Posts für Suchanfrage Mission: Impossible werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Mission: Impossible werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Montag, 17. Juli 2023

Mission: Impossible: Dead Reckoning, Part One - Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins (2023)

https://www.imdb.com/title/tt9603212/

Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein IMF-Team starten ihre bisher gefährlichste Mission: Sie sollen eine furchterregende neuartige Waffe, die die gesamte Menschheit bedroht, aufspüren, bevor sie in die falschen Hände gerät. Während die Zukunft und das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen und die dunklen Mächte aus Ethans Vergangenheit ihn wieder einzuholen drohen, beginnt ein tödlicher Wettlauf um den gesamten Globus. Konfrontiert mit einem mysteriösen, allmächtigen Feind muss Ethan erkennen, dass nichts wichtiger sein kann als seine Mission - nicht einmal das Leben derer, die ihm am meisten am Herzen liegen.

In den letzten vier Jahrzehnten hat Tom Cruise "Mission: Impossible" zu einer der großartigsten Actionfilmreihen aller Zeiten gemacht, einer Reihe, die die Möglichkeiten eines modernen Blockbusters immer wieder neu auslotet und immer wieder neue Wege findet, Cruise zum Vergnügen der Zuschauer in lebensbedrohliche Situationen zu bringen. Nach einem faszinierenden Start der Reihe mit Regisseuren wie Brian De Palma, John Woo, J.J. Abrams und Brad Bird fand Cruise Christopher McQuarrie, der bei der Reihe seit dem 2015 erschienenen "Mission: Impossible: Rogue Nation" Regie führt. Obwohl es in den meisten Filmen darum geht, dass Cruises Ethan Hunt von der Impossible Missions Force (IMF) als notwendiges Übel betrachtet wird, und obwohl die Serie immer wieder den gleichen Trick mit der Gesichtsmaske anwendet, ist die "Mission: Impossible"-Reihe durchweg spannend, und dank Cruises Hingabe zu verrückten Stunts fühlte sich diese Reihe immer greifbarer, realer und gefährlicher an als ein Standard-Actionfilm. Und selbst nach sieben Filmen gibt es beim IMF keine Anzeichen für einen Slow-Down, weder bei den unglaublichen Stuntfähigkeiten des Stars, noch beim Ton. Der Hauptstunt des siebten Films (gleichsam Plakatmotiv und, den Interviewberichten folgend, sechs Mal an einem Tag absolviert, bevor Cruise zufrieden war) ist dabei bereits zur Legende geworden: Tom Cruise rast mit einem Motorrad auf eine Klippe zu, springt und segelt durch den Himmel, zieht die Reißleine an einem unfassbar kleinen Fallschirm und stürzt sich hinunter in Richtung des rasenden Orient Express.

Dieses stest unverschämt unterhaltsame Spektakel zwingt den Zuschauer mit seiner schieren Ausdauer, seinem Ausmaß und seinem Schwung schon irgendwie zu einer ehrfürchtig nickenden Zustimmung. So wie auch der siebte Teil des "Mission: Impossible"-Action-Franchise mit Cruise in der Hauptrolle als Ethan Hunt, dem mysteriösen, superfitten Anführer einer streng geheimen Geheimdienst-/Kampfeinheit namens Impossible Mission Force, die von einer zwielichtigen US-Regierungsbehörde hinzugezogen wird, wenn es darum geht, verdeckte Aktionen zu erledigen. Ihre Initialen lauten natürlich IMF, und in diesem Film kommen sie endlich dazu, den Gag zu machen, den die Kritiker schon seit Jahren machen - dass sie nicht der Internationale Währungsfonds sind. Wenn man bedenkt, dass Cruise mittlerweile 61 Jahre alt ist, kommt man aus dem Kopfschütteln nicht heraus, denn er sieht besser aus als je zuvor und ist mit dem IMF so gut wie verheiratet. Andere Schauspieler in seinem Alter mögen sich schrägen Rollen zuwenden, aber Tom Cruise hat diese schon vor 20 Jahren für Paul Thomas Anderson und Michael Mann gemacht. Die "Mission: Impossible"-Reihe ist seine Berufung, und Tom Cruise hat den Zuschauer beinahe im Alleingang davon überzeugt, dass das Action-Genre eine neue Seriosität und einen neuen Zweck hat: die Rettung der Kinokassen für das Live-Kino. Aber man fragt sich auch wie ist seine Exit-Strategie? Muss man sich Sorgen über das Ende von Teil Zwei machen?

Wie in so vielen anderen Filmen versuchen auch hier böse Mächte, in den Besitz eines McGuffins zu gelangen, mit dem sie die Welt kontrollieren/zerstören können, und Ethan und sein Team sind die einzigen, die sie aufhalten können. Es gibt einige großartige Stunts, darunter eine verrückte Verfolgungsjagd im Stil von "The Italian Job" durch Rom, bei der Ethan und Grace in das kleinstmögliche Auto gesteckt werden (einen Fiat 500 ), baut den Einsatz und die Spannung kontinuierlich auf und sorgt gleichzeitig für einige ziemlich solide komödiantische Momente zwischen den beiden. Das große Zug-Set des Films, das schon seit Ewigkeiten angeteasert wurde, verwendet zwar am Ende mehr CGI als man es von einem "Mission: Impossible"-Film erwarten würde, aber in der Art und Weise, wie McQuarrie diese Sequenz inszeniert und funktionieren lässt, ist grandios, denn natürlich geht alles, was schief gehen könnte, auch schief.

