22 Jahre nach "Kill Bill" wurde das Originalskript mit der Hilfe des Videospiels "Fortnite" als Kurzfilm animiert. "The Lost Chapter: Yuki’s Revenge" ist weniger ein neuer Film als eine wiedergefundene Zwischenstation, das Quentin Tarantino und Epic Games nach mehr als zwei Jahrzehnten ausgegraben haben. In nur etwa zehn Minuten verfolgt der Kurzfilm Yuki Yubari, die Schwester von Gogo Yubari, auf ihrem Weg nach Pasadena, Los Angeles, wo sie auf die Frau trifft, die ihre Familie auseinandergerissen hat: Beatrix Kiddo, die Braut. Nachdem die Braut in Japan O-Ren Ishii, die Verrückten 88 und Schulmädchen-Killerin Gogo Yubari besiegt hat, wird sie zurück in Los Angeles von einer jungen Japanerin verfolgt. Denn Yuki will Rache an ihr üben. Das im originalen Drehbuch fünfte Kapitel von Quentin Tarantinos "Kill Bill" stellt auch keine Behauptungen über Tiefe oder Komplexität auf, sondern lebt von der Lust an der stilisierten Gewalt und an der Rückkehr in ein erzählerisches Universum, das Tarantino schon immer wie ein Filmmuseum seiner Obsessionen behandelt hat. Im Zentrum steht Uma Thurman als "The Bride", deren Rückkehr hier weniger eine Entwicklung als eine Wiederaufnahme bedeutet. "Yuki’s Revenge" ist deshalb am stärksten , wenn man ihn als "Gimmick" oder Nachschlag zu "Kill Bill" betrachtet. Er ist nicht unbedingt nötig, und der Stil ist in vielerlei Hinsicht diskutabel und doch ist es ganz nett, noch eine weitere stilistisch differenzierte Episode geliertert zu bekommen. Nett, nicht mehr.

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