Mario (Stimme im Original: Chris Pratt / deutsche Stimme: Leonhard Mahlich) und Luigi (Charlie Day/Gerrit Schmidt-Foß) bekommen es dieses Mal mit Bowser Jr. (Benny Safdie/Patrick Roche) zu tun, der seinen Vater (Jack Black/Tobias Meister) befreien und zu alter Macht führen will. Um das zu verhindern, muss das Klempner-Duo eine intergalaktische Reise antreten, bei der ihnen auch die Prinzessinnen Peach (Anya Taylor-Joy/Dalia Schmidt-Foss) und Rosalina (Brie Larson/Yvonne Greitzke) zur Seite stehen.
"The Super Mario Galaxy Movie" nimmt den Zuschauer mit auf eine kosmische Sprungtour durch Nintendos bunte Universen, wo Planeten quietschbunt wie Bonbons aussehen und Sternenstaub wie Konfetti regnet. Doch hinter dem visuellen Feuerwerk aus schwebenden Galaxien und hyperkinetischen Actionsequenzen verbirgt sich eine Geschichte, die sich wie ein Deja-vu aus dem ersten Film anfühlt - ein kommerzieller Koloss, der Kinder in Ekstase versetzt, Erwachsene aber mit einem Hauch von Enttäuschung zurücklässt. Die Handlung beginnt mit einer mythischen Präambel: Die junge Rosalina und ihre Schwester Peach weben Leben in den Sternen, bis ein Angriff sie trennt und Peach ins Pilzkönigreich schleudert. Im Heute feiern Mario und Luigi als Helden Peaches Geburtstag, als Bowser Jr. Rosalina entführt, um ihre kosmische Macht für eine Galaxie-vernichtende Kanone zu missbrauchen und seinen gefangenen Vater Bowser zu befreien. Mario (Chris Pratt), Luigi (Charlie Day) und ein Team aus Yoshi (Donald Glover) und Toad stürmen ins All: Sie hüpfen über Honigwabenwelten, rasen mit Fox McCloud (Glen Powell) durch Asteroidenfelder, mutieren zu Babys und ringen mit prähistorischen Dinos. Im Finale kulminiert alles in einem Familien-Drama der Bowsers, einem Drachenkampf und Rosalinas Rettung durch Brie Larson - eine epische Space-Quest, die Spiele-Levels wie Honeyhive Galaxy und Battlerock homagiert, aber plottechnisch wenig Neues bietet.
Chris Pratt und Charlie Day sind als Mario und Luigi die vertrauten Sympathieträger, doch Pratts monotoner Mix aus Italienisch und Brooklyn-Dialekt bleibt ein Reizpunkt, der schon im Vorgänger für Kopfschütteln sorgte. Anya Taylor-Joy verleiht Peach eine dynamische Frische, während Brie Larson Rosalina mit mystischer, beinahe enthusiastischer Wärme belebt. Jack Black brüllt als Bowser mit Growls und Herz, Benny Safdie nervt als Jr. auf köstlich-böse Weise. Die Neuzugänge Donald Glover als Yoshi und Glen Powell als Fox erweitern das Nintendo-Crossover zu einem Star-Event, doch die Figuren bleiben eindimensional, wie cartoonhafte Silhouetten. Es wirkt, als wären die Talente in einem Skript gefangen, das sie nicht atmen lässt. Und warum hat Mario im Vergleich zu Peach so wenig zu tun?
Doch Illumination entfaltet hier ein visuelles Spektakel, das an die Schwerelosigkeit des Original-"Super Mario Galaxy"-Spiels erinnert: gravitationslose Planeten drehen sich wie Karussells, Sternenströme weben psychedelische Pfade, Honigtröpfchen kleben in Zeitlupe. Die Action ist ein Adrenalinrausch - UFO-Jagden, Dino-Schlachten, Baby-Transformationen -, untermalt von einem Score, der ikonische Melodien aus den Spielen recycelt, statt auf Pop-Songs zu setzen. Diese Hommage an die Serien-Geschichte ist mehr als lobenswert und zaubert dem Fanboy-Zuschauer das ein ums andere Mal ein Lächeln ins Gesicht, und tatsächlich fühlt sich die Animation wie ein lebendiges Spiel-Trailer an. Doch das Tempo rast zu frenetisch; es gibt keine Pausen zum Luftholen - atemberaubend, aber seelenlos. Thematisch dreht sich alles um Familie und Heldentum: Marios schüchterne Peach-Liebe ist süß, der Bowser-Clan ringt mit Vater-Sohn-Konflikten, die in Reha und Erlösung münden. Der Humor lebt von Slapstick, bleibt aber flach und repetitiv, ohne die Parodie-Tiefe des Originals. Für Kinder ist das pure Wonne, ein Fest der Farben und Sprünge und sie feiern Animation und Action; Erwachsene sehnen sich nach mehr Substanz - ein klassischer Kid-Pleaser. Keine Frage, "The Super Mario Galaxy Movie" ist ein visuelles Fest, familienfreundlich und kommerziell unschlagbar - Illumination erweitert Welten mit Galaxy-Magie. Doch narrativ ist es träge, uninspiriert, ein Game Over für Ambitionen jenseits des Cash-Ins. Für Kids: Wahoo! Für den Rest: It's-a-meh.


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