Der erste Teil von "Mission: Impossible: Dead Reckoning" ist aber offenbar auch der Beginn des Abschieds von Tom Cruise als Protagonist der Reihe, der gleichzeitig den Grundstein dafür legt, wer in seine Fußstapfen treten könnte, und diesen Film zu einer Art Sprungbrett für diejenigen macht, die neu in die Reihe einsteigen. Im ersten Teil von "Mission: Impossible: Dead Reckoning" versuchen Ethan Hunt und das IMF, eine empfindungsfähige KI namens "Entität" aufzuspüren, die dem Besitzer im Grunde die Macht über die Welt geben würde, ein sich selbst replizierendes digitales Bewusstsein mit der Fähigkeit, in jedes Betriebssystem der Welt einzudringen. Dieser Feind, der überall sein kann, ist jedoch anders als alles, mit dem Hunt und sein Team je konfrontiert wurden, was dazu führt, dass Hunt mit Gabriel (Esai Morales) konfrontiert wird, mit dem er eine gemeinsame Vergangenheit hat und die Hunt zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist. Um die Entität zu stoppen, muss Hunt zwei Schlüssel finden, die, wenn sie kombiniert werden, etwas aufschließen, das für die Entität äußerst wichtig zu sein scheint.

Eine sehr spannungsgeladene Eröffnungssequenz an Bord eines russischen U-Boots namens Sewastopol - die Assoziationen mit der Krim sind vielleicht ein Vorwurf an den putinistischen Chauvinismus und gleichzeitig eine herrliche Anspielung auf "Jagd auf Roter Oktober" - macht den Zuschauer also mit einem gewissen LED-verzierten, kreuzförmigen Schlüssel bekannt, der in zwei Hälften geteilt ist; dies ist das seltsame Low-Tech-Objekt, dessen Besitzer, nachdem er die Hälften wieder zusammengefügt hat, die Entität beherrschen kann. Nicht neu, nicht besonders aufregend, auf Aufhänger genug, um einen weiteren Film daraus zu basteln.

Auf seiner Jagd nach der Entität und den Schlüsseln wird Hunt erneut von Luther (Ving Rhames) und Benji (Simon Pegg) unterstützt, und seine Wege kreuzen sich erneut mit Ilsa Faust (Rebecca Ferguson). Hunt trifft auch auf Grace (Hayley Atwell), eine Diebin, die überfordert ist, als sie sich Hunts Zielen in den Weg stellt. In "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" kehrt auch Eugene Kittridge (Henry Czerny) zurück, der seit dem ersten "Mission: Impossible" zu sehen war, und stellt Paris (eine großartige Pom Klementieff) vor, der im Auftrag von Gabriel Jagd auf Ethan macht, sowie Jasper (Shea Whigham) und Degas (Greg Tarzan Davis), die ebenfalls versuchen, Ethan zur Strecke zu bringen, allerdings aus anderen Gründen.

Einer der auffälligsten Unterschiede in diesem neuesten Film ist, dass fast von Anfang an alles verworren und erklärt wirkt. In einer frühen Szene des Treffens erklärt Eugene Kittridge Denlinger (Cary Elwes) und dem Publikum genau, was die Bedrohung ist, wer Hunt ist und was das IMF tut. Und obwohl es klar ist, dass diese Szene für Neulinge in dieser Reihe gedacht ist, ist sie auch viel ausführlicher als in den meisten anderen Filmen. Und während sich diese Filme oft um einen McGuffin drehen, um den sich Hunt und der Antagonist streiten, hat sich das nie so byzantinisch angefühlt wie hier. Es gibt natrlich Kopien des Schlüssels, Doppelagenten, Irreführung und sogar eine überraschende Menge an cineastischer Close-up-Magie, die die Suche nach den Schlüsseln komplexer machen, als sie wahrscheinlich sein müsste. Musste sich wirklich der gesamte erste Teil dieses zweiteiligen Films um die Suche nach diesen Schlüsseln drehen? Das wird sich vermutlich erst zeigen, wenn der zweite Teil veröffentlicht wird.

Aber die Geschichte ist auch zweitrangig gegenüber den großartigen Actionsequenzen in "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins". "Mission: Impossible" hat sich in diesen Actionszenen oft auf die Spannung verlassen, wenn man Tom Cruise dabei zusieht, wie er zur Belustigung des Publikums wirklich verblüffende Stunts vollführt. Doch in "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" funktioniert diese Spannung auch außerhalb der extravaganten Szenen noch besser. In einer Szene auf einem Flughafen werden zum Beispiel neue Charaktere vorgestellt, Jasper und Degas versuchen, Hunt zu finden, während Luther und Benji ihr eigenes kleines Abenteuer erleben. McQuarrie vermischt all diese Elemente auf eine Weise, die den Gang durch einen Flughafen geradezu elektrisierend macht. Eine weitere Szene in dem bereits erwähnten Zug zeigt, dass all die mysteriösen Verbindungen und Motivationen der Charaktere, die sich im Zug abspielen, ebenso fesselnd sind wie Cruises Versuche, sich fast umzubringen, um auf die fahrende Lokomotive zu gelangen. Auch wenn das Drehbuch von McQuarrie und Erik Jendersen oft ein wenig zu sehr in die Länge gezogen wird, so sind es doch gerade diese kleineren Actionszenen, die sich immer weiter aufbauen und bei jeder Gelegenheit neue Elemente hinzufügen, in denen man die Stärken des Drehbuchs erkennen kann.

