Das Paar Liz (Tatiana Maslany) und Malcolm (Rossif Sutherland) verbringt ihrem Jahrestag an einem Wochenende in einer abgeschiedenes Waldhütte. Zunächst wirkt die Atmosphäre romantisch, doch schon bald stellt sich eine unheimliche Stimmung ein, verstärkt durch die Nähe zu einem isolierten, eigenartigen Ort mitten im Wald. Als Malcolm kurzfristig in die Stadt zurückfahren muss, bleibt Liz allein mit ihrem Hund Josie zurück und wird in der Hütte mit leisen Geräuschen, undeutlichen Eindrücken und einem Gefühl zunehmender Bedrohung konfrontiert. Gleichzeitig tauchen Menschen wie Malone (Guy Burnet) und der Hundeführer Wolfer (Shaun McKinney) auf, die die ohnehin angespannte Situation mit ihren merkwürdigen Reaktionen weiter verschärfen...
"Keeper" von Osgood Perkins ist ein Film, der erst einmal so tut, als wolle er einen vertrauten Weg gehen: Ein Paar fährt für ein romantisches Jubiläumswochenende in eine abgelegene Hütte, und was nach stiller Zweisamkeit klingt, kippt schnell in Isolation, Misstrauen und eine schleichende Bedrohung, die sich mit jeder Minute dichter um die Figuren legt. Liz und Malcolm, gespielt von Tatiana Maslany und Rossif Sutherland, sind dabei nicht bloß die Bewohner eines unheimlichen Ortes, sondern auch das Zentrum eines psychologischen Kammerspiels, in dem Zuneigung, Abhängigkeit und Macht ständig ineinander übergehen.
Perkins baut seinen Horror nicht aus der Lautstärke, sondern aus dem Gefühl, dass etwas in diesem Haus nicht stimmt und dass die Frau, die wir beobachten, immer weniger sicher sein kann, ob sie einer äußeren Gefahr oder ihren eigenen Wahrnehmungen ausgeliefert ist. Der Film bleibt lange in Liz’ Perspektive gefangen, macht die Hütte zu einem Raum der Desorientierung und arbeitet mit einer Atmosphäre, in der selbst einfache Gesten, Blicke und Pausen bedrohlich wirken können. Genau darin liegt zunächst seine Stärke: "Keeper" versteht, dass Schrecken oft nicht aus dem Monster kommt, sondern aus dem Moment, in dem Vertrauen seinen Halt verliert. Tatiana Maslany spielt mit einer beeindruckenden Mischung aus Verletzlichkeit und innerer Spannung. Ihre Präsenz bildet das Zentrum des Films und hält die Geschichte selbst dann zusammen, wenn die Handlung bewusst im Dunkeln bleibt oder sich in ihrer Surrealität verliert. Rossif Sutherland spielt Malcolm dagegen mit einer kühlen, schwer lesbaren Zurückhaltung, die passend unheimlich, aber etwas zu schematisch wirkt. Das Verhältnis der beiden Figuren ist damit weniger eine klassische Romanze als ein unruhiges Machtgefüge, das schon vor dem eigentlichen Horror Risse zeigt.






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