Nebenhandlungen und Stadtporträts werden so schnell aneinandergereiht, dass man kaum Zeit hat, die Stadt als lebenden Organismus zu erleben. Genau das wäre aber nötig gewesen, denn "Salem’s Lot" lebt davon, dass das Böse nicht einfach ankommt, sondern sich langsam ins soziale Gewebe frisst.
Das ist der eigentliche Knackpunkt dieser Version. Während die 1979er Adaption wie ein ausdauernder Albtraum arbeitet, wirkt die 2004er Fassung häufig wie eine Nacherzählung der wichtigsten Stationen, nur mit modernerer Oberfläche und weniger Geduld. Der Film gibt sich Mühe mit Atmosphäre, doch oft wird sie sofort wieder von schnellen Szenenwechseln oder allzu glatten Fernsehbildern aufgefressen. Selbst die gruseligen Momente - und einige davon funktionieren durchaus - stehen nicht lang genug im Raum, um ihre Wirkung auszukosten. Die Neuverfilmung "Salem’s Lot: Brennen muss Salem" ist damit ein Film, der die richtige blutleere Krankheit der Kleinstadtgeschichte zwar diagnostiziert, aber nicht lange genug behandelt. Er versteht, dass Vampirismus eine Metapher für Verderbnis und Ansteckung sein kann, doch er übersetzt diese Idee zu oft in bloße Handlung. Statt eine Stadt allmählich sterben zu lassen, setzt die Inszenierung auf Verdichtung und Abkürzung. Das macht die Sache zwar leicht konsumierbar, aber auch deutlich weniger beunruhigend.Trotzdem ist das Remake kein kompletter Fehlschlag. Es gibt solide Momente, eine brauchbare Grundstimmung und einzelne Darsteller, die dem Material mehr Würde geben, als es manchmal verdient. Aber der Film bleibt letztlich ein Werk, das den Roman eher abliefert als erzählt. Und bei einer Geschichte wie dieser ist das zu wenig: Ein guter "Salem’s Lot: Brennen muss Salem"-Film muss nicht nur zeigen, dass Vampire in eine Stadt kommen - er muss spürbar machen, wie die Stadt innerlich schon vorher verloren war.


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