Das Drehbuch von McQuarrie und Jendersen zeichnet sich auch dadurch aus, dass es die altbekannten Lieblingscharaktere mit neuen mischt. Man bekommt all die Ethan/Benji/Luther-Momente, die man auch erwartet, aber diese neue Besetzung deutet an, dass die Zukunft durchaus Potenzial hat. Besonders unterhaltsam ist Klementieff, die fröhlich bösartig ist, wenn sie mit jauchzender Freude Motorroller und Autos überfährt und Hunt mit Bösartigkeit aufspürt. Auch Whigham ist eine witzige Bereicherung, der fast so tut, als hätte er zu viele "Mission: Impossible"-Filme gesehen und versucht, unschuldigen Zivilisten, die sich zwischen ihn und Hunt stellen, die "Gesichtsmasken" (die gar keine sind) vom Gesicht zu reißen.

Dennoch ist es Hayley Atwells Grace, die den größten Eindruck hinterlässt, da sie sicherlich das Gefühl vermittelt, dass sie der Weg sein könnte, den diese Reihe einschlägt, und "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" leistet gute Arbeit, um dem Zuschauer nahe zu bringen, dass diese Reihe bei ihr in guten Händen wäre. Ob das in Zukunft der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, aber zusammen mit der Rückkehr von Ferguson und Vanessa Kirbys Alanna Mitsopolis macht "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" deutlich, dass die Frauen im Leben von Ethan Hunt weitaus interessanter sind als Hunt selbst. Leider wird Morales' Gabriel zwar als Hauptgegner in Hunts Leben aufgebaut, aber es gibt wenig, was ihn zu einem interessanten Bösewicht macht, vor allem im Vergleich dazu, wie fesselnd die Bösewichte dieser Marke sein können, wenn sie in Bestform sind. Als eine Art Endspiel-Bösewicht ist Gabriel ziemlich enttäuschend.

"Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" macht aber unterm Strich viel Spaß, lässt die 164 Minuten wie im Flug vergehen und ist mit Abstand einer der besten Actionfilme des Sommers, aber fünf Jahre nach "Mission: Impossible: Fallout" ist es auch schwer, diesen siebten Film nicht als eine kleine Enttäuschung zu empfinden. Auch hier gilt: Vergleicht man "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" einfach mit anderen "Mission: Impossible"-Filmen, bedeutet dies, dass man ihn im Grunde mit einigen der besten Actionfilme des 21. Jahrhunderts vergleicht. Es gibt eine gewisse Franchise-Aufblähung, die diese Serie noch nie hatte, vor allem, weil "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" oft das Gefühl vermittelt, mehr zu tun als nötig - sei es durch Erklärungen, das Einfügen von Charakteren oder Szenen, die einfach viel zu lange dauern - doch in den durchweg berauschenden Action-Sequenzen geht das alles unter. "Mission: Impossible: Dead Reckoning, Teil Eins" zeigt, dass immer noch viel Benzin im Tank ist, aber man kommt nicht umhin zu erahnen, dass diese Serie eine Umstellung braucht, um so spannend zu bleiben wie bisher. Aber das ist auch genau das Ziel dieses ersten Teils.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: 
Paramount Pictures

Sonntag, 25. Mai 2025

Mission: Impossible: The Final Reckoning (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt9603208/

Die Jagd ist noch nicht vorbei: Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team von der legendären Impossible Mission Force (IMF) sehen sich weiterhin einer extrem mächtigen und die Welt bedrohgenden künstlichen Intelligenz, die nur die „Entität" genannt wird, gegenüber. Dafür müssen sie das den Namen „Sewastopol“ tragende russische U-Boot finden, dem eine Schlüsselrolle in diesem brodelnden Konflikt zukommt. Doch mit diesem Ziel sind Hunt und sein Team natürlich nicht alleine: Auch Gabriel (Esai Morales), letztlich ein Handlanger der Entität, sucht fieberhaft nach der Sewastopol. Denn für ihn ist sie der Schlüssel, der sozusagen das Tor zur Hölle auf Erden öffnet, mit dem die Welt ins Chaos gestürzt werden kann. Gabriel scheint in diesem erbitterten Kampf eine Geheimwaffe in der Hinterhand zu haben, denn er und Hunt haben offenbar eine gemeinsame Vergangenheit, die den IMF-Agenten nun endgültig einholt...

Die Popkultur neigt seit jeher zur Überfrachtung. "Mission Impossible" ist eine jener Popkultur-Erfindungen, die 1966 als straff-unprätentiöse einstündige Fernsehserie mit einem fantastischen Thema von Lalo Schifrin begann. 1996 wurde daraus ein 110-minütiger Film mit dem Megastar Tom Cruise und dem Autorenregisseur Brian De Palma, der die alberne Geschichte mit großen, knalligen Actionszenen würzte. Und nun sieht der Zuschauer die letzte Mission, "The Final Reckoning", und alles führt zu diesem Punkt. Und das wird nicht nur einmal im achten und voraussichtlich letzten Agententhriller der "Mission: Impossible"-Reihe erwähnt.Und man kommt nicht umhin, dies für bare Münze zu nehmen, denn der aktuelle Teil wirkt auch wie das letzte Segment eines futuristisch anmutenden Raumschiffs, das dann ionosphärisch in einem Feuerball nach oben schießt, während Tom Cruise in einen Zustand jenseits von Ruhm und geistigem Eigentum aufsteigt. Mit der KI-feindlichen und internetskeptischen Botschaft des Films und der atemberaubenden letzten Luftszene wiederholt Cruise seine Forderung nach einem echten Kinoerlebnis. Natürlich vollführt er seine übermenschlichen Stunts selbst - aus demselben Grund, wie er selbst einmal treffend formulierte, aus dem Gene Kelly selbst tanzte. Wie erwartet ist dieser neue Film aufgebauscht, hat eine alberne Handlung, ist vollgestopft mit erklärenden Dialogen und maßlos selbstgefällig.


Aber er macht auch Spaß. Mit seinem riesigen Budget - man rast vom touristischen London über norwegische Schneelandschaften ins sonnenverwöhnte Südafrika - bietet dieser aufgemotzte Thriller die verantwortungslose Fahrt, die sich die meisten von Hollywood-Blockbustern wünschen. "Mission: Impossible: The Final Reckoning" ist eine neue und ultimative Mission (genauer gesagt die zweite Hälfte der Mission aus dem vorherigen Film), in der Cruises taffer und einfallsreicher IMF-Agent Ethan Hunt auf eine letzte, eigenwillige, aber undurchsichtige Mission geht, um seine steifen Vorgesetzten in Washington und Langley zur Verzweiflung zu bringen und zugleich einzuschüchtern. Und was könnte das sein? Natürlich die Rettung der Welt, wie alle anderen Missionen.


Mit seinem altbaknnten, tapferen Team, darunter Grace (Hayley Atwell), Luther (Ving Rhames) und Benji (Simon Pegg), muss Hunt sich nun einem finsteren und metastasierenden KI-Gehirn namens "Die Entität" stellen, dem ultimativen MacGuffin-Bösewicht, der mit Lügen und Deepfakes die Wahrheit auf der ganzen Welt untergräbt, Nationen gegen Nationen und Atommächte gegen Atommächte aufhetzt und so zum Anti-Gott, dem bösen Herrscher über alles wird. Und um ihn aufzuhalten, muss Ethan den einfachen „Kreuzschlüssel“, den er im letzten Film geborgen hat, an der "Podkova"-Maschine anbringen, die sich an Bord des gestrandeten russischen U-Boots "Sewastopol" irgendwo auf dem Meeresgrund befindet. Die Kombination aus beidem ergibt eine "Giftpille", die die Entität vernichten wird.


Da dies angeblich der letzte Teil ist - es sei denn, er bringt ein Vermögen ein -, legt "Mission: Impossible: The Final Reckoning" großen Wert darauf, die gesamte Serie zusammenhängend zu gestalten und ihr emotionales Gewicht zu verleihen. Es ist ein etwas albernes, aber unglaublich unterhaltsames Abenteuer, das den Zuschauer in regelmäßigen Abständen mit einer Greatest-Hits-Rückblende aus den anderen sieben Filmen des Mission: Impossible"-Franchise beschenkt - und trotzdem gibt es eine brandneue Szene, in der Cruise durch die Straßen Londons sprintet, ohne die es auch nicht "Mission: Impossible" wäre. Darüber hinaus präsentiert dieser achte Film eine grandiose neue Figur: den US-U-Boot-Kommandanten Captain Bledsoe, der mit Eleganz und einem Hauch von Ungehorsam gespielt wird und der das Zeug zu einem weiteren Teil von "Mission: Impossible" hat, wann immer das passiert.

Und so wie es kein "Mission: Impossible" ohne eine Sprintszene wäre, wäre es kein "Mission: Impossible" ohne Tom Cruise, der in unerreichbarer Höhe um sein Leben kämpft; hier klammert er sich an die Tragfläche eines altmodischen Propellerflugzeugs. Klar. Wofür Cruise - und damit auch Ethan - lebt, sind atemberaubende Stunts. Und das schon seit dem ersten Teil von "Mission: Impossible", in dem er sich an der Außenseite eines Hochgeschwindigkeitszuges festklammerte, der durch den Eurotunnel von England nach Frankreich brauste. "Mission: Impossible: The Final Reckoning" bietet zwei gigantische Actionsequenzen - eine Unterwasserszene, die unglaublich spannend (und vor allem zum Ende hin etwas unglaubwürdig) ist, und einen wahrhaft bravourösen Höhepunkt, in dem Cruise sich an der Tragfläche eines Doppeldeckers festhält, der durch und über den Blyde River Canyon in Südafrika saust. Diese Szene wird jedem in Erinnerung bleiben. Und natürlich wird man darüber reden, dass Cruise diesen Stunt selbst gemacht hat. Wie Anthony Hopkins es schon in "M:I-2" formulierte: "Nun, das ist keine schwierige Mission, Mr. Hunt, es ist eine unmögliche Mission." ("Well, this is not mission difficult, Mr. Hunt, it's mission impossible").


Spätestens an diesem Punkt wird dem Zuschauer klar, dass Tom Cruise weniger Gene Kelly als vielmehr der übermenschliche Actionheld Harold Lloyd ist, der 1923 in "Ausgerechnet Wolkenkratzer!" an der Uhr hing, am Minutenzeiger baumelte, ihn daran hinderte, auf die 12 zu steigen, der Schwerkraft trotzte und die Zeit anhielt. Genau das hat Cruise getan: ewig jung, ewig fit, niemals aufgeben angesichts dieser absurden Weltuntergangsuhr. Cruise ist seit über 40 Jahren an der Spitze, so lange wie John Wayne, länger als Cary Grant. Er ist kein großartiger Schauspieler, aber ein großartiger Filmstar. Obwohl man ihm mit 62 langsam sein Alter ansieht, besitzt er immer noch die jungenhafte Energie und das Engagement seines jüngeren Ichs. Egal, ob er an Big Ben vorbeisprintet, ohne Neoprenanzug in eiskaltes Wasser springt oder sich einfach vom Film vergöttern lässt - Cruise spielt den Helden, und - meine Güte - er ist verdammt gut darin. Und trotz der 169 Minuten Laufzeit muss man am Ende neidlos anerkennen: Was für ein Rausch! 

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: 
Paramount Pictures

Dienstag, 14. August 2018

Mission: Impossible: Fallout (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4912910/

Die Geheimorganisation Impossible Mission Force (IMF) ist nach ihrer vorübergehenden Schließung wieder aktiv. IMF-Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) schickt seine Agenten Ethan Hunt (Tom Cruise), Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) auf eine heikle Mission, um hochgefährliches, waffenfähiges Plutonium sicherzustellen, das auf dem Schwarzmarkt angeboten wird. Eine aus Weltuntergangsfanatikern bestehende Terroristengruppe plant, es sich unter den Nagel zu reißen und daraus tragbare Atombomben zu bauen. Ihr Ziel: die Welt in Chaos zu stürzen. Hunts Mission schlägt jedoch fatal fehl, weil er das Leben seiner Partner über den Erfolg seines Auftrags stellt. Das bringt das IMF unter Druck, sodass die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) die Geduld verliert und ihren berüchtigten Agenten August Walker (Henry Cavill) zur Verstärkung schickt…

Der Hype um die nunmehr sechste unmögliche Mission, "Mission Impossible - Fallout" ist enorm. Die Gründe sind vielfältig: gelungene Vorgänger, reale gedrehte Stunts des Hauptdarstellers, bei denen es auch desöfteren zu Unfällen kam (bei den Drehabreiten zu "Fallout" brach sich beispielsweise Tom Cruise den Knöchel beim Sprung von einem Gebäude zum nächsten, drehte aber die Szene noch zu Ende, weil er, lt. eigener Aussage, diesen Sprung auf keinen Fall noch mal machen wollen würde), welches dann wiederum geschickt ins Marketing des Franchise eingebunden wurden, und nicht zuletzt ein extrem kunstvoll montierten Trailer. Und nun, nach einigen Nachdrehs und Zwangspause kam die sechste Mission von Ethan Hunt in die Lichtspielhäuser und bricht gleichermaßen Zuschauer- wie Kritikerrekorde.

Um die Frage vorwegzunehmen, ob "Mission: Impossible - Fallout" den enormen Erwartungen standhalten kann: ja, kann er. Wie sein Vorgänger "Mission Impossible: Rogue Nation", an den der sechste Teil inhaltlich nahtlos anknüpft, schafft er den unwahrscheinliche Spagat sensationelle Action-Setpieces in eine wendungsreiche Geschichte einzubetten und dabei eine emotionale Fallhöhe für den Helden aufzubauen. Im Gegensatz zur Vielzahl vergleichbarer Produktionen hat man stets das Gefühl, dass wirklich etwas für die Protagonisten auf den Spiel steht und die Gefahr des Scheiterns omnipräsent ist. Diese Kurskorrektur leitete nach dem Debakel von John Woo bereits J.J. Abrams in "Mission: Impossible III" ein. Wohl auch, um seinen seinerzeit extrem unpopulären und überdrehten Star menschlicher zu inszenieren.


Brad Bird und Christopher McQuarrie perfektionierten dieses Konzept: vor diesem Hintergrund ist auch der offensive Verzicht auf CGI-Exzesse und die Inszenierung bodenständiger und handgemachter Action zu verstehen. Das Publikum merkt, dass sich hier jemand mit unbändigen Willen und jeder Pore seines Körper in seine Rolle reinhaut, die Actionerfahrung wird dadurch extrem immersiv. Dazu passt auch die Aussage von Henry Cavill, der betonte, dass der Film ihm vor besondere körperliche Herausforderungen gestellt hat. Das sei eine ganz andere Herausforderung als seine Arbeit bei "Man Of Steel", wo es nur darum ging stark auszusehen. So ganz nebenbei bietet "Mission: Impossible - Fallout" auch eine der haarsträubensten und spannendsten Verfolgungsjagden durch Paris, die man je gesehen hat. Tatsächlich fiebert man hier mit einem (unbehelmten) Tom Cruise auf eine Motorrad mit, der auf der Flucht vor der französischen Polizei im Gegenverkehr mit hoher Geschwindigkeit über Straßen und durch kleine Gassen bis ins Rondell des "Arc de Triomphe de l’Étoile" feuert.


Obwohl natürlich auch "Fallout" stark aussieht merkt man Regisseur Christopher McQuarrie dabei aber vor allem seine Wurzel als Drehbuchschreiber an. Klar, der Film ist vollgepackt mit aufwändigen Actionsequenzen, Treiber des Geschehens bleibt aber stets die Geschichte. Die teils wahnwitzigen Stunts verkommen (im Gegensatz zu "M:I-2") also nicht zum Selbstzweck, sondern stehen jederzeit im Dienst der Story. Deswegen sollte man "Mission: Impossible - Fallout" auch eher mit klassischem Agententhrillern, als mit reinem Actionkino ala "Mad Max: Fury Road " vergleichen. Dazu kommt, dass die obligatorischen doppelten und dreifach-Agentenfilm-Wendungen extrem elegant geschrieben und inszeniert sind, auch wenn sie teilweise dann doch ein wenig vorhersehbar daherkommen. Gerade dem versierten und aufmerksamen Beobachter wird relativ früh im Film auffallen, wer auf welcher Seite spielt, da sich durch eine relativ ungeschickten Szene recht früh offenbart, wer hier tatsächlich in Hunts Team ist und wer nicht. Leider wurde dies bereits auch im Trailer angedeutet, sodass eine tatsächliche Überraschung ausbleibt. Die hat "Mission: Impossible - Fallout" aber auch nicht nötig.


Möglicherweise - und hier liegt neben einigen Durchhängern im zweiten Akt, die einzige wirkliche Schwäche des Films - hat man im Rahmen des Franchise nach sechs Filmen einfach alle Situationen schon einmal durchgespielt. Henry Cavill, als undurchsichtige CIA-Kante August Walker, spielt im Grunde den gleichen Part, den Rebecca Ferguson in "Mission Impossible: Rogue Nation" und Jeremy Renner in "Mission Impossible: Ghost Protocol" übernommen haben. Rebecca Fergusons Figur - so interessant sie auch sein mag - wirkt hier hingegen ähnlich überflüssig wie Jeremy Renner in Teil 5. Kurz gesagt, nach mittlerweile sechs Einträgen stellen sich leichte inhaltliche Redundanzen im Agenten-Ränkespiel ein.

Das überspielen die extrem gut aufgelegten Darsteller glücklicherweise größtenteils, wobei sich vor allem Vanessa Kirby als undurchsichtige White Widow als unerwartete Szenendiebin erweist. Tom Cruise spielt souverän, aber auch Simon Pegg und Ving Rhames sorgen für ein paar gute Szenen, auch wenn sie nur Nebenfiguren sind. Simon Pegg jedenfalls sorgt durch seine tapsige Art immer wieder zumindest für ein Schmunzeln beim Zuschauer und das lockert die Szenerie in diesem sonst sehr ernsten Agententhriller passend auf.

Unterm Strich bekommt man also mit "Mission: Impossible - Fallout" einen unterhaltsamen Film, der mit wenigen Durchhängern souverän unterhält und für viel Spannung, Nervenkitzel und nicht zuletzt Eye-Candy sorgt. Wenn es mit den Missionen noch ein wenig so weiter gehen würde wäre das schön, nur sollte man sich langsam mal darauf konzentrieren, nicht immer nur die eine funktionierenden Geschichte abzuwandeln. Der Respekt gilt so oder so dem mittlerweile 55-jährigen Tom Cruise, dem man sein Alter in nur wenigen Szenen ansieht und den Hut davor ziehen muss - was auch immer man von ihm als Mensch halten mag - was er da für den Film und sein Publikum leistet. Mit "Mission: Impossible - Fallout" gelingt McQuarrie jedenfalls der bislang beste Eintrag in ein qualitativ eh schon sehr hochwertiges Franchise und wahrscheinlich der beste Sommerblockbuster 2018. Trotz kleinerer Abnutzungserscheinung und zehn Minuten zu viel Laufzeit ist "Mission: Impossible - Fallout" nämlich genauso spektakulär und rasant wie erhofft.

7,5/10 

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: 
Paramount Pictures

Montag, 19. Mai 2014

Mission: Impossible: Ghost Protocol - Mission: Impossible: Phantom Protokoll (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1229238/

Eine gewaltige Explosion erschüttert den Kreml: Ein verheerender Bombenanschlag, der den Frieden zwischen den Weltmächten und damit der gesamten zivilisierten Welt gefährden kann. Für Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) bedeutet dieser katastrophale Zwischenfall die bislang brisanteste Mission seiner Karriere. Denn der Kopf der „Impossible Missions Force" wird mit seinem gesamten Team für den brutalen Terrorakt verantwortlich gemacht. Der US-Präsident aktiviert daraufhin das „Phantom Protokoll", das den IMF fortan verleugnet. Sollte es Hunt und seinem Team rund um Jane Carter (Paula Patton), Benji Dunn (Simon Pegg) und dem undurchsichtigen Brandt (Jeremmy Renner) nicht gelingen, die Drahtzieher zu fassen, werden sie für das Attentat verantwortlich gemacht und weltweit als Terroristen gebrandmarkt und gejagt werden. Ohne Unterschlupf, Rückendeckung oder Verbündete führt ihr Weg sie von Prag über Moskau nach Vancouver und Dubai, um dem geheimnisvollen Mann (Michael Nyqvist) auf die Spur zu kommen, der im Hintergrund die Fäden zieht. Doch eines ist klar: eine Mission: Impossible gibt es für sie nicht...

Wieder so ein Kandidat, dessen deutscher Titel völlig sinnfrei vergeben wurde, hat doch der englische Titel genausoviel Zugkraft. Zudem ergibt sich dadurch ein krasser Filmfehler, aber die Werbestrategen werden schon wissen was sie tun.

Okay, nach Brian De Palmas guten "Mission: Impossible"-Einsteig, dem Debakel von John Woo sowie dem dritten Streich von J.J. Abrams stand es nicht wirklich gut um das "Mission: Impossible"-Franchise. Das lag einerseits an der zunehmenden Modernisierung des Genres, sei es duch einen wesentlich besseren James Bond oder einen Jason Bourne, andererseits an Cruise' Image rund um Scientology und seinen "Stauffenberg"-Streifen. Und in der Tat bleibt "Mission: Impossible: Ghost Protocol" rein storytechnisch hinter eben der modernen Doppelbödigkeit der Konkurrenz zurück. Der Plot umschifft nur mit Ach und Krach das "die bösen, bösen Russen"-Klischée und auch sonst hapert es gewaltig. Was den Film dennoch zu einem gelungenen und eventuell zum Zweitbesten nach De Palmas Original macht, sind schlicht Regie, Cast und Locations sowie absolut hervorragende und zudem spannende Action-Einlagen. Brad Bird gibt hier sein Realfilm-Debüt und greift dazu u.a. auf sein Gespür für dynamische Action, Tempo und Spannung zurück, die er schon bei seinen genialen Animationsfilmen von Pixar unter Beweis stellen konnte. Zudem versteht er es sehr geschickt, jedem Charakter die nötige Screentime einzuräumen. Damit rebootet er klammheimlich die bisher immer den allgegenwärtigen Tom Cruise zugeschnittene Reihe und konzentriert sich auch auf das Team um ihn herum.

Dabei harmonieren Paula Patton, Jeremy Renner und Simon Pegg als gleichgestellte Sidekicks wunderbar - und vor allem: sie nerven nicht, sondern tragen gleichmäßig zur Story bei. Gleichzeitig addierte Bird geniale Gadgets und auch die dringend nötige Prise Humor, damit der Streifen insgesamt aus der eher mauen Story doch noch einen Hit macht. Alle Schauspieler haben hier sichtlich Spaß, was den Streifen enorm kurzweilig und temporeich erscheinen lässt. Auch handwerklich überzeugt er auf nahezu ganzer Linie. Neben den exotischen Locations wie den Metropolen Dubai oder Mumbai, der Kreml-Explosion, einem Sandsturm, sowie dem Showdown in einem hochmodernen Parkhaus serviert er hier als absolutes Highlight die (real gefilmte) Cruise'sche Kraxel-Einlage an der Außenfassade des Burj Khalifa, vor dem sich sogar das altgediente Bond-Franchise mal verneigen darf.

Eine der großen Vorteile ist die klassische Kameraführung, die gänzlich auf "Shaky Cam"-Effekte oder sonstigen neumodischen Kram verzichtet, einzig der Sandsturmstört als eindeutiger CGI-Effekt die sonst sehr gut gemachten Special Effects. Alles in allem ist "Mission: Impossible: Ghost Protocol" ein mehr als geglücktes "Beinahe"-Reboot, das das Franchise nicht nur elegant neu ausrichtet, sondern auch in eine zu erwartende Sequel-Zukunft führt. Man wird sehen, Teil 5 ("Mission: Impossible - Fallout" ist ja immerhin für 2015 angekündigt.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures

Dienstag, 11. August 2015

Mission: Impossible: Rogue Nation (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2381249/

Nachdem das Pentagon die Impossible Missions Force aufgelöst hat, ist Ethan Hunt (Tom Cruise) auf sich allein gestellt. Doch gerade jetzt hat der ehemalige IMF-Agent die Spur der geheimnisvollen und hochgefährlichen Organisation "Syndikat" aufgenommen, die sich schon bald als sein mächtigster Gegner erweisen soll. Aus dem Untergrund heraus operiert das "Syndikat" mit bestens ausgebildeten Spezialagenten und diese scheinen Hunt immer einen Schritt voraus zu sein - und ihre Mission ist teuflisch: Sie wollen durch gezielte Anschläge eine neue Weltordnung schaffen und alle ehemaligen Mitglieder der IMF auslöschen, um ihre Pläne ungestört verwirklichen zu können. In offizieller Mission der Regierung oder nicht, Ethan Hunt kann nicht zusehen, wie der Terror immer weiter um sich greift, und reaktiviert sein einzigartiges Team: Techniker Benji Dunn (Simon Pegg), Computer-Hacker Luther Stickell (Ving Rhames) und Agent William Brandt (Jeremy Renner). Unerwartete Hilfe bekommt das Quartett von der geheimnisvollen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) - doch auf welcher Seite steht sie wirklich?

Ein klassischer "Mission: Impossible" Film und für den fünften Teil der Reihe gilt das Prinzip: Alles beim Alten. Diesmal darf Regisseur Christopher McQuarrie ran, der als erste Überraschung des Films keine wirklich unverkennbar eigene Handschrift über das Werk legt, sondern eine Art Best of der gesamten Reihe serviert, bei dem er sich vor allem an den besten beiden Teilen orientiert hat. So hat "Mission: Impossible - Rogue Nation" sehr deutliche Züge seines direkten Vorgängers und setzt bezüglich des Settings erneut auf möglichst spektakulär überzogene und ausgefallene Manöver und besinnt sich ganz im Geiste des ersten Teils aber auch ab und an auf klassisch elegante Spionage-Aktionen. Auf eine gewisse Weise ist es da auch mutig, dass die Höhepunkte bereits zur Hälfte des Films gezündet werden (Die Jagd in der Wiener Oper, während auf der Bühne Giacomo Puccinis "Turandot" zum Besten gegeben wird oder etwa der spektakuläre Unterwasser-Einbruch mit exaktem Timing in Casablanca) und McQuarrie gegen Ende einen fast schon (im Sinne der Reihe)  antiklimatisch zurückgenommeneren Weg einschlägt, der nichtsdestotrotz spannend abschließt.


Überhaupt ist es mal wieder angenehm, dass nicht gleich die gesamte Welt gerettet werden muss, sondern ein eher intimerer Gegenpol in Stellung gebracht wird, der eine persönliche Bedrohung für die IMF darstellt. Schon beim letzten Bond hat das gut funktioniert, warum also nicht auch hier? Selbst bei der Zusammensetzung des Casts vertraut der Regisseur ganz auf die sympathischsten Figuren und stellt das Team mit Tom Cruise, Simon Pegg, Jeremy Renner und Ving Rhames erneut zusammen. Etwas unausgeglichen ist das Verhältnis des Teams aber leider dennoch geworden, denn gerade Renner und Rhames hätten noch mehr Screentime vertragen können, wohingegen Simon Pegg trotz seiner auch hier wieder humorvollen Art fast zu aufdringlich als Comic-Relief abgefeuert wird. Auch fehlt (zumindest im direkten Team) ein weiblicher Part. Tom Cruise geht - wie zu erwarten war - wieder voll in seiner Paraderolle auf und weist auch mit mittlerweile 53 Jahren keinerlei Ermüdungserscheinungen auf.

Als einziger weiblicher Neuzugang fügt sich zudem Rebecca Ferguson sehr gut ein, die mit ihrer Mischung aus Schlagfertigkeit und fragwürdiger Vertrauensbasis eine starke Frauenfigur spielen darf. Mit Sean Harris liefert man hier den besten Gegenspieler der Reihe nach Phillip Seymour Hoffmann ab. Gerissen, still, geheimnisvoll und kalt. Genau so muss ein Bösewicht angelegt sein.


"Mission: Impossible - Rogue Nation" ist dann auch von der aktiven Seite aus betrachtet wirklich gut und das trotz PG-13-Rating - selbst wenn man ihn in seiner Souveränität als zu blutleer empfindet. Die handgemachte Action ist großartig, es gibt jede Menge coole Stunts zu sehen und zum Glück halten sich zu alberner Humor und Pathos in Grenzen. Die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad ist dann so herrlich schnell und mitreißend, dass sie beinahe schon an die hochgelobte Szene in "Matrix Reloaded" erinnert. Leider ist der ganze Film eine einzige - und dieses Mal recht offensichtliche - Werbung für BMW, was nicht schlimm wäre, würde nicht immer und überall das prägnante weiß-blaue Logo extra noch einmal in Szene gesetzt werden.

Weitere (kleine) Abzüge sind der Überlänge des Films geschuldet, gerade im letzten Drittel wäre eine kleine Straffung des Drehbuchs durchaus ratsam gewesen. Ansonsten punktet die Inszenierung von Christopher McQuarrie vor allem durch ihre Nähe zum ersten Teil der Serie. Alle Trademarks, die man bei der Reihe kennt und in gewisser Weise auch erwartet (spektakuläre Einbrüche, Hacken von Satelliten, actionreiche Verfolgungsjagden und die faszinierenden Masken) sind selbstredend vorhanden und es wird nicht wie bei anderen Franchises der Versuch unternommen, den Vorgänger unbedingt toppen zu wollen - was sehr angenehm ist.

Ein solider Agentenfilm in typischer "Mission: Impossible"-Manier. Ohne nennenswerte Ausschläge nach unten, nett und unterhaltsam.

7,5/10

Drei verschiedene Steelbook-Varianten stehen bei dem Film zur Auswahl. Das amazon.de-exklusive Steelbook ist schlicht, schick, passend und im Titel geprägt:


Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: 
Paramount Pictures